II. Namen-Lexikon.
Reading edition
Vorbemerkungen.
Adelslex. bedeutet Frh. von Ledebur, Adelslexikon der preußischen Monarchie.
ahd. „ althochdeutsch.
angels. „ angelsächsisch.
Bacm. „ Bacmeister, Germanistische Kleinigkeiten (I. Alte, meist oberdeutsche Familiennamen).
Bed. „ Bedeutung.
Buck „ Buck, Oberdeutsches Flurnamenbuch.
DW. „ Grimm, Deutsches Wörterbuch.
einst. K. „ einstämmige Kürzung.
EN. „ Eigenname.
F. „ Form.
FN. „ Familienname.
Först. „ Förstemann, Altdeutsches Namenbuch.
Gen. „ Genetiv.
got. „ gotisch.
Gött. UB. „ Göttinger Urkundenbuch.
Jh. „ Jahrhundert.
Kal. „ Kalendertag.
KB. „ pommersche Kirchenbücher.
Klemp. „ Klempin, Diplomatische Beiträge.
Lipp. Reg. „ Preuß und Falkmann, Lippische Regesten.
mhd. „ mittelhochdeutsch.
N. „ Name.
niederd. „ niederdeutsch.
O. „ Ort.
oberd. „ oberdeutsch.
ON. „ Ortsname.
patr. A. „ patronymische Ableitung.
patr. Zss. „ patronymische Zusammensetzung.
PN. „ Personenname.
Preuß „ Preuß, Die lippischen FN. (urkundlich).
Rud. „ Rudolphs Vollständigstes Ortslexikon von Deutschland und Österreich.
südd. „ süddeutsch (südlich vom Main).
V. „ Vollname.
Vklf. „ Verkleinerungsform.
VN. „ Vorname.
westf. „ westfälisch.
zsgz. „ zusammengezogen.
Zss. „ Zusammensetzung.
zweist. K. „ zweistämmige Kürzung.
I. II. III. „ die drei Schichten innerhalb der FN. (Abhandlung Kap. 1).
Bei der ersten Schicht beachte man, daß die Aufeinanderfolge der an zweiter Stelle befindlichen Zusammensetzungselemente diese ist: bald, beraht, bod, brand, brord — dag — frith, funs — gang, gar, gard, gast, grim — hard, hari, helm, hraban, hroc, hrod — laic, laif, land — man, mar, mod, mund — nanth, nod — rad, ric — scalc, stain — thanc, thiu — wald, ward, wig, win, wulf.
Den neuhochdeutschen FN. sind die ad. Vollnamen vorangestellt — wenn nicht urkundlich nachgewiesen und nur vorausgesetzt, in Klammer, z. B. unter Band: Bandhard, aber (Bandheri). Die gekürzten altdeutschen Formen dagegen sind, wenn auch nachweisbar, der Raumersparnis wegen nicht durchgängig aufgeführt worden. Eine Zahl bei einem altdeutschen Namen. z. B. Arnust 8., bezeichnet das Jahrhundert, in welchem derselbe zuerst nachweislich wird.
Alle von Ortsbezeichnungen abgeleiteten zusammengesetzten Familiennamen suche man unter dem Grundwort, z. B. Bärenreuth, Vogelreuter unter Reut. (Die wichtigsten dieser Grundwörter siehe auf S. 55 f.)
A.
A III. got. ahva, ahd. aha, mhd. ahe „fließendes Wasser“ (urverwandt mit lat. aqua) — bildet schon in der ahd. Zeit unzählige Namen auf -aha, wie Fuldaha, neben denen seltnere Formen auf -aa, -ach, -a hergehen. Heutzutage ist die häufigste F. -ach. Solche Flußnamen sind dann auch auf daran liegende Orte und von diesen auf Familien übertragen worden.
FN. Altena (= zur alten A). Berka. von Bibra (aus Biberaha, Biberfluß). Fulda, abgeschwächt Fulde.
Aalderk s. Athal (V. Adalric).
Aalfs s. Ath (V. Athaulf).
Aapken s. Ath (zweist. K.).
Aar s. Ar.
Abben s. Ath (zweist. K.).
Abbrecht s. Ath (V.).
Abbt s. Abt.
Abderhalden III. (schweiz.) „der von der Halde“ (vgl. „Heinrich von der Halden“ Schiller, Tell 1, 4).
Abe, Abek- s. Ath (zweist. K.).
Abel a) I. s. Ath (zweist. K.). b) II. hebr. Hebel, Habel „Hauch“.
Abele, -ing s. Ath (zweist. K.).
Abend III. in mehreren Zusammensetzungen: Braunabend, Faßlabend, Feierabend. — Auch Abendroth.
Aberell III. „April“, auch Aberill — der F. nach aus dem 12.-14. Jh. Aus späterer Zeit Aprill; Aprell.
Aberle, Äberli s. Ath (V.).
Abesser III. einer aus Abes (Bayern), Abesser (Bayern).
Abich, Abick, Abo s. Ath (zweist. K.).
Äbli s. Ath (zweist. K.).
Abraham II. hebr. „Vater der Menge“ (s. 1. Mos. 17, 5).
FN. (meist jüdisch): Abraham, zsgz. Abram (mit der ursprünglichen Form des N. wieder zusammenfallend). Gen. Abrahams; Abrams (beide ostfries.). Patr. Zss.: Abrahamsohn; Abrahamson. Vorn verkürzt: Brahms.
Abram s. Abraham.
Abrecht s. Ath (V.).
Abt III. ahd. abbât, mhd. abbet (aus dem syrischen abba „Vater“, welches in die kirchliche Sprache aufgenommen wurde) der „meister über die münche“.
-ach III. 1) vom ahd. aha (s. A).
2) vom ahd. -ahi (= lat. -etum), bes. wenn der erste Teil der Zss. eine Baumgattung bezeichnet, wie z. B. in Weidach (Weidicht), Ahornach, Dornach.
FN. von Erlach.
3) nicht deutsch, aus der keltischen Endung -acum, -acus entstanden, wie in Andernach aus Antunnacum u. vielen andern rheinischen Städtenamen.
FN. Echternach. Gappenach. Creizenach (wohl = Kreuznach).
Ableitung von ON auf -ach (oberd.):
FN. 1) -acher: Brettnacher (O. Brettenach in Lothringen). Breisacher. Heidacher. Reinacher. Staudacher. Weidacher.
2) -ächer (-echer): Eisenächer. Holecher (O. Holach in Mittelfranken).
-acher, -ächer s. -ach.
achter III. ahd. aftar, mhd. after, niederd. achter „hinter“ — in manchen Zss.: Achterfeld (ON.). Achterholt. Achterkirchen. Achtermeyer.
Achternbosch III. niederdeutsch (niederrhein.) „hinter dem Busch“ (S. 54). So auch wohl Agternkamp „hinter dem Kamp“.
Achtsnicht III. Satz-N. Auch Achtsnit (Wien). Entstellt Achzenicht, Achtzig (Cämmerer, thüring. FN. S. 16).
Acke s. Ath (einst. K.).
-acker a) I. aus ahd. wacar „wachsam“.
FN. Gonnacker. Heinacker. Rothacker (s. Andresen, Personennamen S. 47).
b) III. aus „Acker“, zunächst Ortsbezeichnungen, dann durch Übertragung Familien-N. bildend.
FN. Dreysigacker (O. Dreißigacker). Dinkelacker. Eichacker. Goldacker. Hofacker. Hohenacker. Rothenacker. Steinacker.
Ackermann III. mhd. ackerman „Ackersmann“. Verlateint Agricola.
Adä s. Adam.
Adam II. hebr., als N. des ersten Menschen vielfach zum Vornamen verwendet.
FN. Adam, mit der eigentümlichen Zss. Karrenadam. — Gen. (lat.) Adä; Adami, Adamy — (deutsch) Adams.
Adden, Ade s. Ath (einst. K.).
Adebahr III. mhd. mniederd. adebar (jetzt nur noch niederd. Adebar) „Storch“.
Adel- s. Athal (V., einst. K.).
Adelt s. Ath (V.).
Adena s. Ath (einst. K.).
Adenauer III. „einer aus Adenau“.
Aderjahn s. Hadrianus.
Adickes, Adix s. Ath (einst. K.).
Adl- s. Athal (V.) — doch
Adloff s. Ath (V.).
Adler a) I. s. Athal (V.). b) III. der „Adler“, der König der Vögel, als Wappen- und Häuserzeichen beliebt. Zss. Steinadler. Güldenadler.
Adnot, Adolf, -ph s. Ath (V.).
Adrian s. Hadrianus.
Adt s. Ath (einst. K.).
Aegidius II. griech. von der Ägis, dem Schilde des Zeus: der „Beschildete“, ein seinerzeit berühmter Augustinermönch, Erzieher des nachherigen Königs von Frankreich, Philipps des Schönen, gest. 1316.
FN.: Ägidi (aus dem Gen. Aegidii zsgz., wie die Monats-N. Juni, Juli aus Junii, Julii), Egidy. — Volkstümlich gekürzte F.: Gilles (vgl. holl. Gillis, franz. Gilles); Gillessen.
Aemilius II. lat., N. der bekannten römischen Familie der Aemilier, vermischt mit dem deutschen Emilo (s. Amal).
FN.: Millies; Mellies (S. 38). Zss. Westermillies (westf.).
AG I. ahd. ekka, mhd. ecke, egge (vgl. lat. acies) „Ecke“, Kante, bes. in dem Sinne von „Schneide, Schwertesschärfe; Schwert“.
FN. Agebald: Eibold.
Agabert: Eggebrecht; Eggebert — Eckebrecht; Eckenbrecht; Eckbert — Eibert; Eyber. Gen. Egberts.
Agafrid: Eiffert.
Agihard: Eggard; Eggert — Egert — Eckhard; Eckard, Eccardt; Eckert — Eichhardt; Eichert — Eiert. Gen. Agartz — Egts. Patr. A. Eggerding — Eckarter (südd.).
Agihari: Egger — Eckher; Ecker (Eckermann) — Eier. Gen. Eggers (Eggersmann westf.) — Egers. Patr. A. Eggering.
Vklf. (l): Eckerle. (l + n): Eckerlin.
Egiman: Eckmann — Eimann.
Agemar: Eimer. Gen. Eimers.
Agarich: Eyerich — Eirich. Gen. Eggerichs; Eggericks (ostfries.).
Agiovald: Egold — Eckold; Eckhold; Eckgold; Eckelt. Gen. Eckholz.
Egward: Eckwert.
Agiolf: Egolf; Egloff — Eckwolf.
Einstämmige Kürzung Ag-.
Eggo, Ecko, Aio: Egge — Ege — Ecke; Eck — Aye; Ey. Gen. Aggen — Eggen; Eggens (Kleinegges westf.) — Ecks; Ecken — Agena (ostfries.) — Eggena (ostfries.). Patr. Zss. Axen (aus Aggesen vom ostfries. VN. Agge).
Vklf. (i) Egi: Eckei. (l): Eckel. (k) Agico: Eicke; Eyk. Gen. Aiken. (z) Eizo: Eitze.
Zweistämmige Kürzung Agab-.
Agibo, Eibo: Eyb.
Zweistämmige Kürzung Agam-.
(Agimo): Gen. Eymeß.
Vklf. (k): Eimicke.
Aggen s. Ag (einst. K.).
AGIL I. Weiterbildung von Ag (berührt sich z. T. mit Athal in Formen ohne i in der ersten Silbe, wie Ehlert, s. Andresen S. 23).
FN. Agilperht: Eilebrecht — Ellbrecht; Elbracht; Elbert.
Egilger: Elger. Patr. A. Elgering.
Agilard: Eilhard; Eylert — Ehlert. Gen. Eilderts (ostfries.). Patr. A. Eilerding — Ehlerding.
Agelhar: Egeler — Eckler — Ehler. Gen. Ehlers.
Agilrich: Eilrich.
Agilward: Elwert.
Einstämmige Kürzung Agil-.
Agilo, Egilo, Eilo: Agel — Egel — Eyle — Ehle. Gen. Egells — Eils. Patr. A. Egeling — Eyling. Patr. Zss. Eilsen.
Vklf. (i): Egli (schweiz.) (k): Eileck.
AGIN I. Weiterbildung von Ag.
FN. Aganbert: Gen. Eigenberts.
Aginard (Eginhard, Karls des Großen Schreiber und Biograph): Ahnert — Eginard — Einhard; Einert — Enet. Gen. Ehnders (ostfries.) — Eints (ostfries.).
Agenar: Agner — Ahner — Egner.
Aginald: Ahnelt — Ähnelt — Einold.
Aginulf: Egenolf.
Einstämmige Kürzung Agin-.
Agino, Egino, Eino: Egen — Eine — Ehne. Gen. Eins — Ennen (vgl. ostfries. VN. Enno). Patr. A. Eining.
Vklf. (k): Einicke — Enigk; Eneich — Enke. Patr. A. Enking.
AGIS I. got. agis, ahd. agiso, ekiso „Schrecken“.
FN. Egisrik: Eisrich; (umgedeutet) Eisenreich.
(Agisold): Eiswaldt; Eisold; Eiselt.
Aglaster III. ahd. agalastra, mhd. agelster „Elster“.
Agner s. Agin (V.).
Agricola III. Latinisierung für Ackermann, Bauer und Baumann — auch für Schnitter (Joh. Schnitter aus Eisleben, hervorragender märkischer Theolog des 16. Jh., von welchem auch die bekannte Sprichwörtersammlung herrührt). Aus Agricola wieder Grickel (s. Tschiersch, Formwandlungen deutscher Geschlechtsnamen S. 6).
Agternkamp s. Achternbosch.
Ahl-, Ähl- s. Athal (V., einst. K.).
Ahlff s. Ath (V.).
Ahmer s. Ath (V.).
Ahn- s. Agin (V.).
Ähnelt s. Agin (V.).
Ahr s. Ar.
Ahren-, Ahrn- s. Arin (V., einst. K.).
Aiken s. Ag (einst. K.).
Akemeyer s. Ath (einst. K.) und Meier.
ALB I. (got. albs) ahd. mhd. alp, angels. ālf, altnord. âlfr „Elf“ (S. 18).
FN. Alberad (Alfred): Elfrath.
Alpheri: Elbers.
Albarich: Alberich — Elfreich. Gen. Alverichs.
Einstämmige Kürzung Alb-.
Albo, Alpho: Elbe — Alf — Elfe. Gen. Alben; Alves — Elben; Elven.
Vklf. (l) Albila: Albel — Elbel. (k): Albig. (k + n): Elpken.
Alb- s. a) Athal (V.) b) Alb (V., einst. K.).
Albinus III. Lat. für Weiß(e). (Allgem. deutsche Biographie). Albinus als Leibarzt der Königin Christine in den (schwedischen) Adelstand erhoben: Weiß von Weißenfels.
ALD I. got. alds, ahd. alt, altsächs. ald. „alt“.
FN. Altduom: Altum.
Aldhard: Aldthardt.
Althar: Alder — Alter; Altherr.
Aldman: Altmann — Oltmann — Ollmann — Ohlmann. Gen. Altmanns — Oltmanns.
Alderich: Alderich — Oltrich — Haltrich — Eltrich.
Alduig: Altwig — Oltwig — Olwig.
Aldwin: Altwein.
Einstämmige Kürzung Ald-.
Aldo, Halto: Alde — Alte; Alt — Halte — Olde — Olle — Ohle. Patr. A. Alding: Alting. Patr. Zss. Ohlsen.
Aleff, Alefs s. Ath (V.).
Alexander II. griech. „männerabwehrend“; außer Alexander dem Gr. Name mehrerer Päpste.
FN. Alexander. Mit Kürzung im Anlaut: Xander — Zander (s. Pott S. 111, wonach in Elbing Alexander als VN. in Zander gekürzt wird) — Sander (Schütt, Braunschweiger PN. 8).
Alexius II. griech. „Helfer“, N. vieler oströmischen Kaiser.
FN. Gen. Alexi. Gekürzte FF.: Allex — Lex. Patr. A. Lexer (südd. s. S. 36).
Alf- s. a) Alb b) Ath (V.) c) Athal (V.).
Alger s. Athal (V.).
Alheid, Alhelm s. Athal (V.).
Alitz s. Athal (einst. K.).
Aljets s. Athal (V.).
Alk- s. Athal (V., einst. K.).
Allard s. Athal (V.).
Alle s. Athal (einst. K.).
Allebracht, Allerd-, Allers s. Athal (V.).
Allerheiligen III. verkürzt aus „Tag aller Heiligen“, Festtag in der katholischen Kirche — auch mehrfach als ON. vorkommend.
Alletag s. Athal.
Allex s. Alexius.
Allgäuer III. „einer aus dem Allgau“ in Vorarlberg und Bayern.
FN. Allgäuer; Allgeier; Allgayr; Allgöwer (worin noch das urspr. w — ahd. gawi — erhalten ist).
Allgeier, Allgöwer s. Allgäuer.
Allm-, Allram, Almer s. Athal (V.).
Alrich s. Athal (V.).
Alt- s. Ald (V., einst. K.).
Altbüßer III. „Schuhflicker“. Niederd. Olböter — niederl. Ouboter (Kleve).
Altherr a) I. s. Ald b) III. mhd. altherre „alter, angesehener Herr“, insbes. „Vorsteher einer Gemeinde“.
Alv- s. Alb.
Alw- s. Athal (V.).
AMAL I. wohl zu altnord. aml „Arbeit“. Ostgot. Königsgeschlecht der Amaler.
FN. Amalhari: Amler — Emeler — Emmler.
Einstämmige Kürzung Amal-.
Amala, Emilo: Emele. Gen. Amels. Patr. A. Amalung 5: Amelung; Amelong; Amelang (auch Amerlang) — Ambelang — Ammeling. Gen. Amelings (ostfries.).
Amann s. Ammann.
Ambelang s. Amal.
Ambronn III. „der am Brunnen Wohnende“.
Ambrosius II. griech. „der Unsterbliche“; der berühmte Kirchenlehrer, geb. zu Trier, gest. 397 als Bischof zu Mailand, ein Hauptbegründer des Kirchenliedes in der abendländischen Kirche, nach welchem auch der „ambrosianische Lobgesang“ (Te Deum laudamus) benannt ist.
FN. Ambrosius. Gen. Ambrosy; Ambrosay.
Mit Kürzung im Auslaut: Ambros; Ambrosch (oberdeutsch).
Mit Kürzung im Anlaut: Brosius; Brose (s. S. 37); Broos.
Vklf. (l): Brösel. (k): Brösicke; Bröske — Brösgen.
Ambühl III. „der am Bühel d. i. Hügel“.
Amdohr s. Amthor.
Ameis III. das wegen seines „emsigen“ (von der Nebenf. Ämse) Fleißes sprichwörtl. gewordene Insekt (s. Sprüche Sal. 6, 6). Doch ebensogut zu altd. Amizo 9. Jh.
FN. Ameis — Omeis.
Amel- s. Amal.
Amende III. „der am Ende des Ortes Wohnende“; auch getrennt: am Ende.
-amer s. Heim III.
Amke s. Ath (zweist. K.).
Amkreutz III. „(der) am Kreuz (Wohnende)“.
