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Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich

II. Namen-Lexikon. (continued 4)

Reading edition

Im Osnabrückischen hängt dem N. auf dem Lande eigentlich immer noch der appellative Charakter an, auch wenn schon eine Zusammensetzung erfolgt ist. Man geht hier nach heutigem Sprachgebrauch noch stets zum Dütemeyer, man redet noch immer von dem Meier zu N. Vielfach bleibt der N. unzusammengesetzt, bekommt aber von der Bauerschaft oder der Lage des Hofes einen Zusatz, der zum Namen gehört. Solche „halbzusammengesetzten“ N. gibt es im Osnabrückischen eine große Zahl. Fr. Meyer führt aus den Ämtern Iburg, Finsterau, Vörden, Grönenberg, Wittlage gegen 100 N. dieser Art an wie: Meyer zu Atter, M. zu Westrup, M. zu Farcke (aus Vorwerk entstanden, woher auch M. zum Varwick), M. zu Weghorst, M. zu Stockum, M. zu Altenborgloh — selten mit andern Vorwörtern: Meyer im Hagen, M. vorm Bohne.

Viele der ON., die in diesen Bezeichnungen stecken, sind sonst völlig von der Karte verschwunden; aber der N. des Hofes bleibt, auch nachdem die größere Bauerschaft den ON. aufgesogen hat. Alle diese Bildungen sind forterbende, mindestens halbe EN., die zwar in der Anrede fortgelassen werden, aber im Gespräch über den Dritten gang und gäbe sind. So kann es kommen, daß die Bauerschaft Gellenbeck neben einem Meyer zu G. noch einen M. zu Borchsten und einen M. zu Spelbrink aufweist.

Da ist es denn auch nicht zu verwundern, daß sich viele wirkliche Zusammensetzungen finden, in denen der Zusatz den Wohnort angibt. Doch wollen wir bei Aufzählung der Zss. denselben Gang einschlagen, wie in der abhandelnden Darstellung der FN. überhaupt, und demnach zuerst die Zss. mit altdeutschen PN., dann die mit fremden (kirchlichen) PN., dann die nach Gewerbe und Beschäftigung gebildeten usw. aufzählen. Dabei bedeutet m. die gewöhnliche F. Meyer.

I. Mit altdeutschen Personen-Namen: Akemeier (Ath). Albertsmeyer. — Ahrensm., Noltem.; Meierarend (Arnold). — Anselm., Aßm. (Anso). — Berensm., Benningm., Beinkem. (Bernhard, Benno). — Erxm. (Erich). — Gerdsm., Gerkensm. (Gerhard). — Henrichsm., Heinem., Heinzlmaier, Henkem.; Meyerhenrich, -heine, -henke (Heinrich). — Kordem., Kohrm.; Meyerkord (Konrad). Krukem. (Hrod). — Liesem. (Liud). — Ottom., Ottm., Ottensm., Öttm.; Meierotto. — Rolfsm., Rolfingsm. (Rudolf). — Rüpelm. (Ruprecht). — Tiem. (Thiud). — Tramsm. (Bertram). — Uhm. (Aud). — Wilmsm. (Wilhelm).

Mögen diese Beisp. genügen! Die meisten der hierher gehörenden N. wird man erkennen, wenn man den altdeutschen Teil nach den in diesem Lexikon aufgeführten altdeutschen Stämmen aufsucht. So gehört Badmeyer, Bahmeyer zu Bad, Hillm. Hilkem. zu Hild, Lüddekem., Lükem. zu Liud, Determ., Tettm., Tietm., Tödtem., Tütem. zu Thiud.

II. Mit kirchlichen Personen-Namen: Christoffelsmeyer, Stofferm. (Christophorus). — Clausm., Klußm. (Nicolaus). — Dreesm.; Meyerdrees (Andreas). — Gallm. (Gallus). — Grolmsm. (Hieronymus). — Johannesm., Johannism., Johannsm., Johannigm., Janmeyer, Hansm., Henselm.; Meierhans (Johannes). — Josm.; Meyerjobst (Jodocus). — Martensm. (Martinus). — Neelm. (Cornelius). — Peterm., Petringm.; Meyerpeter (Petrus). — Thießm. (Matthias). — Vietm. (Veit).

III. a) Nach der Beschäftigung benannt, (vielfach erst in Städten entstanden): Amtmeyer (villicus, qui officiarius est). Grevem.; Grafm. (manche M. waren Unter-Holzgrafen). Jägerm., Krugm.; österreichisch Kretschmayer. Richtsm. (Richter Preuß 34). Schäpermeier. Schmidtm. Schreibm. Schröderm. Schultem. (villicus, qui scultetus est). (Werkzeuge und Waren): Eisenmeyer. Glasm. Glockem.; niederd. Klockem. Goldm. Kesselm. Pielm. (Pfeil-). Piepm. Vaßm. (Kleidung): Schürzmeyer. Stiefelm. Zwilgm. (Speise): Biermeyer. Grützem. Milchmaier. b) Nach Eigenschaften: Altmeyer. Biederm. Blaßm. Fröhlichm. Grobm. Grotem. (Groß-). Heulm. Jungm. Kleinm. Langm. Schönem. c) Nach dem Wohnort: nach Ortschaften: Attermeyer (M. zu Atter). Bokelm. (Bokel bei Wiedenbrück). Kiffm. (auf der Kiffe bei Osnabrück). Quadkem. (früher, noch 1650 M. to Quatke in Peingdorf, Amt Grönenberg). — Stärker verändert: Emptm. (1514 noch Meyger to Empten, 1650 schon Embttm.). Deitem. (alt Dedinckm. zu Deitinghausen). Rattenm. (M. zu Rattinghausen) — nach Flüssen: Dütemeyer (zwei Höfe unweit Osnabrück, beide an der Düte). Elsem. (unweit der Else). Hasem. Werrem. (im Kreise Lübbecke an der Werra) — nach Bergen: Harzmeyer. Hüggelm. (im Osnabrück., am Hüggel). Allgemein nach der Lage des Hofes: Fordermeyer. Achterm. und Hinterm. Mittem.; Mittelm.; (niederd.) Middelm.; Mittermaier (ahd. mittar neben mittil). Endm. Winkelm. Eckm. Kniem.; Kneem. Stratem., Straßm. Grenzm. Schnatm. = Lanwermeyer. Oberm. (-mayer); (niederd.) Overm. Hochm. Hom. Niederm.; (niederd.) Nedderm.; sogar Oberniedermeyer. (Himmelsgegend): Ostmeyer und Osterm. Westm. und Westerm. Nordm. (der Inhaber des „Nordhofes“). Südmeyer. Dorfm. (das Dorf als zusammenliegende Häusermasse im Gegensatz zu den meist ganz zerstreut liegenden Bauerschaften, entsteht gew. in der Umgebung der Kirche und bildet sich hauptsächlich aus wenigen alten Höfen). (Berg u. Thal): Bergmeyer. Hügelm. Höwelm. (s. Hübel). Bühlm.; südd. Büchelmayer; Pichlmaier. Bültem. Brinkm., Bringm. Damm. (früher Henne uppem Damme). Thalm.; Thallmaier; niederd. Dahlm. Schachtmeyer. Kuhlm. (Wald u. Busch): Holzmeyer; niederd. Holtm. (urspr. Bernt vor dem Holte Preuß 3). Waldm. Forstm. Buschmeyer. Horstm. Lohm.; Lahm. Struckm. (Strauch-). (Heide): Heidemeyer. Niederheitm. (Anger und Wiese): Angermeyer. Wiesem.; niederd. Wischm. Driftm. (Triftm.-). Plaggenm. (Moor und Sumpf): Braukmeyer; Brokm., Broekm. Siekm., Siegm. Maschm. Brühlm. Haarm. (Hochmoor-). Moosmair („Moos“ südd. = Moor). Moddem. („Modde“ = Morast). Solm. Sumpm. Pfitzemaier (Pfützen-). Kolkm. und Pohlm. (Wasser): Wassermeyer; niederd. Waterm. (de Meyger over dem water Lipp. Reg. 1406 — jetzt Waterm.). Teichm.; niederd. Dieckm. Seem. Brunnem. Pumpm. Bekem.; südd. Pachmayr. Klingm. Canalm. (in Emden). Brüggem.; Brückm. (1380: Henne up der Brucken); südd. Pruckmaier, Pruggm. (österreichisch). Springm. Stegm. Wehrm. (Wehr im Wasser). Sülzem.; niederd. Sültemeyer. (Acker und dessen Beschaffenheit): Kampmeyer. Kampfm. Lettenmayer. Marschm.; Maschm. Gastm. („Geest“ leichterer Boden). Kalkm. Mergelmeyer. Sandm. Steinm. (Umfriedigung der einzelnen Hofbesitzungen): Dammeyer. Wallm. Grabenm. Heckem. Zaunm. Knickm. Pahlm. (Pfahl-). Gatterm. (Holzverschlag). Twietm. (Auf den Hof selbst, seine Größe und seine Teile gehend): Hofm. (Bewohner der curia, des freien Hofes). Sedelmayer, Sedlmayr (häufig in Bayern). Vollm. Heilm. (Vollhüfner). Halbm. Kottm.; Kothm. (die K. haben nur ein Viertelerbe oder noch weniger). — Schünem.; Scheuerm. Stadelm.; Stattm. (s. Stadler). Spiekerm. d) Nach Erzeugnissen des Bodens: (Getreide-Arten): Gerstemeyer. Haberm.; niederd. Haverm. Hersem. Linsenmaier. Weitem. (Weizen). Veesenm. (Spelt). — Kleem. Grasmeyer. (Blumen, Kraut): Blom. (alt Blomemeyer, also „Blume“) Rosenm. Krutm.; südd. Krütim. Salatm. Distelm. Piltzm. Rethm. (Bäume): Birkenm.; Berkem.; Pirkmayr (südd.). Buchm.; niederdeutsch Bokem.; Bökem.; südd. Puchm. Danm. Eichm.; niederd. Eickem. (1502: Gotschalk under den Eken). Ellerm.; Elsm. = Erlenm. Eschenm. Haselm. Hesterm. Lindenm. Pappelm.; niederdeutsch Pöppelm. — Kersem. Twiesselm. (wilde Kirsche). Plumm. (Pflaume). Kreikem. Nußm.; niederd. Nottm. Hasselm. Liebesholderm. (Hollunder). Schlem. Dornmeyer. Manche dieser N., bes. die von Getreide-Arten, können auch auf die Verpflichtung zu bestimmten Fruchtlieferungen hinweisen. e) Nach Tieren: (Erzeugnisse des Hofes und ihm obliegende Lieferungen; auf dem Besitztum oder in der Nähe vorkommend; auch vielleicht Eigenschaft der Person.) Viehmeyer. Bockm. Stehrm. (Widder). Kaum. (Kuh). Oßm. Pferdem. Roßm. Hengstm. Stutem. Ziegenm. Geißm. (österreich.) Katzm. Voßmeyer. Gosem. Schwanem. Drosselm. Falkem. Finkem. Hafkem. (Habicht). Krehm.; Kreym. Kronem. Uhlem. — Bienm. Imkemeyer. Froschm. Poggenm. Krabbenm. Achelkenm. (Blutegel-). — Eierm. Käsemeyer. f) Nach Verpflichtungen: Deschmeyer; Dreschm. Zinsm. Zehntm.; Zehetmayr (bayr.); niederd. Tegetm.; Tägtm.; Techtm. Auch Kirchm. Klosterm. gehen wohl auf Rechtsverhältnisse, Abhängigkeit von geistlichen Stiftern und Personen; ebenso Abtm. Münchm.; Mönchm.; niederd. Mönkem. Papem. Probstmeyer. g) Nach Berechtigungen: Amtm. Grafm. Schultem. (s. vorhin). Sattelm. (die Besitzer der sieben Sattelhöfe in der Umgegend von Engern rühmen sich der Abstammung von Wittekinds Gefährten, der in E. einst seinen Sitz hatte wie auch sein Grab. Bei der Beerdigung eines von ihnen ward — oder wird noch? — ein gesatteltes und gezäumtes Pferd vorangeführt — doch s. auch Sedelmayer).

b) Als jüdischer Name (VN. und FN.) aus hebr. Me-ir „erleuchtend“. Schon bei Josephus, jüd. Krieg VI, 5, 1 wie Μήιρος; dann öfters in den N. von Gelehrten des Mittelalters, so im 12. Jh. der Bibelerklärer Samuel ben Meïr.

Meiert, Meifert s. Mag (V.).

Meil- s. Mag (einst. K.).

Mein- s. Magan (V., einst K.).

Meiring s. Mag (V.).

Meisl s. Mag (einst. K.).

Meisolle s. Mait.

Meister III. ahd. meistâri, mhd. meister (aus lat. magister, ehemals „Gelehrter, Künstler“ (Arzt), später der Dienstherr gegenüber dem Gesellen — in Schwaben bes. auch Abdecker.

FN. Meister (vgl. franz. Lemaître). Gen. Meisters (niederrhein.). Patr. A. Meistering. Zss. Backmeister, Bac-. Baumeister. Bürgermeister. Hagemeister; auch Hagemester (Münster). Mühlmeister; Müllenmeister. Münzmeister. Neumeister. Rentmeister. Rittmeister. Schulmeister. Schützenmeister. Wachtmeister. Wehrmeister. Weinmeister. Werckmeister.

Meitz s. Mag (einst. K.).

Meixner III. auch Meichsner = Meißner, einer aus Meißen.

Mejer s. Meier.

Melcher s. Melchior.

Melchior II. hebr. „König des Lichtes“, einer der h. drei Könige (s. Caspar).

FN. Melchior; Melcher. Gen. Melchers. Zss. Schneemelcher.

Melior III. Latinis. für Besser.

Mellies s. Ämilius.

Melzer s. Mälzer.

Mem- Memm- s. Magan (V., einst. K.).

Men- s. 1) Magan (V., einst. K.) 2) Mand.

Mende s. Mand.

Mendel s. Emanuel.

Mengelbier III. zu den Speisen u. Getränken (S. 46).

Menger s. a) I. Magan (V.) b) III. Manger.

Mengold s. Manag.

Menn- s. 1) Magan (V., einst. K.) 2) Man.

Mens- s. 1) Magan (einst. K.) 2) Mand.

Mentzer III. „Mainzer“, Mainz alt „Mentz“ vgl. Fischart, der sich „Mentzer“ nannte. Aber auch O. Menz in Sachsen.

Menz- s. 1) Magan (einst. K.) 2) Mand.

Merboldt s. Mar.

Mercator III. Latinis. für Kremer (berühmter Geograph des 16. Jh., nach welchem die Karten in „Mercators Projektion“ benannt sind).

Mergell s. Mark I.

Merk- s. Mark I. (V., einst. K.).

Merkord I. = Kord Merk (Preuß 30) — umgedeutet Merkötter.

Merkswohl III. Satz-N., getrennt Mercks wohl 1561 (Koch, Saalfelder FN.).

Merlo s. Mar (einst. K.).

Merode (Graf) III. von dem O. Merode bei Düren (Rheinprov.), früher Rode — aus „vamme Rode“ (Adelslex.)

Merold s. Mar (V.).

Mert- s. Martinus.

Mertsching, Merz s. Mar.

Mesch s. Marsch.

Messerer III. „Messerschmied“.

Messikomer s. Hof.

Meßmer s. Meßner.

Meßner III. ahd. mesinâri, mhd. messenaere aus mittellat. mansionarius d. i. Wächter und Hüter des heiligen Gebäudes, „Kirchendiener, Küster“. Erhalten ist das ursprüngliche n der ersten Silbe in der F. mensner, die sich noch im 14. Jh. findet.

FN. Meßner. Meßmer (schwäb.) — Mößmer u. Mößner (Wien).

Metdepenningen III. niederd. „mit den Pfennigen“.

Methfessel III. nach Pott = „kleines Metfaß“, was durch die von Koch angeführten Formen Modtfesgen, Metfessichen, die mit Methfessel in derselben Fam. während des 16. Jh. wechseln, bestätigt wird.

Mettler s. Mathal.

Metzel s. Math.

Metzger III. mhd. metziger „Fleischer“ (in Süd- und auch Mittel-Deutschl.)

Metzler III. ahd. mezilâri, mhd. metzeler, aus mittellat. macellarius „Fleischverkäufer“, später „Fleischhauer“. Chunrad de macello 1200 (Bacm.).

Metzner III. „Mühlknappe“ (der das Metzen verrichtet). Doch auch O. Metzen.

Meule III. niederd. „Mühle“: FN. an der Meulen (Geldern); ter Meulen.

Meurer s. Maurer.

Meusel s. Maus.

Mev-, Mew- s. Bartholomäus.

Mey- s. Mag (V., einst. K.).

Meyer s. Meier.

Meyerbeer: der Sohn des jüdischen Bankiers Beer in Berlin wurde von einem reichen Glaubensgenossen, Meyer (s. Meier b.), der ein Freund der Familie Beer und ein besondrer Gönner des kleinen Giacomo war, zum Vollerben eingesetzt unter der Bedingung, daß der Kleine auch den Namen seines Gönners führe. Daher „Meyerbeer“.

Meyn- s. Magan (V., einst. K.).

Michael II. hebr. „wer (ist) wie Gott?“, der h. Michael der Erzengel Offenb. Joh. 12, 7 (S. 25 — Kal. 29. Sept.).

FN. Michael; Michaal; Michal; Micheel; Michel mit den Zss. Michelmann — Kleinmichel. Kühmichel. Paulmichl. (bayr.). Gen. (lat.) Michaelis; Michaeli; Michelis — (deutsch) Michaels; Michels. Patr. A. Micheler; Michler (oberdeutsch: Brieg, Saarbr.). Patr. Zss. Michaelsen; Michelsen (ostfries., schlesw.). Michaelsohn; Michaelson (jüd. Neubildungen).

Michel-, Michler s. Michael.

Mielke s. Ämilius.

Mießner s. Meißner.

Milb- s. Mild.

Milch III. in mehrf. Zss. (s. Speisen S. 46).

FN. Buttermilch. Fettmilch. Lautermilch (Lutermilch oberschwäb. 1690). Sauermilch. Süßmilch. Schlegelmilch; Schleemilch; Schlömilch (Buttermilch).

MILD I. got. milds, ahd. milti, mhd. milte „mild“ d. i. gütig u. freigebig.

FN. (Mildbreht): Mildebrath — Milbrecht; Milbrodt.

(Mildbrand): Mildbrand — Millbrand.

(Mildher): Milder — Milter.

Einstämmige Kürzung Mild-.

(Mildo): Milde. Gen. Milden.

Vklf. (z) Mildizo: Milse.

Millbrand s. Mild.

Miller s. Müller.

Millies s. Ämilius.

Milner s. Müllner.

Milse s. Mild.

Milter s. Mild.

Milz s. Mild.

Minck s. Magan (einst. K.).

Minikus II. s. Dominicus.

Mitterrutzner III. „einer vom Hofe Mittel-Rutzen“.

Mittnacht III. ältere Form für Mitternacht, ahd. mittinaht.

Möb- s. Bartholomäus.

Möd- s. Mod.

MOD I. got. môds, ahd. mhd. muot „Mut“. In N. seit dem 4. Jh.

FN. Mutbraht: Moppert.

Moathard: Motard.

Mothar: Moder — Muther; Muthherr — Müther — Mauder.

Moderich: Mudrich — Muthreich — Müttrich — Maudrich.

