Vorspiel
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Nun stiegen sie schon die zweite Stufenreihe hinunter. Immer sahen sie auf der anderen Seite die schwarzen Schatten, die sich wie sie selbst bewegten.
Die Wasser rauschten langsam. Als sie die dritte Terrasse erreichten, kehrten sie um nach der anderen Seite, die schwarzen Schatten schwenkten und traten auf sie zu. Da kam aus dem See unten ein silberner Strahl, er glühte auf, Licht strömte die Neigung der Rasenterrasse herauf.
Das Schloß über ihnen schlug eine Mondflamme in den Himmel.
Zwei Herren traten zur Seite, die anderen bogen Halbkreise um die Gegner, die die Mäntel abwarfen und in weißen Samthosen, die Brust offen unter dem Hemd, sich gegenüberstanden. Ein flüsterndes Signal überklirrte das Metall. Aus dem dunklen Laubgang stöhnte ein Vogel. Ein Mann fiel um, den Säbel in der Gurgel, die Augen nach oben gebrochen.
Der andere warf sich aufs Knie. Schob mit dem Daumen die Lider des Liegenden probend herunter, sie schnellten wieder über die gläserne Pupille zurück und
Er sah sich um, empfand atmend die helle Nacht, die mächtig gewölbt war.
„Mein Herr . . .“ sagte der Sekundant des Gegners. Er deutete mit lockerem Handgelenk auf den Toten.
Der Marquis neigte den Kopf nach ihm. Was ihn erfüllte, verschwand. Die steife Gebärde des Todes löschte die Wut des Abenteuers. Er sah auf, die Seele nicht mehr zusammengezogen. Wie schien der Mond feurig und entflammte purpurrot die Zweige.
„Zaudern Sie nicht“ — flüsterte der Sekundant, „sofort zu begreifen, daß Sie im königlichen Garten sind. Jetzt noch zu leben, heißt nur bedingt und halb ein Lebender zu sein.“
Vaudreuil trat mit einer Verbeugung zurück. Ein spöttisches Lächeln kniff in seinen abwesenden Mund. Dann kam der Laubengang. Das Dunkel der Nacht saß darin, unaufgescheucht vom Licht. Die weißen Hermen glommen aus der blauen Dämmerung. Nun paradierte ihn die Wache.
Die Rondells mit den Fontänen waren beinahe rot, und die Tritone schäumten vor sich hin. Auf den Seiten verschwammen die Alleen flaumiger Dämmerung. Eine quecksilberne Säule stand das Schloß aufgerichtet neben
Im runden Ausschnitt der Tanne hing eine Spiegelung, wie aus Silber eine metallene Platte.
Nächte voll Schwärmerei und Lichtern hoben sich über dem Park, zogen rasch vorüber. Zuckende Frauenleiber sträubten sich vor ihm auf. Ein großer Ritt, der ihn mit Ruhm behängte, glitt durch die Luft, sein Bein hing blutend in der Bügelung. Ehrgeizige Spiele, sehr erleuchtete gläserne Säle . . . Teile des Gartens dampften, brachen auf, Nischen entlaubten sich, Gänge warden ohne Dunkel. Gab es nicht eine Frau?
Eine Frau, ohne Geheimnis am Körper, verlogenen reizlosen Hirnes, ohne Leidenschaft der Erfindung, gut für Lakaien. Dennoch schlug er sich heut um ihre roten Haare. Dies ist das Dasein. Er lächelte, als ob er die weiße Zofe in den Flieder herunterpfiff oder die Pikardin berührte, die bleich durch eine Laube in der Parkecke auf ihn wartete.
Das Bild brach ab.
Aus allen Bosketts flossen Blumenrüche. Eine Nachtigall jagte einen süßen wilden Schrei schlaftrunken ins Gebüsch.
Er sah ohne den Schleier der Spiegelung in den
Als er sich aber umbog, überfiel ihn alles, und er krümmte sich vor Schmerz über den Abschied, so sehr hing sein Herz an der Erde, auch wenn sie verbraucht war.
Angst kam auf ihn, wenn er bleibe, daß er, eingekerkert in steinerne Mauern, keine Sonne mehr sehe. Wie liebte er die Freiheit.
Er machte zwei große Schritte, reckte sich steif, hoch, das Gesicht in Ruhe, ging überlegen und sicher . . . .
In der Kehle ein Zittern riß ihm den Schmerz bis zu den Zehen. Dies flimmernde Weiß an den Rändern des Schlosses, die Pflastersteine, die der Mond blau schlug . . . er wollte sich daran halten, sein Herz klammerte sich an das Licht, an die Luft. Sie hielt nicht.
Lautlos, taumelnd ging er zum Tor. In weißen Samthosen, die Brust frei unter dem zerrauften Hemd. Die Wache trat vor, grüßte und grinste. Ein Soldat sprang in seinen Schatten und bog den Bauch in Verrenkungen hin und her. Sie hielten ihn für betrunken.
In der Dämmerung rannten die Pferde nach der Küste. Das zweite trug den Diener, das dritte Gepäck, Geldrollen, Hemden, Waffen.