Ammann III. ahd. ambahtman, mhd. ambetman, ambtman, amman „niederer Beamter; urteilsprechende Gerichtsperson“.
FN. Ammann — Amann — Ammon.
Amme s. Ath (zweist. K.).
Ammeling s. Amal.
Ammer s. Ath (V.).
-ammer s. Heim III.
Am Rhyn III. (schweiz.) „am Rhein“.
Amthor III. „der am Tore wohnt“. Auch niederd. Amdohr und entstellt Amthauer.
Anacker III. „ohne Acker“ (ahd. âna, mhd. âne „ohne“). Vgl. franz. Santerre.
Ander- s. Andreas.
Anderbrügg III. niederd. „an der Brücke“.
Anderegg III. (schweiz.) „an der Ecke“.
Anderheit III. „an der Heide“. Vgl. Vanderheidt. Auch Anderheiden.
Anderkul III. (Gottschee) „an der Grube“ — auch An der Kull.
Andermahr III. „an dem Erdrutsch“ (der Moräne).
Andermatt(en) III. „an der Matte“ (Wiese). Johannes an der matten 1300.
Andermauer III. „an der Mauer“. Vgl. Hans auf der Mauer (Schiller, Tell).
An der Meulen III. (Geldern) „an der Mühle“.
Andreas II. griech. „der Mannhafte“; der Apostel, Bruder des Petrus (Kal. 30. Nov.).
FN. Andreas; Andrea; Andres (mit langem e); Andrieß — Anders, in breiter oberd. Ausspr. Andersch; Ander (Andermann). Gen. Andreä; Andrä; Andree (Andrée); Andre (André). Diese Accente deuten schwerlich auf franz. Ursprung, sondern sind leidiger Vornehmtuerei und Ausländerei entsprungen. Patr. Zss. Andresen (mit langem e in der mittleren Silbe); Andreessen; Andriessen — Andersohn; Anderson; Andersen.
Vklf. (l): Anderl (bayr.) — Anderler.
Mit Umlautung des a in e (oberd.): Endres; Entres; Endriß; Endraß; Enders; Endre. Patr. A. Endresser (österr.).
Vklf. (l): Enderle (schwäb.). (l + n): Enderlin; Enderlein.
Mit Kürzung im Anlaut: Drees; Dreese; Dreis — mit den Zss. Dreesmann; Dräsemann; Driesemann. Patr. Zss. Dreassen; Dreessen.
Vklf. (k): Dräseke; Dreske (doch s. auch Thras).
Zerdehnt: Drewes; Drews; Dreeß (vgl. Andrewes Ebelingk 1480 Ilsenburg; Drewes als VN. in KBB, z. B. Drewes Köster) — Drebes. Patr. A. Drewing. Patr. Zss. Drewsen.
Vklf. (k): Drewke.
Aneshensel s. Johannes.
Anesorge s. Ohnesorge.
Angel- s. Angil (V., einst. K.).
Angen- = an dem, in FN. wie Angendohr, -feld, -heister, Angewisch (Niederrhein).
ANGIL I. gemischten Ursprungs: der Stamm Ingvi (germanischer Gott), erweitert durch das Suffix l, traf mit dem christlichen Lehnworte angil (angelus, Bote Gottes, Engel) zusammen und bildete so die Doppelquelle dieses zwitterhaften Angil. Auch der Volksname der Angeln kommt dabei in Betracht.
FN. Angilberht: Engelbrecht; Engelbert; Engelbrett. Gen. Engelbertz; Engelbarts.
Ingilbodo: Engelboth.
Angilfrid: Engelfried.
Angilhart: Engelhard — Englert. Gen. Engelarts (ostfries.) Patr. A. Englerding.
Angelher: Engeler; Engler.
Angilman: Engelmann, Englmann.
Angelmar: Angelmar.
Ingalrad: Angelrath.
Engilscalc: Engelschall.
Angilthiu, Hengildeo: Hinckeldey; Hinckelthey.
Einstämmige Kürzung Angil-.
Angilo, Engilo, Ingilo: Angell — Engel — Ingel. Gen. Engels (Engelsmann). Patr. A. Engling.
Vklf. (k): Engelke (Vorname Engelke Mandüvel 1362). Zss. Engelkemeyer. Gen. Engelken; Engelkes; Engelkens. — Patr. A. Engelking.
Anhelm III. „ohne Helm“ (s. Anacker).
Anhuth III. „ohne Hut“ (s. Anacker).
Anker III. wohl Hausname, wie noch bei Gasthöfen („Goldner Anker“).
ANS I. zu altnord. âs, angels. ôs „Gott“ (S. 18); die Anses (Jordanes).
FN. Ansobort: Asberth; Asbahr — Osbarth; Osbahr.
Ansiprand: Asbrand; Aspern.
Ansher: Anser — Öser.
Anshalm: Anselm.
Osman: Aßmann (VN. in den Akener Schöffenbüchern) — Osmann.
Ansmar: Oßmer.
Ansmod: Assemuth; Asmuth.
Ansemund: Osmund.
Ansovald: Osewaldt; Oswald.
Einstämmige Kürzung Ans-.
Anso, Aso: Ass — Ose — Öhse. Patr. A. Assing — Ösing.
Vklf. (l) Ansilo, Ensilo, Asilo: Ansel — Ensle — Asel. (l + n): Enslin. (k) Ansich: Oske.
Ansinn III. „ohne Sinn“ (s. Anacker).
Ansorg s. Ohnesorge.
Antenbrink III. niederd. „Entenbrink“.
Antonius II. 1) der h. Antonius, der im 4. Jh. als Einsiedler in der thebaischen Wüste Ägyptens lebte. 2) Antonius von Padua, berühmter Prediger im 13. Jh., der auch den Fischen gepredigt haben soll.
FN. Antonius; Anton. Gen. Antoni, Antony — (deutsch) Antons.
Mit Kürzung im Anlaut: Tonius — Tönnies (VN. in KB.). — Tönges; Tönniges (Thonyghes van dem borne 1458 Pomm. Urk.) — mit j ostfriesisch: Tonjes; Tönjes — Doniges — Dönniges; Dönges. Patr. A. Tönnießen (Vechta).
Apel- s. Ath (V., zweist. K.).
Apfel III. als FN. in den Zss.: Eichapfel. Güdenapfel. Kühnapfel. Holzapfel.
Apitz, Apitzsch, Apley s. Ath (zweist. K.).
Apollonius II. griech. „der Apollonische“, nach dem Gotte Apollo; Märtyrer unter Kaiser Commodus im 2. Jh.
FN.: Plönnies — Lönnies (dreisilbig zu sprechen: Plönni-es, oder Plönjes, s. S. 38).
App- s. Ath (V., zweist. K.).
Äppli s. Ath (zweist. K.).
Aprill, Aprell s. Aberell.
AR I. got. ara, ahd. aro, mhd. ar „der Aar“.
FN. Arawald: Arold — Arlet; Arlitt; zsgz. Arlt.
Arulf: Arloff.
Einstämmige Kürzung Ara: Aar, Ahr.
ARB I. got. arbi, ahd. arpi, erbi, mhd. erbe „das Erbe“.
FN. Arbogastes 4.: Arbogast.
Erbhart: Arbert — Arpert — Erbert.
Erphari: Erber.
Erfman: Arfmann.
Arbrih: Erbrich; Erbreich.
Erpold: Erpold — Erbt. Patr. A. Erpelding.
Einstämmige Kürzung Arb-.
Arbio, Erbo: Arp (niederd. Taufname noch 1770 Brem. Wörterb.) — Erbe — Erve. Gen. Arps — Erbs; Erbsch; Erben. Patr. A. Erbeling — Erpling — Erfling (Lippe).
ARCAN I. ahd. ercan „echt, freigeboren, edel“. Arcambald.
FN. Ercanberaht: Erkenbrecht.
Erchanoald: Archenhold. Gen. Archenholtz.
Ardelt s. Hard (V.).
Aren- s. Arin (V., einst. K.).
Arfmann s. Arb.
Argelander s. Lehmann.
ARIN I. erweiterte F. von Ara.
FN. Arnbreht: Armbrecht — Arrenbrecht.
(Arinhart): Arnhard; Arnert — Ernert.
Arnheri: Erner.
(Arnric): Arnrich.
Arnoald: Arnwaldt; Arnold; Arnholdt (zerdehnt Arenhold, Ahrendhold); Arnal; Arneth — Arendt mit der Zss. Meierarend; Arnd — Ornold. Gen. Arnolds; Arnholds — Ahrnholtz — Arenz; Arndts, Arntz (lat. Arnoldi). Patr. Zss. Arndsen.
Vklf. (i): Ärni, Erni (schweiz.).
Mit Kürzung im Anlaut (S. 23 Anm.):
Noldt; Nolte (Abkürzung für Arnold in Elbing, s. Pott S. 111). Zss. Branolte (= Nolte Brandes) — Nölte — Nolle. Gen. Nolden — Zss. Kleine-Nolten (westf.); latinis. Noltenius. Patr. A. Nolding — Nölting.
Vklf. (k): Nöldecke. (k + n): Nöldechen — Nölken. (z): Noltze.
Einstämmige Kürzung Arn-.
Arno: Arnemann — Ahren — Erno (Ernemann). Gen. Ahrens (Zss. Marahrens). Patr. A. Arning — Ahrning. Patr. Zss. Arnsen.
Vklf. (k): Arnecke; Arnke. Gen. Arenkens (ostfries.).
Arl- s. Ar.
Armborst s. Armbrust.
Armbrecht s. Arin.
Armbriester s. Armbruster.
Armbrust III. vor dem 12. Jh. nicht erscheinend, durch Eindeutschung aus dem mlat. arcubalista entstanden.
FN. Armbrust; Armborst.
Armbruster III. mhd. armbruster. 1) „Verfertiger von Armbrüsten“; 2) „Armbrustschütze“.
FN. Armbruster; Armbröster; Armbriester — von Armst (zsgz. aus Armbrust): Armster.
Armengaud, Armerding, Armgard s. Irmin (V.).
Armster s. Armbruster.
Arn- s. Arin (V., einst. K.).
Ärni s. Arin (einst. K.).
ARNUST I. ahd. ernust, mhd. ernest, ernst „Ernst“, d. i. urspr. der ernsthafte, entschlossene Kampf, angels. eornost „Zweikampf“.
FN. (Zsgesetzte N. bisher nicht nachgewiesen.)
Arnust 8.: Arnst — Ernest — Ernst. Patr. A. Ernsting. Lat. (Gen.) Ernesti.
Arp- s. Arb.
Arrenbrecht s. Arin.
Art- s. Hard (V., einst. K.).
As- s. Ans.
ASC I. ahd. asc, mhd. asch „die Esche“, deren Holz zu Lanzenschäften und Schiffen verwendet wurde, daher auch „Eschenspeer; Boot“. Im Mhd. heißt die Esche geradezu sperboum.
FN. (Aschard): Aschert — Eschert.
Aschari: Ascher (Aschermann) — Escher.
Ascman: Eschmann.
Ascarich: Eschrich; Escherig.
Ascolt: Aschhold. Gen. Eschholtz.
Asculf: Eschloff.
Einstämmige Kürzung Asc-.
Asco: Asche; Asch — Esche.
Vklf. (l): Eschle — Äschlimann (schweiz.). (k): Aschke — Eschke.
Asch-, Äsch- s. Asc.
Aschenbrand, -brenner III. s. S. 41.
Ascher a) I. s. Asc b) (jüd.) „Glücklicher“.
Asmus s. Erasmus.
Asper III. (schweiz.) vom Hofe Asp bei Wollishofen, wo das Geschlecht noch heute wie schon vor 500 Jahren (Heinrich Asper uf Aspen) sitzt. (Tobler-Meyer, deutsche FN.)
Aß-, Ass- s. Ans — doch.
Aßmy s. Erasmus.
Assemacher, Assenmacher III. halbniederd. „Achsenmacher“.
ATH I. wohl Stamm zu Athal „Adel“, mit welchem es mehrfach zusammenfließt. (Athaulf, Gotenkönig, Schwager des Alarich 5. Jh.)
FN. Adabald: Appold; Appelt — Apelt.
Athuberaht: Abbrecht — Appricht — Appert — Abrecht; Abert.
Vklf. (l): Aberle (württ.) — Äberli (schweiz.).
Adamar: Ammer — Ahmer.
(Adanot): Adnot.
Athald: Adelt.
Athaulf 5.: Adolph; Adloff — Aleff, zsgz. Ahlff — Alf. Gen. Adolfs — Alefs; Aalfs (ostfries.). Patr. A. Alfing. Patr. Zss. Adolphsen (schlesw.). Mit Kürzung im Anlaut: Dolf. Gen. Dolffs.
Einstämmige Kürzung Ath-.
Ado, Atto: Ade; Adt. Gen. Adden — Atten. — Adena (ostfries.). — Atsma (ostfries.).
Vklf. (k) Athacho, Acco: Acke. Gen. Adickes; Adix. (z) Azo: Atze.
Zweistämmige Kürzung Athb-.
Abbo, Abo: Appe — Abo; Abe. Gen. Abben.
Vklf. (l): Appel (Appelmann) — Abele; Abel (Abelmann) — Apel. Gen. Abels. Patr. A. Abeling. (l + i): Äppli — Apley. (l + n): Abelein. (k): Abich; Abick. Gen. Abeken — Aapken — Abekena (ostfries.). Patr. A. Abeking. (z): Apitz; Apitzsch (Kgr. Sachsen).
Zweistämmige Kürzung Athm-.
Amo: Amme.
Vklf. (k): Amico: Amke.
ATHAL I. ahd. adal, mhd. adel „Geschlecht, Adel“, ein in EN. nur anlautend, aber außerordentlich häufig gebrauchter Stamm.
FN. Athalbald: Albold.
Athalberaht: Albrecht; Albracht; Albert. Zss. Alberternst (München) — Allebracht — Ahlbrecht — Ehlebracht. Gen. Alberts, Albertz (lat. Alberti) — Elbregts (ostfries.). Patr. A. Elperting. Patr. Zss. Albertsen.
Adalbrand: Albrand — Ahlbrand — Ellbrandt.
Athaldag: Altag — Alletag — Alldey.
Athalfrid: Alfert (Alfermann).
Adalgar: Alger; Alker.
Adalgis: Adelgeiß — (umgedeut.) Adelgeist.
Adalgoz: Adlgos.
Adalgrim: Ahlgrimm.
Adalhaid f.: Alheid. Gen. Aljets (ostfries. von dem weibl. VN. Aljet = Adelheid, s. Ruprecht S. 7).
Adalhard: Adelhardt — Allard; Allerdt — Ahlert — Edelhardt — Ehlert (doch auch zu Agil). Patr. A. Allerding.
Adalhari: Adeler; Adler — Ahler — Edeler. Gen. Allers — Ahlers — Ählers. Patr. Zss. Allerssen.
Adalhalm: Adelhelm — Alhelm.
Adalhoh: Adlhoch.
Adalraban: Allram.
Adalhrod: Ahlroth.
Adalman: Adelmann — Allmann — Ahlmann.
Adalmar: Almer. Gen. Allmers.
Adalric: Alrich — Aalderk (fries.).
Adelstein: Adelstein.
Athalwart: Adlwerth — Ahlwardt — Edelwerth; Edelwirth.
Adalwich: Alwich.
Athaluin: Alwein.
Einstämmige Kürzung Athal-.
Adalo, Allo, Edilo: Adel — Alle — Ahle — Edele; Edel — Elle — Ähle — Ehl. Gen. Adels — Allen — Ahlen — Edels — Ehlen. Patr. A. Adalunc: Adelung — Eddeling — Ehling.
Vklf. (k) Alico: Ahlig; Ahlke. Gen. Alken. (z) Alizo: Alitz.
Atsma, Atten, Atze s. Ath (einst. K.).
Au III. 1) deutsch vom ahd. awa, ouwa, mhd. ouwe, urspr. „Wasser, Fluß“ (vgl. Königsau in Schleswig); diese Bed. tritt aber im Laufe der Zeit immer mehr zurück und die eines „bewässerten Wiesengrundes“ immer mehr hervor. Nhd. Aue, Au — dänisch ö (Insel) — friesisch og (Wangeroog u. a.).
Au in vielen ON. zweites Glied der Zss.
FN. Buchenau. Kronau. von Rabenau. Adenaw (O. Adenau, Rgb. Koblenz).
2) slawisch, aus ow verdeutscht (s. ow).
FN. Bülau neben v. Bülow. v. Rantzau neb. Ranzow. Stremlau neb. Stremlow.
Ableitung auf -er (oberd.):
FN. 1) -auer: Blumauer. Eichenauer. Eipeldauer. Kronauer. Rheinauer. Wiesenauer. Helmsauer (Helmsau). Hilsensauer (Hilsens-au). (Meist jedenfalls von 1) und oberdeutsch; aus Niederdeutschland nur in modern jüdischen N. wie Warschauer). Umgedeutet: Hasenhauer (O. Hasenau). Schwarzenhauer (O. -nau).
2) -euer: Adeneuer. Gersteuer. Entstellt -eier: Haseneier. Horneyer (O. Hornau). Morgeneyer. Ramseyer. Waldeyer.
Aubel s. Aud (zweist. K.).
AUD I. got. aud- (in audags), altsächs. ôd, ahd. ôt- (in ôtag reich), „reicher Erbbesitz, Erbgut“. Noch in Allod.
FN. Autbald: Oppold; Oppelt — Opelt; Opet.
Audoberht; Audebert — Odebrecht; Odebrett; Odenbrett — Oppert (Oppermann — Obbermann) — Obrecht; Obert; Ober. Gen. Aupers — Öppers.
Vklf. (l): Oberle. (l + n): Auberlen — Oberlin.
Autfrid: Auffermann — Uffert — Offer. Gen. Offers — Ofers.
Audagar: Ottiger — Ötiker — Ötker — Ockermann — Öcker.
Autgart: Ockardt — Ökert — Uckert.
Audchar (Hothar): Oder — Otter (Ottermann) — Hotter. Gen. Öters. Patr. A. Ötterling. Patr. Zss. Otersen.
Otleib: Otlepp — Uthleb.
Autman: Odemann — Othemann — Ottmann.
Audomar: Othmer — Öhmer — Ommer. Patr. A. Ömering.
Audericus: Odrich — Öttrich.
Audowald: Odewald.
Audulf: Oloff, zsgz. Ohlf. Gen. Olfen. Patr. Zss. Olfsen.
Einstämmige Kürzung Aud-.
Audo, Odo, Hoto: Audt — Ode — Otto; Otte; Ott (mit den Zss. Meierotto; Feldotto — Brunotte; Janotte — Schwarzott) — Ötte — Hotho; Hoth — Hotto; Hotte — Uhde — Uth. Gen. Oden — Ottes; Otten (Zss. Ottenjan); Ottens (Zss. Ottensmeyer). Patr. A. Öding — Otting — Odinga (ostfries.) — Uhder. Patr. Zss. Ottsen.
Vklf. (l) Audila: Aul — Öddel — Öttle — Öhle. (l + k): Aulike. (k) Audac, Occo: Otke — Öck. Gen. Oetken; Oetjen (ostfries. oe = ô) — Ottjes (ostfries.) — Ocken. Patr. A. Ockinga (ostfries.). (k + l) Ochilo: Ockel, Ockhl (Ockelmann). (z) Auzo: Autze — Ötzmann — Utz. (z + l) Ozilo: Ötzel.
