[←] III. Ueber die Molluskenfauna Centralafrikas.
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[←] III. Ueber die Molluskenfauna Centralafrikas.
Von Dr. Rudolf Sturany, Wien. [Mit Tafel XXIV und XXV.]
Dr. Oscar Baumann hat auf seiner letzten Reise eine Anzahl Schnecken- und Muschelschalen gesammelt, welche hauptsächlich dem Tanganyika-, Victoria- und Manyara-See entstammen und über welche im Folgenden durch namentliche Aufzählung der Arten eingehend berichtet werden soll.
Bei der Durchsicht und dem Studium der sehr umfangreichen Literatur[27], welche ich zu Rathe ziehen musste, um die Bestimmungen durchführen zu können, ward mir bald klar, dass die Fauna des centralen Afrika trotz der wiederholten Aufsammlungen, die dort durch Reisende gemacht worden sind, noch immer unzulänglich bekannt ist; denn schon in der relativ geringen Ausbeute Dr. Baumann's befinden sich Formen, welche von den bisher bekannten Arten so abweichen, dass sie sich mit keiner von diesen gut vereinigen lassen. Ich halte es daher auch für gerathen, diese Formen besonders hervorzuheben, jedoch, — da sie meist nur in so geringer Anzahl vorliegen, dass strikte Diagnosen für diese vermuthlich neuen Arten nicht zu geben sind, — vorläufig bloss in der Weise, dass ich jede derselben unter ihrem unschwer festzustellenden Genus-Namen und einem hintangesetzten nov. sp.? anführe und abbilde; im Texte füge ich bloss noch Maassangaben bei und meine Ansicht über die Verwandtschaft der betreffenden Form. Sieht sich dann einmal ein Fachmann, der über ein grösseres Vergleichsmaterial verfügt, genöthigt, die von mir hier bekannt gegebenen »neuen« Formen aus guten Gründen (z. B. weil Uebergänge gefunden wurden u. dgl.) zu früher schon beschriebenen Arten einzuziehen, so wird mir damit nur die willkommene Aufklärung zu Theil. Die beigegebenen Abbildungen werden aber wohl auch dann noch ihren Werth zumindest für die Orientirung behalten.
Wo mir die Zugehörigkeit zu einer bereits bekannten Art über allen Zweifel erhaben schien, habe ich Abbildungen vermieden; im Uebrigen aber wurde mit Illustrationen nicht gespart, weil ich solche für das wichtigste Moment bei derartigen Publikationen halte.
[←] I. Formen aus dem Tanganyika-See.
Nachdem Bourguignat[51] im Jahre 1889 nicht weniger als 271 Arten aus dem Tanganyika-See aufgezählt und in seiner Iconographie[48] und Histoire malacologique[56] eine grosse Anzahl vorzüglicher Abbildungen und genauester Beschreibungen gegeben hat, musste ich der Meinung sein, dass sich die von Dr. Baumann am Nordende des Sees gesammelten Conchylien — es sind dies nicht viele Arten — unter Zuhilfenahme der obigen Hauptwerke mit Leichtigkeit bestimmen lassen würden, und dies umsomehr, als die zahlreichen Aufsammlungen, die im Laufe der Jahre im Tanganyika-See von Reisenden und Missionären (Speke, Thomson, E. Coode Hore, Dr. Kirk, Damon, Dr. Böhm, V. Giraud, L. Joubert, Guillemé, Leroy, Hauttecœur u. A.) gemacht worden sind, die Vermuthung gerechtfertigt erscheinen liessen, dass wenigstens alle an den Ufern des Sees vorkommenden (auffindbaren) Formen bekannt sind. Indess gelang es mir bei den Repräsentanten der Gattungen Rumella und Grandidieria nicht, sie mit voller Gewissheit mit schon beschriebenen Arten zu identificiren, obwohl sie mit mancher derselben grosse Aehnlichkeit besitzen. Die Schuld an diesem Umstande liegt wohl — abgesehen von dem Formenreichthum der Fauna und deren noch immer nicht erschöpften Erforschung — auch in dem Verfahren Bourguignat's, der, wie fast allgemein zugegeben wird, in jeder Localform (Varietät) eine neue Art vermuthet und beschrieben hat und dadurch den Determinator neuen Materiales förmlich zwingt, jede wenn auch schwach abweichende Form, und wenn sie auch mit dieser oder jener der bereits aufgestellten sogenannten Arten unstreitig nahe verwandt ist, wieder zu isoliren. Ich bin auch überzeugt, dass Bourguignat, wenn er noch lebte, die von mir hier abgebildeten Formen von Rumella und Grandidieria ohne Zögern als unbedingt neue Species beschreiben würde.
Die in diesem Kapitel nunmehr aufzuführenden 12 Arten hat Dr. Baumann sämmtlich am Nordende des Tanganyika-Sees, östlich von der Russisi-Mündung, gesammelt.
Planorbis Sudanicus v. Martens.
1870. Planorbis Sudanicus sp. n. v. Martens[15] Mal. Bl. S. 35.
1871. " " Martens in Pfeiffer's novit. conchol. (IV) S. 23, Taf. 114, Fig. 6-9.
1874. " " Jickeli[19] S. 215.
1874. " " v. Martens[20] Mal. Bl. S. 41.
1880. " " Smith[27] P. Z. S. p. 349.
1881. " " Crosse[29] J. d. Conch. p. 109.
1881. " " Crosse[30] J. d. Conch. p. 278.
1881. " " Smith[31] P. Z. S. p. 294.
1888. " " Bourguignat[48] Iconogr. pl. 1, Fig. 13-15.
1890. " " Bourguignat[56] Hist. mal. p. 15.
Von dieser Art liegen mir einige Exemplare vor, welche in der Grösse, wie folgt, verschieden sind:
Höhe 5,0 4,2 4,6 4,0
Durchmesser 16,5 16,0 13,3 13,0 mm u. s. w.
Anzahl der Windungen 5½ bis 6.
Hier kann ich die Bemerkung nicht unterlassen, dass die Art Planorbis tanganikanus Bourg. (Iconogr.[48] pl. 1 Fig. 16-17 und Hist. mal.[56] p. 16) wohl zu der älteren Pl. Sudanicus v. Martens eingezogen werden könnte, da sie von dieser kaum zu unterscheiden ist.
Neothauma Tanganikanum Grand.
1880. Neothauma Tanganyicense Smith[27] P. Z. S. p. 349, pl. 31, Fig. 7a.
1881. " " Smith[31] P. Z. S. p. 293.
1883. " " E. Smith, v. Martens[33] S. 71 u. 72.
1885. " Tanganikanum Grandidier[38] p. 163.
1885. " " Grand. Bourguignat[39] p. 26.
1888. " " " Bourguignat[48] Iconogr. pl. 2. Fig. 1.
1890. " " " Bourguignat[56] Hist. mal. p. 26.
Bekanntlich hat Grandidier[38] die Smith'sche Art Tanganyicense[27] in Tanganikanum umgetauft und sie von Crosse's Tanganyicense (op. c. [29] J. d. Conch. p. 112 pl. 4. Fig. 1-1a und op. c. [30] J. d. Conch. p. 281) getrennt, welch' letzterer er, um Verwechselungen zu verhüten, den Speciesnamen Bridouxianum gab. Da nun die von Dr. O. Baumann am Nordende des Tanganyika-Sees ziemlich zahlreich gesammelten Exemplare fast durchgehends mehr mit der ersteren Form übereinstimmen, so habe ich den Grandidier'schen Namen für die Aufschrift gewählt; im Uebrigen theile ich die von E. Smith in einer jüngeren Schrift[52] ausgesprochene Ansicht, dass nämlich die von Bourguignat[51, 48, 56] unterschiedenen 8 Neothauma-Arten nur Varietäten einer einzigen guten Art sind.
Ampullaria ovata Oliv.
1804. Ampullaria ovata Olivier[1] Voyage emp. ottom. III. p. 39, Atlas pl. 31, Fig. 1.
1851. " " Oliv. Philippi, Monogr. Ampullaria (Conch. Cab. I. 20) S. 49, Taf. 14, Fig. 5.
1856. " " " Reeve, Monogr. pl. 14, Fig. 64.
1863. " " " Bourguignat, Moll. nouv. litig. ou peu connus, III. 1863, p. 79, pl. 10, Fig. 11.
1866. " " " Martens[10] Mal. Bl. XIII. p. 1.
1868. Ampullaria ovata Oliv. Morelet[14] p. 39, 40, 46, 94, pl. 9, Fig. 10.
1874. " " " Jickeli[19] S. 230.
1881. " " " Crosse[29] J. de Conch. p. 110.
1881. " " " Crosse[30] J. de Conch. p. 280.
1888. " " " Bourguignat[48] Iconogr. pl. 6, Fig. 1.
1889. " " " Bourguignat[50] p. 168.
1890. " " " Bourguignat[56] Hist. mal. p. 74.
1851. Ampullaria Kordofana Parreyss, Philippi, Monogr. Ampullaria (Conch. Cab. I. 20) S. 44, Taf. 13, Fig. 1.
1863. " " " Bourguignat, Moll. nouv. litig. ou peu connus, III. p. 78, pl. 11, Fig. 12, 13.
1868. " " " Morelet[14] p. 40.