Modulf: Mutup — Multhaup; Multhaupt (Preuß 7).

Einstämmige Kürzung Mut-.

Muodo: Mode — Mott — Möthe — Muth — Müth. Patr. A. Moding — Müting.

Vklf. (l): Model — Mudel — Muthel — Müttel — zsgz. Mohle — Moll — Muhl. Patr. A. Mühling. (k): Mödig — Mutke — Mügge. (z) Mozo: Motz — Mutze — Mütze — Mautz. (z + l): Muzel — Mützel — Motzl.

Unorganisch gebildet: Mozart. Mozelt.

Auslautend (137 mal Först., darunter aber viele w.):

-muth: Hellmuth.

MODAL I. Erweiterung von Mod.

FN. Modalbert: Mühlbrecht; Mühlbrett.

(Modalfrid): Mühlfarth.

(Modalhart): Muhlert — Mühlhart.

Modersohn III. niederd. „Muttersohn“.

Mohle s. Mod (einst. K.).

Möhler s. Müller.

Möhlmann s. Mühlmann.

Mohn-, Möhn- s. Mun.

Mohr-, Möhr- s. Maur.

-mohr s. Moos.

Mohrenweißer III. „einer aus Mohrenweis“ (in Oberbayern).

Moldenhauer III. „der die Mulden (längliche, ausgehöhlte hölzerne Gefäße) zuhaut“. Auch Moldenhawer und Mollenhauer.

Molfenter III. vom Hause übertragener N. (S. 61), vgl. Olfenten 1324. Holfenten 1374.

Molitor s. Müller.

Moll s. Mod (einst. K.).

Möllen- niederd. = Mühlen, in Zss. wie Möllenbernd, Möllenhenne. Termöllen.

Mollenhauer s. Moldenhauer.

Moller, Möller s. Müller.

Molner s. Müllner.

Molter, Mölter s. Müller.

Mom-, Momm- s. Mun.

Mond- s. Mund.

Mondenschein III. „Mondschein“ (in welchem Sinne?).

Mondhold s. Mund.

Mone, Monn-, Mönn- s. Mun.

Mönk III. niederd. = Mönch, in Zss. wie Mönkemeyer, -möller.

-moor s. Moos.

Moorhardt s. Maur.

Moos III. ahd. mos „Sumpf, Moor“, in süddeutschen N. seit dem 8. Jh.; auch jetzt noch sehr häufig Moos, mit mancherlei Zss. auf -moos.

FN. Moos. Zss. Guggemos — Moosbauer. Moosbichler. Mooseder. Mooshammer. Moosmayr. Moosmüller. Moosrainer. — Kokemoor (westf.). Obermohr (bayr.).

Ableitung auf -er (oberd.): Moser. Möser. Breitmoser. Bruckmoser. Deutelmoser (bayr.). Ennemoser (vgl. Ennenmoos in Unterwalden). Guggimoser. Kaltenmoser. Lottermoser (ostpreuß. d. i. salzburgisch). Niedermoser. Rohrmoser (ostpreuß., vgl. Rohrmoos in Steiermark). Sonnenmoser (württemb.). Suppenmooser.

Mooshake III. „Händler mit môs“ (mittelniederd.) = Kohl, Gemüse; Hake = Höker. Auch Mushacke.

Mor-, Mör- s. Maur.

Moras III. über Maulbeeren abgezogener Wein — „mete, môraȥ unde wîn“ (Nib.).

Morgenbesser III. Satz-N. (S. 50 f.).

Moritz s. Mauritius.

Morneweg III. = „morgen weg“ — daraus Mornewey. Vgl. Mörnhinweg, Mornenweg 14. Jh.

Morquardt s. Mark I.

Mörtel s. Martinus.

Moser, Möser s. Moos.

Moses II. hebr. Moscheh „der aus dem Wasser Gezogene“ (nach 2. Mos. 2, 10).

FN. (jüd.) Moses — Mosse — Moscheles. Zsgz. Mosenthal.

Für Moses: Moritz.

Mößmer, Mößner s. Meßner.

Motard, Möthe, Mott, Motz- s. Mod.

Möw- s. Bartholomäus.

Mozart wohl zu Mod. Stoffel Motzhart 1551 Augsb. Dies die älteste Spur des großen Namens; Mozarts Vater war bekanntlich ein geborener Augsburger (Bacm.).

Muckenschnabel III. (München).

Mud-, Mügge s. Mod.

Muhl-, Mühl- s. 1) Mod 2) Modal.

Mühle III. der älteste und häufigste Ausdruck auf dem Gebiete gewerblicher Anlagen. In ON. gewöhnlich in der gekürzten F. -mühl (niederd. -möhl), daneben -mühlen (Dat. Plur.).

FN. Brendemühl. Sagemühl. — Grevismühlen; verkürzt Grevsmühl.

Mit Verhältniswörtern: Tremöhlen. Utermöhlen. Zurmühlen.

Mit der bewahrten ad. Kürze des ü:

Müllbauer. Niederd. Mölle in Möllenbernd; -benne „der Bernhard aus der Mühle“ (falsch verhochd. Mühlenbein Preuß S. 39).

Mühlenkampf III. „der vom Mühlenkampe“.

Mühler s. Müller.

Mühling s. Mod.

Mühlner s. Müllner.

Muhn- s. Mun.

Mührer s. Maurer.

Müldner s. Müllner.

Müllenmeister = Mühlmeister (ahd. muli, mhd. müle mit kurzem Vokal in der ersten Silbe).

Müller III. schon im 14. Jh. „der muller“, durch Angleichung aus mittellat. multor d. i. molitor. Erhalten ist der T-Laut noch in den FN. Molter, Mölter, sowie in der genet. Bildung Mölders (westf.) — mit n: Möldener.

Gedehnt Mühler (Kindervers: „Mühler ist ein Roggendieb, Mühlamehler Roggenstehler“).

Mit verdünntem Selbstlauter: Miller (in Bayern häufig).

Niederd. Moller — Möller — Möhler (Klemp. Moller, Molre). Patr. A. Möllering (westf.).

Die Hauptform bleibt Müller, die überaus häufig ist (S. 42), auch in zahlr. Zss., welche sich um so eher bilden konnten, da sich in manchen Orten mehrere Mühlen befanden (z. B. in dem schweiz. Unter-Embrach vier, Tobler-M. S. 74).

1) Nach der Art der Mühle: Bockmüller, womit Dreimüller (Adenau), wenn anders = Drehmüller, gleich bedeutend ist, da eine Bockmühle auf ihrem Untergestell, dem „Bock“, nach der Windrichtung drehbar ist. Grützmüller. Habermüller. Holzmühler; -miller (wohl = Sägemüller). Kornmüller. Lohmüller. Ölmüller; Ohlmüller. Sagemüller (Varel, halbniederd. = Sägem.); Segmiller. Schneidemüller. Weitzmüller; Weitzenmiller. Windmüller; niederd. Windmöller.

2) Nach dem Standort der Mühle: Angermüller und -miller. Aumüller. Bachmüller. Bergmüller. Bornmüller. Bruchmüller; niederd. Brockmöller. Dorfmüller; halbniederd. Dorpmüller. Feldmüller. Furtmüller. Heitmüller (Besitzer der Heidemühle). Kampfmüller (s. Kamp). Klingmüller. Kniemöller. Mittermüller (Besitzer der Mittelmühle). Obermüller. Riethmüller. Rosenmüller (Besitzer einer Mühle, welche die „Rosenmühle“ heißt, z. B. im Amte Kalenberg). Seemüller. Stadtmüller. Stegmüller; niederd. Stegemöller. Teichmüller. Untermüller. Waldmüller. Werdmüller (s. Wert). Weyermüler (der M. am Weiher). Wiesenmüller.

3) Nach der Zugehörigkeit (Untertänigkeit): Fromüller = Frohnmüller (herrschaftlicher M.). Hoffmüller. Mönkemöller.

4) Nach der Beschaffenheit des Müllers (oder der Mühle): Altmüller. Neumüller; Neumiller; niederd. Niemöller. Freymüller. Graumüller. Grünmüller.

5) Mit Vornamen Zss.: Engelbrechtsmüller (die Engelbrechtsmühle bei Dachau in Bayern). Frankemöller. Kunzemüller; Kunsemüller. Marxmüller. Petermöller. Westelmüller (wenn anders Westel aus Sebastian).

Die Zss. mit Möller sind im Nordwesten Deutschlands, besonders in Westfalen einheimisch.

Müllner III. ahd. mulinâri, mhd. mulnaere der „Müller“ (im Marburger Gewerbe-Verz. Mulner; noch 1691 bei Stieler „der Müllner“).

FN. Müllner (häufig in Wien); gedehnt Mühlner — verdünnt Milner. Niederd. (Klemp. Molner) Molner. Holländ. Molenaar.

Zss. Edelmüllner. Obermüllner. Fraunmüllner. — Eckmillner. Waldmillner.

Mult- s. Mod.

Mumm- s. Mun.

Mun-, Mün- s. Mun.

MUN I. wohl zu altnord. munr „Freude, Lust“.

FN. Muniperht: Mombert; Momber; Mommert; Mommer. Gen. Mummers.

Einstämmige Kürzung Mun-.

Muno, Monno: Muhne — Monno — Mone; Mohn — Möhn. Gen. Mohns — Monnen. Patr. A. Mönning. Patr. Zss. Mohnsen.

Vklf. (k): Muncke — Münnecke — Mohnike — Möhnke — Mönnich. (k + l): Munkel.

Zweistämmige Kürzung Mumm-.

(Mummo): Mumm — Momm.

Patr. Zss. Mummsen — Mommsen.

Mund- s. Mund.

MUND I. ahd. munt „Schutzgewalt“ (vgl. Vormund). In EN. seit dem 3. Jh.

FN. (Mundher): Munder — Munter (Muntermann) — Münter.

Munderich: Munderich.

Mundoald: Mondhold.

Einstämmige Kürzung Mund-.

Mundo: Munte — Mund — Münte — Mondt. Patr. A. Munding — Münding — Muntinga (ostfries.).

Vklf. (k): Mündecke. (z): Munz — Münz — Munsch. (z + l): Muntzel — Müntzel.

Auslautend (144 mal Först.):

-mund: Emund.

-mond: Hartmond.

Mund III. Friderio. mittemmvnde 1190. Zss. Guldenmund. Lachmund.

Mundigler III. einer aus dem rhätischen Orte Montiggl (aus lat. monticulus).

Münster III. ahd. monastri aus lat. monasterium „Klosterkirche, Kathedrale“.

FN. Münster. Weilmünster.

Munsch, Munt-, Münt- s. Mund I.

Münter a) I. s. Mund b) III. s. Münzer.

Munz-, Münz- s. Mund I.

Münzer III. ahd. munizâri aus lat. monetarius 1) Geldpräger 2) Geldwechsler. Hermann Monetarius (de Münter) 1298.

FN. Münzer. Niederd. Münter.

Musebrink III. „Mäusebrink“.

Mushacke s. Mooshake.

Müßigbrod III. ein Müßiggänger oder einer, der in Muße sein Brot ißt (Rentier?).

Müßiggang III. (wie Irregang) „Müßiggänger“. Thomas M. 1447.

Mustopf, Mustoph III. aus Mustafa.

Mut-, Muth-, Müt- s. Mod.

Mutscheller III. von Mutschelle, häufigem Hofnamen in den Alpen, roman. Herkunft, vielleicht = mottisella „Hügel“ (Buck S. 187).

Mütt-, Mutze, Mütz-, Muzel s. Mod.

Mylius III. der deutsche „Müller“, in antikem Gewande. Eine Zss. mit Mylius ist Missomelius, entstellt aus Mesomylius (Mittelmüller).

N.

Naatz s. a) Nath b) Ignatius.

Nab- s. Nath.

Nachbauer III. gekürzt aus ahd. nâhkapûr, mhd. nâchgebûr der „nah Bauende“ (Wohnende); noch im 17. Jh. neben Nachbar.

FN. Nachbur — Nachbaur; Nachbauer.

Nachtigal III. ahd. nahtigala („Sängerin der Nacht“, von galan).

Nack-, Näck- s. Nath.

Nad-, Näd- s. Nath.

NAGAL I. ahd. nagal, mhd. nagel, später auch zsgz. neil „Nagel“. Der Gebrauch dieses Namens in EN. scheint sich auf die mythischen Schmieden zu gründen. Nagalhard 8.

FN. (Nagalrich): Neilreich.

Einstämmige Kürzung Nagal-.

Nagal: Nagel — Nahl — Nägel — Negele — Neil.

Vklf. (l): Nägele; Nägeli. (l + n): Negelein; Nägelen.

Nagel III. nach Vilmar S. 39 in mehr als funfzig damit zusammengesetzten FN.

Faßnagel. Hufnagel. Kupfernagel; niederd. Koppernagel. Nothnagel. Schiennagel; österr. Schinnagl. Silbernagel. Spannagel. Spitznagel. Thürnagel. Wackernagel. Deutlich elliptisch: Blankennagel.

Nägel-, Nahl s. Nagal.

Nahning, Nan-, Näning s. Nanth.

Nahrings s. Nas.

NANTH I. got. nanthjan wagen, nanths „kühn“; ahd. nendan, mhd. nenden wagen.

FN. Nandbrecht: Nembhard (aus Nembart).

Nandhari: Gen. Nanders.

Nantuic: Nentwig.

Einstämmige Kürzung Nand-.

Nando, Nanno, Nonno: Nanne — Nane — Nenne — Nonne (Nonnemann). Gen. Nannen — Nonnen. Patr. A. Nanning — Nahning — Näning. — Nannenga (ostfries.).

Vklf. (i): Nanny. (l): Nendel. (k): Nantke — Nancke — Nannig — Nennich; Nennicke — Nenke — Nonnig — Nönnig. Gen. Nantkes; Nantjes (ostfries.) — Nanken. (z): Nantz — Nenz.

Auslautend (32 mal Först.):

-nand: Wienand.

-nant: Denant.

Napert, Napp s. Nath.

NAS I. got. nisan, nasjan, ahd. nerjan, mhd. nern „nähren; retten“. Nasold. Neriberaht.

FN. Einstämmige Kürzung Nas-.

Nasua: Nasse; Naß — Neese. Patr. A. Nehring. Gen. Nahrings (Prüm).

Vklf. (k): Nehrig.

Nase III. in den Zss.

FN. Spitznase (vgl. auch Halfnase 1376). Langnese (Heinricus Langenase 1304).

NATH I. wohl zu altsächs. nâtha, ahd. ginâda „Gnade“, im Sinne von helfender Geneigtheit.

FN. Natbold: Nabold. Gen. Nabholz.

(Natbert): Nabert; Naber; Napert.

(Nather): Nather — Näther.

(Nadold): Nadol.

Einstämmige Kürzung Nath-.

Nado, Nato: Nath — Näthe.

Vklf. (l): Nädele. (l + n): Nädelin. (k): Nadig — Nattke — Nacke — Näke. Gen. Nacken — Näckes. (k + l): Näckel. (z) Nazo: Naatz.

Zweistämmige Kürzung Nathb-.

Nappo: Napp.

Nätebus III. (niederd.) „Nußbusch“.

Näth-, Nattke s. Nath.

Nau- s. Niw.

Neander s. Neumann.

Nedder niederd. „Nieder“ in Neddermeyer, Nedderhut u. a.

Neels s. Cornelius.

Neese s. Nas.

Negel- s. Nagal.

Nehlsen s. Cornelius.

Nehr- s. Nas.

Neiber s. Nid (V.)

Neid- s. Nid (V., einst. K.).

Neiffert s. Nid (V.).

Neigebauer s. Gebauer.

Neil- s. Nagal.

Neip- s. Nid (V., zweist. K.).

Neit-, Neitz- s. Nid (einst. K.).

Nel-, Nell- s. Cornelius.

Nembhard s. Nanth.

Nen- s. Nanth.

Neo s. Niw.

Nesensohn II. (Appenzell) „Sohn der Agnes“.

Nettel III. niederd. „Nessel“ in Nettelbladt, -kamp, -struck.

Neu s. Niw.

Neubauer III. ein „Bauer“, der sich „neu“ auf einem (vielleicht erst von ihm urbar gemachten) Platze ansiedelt.

FN. Neubauer. Niederd. Niebuhr (Klemp. Niebur). Halbniederd. Niebauer.

Neub-, Neue, Neuf- s. Niw.

Neugebauer s. Gebauer.

Neukomm III. ein „Neuangekommener“. Hans Nuwkomm 1393.

Neumann III. a) I. s. Niw b) III. ein „Neuangesiedelter“. Als FN. sehr häufig — wie Neustadt als ON. — auch Proselyten-N. (= „neuer Mensch“), in griech. Übersetzung Neander (der berühmte Kirchenhistoriker dieses Namens hat denselben 1806 in Hamburg angenommen, als er zum Christentum übertrat).

Niederd. Niemann (in Münster 1878 22 Niem. neben nur 8 Neum.) — Niegemann — Nigmann — Niggemann (Klemp. Nieman, Nigeman).

Neumeister III. ein in die Zunft „neu aufgenommener Meister“.

Neuner, Neup-. Ney s. Niw.

Nibbe s. Nid (zweist. K.).

Niel-, Nicol- s. Nicolaus.

Nicolaus II. griech. „Volkssieger“; Nicolaus, Bischof von Myra in Lycien 4. Jh. (S. 26).

FN. Nikolaus — Niklaus (in schlechterer Schreibung Nücklaus) (Großniklaus) — Nicolas; Nicola — Niclas, Nicklas, Niklaß — Nieglas — Nicol mit den Zss. Altnikol und Nicolmann — Nickel mit den Zss. Jungnickel; Kurznickel; Langnickel; Mühlnickel (Nickel als VN., N. Hannemann 1662 KB.) — Niggl (bayr.). Gen. Nicolai, Nikolay — deutsch: Nickels. Patr. A. Nickling — Niggeler (oberd.). Patr. Zss. Nicolassen — Niklassen.

Mit Kürzung im Anlaut:

a) Klaus, Clauß, mit der Zss. Schäperclaus (westf.); Öhlclaus; Klause — latinis. Clausius. Gen. Klausen. Patr. A. Clausing — Clauser. Patr. Zss. Jungclaus (Gegensatz: Großklaus); Jungclaussen. Vklf.(l): Kläusli — Kleisl; Kleißl (Tirol).

b) Klose; Kloos, Cloos; Kloß (z. T. mit geschärftem Vokal gesprochen, deshalb auch Kloss geschrieben, wohl um den Gleichlaut mit dem Gattungsnamen zu vermeiden) — verlateint Clossius. Zss. Kloßmann.

c) Klaß (Klaßmann), Klaas, Claes — Zss. Jungklas; Poggenklas (westf.); Klasmeyer (westf.); Clasohm. Gen. Claßen, Claassen; Clasen; Claasens. Patr. A. Claßing; Klasing.

d) Durch Zerdehnung aus Klaus: Clawes (als Vorname Clawes und Nicclawes (Klemp.); Claws; Clabs — Klages; Klagge (Klempin: Klags = Klawes). Zss. Klagemann. Grotklags.

e) Durch Wegfall der beiden ersten Silben: Laus — Laves.

-nick III. in slawischen ON.

FN. Jauerniek. Lesnik. Rüthnick.

Ableitung auf -er: Obornicker.

Nicke s. Nid (einst. K.).

Nickel-, Nickl- s. Nicolaus.