Zweistämmige Kürzung 1) Audb-.
Oppo, Opo (Stark 118): Oppe. Gen. Oppen — Öppen — Öben.
Vklf. (l): Aubel — Oppel — Opel; Obel. Gen. Öbels. (k): Öbbecke — Öpke. (z) Opizo (Stark 145): Oppitz — Opitz; Obitz.
Zweistämmige Kürzung 2) Audf-.
Offo: Offe — Öff. Gen. Offen — Ohfen.
Vklf. (l): Offel — Öfele.
Zweistämmige Kürzung 3) Audm-.
Ommo, Omo: Ohme; Ohm — Öhme. Gen. Ohmen — Öhms — Ommen (Norderney); Ommena (ostfries.). Patr. Zss. Ohmssen.
Vklf. (k): Ohmich; Ohmcke — Öhmigke; Öhmke. (k + n): Öhmichen.
-auer s. Au.
Auf dem Garten III. s. S. 54.
Auffahrt a) I. s. Aud (V.). b) III. = Himmelfahrt(stag).
Aufdermauer III. (schweiz.) „auf der Mauer“.
Auffenberg III. = „auf dem Berge“, vgl. Martinus Updenberge (Klemp.). So auch wohl Aufenacker = „auf dem Acker“.
Auffermann s. Aud (V.).
Aufmkolk III. „auf dem Kolk“ (Wasserloch).
Aufm Ordt III. „auf dem Ort“ (Spitze, Rand, Grenze).
Auge III. in mehreren Zss., bes. nach der Farbe (wie Wernher der Grünaug 1404): Rothauge; Rodaug. Gansauge. Weinauge.
Augustus II. lat. „der Erhabene“, Beiname des ersten römischen Kaisers Octavian.
FN. August — Augst. Gen. Augusti.
Augustinus II. Ableitung von Augustus; der h. Augustinus, der große Kirchenlehrer, Bischof zu Hippo (jetzt Bona) in Afrika, gest. 430.
FN. Augustin — entstellt Augstein. Gen. Augustiny.
Mit Kürzung im Anlaut: Stinus.
Aul s. Aud (einst. K.).
Aupers s. Aud (V.).
Ausderau III. „aus der Aue“.
aus’m Werth III. „aus dem Werder“ (Insel) s. S. 54.
AUST I. zu ahd. ôstan, mhd. ôsten „der Osten“; scheint (wie west, nord, sund) solche Personen zu bezeichnen, die aus den genannten Weltgegenden herstammen, deshalb nach Förstemanns Beobachtungen bes. häufig bei den so weit nach Westen vorgedrungenen Franken. Da der Zug deutscher Stämme in der Völkerwanderung wesentlich die Richtung von Osten und Norden her hatte, erklärt es sich auch, warum diese beiden Himmelsgegenden in den altdeutschen PN. an Häufigkeit der Verwendung den Westen und Süden so sehr überragen. Doch haben mythologische Beziehungen mitgewirkt (Ostara, Gottheit des aufsteigenden Lichtes) — bei diesem Stamme auch christliche (Ostern), s. Austar.
FN. Ostold: Osthold.
Austoricus 8: Osterich.
Einstämmige Kürzung: Ohst — Öste (Östmann). Patr. A. Oosting (ostfries.).
AUSTAR I. Erweiterung von Aust.
FN. (Austreman): Austermann — Ostermann.
Austrouald: Osterwald (auch ON.); Osterhold.
Austrulf: Osterloff.
Einstämmige Kürzung Austar-.
Oster: Auster — Oster — Öster.
Vklf. (l): Österle. Patr. A. Austerling — Osterling — Österling. (l + n) Austrolenus: Österlin; Österlein; Österlen.
Austermühle III. „aus der Mühle“ (S. 54).
Austerwischen III. „aus der Wiese“. Noch getrennt: aus der Wischen.
Autze s. Aud (einst. K.).
Avemarg III. = Ave Maria (Hermann Avemarie 1434 Lipp. Reg.).
Avenarius III. Latinisierung für Habermann.
Averdieck III. (niederd.) „oberhalb des Teiches“.
Axen, Aye s. Ag (einst. K.).
B.
Baader s. a) I. Bad (V.) b) III. Bader.
Baake s. 1) Bag 2) Bald (einst. K.).
Baar- s. Bera (V., einst. K.).
Baath, Baatz s. Bad (einst. K.).
Babbe s. Bad (zweist. K.).
Babendererde III. niederd. (Mecklenb.) „über der Erde“ (in welchem Sinne?), vgl. Chonradus uf der Erde 1194.
Babst s. Pabst.
Bach s. a) I. Bag b) III. Bach.
Bach III. ahd. pah, bah, mhd. bach, altsächs. biki bildet urspr. Flußnamen, dann auch Benennungen von Orten, die an den Flüssen liegen — heutzutage hochd. -bach in tausenden von Namen, niederd. -beck (spr. bäk, mit gedehntem, offenem e, daher auch in der Schreibung) -bek, -beek; -becke. Häufig elliptisch: Weißenbach = zum weißen Bach; Langenbeck.
FN. Bach (= am Bach, s. Lubbeke bi der beke fries. Urk. Pott 543 — Bach auch häufiger ON.) Zumbach. — Bachmann. Anspach. Hilspach. Perkhausen von Aiglspach (wie auch Pachmayr Münch.). — Achenbach. Erlebach; niederd. Ellerbeck. Feuerbach. Grumbach. Hagenbach. Marbach. Raupach (O. Raubach). Roßbach. Seebach. Süßenbach. Niederdeutsch: van der Beck, Beeck (Bek niederd. weiblich). Terbeck. — Billerbeck. Düsterbeck. Einbeck. Goldbeck (Klemp. Goltbeke 1369). Langenbeck (O. in Hannover, welchem hochd. Langenbach in Bayern, Nassau entspricht). Lilienbeck. Lutterbeck (O. Lutterbeck u. -bek). Mühlenbeck; ganz niederdeutsch Möllenbeck (westf.). Nordbeck (O. Nordenbeck). Overbeck. Rohrbeck. Schwanebeck. Schwarzenbeck (neben hochd. Schwarzenbach). Seebeck. Steinbeck. Westerbeck. von dem Knesebeck (Kn. Dorf in Hannover).
Selten -becke: Harbecke (O. im Regb. Arnsberg). Thorbecke (flämisch, deutsch Thorbeck O. in Mecklenb., Hannov.).
Ableitung auf -er (oberd.):
1) -pacher (bes. nach s): Dürenpacher (neben Durnbacher, O. Dürnbach in Gottschee). Gerspacher. Rinderspacher. Rummelspacher. Überpacher (Wien, O. -bach).
2) -bacher: Embacher. Föhrenbacher. Kuchelbacher. Speckbacher. Steinbacher.
Daneben ist bemerkenswert eine F. mit Umlaut:
3) -bächer, gew. -becher (wo dann der Schein einer Zss. mit dem Hauptw. Becher entsteht). Während im Hochdeutschen die umlautfreie F. bei solchen Ableitungen von ON. auf -bach jetzt alleinige Geltung hat, z. B. „das Hambacher Fest“, „Weilbacher Brunnen“, weisen oberdeutsche Mundarten den Umlaut auf, z. B. die alemannische (Hebel: „’s Mambecher Hätteli“ von Mambach im Oberrheinkreis). Demnach finden sich:
Arzbächer. Offenbächer. Vogelbächer. Weilbächer. Dörrenbächer, auch Dörrenbecher. Reichenbächer, auch -becher. Isselbächer, auch -becher (s. Verlustliste Nr. 91: Isselbecher aus Isselbach, wo demnach die Zusammengehörigkeit recht in die Augen springt). Eberspecher neben Eberspacher (München). — Cumbecher. Eschenbecher. Leutbecher. Merschbecher. Nußbecher. Odenbecher. Rohrbecher. Schneckenbecher. Seidenbecher. Steinbecher. Stürzelbecher. Weidenbecher. Wittenbecher.
Zu diesen sämtlichen N. finden sich entsprechende ON. auf -bach in Rudolphs Lex. Dementsprechend wird auch Holzbecher abzuleiten sein, da es mehrere O. Holzbach gibt, obwohl der N. auch von einem Geräte abgeleitet, „(der mit dem) Holzbecher“, einen guten Sinn ergäbe.
(In Bayern und Österreich begegnet mitunter -beck, -böck für -bach (-bacher) als FN., so Hotzbeck, Adenböck, Deisböck, Waitzenböck s. Steub S. 146).
-bacher, -bächer s. Bach.
Bäck s. Beck.
Backe s. a) Bad (einst. K.) b) Bag c) Bald (einst. K.).
Backer s. Becker.
Backfisch III. „Fisch zum Backen d. i. Bratfisch“.
Backhaus III. „der am (oder im) Backhause wohnt“. Niederd. Backhus (S. 54, Anm. 2). Doch gibt es auch ein Dorf Backhaus (im Rbz. Koblenz).
Backmeister III. auch Bacmeister, mhd. bachmeister „Aufseher der Bäckerei“, Oberbäcker. („Lütke oder Lüdeke, d. i. Ludwig Willens war oberster Bäcker bei dem Herzog von Braunschweig zu Lüneburg, und da er hiernach aller andern Bäcker Meister war, so wurde er von den Hofleuten gemeiniglich „Lütke Backmeister“ genannt. Sein Fürst, als er dies hörte, befahl, daß er und seine Nachkommen diesen N. immer als einen Geschlechts- und Zunamen führen sollten“. Adolf Bacmeister, Germanist. Kleinigkeiten).
BAD I. zu altnord. bodh, angels. beado „Kampf“, die ein ahd. patu voraussetzen (S. 14).
FN. Patager: Bagger — Bättger.
Bathari: Bader, Baader — Bäder — Päder — Better.
(Baduman): Bahmann — Bethmann.
Badomar: Battmer — Bammer — Pammer.
(Badold): Badelt — Bathelt.
Einstämmige Kürzung Bad-.
Bado, Pato: Bade — Pahde — Bathe; Baath — Pathe — Beede — Bethe — Päthe.
Patr. A. Bading.
Vklf. (l) Patilo: Padell — Pätel — Bathel. (k) Baducho: Badeke — Battig — Backe — Bätke — Bethge — Pethke. (z) Pazzo, Bezo: Batz, — Patze — Batsch — Baatz. (z + l) Bezilo: Batzel. (z + k) Bezeco: Patzke; Patzig.
Zweistämmige Kürzung Badb-.
Babo, Papo: Pape (doch s. auch Pfaffe) — Babbe. Patr. A. Papinga (ostfries.).
Vklf. (l) Babilo: Bebel. (k): Papke — Päpke.
Bad- s. Bad (V., einst. K.).
Badenheuer s. Bardenheuer.
Bader a) I. s. Bad (V.) b) III. urspr. der, welcher den Badenden bedient, dann „Besitzer einer Badestube“. (Hans Paders Padstuben 1437 Bacm.). Derselbe schor auch den Bart. (Vgl. Badstüber).
Bäder s. Bad (V.).
Badstüber III. Die öffentliche Badestube (ahd. stuba, mhd. stube aus lat. stupa „heizbares Zimmer“), wo auch zur Ader gelassen und geschröpft wurde, spielte früher eine große Rolle im städtischen Leben, sie war vielfach der Mittelpunkt, an welchem sich Bürger zur Besprechung städtischer Angelegenheiten versammelten. Daher zahlreiche FN., die auf Besitzer solcher Badestuben zurückgehen:
Badstuber (Wien); Badstüber (wie es auch „Badstüberstraßen“ gibt — merkwürdig entstellt (sächs.) Patschdieber.
Dann geteilt 1) Bader. 2) Stüber — Stieber — Steuber — Stoiber (österr.). Niederd.: Stöber — Stöwer (Gött. UB. 1383: Stovere).
Mit dem n der schwachen Bildung:
Badstübner — Stübener — Stöbener.
BAG I. zu ahd. bâgan „streiten“. Bagodeo.
FN. (Bagarih): Beyrich.
Einstämmige Kürzung Bag-.
Bago, Bacco: Bage — Backe — Baacke — Bach — Pach. Gen. Backes — Bax. (Doch s. auch Bald u. Bad).
Bagger s. Bad (V.).
Bahl- s. Bald (V., einst. K.).
Bahmann s. Bad (V.).
Bähr- s. 1) Ber (einst. K.) 2) Berin (V., einst. K.).
Bahr- s. Ber (einst. K.).
Baier III. „der Baier“. Auch Bayer, Beyer — Peyer.
Vklf. Beierle.
Baintner s. Bünd.
Bakker s. Becker.
BALD I. got. balths, ahd. pald, bald, mhd. balt „kühn“ (jetzt nur noch Umstandsw. „bald“); vom deutschen entlehnt ital. baldo.
FN. Baldhard: Ballert — Bollert — Pollart; Pollert — Bohlert.
Baldher: Balter — Baller — Bolder — Boller — Poller — Böller. Patr. A. Baldring.
Paldhram: Paldramus — Peldram.
Baldroh: Poltrock.
Baldmann: Baldemann — Bahlmann — Boldemann — Boldtmann — Bollmann — Pollmann — Bohlmann.
Baldemar: Ballmer — Palmer — Pollmar — Bellmer.
Baldarich: Baldrich.
Paldewart: Bollward.
Baldwig: Ballweg; Balwey — Bollwöck.
Baldavin: Baldewein — Bolwin, Bollwien — Pollwein — Bullwein.
Baldulf: Baldauf — Balluf; Ballauf Pallauf (bayr.) — Waldauf (Gottschee, wo b u. w mundartl. wechseln) — Bolluf.
(Baldawan): Bollwahn — Bolduan (Boldewan 17. Jh.).
Einstämmige Kürzung Bald-.
Baldo, Ballo: Balde; Bald — Ball — Bahl — Pahl — Bolde — Bolte — Bölte — Bolle — Poll — Bohle — Böhl. Gen. Baldes — Bolten — Bohlen. Patr. A. Baldung: Balling — Bolling — Bölling — Böhling.
Vklf. (k) Baldiko, Bolko: Balke — Backe, Baake (s. Stark S. 73; nordfries. Backe = Baldicke) — Bolke — Böldicke; Böldge — Böhlke; Bölk — Bock (s. auch Burg). Patr. A. Böcking. (k + l): Bockel — Böckel. (z) Balzo: Balze — Balleis — Boltze; Bolz (Boltzmann) — Polz. (z + l): Pölzl.
Auslautend (199 mal Först.):
-bald: Sebald.
-bold: Siebold.
-pold: Seypold — selten -polt: Seepolt.
-blot: Humblot.
-belt: Liebelt.
-pelt: Leipelt.
-ball: Niedball.
-bol: Sambol.
-bel: Sybel.
-pel: Seyppel.
-bet: Gerbet. Siebeth.
-bt: Seibt.
Balke s. Bald (einst. K.).
Ball- s. Bald (V., einst. K.).
Ballester III. „Armbrustschütze“. (Vgl. altfranz. arbalestrier.)
Ballschmieter III. niederd. (Rügen) „Ballwerfer“. Auch Balschmieder.
Balster s. Balthasar.
Balter s. Bald (V.).
Balthasar II. Beltschazar, Belsazar, (babylon.) „sein Leben schirme“, einer der h. drei Könige, wozu die Legende die Weisen aus dem Morgenlande gemacht hat (Kal. 6. Jan.).
FN. Balthasar. Zsgz. Balzer (als VN. noch im 18. Jh.: Baltzer Bruswitz 1870 KB.) — Balster. Gen. Balsters (ostfries.).
Mit Kürzung im Anlaut: Hauser (bayr.).
Balwey s. Bald (V.).
Balze s. Bald (einst. K.).
Balzer s. Balthasar.
Bammer s. Bad (V.).
BAND I. zu langobard. bandu „Kriegsbanner“, vgl. ahd. pant, bant, mhd. bant, Band (doch ist auch altsächs. bant, ahd. panz „Gau“ in Betracht zu ziehen).
FN. Bandhard: Bannert — Bendert.
(Bandheri): Pander — Bender.
(Bandmar): Bandemer. Vklf. Pemmerl.
(Bandold): Bandhold.
Einstämmige Kürzung Band-,
Bando: Bando — Bante — Bonne (fries.). Patr. A. Banning — Panning — Bentinck.
Vklf. (l): Bandel (Bandelmann); Bandle — Pandel — Pantell — Bantel — Pendele — Bendel. (l + n): Bandelin. (k): Bandich — Bantke — Panneke. Gen. Bantjes (ostfries.). (z) Panzo, Benze: Pantz — Pantsch — Banse — Benz — Bense (Bensemann). (z + l) Patr. A. Benzler — Benseler.
Bann-, Banse, Bant- s. Band.
Baptista II. griech. „der Täufer“; St. Johannes der Täufer.
FN. Battist.
Bar-, Bär- s. 1) Ber (V., einst. K.) — 2) Berin (V., einst. K.).
BARD I. ahd. barta „Barte“ (Axt) — altnord. bardi „Riese“ (mischt sich mit beraht).
FN. Bartholf: Bardolph.
Einstämmige Kürzung Bard-.
Bardo: Barde — Bahrdt.
Vklf. (l) Bardilo: Bardel.
Bardelmes s. Bartholomäus.
Bardenheuer III. „der Barten (ahd. parta, mhd. barte, Beil, Streitaxt) zuhaut“, anfertigt. Entstellt: Bardenheier; Badenheuer.
Bardolph s. a) Beraht (V.) b) Bard.
Barends s. Berin (V.).
Bärenfänger III. s. S. 41 — auch allgem. „Bärenjäger“, da Bärenfang nicht bloß die angelegte Grube bed., in welcher sich B. fangen sollen, sondern auch überhaupt die Bärenjagd.
Bärens s. Berin (einst. K.).
-barg, -bargen s. Berg.
Barfuß III. (schon im 12. Jh.) — Parfuß (österr.). Niederd. barft aus barfot, dah. Barfknecht.
Bargmann s. Bergmann.
Barnert s. Berin (V.).
Bart III. der „Bart“. Chonrad Mitembart, Ch. cum barba 13. Jh. Vgl. auch Eberhard im Barte, H. Ludwig mit dem Barte.
Seit dem 12. Jahrh. ward (nach Schultze Modenarrheiten S. 43) das glatte Gesicht die Regel, und alle Bartformen waren Ausnahmen, besonders bei hohem Alter und hoher Würde (der Fürsten) sich findend. Daher mußte ein bärtiges Gesicht um so mehr auffallen und konnte um so eher zu einem Beinamen Veranlassung geben.
Erst während der Reformationszeit begann man allgemeiner den Bart wachsen zu lassen, und während des dreißigjährigen Krieges war derselbe in den mannigfachsten Formen Mode. Als solche zählt Moscherosch auf: Zirkelbärtel, Schneckenbärtel, Jungfrauenbärtel, Dellerbärtel, Spitzbärtel, Entenwädele, Schmalbärtel, Zuckerbärtel, Türkenbärtel, spanisch Bärtel, italienisch Bärtel, Sonntagsbärtel, Osterbärtel, Lillbärtel, Spill-, Drill-, Schmutzbärtel, Stutz-, Trutzbärtel usw.