1874. Ampullaria ovata Oliv. var. Kordofana Parr., v. Martens[20] p. 42.
1880. Ampullaria Kordofana Parr. = ovata Oliv., Smith[27] P. Z. S. p. 348.
1851. Ampullaria lucida Parr. Philippi, Monogr. (Conch. Cab. I. 20) S. 45, Taf. 13, Fig. 2 u. Taf. 14, Fig. 4.
1863. " " " Bourguignat, Moll. nouv. litig. ou peu connus III. p. 80.
1863. Ampullaria Raymondi, Bourguignat, Moll. nouv. litig. ou peu connus III. p. 76, pl. 9, Fig. 4.
Unter den Exemplaren vom Nordende des Sees befindet sich sowohl die schlankere, dem Typus der ovata Oliv. entsprechende Form als auch die mehr aufgeblasene, welche sich auf die vormals als Art betrachtete Kordofana Parr. bezieht.
Die Messungen ergaben:
für die Höhe der Schale 63 55 51 50½
" " Breite " " 55 44 46 40½
" " Höhe der Mündung 48 40 41 32
" " Breite " " 33 28 28 27 mm u. s. w.
Paramelania nassa Woodw.
1859. Melania (Melanella) nassa. sp. n. Woodward[5] P. Z. S. p. 349, pl. 47, Fig. 4.
1860. Melania nassa Woodw., Reeve, Monogr. Melania pl. 32, Fig. 216.
1874. " " " Brot, Monogr. Melanidae (Conch. Cab. I. 24) S. 52, Taf. 6, Fig. 7.
1880. Melania (Melanella) nassa Woodw., Smith[27] P. Z. S. p. 348.
1881. Melania nassa Woodw., Crosse[29] p. 113, pl. IV., Fig. 3, 3a.
1881. Melania (Melanella) nassa Woodw., Smith[31] P. S. Z. p. 292, pl. 34, Fig. 26-26b.
1881. Paramelania (subg. nov.) nassa Woodw., Smith[32] P. Z. S. p. 559-561.
1881. Melania (Paramelania) nassa Woodw., Crosse[30] J. d. Conch. p. 284.
1885. Paramelania nassa Bourg., Bourguignat[39] p. 76.
1888. " " " Bourguignat[48] Iconogr. pl. 16, Fig. 7-8.
1890. " " " Bourguignat[56] Hist. mal. p. 227.
Dr. Baumann hat von dieser Art am Nordende des Sees bloss ein Exemplar gefunden (Höhe 13, Breite 8½ mm).
Rumella nov. sp.?
Fig. 19, 24.
Den Namen Rumella hat Bourguignat einer im Tanganyika-See vorkommenden Gattung gegeben, welche grosse Aehnlichkeit mit der im Meere lebenden Gattung Ruma (Natica) hat. Die verschiedenen Arten, 6 an der Zahl, hat Bourguignat in seiner Iconographie[48] abgebildet und in der Histoire malacologique[56] ausführlich beschrieben. Ein paar Dutzend leider zumeist schlecht erhaltener Repräsentanten dieses interessanten Genus, welche Dr. Baumann fand, weichen von den bekannten Arten unbedeutend, aber doch so ab, dass ich sie mit ruhigem Gewissen zu keiner derselben rechnen kann. Ich lasse vor Allem die Abbildungen sprechen (Fig. 19, 24), welche man mit den Bourguignat'schen vergleichen möge, und füge nur hinzu: Die Exemplare sind von blassgelber, gelbbrauner oder braungrauer Farbe; die Epidermis ist zumeist abgerieben, und nur wo dies nicht der Fall ist, werden 8-10, selten noch mehr orangerothe Längsstreifen sichtbar, welche parallel zu einander laufen. Diese sind dann entweder in gleichen Zwischenräumen von einander entfernt, oder es treten mehrere feinere zusammen, oder es wechseln dickere und dünnere, gröbere und feinere, mit einander ab. Die Anzahl der Umdrehungen ist 4-4½, die Naht schneidet tief ein.
Die Grösse ist sehr variabel, wie die folgende Tabelle zeigt.
Höhe des Gehäuses 6,3 6,1 6,6 6,6 6,3
Breite " " 5,0 5,0 5,1 5,1 5,0
Höhe der Mündung 5,1 5,1 5,5 5,1 5,0
Breite " " (incl. Callus) 4,6 4,6 4,0 4,5 4,0 mm u. s. w.
Das Gehäuse ist durchwegs schlanker, d. h. schmäler und dabei etwas höher, als bei Rumella globosa Bourg. (Iconogr.[48] pl. 17, Fig. 20-22 und Hist. mal.[56] p. 250).
Von Rumella Giraudi Bourg.[39] p. 90 (Iconogr.[48] pl. 17, Fig. 35-37 und Hist. mal.[45] p. 253), mit der die mir vorliegenden Exemplare viel Aehnlichkeit hätten, sind sie durch den feinen, nicht abgestumpften Apex unterschieden.
Genus Grandidieria.
Diese Lamellibranchiaten-Gattung ist im J. 1885 von Bourguignat[37] aufgestellt worden und zugleich hat der Autor sehr treffende Merkmale zur Unterscheidung von den Unioniden und Sphaeriiden angegeben. Im Jahre 1889 gibt Bourguignat[51] schon ein Verzeichniss von 23 Grandidieria-Arten, wovon freilich mehrere auf früher irrthümlich als Unio-Arten beschriebene Muscheln zurückzuführen sind.
Dr. O. Baumann nun hat mir vom Nordende des Sees eine bunte Mischung einzelner Grandidieria-Schalen (sozusagen halbe Exemplare) übergeben, welche in der Farbe[28], Grösse und Form so verschieden sind, dass es mir eine saure Arbeit schien, eine strikte Determination vorzunehmen, indem sich auch hier wieder der Gedanke aufdrängte, dass viele der Bourguignat'schen Arten durch Uebergänge mit einander verbunden sind.
In dieser Auflese Baumann's sind vertreten:
Grandidieria rotundata Bourg.
1885. Bourguignat[39] p. 98.
Grandidieria insignis Ancey.
1885. Bourguignat[41] p. 16.
Grandidieria Smithi Bourg.
1881. Unio Burtoni (non Woodward), Smith[31] P. Z. S. pl. 34. Fig. 33a.
1885. Grandidieria Smithi, Bourguignat[37] p. 7.
Grandidieria Tanganikana Bourg.
1880. Unio Tanganyicensis, Smith[27] P. Z. S. p. 351. pl. 31. Fig. 9, 9a.
1881. " " Crosse[29] J. de Conch. p. 154.
1881. " " Smith, Smith[31] P. Z. S. p. 298. pl. 34. Fig. 35.
1881. " " " Crosse[30] J. de Conch. p. 293.
1883. " " " v. Martens[33] p. 72.
1885. Grandidieria Tanganikana Bourg., Bourguignat[37] p. 7.
1885. " " " Bourguignat[29] p. 102.
Einige Schalen, auffallend durch besondere Gestalt oder Grösse, lassen sich mit keiner beschriebenen Art vereinigen, z. B. eine aussen blaugraue, innen perlmutterartig glänzende linke Schale, 28 mm lang, 18½ mm hoch und (in der Hälfte) 9 mm tief. Diese ist auffallend stark gewölbt und zeichnet sich auch dadurch aus, dass der Wirbel nach vorne gerückt ist. Ich habe sie in Fig. 31 und 35 als Grandidieria nov. sp.? abgebildet.
Fig. 18 und 28 stellt das grösste Exemplar dar; diese (linke) Schale ist 33 mm lang, 24 mm hoch und 8½ mm tief, sie dürfte verwandt sein mit der schon oben angeführten Grandidieria insignis Ancey.
Cameronia Spekei (Woodw.) Bourg.
1859. Iridina (Pleiodon) Spekii n. sp., Woodward[5] P. Z. S. p. 448, pl. 47, Fig. 2.
1866. Pleiodon Spekii Woodw., Reeve, Monogr. Pleiodon, pl. 1, Fig. 2.
1876. Iridina Spekii Woodw., Küster-Clessin, Monogr. Anodonta etc. (Conch. Cab. IX, 1). S. 232, Taf. 70, Fig. 1.
1880. Pleiodon Spekii Woodw., Smith, [27] P. Z. S. p. 350.
1879. Cameronia Spekii, Bourguignat[24] p. 43.
1881. Pleiodon (Cameronia) Spekei Woodw., Crosse[29] p. 130.
1881. " " " " Crosse[30] p. 291.
1881. Pleiodon Spekei Woodw., Smith[31] P. Z. S. p. 296, pl. 34, Fig. 31, 31a.
1883. " " " v. Martens[33] p. 71.
1883. Cameronia Spekei, Bourguignat[34] p. 19.
1885. " " Bourguignat[39] p. 106.
1886. " " Bourguignat[42] p. 67.
Die alte Woodward'sche Iridina (Pleiodon) Spekii ist im Jahre 1879 von Bourguignat[24] als erster Vertreter einer neuen Gattung, genannt Cameronia, aufgestellt worden. Zu dieser Art gehören zweifellos ein vollständig erhaltenes und ein zertrümmertes Exemplar aus der Kollection Dr. Baumann's. Ersteres ist 118 mm lang, 54 mm hoch und 34½ mm dick.