Nickse III. „Nixe“, auf die Wassergeister der deutschen Mythe zurückdeutend, vgl. Johannes dictus diu Nixe 1336 Bacm.

NID I. ahd. nîd, mhd. nît „Neid“ d. i. feindseliger Eifer und Zorn des Kriegers (Nibelungen V. 427 Lachm.).

FN. Nidbald: Niedball — Niepold; Niepelt — Nippold; Nippel — Neipold.

Nitperht: Niebert — Neiber. Gen. Neippertz. Patr. A. Nieberding.

Nidaboto: Niepoth.

(Nidfried): Niefert; Nieffer — Neiffert. Gen. Nieferz.

Nidgar: Nieger.

Nidhard: Niedhardt; Nietardt; Nietert — Neidthardt; Neidert.

Nither: Nieter — Neider - Neidherr — Nitter.

Nidmar: Niemer — Nimmer.

Nidrih: Niedrich — Nittrey — Nierich.

(Nidolt): Neidholdt.

Einstämmige Kürzung Nid-.

Nitho: Niete (Nietmann) — Neide; Neidt. Gen. Nieten — Neithen — Neiden. Patr. A. Nieding; Niedung.

Vklf. (l): Niedel — Neidel — Nittel. Patr. A. Niedling. (l + n): Neidlein. (k): Niedke — Niecke — Nicke. (z) Nizo: Nietze — Nizze; Nitz; Nitzsch (Nitschmann) — Neitsch. (z + l): Nietzel — Nißl — Neitzel. Patr. A. Nitzling. (z + k): Nietzschke — Nitschke — Neitzke.

Unorganische Bildung: Neitzert.

Zweistämmige Kürzung Nidb-.

Nippo: Nippe — Nibbe — Neipe.

Nie- III. niederd. „neu“, in Zss. wie Niebecker, Niemann, Niemeyer u. a.

Nieb- s. Nid (V.).

Niebuhr s. Neubauer.

Niecke s. Nid (einst. K.).

Nied- s. Nid (V., einst. K.).

Niedner III. „einer aus Nieden“.

Nief- s. Nid (V.).

Niegemann s. Neumann.

Nieger s. Nid (V.).

Niejahr III. niederd. „Neujahr“.

Niemann s. Neumann.

Niemer s. Nid. (V.).

Niemetz III. ein „Deutscher“, poln. Niemiec. Auch Niemeitz — Nimz.

Niep-, Nierich s. Nid (V.).

Niermann III. = Niedermann, nach der tieferen Lage der Wohnstätte; vgl. Tornedden.

Nieß s. Dionysius.

Niet- s. Nid (V., einst. K.).

Nietz- s. Nid (einst. K.).

Niewert s. Niw.

Niggemann, Nigmann s. Neumann.

Niggeler, Niggl s. Nicolaus.

Nik- s. Nicolaus.

Nimmer s. Nid (V.).

Nimz s. Niemetz.

Nipp- s. Nid (V., zweist. K.).

Nißl s. Nid (einst. K.).

Nitsch, Nitz s. Nid (einst. K.).

NIW I. ahd. niwi, mhd. niwe „neu (jung)“.

FN. (Niwipald): Naubold.

(Niwipert): Niewert — Neubert; Neupert; Neuber; Neuper — Naubert; Naupert.

Neufred: Neufert.

(Niwiman): Neumann — Naumann (Nau noch in manchen Landschaften mundartlich = neu, s. Koch S. 18, der es für Saalfeld bezeugt; auch Buck S. 189).

Niward: Nauert.

Mit erweitertem Stamme Niwun-. Niwunheri: Neuner.

Einstämmige Kürzung Niw-.

Nivo: Neo — Neue; Neu — Neye, Ney — Naue. Gen. Neyen.

Nixe III. s. Nickse.

Nizze s. Nid (einst. K.).

Noack s. Nowack.

Nob- s. Nod (V., zweist. K.).

Nobbe, Nöbbe s. Nod (zweist. K.).

Nock- s. Nod (V., einst. K.).

Nöcker s. Nod (V.).

NOD I. got. nauths, ahd. mhd. nôt „Not, Kampfdrangsal; eifriges Streben“.

FN. Nodbert: Nootbaar — Nobert — Nopper. Gen. Noppers.

Notakar: Nöttger — Nocker — Nöcker.

Nothart: Nothardt.

Nothar: Noder — Notter — Nöther — Nohr. Patr. A. Nöhring — Noderer.

(Notleih): Nöthlich — Nölich. Gen. Nöthlichs.

Nodulf: Nolohf.

Einstämmige Kürzung Nod-.

Noto: Noth, Noodt — Nott — Nöthe. Gen. Nothen — Nöthen. Patr. A. Nöding — Nuding.

Vklf. (l): Nödel — Nötel — Nolle — Nohl.

Patr. A. Nöthling — Nüdling. (k): Nocke. (z): Nootz — Notz (Notzmann); Noß. (z + l): Nötzel; Nößl. (z + l + n): Nötzlin. (z + k): Notzke — Nößke.

Unorg. Bildung: Nötzold.

Zweistämmige Kürzung Nodb-.

Noppo: Nobbe — Nöbbe — Nube.

Vklf. (l) Nopelo: Nobel — Nopel.

Patr. A. Nobiling (nach dem bekannten Mordversuch auf K. Wilhelm I. von einigen Gliedern der Familie in Edeling verwandelt).

Auslautend -not (41 mal Först.): -not: Adnot. Gernoth.

Nöd-, Nohl s. Nod (einst. K.).

Nohr, Nöhring s. Nod (V.).

Nold-, Nöld- s. Arin (Arnold).

Nölken s. Arin (Arnold).

Nolle, Noll 1) I. s. Arin. 2) I. s. Nod (einst. K.).

Nolohf, Nölich s. Nod (V.).

Nolt-, Nölt- s. Arin (Arnold).

Non-, Nön- s. Nanth.

Nonnenmacher III. „Schweineschneider“ (mhd. nunne, nonne „verschnittenes Schwein“). Auch Nunnenmacher.

Nonnenprediger III. (Pyritz) „der die Verpflichtung hatte, im Nonnenkloster zu predigen“.

Noodt, Noot-, Nopel s. Nod.

Nopper s. Nod (V.).

NORD I. ahd. nord „Norden“, ebenso wie die drei andern Weltgegenden in EN. gebraucht.

FN. Nordeman: Nordmann — Normann, Norrmann.

Nordoalt: Nordahl.

Nordwich: Nordwig.

Einstämmige Kürzung Nord-,

Nordo: Nord, Nordt, North — Nörr. Gen. Norda (ostfries.).

Vklf. (z): Norz.

Normann, North, Norz s. Nord.

Noß-, Nöß- s. Nod (einst. K.).

Noth-, Nöt-, Nott- s. Nod (V., einst. K.).

Nott III. niederd. „Nuß“, in Nottebrock, Nottmeyer u. a.

Nottebohm III. niederd. „Nußbaum“. Auch Nottebaum, Nuttebaum (halbniederd.)

Nöttger s. Nod (V.).

Notz-, Nötz- s. Nod (einst K.).

Nowack III. aus slawisch Nowak der „Neue, Neuangekommene“ = Neumann. In seinen verschiedenen FF. im Osten Deutschlands weit verbreitet.

FN. Nowack, Nowag — Noack — Nobak.

Nube s. Nod (zweist. K.).

Nücklaus s. Nicolaus.

Nuding, Nüdling s. Nod (einst. K.).

Nunnenmacher s. Nonnenmacher.

Nürmberger III. „Nürnberger“, alt Nuremberger 1507.

Nußpicker III. von mhd. bicken: „hauen mit einem spitzen Werkzeuge“.

Nuttebaum s. Nottebohm.

O.

-o 1) deutsch: die häufigste Endung der verkürzten Namen, jetzt meist durch das charakterlose e ersetzt oder ganz abgeworfen (S. 22).

2) slawisch: ebenfalls in verkürzten Personen-N., die dann als FN. verwendet werden, z. B. Hanzo, Hanzko (Hantschko) von Johannes.

Mitunter ist auch o entstanden aus ow (urspr. slawische Endung für ON.) durch Abfall des stummen w: Fanselo, Calo, v. Plotho (O. Plathow), Wossidlo, welches früher noch häufiger weggelassen wurde; so findet sich in KB. Büto, Zastro statt des jetzt üblichen Bütow, Zastrow.

Ob- s. Aud (V., zweist. K.).

Öb- s. Aud (zweist. K.).

Obbermann s. Aud (V.).

Öbb- s. Aud (zweist. K.).

Obenauf III. „der immer obenauf ist“. Ähnlich Obenaus „obenhinaus“. (Hans Bovenuth 1460.)

Obenderhabighorst III. bemerkenswerter westf. N., vom Wohnorte hergenommen.

Oberste in westf. N. zur Unterscheidung der Genamen (Namensvettern) benutzt, z. B. Oberste-Steinhorst = der zu oberst wohnende St. Obrist und Zobrist (= zu oberst schweiz.).

Obser III. mhd. obeȥaere, jetzt oberd. Obßer, hochd. „Öbster, Öbstler“.

Ochs III. mit der Vklf. Öchsle und den Zss. Ochsenbein und (niederd.) Ossenkop. Vgl. Joh. zum Ochsen 1412 (Hauszeichen). (Doch Ochs vielleicht = ahd. Otgoz 1100, Ocoz oder auch Otgis, beides zum Stamme Aud.)

Ochsner III. mhd. ohsenaere „Ochsenhirt, — bauer“ - Öchsner, entstellt Exner.

Ock-, Öck-, Od- s. Aud (V., einst. K.).

Öd III. In Süddeutschland ungemein zahlreiche ON. auf -öd (Altenöd), -ed, -et, -edt (Einet). Bei dem Mangel entscheidender alter FF. ist hierbei an got. auths, ahd. ôdi mhd. oede „öde, leer“ zu denken, falls nicht angels. ead, altnord. audhr „Besitz“ größeren Anspruch darauf hat.

FN. Ableitung auf -er (oberd., bes. bayr., österr.):

1) -öder („die Leute, die einst in der Öde wohnten, die Söhne der Einöde“ Steub) nur in Zss.: Ameisöder. Manzenöder. Schusteröder. Vgl. der Flachsöder 1490.

2) -ötter: Königötter (entstellt Kenngötter).

Meist infolge der „alten Unart der Bajuwaren, ö und e in der Aussprache nicht zu unterscheiden“ (Steub) in e verwandelt, daher

3) Eder, urspr. Öder (vgl. Albertus Öder 1262). Allertseder. Alteneder. Breiteneder. Buchneder (O. Buchenöd). Fischeder neben Fischöder. Greifeneder. Habereder. Haseneder. Hocheder. Kroneder. Lucaseder. Mittereder. Mooseder. Niedereder. Obereder. Pauleder. Permaneder (O. Permanöd). Roseneder. Spitzeder. Steineder. Ziegeleder. Engleder. Herleder. Wendleder. — Lempenzeder (zu ad. Lampo). Manzeneder; daneben Manznetter.

4) -eter: Eppeneter. Hemeter (= Heimöder). Schlageter (auch in Ostpreußen). Weileter. Breitsammeter (Einöde Breitsameten in Oberbayern).

5) -etter: Mosetter. Obernetter. Panzetter. Scharfetter (in Salzburg und Ostpreußen); in der Namenliste der Eingewanderten bei Beheim-Schwarzbach Scharffitter. Vgl. Stephan Scharffeder 1407).

6) -ettner: Scharfettner.

7) entstellt -ieder: Geißelsieder. Hutzelsieder (Steub S. 147).

Öddel, Öding, Oet- s. Aud (einst. K.).

Oetjen, Oetken s. Aud (einst. K.).

Of-, Off- s. Aud (V., zweist. K.).

Öfele, Öff- s. Aud (zweist. K.).

Öffner III. mhd. ovenaere „Ofensetzer“.

Oheim III. mhd. ôheim „Mutterbruder“.

Ohfen s. Aud (zweist. K.).

Ohl- s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).

Öhl- s. 1) Aud (einst. K.) 2) Othal (V.).

Ohlenmacher III. „Töpfer“ (s. Euler).

Ohlenschläger, Öhlen- s. Öhlschläger.

Öhlmann a) I. s. Othal b) III. „Ölhändler“. Verlateint Olearius (S. 63).

Öhlschläger III. „Ölpresser“.

FN. Öhlschläger; Öhlenschläger — Ohlenschläger — Öhligschläger — Olligschläger (vgl. ölich Weist. III, 296, niederd. Ölje; auch dänisch olie, olieslaaer).

Ohm III. aus Oheim zsgz. mhd. ôme „Oheim“ (Ohm auch ein Zunftgenoß bei den Münzern, desgl. Ohmschaft = societas monetariorum).

Ohm- s. Aud (zweist. K.).

Öhm- s. Aud (V., zweist. K.).

Ohnesorge III. vgl. Gernod dict. Anesorge. Daher noch jetzt Ansorg.

Ohorn III. ON. = Ahorn.

Ohr III. in den Zss. Langohr; Weibelohr („Wackelohr“).

Ohrt s. Ort I.

Ohst s. Aust.

Ökert s. Aud (V.).

Ol- s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).

Öl- s. Othal (V., einst. K.).

Olböter III. niederd. „Altbüßer d. i. Altflicker“ (in Stettin ein „Olböterberg“).

Olde s. Ald.

Ölhafen III. FN. v. Öhlhafen (mit einem Ölkrug im Wappen, Pott S. 654).

Oll- s. Ald.

Öll- s. Othal (V., einst. K.).

Olligschläger s. Öhlschläger.

Olt- s. Ald.

Omeis s. Ameis.

Ömering s. Aud (V.).

Omm- s. Aud (V., zweist. K.).

Ondereyck III. niederd. (Krefeld) „unter der Eiche“.

Onken, Onnen s. Un.

Oost s. Aust.

Op- s. Aud (V., zweist. K.).

Opdenhof III. (Wesel) niederd. „auf dem Hofe“.

Opderbeck III. niederd. = ob der Beck „oberhalb des Baches“.

Opfermann III. „der das Kirchenopfer in Empfang nimmt“ = Küster, früher allgemeiner in Niedersachsen, jetzt noch in Braunschweig (Hoffmann).

FN. Opfermann — Offermann (vgl. Opfergeld und Offergeld). Niederd. Oppermann (doch s. auch Audeberht).

Öpke, Opp-, Öpp- s. Aud (V., zweist. K.).

Oppenhövel III. „auf dem Hübel“.

Oppenkamp III. „auf dem Kampe“.

Oppermann s. a) I. Aud (V.) b) III. Opfermann.

Optenhögel III. niederd. „auf dem Hügel“.

Orban s. Urban.

Ord- s. Ort I.

Orgler III. „Orgelspieler“.

Ornold s. Arin.

Ort-, Ört s. Ort I.

-ort in ON. s. Ort III.

ORT I. ahd. mhd. ort „Schärfe, Spitze“, bes. des Schwertes und Speeres.

FN. Ortgis: Ortgies. Gen. Ortgiesen.

Ortlaip: Ortleb; Ortlepp; Ortlöpp.

Ortliub: Ortlieb.

(Ortman): Ortmann — Ohrtmann.

Ortolt: Ortelt — Örtelt.

Ortwin: Ortwein.

Ordulf: Ordolff — Ortloff.

Einstämmige Kürzung Ort-.

Ordo, Ort: Ort, Orth — Ohrt.

Vklf. (l): Ortel — Örtle; Örtel.

Patr. A. Örthling.

Ort III. in ON. a) „Vorgebirge“ (z. B. Brüsterort an der ostpreußischen Küste) b) „Winkel“, bes. bei Flußmündungen (z. B. Ruhrort).

FN. auff’m Ordt. Ruhrort. v. Scharfenort. Steinort. Vierordt.

Os-, Oß-, Ös- s. Ans (V., einst. K.).

Oß III. niederd. „Ochse“, in Ossenkop, Oßmeyer u. a.

Öschhey III. mhd. eschheie „Hüter der Feldflur, Flurschütz“.

Osiander III. von einem fränkischen Schmiede Hosemann abstammend und halb vergriecht, „so daß die Hose, freilich ohne Asper, daran hängen blieb“ (Pott).

Ost-, Öst- s. Aust.

Oster-, Öster- s. Austar.

Oster III. vom Umstandsw. ahd. ôstar, mhd. ôster „ostwärts, östlich“, in mannigfachen Zss.: Osterbrink; Osterbrauk (-bruch); Osterkamp — Ostermeyer u. a.

Ostertag III. zu den Zeitnamen (s. Tag); vgl. Grav Friedrich zolr der Ostertag 1315.

Ot-, Oth-, Ott-, Öt- s. Aud (V., einst. K.).

OTHAL I. ahd. uodal, ôdhil „Erbgut; Heimat“. Vgl. Aud.

FN. Odalbreht: Ohlbrecht — Olbricht — Ölbracht — Ulbrecht; Ulbricht; Ulber (Ulbermann). Gen. Olbertz; Olbers — Ulpts (ostfries.).

Odalfried: Ulfert. Gen. Olfers — Ulffers.

Odalgar: Ölker. Gen. Öhlckers.

Odalgart: Ölgard; Ölgarte.

Odalhart: Ohlert — Ölhardt; Öhlert.

Uodalhari: Uhler — Ulherr. Gen. Öhlers — Öllers.

Odolleip: Olepp.

Odolland: Ohland — Uhland.

Uodalman: Öhlmann — Uhlmann — Ullmann.

Uodalmar: Ullmar.

Uodalrich: Olerich — Ölreich — Öllrich — Uhlrich — Ulrich; Ullreich; Uldrich; Ullerich. Gen. Öhlrichs — Ulrichs. Patr. A. Öhlerking.

Odalwin: Ohlwein — Ölwein.

Einstämmige Kürzung Othal-.

Udilo: Ule — Ühle. Gen. Uhlen.

Vklf. (i): Hochuli (schweiz.). (l): Ölke — Öllig — Uhlig — Ullich. Gen. Uulkes (ostfries.). (z): Uhlitzsch (Kgr. Sachsen) — Ultzsch. Gen. Öltzen.

Zweistämmige Kürzung Othalm-,

Vklf. (k): Ulmcke.

Ottiliae I. Vklf. zu weibl. Oda (s. Aud) — Muttername (Wernigerode 1880). Auch Ottilige — Odiliae. (Doch gibt es auch einen O. Ottilia und mehrere Ö. St. Ottilien).

Ötz- s. Aud (einst. K.).

Overbeek III. niederd. „der oberhalb des Baches Wohnende“ (s. Bach) — halb hochd. Oberbeck. Over = ober auch in Overberg, Overdieck; Overkamp, Overweg.

-ow III. in urspr. slawischen ON., die eigentlich besitzanzeigende Eigenschaftswörter auf owy, owa, owo sind, den von dem Namensträger gegründeten oder besessenen Ort bezeichnend. So bildet sich von dem N. Grab (Weißbuche) das Eigenschaftswort grabowy, -a, -o, welches nun mit Ergänzung eines Hauptwortes wie was (weibl.) = Dorf, mjesto (sächl.) = Stadt zum ON. gestempelt wird, also Grabowa, Grabowo (= „der Grab’sche Ort“), Viduchowa „der Widoch’sche Ort“ (vom PN. Vidoch) — Formen, die sich in slawischen Gegenden noch häufig finden, während in den schon länger germanisierten Landschaften des nordöstlichen Deutschland der Endvokal abgefallen und die Endung ow (mit stummem w, das auch mitunter in der Schreibung weggefallen, s. -o) herrschend geworden ist: Grabow, Fiddichow.