FN. Bart, Barth. — Zss. Breitbart. Buntebarth. Flachsbart. Judenbart. Rauschbart (vgl. Eberhard der Rauschebart). Rothbart. Schlitzbart. Schmalbart. Schweizerbarth. Spitzbart („Everhardus der Spizebart“ Stark S. 153). Weißbart.
Bart- s. Beraht (V., einst. K.).
-bart s. a) I. Beraht b) III. Bart.
Bartel s. a) I. Beraht (einst. K.) b) II. Bartholomäus.
Barth a) I. s. Bard b) I. s. Beraht c) III. „der mit dem (langen) Barte“ (Golz mit dem Barte 1327) — auch ON.
Barthol s. a) I. Beraht b) II. Bartholomäus.
Bartholomäus II. hebr. „Sohn des Tolmaï“; Apostel. (Kal. 24. Aug.)
FN. Bartholomäus — Bartelmus — Barthelmeß — Bardelmes — Bartlme. Gen. Bartholomä — Bartholmey.
Gewöhnlich wegen seiner Länge in zwei Hälften zerschnitten: 1) Barthol; Bartel (vgl. schweiz. Bartli, bayr. Bartl). 2) Mewes (mit eingeschobenem w, vgl. niederd. Bartelmeews, Meewsdag: 24. Aug., up ollen Bartelmeiwes: 5. Sept. nach dem alten, julianischen Kal. Berghaus, Sprachschatz der Sassen); Mews — Möwes; Möws — das w in b verhärtet: Mebus; Mebes — Möbus; Möbes. Latinis.: Mevius — Möbius. Patr. Zss. Mewissen.
Bartsch, Bärtschi s. Ber (einst. K.).
Barz a) I. s. Ber (einst. K.) b) III. ON. (in Mecklenb.).
Basler III. „einer aus Basel“. Auch Bäsler.
Bassüner III. mhd. busûnaere, mittelniederd. basûner „Posaunenbläser“.
Bast- s. Sebastianus.
Bastineller III. (Tirol) „einer aus Bastianello“.
Bath-, Bätke s. Bad (einst. K.).
Batt- s. Bad (V., einst. K.).
Bättger s. Bad (V.).
Batsch, Batz- s. Bad (einst. K.).
Bauch III. in einigen Zss.: Breitenbauch (der mit dem br. B.). Gutschebauch. Schmerbauch.
Bauck s. Baug.
Baudissin, von III. altes lausitzisches Adelsgeschlecht, Stammort Bautzen (früher Baudissin).
Bauer III. mhd. bûr (auch bûwaere, ahd. pûâri, bûâri) „der den Acker baut“, Gegensatz zu herre (Ritter), später auch zu burgaere.
FN. Bauer, in älterer F. Baur. Südd. Paur; Pauer. Niederd. Buhr — in Ostfriesland mit Artikel de Buhr, in holländischer Schreibung de Boer (S. 40).
Vklf. (l): Bäuerle (schwäb.); Bäuerlein.
Zss. (bes. zahlreich im eigentlichen Bayern): mit Vornamen: Christlbauer. Kasparbauer — mit Eigenschaften: Jungbauer. Neubauer; -pauer; niederd. Niebuhr — nach der Beschaffenheit des Hofes: Großbauer. Hallbauer; niederd. Halbuer (Halb-) — nach der Lage: Bruckbauer. Kreuzbauer. Oberbauer; Oberpaur. Mitterbauer. Holzbauer; niederd. Holtbuer. Moosbauer (Moor-). Seebauer — nach den Erzeugnissen: Rosenbauer. Rubenbauer (Rüben-). Gerstbauer. Waitzenbauer — nach der Zugehörigkeit und Verpflichtung: Hoffbauer; Hofpauer. Kirchenpauer. Königsbauer.
Bauerfeind s. Baurenfeind.
Bauermann, (ostfries.) Boerma.
Bauermeister III. vom mhd. bûr Wohnung, eine städtische Obrigkeit = „Bürgermeister“, auch auf ländliche Gemeinden angewandt (z. B. in der Umgegend von Münden in Hannover, Pauli II, 27).
FN. Burmeister — Baurmeister; Bauermeister. Niederd. Burmester (mit langem e in der mittleren Silbe).
BAUG I. ahd. pouc, mhd. bouc „Ring“, Spange für Hals, Haupt oder Arm, von biugan „biegen“. Die bouge waren ein sehr begehrter Schmuck für Frauen und auch Männer. Baugulf 8.
FN. Bougrat: Peukert.
Einstämmige Kürzung Baug-.
Bauco: Bauke; Bauck — Pauck. Gen. Baukes; Bauken.
Baum III. ahd. poum, boum, mhd. boum, altsächs. bôm, mittels dativischer Ellipse zu ON. verwendet, zuerst im 11. Jh. in Budenbomen — gegenwärtig nicht viel unter 200 bewohnte O. auf -baum in Deutschland (außerhalb Deutschlands z. B. Oranienbaum).
Andere FN. sind durch Häusernamen vermittelt, wie ein Haus „zum Mulboum“ 1315 zu Mainz, im 12. Jh. zu Basel war (s. Buck, oberd. Flurnamenbuch S. 176 unter Maulbeerbaum) — noch andere sind unmittelbar von den Baumnamen abgeleitet; eine Scheidung ist schwer durchzuführen.
Vgl. Henr. Nuzboum 1223. Hinrik Heisterbom 1413. (Franz. Cerisier, Poirier).
FN. Baum. — Zss. Apfelbaum. Birnbaum. Eichbaum; Eichelbaum. Eschbaum. Grünbaum. Holderbaum; Hollinderbaum. Honigbaum. Kienbaum. Kirschbaum. Krähenbaum. Kriechenbaum. Nußbaum. Pappelbaum. Pfraumbaum. Quittenbaum. Rosenbaum. Schlöhbaum. Weidenbaum. —
halbniederd.: Appelbaum. Beerbaum. Blöbaum. Busenbaum. Dannenbaum. Kassebaum. Kreikenbaum. Nottebaum; Nuttebaum —
ganz niederd.: Bohm. Beerboom. Cassebohm. Dannenbohm. Lindeboom. Nottebohm. Plumbohm. Rosenbohm.
Ableitung auf -er (Conrad Holderbäumer 1285. Heinr. dict. Kirsbaumer 1297).
1) Baumer (z. B. von dem O. Bauma im Tößtal, Schweiz. Tobler-Meyer). Bierbaumer. Eschbaumer (Münch.). Kerschbaumer (tirol.). Nußbaumer.
2) Bäumer. Altenbäumer. Brinkbäumer. Hägerbäumer. Hasenbäumer. Hollinderbäumer. Strothbäumer — alle in Westfalen, wo auch mehr vereinzelt.
3) niederd. -bömer: Burgböhmer. Steinbömer.
Baum III. zur Bildung von Gerät-N. im Sinne von „Stange, Balken“ — bes. „Schlagbaum“ (Lipp. Reg.).
FN. Heubaum. Leiterbaum. Maibaum, niederd. v. Meibom. Schierbaum. Schurbaum (wenn = Schürbaum). Schnitzelbaum. Wallbaum. Wiesbaum. Zugbaum.
Baumann III. mhd. bûman „Ackerbauer“. (In manchen Gegenden Pommerns die Formel: „der ehr- und achtbare Baumann und Wirt“ in Grabschriften bis in die Gegenwart herein die stehende Bezeichnung des bäuerlichen Besitzers.)
FN. Baumann. Niederd. Bumann (Eutin). Paumann (südd.).
Bäumer III. „Inhaber oder Anwohner eines Schlagbaums an der Grenze oder Zollstätte“. Niederd. Böhmer (Preuß, Lipp. FN. S. 32). Gen. Beumers (niederrh.). Zss. Schuckenbäumer (Johann vor dem Schuckenbome 1507).
Baumstark III. „stark wie ein Baum“.
Baurenfeind III. der „Bauernfeind“, vgl. Joh. Purenfint 1348. Heintz v. Redwitz, Bawrnfeind genannt 15. Jh.
FN. Baurenfeind; Paurnfeindt (vermutlich daraus des übeln Sinnes wegen umgeändert: Bauernfreund) — Bauerfeind.
Bax s. a) Bad (einst. K.) b) Bag (einst. K.).
Bayer III. der Bayer, mit dem altertümlichen y, welches auch in der amtlichen Schreibung des Volks- und Landesnamens in Bayern immer noch festgehalten wird. (Vgl. aber auch beier, baier = Eber Grimm DW.)
Bebel s. Bad (zweist. K.).
-becher s. Bach.
Becherer III. Verfertiger hölzerner Trinkgefäße, der Becher (ahd. bechar) und der Schleifkannen. Förstemann, Progr. S. 4 (der hinzufügt, daß die Nordhäuser Gilde der Becherer im 15. Jh. verschwunden sei, vermutlich weil nun die metallenen und gläsernen Trinkgefäße mehr in Gebrauch gekommen).
Becht- s. Beraht (V., einst. K.).
Beck III. ahd. peccho, mhd. becke, aus der Schriftsprache durch „Bäcker“ verdrängt; in oberdeutschen Mundarten noch jetzt der „Beck“, Mehrh. die „Becken“.
FN. Beck, Beckh, Bäck (München 1876: 49 mal Beck, nur 17 mal Becker).
Zss. (S. 44). Brodbeck (mhd. brôtbecke). Fesenbeck. Hofbeck. Jungbeck. Kleinbeck. Kornbeck („Korn“ hier wohl in dem engeren Sinne von Roggen). Sauerbeck. Täglichsbeck. Wasserbäch (Württ. — vgl. Bertram der Waterbeck 1379 Lipp. Reg.).
-beck s. 1) Bach 2) Beck.
Beckenhube III. „Pickelhaube“, vgl. Peckelhub 1434. Übrigens 1610 in Waldsee eine Wirtschaft „zur Beckelhaube“.
Becker III. ahd. bakâri, mhd. becker der „Bäcker“.
FN. Becker (mit seltenen Ausnahmen noch in der alten Schreibung mit e), hin und wieder Bekker, welches auf niederländische Einflüsse zurückzugehen scheint (s. Dekker). In Ostfriesland auch ohne Umlaut: Backer, Bakker (Borkum), vgl. neuniederl. bakker. Gen. Beckers (niederrhein.).
Zss. 1) nach der Art des Gebäckes: Kuchenbecker. Semmelbecker. Stollenbecker. Weckbecker. Weißbecker —
2) nach der Art des Backens und dem dabei verwendeten Geräte: Kohlenbecker. Pfannenbecker. Waterbecker —
3) nach Unterschieden, die in der Person des Bäckers selbst liegen: Jungbecker. Neubecker; niederd. Niebecker.
-becker s. a) Becker b) von ON. auf -beck, z. B. Walbecker.
Beckert, Beckhardt s. Big.
Beede s. Bad (einst. K.).
Beelke s. Bil.
Beer- s. 1) Ber (V.) 2) Berin (einst. K.).
Beerboom III. niederd. „Birnbaum“. Halbniederd. Beerbaum.
Beethoven III. (flam.) „Rübengarten“. Ludwig van B.
Behl- s. Bil.
Behm s. Böhme.
Behn- s. Berin (V., einst. K.).
Behr- s. Ber (V., einst. K.).
Beiderbecke III. halbniederd. „bei dem Bache“.
Beiderlinden III. „bei der Linde“. Conradus apud tiliam 1313. Andreas under der Linden.
Beiderwiden III. „bei der Weide“.
Beierle s. Baier.
Beil a) I. s. Bil b) III. mhd. bîl das Werkzeug, mit den Zss. Breitbeil. Eisenbeil. Klingbeil (Klemp. Klinckebil).
Beilhardt, Beiling s. Bil.
Beimgraben III. „beim Graben“.
Bein a) I. s. 1) Win: Widebein 2) Berin. b) III. das Körperglied, in mannigfachen Zss.: Dünnebein. Einbein. Hochbein; Hobein. Holbein; Hohlbein. Huckelbein. Klapperbein. Krummbein. Langbein. Löffelbein. Schönbein. Streckbein — besonders auch nach Tieren: Hasenbein. Hühnerbein. Kuhbein (vgl. Kuhfuß). Otterbein. Vosbein. Ziegenbein.
(Doch Schiefelbein ist ON., Städtchen in den früher zur Neumark gehörigen Teilen Pommerns — und in süddeutschen ON. tritt nach Bacmeister S. 23 bisweilen bein an Stelle von -beund = bünd.)
Beinhauer III. der „Fleischer“ (Knochenhauer).
Beink- s. Berin (einst. K.).
Beißenhirz III. Satz-N. „beiß den Hirsch“, wohl einen eifrigen Jäger bezeichnend. Auch Beißenherz.
Beke III. niederd. „Bach“, in Bekemeyer.
Bell- s. 1) Bil (V., einst. K.) 2) Bald (V.).
Bellachini, Zauberkünstler aus dem Posenschen, namens Bellach, der sich — durch bloße Geschwindigkeit, ohne Hexerei! — in Bellachini veritalienert hat.
Bellmer s. Bald (V.).
Benck s. Berin (einst. K.).
Bend- s. Band.
Bender s. a) I. Band b) III. Binder.
Benditt, Bendix s. Benedictus.
Benecke s. Berin (einst. K.).
Benedictus II. lat. „der Gesegnete“; Benedict von Nursia, Stifter des Benedictiner-Ordens im 6. Jahrh.
FN. Benedict; Benditt; Benedick — Benedix; Bendix. Gen. Bendixen. — Südd. Patr. Benedicter.
Mit Kürzung im Anlaut: Dictus; Dict — Dix.
Benhelm s. Berin (V.).
Bening s. Berin (einst. K.).
Benk- s. Berin (einst. K.).
Benn- s. Berin (V., einst. K.).
Bens-, Benz- s. 1) Band (einst. K.) 2) Berin (einst. K.).
BER I. ahd. bero, mhd. bere „Bär“, ehemals in der Anschauung des Nordens König der Tiere.
FN. Berhard: Berardt.
Berachar: Behrer.
Perlaic, Berlah: Berlich, Berleck; Berlach — Barlach — Bierlich; Bierlick.
Berman: Bermann, Behrmann, Bärmann — Baarmann.
Bernot: Bernot — Biernoth.
Paradeo: Bardey — Parthey.
Beroald: Bärwald — Berold; Beerhold — Börold — Berlet mit der Zss. Gutberlet — Berlitt; Berlt — Perlett — Biehrhold — Pyroldt. Gen. Berholz — Bierholz.
Beroward: Berward; Beerwarth — Bierwerth; Bierwirth (Preuß 8).
Beriwich: Barwig.
Berewin: Berwin — Bärwein.
Berulf: Bärwolf.
Einstämmige Kürzung Ber-.
Bero: Behre; Bär, Bähr — niederd. Bahre; Baar. Gen. Behrs — Bahrs. Patr. A. Bering; Bähring — Pering — Berring — Baring — Bierung.
Vklf. (l) Berilo: Berle — Perl — Bierl — Birle; Birla. Patr. A. Perling — Bierling. (l+n) Bärlein. (k) Berico: Berke — Bährecke — Bierig. Patr. A. Berking. (z) Berzo, Bezzo (Stark S. 86 — doch auch für beraht S. 84. 87): Bertz — Pertz — Pertsch — Betz (Zss. Schmidtbetz) — Petz (dah. Beiname des Bären) — Pätsch — Barz — Bartsch — Bärtschi (schweiz.). (z+l): Betzel — Petzel — Bessel.
Ber- s. Ber (V., einst. K.).
BERAHT I. got. baírhts, ahd. peraht, beraht mhd. perht, berht „glänzend“.
FN. Perahtgar: Prächtker.
Berhthari: Brechter — Prächter — Berchter — Bechter — Bertermann.
Berahthoh: Bertog; Bertuch.
Berahtram: Bertram; Bertrab — Bartram. Gen. Bertrams (niederrhein.).
Berehtmar: Bartmer.
Bertrand: Bertrand.
Berahtold: Berchtold — Berthold; Perthold (öst.); Berthelt — Bechtold — Pechtold — Barthold; Bartelt; Barthlott; Barthol; Bartel. Gen. Bartholz; Bartheldes — latinis. Bartholdy.
Perahtolf: Bertleff — Bechtolf; Bechdolf — Bardolph.
Einstämmige Kürzung Beraht-.
Perhto, Berto: Bercht, Bergt — Brecht — Precht — Berthe; Bert — Becht — Pecht — Bracht — Pracht — Barthe; Bardt (Brecht, Bracht auch ON. s. Brach). Gen. Berthes — Perthes — Bartens.
Vklf. (l) Pirahtilo: Brechtel — Berthele; Bertl — Bechtel — Brachtl — Prächtel — Bartel. Gen. Bartels — Bartela (ostfries.). Patr. A. Bertling — Bartling, Barttlingck. (k): Bartke; Barttig. Gen. Bertges. Patr. A. Brechtker (Preuß S. 19).
Auslautend (388 mal Först):
-brecht: Albrecht. Gen. -brechts: Lambrechts.
-precht: Lamprecht.
-pricht: Limpricht.
-bracht: Allebracht.
-berath: Hilberath.
-brath: Hilbrath.
-brod: Milbrodt.
-bert: Albert. Gen. -berts: Egberts, in anderer Schreibung -z (tz): Limbertz.
-pert: Ruppert. Gen. -pertz: Roppertz.
-brett: Odebrett.
-bart: Herbart. Seg barth.
-ber: Eyber. Gen. -bers: Dübbers.
-per: Lemper.
-bahr: Osbahr.
Bercht- s. Beraht (V., einst. K.).
Beren- s. Berin (V., einst. K.).
Berg III. ahd. perc, berc, mhd. berc — neuhochd. ist -berg in ON. die vieltausendfach belegbare F. Daneben die dativische F. -berge mit ursprünglichem Verhältniswort zu (ze): ze dem witten (weißen) berge, daraus Wittenberge.
FN. Van dem Berghe (van deme Berghe 1383. Gött. UB. I. Vgl. franz. Dumont). Zum Berge, auch Zumberge. Dass. Berge; Berg, Bergk. Zss. Bergemann; Bergmann (doch dies natürlich auch Gewerbs-N.).
Die zusammenges. FN. auf -berg überbieten selbst in Niederdeutschland die von andern Ortsbezeichnungen abgeleiteten an Häufigkeit; so zählt Hoffmanns hannöversches Namenbuch über 100 FN. auf -berg, während -dorf nur 38 mal, -feld 35, -hof 29, -bach 19 mal vertreten ist.
v. Auersperg. Blumberg. Chlingensperg (Münch.). Dannenberg. v. Gottberg. v. Hertzberg. Lindenberg. Nürnberg. Schönberg. Wittenberg.
Das -e der dativischen F. fällt in den FN. regelmäßig ab, so daß nur die Biegung des Eigenschaftswortes (Witten-, Schwarzen-) noch den ursprünglichen Dativ des ON. verrät. Nur vereinzelt findet es sich hier noch, namentlich in loserer Zusammenfügung, wie Schulze-Overberge (westf.).
Dagegen bleibt die dativische Mehrheit auf -en unverändert: Gandesbergen.