Ein drittes Exemplar vom Nordende des Tanganyika-Sees stimmt überein mit
Cameronia admirabilis Bourg.
1886. Cameronia admirabilis, Bourguignat [42] p. 69.
1888. " " Bourguignat [48] Iconogr. pl. 34, Fig. 1.
Dies ist eine der 26 Arten, welche Bourguignat späterhin unterschied [42].
Das mir vorliegende Exemplar misst 140 mm in der Länge, 62½ mm in der Höhe und 48 mm in der Breite (Dicke). Die Epidermis ist stark abgerieben.
[←] II. Zur Fauna des Nilquellgebietes und hauptsächlich des Victoria-Sees.
Im Folgenden sind die Mollusken aufgezählt, welche Dr. O. Baumann im Kagera-Nilquellgebiete, im Grumeti-Bach und in den Bächen von Ngoroïne (d. s. östliche Zuflüsse des Victoria-Sees), sowie im Victoria-See selbst aufgefunden hat.
Das Material, welches im Laufe der letzten 3 Decennien von verdienstvollen Forschern wie Speke, Hauttecœur, Guillemé, Leroy, Dr. Fischer, Dr. Emin Pascha, Dr. Stuhlmann, Hannington, Gordon u. A. im Victoria-See gesammelt worden ist, wurde in einer Reihe von Abhandlungen nach und nach bekannt gemacht. [8, 25, 34, 38, 41, 46, 54, 58, 62].
Zuletzt hat E. Smith [65, 66] die Molluskenfauna dieses grossen Wasserbeckens zusammengestellt und unter kritischer Ausscheidung derjenigen Formen, deren Vorkommen im See wegen unverlässlicher Fundortsangaben zweifelhaft erschien (Koll. Speke [8]), im Ganzen 37 Arten angeführt. Hierzu kommen aber noch zwei von diesem Autor übersehene, von Dr. von Martens [54] beschriebene Arten, Paludina constricta und Spatha subaequilatera, und nun — nach Durchsicht des Baumann'schen Materiales — möchte ich dem Verzeichnisse noch drei Arten hinzufügen: 1) die Corbicula pusilla Phil. (s. unten!), 2) eine vermuthlich neue Mutela-Art (s. unten!) und 3) die alte Olivier'sche Paludina unicolor, welche sich in einer Varietät im Kagera-Nilquellgebiete findet und in jungen Exemplaren (?) auch aus dem Victoria-See selbst von Dr. Baumann gebracht wurde (Abbildung und Beschreibung der letzteren siehe unten!). Dohrn [8] hat zwar Anno 1864 Paludina unicolor Oliv. vom Victoria-See angeführt, Smith aber lässt in seinem Verzeichnisse diese Art absichtlich — aus dem oben genannten Grunde — aus.
Die Muscheln aus Ngoroïne und dem Grumetibache sind neue Spatha-Arten.
Paludina victoriae Smith.
Fig. 5.
1890. Paludina sp. n., Smith [58] Ann. Mag. p. 149.
1892. Viviparus victoriae, Smith [65] Ann. Mag. p. 124. pl. 12. fig. 8-10.
Das einzige mir vorliegende, vollständig gebleichte, in der Mündung etwas mangelhafte Exemplar aus dem Victoria-See misst 24,2 mm in der Höhe, 15,5 mm in der Breite. Die Mündung ist 10 mm hoch, 9 mm breit. Die Grössenverhältnisse würden also zu der von E. v. Martens beschriebenen Paludina constricta ([54] S. 56, Taf. 41, Fig. 7) auffallend stimmen, und auch Gestalt und Skulptur sind annähernd so, wie sie Prof. v. Martens in seiner Diagnose angiebt. Da aber der über der Naht stehende und bis zur Mündung reichende Kiel auffallend stark entwickelt ist und vortritt, und ferner über diesem, etwa in der Mitte des Umganges, ein zweiter, aber zarter Kielstreifen läuft, sehe ich mich veranlasst, das Baumann'sche Exemplar zu Smith's Viviparus victoriae zu rechnen und zwar speciell auf die in Smith's Abhandlung [65] in Fig. 10 abgebildete var. a zu beziehen, obwohl dieses Exemplar bedeutend niedriger ist. Sollte sich einmal herausstellen, dass die Arten victoriae und constricta zusammenfallen, so hätte der Martens'sche Name das Prioritätsrecht. Nahe verwandt damit scheinen mir auch die von E. v. Martens beschriebenen, aber noch nicht abgebildeten Arten phtinotropis und trochlearis zu sein (siehe Martens [62] S. 17-18).
Paludina (?) rubicunda v. Martens
Fig. 2, 3, 4.
1879. Paludina rubicunda n. sp. Martens [25] S. 104.
1888. Paludina unicolor var. Smith [47] P. Z. S. p. 53.
1892. Viviparus rubicunda Martens, Smith [65] P. Z. S. p. 123, pl. 12, Fig. 3.
Die 4 Exemplare, welche Dr. Baumann im Victoria-See gesammelt hat, und wovon hier die 3 grössten abgebildet sind, zeigen sehr verschiedene Proportionen, wie die folgende Uebersicht ergibt.
Höhe des Gehäuses 28,0 26,0 22,0 19,7
Breite des Gehäuses 18,5 16,6 14,3 13,3
Höhe der Mündung 12,7 10,4 10,0 10,4
Breite der Mündung 10,0 9,0 8,2 8,2 mm
Durch das Fehlen jedweder Kante an den Umgängen des Gehäuses ist die Zugehörigkeit der Exemplare zu P. rubicunda sehr wahrscheinlich; aber auch der Paludina Abyssinica von Martens (siehe [10] Mal. Bl. XIII. S. 97, Taf. 3, Fig. 7) stehen sie nahe.
Paludina unicolor Oliv. (juv?)
Fig. 8, 9.
cf.
1804-1812. Cyclostoma unicolor, Olivier [1] Voyage emp. ott. II. p. 39, Ausg. 8° III p. 68, Atlas II. pl. 31, Fig. 9.
1852. Paludina unicolor, Olivier, Küster, Monogr. Paludina etc. (Conch. Cab. I. 21.) S. 21, Taf. 4, Fig. 12, 13.
1852. Paludina biangulata, Küster, Monogr. Paludina etc. (Conch. Cab. I. 21) S. 25, Taf. 5, Fig. 11, 12.
1865-1866. Paludina unicolor Oliv., Martens [10] Mal. Bl. XII. S. 202 und XIII. S. 97.
1874. Vivipara unicolor, Oliv., Jickeli [19] S. 235. Taf. 7. Fig. 30.
1883. Vivipara unicolor, Oliv., Bourguignat [35] p. 130
etc. etc.
TAFEL XXIV

Unter diesem Namen führe ich fünf Exemplare aus dem Victoria-See an, welche mir bei der Bestimmung besondere Schwierigkeiten bereiteten. Ihre Dimensionen sind die folgenden:
Höhe des Gehäuses 18,1 12,6 14,5 14,2 12,6
Breite " " 13,2 10,0 11,1 11,1 10,1
Höhe der Mündung 9,3 7,0 8,3 7,7 7,3
Breite " " 7,3 5,7 6,3 6,0 5,7 mm.
(Fig. 9) (Fig. 8)
Anfangs glaubte ich vermuthen zu müssen, dass E. v. Martens solche Exemplare wie diese vorgelegen sein mögen, als er Paludina capillata Frnfld. aus dem Victoria-See anführte (siehe [25] S. 104 »nur junge Exemplare mit zwei deutlichen Kanten«), aber ich kam bald von dieser Idee ab, indem ich fand, dass die Frauenfeld'sche Abbildung der Vivipara capillata aus dem Nyassa-See ([9], S. 533. Taf. 22) gar zu wenig auf die mir vorliegenden Exemplare passt; und zweitens sind nach Smith's Auslegung ([65] P. Z. S. p. 124) die Martens'schen jungen capillata-Exemplare zu victoriae Smith zu ziehen — und also müsste es auch mit den hier zu besprechenden Exemplaren geschehen, was mir aber wenig plausibel erscheint.
Viviparus jucundus Smith ([65] p. 124. pl. 12. Fig. 6) steht in der Abbildung wie in der angegebenen Grösse unseren Exemplaren sehr nahe, in der sonstigen Beschreibung jedoch wieder nicht. Mit der Küster'schen Art biangulata (Küster, Monogr. Paludina im Conch. Cab. I, 21. S. 25. Taf. 5. Fig. 11, 12) aber, welche von E. v. Martens ([10] Mal. Bl. XII. S. 203) für unicolor juv. erklärt worden ist, haben die von Dr. Baumann gesammelten Stücke unverkennbare Aehnlichkeit.
Paludina unicolor Oliv., nov. var?
Fig. 16, 27.
Dr. Baumann sammelte im Kagera-Nilquellgebiete 6 Stück einer zweifellos mit unicolor Oliv. verwandten, daher von mir vorläufig als eine Varietät von dieser bezeichneten Paludina-Form. Die Gehäuse sind leider stark gebleicht, besitzen einen engen, schwach gedeckten Nabel und setzen sich aus 6½, durch eine tiefe Naht getrennten Windungen zusammen. An der Oberseite der Umgänge läuft ein Kiel und unter diesem Spuren von 1-2 Längsrippen; nur an den Embryonalwindungen sowie an dem letzten Umgange, also vor der Mündung, fehlen diese Merkmale. Am deutlichsten sind die Rippen an der vierten Windung (vom Apex an gerechnet), d. h. hier bemerkt man eine Anzahl parallel laufender Längsstreifen.