Daher nun die vielen ON. — von Städten, Dörfern, auch Flüssen, z. B. Warnow — auf ow, deren im östlichen Deutschland Legion ist, und die fast ebenso große Fülle der von ihnen entlehnten FN. auf ow (z. B. in Stolp im J. 1864 unter 1800 Namen über 50).

FN. Buckow (spr. Buko). Bütow. Grabow. Massow. Passow. Quednow. Strippentow. Vangerow — nicht minder viele Adels-N.: v. Below. v. Bülow. v. Krockow. v. Lettow. v. Lützow. v. Massow.

Häufig finden sich kleine Abweichungen von den bezüglichen ON.: Duchrow (O. Ducherow). Münchow (O. Mönchow). Strölow (O. Strelow) — mitunter auch bedeutendere wie Leitzow (O. Lewezow, welches im Volksmunde in Leitzow zsgz. wird).

Ableitungen auf -er sind selten, da sich diese Endung nicht bequem anfügt; nur in modern jüdischen N. wie Bojanower (von Bojanowo) scheint sie sich zu finden.

Häufiger sind Latinisierungen auf -ovius, aus der Zeit der Renaissance stammend (S. 63): Ciborovius. Gregorovius. Gusovius. Nicolovius — z. T. mit sehr wenig lateinischer Schreibung: Bülowius. Wannowius.

Zuweilen ist das w abgefallen: v. Plotho (O. Alten-Plathow). Calo. Floto.

Nicht selten ist die E. ow bei den ON. oder den daher entlehnten FN. in au übergegangen, wodurch dem Namen ein mehr deutsches Gepräge gegeben wird: Grabau, als wäre es eine rein deutsche Zusammensetzung. So entspricht der FN. Gumtau dem ON. Gumtow, Treptau dem ON. Treptow, Bernigau dem ON. Bernickow, Kahlbau vermutl. dem ON. Calebow; umgekehrt Nipkow = dem ON. Nipkau, Calow dem ON. Kalau. Aus manchen ON. sind auf diese Weise zwei FN. hervorgegangen, z. B. aus ON. Lossow die FN. Lossow und Lossau, aus ON. Gülzow die FN. Gülzow und Gülzau, aus ON. Bülow die FN. v. Bülow und Bülau. Beide Endungen, ow und au, wechseln eben außerordentlich leicht miteinander, und früher verfuhr man noch willkürlicher darin. So wird im Stolper KB. der fürstlich Croy’sche Rentmeister Vanselow auch Vanselau genannt, z. B. im J. 1647, dagegen 1651 wieder Vanselow. In manchen Städtenamen sind diese Endungen noch im Kampfe, z. B. Spandow und Spandau, Prenzlow und -au; letztere sollten hier vorgezogen werden, damit auch der Name dieser seit Jahrhunderten deutschen Städte den deutschen Lautgesetzen entspreche.

P.

Pabst III. mhd. bâbest aus griech. lat. papas.

FN. Pabst — Babst (S. 42).

Pach a) I. s. Bag b) III. bayr. in Pachmayr, -maier.

-pach, -pacher s. Bach.

Pächter III. neueren Verhältnissen entstammend, daher als FN. sehr selten.

Padell s. Bad (einst. K.).

Päder s. Bad (V.).

Pagel s. Paulus.

Pagenhardt III. „Pferdehirt“ (aber auch ON.).

Pagenkopf III. „Pferdekopf“ (auch ON.).

Pagenstecher III. der die schlechten Pferde (niederd. Pagen) absticht, „Abdecker“.

Pahde s. Bad (einst. K.).

Pahl a) s. Bald (einst. K.) b) „Pfahl“.

Pahnke III. slaw. Panek „kleiner Herr“.

-paintner s. Bünd.

Paldramus s. Bald (V.).

Pälegrimm s. Pilgrim.

Pallauf, Palmer s. Bald (V.).

Pammer s. Bad (V.).

Pancratius II. griech. der „Allherrschende“ (Kal. 12. Mai) — Mamertus, P., Servatius die drei sogen. „strengen Herren“, welche die späten Frühlingsfröste bringen sollen.

FN. Pankratz; Pangrätz (Gottschee) — Pongratz — (mit Kürzung im Anlaut): Craz, Kraatz (doch schon ahd. ein Chrazo).

Vklf. (oberd.) Krätzel, latinis. Crecelius; (niederd.) Kratzke (mit langem a).

Pand- s. Band.

Pankok(e) s. Pfannkuch.

Pann-, Pant-, Panz s. Band.

Pape s. a) I. Bad (zweist. K.) b) III. Pfaffe.

Papinga s. Bad (zweist. K.).

Papke s. a) I. Bad (zweist. K.) b) III. Pfaffe.

Päpke s. Bad (zweist. K.).

Pardiller III. romanisch-deutsch von pardill = pratello „kleine Wiese“.

Parthey s. Ber (v.).

Parzer III. „einer aus Parz“ (ON. häufig in (Österr. ob der Ens).

Zss. Grillparzer (O. Grillparz 3 mal in Ober-Österr.). Steinparzer.

Pastor III. lat. „der Hirte; Pfarrer“. FN. Gen. Pastoors (Kleve).

Paternoster III. = Paternostermeker „Verfertiger von Rosenkränzen“ (Schütte), doch vgl. Heinr. Vaderunser 1565.

Pathe, Pät- s. Bad (einst. K.).

Patsch, Patz- s. Bad (einst. K.).

Pätsch s. Ber (einst. K.).

Pauck s. Baug.

Pauel- s. Paulus.

Pauer s. Bauer.

Pauker III. mhd. pûkaere „Paukenschläger“.

FN. Paucker; mit Umlaut Peucker.

Paulus II. lat. „der Kleine“; St. Paulus, der Apostel. (Kal. 25. Jan., 29. 30. Juni.)

FN. Paulus; Paul (Paulmann). Gen. Pauli, Pauly — Pauls; Pauels (ostfries.). Patr. A. Pauling — Pauler (österreich.). Patr. Zss. Paulsohn; Paulson; Paulsen — Pauelssen (ostfries.) — in demselben Sinne Kleinpaul.

Zss. Paulmichl — Sentpaul (ON.). Zsgz. Pohl (Preuß 27).

Niederd. zerdehnt: Pagel — Pawel, Pavel (Pagel als VN. im KB. z. B. Pagel Gustman 1692; Pagel Dobrenze, sonst Paul Dobrantz — pawel glasenap 1518 Klemp.). Gen. Pagels — Pawels — Powels. Vklf. Pawelke.

Paumann s. Baumann.

Paur s. Bauer.

Pausepack III. „Bausbacke“.

Pav-, Paw- s. Paulus.

Payer s. Baier. Auch in der Zss. Payrhuber.

Pecht- s. Beraht (V., einst. K.).

Ped- s. Petrus.

Pelkert s. Big.

Peilert s. Bil.

Peldram s. Bald (V.).

Pelikan III. zeichnet sich nach dem Glauben des Altertums (s. Aelian 3, 25) vor allen Vögeln durch die Liebe zu seinen Jungen aus, die er mit seinem Blut ernährt, und wenn sie tot sind, zu neuem Leben erweckt. Daher in der christlichen Mystik ein Bild für den Heiland.

Pelzer III. mhd. belzer „Pelzhändler“.

Pemmerl, Pendele s. Band.

Penke, Penneeke s. Berin (einst. K.).

Penning s. Pfennig.

Perdt III. niederd. pêrd „Pferd“.

FN. to Perdt (Rees), te Peerdt (Wesel) „zu Pferde“ (Gegensatz: Tovote).

-perg, -perger s. Berg.

Pering s. Ber (einst. K.).

Perl- s. Ber (V., einst. K.).

Pern- s. Born (V.).

Person s. Petrus.

Perthes, Pertsch, Pertz s. Ber (einst. K.).

Petersilje III. deutlicher Pflanzen-N., Petercilie 1300, 1587: Petzerlei.

Pethke s. Bad (einst K.).

Petrus II. griech. „Fels, Felsenmann“, Übersetzung des hebr. Kephas; St. Petrus, der Apostel, mit eigentlichem N. Simon (Kal. 18. Jan., 29. Juni, 1. Aug.).

FN. Peter (Petermann) — Petter. Zss. Brüggenpeter. Gen. (lat.) Petri, Petry — (deutsch) Peters — Petters — Pieters (ostfries., vgl. holländ. Pieter). Patr. A. Petering. Patr. Zss. Petersson; Peterssen; Peterson; Petersen — niederd. Pedersen — vereinzelt Petrikind.

Durch Zusammenziehung aus urspr. Pederson: Person; Pierson — entstellt Persohn.

Anderweitige Zss.: Kleinpeter. Großpeter (franz. Grandpierre). Graupeter. Langpeter. — Petermeyer. Petermichl.

Petter s. Petrus.

Petz- s. Ber (einst. K.).

Peucker s. Pauker.

Peukert s. Baug.

Peutler s. Beutler.

Peyer s. Baier.

Pfab s. Pfau.

Pfabian s. Fabianus.

Pfadenhauer s. Pfettenhauer.

Pfaffe III. ahd. pfaffo, mhd. pfaffe aus lat. papa der „Geistliche“ und zwar „Weltpriester“, seelsorgender Geistlicher im Gegensatze zu dem Klostergeistlichen und dem Laien — erst bei Luther und Aventinus († 1534) in verächtlichem Sinne. Den Übergang zum FN. weisen Benennungen auf wie Wernher dictus Paffe 1284; Heinrich des Pfaffen sun (Bacm.).

FN. Pfaff. Niederd. Pape; latinis. Papius. Vklf. Pfäfflein. Papke (doch s. auch Bad).

Pfannenschmid III. s. Schmid (in Kolberg heißt eine ganze Straße auf der Münder Vorstadt „Pfannschmieden“, weil hier ehemals die Pfannen zum Salzsieden geschmiedet wurden).

FN. Pfannenschmidt; verkürzt Pfannschmidt.

Pfannkuch III. s. Speisen S. 46. Niederd. Pankoke, vgl. Pangkoke 1369 Braunschw.

Pfätchenhauer, Pfatten- s. Pfettenhauer.

Pfau III. ahd. phâwo, mhd. phâwe „Pfau“ aus lat. pavo. (Otto dictus pavo 1300. Jörg Pfauenschwanz 15. Jh.) Auch Pfabe; Pfab — Pfob.

Pfauw s. Pfau.

Pfeffer III. eine Brühe zu Fleischspeisen, wegen der starken Gewürze so genannt (jetzt noch „Hasenpfeffer“).

Pfeffersack III. der alte Spottname der Kaufleute. Niclas pfeffersak 1419. (S. auch Goethes Götz, Akt 3, Sz. 1: „Wenn ein Kaufmann einen Pfeffersack verliert“ usw.).

Pfeidler III. „Hemden, Kleider usw. feilhaltender Händler“ (vom mhd. pfeitel Hemd).

Pfeifer III. ahd. pfîfâri, mhd. pfîfaere, pfîfer.

FN. Pfeifer. Pfeiffer (Pfeuffer) — Pfyffer (schweiz.). Niederd. Pieper, Piper. Gen. Piepers (niederrhein.).

Pfeilschifter s. Pfeilsticker.

Pfeilsticker III. „der die Stecken für die Pfeile macht“.

FN. Pfeilsticker; Pfeilstöcker. Niederd. Pielsticker. Auch Pfeilschifter (von Schaft, s. Marb. Verz. der Gewerbe).

Pfennig III. s. Münznamen S. 45, ahd. phantinc (von phant Pfand), mhd. pfenninc „Pfennig“ (doch häufig in allgemeinerer Bed. = Geld, Geldsumme, wie noch jetzt in „Mutterpfennig“, „Sparpfennig“ u. a.).

FN. Pfennig; niederd. Penning — mit mehrfachen Zss.: Barpfennig. Redepfennig. Weißpfennig. Wucherpfennig mit seinem Gegenteil Schimmelpfennig; Schimmelpfeng — niederd. Schimmelpenninck.

Pfettenhauer III. der „die Querbalken eines Hauses zuhaut“ (Andresen).

Als FN. in mannigfachen FF.: Pfattenhauer — Pfadenhauer — Pfotenhauer — Pfötkenhauer; Pfötchenhauer — Fetkenheuer — Fittighauer.

Pfeuffer s. Pfeiffer.

Pfingst III. zu den Zeitnamen.

Pfister s. Pistor.

Pflaumbaum III. „der beim Pflaumbaum Wohnende“. Doch in einer Familie mißverständl. aus Plumbum, der Latinisierung von Bley. (Andresen, Volksetymologie). Niederd. Plumbohm.

Pfleiderer s. Pleitner.

Pflug III. vgl. Eberhardus dictus Pfluoc 1294. Zss. Keilpflug. Stellpflug. Niederd. Ploog.

Pflüger III. niederd. Plöger — Pleuger.

Pförtner III. mhd. portenaere (mittellat. portenarius).

FN. Pförtner; bes. bemerkenswert Pförtner von der Hölle, ein schlesisches Adelsgeschlecht. Niederd. Pörtner.

Pfotenhauer, Pfötkenhauer s. Pfettenhauer.

Pfraumbaum III. „Pflaumbaum“ mhd. phrûmbaum (neben pflûmboum) vom lat. prunus.

Pfretzschner III. „Kleinkrämer“ (südd.).

Pfuhl III. mhd. phuol aus lat. palus „Pfuhl“. In ON. seit dem 9. Jh., doch mehr vereinzelt; niederd. -pohl.

FN. Pfuhl. Lehmpfuhl. Niederd. Gausepohl. Hundepohl. Kranepohl. Otterpohl. Cattepoel.

Pfurtscheller III. (romanisch-deutsch) „einer von Fortschella“ (Berggabel, Joch).

Pfyffer s. Pfeifer.

Philippus II. griech. „Roßfreund“; St. Philippus a) der Apostel b) der Almosenpfleger Apostelg. 6, 5. 8, 26 ff.

FN. Philipp, Filipp (österr.). Gen. (lat.) Philippi — (deutsch) Philippen; Philipps; Phillips (wo das s jedoch auch vom Nom. herrühren kann, vgl. philipps Sunnenberch 1490 Klemp.). Patr. Zss. Philippsen; Philippsohn; -son (die beiden letzten jüngere Neubildung, jüdisch).

Mit Kürzung im Anlaut: Lippus; Lipps, Lips (so redet z. B. Johann von Leyden in einem Schreiben den Landgrafen Philipp von Hessen „myn lewe Lips“ an).

Pichler, -pichler s. Bühel.

Pichlmaier III. „der Meier auf dem Bühel“ (s. Bühel und Meier).

Pick- s. Big (V., einst. K.).

Piel- s. Bil (V., einst. K.).

-piel s. Bühel.

Pielsticker s. Pfeilsticker.

Piepe III. „Röhrbrunnen“. In FN. wie Piepenbrinck, -brock.

Pieper s. Pfeifer.

Pierson, Pieters s. Petrus.

Pigge s. Big (einst. K.).

Pigler s. Bühl.

Pilartz s. Bil.

Pilger, Pilgram s. a) I. Bil (V.) b) III. Pilgrim.

Pilgrim III. mhd. bilgerîn aus lat. peregrinus. Schon 1245: Peregrinus.

FN. Pilgrim — Pälegrimm; auch Pilgram. — Pilger. Das mhd. b noch in Billger, (schwäb.) Bilgeri (doch s. auch Bil).

Pill- s. Bil (V., einst. K.).

Pilz, Pilzing s. Bil (einst. K.).

Pinder, Pinter s. Binder.

Pinkepank III. Spottname f. einen „Schmied“.

Pirkmayr III. (südd.) „Birkm.“.

Pischof s. Bischof.

Pistor III. Latinisierung für Becker (schon 1340 im Gött. UB. als FN.); verlängert Pistorius, wovon der Gen. Pistory. Wieder umgedeutscht Pister, Pfister; Pfisterer (südd.); Pfistner (bad.). Gen. Pisters.

Pittner s. Büttner.

Plagge III. zur Düngung abgeschaufeltes „Rasenstück“. FN. Plaggemeyer.

Planck s. Blank.

Plaß s. Blasius.

Plater, Platner III. a) mhd. blatenaere, platner „Verfertiger der blate“, einer Schutzwaffe, die vor der Brust über der halsperge getragen wurde (vgl. „Platnergasse“ in Prag) b) „Pfaffe“ von der Tonsur.

FN. Plater. — Platner; Plattner, auch Blattner. Mit Umlaut: Plettner (Klempin: pletener = harnischmester) — Plöttner (Koch, Saalfelder FN.).

Platter III. „Mein Vater hieß Antoni Platter, von dem alten Geschlecht der Platter. Die haben ihren N. von einem Hause auf einer breiten Platte, d. i. ein Felsen auf einem gar hohen Berg bei dem Dorfe Grenchen.“ (Thom. Platters Leben S. 14).

Platzfuß III. „Plattfuß“ (S. 50); niederd. Plattfaut; Platvoet.

Pleitner III. „der die Bleiden d. i. Wurfmaschinen (mhd. blîde) bedient“. Auch Pfleiderer.

Plettner s. Plater.

Pleuger, Plöger s. Pflüger.

Plitt s. Blid.

Plogstert III. (Lippe) „Pflugsterz“.

Plönnies s. Apollonius.

Plotho III. Freiherr v. Pl. — Stammsitz Alten-Plathow, Kr. Jerichow in Brandenb. (Adelslex.).

Plüm- s. Blom.

Plumbohm III. s. Pflaumbaum. Plummeyer.

Pobel s. Bod (zweist. K.).

Poddig s. Bod (einst. K.).

Pogge III. niederd. „Frosch“ (Padde), vgl. ON. Poggendorf, Poggenkrug; Paddewisch.

FN. Pogge. Poggenmeyer.

Pogner s. Bogner.

Pohl III. niederd. „Pfuhl“ — in Zss. wie Pohlkamp; Pohlmeyer; Pohlschröder — Gausepohl s. auch Pfuhl.

Dagegen der einfache N. Pohl wohl meist zu Paulus (Preuß 27 — doch s. auch Bald).

Pohland III. älterer N. für „Polen“. Polland.

Pohse s. Bos.

Pointner s. Bünd.

Poll- s. Bald (V., einst. K.).

Pollack III. ein „Pole“. Auch Polack.

Pollender III. ein „Pole“, von Poland = Polen.

Poltrock s. Bald (V.).

Polz, Pölzl s. Bald (einst. K.).

Polzer III. (österr.) „Verfertiger von Bolzen“.

Pomme s. Bod (zweist. K.).

Pommerenke III. (Pommeränecke 1681) ein „alter, ehrlicher Pommer“ (Geisheim S. 78); wohl aus dem lat. Pomeranus mit der niederd. Verkleinerungsendung. Nebenff. Pommrehn (Pommerene 1300); Pommerening; Pomränig — Pommerienken (Gen., ostfries.). Der Chemnitzer Rektor Hager sagt in seiner „Ausführlichen Geographie“, Chemnitz 1747 T. II. S. 1058 von den Einwohnern Pommerns: „Die Einwohner sind nunmehro redliche Teutsche, nachdem die Wenden daraus vertrieben worden sind. Der Vorwurf, welcher ihnen wegen der Grobheit gemacht wird, rührt ohne Zweifel von ihren Feinden her. Und wenn auch die Erzählung von einem groben Pommerinken wahr wäre, welchen den Herzog Bogislaus dem Kayser Rudolpho II. auf Begehren geschicket haben soll, so gereichet selbige den Pommern nicht zum Nachtheile.“ Dagegen Pommerell „einer aus Pommerellen“, Pomerania parva, dem Landstrich zwischen Pommern u. der Weichsel.