Niederd. -barg (vereinzelt): Morbarg. Wienbarg. Wittebarg. — Hasbargen (O. -bergen in Hannov., Oldenb.).
Ableitung auf -er (oberd.):
1) -berger: Berger. — Albrechtsberger. Frankenberger. Henneberger. Nirnberger (Wien). Würtemberger.
2) -perger (nach s): Baltensperger (Hof Baltsberg, Schweiz). Güntersperger. Madlsperger (O. Madelsberg, Steiermark). Hersperger. Hettmannssperger. Reichensperger. Wolfensperger.
Bergamenter III. „Bereiter von Pergament“ mhd. perminter. Bes. in Süddeutschland (früher eine „Permentergasse“ in Nürnberg, Augsburg, Reutlingen), doch auch in Braunschweig: Hinrike de permenterer 1406.
FN. Bergamenter — Bermenter; Berminter.
Bergemann s. Berg.
Berger, -berger s. Berg.
Bergmann III. 1) s. Berg 2) der „Bergmann“. Niederd. Bargmann.
Bergt s. Beraht (einst. K.).
Bergundthal III. (Zürich 1886).
BERIN I. Erweiterung von Ber (Bär).
FN. Beringar: Beringer — Berenger — Bröhinger.
Berinhard: Bernhard — Pernhart — Bernert; Bernet (im „Etat der Bürgerschaft von St. Gallen“ 1854 ist ausdrücklich angegeben, daß die dortige Familie Bernet früher Bernhard, auch Bernath geheißen. Steub S. 17) — Pernet — Bennert — Behnert — Barnert.
Zsgz. Bährendt, Behrend (entstellt Bierente) — Berndt (Zss. Großberndt; Möllenbernd; Schöneberndt). Gen. Bernhards (lat. Bernhardi) — Berendes; Berends, Behrenz — Barends — Bierentz.
Berinher: Berner — Perner — Barner — Benner.
Bernhelm: Benhelm.
Bernold: Bernhold — Bennold; Benhold.
Einstämmige Kürzung Berin-.
Berno, Benno (Stark S. 25): Beren, Bähren — Benne — Behn — Beine (Preuß 10). Gen. Bärens (Zss. Braunbehrens) — Berns (Bernsmann). Patr. A. Berning — Benning — Bening. Gen. Bennenga; Beninga (beides ostfries.). Patr. Zss. Beerensson — Bernsen.
Vklf. (i): Berni. (k): Bernicke — Pennecke — Benecke — Penke — Benck — Barnicke. Gen. Behnken. Patr. A. Beinker (= Benekingk 1507, Preuß 10). (k+l): Barnickel. (z): Berntz — Benze; Benz — Bense (Bensemann). (z+l): Benzel. Patr.A. Benzler — Benseler.
Berk-, Berl- s. Ber (V., einst. K.).
Berken- = Birken, in N. wie Berkenkemper, -kötter, Berkemeyer — Berkenbusch.
Bermann s. Ber (V.).
Bermenter, Berminter s. Bergamenter.
Bern- s. Berin (V., einst. K.).
Berner a) I. s. Berin (V.) b) III. „einer aus Bern“ (Tobler-M.)
Bernklau, auch v. Bernclau III. „Bärenklaue“.
Bernstein III. häufiger ON. (urspr. meist Berinstein) — von B., Stammort Bärenstein im Erzgebirge.
Berring s. Ber (einst. K.).
Bert-, Berth- s. Beraht (V., einst. K.).
Berward s. Ber (V.).
Bessel s. Ber (einst. K.).
Besserdich III. Satzname.
Beth- s. Bad (V., einst. K.).
Better s. Bad (V.).
Betz- s. Ber (einst. K.).
Betulejus III. latinis. für Berckmann (betula die Birke).
Beutler III. „Beutelmacher“. Peutler (Gottschee).
Beyrich s. Bag.
Bichl, Bichler, -bichler s. Bühel.
Bick-, Bieck- s. Big.
Biederkarken III. niederd. „bei der Kirche“.
Biedermann III. mhd. biderman ein „unbescholtener Mann, Ehrenmann“. Biderbeman 1262.
(Biegel) -biegel, -biegler s. Bühel.
Biegholdt s. Big.
Biehl- s. a) I. Bil b) III. Bühel.
Biehrhold s. Ber (v.).
Biel- s. a) I. Bil b) III. Bühel.
Bien(en)gräber III. der „Bienen aus hohlen Bäumen ausgräbt“.
Bier III. ahd. pior, mhd. bier, das bekannte Getränk (S. 46). Marquart Gutpier 1450.
FN. Bösbier. Dünnebier (Schwachbier). Frischbier. Gutbier. Mengelbier. Sauerbier. Strengbier. Süßbier, niederd. Sötbeer. Warmbier. Zuckerbier. Doch Gießenbier Umdeutung aus Gisembert (Preuß 7).
Bier- soweit I. s. 1) Ber (V., einst. K.) 2) Berin (V.).
Bierbaum III. „Birnbaum“, mhd. birboum (ahd. pira, mhd. bir Birne). Vgl. Bierkamp (unter Kamp).
Bierente III. „Bierbruder, Zecher“. Vgl. Bieramsel, -fink, -igel, -gans (doch s. auch Berinhard).
Bietendüwel III. s. Bitdendüvel.
Biffart s. Bil.
BIG I. ahd. pichan, mhd. bicken „hauen, stechen“.
FN.(Bighard): Pickhardt; Pickert — Bickert — Beckhardt; Beckert — Peikert.
Bigwalt: Biegholdt.
Einstämmige Kürzung Big-.
Bigo: Pigge — Pick — Bieck. Vklf. (l): Pickl — Bickel.
BIL I. ahd. mhd. bil „Steinhacke, Streitaxt“. Es scheint sich aber ein altd. Stamm bil „Billigkeit, Recht“ damit zu mischen.
FN. Bilifrid: Biffart.
(Biligar): Billger.
(Bilhard): Bilhardt; Billert — Bielert — Beilhard — Peilert — Bellert. Gen. Bilharz — Pilartz — Beilharz.
Bilihar: Biller — Biehler — Pieler — Behler. Gen. Bellers.
Biliram: Pilgram.
Belimar: Bilmer.
Einstämmige Kürzung Bil-.
Bilo: Biel — Piele — Behl — Beil (teilweis). Patr. A. Billing — Pilling — Billung — Bieling — Belling; Bellinga (ostfries.) — Beling — Beiling.
Vklf. (k) Pilicho: Billig — Bielicke — Pielke — Beelke — Beilicke. (z): Biltz — Pilz. Patr. A. Piltzing.
Billger s. a) I. Bil. b) III. Pilger.
-biller s. Bühl.
Blitz s. Bil (einst. K.).
Binder III. mhd. binder der „Faßbinder, Bötticher“ („Bindergasse“ in Nürnberg).
FN. Binder — Pinder (oberd., vgl. „Pinter“ in Marburger Urk., Reichel S. 31) — mit Abstumpfung des i; Bender. Zss. Faßbinder; Vasbender. Bittenbinder; Büdenbänder. Buchbinder; Buchbender. Bürstenbinder. Rehbinder.
Bindseil III. zu den Gerät-N. Vgl. auch Cunrad cognom. bintriemo 1339.
Bir- s. Ber.
Birchpfeiffer Doppel-N. (S. 85): Charlotte Pfeiffer, Tochter des Kriegsrates Pf. in München, verheiratet (1825) mit Dr. Birch, die bekannte dramatische Dichterin.
Birkner III. „einer aus Birken“.
Birnbaum III. s. Baum. (Heinr. von dem Birnbaum, genannt Henricus de Pyra. Köln 14. Jh.)
Bischof III. aus griech.-lat. episcopus (Aufseher), im Mhd. jeder höhere, auch nichtchristliche Priester (S. 42); im DW. auch spottweise ein „Bierbischof“. Petrus dictus episcopus 12. Jh. Selten Pischof (Wien).
FN. Bischof, Bischoff. Gen. Bischofs. Eigentüml. F. Bischkop (wohl durch Vermittelung des slaw. biscup).
Patr. A. Bischopink (Westf.).
v. Bismarck III. von der zum ehemaligen Bistum Magdeburg gehörigen Stadt Bismark d. i. Bischofsmark (= Bistumsgrenze) im Kr. Stendal.
Bitdendüvel III. Satz-N. niederd. „beiß den Teufel“ (S. 52). Auch Biedendüwel. Ähnlich Schietdendüvel „schieß den T.“
Bittenbinder III. „Büttenbinder“.
Bittner s. Büttner.
Blanc I. ahd. planch, blanch, mhd. blanc (von blinken) „blank, weiß“.
FN. Blanchard: Blankart. Gen. Blankarts — umgedeut. Blankertz.
(Blanchar): Blenker.
Einstämmige Kürzung Blanc-.
Blancho: Blancke; Blanc — Planck — Blencke.
Blank s. Blanc.
Blasius II. Bischof u. Märtyrer unter Diokletian.
FN. Plaß (Plaßmann) — Bläß. Patr. A. Bläsing.
Blatner, Blattner s. a) Platner b) vom O. Blatten.
Blatt in den Zss. Kleeblatt. Lindenblatt. Rosenblatt.
Bled- s. Blid.
Bleibimhaus III. Satz-N. „bleib im Haus“ — Bezeichnung eines Häuslichen. Gegensatz: Fleuchaus.
Bleibnichtlang III. Satz-N., wohl Bezeichnung eines, der nirgend lange bleibt.
Bleibtreu III. Satz-N. (S. 51).
Bleichert, Bleick- s. Blic.
Bleidt, Bleimer, Bleitz s. Blid.
Blenker s. Blanc.
Bleudorn III. niederd. „Blühdorn“ s. Dorn.
BLIC I. ahd. plich, blic, mhd. blic „Lichtglanz, Blitz“.
FN. (Blichard): Bliechert — Bleickhardt — Bleichert.
Blieger: Blicker. Gen. Bleickers.
Einstämmige Kürzung Blic-: Blicke.
BLID I. got. bleiths, ahd. plîdi, mhd. blîde „froh, heiter, freundlich“.
FN. Blidegar: Blediger.
Blidmar: Bleimer.
Einstämmige Kürzung Blid-.
Blido: Blied — Plitt — Blede — Bleidt.
Patr. A. Bliedung.
Vklf. (z): Bleitz.
Bliechert s. Blic.
Blied- s. Blid.
Blievernicht III. niederd. = bliev dar nicht, „ein Unsteter“.
Block III. „vierschrötiger, plumper Mensch“. Auch Blochmann; Plochmann.
Bloem, Blohm, Blöm- s. Blom.
BLOM I. got. blôma, ahd. pluomo, blômo, mhd. bluome „Blume“, wohl auf Jugend und Kraft deutend. Blumarit.
FN. (Blomhard): Bluhmhard — Blümert.
(Blomheri): Blömer — Blumer — Blühmer — Plümer.
(Blomrich): Blumrich.
Einstämmige Kürzung Blum-.
(Pluomo): Blohm — Blume; Bluhm — Bloem (ô Kleve). Gen. Bloems (ostfries.).
Vklf. (l): Blümel. (l + n): Blümlein. (k): Blömke — Blühmke — Plümicke.
Bluhm-, Blühm- s. Blom.
Blühdorn III. zu den Pflanzen-N. Niederd. Blöhdorn — Bleudorn, entstellt Bleidorn.
Blume a) I. s. Blom b) III. bes. in Zss. wie Kornblum. Schlüsselblum. — Blumenstiel. Blumenstengel. Blumenschein; Blumschein. — Plumenkron (öst.).
Blum-, Blüm- s. Blom.
Blumenschein III. mhd. bluomen schîn „der Blumen Glanz und Schmelz“. (Nach Buck S. 32 hübscher, leuchtender Blumenstrauß, als Wirtshausschild).
Blumenschmied III. der Schmied gegenüber dem Gasthof „zur Blume“ (Becker).
Bob- s. Bod (V., zweist. K.).
Bock a) I. s. Bald (einst. K.) — Bod (einst. K.) — Burg (einst. K.) b) III. zu den Tiernamen, vgl. Cunrat der Bock 1387.
Vklf. (l + n): Böcklin.
Böcker s. Bötticher.
Bockhard s. Burg (V.).
Böckel, Böcking s. Bock a).
Böckler III. „der einen Schild (buckel) führt“.
FN. Böckler - Pückler.
BOD I. zu got. biudan, ahd. piotan. angels. beodan im Sinne von „gebieten, entbieten“.
FN. (Bodebert): Bobardt — Popert. Gen. Bobertz.
Bodfrid: Boffert.
Botthar: Boder — Böter — Buder — Butter — Büder.
Bodomar: Bodemer — Bothmer — Bommer.
Poterich: Bödrich — Böttrich — Puttrich — Püttrich.
(Bodoald): Böthelt.
(Bodewig): Bodewig — Budwig.
Botolf: Puttloff.
Einstämmige Kürzung Bod-.
Poto, Buddo (VN. Bodo): Bode — Bothe — Pothe — Bott — Pott — Bude — Budde (Zss. Großbudde) — Butte. Gen. Boden — Bots; Boten — Poten — Budden. Patr. A. Böding — Büding — Bütting.
Vklf. (i) Bodi: Body. (l) Bodilo: Potel — Bötel — Budel. (l + n) Budelin: Bodelin. (k) Poticho: Bodeck — Poddig — Pottke — Botje (Eutin) — Bödke — Böttge — Budig — Buddeke — Bock. (z) Bozo: Botz — Butze — Putsche — Busso (VN. Klemp.); Busse — Bosse. (z + l): Bötzel.
Zweistämmige Kürzung 1) Bodb-.
Poppo (nach Andresen): Bobbe — Bopp — Bobe — Poppo; Poppe — Pöppl (bayr.) (Zss. Popma ostfries.) — Pöppe — Puppe. Gen. Poppen (Zss. Kleinpoppen). Patr. A. Poppinga (ostfries.).
Vklf. (l): Poppel — Bobel — Pobel — Böppli — Puppel. (k): Bobeck — Pöppig — Puppke. Gen. Popken — Puppkes.
Zweistämmige Kürzung 2) Bodf-.
Boffo (Stark S. 120): Buff — Puffe; Puff.
Zweistämmige Kürzung 3) Bodm-.
(Bommo): Pomme.
Auslautend (62 mal Först.).
-bode: Gerbode.
-bothe: Gerbothe; -both: Gerboth.
-poth: Niepoth.
-bott: Meerbott.
-pott: Gerpott.
-bade (niederd.): Garbade.
Bod-, Böd- s. Bod (V., einst. K.).
Böddiker. Bödeker s. Bötticher.
Bodenbinder III. „der einen Bretterboden legt“ (s. Bodmer).
FN. Bodenbender, Bodenbänder. Niederd. Boddenbender.
Bodmer a) I. s. Bod b) III. von „bodmen“, d. i. einen Boden (ahd. podam, mhd. bodem, das m noch bis ins 17. Jh. erhalten) von Brettern zusammenschlagen: ein Faß, ein Zimmer, ein Schiff bodmen.
Boer s. Bauer.
Boffert s. Bod (V.).
BOG I. ahd. bogo. mhd. boge „Bogen“ (als Waffe), durch Gräberfunde schon für die älteste Zeit als germanische Waffe erwiesen. Kaum von Baug zu trennen.
FN. (Bogehard): Bogenhard.
(Bogold): Bögehold.
Einstämmige Kürzung Bog-.
Bogo: Boge — Böge — Boye. Gen. Bogena (ostfries.).
Boge, Böge s. Bog.
Bogen III. in ON. auf eine Biegung, in der Regel eines Flusses od. Baches, gehend.
FN. Bogen — Elbogen.
Ableitung auf -er (oberd.):
Bogner (der Bogenaere = der von Katzenellenbogen, Walther 180 Pfeiff.) — Bögner.
Bogner III. 1) einer aus Bogen, s. das Vorhergehende 2) „Bogenmacher“ DW. (eine „Bognergasse“ in Wien; Marburger Gewerbe-Verz. Pogner).
FN. Bogner — Pogner (Gottschee) — Bögner.
In Schaffhausen, wo die Bogenschützen auf ihrer eigenen Schießstätte den Sommer hindurch die alte Waffe noch handhaben, übt auch ein „Bogner“ sein Amt — Instandhaltung der Armbrust — noch heute aus. (Tobler-Meyer 1894).
Bohl-, Böhl- s. Bald (V., einst. K.).
Böhme III. einer aus „Böhmen“. Conrad Bohemus 1281.
FN. Böhme; Böhm — auch Behm (Hans Behem 1476, vgl. Behaim, mhd. Bêheim neben Böheim, den alten N. des Landes). Auch Böheim; Böhaimb — Beheimb.
Böhmer s. Baum — bes. „Inhaber oder Anwohner eines Schlagbaumes“.
Böke niederd. Buche, in Bökenkamp; Bökemeyer usw.
Bohnenbluest III. (schw.) „Bohnenblüte“ (vgl. mhd. bluost Blüte). Bohnenstengel.
Böhringer s. Berin (V.).
Bohse s. Bos.
Bold- s. Bald (V., einst. K.).
Böld- s. Bald (einst. K.).
Bolke, Bölk s. Bald (einst. K.).
Boll-, Böll- s. Bald (V., einst. K.).
Bolt-, Bölt- s. Bald (einst. K.).
Bolte, Joachim B., Bürgermeister zu Wolgast, 1675 von dem schwed. Könige Karl II. geadelt: Bolte von Boltenstern.
Bolwin s. Bald (V.).
Bolz- s. Bald (einst. K.).
Bömack III. slawisch: ein „Böhme“.
-bömer s. Baum.
Bomheuer III. niederd. „Baumhauer“ (s. -hauer).
Bommer s. Bod (V.) — aber auch einer aus Bommen (Schweiz).
Bonewendura III. (Ottweiler) aus ital. Bonaventura.
Bonne s. Band.
Boos s. Bos.
Bopp, Böpp- s. Bod (zweist. K.).
Borch-, Börch-, Borg- s. Burg I. (V.).
-borg III. s. Burg.
Borgers, Börger s. Bürger.
Borges s. Liborius.
Borggreve s. Burggraf.
Bork- s. Burg (V., einst. K.).
Bormann s. Burg I. (V.).
Born, -born s. Brunn.
Börold s. Ber.
Borries, Börries s. Liborius.
Borstel s. Burgstall.
Borz s. Burg I. (einst. K.).
Bosch s. Busch.
BOS I. ahd. bôsi „böse“ (feindlich). Bosulf.
Einstämmige Kürzung Bos-.
Boso 6.: Bohse; Boos — Pohse — Böse.
Vklf. (l) Poasilo: Bösel. (k): Böske.
Böse a) I. s. Bos b) III. vgl. Hinricus de Bose 1325) (Ilsenburg).
Bosse s. Bod (einst. K.).
Bostel s. Burgstall.
Bot-, Both- s. Bod (V., einst. K.).
Böteführ III. (Süderditmarschen) niederd. Satz-N. „zünde Feuer an“ (Heizer in Schmelzöfen u. dergl. — doch auch Spottname für einen „Rotkopf“). Auch Büteführ; verderbt Bettführ.
Bötel s. Bod (einst. K.).