Kleinstes und grösstes Ex.
Höhe des Gehäuses 21,0 26,0
Breite " " 16,0 20,5
Höhe der Mündung 11,5 13,2
Breite " " 9,2 10,3 mm.
Ampullaria Gordoni Smith.
Fig. 33.
1892. Smith [66] Ann. Mag. p. 382.
In der hier citirten Abhandlung beschreibt E. Smith zwei Ampullarien-Arten aus dem Victoria-See; die eine (Amp. nyanzae) ist eine Riesenform, indem sie 115 mm misst, und wurde von Rev. E. Cyril Gordon am Südende des Victoria-Sees gefunden; die andere, ebenfalls von Gordon gesammelt, jedoch nur in einem Exemplar, ist bedeutend kleiner (54 mm hoch) und unterscheidet sich von jener durch einen engeren Nabel und die weitere Mündung. Zu dieser letzteren Art, der Ampullaria Gordoni, gehören vermuthlich die 11 leider schlecht erhaltenen Stücke, welche Dr. Baumann vom Victoria-See gebracht hat. Eines von diesen ist 56 mm hoch und 48 mm breit und seine Mündung 45 mm hoch und 29 mm breit, die übrigen variiren in der Höhe zwischen 31 und 44 mm, in der Breite zwischen 26 und 35 mm. Die Höhe der Mündung ist in der Regel ungefähr gleich der Breite des Gehäuses. Der Nabel ist zur Hälfte von der Spindel bedeckt, die Farbe des Gehäuses aussen dunkelolivgrün, innen purpurroth bis braunroth; hauptsächlich am letzten Umgange laufen aussen zahlreiche dunkle Spiralbänder, welche entweder scharf getrennt von einander sind oder zu breiteren Bändern zusammenfliessen; dieselben scheinen nach innen durch.
Melania tuberculata Müller var.
1879. Melania tuberculata Müller var., Martens [25] S. 104.
1883. " " Mllr., Bourguignat [34] p. 4.
1892. " " Mllr. var., Smith [65] P. Z. S. p. 123.
Von dieser aus dem Victoria-See schon lange bekannten und immer schlechtweg als var. bezeichneten Lokalform der kosmopolitischen Melania tuberculata Mllr. brachte Dr. Baumann 10 Exemplare.
Corbicula pusilla Phil.
Cyrena pusilla Parr. in collect.
1847. " " " , Philippi [2] Bd. II, S. 78. Taf. 1, Fig. 7.
1848. " Africana var. β. albida, Krauss [3] S. 9.
1866. " pusilla, Martens [10] Mal. Bl. XIII, S. 15.
" " Phil., Reeve, Monogr. Cyrena. pl. 12, Fig. 57a, b.
1874. Corbicula pusilla, Jickeli [19] S. 288. Taf. 11, Fig. 11, 12.
1879. " albida Krss., Clessin, Monogr. Cycladeen (Conch. Cab. IX, 3) S. 156. Taf. 27, Fig. 25-26.
Diese Art ist bisher im Victoria-See nicht konstatirt worden. Die Exemplare, welche von Dr. Baumann von dort gebracht wurden, sind jedoch so ähnlich den in Jickeli's grossem Werk abgebildeten und beschriebenen Exemplaren, dass ich die obige Bestimmung ruhig hier publicire. In der Grösse variiren sie, wie folgt:
Breite der Schale 6,3 7,6 8,1 8,0 9,7
Höhe " " 6,0 7,0 7,4 7,2 9,0
Dicke " " 4,1 4,8 5,0 4,9 6,2 mm.
Die Farbe der Schalen ist aussen hell- oder dunkelgelb, innen weiss bis schwach violett. Die Rippen sind deutlich, die Wirbel stets abgerieben.
Das Verfahren von Prof. Krauss [3], diese Art mit der folgenden unter dem Namen Africana zu vereinigen, hat zwar später keinen Anklang gefunden, ist aber doch empfehlenswerth. Dr. Baumann hat, wie es scheint, die beiden Formen an einer Stelle des Victoria-Sees gesammelt.
Corbicula radiata Phil.
Cyrena radiata Parreyss in collect.
1847. " " " , Philippi [2] Bd. 2, S. 78. Taf. 1, Fig. 8.
1848. " Africana var α. olivacea, Krauss [3] S. 8. Taf. 1, Fig. 8.
1866. " radiata Phil., Martens [10] Mal. Bl. XIII, S. 15.
" " juv., Reeve, Monogr. Cyrena, pl. 13, Fig. 47c.
1873. Corbicula radiata Phil., Jickeli [17] Mal. Bl. XX, S. 111.
1874. " " " Jickeli [19] S. 287. Taf. 11, Fig. 10.
1879. " " Parr., Clessin, Monogr. Cycladeen (Conch. Cab. IX, 3) S. 162. Taf. 28, Fig. 16-18.
1879. Corbicula radiata Phil., v. Martens [25] S. 105.
1890. " " Parr., Smith [58] p. 149.
1892. " " " Smith [65] p. 126.
Es liegen mir aus dem Victoria-See bloss einzelne stark gebleichte Schalen vor, welche ihre Zugehörigkeit zu Corb. radiata Phil. (Parr.) durch den rosig angehauchten Wirbel und ihre intensivere violette Färbung im Innern verrathen.
Grössenproportionen für
linke Schalen 10,9 12,1 mm breit
9,7 11,1 mm hoch
und für rechte Schalen 10,8 12,1 14,0 12,8 mm breit
9,7 10,4 12,3 11,7 mm hoch.
Unio Edwarsianus Bourg.
1883. Bourguignat [34] p. 12, Fig. 7-9.
Dr. Baumann brachte ein einziges Exemplar dieser Art aus dem Victoria-See. Dasselbe ist 22,6 mm lang, 14,4 mm hoch und 11 mm dick.
Unio Hauttecœuri Bourg.
1883. Bourguignat [34] p. 3, Fig. 1-3.
Von dieser — ebenso wie die vorige — bloss im Victoria-See vorkommenden, also für ihn charakteristischen Art liegen nur 3 Stücke vor, wovon das grösste 28,5 mm in der Länge, 21,2 mm in der Breite und 15 mm in der Dicke misst.
Mutela nov. sp.?
Fig. 30, 34.
Die hier zu besprechende linke Schale aus dem Victoria-See vermochte ich mit keiner der bisher bekannt gewordenen Arten aus dem genus Mutela, in dessen Formenkreis sie jedenfalls zu gehören scheint, zu identificiren. Vielleicht aber fällt sie mit M. diaphana (Bourguignat in sched. 1875) zusammen, einer Art, die leider weder schon beschrieben, noch irgendwo abgebildet ist, nach Bourguignat aber im ganzen Lauf des Nil vorkommt (op. c. [34] p. 5).
Die Schale ist 62,6 mm lang, 26,5 mm hoch und 8,5 mm dick; in der Wirbelgegend ist sie stark abgerieben, die Farbe von dunkelbraungrün gegen den Hinterrand in ein helles kastanienbraun übergehend; Jahresringe ziemlich deutlich; Innenseite dunkel perlmutterglänzend; hinterer Muskeleindruck schärfer als der vordere. Das Schloss ist eine lange, scharfe Kante. Ueber die allgemeine Gestalt mögen die Figuren Aufklärung geben.
Spatha Baumanni n. sp.
Fig. 38.
Das Exemplar, welches ich mit diesem Namen belege, wurde von Dr. Baumann am 4. März 1892 im Grumeti-Bach, welcher von der Ostseite des Victoria-Sees her in diesen einmündet, gesammelt. Es ist 107 mm lang, 58 mm breit und 32 mm dick. Die Farbe ist rings um den stark abgewetzten, weisslichen Wirbel gelbbraun und geht nach dem Rande hin allmählich in ein kastanienbraun über; innen ist die Muschel schön rosenroth (rosa) gefärbt. Indem der Vorderrand abgerundet ist und der Dorsalrand in den Hinterrand ohne stark merklichen Winkel und ohne zuerst aufwärts zu ziehen, übergeht, ferner die Rundung auch nach unten schön geschlossen und der Unterrand nicht eingebogen ist, weicht diese Form von der Spatha Hartmanni v. Martens ab (vgl. Jickeli [19] S. 263, Taf. 8, Fig. 2; Martens [10] Mal. Bl. XIII, S. 10; Conch. Cab. IX. 1, S. 190, Taf. 61, Fig. 2, 3).
Nach einer brieflichen Mittheilung des Herrn Prof. E. von Martens ist die hier kurz beschriebene Spatha-Art und die folgende von den bisher bekannten Formen so verschieden, dass es gerechtfertigt erscheint, beide mit neuen Namen zu belehnen.
Spatha Martensi n. sp.
Fig. 39.
Aus einem der Bäche von Ngoroïne, ebenfalls einem östlichen Zuflusse des Victoria-Sees, stammt eine einzige rechte Schale, welche, wie die Abbildung bekräftigen möge, zwischen Spatha Caillaudii v. Martens[29] und Spatha Hartmanni v. Martens steht.