Pomränig s. Pommerenke.

Pongratz s. Pancratius.

Pontnofer III. (romanisch-deutsch) „einer von punta nova“ (neue Brücke).

Pop- s. Bod (V., zweist. K.).

Popp-, Pöpp- s. Bod (zweist. K.).

Pörtner s. Pförtner.

Portugall III. Länder-N. — vielleicht auch von einem Gasthofe („König von Portugal“) übertragen.

Pörzel s. Burg (einst. K.).

Pößl s. Bod (einst. K.).

Potel, Poten s. Bod (einst. K.).

Potgieter s. Pottgießer.

Pothe, Pott s. Bod (einst. K.).

Pöttcher s. Bötticher.

Pötter s. Töpfer.

Pottgießer III. halbniederd. = „Topfgießer“ (der eiserne Töpfe gießt).

FN. Pottgießer. Ganz niederd. Potgieter (vgl. Potgieter 1481 Köln. Univ.-Matr.); Pottgüter.

Pottke s. Bod (einst. K.).

Powels s. Paulus.

Pracht-, Prächt- s. Beraht (V., einst. K.).

Pramschiefer III. wie die ältere F. Pramschüver (KB.) beweist, s. v. a. „Prahmschieber“, der einen Prahm (großes, flaches Boot) auf dem Flusse schiebend fortbewegt.

Pranckh, Prändl, Prantl, Prantz s. Brand.

Prätorius III. „Schulze“ in der Toga (Gottschalk Schultze, lat. Abdias Praetorius, ausgezeichneter Pädagog des 16. Jh.).

Praun s. a) I. Brun (einst. K.) b) III. Braun.

Precht s. Beraht (einst. K.).

Preiser s. Breiser.

Preister III. niederd. „Priester“.

Preiswerk III. früher Brysswerk „Schnurmacher, Posamenter“ (s. Breiser).

Prenner s. Brenner.

Prentzel s. Brand.

Preser s. Breiser.

Preuß III. „ein Preuße“. Auch Prüßmann.

Priester III. aus griech.-lat. presbyter. (Vgl. franz. Leprêtre). Niederd. Preister.

Probst III. aus lat. propositus. Auch Kornprobst findet sich, entstellt Kornbrust (wie „wainprobst“ = tafernär) Bacm. Patr. A. Pröbsting (westf.).

Pröhle, Propping, Prott- s. Brord.

Pruck-, Prugg- s. Brück.

Pruckner, Prückner s. Brück.

Prummer s. Brun.

-prunn s. Brunn.

Prunner s. a) I. Brun b) III. Brunn.

Pucher s. Bucher.

Püchler s. Bühl.

Puchner III. „einer aus Puchen“ (Buchen).

Pückler s. Böckler.

Puff- s. Bod (zweist. K.).

Pühler s. Bühl.

Pupp- s. Bod (zweist. K.).

-purg s. Burg III.

Purgold s. Burg I. (V.).

Purgstall s. Burgstall.

Purk-, Pürkerth s. Burg (V.).

Putsche s. Bod (einst. K.).

Puttfarken III. niederd. „Pfützenferkel“ (?) von altniederd. pute Pfütze (aus lat. puteus) und Farken.

Puttkamer III. von P. eine der ältesten Adelsfamilien in Ostpommern, deren N. nach Angabe des pommerischen Wappenbuches daher stammt, daß ein Familienglied in Polen das Amt eines Podkomorzy „Unterkämmeriers“ (subcamerarius) führte. Dessen Nachkommen nannten sich Podkomer. Puttkumer, Podkamer, dann wechselnd Puttkamer und -kammer, bis 1859 auf dem Geschlechtstage von allen „Vettern“ beschlossen wurde, sich übereinstimmend Puttkamer — mit einem m — zu schreiben (wodurch jedoch die Aussprache dieses Namens = Puttkammer nicht berührt wird). Der N. findet sich übrigens auch als bürgerlicher in beiden Schreibungen: Puttkamer und Puttkammer.

Puttloff, Püttrich s. Bod (V.).

Puxbaum s. Buchsbaum.

Pyroldt s. Ber (V.).

Q.

Quadejacob II. der „böse Jakob“ (s. Jacobus).

Quadflieg III. „böse Fliege“.

Qualbert s. Wald I. (Walbert). Qu statt w findet sich im Altdeutschen öfter: Quolfwin, Quilibert = Wolfwin, Wilibert.

Quandt, Quante, Quantz s. Wand I.

Quardocus II. aus Twardocus, der slawischen Übertragung von Firminius.

FN. Quardocus; Quardux (Kassubei).

Quentel s. Wandal.

Quentzel s. Wand I.

Quercke, Quering s. War (einst. K.).

Querner s. Körner.

Querüber III. wohl von der Lage der Wohnung (Pott S. 271), wie auch v. Hinüber.

Quidde s. Wid (einst. K.) — doch schon 4. Jh. Quito.

Quin, Quincke s. Win (einst. K.).

Quist in schwedischen N. (S. 77), altnord. quistr „Zweig“.

FN. v. Lindequist (Rügen).

Quitt, Quittmann s. Wid (V.).

R.

Raach s. Rag.

Raalt s. Rad (V.).

Raap s. Hraban.

Raatjes, Raatz s. Rad (einst. K.).

Rab- s. 1) Hraban 2) Rad (V.).

Rach- s. Rach — doch

Rachner s. Ragan.

Rack- s. 1) Rad (V.) 2) Rag.

Räcker s. Rad (V.).

RAD I. ahd. mhd. rât. altsächs. râd „Rat“. In EN. seit dem 5. Jh. nachweislich.

FN. Radbald: Radebold — Rappold; Rappohl; Rappel — Rabold; Rabehl; Rabel. Patr. A. Rappolder.

Radobert: Radber — Rappard — Rabert — Reppert. Gen. Rabbertz.

Radigor: Radecker — Racker Redecker — Retger — Räcker.

Radheri: Rader — Rather — Räder — Retter. Patr. Zss. Reddersen.

Ratleib: Radleff — Rathlev. Gen. Redlefs; zsgz. Reelfs.

Radleic: Radlach.

Radman: Rademann; Radmann — Rathmann — Redemann; Redmann.

Ratmar: Rahmer — Redmer — Rettmer. Gen. Redmers.

Raderich: Raderick.

Radoald: Radewald — Rawald — Raalt.

Radwig: Reddewig.

Radulf: Radloff — Ralph — Rauff (Stark 138). Gen. Rahlfs; Rahlwes — Rauls.

Einstämmige Kürzung Rad-.

Rado, Rato: Rade — Radde — Rathe — Ratte — Räde — Räth — Redde. Gen. Raden — Rahts. Patr. A. Rading — Rating — Reding.

Vklf. (i): Radi. (l): Radill; Radel — Rall — Rahl — Rädel — Redtel. Patr. A. Redling. (k): Radach; Radig; Radeck — Raticke; Rathke — Rattich; Rattke; Rattje (Schleswig) — Redeke — Räthke — Reddig — Rettke. Gen. Raatjes. (k + n): Rahtgen — Räthgen. Gen. Rathjens. (z) Razo, Rezo: Ratz — Raaz — Ratsch — Reetz. (z + l) Razili: Ratzel; Rassel — Retzel; Ressel. (z + k) Raziko: Rätzke — Reetzke.

Auslautend (303 mal Först.), worunter viele weibliche N.

-rath: Frorath (aus Frowirat).

-rad: Konrad.

-ert: Hartert (neben Hartrath).

Radde s. Rad (einst. K.).

Räd- s. Rad (V., einst. K.).

Rademacher III. „Stellmacher, Wagner“.

FN. Rademacher; Radmacher. Niederd. Rademaker. Gen. Rademächers.

Raffensack III. Satz-N. „raff in den Sack“. Auch gekürzt Raffsack. Vgl. Raffauf.

RAG I. ursprünglichere Gestalt des Stammes Ragan.

FN. (Ragibrand): Rackebrandt.

Reguhard: Reckhard; Reckert.

Ragihar: Reger.

Ragadeus: Radey — Raddei — Ratthey.

Racold: Gen. Rachholtz; Rachals; Rachhals.

Einstämmige Kürzung Rag-.

Ragio, Raco, Recco: Ragg — Racko — Rake — Rache — Raach — Recko; Recke — Rech.

Vklf. (l) Ragilo: Rackel — Rachel — Regele; Regel — Reckel — Reihle. Patr. A. Regling — Reckling — Reling — Railing. (l + n): Regelin.

Ragizo: Reitz (auch ON.).

RAGAN 1. got. ragin „Rat“, altnord. Plur. regin die Ratschlagenden und Beschlußfassenden, die Götter — oft zur bloßen Steigerung verwendet (s. Lübben S. 7 ff.).

FN. Raganbald: Rambold; Rammelt — Reinbold — Reimbold; Reimolt; Reimelt — Rembold; Rempel; Remmel.

Raginbreht: Regenbrecht — Reinbrecht; Reinbert — Rennebarth — Reimert — Remmert; Remmer. Gen. Reimerdes — Remmers. — Reemsema (ostfries., vgl. VN. Reemt). Patr. A. Rainprechter.

Ragimbod (Regenbode VN. Akener Schöffenbücher): Reinbothe; Reineboth; Reinbott.

Ragemprand: Rembrandt.

Raganfrid: Renfert — Rennefarth — Renfer — Refer (Preuß 5).

Ragingar: Ranniger — Reiniger; Reinker — Renger. Gen. Rengers.

Raginhart: Rahnert — Regenhard — Reinhard; Reinert — Rienhardt; Rienth — Renard; Rehnert — Rennert. Gen. Rheinharz; Reinarz; Reinherz; Reinders; Reints — Reents — Rieniets (ostfries., jeverl.). Patr. A. Reinerding — Reinharter (Wien). Vklf. (k): Gen. Reintges (niederrhein.).

Raganhar: Rachner — Regener — Reiner (Reinermann) — Renner. Gen. Reiners. Vklf. (l): Reinerle.

Raginman: Reinemann — Reimann — Rennemann — Rehmann.

Raginmar: Reinemer — Reimar; Reimer (als VN. Reymer Mantzke 1453 Pomm. Urk.) — Remer. Gen. Reimers — Remmers (Norderney).

Ragnemod: Reinmuth — Reimuth.

Raginmund: Reinemund; Reinmund — Raymund.

Raganrich: Rhenrich.

Raginscal(c): Reinschall.

Raginald: Reinwald; Reinwold; Reinold; Reinhold; Reinelt; Reinel — Renelt. Gen. Reinals; Reinholtz (umgedeutet aus Reinolds) — Reendels (ostfries.). Patr. A. Reinalter.

Raginward: Reinwarth; Reinwerth.

Raganwin: Reinwein.

Einstämmige Kürzung Ragan-.

Raganus, Regino, Rano: Rahn — Regen — Reyne; Rein — Rehn — Renno; Renn — Riehn. Gen. Reinen — Rehnen — Rennen. Patr. A. Reining; Reininga (ostfries.). Patr. Zss. Rahnsen — Reensen — Rennsen.

Vklf. (l): Reindl. (k) Reinco: Reinecke; Reinke; Reinick — Ränicke — Rehnich — Rennecke — Renke — (Ranke Stark 71). Gen. Reinkens; Reinken — Renken — Reinkena (ostfries.). Patr. A. Reinking. (z) Reginzo, Renzo (Stark 75): Reinz; Reintzsch — Renz (Renzmann); Rensch — Renneis. (k + n): Reinichen; Reinecken. (z + l): Renzel.

Zweistämmige Kürzung Raginb-.

Rampo: Rambo — Rampe — Rampf — Ramm — Rempe.

Zweistämmige Kürzung Raginm-.

Raimo: Reime — Rehm (latinis. Remus).

Ragg s. Rag.

Rahl- s. Rad (V., einst. K.).

Rahm- s. 1) Rad (V.) 2) Hraban.

Rahn- s. Ragan (V., einst. K.).

Raht- s. Rad (V., einst. K.).

Railing s. Rag.

Rain III. ahd. rain, mhd. rein „abgrenzender Bodenstreif“.

FN. Hohenrainer (O. -rain). Moosrainer. Nußrainer.

Rainprechter s. Ragan.

Rake s. Rag.

Rall s. Rad (einst. K.).

Ralph s. Rad (V.).

Ramb-, Ramp- s. Ragan (V., einst. K.).

Ramm- s. 1) Hraban 2) Ragan (V., zweist. K.).

Ramschüssel s. Reumschüssel.

RAND I. ahd. mhd. rant, Gen. randes „Schildrand, Schild“.

FN. Ranthar: Ranter — Renter.

Rantowic: Randwig — Rannewig.

Randulf: Randolf — Rondolf.

Einstämmige Kürzung Rando: Rand.

Gen. Randa (ostfries.).

Verkleinert (l): Randel (k): Rentke. (z) Rantze; Rantsch.

Auslautend 63 mal (Först.) -rand: Bertrand.

RANG I. zu ahd. ringen „ringen“, rang „Kampf“.

FN. Ranchar: Ranger — Rencker — Renger.

Einstämmige Kürzung Rang-.

Rence: Ranke; Ranck; Rang — Rencke; Renk.

Ranger s. 1) Ragan (V.) 2) Rang.

Ränicke s. Ragan (einst. K.).

Ranke s. 1) Ragan (einst. K.) 2) Rang.

Rann- s. 1) Ragan (V.) 2) Rand.

Rant-, Rantsch, Rantze s. Rand.

Rap- s. Rad (V.).

Rapp- s. 1) Rad (V.) 2) Hraban.

Rappsilber III. Satz-N. vom niederd. rapen „raffen, rauben“. Altniederd. Rapesulver.

Rasmus s. Erasmus.

Rassel s. Rad (einst. K.).

Rath a) I. s. Rad (einst. K.) b) III. de Rath.

Rat-, Rath-, s. Rad (V., einst. K.).

-rath s. a) I. Rad b) III. Rode.

Räth- s. Rad (V., einst. K.).

Rathmann a) I. s. Rad (V.) b) III. mhd. râtman „Ratgeber“; dann „Mitglied einer städtischen Ratsversammlung“.

Ratsch, Ratt-, Ratz-, Rätzke s. Rad (einst. K.).

Raub- s. Hrod (V.).

Rauch- s. Hrod (zweist. K.).

Rauchfuß III. „rauher Fuß“, vom ahd. rûh, mhd. rûch rauh, rauch, haarig.

Rauchhaupt III. „rauhes Haupt“ s. das vorhergehende. Rauchkopf; halbniederd. Rukopf.

Räuchlin s. Hrod (zweist. K. Hrodg-.).

Räudel s. Hrod (einst. K.).

Rauff, Rauls s. Rad (V., Radulf).

Rauffenbarth III. Satz-N.

Raumer s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom (V.).

Raumschüssel s. Reumschüssel.

Rauner s. Run.

Raup- s. Hrod (V., zweist. K.).

Räußel s. Hrod (einst. K.).

Raut- s. Hrod (V.).

Rautenkranz III. urspr. Haus-N. Auch Rautenstrauch.

Räuzel s. Hrod (einst. K.).

Rav- s. Hraban.

Rawald s. Rad (V.).

Raymund s. Ragan (V.).

Rebbe s. Ric (zweist. K.).

Rebstock III. Haus-N. „zum Rebstock“ (S. 60 f.) auch bei Gasthöfen.

Rech-, Reck- s. 1) Rag 2) Ric (V.).

Reckefuß III. Satz-N. vgl. Streckfuß.

Red- s. Rad (V., einst. K.).

Redepfennig III. „bereiter, barer Pfennig“. Niederd. Redepenning. Vgl. niederd. Redegeld (FN. Redegeld) und Bretgeld; „mit redem gelde“ (Klemp. S. 510).

Reemsema s. Ragan (Raginbreht).

Reen- s. Ragan (V., einst. K.).

Reetz- s. Rad (einst. K.).

Ref- s. 1) Rich (V.) 2) Ragan (V.).

Regel-, Reger s. Rag.

Regen- s. Ragan (V., einst. K.).

Regenbogen III. schon N. eines Meistersängers.

Regenfuß III. Satz-N. „rege den Fuß“.

Regiomontanus III. Latinisierung für „Königsberger“ — Joh. Müller aus Königsberg in Franken, berühmter Mathematiker und Astronom, gest. 1476.

Regling s. Rag.

Rehbein III. wohl von der Schlankheit und Zierlichkeit, wie auch Rehfues. Andere Zss. mit Reh sind: Rehbock (engl. Roebuck). Rehkalf (niederd.). Rehkopf. Rehlamb. Rehfell.

Rehbinder III. „der das Riedgras od. Schilfrohr (niederd. rêt) zum Verkauf in Bunde bindet“.

Rehdantz III. Satz-S. aus älterem Regedanz „rege den Tanz an“. Vgl. Hebetanz, Rördanz.

Rehm- s. Ragan (V., zweist. K.).

Rehn- s. Ragan (einst. K.).

Rei s. Ric (einst. K.).

Reib- s. Ric (V., zweist. K.).

Reich- s. Ric (V., einst. K.).

Reicke s. a) Ric (V., einst. K.) b) III. „der Reiche“. Johann de Ryke (Lipp. Reg.).

Reidel s. Rid.

Reif- s. Ric (V.).

Reig- s. Ric (V., einst. K.).

Reil s. Ric (einst. K.).

Reim- s. 1) Ragan (V., zweist. K.) 2) Ric (V.) (doch Reimschüssel s. Reum-).

Rein- s. Ragan (V., einst. K.).

Reinganum III. O. Rheingönheim.

Reip- s. Rich (V., zweist. K.).

Reis s. Ris.

Reiter III. 1) ahd. rîtâri, mhd. rîter.

FN. Reiter; de Reyter (Aurich). Niederd. Ryder. Zss. Kielreiter (doch s. Reut). 2) s. Reut.

Reitgeld III. „bereites d. i. bares Geld“ (s. Redepfennig).

Reith, -reither s. Reut.

Reitz s. Rag.

Rekate, Rekelofs s. Ric. (V.)

Reling s. Rag.

Remer, Remb-, Remm- s. Ragan (V.).

Remp- s. Ragan (V., zweist. K.).

Renard, Renelt, Renf- s. Ragan (V.).

Renger s. 1) Ragan (V.) 2) Rang.

Renk- s. 1) Ragan (einst. K.) 2) Rang.

Renn- s. Ragan (V., einst. K.).

Rennebohm III. mittelniederd. Rennebom „Schlagbaum“ (Lübben, Etwas über niederdeutsche FN.).

Renner III. mhd. rennaere „Rennbube“, der die Pferde zu besorgen hat; oft = Bote, vgl. Klemp. „ronner“ (doch s. auch Raginhart).

Rensch s. Ragan (einst. K.).

Rent- s. Rand.

Renz s. Ragan (einst. K.).

Reppert s. Rad (V.).

Repschläger III. niederd. Reifschläger, d. i. „Seiler“ — von got. raip, ahd. mhd. reif, niederd. rêp Seil; Faßreif, Ring.

Requard s. Ric (V.).

Ressel s. Rad (einst. K.).

Reth III. ahd. hriot „Sumpfgras“ s. Ried.

FN. Rethfeld. Rethmeyer. Rethwisch.