Die Stirnen der Gäule wandten sich im Kreis, zuerst gegen Havre zur Täuschung, dann ganz herum gedreht Bügeln stehend, die Mauer war hoch. Sie hielten nicht an, sprengten am Ende die Mauer wieder zurück, dann hatte der Marquis ein Messer verloren. Sie fanden es nicht. Sie ritten hinunter, dann in die Nacht, die anfing. Die Pferde liefen wie die Teufel.
Das Meer kam, vom Wind geschlagen. Nebel klatschten graue Wellen über die Küste. Der Segler lag weit draußen und löste die Anker. Matrosen warfen die Mantelsäcke in die Barke, griffen zu den Rudern. Vaudreuil sprang hinein. Der Steuermann stieß das eine Bein gegen den Pflock, sah auf. Oben stand Baptiste. Der Marquis erbleichte. Der Diener stand schlaff. Dann trat er einen Schritt zurück.
„Zwölf Jahre waren Sie bei mir . . . hielt ich Sie nicht wie einen Pagen . . .?“
Der Marquis stand aufgerichtet im Boot, das schwankte unter krachenden Wellen. Aber der Diener ballte die Faust, wies auf das Meer, das sich dunkel donnernd zusammenballte! „Bin ich ein Hund, daß Sie mich mitreißen auch da hinaus . . . zwölf Jahre habe ich Bügel gehalten, vor Frauenhäusern gelauert . . .“, er röchelte und verzerrte sein Gesicht vor Haß.
Da stieg dem Marquis das Grauenvolle des Abschieds
„Bleiben Sie ruhig,“ sagte er, „behalten Sie die Pferde. Gehen Sie zurück nach Versailles.“ Er schrie, denn die Flut machte die Luft voll unruhigem Geräusch. Das Boot schoß los, sauste eine grüne Welle hinunter. Der Marquis nickte vom Rücken der nächsten dem Diener zu.
Der Segler rollte auf hohen Wellen. Der Marquis sah zurück. Auf dem erhöhten Hügel der Mole lag Baptiste, das Gesicht stumm gegen den Herrn gerichtet, der ihn verließ. Nebel kamen, verwirrten. Lösten sich und immer brach sein Bild, auf den Knieen, die Arme verkreuzt, durch den Wasserstaub.
„Wie feig er ist“, sagte der Marquis, „und doch wie groß seine Sehnsucht.“ Da begann Baptiste zu schreien, als die Barke an den Segler rollte, die Arme in die Luft zu stoßen, sein Haß und das Schmierige stritten mit dem guten Gefühl. Vaudreuil litt mit dem Niederen. Aber er empfand seine Stärke mehr zu leiden mit schmerzlichster Beschwingung. Die Tiefe der Erschütterung gab ihm ungeahnte Kraft.
Taue klatschten aufs Wasser. Dreimal schoß eine breite Woge zwischen die Fregatte und sie, teilte sie.
Am fünften Tag wurden die Segel gerefft, ein Sturm legte die Fregatte auf die andere Seite, stieß ein Leck in den Speicher. Seekrank lag Vaudreuil auf einem Haufen Taue in seiner Kabine. Sein Magen spie über Bett und Tisch. Sein Geist litt unter der Beschmutzung seiner Kleider. Sein kraftloser Körper, den nur einmal in Barbizon nach einer ausschweifenden Woche mit Lilotte, der Tänzerin des Dauphin, ein Purgier mit Schweiß befreite, litt unter der Ohnmacht und stemmte sich mit Wut dagegen. Aber die Dauer des Zustandes führte ihn in die Überwindung. Ohne Zorn fand er sich darein, daß seine Kabine stank wie ein Stall, daß er tagelang kotzte. Als er geduldig ward, befreiten ihn helle Tage. Die Angel lag auf dem spiegeligen Wasser. Matrosen saßen in den Takelungen. Mit weiß knatternden Spitzen schlug das Meer
Das Schiff wendete. Die Segel klatschten, standen dick voll Wind. Matrosen liefen mit Haken und Büchsen nach Backbord. Da stand am Horizont ein Schiff in der Form saletanischer Piraten, das braune Segelzeug schoß scharf drachenhoch vor dem Gelb. Der Kapitän schrie. Aus den Verstauräumen kamen Kanonen angeschleppt, die sonst das Gleichgewicht des Schiffs gegen den Wind stärkten. Da brauste es aus dem Sprachrohr des Drachenschiffs: „Vila“.
Da begannen die Matrosen zu grinsen, einer sang. Sie zogen die Hemden aus und winkten in ihren bronzenen Brüsten hell zwischen den Leinen und dem blühenden Himmel. Denn das Schiff war gascognisch. Vaudreuil blies die Backen auf und ging hin und her den Abend.
Zwischen zwei Felsen fuhren sie in den St. Lorenz. Die Wände standen wie Pyramiden. Schwärme langgehalster Vögel hoben sich, zogen endlose Spiralen immer höher und schrieen. Morgens booteten sie aus nach Quibek. Vaudreuil ging sofort zum Fort. Die Palisaden und nannte seinen Namen.