Böter a) I. Bod b) III. ostfries. „Heizer“, holl. „Kesselflicker“.
Böthelt s. Bod (V.).
Bott s. Bod (einst. K.).
Bött- s. Bod (V., einst. K.).
Bötticher III. von Bottich, ahd. potacha, mhd. boteche, botege großes Holzfaß, zumal in Brauereien der „Bötticher“; altniederd. Bödeker.
FN. 1) hochd. Bötticher; Böttcher — Böttiger; Böttger — Bottger — Pöttcher (oberd.) — Bettcher.
2) niederd. (bes. im Nordwesten): Böddiker; Böddeker — Bödeker — zsgz. Böcker.
Böttner s. Büttner.
Böttrich s. Bod (V.).
Botz, Bötzel s. Bod (einst. K.).
Bovenkerk III. (westf.) „(der) oberhalb der Kirche (wohnt)“. Auch Bovenkerken. Vgl. Bovensiepen. Bovenstein.
Bowenschulte III. (westf.) „der Schulze oben“ (s. Schulze).
Boye s. Bog.
Brabandt III. „einer aus Brabant“. Brabänder.
Brach III. ahd. brâcha, mhd. brâche „das erste Umbrechen eines zum Anbau bestimmten Landes“. Seit dem 8. Jh. in ON. Jetzt hochd. Brach, -brach, -brechen — doch viel häufiger niederd. Braak, -brack, -braken, -breck.
FN. Ellerbracke. von Heidebreck. Nebenf. Bracht seit 9. Jahrh., und dem entsprechend neuere ON. wie Bracht, Brecht, die auch zu FN. geworden.
Bracht s. a) I. Beraht (einst. K.) b) III. s. Brach.
Brachvogel III. numenius arquatus. Niederd. Brakvogel.
Bradenahl III. niederd. (Mecklenb.) „gebratener Aal“; vgl. Frideric. cognomento Bradegans 13. Jh.; altniederd. Bradherink.
Brahms s. Abraham.
Brambeer III. mhd. brâmber die „Brombeere“.
Brancke s. Brand.
BRAND I. ahd. prant, brant, mhd. brant „Feuerbrand; flammendes, blitzendes Schwert“ (davon ital. brando Schwertklinge, altfranz. brandon Schwert; das Schwert des span. Cid heißt Tizona d. i. Feuerbrand vom lat. titio).
FN. (Brandiger): Brandiker — Brenker.
(Brandhard): Brennert.
Brandold: Brandholdt.
Einstämmige Kürzung Brand-.
Prando: Brandt (VN. bei Klemp.). Gen. Brandes; latinis. Brandis (Brandsma ostfries.). Patr. A. Branding — Brenning.
Vklf. (l) Brandila: Brandel — Prantl — Brendel; Brändle (schwäb.); Prändl (bayr.). (l + n): Brändlein. (k) Brandico: Brancke — Pranckh — Brendicke — Brentke — Brennecke — Brenck. Patr. A. Breinker (Preuß 16). (z) Brantio: Branz — Prantz — Brentz — Brenneis. (z + l): Prentzel.
Auslautend (50 mal Först.):
-brand: Hildebrand. Dittebrandt. Gen. -brands: Zybrands.
-brahn: Robrahn.
-barn: Dettbarn.
-bern (s. Stark S. 187): Dibbern.
Brand III. als ON. eine Waldstelle, welche durch Feuer gerodet ward. Jetzt nicht bloß einfachen Brand, Brande häufig, sondern auch über ein halbhundert Zss. auf -brand, -brenda.
FN. Brand. Altenbrand.
Bränd- s. Brand I.
Brandner III. „einer aus Branden“ (Baden, Tirol).
Branolte I. = Nolte (Arnold) Brandes (Preuß 30).
Branz s. Brand (einst. K.)
Braten III. ahd. brâto, mhd. brâte. In der Zss. FN. Hafenbrädl („Topfbrätchen“). Schweinebrade. (In andern Zss. dürfte -brat eher eine zsgz. F. von -beraht sein, z. B. Mundbrat, wie deutlich in Hilbrath).
Bratengeiger III. „der um den Braten geigt“, Spottname = Bierfiedler.
Brauer III. mhd. briuwer, brouwer der „Bierbrauer“; mit Umlaut Bräuer (eine „Bräuergasse“ in Dresden, auch „Bierbräuer“ im Münch. Adreßb.).
FN. Brauer — Bräuer, Breuer. Gen. Brauers — Breuers (niederrhein.). Niederd. Brüwer (Bruwere 1483 Gött. UB.). Gen. Browers; Broyers (beides ostfries.). Entstellt Breyer. Wienbreyer (1635: Weinbrewer). Zss. Mumbrauer (Mumme, das seit Ende des 15. Jhs. in Braunschweig gebraute Bier).
Bräuer s. Brauer.
Brauk, -brauk s. Bruch.
Braun a) I. s. Brun b) III. von der Farbe: ahd. mhd. brûn, prûn „braun, brünett“ (vgl. franz. Lebrun).
FN. Braune; Braun — (südd.) Praun.
Bräun- s. Brun (V., einst. K.).
Braunabend III. der „braune Abend“, eine Floskel der 2. schlesischen Dichterschule, also nicht vor 1650 (Vilmar). Auch Brunabend.
Braunbehrens I. 1661: Heinrich Braun oder Berendts (Preuß).
Brausewetter III. ein „stürmischer Mensch“ (s. Wetter).
Bräutigam III. zu den Verwandtschafts-N. Niederd. Brüdigam.
Brecht- s. a) Beraht (V., einst. K.) b) ON.
Brede, Breie, Breit s. Brid.
Breinker s. Brand.
Breiser III. „Schnürriemenmacher, Posamentier“ (mhd. brîsen schnüren) vgl. Preiswerk.
Bremer III. „einer aus Bremen“. Auch Brämer.
Brend- s. Brand (einst. K.).
Brenk- s. Brand (V., einst. K.).
-brenker s. Brink.
Brenn- s. Brand.
Brenner III. vgl. Otte gen. der brenner 1338.
FN. Brenner — Prenner (Gottschee). Zss. Kalkbrenner. Neubrenner. Steinbrenner. Weinbrenner.
Brennessel III. deutlicher Pflanzen-N.
Brent-, Brentz s. Brand.
Brett- s. Brid.
Breuer s. Brauer.
Brenker, -breuker s. Bruch.
Breun- s. Brun (einst. K.).
Breyer s. Brauer.
BRID I. wohl zu angels. bridel, ahd. brittil „Zügel“ oder zum Volksnamen der Britten. Britharius 6.
Einstämmige Kürzung Brid-.
Briddo: Britt — Brede — Brett — Breie (Preuß 26). Patr. A. Breitung — Bretting.
Vklf. (l) Bridilo: Brill. (k): Bricke. Gen. Brix.
Briehl s. Brühl.
Brill s. Brid.
-bring s. Brink.
Bringewath III. Satz-N. niederd. „bringe was“. Bringezu.
Brink III. „(hochliegender) Grasplan“ — ein in niederdeutschen Mundarten weit verbreitetes Wort. Dahin gehört mehr als ein halbes Hundert ON. auf -brink in der Linie Hannover-Utrecht, mit der Hauptstärke in Westfalen.
FN. Brink (Dorf im Oldenburgischen, Münsterschen, Kalenbergischen); ten Brink, auch Tombrink (= zu dem Br.); von den Brinken. — Brinkmann, Bringmann; (fries.) Brinkama. Vgl. „die Brinkfrau zu Morsbecke, Inhaberin des Brinkhofes“, nachher genannt „Ilse Brinkfrau“ (Lipp. Reg.).
Bes. häufig in Zusammensetzungen, die meist jedoch nicht Städte oder Dörfer, sondern in mehr appellativer Art einzelne Örtlichkeiten einer Dorflage oder Feldflur bezeichnen — als FN. demnach der daselbst Wohnende, der „Brinksitzer“, vgl. Gerd uppe dem Brinke 1406 (Lipp. Reg.).
Antenbrink. Berenbrink. Exernbrink. Fahrenbrink. Gantenbrink. Hasenbrink. Klockenbrink. Mühlenbrink. Osterbrink. Steinbrink. Unterbrink. Lüsebrink und Musebrink (offenbar Spottnamen für die bezeichneten Örtlichkeiten, vgl. pommerisch „Flöhenbrink“). — Oberbrinkmann.
Bisweilen in der Schreibung -bring: Finkenbring neben Finkenbrinck. Hasselbring. Igelbring. Kregenbring neben Krägenbrinck und Krähenbrink. Kreidebring neben Kreidebrink. Lehmbring. Piepenbring.
Ableitung auf -er (westf.):
-brinker: Brinker. Berenbrinker. Steinbrinker.
-brenker: Brenker (auch = Brendeker Preuß 18). Brembrenker (Bram, Bräme = Brombeerstrauch).
Alle diese Bildungen mit großenteils noch nicht verwischtem niederdeutschem Gepräge sind als FN. bes. häufig in Westfalen und den angrenzenden Landschaften (Lippe, Osnabrück), wo sie zu den die Namengebung beherrschenden gehören.
-brink, -brinker s. Brink.
Brinkkötter III. „Brinksitzer, Häusler auf dem Brink“, s. Brink und Köther.
Brinkoch III. 1530: Brinkkort = Kord am brinke (Preuß 30).
Britt, Brix s. Brid.
Brock-, -brock s. Bruch.
Bröcker s. Bruch.
Brod-, Bröd s. Brord.
Bröhl s. Brühl.
Broicher, -broich, -broick s. Bruch.
Broichsitter III. (niedenrhein.) „Bruchsitzer“.
Brok-, -brok s. Bruch.
Bröker s. Bruch.
Brom-, Bröm- s. Brun (V., zweist. K.).
Brongers s. Brun (V.).
Bronn-, -bronn, -bronner s. Brunn.
Brons-, Bronzema s. Brun.
Broos s. Ambrosius.
BRORD I. ahd. prort, brort, angels. brord „Schiffsvorderteil; Rand, Spitze (einer Waffe)“. Willibrord.
FN. Brothar: Broder — Bröder (Brödermann). Gen. Brors. Patr. A. Bröring. Patr. Zss. Brodersen.
Einstämmige Kürzung Brord-.
(Brodo): Brode — Prott. Vklf. (l): Brödel — Prottel — Pröhle. (k): Brodke.
Zweistämmige Kürzung Brordb-.
Patr. A. Propping.
Bröring, Brors s. Brord.
Bros-, Brös- s. Ambrosius.
Brot III. zu den Speisen (S. 46) in mancherlei Zss.
FN. Bierbrot. von Casembrod (holländ. „Käse und Brot“). Eigenbrod. Gutbrod. Herrenbrod. Hirsebrod. Roggenbrod (Gernod ruckenbrot 1235). Sommerbrod. Sparbrod. Truckenbrod; Druckenbrodt. Warmbrod. Weichbrodt. Weißbrod.
Einige dieser FF. sind zweifelhaft, da möglicherweise altd. brord, brod — oder auch eine Verderbung aus -beraht (brat) in ihnen steckt, wie offenbar in Heimbrodt aus Haginbert, Milbrod aus Mildebrath (s. Mild); auch wohl Treubrodt altd. Truprat aus Drudperaht.
Browers, Bröyers s. Brauer.
Bruch III. ahd. bruoch, der allgemeinste und durch viele Mundarten verbreitete Ausdruck für „Sumpf“. Neben den gewöhnlichen FF. auf -bruch findet sich in ON. niederdeutsches -brook, -brock (bes. in Westfalen), niederrheinisches -broich.
FN. 1) Bruch. Hucklenbruch. Nonnenbruch. Ottenbruch. Vahlbruch. Wildenbruch.
2) Brook, Brock. v. Buddenbrock. v. Diepenbrock. Ellerbrock. Papenbrock. Rosenbrock. Schmalbrock. Stuckenbrock. Uhlenbrock.
3) Broich. Hucklenbroich. Kleinherzbroich.
4) v. Kerßenbroick.
Großenteils sind die Benennungen dieser Art, ebenso wie die auf -brink, nicht Namen für Ortschaften, sondern sie bezeichneten, als sie auf die Personen übertragen wurden, wirklich noch ein Bruch (Moor). So die nachfolgenden, die wenigstens in Rudolphs Lex. sich nicht finden.
Vom Bruch. Erlbruch; Elsenbruch. Gosebruch. Haselbruch. Mühlenbruch.
Vom Brocke. Zum Brook. Edelbrock. Griesenbrock. Kerkenbrock. Kordenbrock. Möhlenbrock. Nottebrock. Piepenbrock. Wiesbrock.
Auf dem Brauke. Vom Brauck. Osterbrauk. Uhlenbrauk.
Möhlenbruck.
Zss. mit -Mann:
Bruchmann — Brockmann, Brokmann, Brookmann — Braukmann.
Zss. mit -Müller:
Brockmüller. Braukmüller.
Ableitung auf -er (westf.):
Brücher — Broicher — Bröker, Bröcker, urspr. Hans im Broke (Preuß S. 3) — Breucker. Hüttebräucker.
Alle diese niederd. Bildungen mit k sind vorzugsweis häufig in Westfalen und gehören zu den dort die Namengebung beherrschenden.
Brücher s. Bruch.
-bruck s. 1) Bruch 2) Brück.
Brück III. ahd. prucca, mhd. brucke, brücke, brügge. An der Spitze der davon abgeleiteten ON. steht Brügge in Flandern (schon im 7. Jh. Brugae); jetzt außerordentlich viele N. auf -brück, -bruck, -brücken (Dat.-Plur.), -brügge, -brugg, -bruggen.
FN. 1) -bruck: von Wydenbrugk (O. -brugge).
2) Brück. Delbrück. Steinbrück. Wiedenbrück. Zweibrück (O. -brücken).
3) -brügge: Brügge. Delbrügge. Esselbrügge (Westf.). Steenebrügge.
4) -brücken: v. Zweibrücken.
5) -brüggen: Osenbrüggen.
Ableitung auf -er (oberd. und westf.):
1) -brucker: Brucker (Baden). Prucker (bayr.). Haarbrucker (Salzb.). Tiefenbrucker.
2) -brücker: Brücker. Haarbrücker.
3) -brugger: Brugger (Baden). Prugger (österr.).
4) -brügger: Erdbrügger. Ibrügger (Westf.).
Bruckhei III. „Brückenaufseher“ (Hei). Auch Auch Bruggey.
Brückmann III. „Brückenmann“ d. i. Brückenaufseher; doch nach Ähnlichkeit von Brinkmann, Brockmann u. a. nur den Wohnort bezeichnend: einer der auf oder bei einer Brücke wohnt. Brüggemann = tor Brügge (Strackerjan). Heinrich von der Brücke 17. Jh.
FN. Brückmann — Brüggemann; Brügmann.
Brückner III. schwerlich ein Brückenaufseher (Reichel), eher ein „Brückenbauer“ (s. Öffner, Büttner u. a.), am einfachsten, da der ON. Brücken wiederholt vorkommt, „einer aus Brücken“, wie Bruckner „einer aus Brucken“. Prückner; Pruckner (beide bayr. österr.).
Bruckschlägl III. (öst.) „Brückenschläger“. Vgl. Burcard de Bliensowe dict. Bruggenschlegel 1265.
Brüel s. Brühl.
-brügge, -brüggen, -brugger, -brügger s. Brück.
Brüggemeyer III. 1380: Henne up der Brucken (Preuß 32).
Bruggey s. Bruckhei.
Brühl III. ahd. pruohil, Vklf. von bruoh „Bruch, Sumpf“, mhd. brüel (mittellat. brogilus, ital. broglio, franz. breuil), „bewässerter, mit Gras und Gebüsch bewachsener Platz, buschige Wiese.“ Jetzt in ON. Brühl, -brühl, Brüel — Prühl — -bröhl — Briel, -briel.
FN. 1) Brühl. Waldbrühl. — Brühlmann. — 2) Brüel. — 3) Bröhl. — 4) Briehl, Briel. — 5) Brügel; Brügl.
Bruhn-, Bruins s. Brun (einst. K.).
Brum-, Brüm- s. Brun (V., zweist. K.).
BRUN I. got. brunjô, ahd. brunja, prunja, mhd. brünne „Brustharnisch“. Daß daneben brûn „funkelnd dunkelfarbig, braun“ hineinspielt, ist nicht zweifelhaft.
FN. Brunger: Brunger — Brünger — Braunger — Bräuniger. Gen. Brungers — Brongers.
(Brungard): Braungardt.
Brunhard: Brunnert — Braunhardt; Braunert.
Brunheri: Brunner — Braunher; Brauner — Bräuner.
(Brunmar): Brummer — Prummer (bayr.) — Brümmer — Brommer.
Brunold: Brunold — Braunewald; Braunwald. Gen. Braunholz.
Brunwart: Braunwarth.
(Brunwig): Brunweg — Brunwey.
Einstämmige Kürzung Brun-.
Bruno: Bruno; Brune; Bruhn (Lütjebrune Lippe) — Brünne — Braune; Braun — Praun. Gen Bruhns; Brunen — Pruns — Brauns — Brons — Bruins (ui = ü ostfries.) — Bronsema (ostfries.). Patr. A. Brüning — Breuning — Bruninga (ostfries.). Patr. Zss. Brunssen — Bruhnsen.
Vklf. (l): Breunle. (l+n): Breunlein, Bräunlein. (k): Brunko — Bruhnke — Brünicke — Brönneke — Bräunig. Gen. Brunken — Brünjes (fries.). (z): Brauneis.
Zweistämmige Kürzung Brunm-.
(Brummo): Brumme — Brume — Bromme — Brömme.
Vklf. (l): Brömmel; Prömmel — Brömel. (z): Bromeis.
Brun-, Brün- s. Brun (V., einst. K.).
Brunabend III. s. Braunabend.
Brunn III. got. brunna, ahd. prunno, mhd. brunne (niederd. born) „Quelle“, im Nhd. durch eben dieses Wort zurückgedrängt, so daß es nur noch eine künstlich angelegte und eingefaßte Quelle bezeichnet. In ON. schon seit dem 7. Jh. häufig nachweisbar (Baldobrunno) — bei neueren N. in drei Formen: -brunn, -bronn, -born.
„By deme Borne“ 1383 Gött UB. I., 1316 lat. „apud fontem“.
FN. 1) Brunn (vgl. franz. Lafontaine). Kaltenbrunn. Saltzbrunn. Steinbrunn. — v. Schönprunn (bayr.).
2) Bronn. Heilbronn. Neubronn.
3) von dem Borne (Roloff van deme Borne Klemp.). Born. Erlenborn. Eschborn. Schönborn. Sonneborn. (O. Sonnborn). Tettenborn. Weißenborn.
Ableitung auf -er (oberd.):
1) Brunner; Prunner (bayr.). Diestlbrunner. Kaltenbrunner. Schönbrunner.
2) Bronner. Diefenbronner. Neubronner.
Brünne s. Brun (einst. K.)
Brunner, Bronner a) I. s. Brun b) III. s. Brunn.
Brüwer s. Brauer.
Bscherer III. (bayr.) „Barbier“. Auch Pscherer.
Bschlagengaul III. wohl imperat. = „Hufschmied“.
Buccardt s. Burg (V.).
Buch III. kollektiv für „Buchwald“, mhd. daz buoch.