Ret-, Rett- s. Rad (V., einst. K.).

Retzel s. Rad (einst. K.).

Reuleke s. Hrod (einst. K.).

Reumschüssel III. Satz-N. „räume die Schüssel“, von einem tüchtigen Esser (Godefredus dict. Rumskottele. 1178 Köln). Vgl. die alten N. Rumekiste; Rumenkasten; Rumzlant und Rumelant (zwei Dichter des 13. Jh.). — Rumenap (-pf); Raumsattel; Raumtaschen.

FN. Raumschüssel; Reumschüssel — entstellt Reimschüssel; Ramschüssel. Niederdeutsch Rumschöttel.

Reut III. vom ahd. riuti „durch Reuten urbar gemachtes Land“ (lat. novale), welches seit dem 8. Jh. sehr viele ON. bildet. Die neueren Bildungen (südd.) endigen teils auf -reut, woraus durch schlechtere Aussprache mehrfach -reit geworden, teils auf -ried.

FN. 1) Bärenreuth. von Kalkreuth (O. Kalkreuth in Schlesien). von Gravenreuth.

2) Reith. Herbstreith.

3) Rieth. Autenrieth (O. Autenried) u. a, s. Ried.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -reuter (in Baden, Württemberg, Bayern, Österreich, bes. auch unter den salzburgischen N. s. Beheim-Schwarzbach, Hohenzollersche Kolonisationen S. 523 ff.): Reuther. Beyreuther (O. Baireuth). Hinterreuter. Kannreuther. Kuchenreuter. Langreuter. Neureuther. Niederreuther. Oberreuther. Pfützenreuter (Pott). Vogelreuter. Hochroithner (O. -roith u. -reithen). Greuter, Grüter (ON. Greuth aus Gereut, woher die schweiz. Vklf. Grütli, Rütli, s. Schillers Tell: „Das Rütli heißt sie bei dem Volk der Hirten, weil dort die Waldung ausgereutet ward“).

2) -reiter: Reither. Greither. Buchreiter. Daffenreither. Hochreiter. Markreither. Neureiter. Niederreiter. Oberreiter. Abstreiter, entstellt aus Abtsreuther (Steub). Dagegen Margreiter von dem O. Margreit.

3) -rieder s. Ried. Mitunter finden sich in demselben N. alle drei Formen: Bernreuther, -reither, -rieder Frauenreuter, -reiter, -rieder.

Reuter III. 1) mhd. riutaere „Ausreuter“, der Land urbar macht 2) vom Rhein her eingedrungen aus mittelniederländ. ruiter — wohl aus mittellat. ruptarius, rutêrus, von rupta Abteilung eines Heeres (Rotte) — „Wegelagerer, Räuber“, woraus sich, da diese Leute häufig zu Pferde waren, die Bed. „Krieger zu Pferde“ entwickelte.

FN. Reuter. Die Zss. gehören sicher ihrem allergrößten Teile nach zu dem vorhergehenden Worte; nur Kutschenreuter dürfte hierher zu stellen sein.

Niederd. Rüter, Rüther; auch noch Ruiter, Ruyter in holländischer Schreibung (Freren, Lingen — man denke an den Admiral de Ruyter). Gen. Rüters (niederrhein.) — Reuters (Aachen).

Reutsch s. Hrod (einst. K.).

Reyn- s. Ragan (V., einst. K.).

Rheinharz, Rhenrich s. Ragan (V.).

Rhode s. Hrod (einst. K.).

Rib- s. Ric (V., zweist. K.).

RIC I. got. reiks. ahd. rîchi, mhd. rîche „mächtig“ (vgl. lat. rex, rego und das deutsche Hauptwort Reich); „reich“. In PN. einer der häufigsten und der frühesten Stämme, schon im 1. Jh. vor Chr. bei lat. und griech. Schriftstellern in germanischen sowohl als keltischen N. sich findend: Theudoricus — Caesarix.

FN. Ricbald: Riebold; Riebel; Ribet — Rippold; Rippel — Reibold; Reibel.

Ricbraht: Rieprecht; Riepert; Rieper; Rieber — Ribbert — Reiprecht; Reibert; Reiber. Gen. Ripperts — Ribberda u. Ripperda (ostfries.) — Reibers.

Ricfrid: Riffert; Riffarth — Refert; Refardt — Reiffert; Reifarth; Reiffer. Gen. Reifers.

Richaid: Richey (1544: Richeit = Richheit).

Ricohard: Richard; Richert; zsgz. Richt (ostfries. VN. Richt = Richard) — Riegert — Rickert — Ritschard; Ritscher; Ritsert — Reichard; Reichert. Gen. Richartz — Rigts u. Richten (ostfries.) — Reichartz; Reicherz — Reckerts. Patr. Zss. Richardsen.

Richari (m. Ricger zusammenfließend): Riecker (Rieckermann); Rieckheer — Riegger — Rieger — Rickher; Riecker — Reicher — Reiger. Gen. Riechers — Richers — Rickers.

Richhelm: Reichhelm.

Ricman: Rieckmann — Rickmann — Riemann — Reichmann — Reimann.

Ricmar: Reimer (doch s. auch Raginmar). Gen. Rickmers.

Rihmot: Reichmuth.

Ricoald: Riewaldt; Riewold — Riekelt — Rigal — Reichwald; Reichold; Reichelt; Reichhold. Gen. Rickelts — Reichholtz. Patr. Zss. Richelsen.

Ricward: Rickwardt — Requardt — Rekate (Preuß 7). Gen. Riquards — Requards.

Richowin: Richwien; Richwein — Reichwein.

Riculf: Rikoff, umgedeutet Riekhof — Rieloff. Gen. Rickelfs — Rekelofs.

Einstämmige Kürzung Ric-.

Rico: Rigo (Borken) — Riecke — Ricke — Rieche — Rich — Reicke — Reiche; Reich — Rei. Gen. Rieken — Ricks; Ricken; Rickens — Rickena und Rykena (ostfries.) Reichs Patr. A. Reiching.

Vklf. (l): Riechel (Riechelmann) — Riegel — Reichel; Reichle — Reigel — Reil. Gen. Riegels. Patr. A. Reichling. (l + n): Reichlin. (z) Richizo, Rizo: Rietsch — Ritze; Riss. (z + k): Rietschke — Ritzchen. (z + l): Rietschel — Ritzel; Rissel; Ritschl. Patr. A. Ritzler.

Zweistämmige Kürzung Ricb-,

Ribo, Rippo (Stark 114): Riebe — Ribbe — Rippe — Reibe — Rebbe. Gen. Rieben — Riepen — Rippen — Reipen — Riepena (ostfries.). Patr. A. Ripping.

Vklf. (l): Riebel — Riepl. (k): Riebicke — Ripke. Gen. Riepkes — Ripken — Reibchen.

Auslautend -ric sehr häufig (254 mal Först., fast ausnahmslos männlich); daher schon in Namen seiner Bed. nach sehr verflüchtigt und im Nhd. zu einer bloßen, das männliche Geschlecht bezeichnenden Endung herabgesunken (Wüterich, Täuberich u. a.).

-rich: Dietrich.

-rick: Lörick. Gen. -rix: Derix.

-reich: Dietreich.

-rei (rey): Krumrey.

Rich- s. Ric (V., einst. K.).

Richter III. ahd. rihtâri, mhd. rihtaere.

FN. Richter (sehr häufig, s. S. 43). Zss. Altrichter. Bauerrichter. Hofrichter; Hofferichter. Jungrichter. (-richt auch in ON. des nördlichen Bayern). Gen. Richters (niederrhein.). Patr. A. Richtering.

Rick- s. Ric (V., einst. K.).

RID I. wohl zu nord. rîda, ahd. rîtan „reiten“.

FN. Ridperaht: Reiprecht. (Ridrich): Riedrich.

Einstämmige Kürzung Rid-.

Rido: Ried (Riedemann). Patr. A. Rieding.

Vklf. (l): Riedel; Riedl — Reidel.

Auslautend Bithurid: Piderit.

Ridder s. Ritter.

Rieb- s. Ric (V., zweist. K.).

Riech- s. Ric (V., einst. K.).

Rieck- s. Ric (V., einst. K.).

Ried III. in ON. 1) ahd. hriot „Ried, Sumpfgras“, damit bewachsener Ort 2) ahd. riuti, mhd. riute durch Reuten urbar gemachtes Land; bayrisch Ried = novale und rieden = reuten (s. -reut). Die Scheidung ist bei der Menge hierher gehörender ON. schwer.

FN. Ried. Autenrieth. Osterrieth. Schmalzried.

Ableitung auf -er (oberd.): Rieder. Bernrieder. Ellenrieder. Oppenrieder. Osterrieder (O. Osterried); auch Osterritter. Westenrieder (O. Westerried). — Riedkötter.

Ried- s. Rid.

Riedel s. 1) I. Hrod (einst. K.) 2) Rid.

Riedesel III. nach Vilmar „Reitesel“ ahd. rîtesel, was bestätigt wird durch das urkundliche her herman Reitesel, Egkhart Rietesel 15. Jh. (Bacm.).

Rieg-, Riek- s. Ric (V., einst. K.).

Riehn s. Ragan (einst. K.).

Rieloff, Riemann s. Ric (V.).

Riemer III. „Sattler“ (doch hin und wieder vielleicht zu ahd. Rimheri oder Ricmar).

In derselben Bedeut. Riemenschneider; Riemschneider.

Rien- s. Ragan (V.).

Rienäcker s. Ecke III.

Riep- s. Ric (V., zweist. K.).

Ries- s. Ris.

Riese III. der „Riese“. FN. Riese; Ries; de Ries (ostfries.). Doch findet sich auch schon ahd. Riso 9. Jh.

Rieth, -rieth s. Ried.

Rietsch- s. Ric (einst. K.).

Riew-, Riff- s. Ric (V.).

Rig- s. Ric (V., einst. K.).

Rikoff s. Ric (V.).

Rindsmaul III. österreich. Grafengeschlecht, vgl. Alb. Rindismul 1219, Alber der Rindsmaul 1317.

Ring-, Rink- s. Hring.

Rinniusland III. Satz-N. „renne ins Land“ (= Landfahrer).

Rip- s. Ric (V., zweist. K.).

Riquards s. Ric (V.).

RIS I. ahd. riso „Riese“. Risulf.

Einstämmige Kürzung Ris-.

FN. Riso: Riese; Ries — Reis. Gen. Riesen. Patr. A. Rising: Reising.

Riss- s. Ric (einst. K.).

Ritsch- s. Ric (V., einst. K.).

Ritsert s. Ric (V.).

Ritter III. ahd. rîtâri, mhd. rîtaere, rîter, daneben riter, ritter, urspr. allgemein „Reiter“; nachdem aber die Veränderung des Kriegswesens seit dem 10. Jh. einen besonderen Stand vornehmer Krieger zu Roß hervorgerufen hatte, den Ritterstand, diente das Wort hauptsächlich zu dessen Bezeichnung = „adeliger Streiter zu Pferde“.

FN. Ritter. Gen. Ritters. Zss. Kleinritter (doch liegt hier wie bei andern Zss. mit -ritter vielleicht eine Ableitung von -ried vor, = rieder s. Ried, Osterritter). Niederd. Ridder. Gen. Ridders.

Die Form Reiter, die sich ebenfalls aus mhd. rîter entwickelt hat, ist als FN. selten.

Ritz s. Ric (einst. K.).

Rob-, Röb- s. Hrod (V., zweist. K.).

Röbe III. niederd. „Rübe“, in Röbekamp.

Roch- s. Hroc (V., einst. K.).

Rock III. in mannigfachen Zss.: Blaurock. Buntrock. Graurock (Gött. UB. I.: Grawerok 1383). Halbrock. Kurzrock. Langrock. Leibrock. Padrock (Pfaidrock, linnener Überwurf). Schönrock. Wittrock (niederd. = Weißrock).

Da im Altdeutschen Hroc als zweites Glied der Zss. verwendet wird (22 mal Först.), so werden Spuren davon auch in neueren Namen noch zu finden sein, z. B. Poltrock; auch für Wittrock findet sich schon ad. Witroch 8.

Rock-, Röck- s. 1) Hroc 2) Hrod (einst. K.).

Rod-, Röd- s. Hrod (V., einst. K.).

Rode s. a) I. Hrod (einst. K.) b) III. Rothe.

Rode III. in ON. zu „roden“ (reuten), wozu ein paar hundert alte Namen seit dem 8. Jh. und unzählige neuere auf -rode, -roda, -rod gehören. In Niederdeutschland tritt für o ein a ein: -rade, -rath.

FN. von Roden (von deme Rode Gött. UB. I. im J. 1377 — latinis. de Novali 1388). von Dachröden (O. Dachröden jetzt Dachrieden bei Mühlhausen).

Zss. 1) -rode: Benterode. Mauderode. Minnigerode (O. Mingerode Hannov.). v. Nesselrode. Osterode. v. Wintzingerode — Neuroda. Gewöhnlich gekürzt in:

2) -roth (Thüringen, Hessen), auch wenn der ON. -rode hat: Billroth (O. Billroda). Germeroth (O. -rode). Hitzeroth -rode). v. Siegroth.

3) -rodt: Bleichrodt (O. Bleicherode). Eichrodt. Elligerodt (O. Elligerode). Güntherodt (O. -rod und -rode). Mackenroth und Mackrodt. v. Mallinckrodt. Wilgerodt (O. Wilkenrath).

4) -rott: Aschrott (O. Ascherode). Hütterott (Hüttenrode). Pfafferott.

5) -rath (in Rheinpreußen): Beckerath (O. Beckrath). Bellingrath. Blumenrath. Herkenrath. Hilberath. Herzogenrath. Lückerath. Owerath. Paffrath. Wallrath. Wingerath. Selbst Bergrath (Dorf im Rgb. Aachen), Baurath (neben Bauroth, Hessen), Bankrath.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -röder: Allmenröder. Blumenröder; Blumröder (O. Blumerode und Blumroda, alt Blumenroda). Hergenröder (O. Hergenrod). Sachsenröder.

2) -röther: Hergenröther.

-röder, -rodt s. Rode III.

Roel- s. Hrod (V., einst. K.).

Rog-, Rög- s. Hrod (V., zweist. K.).

Rogg- s. 1) Hroc 2) Hrod (V., zweist. K.).

Roh s. Hroc.

Rohd- s. Hrod (V., einst. K.).

Rohenkohl s. Hroc (V., Rochold).

Rohl- s. Hrod (V.).

Röhl- s. Hrod (einst. K.).

Rohm- s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom.

Röhm- s. Hrom.

Rohn- s. Run.

Röhr-, Roht-, Rohw- s. Hrod (V.).

Rokohl s. Hroc (V.).

Rol- s. Hrod (V., einst. K.).

Rolfus, Rollfuß s. Fuß b)

Röll- s. Hrod (einst. K.).

Rom- s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom.

Röm-, Romm- s. Hrom.

Ron-, Rön- s. Run.

Rondolf s. Rand.

Roos s. Hrod (einst. K.).

Röp- s. Hrod (V., zweist. K.).

Ropp- s. Hrod (V.).

Rördanz III. Satz-N. „rühre den Tanz“ d. i. hebe den Tanz an. Vgl. Hebetanz, Schickedanz.

Rorich s. Hrod (V.).

Ros-, Rös- s. Hrod (einst. K.).

Rose a) I. s. Hrod (einst. K. Rozo) b) III. s. das Folgende.

Rose III. die Königin der Blumen, in alter wie neuer Zeit beliebt; dann Sinnbild der Schönheit und der Liebe — gern zum Abzeichen (Hauszeichen S. 60) gewählt, bes. in der ritterlichen Heraldik (meist die rote Rose).

In vielen Zss.: Rosenblatt. Rosenblüt (schon unter den Meistersingern ein Hans Rosenplüt). Rosenbaum. Rosenkrantz (auch ON.). Rosenstengel. v. Rosenstern (Rose und Stern im Wappen verbunden). Rosenstiel. Rosenstock (S. 61). Rosenstrauch. Rosenzweig.

Mayrose. In vielen ON.: Rosenbach, -berg, -hain, -thal u. a.

Rosen III. Ballhorn, Erzieher lippischer Prinzen, erhielt statt dieses Namens, der ihm unangenehme Spöttereien zuzog, im Hinblick auf die Rose im lippischen Wappen den N. Ballhorn-Rosen, und seine Söhne, die bekannten Orientalisten, ließen den urspr. N. ganz fort und nannten sich einfach: Rosen (Pott, S. 661).

Rosen- s. Rose III.

Rosenbaum III. mhd. rôseboum „Rosenstock“. — Auch Haus-N. (in Straßburg zwei Häuser „zu dem Rosenbaum“ 1225) u. ON. Niederd. Rosenboom.

Rosenplenter III. niederd. = „Rosenpflanzer“.

Rosenstengel III., auch Rosenstingl (Wien).

Rosentreter III. (bei Klemp. Rosentreder) „der auf Rosen wandelt“. Auch Rosentritt.

Roß a) I. Horsa 5 (Roß) b) III. Roß (als Hauszeichen, wie namentlich bei Gastwirten).

Roßdeutscher s. Roßtäuscher.

Rossel, Rössel s. Hors.

Roßtäuscher III. mhd. rostûschaere der „Roßhändler“, von tûschen, tauschen (womit freilich gerade hier oft auch ein „täuschen“ verbunden ist) vgl. „Roßtauscher“ im Marburger Gewerbe-Verz., auch „Täuscher“, Schiller, Pegasus im Joche.

FN. Roßteuscher — (wegen des üblen Anklanges) entstellt in Roßteutscher; Roßdeutscher.

Rost-, Röstel s. Rust.

Rötgers s. Hrod (V.).

Roth s. a) I. Hrod (V., einst. K.) b) III. Rothe.

-roth s. Rode.

Röth- s. Hrod (einst. K.).

Rothbarth III. Zss. mit Bart, vgl. Friedrich Barbarossa (kann aber in manchen Fällen auch = Hrodebert sein).

Rothe III. nach der Farbe des Haares, s. Fuchs. Heinrich der Rothe 1263.

-röther s. Rode.

Rothermel III. zu den von der Kleidung entlehnten N. (S. 46). Desgl. Rothkäppel.

Rothmaler III. „der die roten und überhaupt die bunten Anfangsbuchstaben in Handschriften anfertigte“, lat. rubricator (Rubrik), illuminator.

Rothschuh III. Schuh aus feinem rotem Leder (Corduan) — bei reichen Leuten beliebt (Weinhold, Deutsche Frauen II, 265).

Rotsch, Rötsch, Rott-, Rotz, Rözel s. Hrod (einst. K.).

Röve niederd. Rübe-, in Rövekamp; Röwekamp.

Rovers, Röve s. Hrod (zweist. K.).

Rub- s. Hrod (V., zweist. K.)

Rübig s. Hrod (zweist. K.).

Rübsamen III. deutlicher N. aus dem Pflanzenreich. Auch Rübesam.

Rubl s. Hrod (zweist. K.).

Ruck- s. Hrod (V., einst. K.).

Rück- s. 1) Hroc 2) Hrod (V., einst. K.).

Rück III. ahd. hrukki, mhd. rücke „Rücken“,

1) in Zss. wie: Breitruck. Weißrück —

2) in ON. wie Geisruck, Ziegenrück.

FN. Baumruck. Harruck.

Ableitung auf -er (oberd.):

Baumrucker. Buchrucker. Harrucker. Steinrucker.

