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Die Kakomonade

Vierzehntes Kapitel.

Reading edition

Illustration from Die Kakomonade Ein Nachlaß vom Doktor Panglos, als ein Supplement des Kandide

Antwort auf einige Einwürfe, die man gegen die Mittel, die Kakomonade zu unterdrücken, machen könnte.

Ohne Zweifel wird man gegen diese Einrichtung Lärmen erheben. Man wird sagen, zu einer Zeit, wo der Staat kein Gold hat, um seine Bedürfnisse zu bestreiten, könnte er für diese seine Glieder unmöglich so das Quecksilber verschwenden. Die so reden möchten, wären wohl ziemlich grausame Politiker, oder Räsonneurs, die von der ächten Oekonomie ziemlich schlecht unterrichtet wären.

Wenn zu Marseille die Pest wäre, würde wohl die Dürftigkeit des Staats hindern, Trouppen marschiren zu lassen? Würde man kein Geld finden, das man dahin senden könnte, entweder der Stadt zu Hilfe zu kommen, oder die Gemeinschaft mit ihr abzuschneiden? Nun ist die Kakomonade aber wirklich noch viel schlimmer, als die Pest.

Diese greift nur das gegenwärtige Geschlecht an; jene vernichtet, oder entächtet wenigstens fast immer sich auch die zukünftigen Geschlechter. Die Eine nimmt einen schrecklichen Anfang; die Klugheit kann sich davor verwahren; man hat gewisse Vorsichten, um sie abzuhalten. Die andere ist immer vom Vergnügen begleitet; sie macht ihren Anfang mit der Verblendung der Klugheit, und ihr Ende mit ihrem Untergange. Sie hat also viel mehr Leichtigkeit, sich auszubreiten. Sie zieht viel traurigere Folgen

Diese Sorgfalt würde eben nicht so kostspielig seyn, als man sich einbildet. Erstlich hat man die Aussätzigenhäuser der Alten, von denen man die Stiftungen, und das Bauwerk zu diesem nützlichen Gegenstande annehmen könnte. Dieß hieße den Sinn der Stifter befolgen. Die Kakomonade hat die Stelle des Aussatzes angenommen. Sie muß die Früchte dieses reichen Nachlasses beziehen. Man kann ihr ihre Ansprüche nicht streitig machen.

Uiberdieß, wer zweifelt, daß bei dem ersten Gerüchte von diesem Vorschlage nicht das allgemeine Mitleid erwachen werde? Wie viele Fürsten der Kirche, wie viele wachsame Hirten, würden sich mit einem uneigennützigen Eifer bestreben, eine Zufluchtsstätte gegen Uibel zu schaffen, worunter

Die Leichtigkeit des ersten Verfahrens würde die Weigerung, sich dahin zu verstehen zum Verbrechen machen. Die Gerechtigkeit würde nur nach aller Billigkeit handeln, wenn

Es ist so süß, so natürlich, werden sie sagen, die Gefahren zu wagen, derer Folge sie ist. Sollt es gerecht seyn, den Irrthum eines Augenblicks mit einer so schmählichen Züchtigung zu ahnden? Sollte man sich entschließen können, gegen ein vernünftiges Wesen den Tod zu verhängen, weil es seines Lebens nicht ordentlich genoß? Was man ihnen antworten könnte, ist dieses.

Ich gebe Ihnen zu, meine Herrn! mein Rath mag strenge scheinen. Aber untersuchen Sie, was unter Ihren Augen vorgeht. Wer sind jene Armseligen, die sie dort mit

Nun ich bitte Sie, giebt es wohl eine schrecklichere Schwärzerei, als die Kakomonade? Kann man die Einführung ihrer Geschenke mit der Einführung eines Holländertobaks oder Spaniols in Vergleichung ziehen? Die Kutzenelle, so roth sie ist, kann sie die Vergleichung mit gewissen Purpurknöpfchen ertragen, welche die Ehrbarkeit nicht nennen läßt.

Wenn Sie ohne Anstand arme Leute, die Ihnen für wohlfeilen Preis weis nicht welch braunen, gelben, oder feuerfarbenen Staub brachten, rudern lassen, hängen und

Die aufgeklärte Menschheit gebietet ohne Zweifel ihre Bestrafung zum Wohle der leidenden Menschheit. Man muß alle ohne zu schwanken eine bestimmte Zeit festsetzen, nach welcher Niemand mehr angenommen werde, der sich angiebt, mit einem Ungemache behaftet zu seyn, wovon er sich wird haben entledigen können. Man muß die Kakomonade wie eine ausländische Waare ansehen, und die, bei denen sie gefunden wird, ohne Barmherzigkeit konfisziren.

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