FN. Buch. Willenbuch.
Ableitung auf -er (oberd.):
1) -bucher: Hagenbucher. Heimbucher (salzb.). Langenbucher. Oberbucher.
2) -bücher: Klotzbücher (württ.). Rothenbücher (württ). Willenbücher.
Buchardt s. Burg.
Buche III. ahd. puocha, mhd. „Buche“ — in Zss. wie Buchmeyer, südd. Puchmayr. Niederd. Bokemeyer.
-büchel s. Bühl.
Bucher III. a) schon got bôkareis, ahd. puochâri, mhd. buochaere „Bücherabschreiber, Schreiber“ b) einer aus Buch.
FN. Bucher; Pucher (doch auch zu Buch III).
-bucher, -bücher s. Buch.
Buchfeller III. mhd. buochveller von buochvel „Pergament“, „der die Felle zu Büchern, das Pergament, bereitet“.
Buchfinck III. deutscher Vogel-N.
Buchholtz III. von dem sehr häufigen ON. Buchholz. Auch Bucholtz.
-büchler s. Bühel.
Buchner III. „einer aus Buchen“ (O. 40 mal Rud.); auch Büchner — (südd.) Puchner. Zss. Hagenbuchner.
Buchsbaum III. mittelalterlicher Schmeichelname (Grimm, Kleine Schr. II, 400). Puxbaum (Wien). Niederd. Busboom.
Buck, Bück- s. Burg (einst. K.).
Bud-, Büd- s. Bod (V., einst. K.).
Büddenklepper III. niederd. „Büttenklopfer“ Spottname für Bötticher.
Büdenbänder III. niederd. „Büttenbinder“ s. Binder.
Buff s. Bod (zweist. K.).
Bügel-, -bügel s. Bühel.
Bugg- s. Burg I. (V., einst. K.).
Bühel III. ahd. puhil, buhil, mhd. bühel „Hügel“ („Gansbühel“ Stadtgegend in München) — nhd. in den mannigfachsten FF. ON. bildend: Bühl, Biehl, Büchel, Bichl, Pichl, Bügel, Buckel, Beul u. a.
FN. 1) Bühl. Guggenbühl. Münzbühl.
2) Biehl, Biel (doch s. auch Bil I.). Windbiel (Baden).
3) Rafflenbeul.
4) Büchel, Büchl (bayr.). Steinbüchel.
5) Bichl (bayr.).
6) Klingsbügel. Krumbügel (in Köln eine Straße „Krummenbüchel“).
7) Krumbiegel. Nußbiegel (vgl. O. Nußbühl).
8) zuweilen noch mit p (nach s): Dinkelspiel (ON. Dinkelsbühl). Walterspiel (Baden).
Ableitung auf -er (oberd.):
1) -bühler: Bühler (Hans von Bühel, auch „der Büheler“ Elsaß 15. Jh.). Steinbühler. Ungerbühler (salzb.). Varnbühler (= Farn-). Weißenbühler. Pühler (bayr.).
2) -biehler: Biehler.
3) -büchler: Bücheler; Büchler. Bürekbüchler. Steinbüchler. Püchler.
4) -bichler (bes. bayrisch): Bichler. Aichbichler. Emetsbichler. Friedbichler. Fuchsbichler. Guggenbichler (salzb.). Hirschbichler. Lochbichler. Moosbichler. Steinbichler.
5) -pichler: Pichler. Laupichler. Oberpichler. Raschpichler (salzb. — sämtlich noch jetzt in Ostpreußen).
6) -biegler: Eisenbiegler. Oberbiegler.
7) -(s)pieler: Radspieler. Singlspieler.
8) Biller. Millbiller nach Steub S. 141 = Mühlbühler. Ganzbiller (Wien, vgl. O. Gansbühl).
9) -spiller: Hackspiller.
Buhr s. Bauer.
Bull- s. Bald (V., einst. K.).
Bülte III. „Hügelchen im Sumpfe“.
Bültemeier (1507: Johann upper Bulten).
Bultmann (Bremerhafen).
v. Bülzingslöwen III. Stammort Bülzingsleben in Thüringen (s. -leben) — im Wappen fälschlich ein Löwe. (Adelslex.)
Bumann s. Baumann.
Bünd III. ahd. piunt (zu „bauen“), seit dem 8. Jh. in ON. Jetzt in den FF. -bünd, -boind, -peunt (-point), -paint (Adelpaint). Conrat in der Pewnt 1376. Grasbiunder 1319 Augsb.
FN. Ableitung auf -er (oberd., bes. bayr. österr.):
1) -pointner: Pointner. Hirschpointner. Kreuzpointner. Mühlpointner.
2) -paintner: Paintner. Haarpaintner. Lindpaintner. — Baintner.
Bunge III. „Trommel“. Zss. Bungenstab.
Bungener III. altniederd. bungener „Trommler“, von bunge = Trommel, bungen = trommeln.
FN. Bungener — Büngener; Büngeler. Mit der starken Bildung: Bunger — Bünger.
Burch-, Burck- s. Burg I. (V., einst. K.).
BURG I. got. baúrgs, ahd. purc, mhd. burc „Burg“ (ital. borgo, span. burgo — Stadt Burgos in Altkastilien). Von „bergen“.
FN. Burghard: Burghardt; Burgard — Burgerth — Burckhard; Burkert — Purkhart; Purkart — Burchardt — Buccardt — Buggert — Bürkert — Pürkerth (bayr.) — Borghard; Borgert — Borchardt; Borchert — Bockhard — Bochert. Gen. Burghartz; Burgartz — Borcherts — latinis. Burchardi. Patr. A. Borcherding — Borkerding.
Burghar: Burger. Gen. Borchers — Börchers.
Burgman: Burgmann — Borchmann — Bormann.
Burgmar: Burgmer.
Burgoald: Burgold — Purgold — Burghold — Borgwaldt. Gen. Burgholtz.
Burcward: Burgwardt — Borgwardt.
Einstämmige Kürzung Burg-.
Burgio, Bucco: Bürge — Burck — Bugge — Buck — Borge — Borck — Bock. Gen. Burgs. Patr. A. Bücking — Böcking.
Vklf. (i): Burki — Bürgi (schweiz.). (i + n) Bürgin. (l): Bürgel; Bürgle — Bürkle — Bückel — Böckel. (l + n): Bürklin — Bürcklein — Bücklein. (z): Burtz — Borz. (z + l): Bürzel — Pörzel.
Auslautend in 179 Namen (Först.), die sämtlich weiblich sind.
Burg- s. Burg I. (V.).
Bürg- s. Burg I. (einst. K.).
Burg III. got. baúrgs, ahd. purc, burg, mhd. burc befestiger, bergender Ort, „Burg, Stadt“. Schon im 1. Jh. Teutoburgium und Asciburgium; einfaches Burg erst aus dem 8. Jh. nachweislich und in derselben F. in tausend heutigen N. Niederd. -borg (so immer bei Klempin, z. B. Brandenborgh).
FN. Dillenburg. Brandenburg. Eulenburg. Mecklenburg. v. d. Malsburg.
Das ahd. p noch in: Marpurg. Regenspurg. Niederd. v. d. Borg. Drieborg (O. Driburg). Humborg (O. -burg). Osborg (O. -burg). Tecklenborg (O. -burg). Wieborg. Winzenborg (O. -burg) — bes. in dem nordwestlichen Deutschland, während es in den ON. fast durchweg in -burg verhochdeutscht zu sein scheint.
Ableitung auf -er (oberd.):
1) -burger: Brandenburger. Dillenburger. Luxemburger. Naumburger. — Regenspurger.
2) -bürger: Heimbürger. Lünebürger. Oldenbürger. Würzbürger.
Burger s. a) Burg (V.) b) Bürger.
Bürger III. ahd. purgâri, mhd. burgaere, später burger „Bewohner einer Burg“, sodann „Bewohner einer (befestigten) Stadt“, im Gegensatz zu dem Landbewohner.
FN. Bürger — Burger (in Wien häufiger als Bürger). Gen. Bürgers. Niederd. Börger. Gen. Borgers.
-bürger s. Burg III.
Bürgermeister III. mhd. burgermeister „Voreteher einer Stadtgemeinde, Bürgerschaft“; auch übertragen auf den Vorsteher einer Dorfgemeinde (in Schwaben und am Rhein). — Im Schwabenspiegel burcmeister, daher „Burgemeister“ (wie noch bei Goethe); neuniederländ. burgemeester.
FN. Bürgermeister — Burgemeister.
Burggraf III. mhd. burcgrâve „Burggraf, Stadtrichter“. („Er was lantgrâve überz lant., burcgrâve in der stat genant“ Rudolf v. Ems, Guter Gerhard V. 1452).
Burgmann a) I. s. Burg b) III. mhd. burcman „auf der Burg wohnender Vasall des Burgherrn“.
Burgstall III. angels. burhstal, noch jetzt in Österreich gebräuchlich, sinnverwandt mit „Burg“. Im südöstlichen Deutschland sind Orte namens Burgstall sehr häufig; im nordwestlichen dagegen treten zwei abgeschliffene FF. zahlreich auf: Borstel, -borstel, und Bostel, -bostel.
FN. 1) v. Hammer-Purgstall.
2) v. Borstell.
3) Bestenbostel. Döhnbostel. Hornbostel (O. in der Landdrostei Lüneburg). Ohlenbostel. Rodenbostel. — Auch Bostelmann (hannöv.).
Ableitung auf -er (oberd.): Purgstaller (österreichisch).
Burk-, Bürk- s. Burg I. (V., einst. K.).
Burmeister, -mester s. Bauermeister.
Burtz, Bürzel s. Burg I. (einst. K.).
Busboom III. niederd. „Buchsbaum“, aus lat. buxus, s. Busenbaum.
Busch III. ahd. busc, mhd. busch, pusch das gewöhnlichste deutsche Wort für „niedriges Gehölz, Buschwerk“. Niederländ. Bosch. In manchen der folg. Namen gewiß appellativ, wie -brink, -bruch u. a.
FN. 1) von dem Bussche. Busch. Pusch. — Buschmann. Puschmann. Berkenbusch. Dornbusch. Dohrenbusch. Ellerbusch. Evertsbusch. Finsterbusch. Gadebusch. Hasselbusch. Holderbusch. Kattenbusch. (Katzen-). Kieckebusch; Kyckbusch (O. in Brandenburg). Knappertsbusch (O. Knapperzbusch). Nätebusch (Nuß-). Schlebusch. Vahlbusch. Wiedebusch (Weiden-).
2) von der Bosch. Achternbosch. — Boschmanns (niederrhein.).
Ableitung auf -er (oberd. — aber auch westf. von Flurnamen):
1) Buscher (Münch.).
2) -büscher: Büscher. Königsbüscher. Telgenbüscher; Tellbüscher.
Busenbaum III. nach Vilmar „Stammbaum“, was aber nicht belegbar. Besser mit Andresen = „Buchsbaum“ (s. d.). Dafür sprechen auch die Nebenff. Busebaum und (niederd.) Busboom.
Buss- s. Bod (einst. K.).
Bußin III. N. eines dem Verf. persönlich bekannten Proselyten, abgeleitet von „Buße“ mit Anklang an die ON. auf -in.
Büteführ s. Böteführ.
Butendieck III. niederd. „der am Außendeich“. Halbniederd. Butendeich.
Butenop III. niederd. „außenauf“ (Finkenwerder).
Butenschön III. niederd. „(nur) außen schön“.
Büttel III. in ON. zu altsächs. bodl, angels. botl „Haus“ (9. Jh.: Dallangibudli).
FN. Edelbüttel, auch Eddelbüttel. Oldenbüttel. Sießenbüttel.
Butterbrod III. vgl. Kese-unde-brot um 1530 (Lübben), altniederd. Wekebrôd.
Butterfaß III. deutlicher Gerät-N.
Buttermann III. ein „Butterhändler, -träger“. Niederd. Bottermann.
Butterweck III. ein aus Butterteig gebackener Weck. Halbfranzösiert in barbarischer Schreibung Bouterwek, „um der unästhetischen Butterwecke zu entgehen“ (Pott). Auch Butterwegge.
Bütting s. Bod (einst. K.).
Buttmann Pott S. 596: „Möglicherweise aus Butte für Bütte. Oder Verkäufer von Butten (Butt, Platteise, Rhombus piscis). Oder vom hamburg. Adj. butt, von kleinen Kindern, vgl. verbuttet, auch grob, plump.“ Alle diese Vermutungen sind in die Luft gebaut, wenigstens soweit es sich um den N. des bekannten Gräcisten handelt; denn dieser ist urspr. gar nicht deutsch, sondern französisch, von Réfugiés stammend, Boudemont, woraus nur Buttmann verdeutscht worden (s. Allg. deutsche Biographie S. 656).
Büttner III. mhd. bütenaere (vom ahd. putin, mhd. büten, bütte) „Bötticher“ („Büttnerstraße“ in Breslau).
FN. Büttner. Böttner. Verderbt Bittner (Schles.); Pittner (bayr.).
Butze s. Bod (einst. K.).
C.
Cammerer s. Kämmerer.
Camp- s. Kamp I.
Cannegieter s. Kannengießer.
Capelle III. mehrfacher ON.
FN. Capelle. von Capellen.
Abl. auf -er: Kappeller.
Carels, Carl- s. Karal.
Carst- s. Christianus.
Casp- s. Kaspar.
Caßebohm III. niederd. „Kirschbaum“ (s. Baum — Kassebohm O. in Mecklenb.).
Cattepoel III. „Katzenpfuhl.“
Cellarius s. Keller.
Charfreytag III. zu den Zeitnamen gehörig (s. Tag).
Chelopoeus s. Kistmacher.
Christ, -el, -en s. Christianus.
Christianus II. griech.-lat. Ableitung von Christus: „ein Christ“ (noch mhd. Christen); der N. zuerst in Antiochien, Apostelgesch. 11, 26.
FN. a) Christian; Christann; Christen — gleich dem Appelativum bis zur Einsilbigkeit verkürzt: Christ, Krist nebst Christmann, ostfries. Christma. Gen. Christiani; Christians; Krystians. Patr. A. Christinck — Christeller (Schles.). Patr. Zss. Christiansen; Christensen (Schlesw.).
Vklf. (l): Christel; Christl (bayr.). Krestel. Patr. A. Kristler. (l + n): Kristlin. (k): Christeinicke.
b) Mit Umstellung des r: Kirstan, Kirsten (Elbing. Urk. Kirsten Heyncze 1487) — Kürsten — Kirschten, woraus durch Umdeutung Kirstein; Kirschstein — Kerschstein (Hessen). — Verkürzt: Kirste; Kirst (Patr. A. Kirsting); in breiterer Aussprache Kirscht — mit Ausstoßung des r: Kist.
c) Mit Umstellung des r und Brechung des i in e: Kerstan (in Gött. UB. I. schon ums J. 1251 Kerstianus als VN.); Kersten; Kerstein — verkürzt Kerst. Patr. A. Kersting. Mit Ausstoßung des r: Kesten; Kestein; Kest. Patr. A. Kesting. (1590: Kersting Preuß). Zss. Richterkesting (Lippe).
d) Mit Umstellung des r und Verbreiterung des e in a (niederd.): Karsten, Carstenn (Carsten Manteuffel KB.); Karstein; Karst. Gen. Carstens — (ostfries.) Karsjens. Patr. Zss. Carstensen.
Vklf. (k): Karsteineke.
Mit Ausstoßung des r: Kasten (als VN. 17. Jh. KB.); Kastein; Kast. Patr. Zss. Kastensen.
Mit Rückangleichung des t: Kassens.
Christophorus II. griech. „Christusträger“ (S. 25); die betreffende Legende unter anderen bei Kind: „Offerus war ein Lanzenknecht“ usw.
FN. Christopher; Christoffel; Christoph. Gen. Christophory; Christophers; Christoffels.
Mit Kürzung im Anlaut: Stoffer — Stoppel. Gen. Stoffers (Stoffer VN., Stoffer Prochel 1644 KB.); Stoffels. Patr. A. Stöffler.
Chrysander III. vergriecht = Goldmann.
Ciliax, Ciriaks, Cirks s. Cyriacus.
Claaß-, Clabs, Claes, Clas-, Claß- s. Nicolaus.
Claud- s. Hlod (einst. K.).
Claus- s. Nicolaus.
Clauth s. Hlod (einst. K.).
Claw- s. Nicolaus.
Clemens II. lat. „milde, gütig“ — N. zweier bedeutender Lehrer und Schriftsteller der christlichen Kirche der ersten beiden Jh.
FN. Clemens, Klemens; Klement.
Clericus III. lat. Übers. von Pape, in dem Sinne des mhd. pfaffe „Geistlicher“ (s. Klempin, Matrikeln der pommerschen Ritterschaft S. 11).
Cloos s. Nicolaus.
Cnyrim s. Knieriem.
Coecejus s. Koch.
Coers s. Kun (V., Chunrad).
Cohn a) christlicher N. s. Kun (einst. K.). b) häufiger jüdischer N., zsgz. aus Cohen „Priester“.
Cohnfeld, -helm, -stein III. jüdische Phantasie-N. (S. 67).
Cohrs s. Kun (Kunrad).
Con- s. Kun (V., einst. K.).
Cord- s. Kun (Kunrad).
Corleis s. Kyrieleis.
Cornelius II. berühmtes römisches Geschlecht, zu welchem auch der Hauptmann Cornelius Apostelgesch. 10, als Nachkomme eines Freigelassenen des L. Cornelius Sulla, gehört haben mag.
FN. Cornelius; Corneljes (friesisch; Genetiv? s. Ruprecht S. 9); Cornils — Cornel, Cornehl. Gen. Corneli. Patr. Zss. Korneliussen; Cornelissen.
Mit Kürzung im Anlaut: Nelius; Nelies, Neljes, Nellies (die drei letzten im Fries. auch VN.) — Neels — Niels. Patr. Nellessen — Nehlsen.
Corrodi I. „älter Koradi = Konrads“ s. Kun.
Corßen s. Kun (V.).
Corvinus III. verlateint aus Rabe, Raab.
Cosmar s. Goz.
Coster, Cöster s. Küster.
Crabathi III. „Kroat“ (Fröhner S. 36).
Cramer s. Krämer.
Cranach III. ON. (S. 30).
Cremer s. Krämer.
Cretzschmar s. Kretschmer.
Crobath III. „Kroat“.
Cruse s. Krause.
Cun- s. Kun (V., einst. K.).
Curdes, Curt, -curt s. Kun (V.).
Curtius III. verlateint aus Kurtz, Korte.
Cyprianus II. griech.-lat. „der Mann aus Cypern“, Bischof von Karthago u. Märtyrer unter Valerian 3. Jh. (Kal. 26. Sept.).
FN. Supprian.
Cyriacus II. griech. „dem Herrn gehörig“; Patriarch von Konstantinopel um 600 n. Chr.
FN. Cyriacks. Cyriaci.
Zsgz. Cirks (fries.), davon Gen. Plur. Cirksena, das einheimische Fürstengeschlecht in Ostfriesland, welches mit Karl Edzard 1744 ausstarb; doch dauert der N. anderweitig in Ostfr. fort, als der einzige noch lebende N. auf sena (sna) s. Ruprecht S. 14 — aber nach Stark S. 135 von Sigerik, Sirck, indem fries. für s ein z eintritt: Zirkzena, wie Zicke = Sicke.