Rud-, Rüd-, Rüed- s. Hrod (V., einst. K.).

Ruf- s. Hrod (V., zweist. K.).

Rüffert s. Hrod (V.).

Rug-, Rüg- s. 1) Hroc 2) Hrod (V., zweist. K.).

Ruhe, Rühe s. Hroc.

Ruhfuß s. Rauchfuß.

Ruhkopf III. halbniederd. = „Rauhkopf“.

Ruhle s. Hrod (einst. K.).

Rühl- s. Hrod (V., einst. K.).

Ruhm-, Rühm- s. Hrom.

Rühmekorb III. Satz-N. „räume d. i. leere den Korb“. Niederd. Ruhmkorff; Rühmekorf (s. Reumschüssel).

Ruhn- s. Run.

Rul- s. Hrod (V., einst. K.).

Rum- s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom.

Rüm-, Rumm-, Rümm- s. Hrom.

Rumohr III. Dorf bei Kiel, ehemals Rugemoor d. i. rauhes (= mit Gebüsch bewachsenes) Moor.

Rump- s. Hrom (V., zweist. K.).

Rumschöttel s. Reumschüssel.

RUN I. got. runa, ahd. rûna, mhd. rûne „Geheimnis, geheime Weisheit“ (vgl. „Runen“ und das nhd. „raunen“).

FN. Runger: Ronniger.

Runhard: Rönnert.

Runheri: Rohner — Ronner — Röhner — Rauner.

Runuald: Rönelt.

Einstämmige Kürzung Run-: Rohne; Rohn. Patr. A. Ronning.

Vklf. (k) Runico: Runike; Ruhnke — Runnecke — Runge; Runck — Rüncke — Rohnke — Ronge — Rönigk. Gen. Ruhnken — Röntjen (ostfries.). (k + l): Runkel.

Run-, Rün- s. Run.

Ruoff s. Hrod (zweist. K.).

Rup- s. Hrod (V., zweist. K.).

Rüp- s. Hrod (zweist. K.).

Ruß, Rüßler s. Hrod. (einst. K.).

RUST I. ahd. hrust, rust „Rüstung“.

FN. (Rusthart): Rostert.

Einstämmige Kürzung Rusto 9.: Rust — Rüst — Rost.

Vklf. (l): Röstel.

Rußwurm III. mhd. ruoȥwurm. Auch Roßwurm.

Rüt-, Ruth- s. Hrod (einst. K.).

Rüter s. Reuter.

Rutschke, Rütschle s. Hrod (einst. K.).

Rutt-, Rütt- s. Hrod (V., einst. K.).

Rutz-, Rütz- s. Hrod (einst. K.).

Ruwoldt s. Hrod (V.).

Ryder s. Reiter.

Rykena s. Ric (einst. K.).

S.

Saacke s. Sac.

Saar- s. Sar.

Saaß s. Sahs.

Sabellius II. Presbyter in Ptolemais (3. Jh.).

FN. Zabel (Zabellus, Szabel VN. Klemp.).

SAC I. got. sakan, ahd. sahhan „streiten“. Sahmar.

Einstämmige Kürzung Sac-.

Sacco: Sach — Sack — Saacke.

Sachs- a) s. I. Sahs b) III. Stammesname: Sachse; Sachs, Sax.

Sack a) I. s. Sac. b) III. zu den Gerätnamen, bes. in Zss., die wohl großenteils Spottnamen sind: Biersack. Buttersack. Botsack (Botentasche). Habersack. Hopfensack. Ledersack. Milchsack (mhd. milchsac „Hirtentasche“). Strohsack. Vollsack. Wadsack. c) III. ON. in Bohnsack (Westpreußen).

Sackmann III. mhd. sacman „Troßknecht“ (auch = Plünderer).

Sadler, Sädler s. Sattler.

Sager III. der „Säger“, vgl. Ludeke de sager Ehrentraut fries. Archiv. Bd. I, H. 3.

Sägert s. Sig (V.).

Sägesser s. Segisser.

Sahlmann s. Sal.

Sahr s. Sar.

SAHS I. zum Volksnamen der „Sachsen“, ahd. Sahso, mitteld. niederd. Sasse (vom ahd. sahs Messer, urspr. Steinmesser, vgl. lat. saxum. S. 15). Sahsbert. Sahsarich.

FN. (einstämmig) Saxo, Sasso: Sachse, Saxe; Sachs — Sasse — Saaß.

Vklf. (l): Sassel — Seßle. (k) Sahsiko: Saske.

Saitz s. Sig (einst. K.).

SAL I. vielleicht zu got. saljan „darbringen“, ahd. sala, mhd. sal „rechtliche Übergabe eines Gutes“. Salabald.

FN. Salager: Salger — Seeliger — Selker.

Salaman: Sahlmann — Seelmann.

(Zsgeworfen mit Salomon).

Einstämmige Kürzung Sal-.

(Salo): Selle.

Vklf. (k) Salaco: Sallge — Seligo. Patr. A. Sehling.

Sallwerk III. mhd. sarwurke, später entstellt salwurke (z. B. Berchtold Salwurk 1373) „Harnischmacher“. Auch Sallwürk.

Salomo II. hebr. „der Friedliche“.

FN. (christlich und jüdisch): Salomon. Gen. Salomons.

Salzer III. der „Einsalzer“.

FN. Salzer — Sälzer. Niederd. Solter — Sölter.

Dazu die Zss.: Salzgeber. Salzmann. Salzsieder.

Samariter III. wohl mit Bezug auf den „barmherzigen Samariter“ Ev. Luc. 10.

Sambol s. Sand.

-samer s. Heim III.

Samm- s. Sand.

Samuel II. hebr. Schemuêl „von Gott erhört“ (1. Sam. 1, 20).

FN. Samel — Zamel, Zahmel (mit Verhärtung des s in z, wie in Niederd. bei fremdsprachigen N. öfter). Gen. Samuels. Patr. Zss. Samuelsohn (jüd.) — Samelsohn.

SAND I. hochdeutsche F. des altsächsischen sôdh (dän. sand) „wahr“.

FN. Sandebold: Sambol.

Sandebert: Sammert.

Sandheri: Sander; Sandherr — Santer — Söder.

(Sandmar): Sammer.

Sandarat: Sandrat.

(Sandroch): Sandrog; Sandrock.

Sandolt: Sannwald; Sandol. Zss. Sandelmann. Gen. Sandholz.

Einstämmige Kürzung Sand-.

Sando; Sande — Santo; Sandt.

Vklf. (l): Sandel — Sendel. (k): Sandig — Sannig; Sanke — Senteck. (z) Sanzo: Santz — Sentz.

Sand a) I. s. Sand b) III. = Sandfläche, vgl. Ulrich im Sand 1264. Auch häufiger ON.

Sander a) I. s. Sand b) II. Alexander.

Sandfuchs III. „sandgelbes Pferd“.

Sanftleben III., niederd. Sachtleben (schon 1369 Heneke Sachtelevent), „der ein sanftes d. i. ruhiges Leben führt“.

Sann-, Sant- s. Sand.

Santjohanser III. von dem Dorfe u. ehemaligen Kloster St. Johann in Toggenburg (Tobler-M.).

SAR I. got. sarvo, ahd. saro, mhd. sar- (nur in Zss.) „Rüstung“.

FN. (Sarafrid): Sarfert; Sarfart.

Saraman: Saarmann — Sermann.

Serald: Sehrwald.

(Sarwig): Sarwey.

Einstämmige Kürzung Sar-.

Saro; Saare; Sahr — Sarre — Serre — Seer. Patr. A. Säring.

Vklf. (k): Sarach — Serig; Sehrke. (k + l): Sargeli.

Sarrazin, Sarazin (gewöhnl. in franz. Aussprache) III. mhd. Sarrazîn, franz. Sarrasin, mittellat. Saracenus, arab. scharakyn „Sarazen, Morgenländer“.

Sarre s. Sar.

Sartor III. Latinisierung für „Schneider“.

FN. Sartor; erweitert Sartorius. Gen. Sartori (aus Sartorii).

Saske, Sass- s. Sahs.

Sattler III. ahd. satalâri, mhd. satler.

FN. Sattler; mit Umlaut Sättler. Niederd. Sadler — Sädler.

Sauer III. einfach und in mancherlei Zss. (S. 47): Sauerapfel. Sauerbier. Sauerbrei; Saurbrey. Saueressig. Sauermilch. Sauermost. Sauersenft. Sauerteig. Sauerwein. — Sauerbeck.

Saufaus III. Satz-N. „ein Saufaus“ (Säufer).

Säugling III.

Saupe s. Sund.

Sauter s. Suter.

SCAC I. zu altnord. skaka, angels. scacan „schütteln, erschüttern“ (engl. shake; Shakespeare = Schüttelspeer).

FN. Schachert.

Einstämmige Kürzung Scac-.

Scacca: Schacko; Schacke; Schack — Schaake — Schache.

Vklf. (l): Schackerl — Schäckel — Schächle.

SCALC I. got. skalks, ahd. scalc, mhd. schalc, schalch „Knecht, Diener“. Scalcoman 8.

FN. Scalco: Schalke — Schalch — Schall.

Auslautend (14 mal Först.):

-schalk: Gottschalk.

-schall: Gottschall.

SCAR I. ahd. scara, mhd. schar „Schar“ (Heeresabteilung) — oder ahd. scar, mhd. schar „schneidende Waffe“ (Pflugschar). Scaramunt.

FN. (Scaribert): Scheerbarth.

(Scaraman): Scharmann — Scherrmann.

(Scarold): Scharold.

(Scarolf): Scharloff.

Einstämmige Kürzung Scar-.

Scharr — Schar, Schaar — Scherr — Scheer. Patr. A. Schäring, Schering.

Vklf. (l) Scherilo: Scharl — Scherle. Patr. A. Scherling. (k): Scharck — Scherck.

SCARP I. ahd. scarf, mhd. scharf, scharpf, alts. scarp „scharf“, Skerfold u. a.

FN. (Scarpo): Scharfe — Scharpff — Scherpe — Schärffe; Scherff. Gen. Scharpen. Patr. A. Scharping — Scherper (Preuß).

Vklf. (k): Scharpke — Scherfig.

SCAUN I. got. skauns, ahd. scôni, mhd. schoene „glänzend — schön“.

FN. (Scaunibert): Schombert. Vklf. (l): Schömperle.

(Sconhart): Schonhardt; Schonert — Schönhardt; Schönert.

Sconhari: Schöner; Schönherr.

(Sconrich): Schönreich.

Sconolf: Schönewolf.

Einstämmige Kürzung Scaun-.

(Scono): Schoon — Schöne; Schön (Schönemann). Gen. Schonen. Patr. Schöning.

Vklf. (l): Schönell; Schönle. Patr. A. Schönling. (l + n): Schönlin; Schönlein. (k): Schönecke; Schönig. (k + n): Schönichen.

Schaar s. Scar.

Schach-, Schächle s. Scac.

Schachtschabel III. mhd. schûchzabel „Schachbrett“.

Schack-, Schäckel s. Scac.

Schade III. ahd. scado. mhd. schade „schädigender Feind, Widersacher“ (doch auch schon im 8. Jh. Scatto).

FN. Schade; Schad. Zss. Landschade.

Schadenfroh III. S. 48.

Schaf III. (Hauszeichen S. 61); mit der Zss. Schlachtschap, dem N. eines Wiedertäufers in Münster 1534.

Schäfer III. ahd. scâphare, mhd. schaefer „Schafhirt“.

FN. Schäfer. Gen. Schäfers. Zss. Horstschäfer. Neuschäfer. Schäfersmann. Niederd. Schaper — Schäper. Gen. Scheepers; Schäpers (niederrhein.). Zss. Bauerschäfer; niederd. Buerschaper. — Schäpermeier.

Schaffenhauer III. „Verfertiger von Schaffen“ (ahd. scaph, mhd. schaf, altsächs. scap Schaff, Holzgefäß), etwa = Bötticher.

Schäffer III. (mit geschärftem Vokal) ahd. scaffâri, mhd. schaffaere, schaffer, scheffer „Schaffner“ (Verwalter, Hausmeister).

FN. Schäffer, Scheffer — auch Schaffer — Schöffer (aus dem Gebrauche des 15.-16. Jh. in Mitteldeutschland, wo man das e in ö vergröberte, woher noch Schreibungen wie „Schöpfer, Hölle“). Zss. Neuschöffer. Niederd. Schapper. Gen. Scheffers.

Mit dem n der schwachen Bildung: Schaffner — Scheffner.

Schaffnicht III. Satz-N. „schaffe nichts“ (ein Faullenzer). Auch Schaffnit.

Schaffrath III. „schaffe Rat“ (einer der immer Rat zu schaffen weiß) — auch Schaffenrath.

Schalch, Schalk, Schall s. Scalc.

Schaper, Schäper s. Schäfer.

Schapper s. Schäffer.

Scharf-, Schärf- s. Scarp.

Schäring, Scharl-, Scharold s. Scar.

Scharp- s. Scarp.

Scharr s. Scar.

Schaubert s. Schubert.

Schauer s. Scur.

Schaufert s. Schubert.

Schauinsland III. Satz-N. (O. in Baden); auch zsgz. Schaunsland.

Schaumkell III., Schaumlöffel III. s. S. 44.

Schaur- s. Scur.

Scheele s. Schiele.

Scheelhaß s. Schellhase.

Scheepers s. Schäfer.

Scheer a) I. s. Scar b) III. mhd. scher der „Scherer, Barbier“.

FN. Scheer (latinis. Rasor). Zss. Bartscheer. Tuchscheer.

Scheerpelz III. Satz-N.

Scheff(n)er s. Schäffer.

Scheffler III. mhd. scheffelaere, von scheffel kleines Schaff (niederd. Schapp), der „Faßbinder“. In München Bezeichnung des Gewerbes (Schäffler).

FN. Scheffler — Schöffler. Niederd. Schepeler.

Scheibner III. einer aus dem O. Scheiben (in Böhmen, Steiermark u. a.)

Scheide III. im Sinne von „Wasserscheide“ seit dem 8. Jh. in ON. Heutzutage die einfachen Scheide, Scheidt und viele Örter auf -scheid, die eine zusammenhängende Masse in dem Regierungsbez. Arnsberg, der preuß. Rheinprovinz, Nassau, Luxemburg bilden.

FN. Scheid. Arnscheidt. Brandscheid. Burtscheidt. Dürrscheidt. Langenscheid. Mittelstenscheid. Reifferscheid. von Rohrscheidt. Thanscheidt.

Ableitung auf -er (oberd.):

Wegscheider (O. Wegscheid u. Wegscheiden, häufig in Österreich und Bayern). Lugscheider. Marscheider.

Scheidemann III. mhd. scheideman „Schiedsrichter“.

Scheil s. Schiele.

Schein III. in den Zss. Blumenschein. Hausschein (verlateint Oecolampadius). Maienschein. Monschein.

Scheld-, Schell- s. Scild.

Schellhase III. „scheu aufspringender (mhd. schellec) Hase“. Entstellt Scheelhaß.

Schellhorn III. Schelchshorn 1677, Schelshorn (München) „Horn des Schelchs“ (Riesenhirsches Nib. 880). Auch Schöllhorn.

Schellkopf III. „Kopf des Schelchs“ d. i. Riesenhirsches.

Schelt- s. Scild.

Schenk III. ahd. scenco, mhd. schenke der „Schenke, Mundschenk“ — bes. auch ein Hofamt; daher in den N. mehrerer edler Geschlechter, die dann dem Amte zur weiteren Unterscheidung oft noch den Stammsitz hinzufügten: Kuonrat der schenke von Wintersteten. Gegenwärtig noch: Schenk von Stauffenberg (ehemals Schenken der Hohenstaufen); Schenk von Geyern; Schenck zu Schweinsberg u. a. — Zss. Bierschenk. Weinschenk.

Schenkel III. Körperteil — mit den Zss. Kurzschenkel. Langschenkel.

Schepeler s. Scheffler.

Scher- s. Scar.

Scherer III. mhd. scheraere „Scherer“ d. i. Barbier, doch auch Feldscher und Tuchscherer.

Scherf-, Scherp- s. Scarp.

Schermer s. Schirmer.

Scherr- s. Scar.

Scheubenpflug III. Satz-N. „schiebe den Pflug“ (ein tüchtiger Pflüger).

Scheuchenpflug III. Satz-N., vom mhd. schiuhen scheuen: „scheue den Pflug“.

Scheuer-, Scheur- s. Scur.

Scheunemann III. „der an der Scheune“. Niederd. Schünemann.

Schick s. Scic.

Schickedanz III. Satz-N. „schicke den Tanz“ d. i. ordne den Tanz an — auch Schickendans — Schücktanz (österr.).

Schiele III. „schielend“. Schile-Peter.

FN. Schiele — Scheele — Scheil.

Schietendüvel III. Satz-N. „schieß den Teufel“.

Schier- s. Scir.

Schiffer III. Gen. Schiffers (niederrhein.).

Vklf. Schifferli. Niederd. Schipper. Gen. Schippers.

Schifferdecker III. = Schieferdecker.

Schiffmann III. ahd. scefman, mhd. schifman der „Schiffer“ (welches letztere erst seit dem 16. Jh. auftritt). Niederd. Schippmann.

Schild- s. Scild.

Schild III. in Haus-N. Grünschild. Rothschild.

Schildwächter III. der „in voller Rüstung Wache stehende Krieger“ (s. Luthers Bibelübers. Richt. 7, 11).

Schilf-, Schilk-, Schill- s. Scild.

Schiller a) I. III. wohl durch Rückangleichung aus Schilter, Schilder entstanden, wie Hiller aus Hilder. Man vergleiche auch „schillern“ = schildern (Schildwach stehen) in einem bei Moscherosch aufbewahrten Volksliede des 17. Jh.:

„Gott ist des Christen Hülf’ und Macht, Ein’ feste Citadelle; Er wacht und schillert Tag und Nacht, Tut Rond’ und Sentinelle.“

b) III. „ein Schielender“ (schwäb. schilla „schielen“).

(Der N. Schiller findet sich in Oberschwaben schon im J. 1403.)

Schilling III. die bekannte Münze, schon im got. skillings (wohl zu ahd. scellan klingen), seitdem in allen germanischen Sprachen, mhd. schillinc. (Doch schon im Angels. ein Scilling der „Tönende“, als Gefährte des sagenhaften Sängers Vidsidh).

FN. Schilling. — Schelling. Gen. Schillings (niederrhein.). — Zss. Fünfschilling. (S. auch Scild.)

Schilter a) I. s. Scild b) III. ahd. schiltâri mhd. schiltaere der „Schilde und überhaupt Lederwerk anfertigt“; der „Schildmaler, Wappenmaler“ (woher nhd. das Zeitwort „schildern“). Wolchwin der Sciltaer 1190, Johannes dictus Schildere (pictor).

FN. Schilter — Schilder — Schiller.

Mit dem n der schwachen Bildung: Schildner.

Schimmelpfennig III. einer der den Pfennig erst mit Schimmel sich überziehen läßt, ehe er ihn ausgibt. Vgl. Wucherpfennig.

FN. Schimmelpfennig; Schimmelpfeng. Niederd. Schimmelpenninck.

Schindler III. mhd. schindelaere „Schindelmacher“.

Schipper III. s. Schiffer.

Schirmeister III. bei den Schmieden der „Vorschläger“; sonst „Geschirrmeister“ auf Schiffen, bei den Posten usw. (Kann aber z. T. auch aus mhd. schirmmeister „Fechtmeister“ entstanden sein.)