Sie misst 137 mm in der Länge, 77 mm in der Höhe und 21 mm in der Tiefe und fällt durch den stark ausgezogenen und nach abwärts gekrümmten Hinterrand auf. Der Wirbel ist stark ausgefressen und auch im Uebrigen die Aussenseite durch Eindrücke, die wahrscheinlich von den Eingeborenen herrühren, verunziert. Die Farbe ist dunkelbraun.
Aetheria elliptica Lam.
1880. Aetheria elliptica, Lam. Annales du Mus. vol. X, p. 401, pl. 29 und pl. 31, Fig. 1.
1825. " " Lam., Blainville, Man. Malacol. p. 543, pl. 70 bis Fig. 2.
" " Lam., Sowerby, Conch. Icon. Fig. 1a, 1b.
1880. " " Lam., Smith[27] P. Z. S. p. 352.
1881. " " Lam., Crosse[29] J. de Conch. p. 136.
1881. " " Lam., Crosse[30] J. de Conch. p. 295.
1882. " " Lam., Smith[66] p. 381.
Smith schreibt in seiner jüngsten Abhandlung[66] p. 381: »In addition to the above species Mr. Gordon also obtained the Aetheria elliptica from the Nile and the Ripon Falls. This species was found at the southern part of Lake Victoria by the late Bishop Hannington« und stellt damit das Vorkommen dieser interessanten »Süsswasserauster« auch im Victoria-See fest. 3 Exemplare, welche Dr. Baumann von dort gebracht hat, bestätigen diese Angabe. Sie messen 8-9 cm in der Länge und 6-7 cm in der Höhe. Innen an der Perlmutterschicht bemerkt man zahlreiche, oft geplatzte Blasen. Die Muskeleindrücke und der Mantelrand sind ziemlich deutlich, die ersteren aber nicht tief.
[←] III. Ueber die Fauna des Manyara-Sees.
Aus dem von Dr. Baumann entdeckten Manyara-See, der im südlichen Theil des grossen ostafrikanischen Grabens, westlich vom Kilimanjaro gelegen ist, liegen 5 Arten vor. Dieselben sind echte Süsswasserformen und ihr Vorkommen in dem stark salzigen Wasserbecken ist daher sehr auffallend. Einen Schluss auf die Herkunft der Manyara-Fauna aber, welcher für die Graben-Theorie interessant gewesen wäre, lässt das vorliegende Material nicht zu. Die hier gefundene Ampullaria ovata Oliv. z. B. ist eine im Nil- und Nilquellgebiet weitverbreitete Art, findet sich aber auch im Tanganyika-See; das Gleiche gilt von der Planorbis sudanicus v. Martens, welche im Manyara-See nur etwas grösser wird (var. magna s. unten).
Lanistes affinis Smith, zu der ich die Manyara-Form als Varietät stelle, ist ausserdem auch in den Landschaften südlich vom Victoria-See, in Unyamwesi verbreitet und kommt auch im Nyassa-See vor.
Von den 2 Paludina-Arten schliesslich, welche Dr. Baumann gefunden hat, ist die kleinere eine vermuthlich neue, für den See charakteristische Art. Die grössere lässt, wiewohl sie mit einer im Kagera-Nilquellgebiet vorkommenden auffallend ähnlich gestaltet ist, keinen sicheren Schluss auf die Provenienz zu, weil sie als Varietät einer sehr weit verbreiteten Art, der Paludina unicolor Oliv. oder wenigstens als sehr nahe mit dieser verwandt angesehen werden muss.
Ueber die hier im Voraus genannten 5 Arten des Manyara-Sees lasse ich nun die näheren Angaben folgen.
Planorbis Sudanicus v. Martens var. magna mihi.
Fig. 10, 14, 29.
(Literatur über Planorbis Sudanicus v. Martens, siehe im Kapitel I.)
Die mir vorliegende Reihe aus dem Manyara-See enthält Exemplare von sehr wechselnder Grösse, wie die Beispiele hier zeigen sollen:
Höhe des Gehäuses 7,0 6,3 5,8 5,0 5,0 4,0
Breite (Diam.) des Gehäuses 21,4 20,5 18,6 16,4 15,0 13,2 mm.
Anzahl der langsam und regelmässig anwachsenden, gerundeten Umgänge 5, 5½ oder 6.
Die Oberseite ist bei den grösseren Stücken weniger concav als bei den kleineren, die Unterseite aber meist stark ausgehöhlt. Farbe des Gehäuses blassgelb.
Von dem Typus von Sudanicus v. Mart. sind die Exemplare des Manyara-Sees also bloss durch die beträchtliche Grösse unterschieden.
Ampullaria ovata Oliv.
(Synonymie siehe im Kapitel I.)
Lauter gebleichte Exemplare, meist mit gebrochenem Mundrand.
Höhe des Gehäuses 46 49 45 40
Breite " " 39 38 37 34½
Höhe der Mündung 33½ 33 32 29
Breite " " 23½ 24 22½ 21 mm u. s. w.
Lanistes affinis Smith var. Manyarana mihi.
Fig. 32.
confer.
1877. Lanistes affinis sp. nov. Smith [22] P. Z. S. p. 716, pl. 74, Fig. 7.
1881. " " Smith, Smith [31] P. Z. S. p. 290, pl. 34, Fig. 23.
1889. Meladomus affinis Bourguignat [50] p. 175.
1891. Lanistes affinis E. Smith v. Martens [59] S. 17.
Es ist wieder nur ein einziges Exemplar, welches ich bei der folgenden kurzen Beschreibung berücksichtigen kann. Dasselbe ist 32 mm hoch und 31 mm breit, seine Mündung 22 mm hoch und 18 mm breit. Die Breite des Gehäuses ist also nicht viel geringer als die Höhe. Die Umgänge, in der Fünfzahl vorhanden, nehmen allmählich an Breite zu. Die Mündung ist ohrförmig, die Columella schlägt sich schwach über den sonst weiten Nabel.
Die nahe Verwandtschaft des Exemplares mit Lanistes affinis Smith aus dem Nyassa-See mögen die oben citirten Abbildungen und Beschreibungen bezeugen. Leider lässt sich in Folge des gebleichten und abgeriebenen Zustandes weder mehr die Farbe (die charakteristische orangegelbe Binde unterhalb der Naht) noch die Skulptur genau erkennen.
Dr. von Martens ([59] S. 17) führt die Smith'sche Art affinis aus Unyamwesi an (leg. Dr. Stuhlmann und Emin Pascha) und seine Grössenangaben stimmen mit den Proportionen des Exemplares aus dem Manyara-See ziemlich genau überein.
Paludina unicolor Oliv. nov. var.?
Fig. 7, 12, 22.
(Literatur über Pal. unicolor Oliv. siehe in Kapitel II.)
Die hier zu besprechenden Exemplare aus dem Manyara-See sind auffallend ähnlich denen aus dem Kagera-Nilquellgebiete, welche ich bereits oben (in Kapitel II.) angeführt habe.
Die Farbe des Gehäuses ist verblasst, der Apex abgenagt, die Anzahl der Windungen daher nicht genau festzustellen. Ueber die Windungen läuft eine kielartige Rippe und unter dieser liegen noch 2 Rippenspuren, von denen jedoch die unterste in die Naht einbezogen ist, d. h. deren Begrenzung bildet. Im Uebrigen ist die Skulptur unkenntlich.
Maasse des grössten und kleinsten Exemplares:
Höhe der Schale 23,0 16,5
Breite " " 18,5 13,4
Höhe der Mündung 13,0 9,5
Breite " " 10,0 7,4 mm.
Paludina nov. sp.?
Fig. 12, 17, 23, 25.
Diese zweite Paludina-Form aus dem Manyara-See, welche Dr. Baumann in einigen Exemplaren gesammelt hat, ist kleiner als die vorige und mehr vorn gespitzt, kegeliger Gestalt. An der Schale lassen sich mehr oder weniger deutliche Querstreifen und hier und da eine Spur eines oberen oder unteren Kielstreifens erkennen. Der Nabel ist ritzförmig, die Anzahl der Windungen beträgt 6½. Die Proportionen wechseln folgendermaassen:
Höhe des Gehäuses 15,9 16,3 13,6
Breite " " 11,1 12,0 10,0
Höhe der Mündung 7,5 8,0 6,5
Breite " " 6,0 6,5 5,5 mm.
Es ist mir weder in der Literatur noch in dem Material des hiesigen Hofmuseums eine Paludina-Art untergekommen, mit welcher die hier beschriebene zu vergleichen wäre. Ich vermuthe also in dieser eine neue Art und habe nur wegen der geringen Anzahl und der relativ schlechten Konsistenz der vorliegenden Repräsentanten davon abgesehen, ihr einen definitiven Namen zu geben.
[←] IV. Landschnecken.
An dieser Stelle sind nur einige wenige Arten zu besprechen, darunter aber eine neue, Succinea Baumanni mihi.
Limicolaria Martensiana Smith.
1880. Achatina (Limicolaria) Martensiana sp. nov. Smith [27] P. Z. S. p. 345, pl. 31, Fig. 1, 1a.
1881. " " " Smith, Crosse [30] J. de Conch. p. 297.