Mannigfache, z. T. sehr entstellte Formen: Ciriaks; Ciliax — Zilias; Zilges — Silges u. a.
Czech III. ein „Tscheche“; auch in der Schreibung Tschech, Zschech. (In der Kassubei von einigen Familien nach dem Attentat des Bürgermeisters Czech auf Friedrich Wilhelm IV. in Echt umgewandelt, indem der König, um Verleihung eines andern N. angegangen, das Cz vorn strich und ein t am Ende zusetzte).
D.
Daab s. Dag (zweist. K.).
Daacke s. Dag (einst. K.).
Dabbert, Dabert s. Dag (V.).
DAD I. got. dêds, ahd. mhd. tât „Tat, Werk“. Fließt z. T. mit Dag zs.
FN. Tadebert: Dabbert — Tabbert.
Thetald: Thadewald.
Einstämmige Kürzung Dade.
Tatto: Dato; Dathe — Dade — Thate.
Vklf. (l): Taddel. (k): Tatje.
Daffert s. Dag (V.).
DAG I. got. dags, ahd. tac, tag, mhd. tac „Tag“ (wohl in Hinsicht auf Licht und Glanz). Seit dem 4. Jh. in N. nachweisbar.
FN. Tagebold: Tabold.
Dagobert: Dabbert — Tabbert — Tappert — Dapper. Gen. Dappers.
Tagibod: Taboth.
Dagafrid: Daffert.
Dagaher: Täger. Patr. A. Degerink.
Dagaleif 4.: Taglieb.
Tagamar: Daimer — Dahmer.
Tagarat: Tagart — Tägert.
Dagarich: Teirich.
Tagadeo: Tadey (spr. — dē, Eutin) — Taddey.
Dagoald: Dagott.
Mit Erweiterung (Dagin-):
Dagimpald: Damboldt.
Taginbert: Dammert — Dember.
Einstämmige Kürzung Dag-.
Dago, Tacco: Daacke — Tag — Tack (Tackmann) — Däge — Täge — Deg — Tegge — Dey. Gen. Tägen.
Vklf. (l) Dagalo: Degel — Tägel. Patr. A. Dägling — Dahling — Dehling. (k): Dagiko: Deicke. Gen. Deycks. (z) Tagizo, Tayso: Deitz — Deiß — Theise; Theis.
Zweistämmige Kürzung Dagb-.
Dapp — Tapp — Daab.
Zweistämmige Kürzung Dagm-.
Damo: Dahm. Gen. Dahms.
Vklf. (l): Dehmel. (k): Dahmke.
Auslautend (53 mal Först.):
-tag: Heiligtag.
-dach: Hildach.
-dey: Alldey.
Däg- s. Dag (einst. K.).
Dahl-, -dahl s. Thal.
Dahling s. Dag (einst. K.).
Dahm- s. Dag (V., zweist. K.).
Dahn s. Dan.
Dähn- s. 1) Dan 2) Thegan.
Damcke s. Thanc (zweist. K.).
Damm a) I. s. Thank b) III. „der am oder auf dem Damm Wohnende“ vgl. Henning vamme Damme (Drübecker Urk. 1525).
Dän- s. 1) Dan 2) Thegan.
DAN I. der „Däne“ — seit dem 7. Jh. in N. nachweisbar (Danoald).
FN. Denihart: Dannert — Tannert — Denhard — Dähnert.
Einstämmige Kürzung Dan-.
Dano, Tenno: Dann — Dahn — Dähne; Dehn. Patr. A. Dening.
Vklf. (l) Danilo 7.: Dähnel, Dänell. (k): Dahnke — Denicke — Dähnke.
(Fließt zusammen mit Thegan.)
Danck- s. Thanc.
Danehl s. Daniel.
Danhauer III. „Waldhauer, Holzfäller“ (s. Tann). Dannenhauwer 1471.
Daniel II. hebr. „mein Richter ist Gott“, der bekannte Prophet.
FN. (zum Teil jüdisch): Daniel (Danigel) — Danehl — Dannöhl — Danneil. Latinis. Danelius. Gen. (lat.) Danielis — (deutsch) Daniels. Patr. Zss. Danielsohn; Danielson; Danielsen.
Dank s. Thanc.
Dankegott III. deutlicher Satz-N.
Dann, Dannert s. Dan.
Dannehl, -eil, -öhl s. Daniel.
Danz s. Thanc.
Dapp- s. Dag (V., zweist. K.).
Däschler, Däschner s. Täschner.
Dato, Dathe s. Dad.
Daud- s. Thiud (V., einst. K.).
Daum III. s. S. 49. Heneke mit dem dumen 1373. Chunrat vnd Friderich die Dovmen; Frideric. Pollex 13. Jh.
Dautert s. Thiud (V.).
Däuwel s. Thiud (V.).
David II. hebr. „geliebt“; der König und Psalmendichter des A. T.
FN. (z. T. jüdisch): David; Dawid. Gen. (lat.) Davidis — (deutsch) Davids. Patr. Zss. Davidson — Davison.
DAW I. ahd. dau, angels. theav, altsächs. thau „Sitte“.
FN. Dawipert: Daubert.
Tawold: Dauwald.
Einstämmige Kürzung Dav-.
Dawo: Daue — Dewe.
de in niederländ. Namen der Artikel: de Boer, de Vrient (S. 40), de Ruyter (Emden).
Deb- s. Thiud (V.).
Debbelin s. Thiud (zweist. K.).
Debusmann s. Matthäus.
Dechant III. ahd. techant, mhd. dechân (aus lat. decanus „der über zehn gesetzt ist“), ein Vorgesetzter in verschiedenen, nicht bloß geistlichen Ämtern.
FN. Dechant; Dechend.
Decker a) I. = Dietger (s. Preuß 18) b) III. „Dachdecker“.
FN. Decker, in ostfriesischer Schreibung Dekker. Gen. Deckers (niederrhein.).
Ded- s. Thiud (V., einst. K.).
Deeken, Deet- s. Thiud (einst. K.).
Defert s. Thiud (V.).
Defregger III. „einer aus dem Teferegger Tale“ (Tirol).
Deg- s. Dag (einst. K.).
Degen-, Degner s. Thegan.
Degreff s. Graf.
Dehling s. Dag (einst. K.).
Dehmel s. Dag (zweist. K.).
Dehn s. 1) Dan 2) Thegan.
Dehrholtz s. Diur.
-dei s. a) Dag b) Thiu.
Deib- s. Thiud (V., zweist. K.).
Deichmann III. „Aufseher eines Deiches“ d. i. Schutzdammes gegen das Wasser. (Da mit der Erdausgrabung zugleich eine Erdaufschüttung verbunden ist, so hat die Sprache dasselbe Wort einmal in der hochd. Form „Teich“ für lacus, sodann in der halbniederd. F. „Deich“ für agger verwendet).
FN. Deichmann. — Niederd. Dieckmann. Gen. Diekmanns (Geldern) — s. auch Teichmann.
Deick- s. Dag (einst. K.).
Dein- s. Thegan.
Deiß s. 1) Dag (einst. K.) 2) Thiud (einst. K.).
Deit- s. Thiud (V., einst. K.).
Deitz s. 1) Dag (einst. K.) 2) Thiud (einst. K.).
Delff, Delfs s. Thiud (V.).
Delker, Delkener III. „einer aus Dalbke“ in Lippe-Detmold (Preuß 34).
Demant III. „Diamant“. Auch Jaspis findet sich als christlicher FN.
Dember s. Dag (V.).
Denant s. Thiud (V.).
Denecke s. Thegan.
Dengel s. Thanc.
Denhard s. 1) Dan 2) Thegan.
Denis s. Dionysius.
Denk- s. Thanc.
Denn- s. 1) Dan 2) Thegan.
Denys s. Dionysius.
Denz- s. Thanc.
Depping s. Thiud (zweist. K.).
Dereich, Derix s. Thiud (V.).
Dessaller III. (romanisch-deutsch) „einer aus de Sala“.
Dessoir III. aus Dessauer verfranzöselt (S. 68).
Det-, Deth- s. Thiud (V., einst. K.).
Dett- s. Thiud (V.).
Deub- s. Thiud (V., zweist. K.).
Deudeloff s. Thiud (V.).
Deuerling s. Diur.
Deuß s. Thiud (einst. K.).
Deut- s. Thiud (V., einst. K.).
Deutsch III. auch Teutsch. Abgeleitet Teutscher.
Devrient III. urspr. flämisch: de Vrient „der Freund“ (S. 40).
Dew-, Deybaldt s. Thiud (V.).
Deycks s. Dag (einst. K.).
Deyhl s. Thiud (einst. K.).
Dibbern s. Thiud (V.).
-dick s. Teich.
Dict- s. Benedictus.
Didden, Didtchen s. Thiud (einst. K.).
Didolf s. Thiud (V.).
Dieb- s. Thiud (V., zweist. K.).
Dieck-, -dieck s. Teich.
Dieckmann s. Deichmann.
Died- s. Thiud (V., einst. K.).
Dief- s. Thiud (V.).
Diehr s. Diur.
Dieken s. Thiud (einst. K.).
Diekgräber III. (niederd.) „Teichgräber“.
Diekgräwe, -grebe III. niederd. „Deichgraf“ d. i. Aufseher eines Deiches.
Diel- s. Thiud (einst. K.).
Diem- s. Thiud (V., zweist. K.).
Dienhart s. Thegan.
Diepolt s. Thiud (V.).
Dier- s. 1) Diur 2) Thiud (V.).
Dieringer III. „Thüringer“.
Dießl s. Thiud (einst. K.).
Diet-, Dieth- s. Thiud (V., einst. K.).
Dietsch, Dietz-, Dihle, Dik-, Dill s. Thiud (einst. K.).
Diewald s. Thiud (V.).
Dillschneider III. „Dielschneider“, vom mhd. dille Diele.
Dimmel s. Thiud (zweist. K.).
-ding, -dink aus ing entstanden bei Anfügung an Vollnamen, die auf einen T-Laut ausgehen:
Helmerding (Helmhard). Vollbeding (Volkbert). Humperdinck (Hunipreht, Humpert).
Dionysius II. griech. „der Dionysische“, von dem Gotte Dionysus (Bacchus).
FN. Denys, Denis. Mit Kürzung im Anlaut Nieß.
Dip- s. Thiud (V., zweist. K.).
Dirck-, Dirk- s. Thiud (V.).
Diruff s. Diur.
Diß s. Thiud (einst. K.).
Dit-, Ditt- s. Thiud (V., einst. K.).
Ditz s. Thiud (einst. K.).
DIUR I. zu ahd. tiuri, diuri, mhd. tiure „teuer“.
FN. Diurleic: Thierley — Thurlei.
Deorovald: Dörwald — Dürholdt — Tyrolt. Gen. Dehrholtz.
Deorulf: Dierolf — Thierolf — Dürolf — Thyrolf — Türloff — Diruff — Tiroff; Thierauf.
Einstämmige Kürzung Diur-.
Dioro: Diehr — Theuer — Duhr. Patr. A. Dierink. Patr. Zss. Diersen.
Vklf. (l) Patr. A. Deuerling. (k): Diericke — Theurich — Dürrich. (k + n): Dürichen. Patr. Zss. Dührsen — Dürsen.
Dix s. Benedictus.
Djuren s. Georgius.
Dob- s. Thiud (V.).
Döb-, Döbb- s. Thiud (V., zweist. K.).
Docke, Dod- s. Thiud (einst. K.).
Död- s. Thiud (V.).
Dohm s. Dom.
Dolf s. Ath (V.).
Dolfus s. Fuß b).
Doll s. Thiud (einst. K.).
Dollfuß s. Fuß b).
Dollmetsch III. gegen Ende des 13. Jh. aus dem Slawischen (poln. tlumacz, russ. tolmatsch) aufgenommen: „Dollmetscher“.
DOM I. got. dôms, ahd. mhd. tuom „Urteil, Gericht“ (auch Macht, Ansehen).
FN. Dombert: Dombert — Tompert.
Domard: Domhardt — Dommert — Dühmert — Dummert — Thumhart — Dümmert.
Domarius: Thomer — Dommer — Thümer.
Tuomrih: Domrich — Dommerich.
Einstämmige Kürzung Dom-.
(Domo): Dom, Dohm — Thum — Thym.
Gen. Dohmen — Dommes — Thümen.
Vklf. (l) Duomelo: Dommel — Tömmel — Dummel — Dümmel — Thümmel. Patr. A. Dömling — Dümling — Thümling. (l + n): Dümlein. (k): Domke — Dömich — Dühmke. (k + n): Dümichen.
Auslautend -tum: Altum.
Dom-, Döm-, Domm- s. Dom.
Dominicus II. „dem Herrn angehörig“ (vgl. Cyriacus); der h. D. ein ‚Spanier‘ stiftete 1216 den Orden der Dominikaner.
FN. Dominicus; Dominick; Domnick — Minikus (Zürich).
Don-, Dön- s. Antonius.
Donaubauer III. „einer aus der Einöde Donaubau“(er) in Niederbayern. Auch Donebauer, Donnabauer.
-donk s. Dung.
Donner s. Thunar.
Donnersmark III. im Zipserlande (Ober-Ungarn) gelegener Marktflecken, wonach das jetzt schlesische Grafengeschlecht Henckel v. Donnersmarck seinen Namen hat, während der N. Henckel durch eine Erbtochter „v. Henckel“ hinzugebracht ist (S. 85).
Döpel s. Thiud (V.).
Dopp s. Thiud (zweist. K. I).
Dordenbusch III. Satz-N. „durch den Busch.“ Durhdenpusch (Hugo v. Trimberg).
Dorf III. ahd. dorf, thorf, mhd. dorf, altsächs. thorp, niederd. dorp (dän. torp) — in ON. aus dem 7. Jh. zuerst nachweislich; neuere FF. -dorf, -torf — niederd. -dorp (z. B. Oldendorp), -drup, -trup, -trop.
FN. a) hochdeutsch:
1) -dorf: Borsdorf. v. Helldorf. Pufendorf. Blasendorff.
2) -dorpf (-torpf): Teßdorpf. Graf Sierstorpff (O. Siersdorf).
3) -torf (nach s und t): v. Ahrenstorff (O. Ahrensdorf in d. Uckermark). Gottorf. Reinstorf. v. Bernstorff. Estorff. Wolterstorff neben Woltersdorff (während als ON. nur Woltersdorf).
4) -troff: Hermestroff. Langstroff (O. Langsdorf).
b) niederdeutsch:
1) -dorp: v. Hogendorp. Oldendorp (neben Ollendorff). So immer bei Klempin: Benekendorp, Teskendorp (j. Teschendorf) — nach s torp: Beygerstorp (j. Beyersdorf).
2) -drop: Daldrop.
3) -drup: Brandrup (O. Branderup in Nordschleswig). Sandrup.
4) -torp: Quistorp (O. Quisdorf im Eutinischen).
5) -trop: Gastrop. Ribbentrop (O. Ribbentrup in Lippe-Detmold). — Aschentropp.
6) -trup: Mentrup. Sentrup. Wentrup. Westrup. Eistrupp (O. Eistrup im Osnabrückischen). Schachtrupp (O. -trup).
Ableitung auf -er (oberd.):
1) -dorfer (-torfer): Bilsdorfer. Freundorfer. Herrmannsdorfer. Helfersdorfer. — Aiglstorfer (bayr.).
2) -dörfer: Herrendörfer. Hundsdörfer. Neudörfer. Erdmannsdörffer. — Herrmannstörfer.
-dorfer, -dörfer s. Dorf.
Dörfler III. „einer aus Dörfel“ (O. 54 mal).
Döring s. During.
Dorn III. ahd. mhd. dorn „Dorn, Dornbusch“. Auch häufiger ON.
FN. Dorn. Blühdorn; niederd. Bleudorn. (entstellt Bleidorn). Hagedorn, zsgz. Heidorn. Hogendorn. Maidorn. Schleedorn (Heinric. dict. Sleedorn 1266).
-dorp, -dorpf s. Dorf.
Dörries s. Isidorus.
Dörwald s. Diur.
Dörwand III. niederd. = dör(ch) de Wand (Catharina Dördewant 1651 Eutiner Urk.) „ein unbesonnener, tollkühner Mensch.“
Döscher III. niederd. = Drescher; Dröscher.
Dotter, Döttloff s. Thiud (V.).
Doxie II. aus Eudoxia (Fröhn.).
Drabant s. Trabant.
Drabsanft III. Satz-N. „trabe sanft“.
Drächsle s. Drechsler.
Dräs- s. Andreas.
Draudt s. Drud (einst. K.).
Dreassen s. Andreas.
Drebes s. Andreas.
Drechsler III. von „drechseln“, dem Frequentativ von „drehen“.
FN. Drechsler, Drexler — Träxler, Trexler — dem mhd. draehsel entsprechend Drechsel, in schwäbischer F. Drächsle.
Dreeß, Drees- s. Andreas.
Dreher III. von „drehen“, mhd. draejen, der „Drechsler“.
FN. Dreher. Zss. Stockdreher.
Niederd. Dreier, Dreyer von niederd. drejen. Zss. Schötteldreyer (Bückeburg) „Verfertiger hölzerner Schüsseln“. Stuhldreier (Westf.). (So werden auch die Bernstein-Arbeiter, die früher in Danzig, Stolp usw. eine besondere Zunft bildeten, in dem Stolper KB. noch im 17. Jh. „Bernsteindreier“ genannt.)
Dreier, Dreiher s. Dreher.
Dreis s. Andreas.
Dreizehner III. wohl mit Bezug auf den alten Aberglauben, daß, wenn gerade 13 Personen sich in einer Gesellschaft zusammenfinden, einer von ihnen bald sterben muß.
Drescher III. „der Getreide ausdrischt“. Auch Dröscher.
Dressel s. Thras.
Dreuttel s. Drud (einst. K.).
Drew- s. Andreas.
Dreyer s. Dreher.
Driesch III. „unbebaut liegen bleibender Acker“.
FN. Van den Driesche, holländ. Gelehrter des 16. Jh. Von den Driesch.
Driesemann s. Andreas.
Drischaus III. Satz-N. „drisch aus.“
Drodtloff, Dröder s. Drud.
Drommeter s. Trompeter.
-drop s. Dorf.
Droste III. „Amtmann, Schösser“ in Friesland, Westfalen u. a. (s. Truchseß). In mehreren Adelsfamilien des Münsterlandes: Dr. zu Hülshoff; Dr. zu Vischering.
Drube s. Drud (zweist. K.).
DRUD I. altnord. Thrudr eine Walküre (s. Weinhold, die deutschen Frauen S. 14). Daneben kommt das Eigensch. trût „traut“ in Betracht. Vgl. auch angels. thrydht „schön.“
FN. (Drudbod): Trauboth.
Trudhari: Dröder — Trüter — Treutter.
Trutman: Trutmann — Drumann — Trumann — Trautmann — Traumann.
Drutmar: Trummer — Trumer — Drümmer — Trümmer — Traumer.
Drudwih w.: Trautwig.
Drudwin: Trautwein.