Schirmer III. ahd. schirmâri, mhd. schirmaere 1) „Schützer“ 2) „Fechter“. Auch Schürmer — Schermer.

Schirott, Schirrey s. Scir.

Schittenhelm s. Schüttenhelm.

-schitz III. in ON. slawisch, s. S. 90.

FN. Lipschitz. — Dobschütz (O. Dobschitz). Niebelschütz.

Schlächter III. slahtâri, mhd. slahtaere, slahter, slehter der „Fleischer“.

FN. Schlächter — Schlachter (südd.).

Schladenhauffen s. Schlagdenhauffen.

Schladoth III. niederd. Satz-N., ein „Schlagetot“.

Schlag III. in ON. vom Schlagen eines Waldes: Puoheslaga 9. u. a., jetzt Buchenschlag — mitunter auch aus loh „Busch“ mit vorhergehendem s entstellt: Adelschlag aus Adaloltesloh. (Noch andere Bed. von „Schlag“ in Flur-N. bei Buck S. 239–40).

FN. Asperschlag. Giesenschlag. Rottschlag.

Ableitung auf -er (oberd.): Partenschlager (Baden).

Schlagdenhauffen III. Satz-N. für einen tapfern Dreinschläger; auch Schlaginhaufen — aus beiden abgekürzt: Schlagenhauf. Ähnlich

Schlagenteuffel III. Satz-N. s. S. 52.

Schläger III. einfach und in Zss.: Kesselschläger. Lautenschläger.

Schlagintweit III. niederd. Satz-N. aus „Schlag in dat Weite“.

Schlauderaff III. ein nichtstuender „schluderiger Affe“ (woher Schlaraffe. Schlaraffenland).

FN. Schlauderaff — Schlauraffe — Schluraffe.

Schleemilch s. Schlegelmilch.

Schlegel III. ahd. slegil, mhd. slegel „Schlägel“, Werkzeug zum Schlagen (auch Schlachten). Hermann der slegel 1299.

FN. Schlegel. (Burcard. de Bliensowe dict. Bruggenschlegel 1265.)

Schlegelmilch III. „Buttermilch“ (von schlagen mhd. slegemilch, slêmilch). Auch Schleemilch; Schlömilch.

Schlemmer III. „Schlemmer“, der slemmer 1595.

Schlesing III. ein „Schlesier“ — neben dem neueren Schlesinger und auch Schlesier.

Schlichtegroll, auch Schlichtkrull III. Satz-N. „schlichte die Locken“, mhd. krülle „Haarlocke“.

Schlick III. mhd. slic „Fresser“.

Schließer III. der „Schließer“, bes. in dem Sinne von „Gefängniswärter“. Niederd. Schlüter (Klemp. Matrikeln der pommerschen Ritterschaft S. 136: Sluter = claviger).

Schlindewein III. Satz-N. von mhd. slinden schlingen = „Weinsäufer“.

Schlockebier s. Schluckebier.

Schlöhbaum III. „Schleebaum, -busch“ (ahd. slêha Schlehe, prunella).

Schlömilch s. Schlegelmilch.

Schlosser III. neuere Bezeichnung statt der älteren Kleinschmied.

FN. Schlosser — Schlösser — Schlötzer.

Schlothauer III. „Schlosser“. Auch Schlotzhauer.

Schluckebier III. Satz-N. Nach Vilmar ist ein ganzes hessisches Dorf von Schluckebieren bewohnt. Auch Schlockebier.

Schluraffe s. Schlauderaff.

Schmeekebier III. Satz-N. „schmecke Bier“ (s. Schluckebier).

Schmeckpeper III. Satz-N. niederd. „schmecke Pfeffer.“

Schmed-, Schmetje s. Smid.

Schmid a) I. s. Smith b) III. got. smitha, ahd. smid, mhd. smit jeder „der aus Metall Geräte verfertigt“.

FN. in verschiedener Schreibung, gew. Schmidt, daneben Schmid, Schmitt, Schmiedt. Gen. Schmidts, Schmitz (häufig am Niederrhein) — Smets — Smeets. Der ursprüngliche Anlaut sm ist erhalten in den aus Nordwest-D. stammenden FF. Smidt, Smid, Smitt.

a) I. s. Smid (auch S. 43).

b) III. noch häufiger sicherlich aus der 3. Periode stammend, wohin auch die vielen Zss. gehören:

1) nach dem bearbeiteten Metall: Blechschmidt. Eisenschmidt; Isenschmid (mhd. îsensmit). Goldschmidt. Kupferschmied; halbniederd. Kopperschmidt (Hamb.). Silberschmidt. Stahlschmidt —

2) nach dem verfertigten Geräte: Beilschmidt. Drahtschmidt. Hackenschmidt. Hammerschmidt. Haubenschmidt. Hufschmidt. Messerschmidt. Nagelschmidt. Pfannenschmidt. Pfeilschmidt. Schaarschmidt (der Pflugscharen schmiedet). Scheerschmidt. Segenschmid = Sensenschmid. Sichelschmidt. Waffenschmidt. — Kaltschmidt. Kleinschmidt. Pfennigschmidt (Münzer?). Werschmidt (Waffenschmied). Wohl scherzhaft: Pusterschmidt (Verfertiger von Blasebälgen). Wurstschmidt —

3) auf doppelte Beschäftigung deutend: Bauerschmidt (wie auch umgekehrt Schmittbauer). Jägerschmidt — dagegen Freischmidt ein unzünftiger Schm. —

4) auf den Standort der Schmiede bezüglich: Bergschmidt. Blumenschmid. Dorfschmidt. Gassenschmidt. Lindenschmit. Sonnenschmidt (wohl bei einem Gasthaus „zur Sonne“). Thorschmidt. Waldschmidt — auch wohl Brüggenschmidt (der Schm. an der Brücke). Seltener bildet das Wort den ersten Teil der Zss., was fast nur in Verbindung mit PN. stattfindet: Schmitthenner (der Heinrich von der Schmiede). Schmitjan (der Schmiedejohann). Schmidtkunz. Schmidtseifert (-siegfried). — Schmidthuber (s. Huber).

Schmidd-, Schmied-, Schmit- s. Smid.

Schmock, Schmuck-, Schmück- s. Smuk.

Schnapauf III. Satz-N.

Schnatmeyer III. Schnat oder auch Landwehr: an der Grenze gelegene Abteilung der Mark, die einer engeren Gemeinschaft zugehört. Auch in Schnatmann; Schnathorst.

Schnee III. — auch in der Zss. Kaltschnee. Schneekloth; Schneekluth niederd. = Schneekloß. Schneevogl.

Schneeweis III. mhd. snêwîȥ.

Schneewind s. Schneidewind.

Schneid III. wohl die (politische) Grenze bezeichnend, in ON. seit dem 8. Jh. (Otensnaita).

FN. Schneid; Schnaith (württ). Wessanschneid.

Ableitung auf -er: Elendschneider.

Schneider III. erst mhd. snîdaere, snîder „der ein Gewand zuschneidet und verfertigt“ — einer der häufigsten FN. Gen. Schneiders (niederrhein.).

Zss. Herrenschneider. Kampfschneider. (westf., der Schn. vom Kampe). Nagelschneider „Nagel, olim Schneider“ Preuß 34).

Niederd. Schnieder (schon 1383 im Gött. UB. I. als Snidere vorhanden) — zsgz. Schnier. Gen. Snyders — Schnieders (ostfries.).

Einige merkwürdige Zss. bietet auch hier Westfalen: Schockenschnieder; Hemkensamkenschnieder — was bedeuten sie?

(Die Bemerkung Vilmars, daß der N. nur aus Mittel- und Oberdeutschland stamme, wird durch die obigen Anführungen hinfällig).

-schneider III. in Zss. wie Brettschneider, nicht von dem Hauptw. Schneider, sondern unmittelbar von dem Zeitw. schneiden.

FN. Brettschneider, auch Bredschneider. Dillschneider. Holtschneider (halbniederd. = Holzschneider). Pfeifenschneider. Reifschneider. Riemenschneider; Riemschneider (= Riemer). Rohrschneider. Steinschneider. Wandschneider. (Klemp. Wandsnider = Gewandschneider.)

(-schneider in einzelnen oberd. FN. auch zu ON. gehörig s. Schneid.)

Schneidewind III. Satz-N. „durchschneide den Wind“ d. i. ein „unruhiger, umherziehender (Landsknecht)“ Snydewint 13. Jh. vgl. franz. Taillevent — als FN. in den verschiedensten FF.: Schneidewind; Schneidawind; Schneidewin; Schneidewendt — Schnödewind — Schniewind — Schneewind.

Schnell- s. Snel.

Schnellenpfeil III. Satz-N. „schnelle den Pfeil“. So auch Spitzenpfeil.

Schnetger, Schnetker s. Schnittger.

Schnetzler III. der „Schnitzler“.

Schnieder, Schnier s. Schneider.

Schniewind s. Schneidewind.

Schnitter III. mhd. snitaere, snitter der „die Ernte schneidet“.

FN. Schnitter. Zss. Strohschnitter.

Schnittger III. niederd. Snittger, der „Tischler“.

FN. (Nordwest-D.) Schnittger; Schnittker — Schnetker; Schnetger.

Schnitzer, Schnitzler III. mhd. snitzaere, snitzeler „Bildschnitzer“.

Schnödewind s. Schneidewind.

Schnuphase III. zu schnauben, schnopern „wittern“. Vgl. FN. Spörhase „Spürhase“.

Schobelt, Scholle s. Scut.

Schöffer s. Schäffer.

Scholten, Scholz- s. Schultheiß.

Schomaker s. Schuhmacher.

Schomann s. Schumann.

Schömann III. N. eines bekannten Greifswalder Professors, aus dem schwed. Sjömann „Seemann“.

Schombart III. mhd. schemebart (bärtige) „Larve, Gesichtsmaske“. Nhd. Schönbart (doch s. auch Scaun I.).

Schombert, Schömperle, Schon-, Schön- s. Scaun.

Schöne, Schön a) I. s. Scauni b) III. der „Schöne“ (vgl. franz. Lebeau). In Zss.: Schönknecht. Schönrock. Schönbaum u. a.

Schoon s. Scaun.

Schopenhauer III. der „Schopen d. i. Schöpfkellen (s. Klempin, Diplomat. Beitr. S. 487) zuhaut“.

Schopp s. Scut.

Schöps III. aus slaw. skopec castratus — als FN. in Schlesien häufig. Der Husaren-Oberst Rudorf mußte auf Befehl Friedrichs d. Gr. seinen ursprünglichen N. „Schöps“ ablegen (Pott S. 287).

Schotte a) I. s. Scut b) III. „Schotte“ d. i. Krämer und Hausierer, nach den zahlreichen Schotten, die im Mittelalter als Hausierer durch Deutschland zogen. FN. Schotte; Schott.

Schötteldreier s. Dreher.

Schöttler s. Schüßler.

Schottmüller III. urspr. Müller: „Anfang des J. 1858 bewarb ich mich aus Rücksicht auf meine zahlreichen Söhne um die Erlaubnis, meinem Vaternamen den FN. meiner Mutter, einer geb. Schott, vorsetzen zu dürfen, und nenne mich seitdem Schottmüller“. (In der Lebensbeschreibung des Prof. Adolf Sch., welche er seinem „Luther“ vorangestellt hat.)

Schrader s. Schröter.

Schramm III. „der mit der Schramme“. Hans Breitbeck mit der schrammen 1459.

Schraudolph, Schraut s. Scrot.

Schreiber III. ahd. scrîbâri, mhd. scrîbaere der „Schreiber“, doch in weiterer Bed. und unter Umständen von höherem Range als jetzt: Notar, Rechnungsführer, Kanzler.

FN. Schreiber. Zss. Quittschreiber. Niederd. Schriever (Ratzeb.). Verlat. Scriba (Hessen).

Schreur s. Schröter.

Schriever s. Schreiber.

Schrocke s. Scrot.

Schröder s. Schröter.

Schrödl s. Scrot

Schröer s. Schröter.

Schröpf, Schropp s. Scrot (zweist. K.).

Schrot-, Schrötel s. Scrot.

Schröter III. mhd. scrôtaere, neuniederd. schröder, schröer (vom ahd. scrôtan, mitteld. schrôden, schrâden abschneiden) 1) der Kleider zuschneidet, „Schneider“ 2) der Lasten, namentlich Fässer „schrotet“, d. i. auf zwei Leiterbäumen, die oben und unten verbunden sind, schiebend fortbewegt oder wälzt. In dieser Bed. noch im 16. Jh. allgemein, z. B. bei Luther Jerem. 48, 12.

FN. Schröter — Schrötter — Schroter. Niederd. Schröder; mit Ausfall des d Schröer — Schrader (Scrader, Scroder 1369 Braunschw.). Gen. Schröers — Schreuers (niederrhein. an der holl. Grenze).

Zss. Bierschröder. — Brinkschröder (westf. „der Schr. auf dem Brinke“). Kampschröer (westf.). Pohlschröder.

Schrupp s. Scrot.

Schubert III. mhd. schuochwürhte, schûworhte, schûworte Schuhwirker d. i. „Schuhmacher“. Aus den mhd. FF. durch weitere Abschleifung und z. T. Entstellung die

FN. Schuhwirth; Schuhwicht; Schuwert — Schuffert — Schaufert — Schubert (durch Verhärtung des w in b, zugleich wohl mit Anlehnung an die zahlreichen EN. auf -bert); Schubart — Schaubert.

Doch sind die FF. mit b, f zweifelhaft, da ein altdeutsches skog hereinzuragen scheint, welches sich in N. wie Schuhwein bes. deutlich verrät (s. Steub S. 137).

Schuch s. Schuh.

Schuchmacher s. Schumacher.

Schuchmann, Schuckmann s. Schuhmann.

Schücktanz s. Schickedanz.

Schüddekopf III. Satz-N. „schüttle den Kopf“. Auch Schittenkopf, Schütterkop s. Schüttenhelm.

Schuffenhauer s. Schopenhauer.

Schuffert s. Schubert.

Schufft III. änderte, als er 1837 an der Taubstummenanstalt zu Homburg bei Kassel angestellt wurde, auf Befehl des Kurfürsten seinen N. in Schafft. (Keßler, Festschrift usw. 1888).

Schuh III. mhd. schuoch der „Schuh“. (Schühlin 1265. Guldinschuh 1462).

FN. Schuh; älter Schuch. Zss. Bundschuh (Schnürschuh S. 46). Breitschuh. Frauenschuh. Guldenschuh. Handschuh. Holzschuh. Hornschuh. Knabenschuch. Rothschuh. Weißschuh.

Schuhmann III. ahd. schuohman der „Schuhmacher“.

FN. Schuhmann, gewöhnlicher Schumann — in älterer F. Schuchmann; Schuckmann. Niederd. Schomann.

Schuhwerk III. mhd. schuochwürke „Schuhmacher“.

Schuwirth, -wicht s. Schubert.

Schuknecht III. landschaftl. „Schuhmachergeselle“. Nieder. Schoknecht.

Schüler III. in älterer F. Schuler = scolaris „Student“ — auch Schuller (österreich.).

Schult- s. Schultheiß.

Schultheiß III. ahd. scultheiȥo, mhd. schultheiȥe urspr. „der Verpflichtungen und Leistungen (schult) heißt d. i. befiehlt“; Zivilrichter, Vogt.

FN. Schultheiß — verkürzt Schultheß; Schultes; Schults — gew. in der Schreibung mit z: Schulze (Schultze); Schulz (Schultz; die Form mit e ist die ältere) — der häufigste deutsche FN. (S. 43), wenn auch im Süden minder häufig als im Norden (in München 1876 nur 22 mal). Gen. Schulzen.

Mit Abschwächung des u in o: Scholze; Scholz (schlesisch, wie auch das Zwitterwort „Scholtisei“). Gen. Scholzen (am Rhein, Rgb. Trier).

Niederd. Schulte (westf.), vgl. mittelniederd. scultheite, scultete. Gen. Schulten; Schultens — Scholten (Rees).

Verlateint: Scultetus. Gen. Scultety. Auch Praetorius.

Zss. verhältnismäßig nicht zahlreich: Eberschulz. Hirtschulz. Rothschulz. Schwarzschulz.

Bergschulte. Brinkschulte. Bowenschulte. Hofschult (vgl. „Hofschulte“ Immermann Münchhausen). Kleeschulte. Klosterschulte. Middelschulte. Nachbarschulte. Niederschulte. Voßschulte — alle diese wieder in Westfalen, wo häufig auch eine Familie durch den Zusatz des Ortes in loser Verbindung mit dem Namen näher bestimmt wird: Schulte-Bocholt. Sch.-Castrop. Sch.-Delwig. Sch.-Loh usw. durch das ganze Alphabet.

Schulz- s. Schultheiß.

Schumacher III. mhd. schuochmacher.

FN. Schuhmacher — älter Schuchmacher. Niederd. Schomaker. Gen. Schomakers (Lingen).

Schumann s. Schuhmann.

Schünemann s. Scheunemann.

Schupp s. Scut.

Schüppelz s. Schüttpelz.

Schur-, Schür- s. Scur.

Schürmer s. Schirmer.

Schürholtz s. Scir.

Schüßler III. mhd. schüȥȥeler „Verfertiger von (hölzernen) Schüsseln und Näpfen“.

FN. Schüßler. Niederd. Schöttler — Schüttler.

Schuster s. Sutor.

Schütt- s. Schütze.

Schüttenhelm III. Satz-N. „schüttle den Helm“. Entstellt Schittenhelm, Schitthelm (Wien).

Schüttesper III. Satz-N. „schüttle den Speer“ (vgl. englisch Shakespeare, auch Breakspeare). Entstellt Schutzbar.

Schüttler s. Schüßler.

Schüttpelz III. Satz-N. „schüttle den Pelz“ (vgl. Schuddefell). Cunrad Scutdepelz 1225. Auch Schüppelz.

Schütze III. ahd. scuzzo, mhd. schütze der „Schütze“. (Meist jedenfalls aus der 3. Periode, wenn auch vereinzelt schon im 9. Jh. der EN. Scuzzeo in gleicher Bed.).

FN. Schütze; Schütz.

In Zss. wohl nur in der verkürzten F.: Büchsenschütz. Feuerschütz (niederd. vuurschutte 14. Jh.). Flurschütz; Flohrschütz. Waldschütz.

Niederd. Schütte. Gen. Schütts (ostfries.); Schütten (niederrhein., Mörs).

Zss. Wildschütte (westf.). Schüttenkötter (westf.).

-schütz in ON. slawisch, s. -schitz.

Schützendübel III. Satz-N. „schüttle den Teufel“. Falsch verhochd. aus Schuttenduvel 1601 (ahd. scuttan, mhd. schütten „schütteln“).

Schuwert s. Schubert.

Schwabe, Schwab a) 1. s. Swab b) III. einer aus dem Volksstamm der Schwaben.

Schwabedissen III. urspr. ON., verkürzt aus Schwabedishusen (Kolonat, Preuß 33. 34).

Schwabel, Schwäbig s. Swab.

Schwager III. zu den Verwandtschafts-N. Zss. Altschwager. Lüttschwager (verlateint Micraëlius).

Schwaiger s. Schweiger.

Schwalbe, Schwalb III. mhd. swalewe die „Schwalbe“ (auch eine Art Harfe).

Schwan a) I. s. Swan b) III. der „Schwan“ (als Häuserzeichen).

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