1883. Limicolaria Martensiana Smith, v. Martens [33] S. 71.
1885. " " " Grandidier [38] p. 162.
1889. " " " Bourguignat [50] p. 104.
Dr. Baumann hat diese schöne Schnecke am Nordende des Tanganyika-Sees gesammelt. Es liegen mir mehr als ein Dutzend Schalen vor, von denen nur eine kleine Auswahl die lebhaft gescheckte Färbung aufweist, während die übrigen gebleicht sind.
Die Gehäuseproportionen bewegen sich in geringen Abweichungen um die von Smith [27] angegebenen Maasse. Das grösste Exemplar misst 44 mm in der Länge und 18,4 mm in der Breite, und seine Mündung ist 17,5 mm hoch und 9,5 mm breit.
Limicolaria rectistrigata Smith.
1880. Achatina (Limicolaria) rectistrigata, Smith [27] P. Z. S. p. 346, pl. 31, Fig. 2.
1881. " " " Smith [31] P. Z. S. p. 284, pl. 33, Fig. 14a (non 14!).
1885. Limicolaria rectistrigata, Grandidier [38] p. 160-162.
1885. " " Bourguignat [39] p. 23.
1889. " " Bourguignat [50] p. 103.
Grandidier ([33] p. 160) hat bekanntlich den von E. Smith [31] pl. 33, Fig. 14 u. 14a abgebildeten rectistrigata-Formen andere Artnamen beigelegt, sie nämlich Burtoniana (Fig. 14) und Bridouxi (Fig. 14a) genannt. Ich glaube nun, dass sich zwar Burtoniana Grand. von ihrem Vis-à-vis, der Bridouxi, wie von der »echten« rectistrigata (Smith [27] P. Z. S. pl. 31, Fig. 2) scharf trennen lässt, dass aber die beiden letzten, Bridouxi Grand. und rectistrigata Smith, Synonyme bleiben.
Die von Dr. Baumannn am Nordende des Tanganyika-Sees gesammelten Exemplare stehen, hauptsächlich was die Grössenverhältnisse (s. unten) anlangt, zwischen diesen beiden letztgenannten Arten, und ich wählte daher ungescheut den älteren Namen rectistrigata Smith für die Aufschrift.
Höhe des Gehäuses 37,1 38,0 36,2
Breite " " 16,0 16,0 16,5
Höhe der Mündung 16,0 14,0 15,0
Breite " " 8,7 8,5 9,0 mm u. s. w.
Limicolaria rectistrigata Smith var. minor mihi.
(Fig. 36, 37.)
Diese kleine Form der rectistrigata liegt mir in einer grösseren Anzahl aus der Umgebung des Victoria-Sees vor. In Folge des gebleichten Zustandes sind bei den meisten Exemplaren von den Bändern nur mehr Spuren sichtbar. Die Grösse ist variabel:
Höhe des Gehäuses 36,0 35,1 29,5 29,5 29,3 29,0
Breite " " 14,7 15,0 14,1 14,0 14,5 13,0
Höhe der Mündung 13,5 14,0 12,3 12,5 12,0 12,0
Breite " " 8,2 8,0 6,7 7,3 6,5 7,0 mm
(inkl. Columellarausschlag).
Die Limicolarien aus der Nyarasa-Steppe, gesammelt von Dr. Baumann im Juni 1892, sind gänzlich gebleicht und dürften theils zu L. rectistrigata Smith theils zu L. Martensiana Smith gehören.
Die am Manyara-See gefundene Limicolarien, gleichfalls schlecht erhalten, erinnern an die Art Heugliní v. Martens (confer [10] Mal. Bl. XIII., S. 94, Taf. 4, Fig. 1-4).
Succinea Baumanni mihi.
(Fig. 1, 6, 11, 15, 20, 21, 26.)
Testa ovato-conica, solida, vix pellucida; anfractus 4-4½, sutura profunda separati, primi subtiliter striati, ultimus rugis et striis instructus; apertura ovalis, altitudinis ⅝ vel ⅔ aequans.
Alt. 13-21,4 mm, diam. 7,1-12,5 mm. Apert. 8,5-14,5 mm alta, 5-9 mm lata.
Mögen die beigegebenen Abbildungen, sowie die hier noch folgenden Bemerkungen dazu dienen, die vorstehende lateinische Diagnose zu ergänzen, und so eine vollständige Vorstellung der neuen Art ermöglichen.
Succinea Baumanni liegt mir von zwei Fundorten vor:
1) aus der Nyarasa-Steppe; in vielen Exemplaren im Juni 1892 gesammelt, davon etwa 2 Dutzend gut erhalten (die Farbe ist allerdings bei allen gebleicht).
Hinsichtlich der Gestalt, respektive der Grössenverhältnisse lassen sich diese Exemplare in zwei Reihen stellen.
In die erste Reihe, welche relativ breite Exemplare umfasst, gehören beispielsweise die Stücke folgender Dimensionen:
Höhe des Gehäuses 18,0 17,0 16,3 16,0 15,5 15,1 14,0 13,5
Breite " " 11,0 10,4 9,4 9,5 9,2 8,5 8,4 7,9
Höhe der Mündung 12,3 11,2 10,6 11,0 10,0 10,0 8,8 8,4
Breite " " 7,8 7,0 6,8 6,4 6,0 6,0 5,8 5,0 mm.
Dividirt man das Maass der Höhe durch das Maass der Breite, so erhält man eine Verhältnisszahl, welche hier 1,6-1,7 beträgt.
In die zweite Reihe, zu den relativ schmäleren Exemplaren, gehören die folgenden, im Allgemeinen grösseren:
Höhe des Gehäuses 21,2 19,3 18,4 18,2 17,6 17,0 17,3 14,2 14,0
Breite " " 11,3 10,3 9,6 10,0 10,0 10,0 10,1 7,3 8,4
Höhe der Mündung 12,7 12,0 11,5 11,5 11,1 11,2 11,1 9,0 8,8
Breite " " 7,5 7,0 6,5 6,5 6,5 6,5 6,8 5,0 5,8 mm.
Fig. 6, 20. Fig. 11, 21.
Hier erhält man als Verhältnisszahl (Höhe:Breite) 1,7-1,9.
In Fig. 1 ist ein Exemplar mit ausnahmsweise hoher Mündung abgebildet (Höhe der Grösse 21,4, Breite 12,5 mm; Höhe der Mündung 14,5, Breite derselben 9 mm).
2) aus dem Kagera-Nilquellgebiet; Exemplare in geringer Anzahl und schlechtem Zustande.
Höhe des Gehäuses 19,3 17,2 16,4 16,0
Breite " " 11,0 9,0 9,2 9,3
Höhe der Mündung 12,4 11,5 11,0 11,1
Breite " " 7,5 6,5 6,4 6,7 mm
Fig. 15, 26.
Diese Exemplare sind ähnlich denen der zweiten Reihe aus der Nyarasa-Steppe.
Succinea Baumanni ist mit der von Prof. Krauss[3] S. 73 vom Limpopo-Fluss angegebenen Succinea amphibia Drap. var. Africana (= Succinea Africana Bourg. [4] Amen. I, p. 136) nahe verwandt. Leider existirt von dieser keine Abbildung und keine ausreichende Beschreibung.
Aus einigen der eingetrockneten Exemplare Dr. Baumann's war es mir noch möglich, die Radula und die Kieferplatte herauszupräpariren. Diese letztere ähnelt sehr auffallend dem Kiefer von S. elegans (vide Hazay, Molluskenfauna von Budapest, Taf. 6, Fig. 12, 13, 16 und Taf. 9, Fig. 8).
[←] Uebersicht der von Dr. Baumann gesammelten Mollusken.
a) Süsswasser-Mollusken.
1. Planorbis Sudanicus v. Martens Nordende des Tanganyika-Sees.
2. Neothauma Tanganikum Grand " "
3. Ampullaria ovata Oliv. " "
4. Paramelania nassa Woodw. " "
5. Rumella nov. sp.? (aff. globosa Bgt. et Giraudi Bgt.) " "
6. Grandidieria rotundata Bourg. " "
7. " insignis Ancey. " "
8. " Smithi Bourg. " "
9. " Tanganikana Bgt. " "
10. " nov. sp.? " "
11. Cameronia Spekei (Woodw.) Bgt. " "
12. " admirabilis Bourg. " "
13. Paludina victoriae Smith Victoria-See.
14. (?) " rubicunda v. Martens "
15. " unicolor Oliv. juv. (?) "
16. Ampullaria Gordoni Smith "
17. Melania tuberculata Mllr. var. "
18. Corbicula pusilla Phil. "
19. " radiata Phil. "
20. Unio Edwardsianus Bourg. "
21. " Hauttecœuri Bourg. "
22. Mutela nov. sp.? "
23. Aetheria elliptica Lam. "
(ad 15) Paludina unicolor Oliv. nov. var.? Kagera-Nilquellgebiet.
24. Spatha Baumanni Stur. Grumeti-Bach.
25. Spatha Martensi Stur. Ngoroïne-Bach.
(ad 1) Planorbis Sudanicus v. Martens var. magna Stur. Manyara-See.
(ad 3) Ampullaria ovata Oliv. "
26. Lanistes affinis Smith var. Manyarana Stur. "
(ad 15) Paludina unicolor Oliv. nov. var.? "
27. Paludina nov. sp.? "
b) Land-Mollusken.
28. Limicolaria Martensiana Smith Nordende des Tanganyika-Sees.
29. " rectistrigata Smith " "
(ad 29) " " Smith var. minor Stur. Umgebung des Victoria-Sees.
30. Succinea Baumanni Stur. Nyarasa-Steppe und Kagera-Nilquellgebiet.
[←] Verzeichniss der benutzten einschlägigen Literatur[30].
Material gesammelt von:
[1] 1804- 12. Olivier, G. A.: Voyage dans l'empire ottoman, l'Egypte et la Perse. Tome III et Atlas.
[2] 1842- 51. Philippi, Dr. R. A.: Abbildungen und Beschreibungen neuer oder wenig gekannter Conchylien. Bd. I-III. Mit vielen Tafeln. 4°. (Cassel, Fischer.)
[3] 1848. Krauss, Ferdinand: Die südafrikanischen Mollusken. (Stuttgart, Ebner & Seubert.) 4°. 140 S. 6 Taf.
[4] 1856- 60. Bourguignat, J. R.: Amenités malacologiques. Tome I et II. 8°. (Paris, Baillière.) [Rev. et Mag. de Zool. 1853-1860.]
† [5] 1859. Woodward, S. P.: On some new Freshwater Shells from Central Africa. [Proc. Zool. Sec. London part XXVII, p. 348-350, pl. XLVII.] Capt. Speke.
[6] 1859. Martens, E. v.: Verzeichniss der von Prof. Peters in Mossambique gesammelten Land- und Süsswasser-Mollusken. [Mal. Blätter, 6. Band, S. 211-221.]
[7] 1864. Lea, Isaac: Descriptions of six new species of Unionidae from Lake Nyassa, Central Africa etc. [Proc. Acad. Nat. sc. Philadelphia 1864, p. 108-109.] Dr. John Kirk.
๐ [8] 1864. Dohrn, H.: List of the shells collected by Captain Speke during his second journey through Central Africa. [Proc. Zool. Soc. London 1864, p. 116-118.] Speke.
[9] 1865. Frauenfeld, Georg R. v.: Zoologische Miscellen V. [Verh. zool. bot. Ges. Wien Bd. XV, S. 525-536. Taf. VIII-XI und XXII.] Vivipara- Arten aus dem Nyassasee, leg. Dr. Kirk.
[10] 1865- 66. Martens, Ed. v.: Uebersicht der Land- und Süsswasser-Mollusken des Nil-Gebietes. [Mal. Blätter XII, S. 177-207; XIII, S. 1-21 und S. 91-102]
[11] 1866. Lea, Isaac: New Unionidae, Melanidae etc. chiefly of the United States. [Journ. Acad. Nat. sc. Philadelphia VI, p. 5-65, pl. 1-21.]
[12] 1866. Adams, Henry: List of the shells collected by Samuel White Baker Esq. during his recent explorations in Central Africa. [Proc. Zool. Soc. p. 375-376.] Baker.
[13] 1867. Martens, E. v.: Ueber einige Muscheln des oberen Nilgebietes. [Mal. Blätter XIV, S. 17-20]
[14] 1868. Morelet, Arthur: Mollusques terrestres et fluviatiles (Voyage du Dr. Friedrich Welwitsch dans les royaumes d'Angola et de Benguella, Afr. équinoxiale). 4°. 102 p. 9 pl. (Paris, Baillière et fils.)
[15] 1870. Martens, E. v.: Conchylien aus dem oberen Nilgebiet (Gazellenfluss). [Mal. Blätter XVII, S. 32-36.] Dr. Schwein- furth.
[16] 1872. Morelet, Arthur: Notice sur les coquilles terrestres et d'eau douce recueillies sur les côtes de l'Abyssinie. [Ann. Mus. Civ. Stor. Nat. Genova III, 1872.]
[17] 1873- 74. Jickeli, C. F.: Reisebericht. [Mal. Blätter XX, S. 1-20, S. 109-151; XXI, S. 81-109.]
[18] 1873. Jickeli, C.F.: Diagnosen neuer Mollusken meiner Reiseausbeute. [Mal. Blätter XX, S. 99-108.]
[19] 1874. Jickeli, Carl F.: Fauna der Land- und Süsswasser-Mollusken Nord-Ost-Afrikas. [Verh. kais. Leop.-Carol. D. Akad. Naturf. Dresden, Band 37, S. 1-350. Taf. 1-11.]
[20] 1874. Martens, Ed. v.: Zusammenstellung der von Dr. Georg Schweinfurth in Afrika gesammelten Land- und Süsswasser-Conchylien. [Mal. Blätter XXI, S. 37-46.]
[21] 1876. Martens, E. v.: Die von Prof. Dr. R. Buchholz in Westafrika gesammelten Land- und Süsswasser-Mollusken. [Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1876, S. 253-274. 5 Tafeln.]
[22] 1877. Smith, Edgar A.: On the shells of Lake Nyassa and on a few marine species from Mozambique. [Proc. Zool. Soc. London 1877, p. 712-721, pl. 74, 75.] F. A. Simons.
[23] 1878. Martens. E. von: Uebersicht der von Herrn J. M. Hildebrandt während seiner letzten mit Unterstützung der Akademie in Ostafrika ausgeführten Reise gesammelten Land- und Süsswasser-Conchylien. [Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1878, S. 288-299. 2 Tafeln.]
† [24] 1879. Bourguignat, M. J. R.: Description de diverses espèces terrestres et fluviatiles et de différents genres de Mollusques de l'Egypte, de l'Abyssinie, de Zanzibar, du Sénégal et du centre de l'Afrique. 8°. 54 p. (Paris, Tremblay.)
๐ [25] 1879. v. Martens: Mehrerlei ausländische Conchylienarten, (3. Recente Conchylien von Bagamoyo, leg. Fischer. 4. Recente Conchylien aus dem Victoria-Nyansa, leg. Emin Effendi 1877.) [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin, S. 99(102)-105.]
[26] 1879. v. Martens: Uebersicht der von Peters von 1843-1847 in Mossambique gesammelten Mollusca. [Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1879, S. 727-749.]
† [27] 1880. Smith, Edgar A.: On the shells of Lake Tanganyika and of the neighbourhood of Ujiji, Central Africa. [Proc. Zool. Soc. London, p. 344-352, pl. 31.] E. Coode Hore.
† [28] 1880. Smith, Edgar A.: Diagnoses of new shells from Lake Tanganyika and East Africa. [Ann. and Mag. of Nat. Hist. London. Vol. VI. (5. ser.) — No. XXXVI. — p. 425-430.] J. Thomson, E. Coode Hore, Dr. J. Kirk.
† [29] 1881. Crosse, H.: Faune malacologique du Lac Tanganyika. [Journ. de Conch. XXIX. p. 105-139, pl. IV.]
† [30] 1881. Crosse, H.: Supplément à la Faune malacologique du Lac Tanganyika. [Journ. de Conch. XXIX. p. 277-306]
† [31] 1881. Smith, Edgar A.: On a collection of shells from Lakes Tanganyika and Nyassa and other localities in East Africa. [Proc. Zool. Soc. London, p. 276-300, pl. 32-34] J. Thomson.
† [32] 1881. Smith, Edgar A.: Descriptions of two new species of shells from Lake Tanganyika. [Proc. Zool. Soc. London, p. 558-561, 2 Figs.] Damon.
† [33] 1883. v. Martens: Einige centralafrikanische Conchylien, welche theils von Dr. R. Böhm aus dem Tanganyika eingesandt, theils von Lieutenant Wissmann von seiner Reise quer durch den südlichen Theil von Afrika mitgebracht worden sind. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin, S. 71-74]
๐†[34] 1883. Bourguignat, M. J. R.: Mollusques fluviatilis du Nyanza Oukéréwé (Victoria-Nyanza), suivis d'une note sur les genres Cameronia et Burtonia du Tanganika. — 8° — 23 p., 1 pl. (Paris, Imp. Tremblay). Missionar Hauttecœur.
[35] 1883. Bourguignat, M. J. R.: Histoire malacologique de l'Abyssinie. [Ann. des sc. nat. Paris VI. ser., tome XV., p. 47-162, pls. 7-11] Achille Raffray.
[36] 1885. Martens, E. von: Afrikanische Binnenmollusken. [Conchol. Mittheilungen, Kassel, II. Bd., 1881-1885, S. 188-190, Taf. 34]. v. Mechow (Loango- Küste), Wissmann (Nyangwe).
† [37] 1885. Bourguignat, M. J. R.: Monographie d'un nouveau genre d'Acéphale du Lac Tanganika. [Bull. Soc. Malac. de France, Juillet 1885, II. p. 1-12, pl. 1]
๐†[38] 1885. Grandidier, Alfred: Descriptions de quelques espèces nouvelles et observations critiques sur divers mollusques du centre de l'Afrique. [Bull. Soc. Malac. de France, Juillet 1885, II. p. 157-164, pl. 7]
† [39] 1885. Bourguignat, M. J. R.: Notice prodromique sur les mollusques terrestres et fluviatiles recueillis par M. Victor Giraud dans la région méridionale du lac Tanganika. — 8° — 110 p. (Paris. Imp. Tremblay)
[40] 1885. Martens, E. v.: Einige Landschnecken, welche Prof. G. Schweinfurth auf seiner letzten Reise an der arabischen Seite Egyptens von Kairo bis Koseir gesammelt hat. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin, S. 87-89]
๐†[41] 1885. Bourguignat, M. J. R.: Espèces nouvelles et genres nouveaux découverts par les rév. pères missionaires dans les grands lacs africains Oukéréwé et Tanganika. 8°, 39 p. (Paris, Imp. Tremblay) Rév. Pères Guillemé, Leroy, Hauttecœur.
† [42] 1886. Bourguignat, M. J. R.: Nouveautés Malacologiques, 1. Unionidae et Iridinidae du Lac Tanganika. — 8° — 93 p. (Paris, Imp. Tremblay). Leopold Joubert etc.
† [43] 1886. Bourguignat, M. J. R.: Des Tiphobies du Lac Tanganika. [Bull. Soc. Malac. de France III. Juillet 1886, p. 141-150, pl. VI.] Leopold Joubert etc.
[44] 1886. v. Martens: Subfossile Süsswasser-Conchylien aus Egypten (Schweinfurth leg.) [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin, S. 126-129]
[45] 1887. Grandidier, Alfred: Mollusques de l'Ousaghara, de l'Oukami etc. (Afrique Équatoriale). [Bull. Soc. Malac. de France IV. Juillet 1887, p. 185-194] Rév. P. Leroy.
๐ [46] 1887. Bourguignat, M. J. R.: Mollusques nouveaux de la région du Nyanza Oukéréwé (Victoria-Nyanza). [Bull. Soc. Malac. de France, IV. Juillet 1887, p. 267-272]
[47] 1888. Smith, Edgar A.: On the shells of the Albert Nyanza, Central-Africa, obtained by Dr. Emin Pasha. [Proc. Zool. Soc. London, p. 52-56]
† [48] 1888. Bourguignat, M. J. R.: Iconographie malacologique animaux mollusques fluviatiles du lac Tanganika. — 8° — 82 p., 35 plchs. (Corbeil, Impr. Crété)
[49] 1888-89. Stuhlmann, Dr. Franz: Berichte über eine mit Unterstützung der Königlichen Akademie der Wissenschaften unternommene Reise nach Ost-Afrika, zur Untersuchung der Süsswasserfauna. [Mathem. naturw. Mitth. Sitzungsber. Kgl. preuss. Akad. Wiss. J. 1888, S. 801-815; J. 1889, S. 451-466.]
† [50] 1889. Bourguignat, M. J. R.: Mollusques de l'Afrique équatoriale de Moguedouchou à Bagamoyo et de Bagamoyo an Tanganika. — 8° — 229 p., 8 pl. (Paris, Impr. Dumoulin)
† [51] 1889. Bourguignat, M. J. R.: Melanidées du lac Nyassa, suivies d'un aperçu comparatif sur la faune malacologique de ce lac avec celle du grand lac Tanganika. [Bull. Soc. Malac. de France VI. Juni 1889, p. 1-66, pl. 1-2.] Victor Giraud.
† [52] 1889. Smith, Edgar A.: Diagnoses of new shells from lake Tanganyika. [Ann. Mag. Nat. Hist. London. Vol. IV. (VI. ser.) No. XX., p. 173-175]. Coode Hore.
[53] 1889. Martens, E. v.: Südafrikanische Landschnecken (leg. Dr. A. Schenck, 1884-87). [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin S. 160-165.]
๐ [54] 1889. Martens, E. v.: Concholog. Mittheilungen. [III. Band, 1.-2. Heft, S. 1-3, 8-9, 16-17, 18 und diverse Abbildungen.] G. Schweinfurth, Dr. Fischer.
[55] 1890. Möbius (Dr. F. Stuhlmann): Mittheilungen über die Fauna von Ost-Afrika. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin. S. 181-184.]
† [56] 1890. Bourguignat, M. J. R.: Histoire malacologique du lac Tanganika (Afrique équatoriale). [Ann. des sc. nat. Paris, VII. ser., tome X. p. 1-267, pls. I.-XVII][31]
† [57] 1890. Smith, Edgar A.: On a new genus and some new species of shells from lake Tanganyika. [Ann. and Mag. Nat. Hist. London. Vol. VI. (ser. VI.) No. XXXI., p. 93-96] E. Coode Hore.
๐ [58] 1890. Smith, Edgar A.: List of land- and freshwater-shells collected by Dr. Emin Pasha in Central Africa, with descriptions of new species. [Ann. and Mag. Nat. Hist. London. Vol. VI. (ser. VI.) No. XXXII., p. 146-168, pl. V. & VI.] Dr. Emin Pasha, Rev. J. L. Last, Bishop Hannington etc.
[59] 1891. v. Martens: Von Dr. F. Stuhlmann auf der Expedition Emin Pascha's in den Landschaften Ukwere, Ukami, Usagara und Ugogo gesammelte Land- und Süsswasser-Conchylien. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin. S. 13-18.]
[60] 1891. Smith, E. A.: On the Mollusca of British Central Africa. [Proc. Zool. Soc. London, p. 309-310.]
† [61] 1891. Martens, E. von: Bericht über die Tanganyikaschnecken Bourguignat's. [Nachrichtenbl. d. d. mal. Ges. Bd. XXIII., S. 7-10 und 12-128.]
๐ [62] 1892. v. Martens: Einige neue Arten von Land- und Süsswasser-Mollusken aus Uganda und dem Victoria-Nyansa (leg. Emin Pascha et Dr. Stuhlmann. 1890-91). [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin 1892. S. 15-19.]
[63] 1892. v. Martens: Ueber die von Dr. Stuhlmann in Nordostafrika gesammelten Land- und Süsswasser-Mollusken. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin 1892. S. 174-181.]
[64] 1892. v. Martens: Beschreibung vier neuer afrikanischer Conchylien-Arten. [Sitzungsber. nat. Fr. Berlin 1892. S. 181-183.] Dr. Preuss (Kamerun), Conradt (Usambára).
๐ [65] 1892. Smith, Edgar A.: On the shells of the Victoria Nyanza or Lake Oukéréwé. [Ann. and Mag. Nat. Hist. London (6. ser.) Vol X., No. LVI., p. 121-128, pl. XII., Figs. 3-6, 8-16.]
๐ [66] 1892. Smith, Edgar A.: Additions to the Rev. shell-fauna of the Victoria Nyanza or Lake Oukéréwé. [Ann. and Mag. Nat. Hist. London (6. ser.) Vol. X., No. LIX., p. 380-383.] E. Cyril Gordon.
† [67] 1884. Tausch, Dr. Leopold: Ueber einige Conchylien aus dem Tanganyika-See und deren fossile Verwandte. Mit 2 Tafeln. [Sitzungsber. Akad. d. Wissensch. XC. Bd. S. 56]
๐ [68] 1894. Stuhlmann, Dr. Franz: Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika. (Berlin, Dietrich Reimer). S. 731 ff. [Notiz von Prof. Dr. E. von Martens über die Vertheilung der Süsswasser-Mollusken in Centralafrika]
Ausser diesen hier angeführten Abhandlungen benutzte ich noch vielfach die Reeve'schen Monographien, das Küster'sche Conchylien-Kabinet, Pfeiffer's »Novitates conchologicae«, die verschiedenen Handbücher der Conchyliologie u. A.
TAFEL XXV

[←] Figuren-Erklärung zu Taf. XXIV und XXV.
Fig. 1, 6, 11, 20, 21 Succinea Baumanni Stur. (Nyarasa-Steppe.)
Fig. 2, 3, 4 Paludina (?) rubicunda v. Martens. (Victoria-See.)
Fig. 5 Paludina victoriae Smith. (Victoria-See.)
Fig. 7, 12, 22 Paludina unicolor Oliv. nov. var.? (Manyara-See.)
Fig. 8, 9 Paludina unicolor Oliv. juv. (?) (Victoria-See.)
Fig. 10, 14, 29 Planorbis Sudanicus v. Martens var. magna Stur. (Manyara-See.)
Fig. 13, 17, 23, 25 Paludina nov. sp.? (Manyara-See.)
Fig. 15, 26 Succinea Baumanni Stur. (Kagera-Nilquellgebiet.)
Fig. 16, 27 Paludina unicolor Oliv. nov. var.? (Kagera-Nilquellgebiet.)
Fig. 18, 28 Grandidieria insignis Ancey (?). (Tanganyika-See.)
Fig. 19, 24 Rumella nov. sp.? (Tanganyika-See.)
Fig. 30, 34 Mutela nov. sp.? (Victoria-See.)
Fig. 31, 35 Grandidieria nov. sp.? (Tanganyika-See.)
Fig. 32 Lanistes affinis Smith var. Manyarana Stur. (Manyara-See.)
Fig. 33 Ampullaria Gordoni Smith. (Victoria-See.)
Fig. 36, 37 Limicolaria rectistrigata Smith var. minor Stur. (Umgebung des Victoria-Sees.)
Fig. 38 Spatha Hartmanni Stur. (Grumeti-Bach.)
Fig. 39 Spatha Martensi Stur. (Ngoroïne-Bach.)