Abends erschien der Kommandant zum Bankett. Er hatte den ganzen Mittag die Finger seiner Hände hin und zurück gezählt, um nicht sofort hinzulaufen. Jedoch der Drang seiner Würde war größer als seine Neugier. Auf Vaudreuils anderer Seite saß der Bischof in violettblauer Sutane. Ihre Fragen umzingelten ihn, faßten ihn von immer neuen Seiten. Sie schlürften jedes Wort. Der Geruch Europas war noch an ihm. Sie hielten sich gerade, aßen mit Bewegungen, die ihren Namen entsprachen, wenn auch ihre Stoffe derb waren, ihre Schuhe aus Rindsleder, das roch. Er gab, was er wußte, vom Hof, den Städten, den Frauen, teilnahmslos, halb Gelöschtes aus seinem Gedächtnis. Der Bischof riß einen Fisch mit beiden Händen am Schwanz auseinander und frug: „Was planen Sie hier?“ Aber Vaudreuil zuckte die Schultern. Sie wurden verlegen. Der Kommandant trank rasch. Der Bischof leckte an seinen fetten Fingern. Sie schwiegen eine Zeitlang.
Beim Dessert verloren sie ihre Haltung. Vaudreuil kam beim Pharao in Verlust. Als sie zwei Rollen Louis gewonnen hatten, wurden sie höflicher vor seinen Mitteln. Um vier begannen sie, gebranntes Wasser zu saufen. Boys brachten Kübel. Um fünf saßen sie hinter den Karten. Vaudreuil hielt Bank, gewann
Der Bischof hob den Arm. Schwenkte den andern auf, hob sie und senkte sie heftig, bis der Apparat rauschte, seine blecherne Stimme anfing zu singen. „Fettes Schwein“, sagte der Kommandant und schlug im Takt die Fäuste auf den Tisch. Ein Hauptmann taufte einen Eingeborenen. Das Zimmer dick vor Rauch.
Sie kehrten zurück zu den Karten. Die Sonne stand draußen. Der Bischof setzte die Sutane. Verlor. Der zweite Fähnrich begann ihn sofort zu entkleiden, wollte ihn als Adam durch den Morgen führen. Der Bischof quietschte mit Faseltönen, flatterte mit den Händen, umwirbelt von Dampf. Er stank aus jeder Pore. Dann weinte er und psalmodierte eine Beichte. Der Kommandant bog sich von seinem Stuhl, fiel krachend zurück in die Lehne, beugte sich wieder, krampfte die Arme über den Bauch und bekam das Maul nicht zu vor Geheul. Vaudreuil ging hinaus.
An der Palisade erreichten ihn Schreie. Die Fähnriche brachten die Sutane geschleift. Am Fenster hing der Mondbauch des nackten Bischofs. Eine Hand hob sich über ihm, klatschte auf feine fette Schulter. Des Bischofs Arme zeterten herunter, er wand sich. Seine Schinken hingen zum Fenster heraus. „Also doch . . .“ Vaudreuil bot Ohrfeigen mit, der flachen Hand. Sie zogen. „Germaine“, brüllte der eine und fuchtelte in der Luft. Vaudreuil schonte ihn, wandt sich zum anderen, der stieß ihm, schmalnasig und hager, im selben Augenblick leicht in die Achsel, warf seinen Degen weg, salutierte mit der Hand. „Es hätte auch die Kehle sein können.“ Vaudreuil packte die Sutane mit den Fingerspitzen, trug sie hinaus. In der Mitte des Zimmers lag ein Haufen Fett, das den Himmel vertrat, vor dessen Umarmung jede trübe Zofe flöhe. Er legte den blauen Rock auf den Haufen.
Den Rückweg verlegte der Kommandant an den Palisaden. „Den Degen.“ Der Fähnrich, zwölf Soldaten hinter ihm. Vaudreuil lachte, denn seine Stimme lallte und überschlug sich vor Besäufung. Er richtete die Spitze des Degens nach hinten, ging so auf die Wache zu. Sein Lachen steckte an. Zuerst prustete ein Soldat. Dann lachten sie alle, schlugen sich auf die Schultern, auf den Bauch, ohrfeigten sich, begannen eine Prügelei. Der Fähnrich zog ein Lächeln um den dünnen Mund und salutierte. Der Kommandant,
An der Ecke blieb er stehen, stampfte auf, um fest zu stehen. „Ich muß Sie verhaften, ohne Zweifel.“ Er stemmte sich mit dem Rücken gegen ein Haus, rülpste Gelächter. „Ich warte bis zum Abend.“ Sie zogen durch die Kneipen. In der dritten entlieh er eine Rolle Louis. Vaudreuil schlug sie ab. Es gab einen Skandal. Mitten in der Szene vergaß er es wieder, versprach Vaudreuil Weiber, frug nach Paris, schlief schnarchend ein. Die Nase fiel auf den Tisch, begann zu bluten. Eine Rinne lief ganz langsam über die Platte, schwenkte nach rechts, lief nach links. Vaudreuil blieb sitzen, bis es ihn erreichte. Dann stand er auf.
Am Bootshaus lag sein Gepäck. Vor der Mole schaukelte ein großes Segelboot. Wohin? Nach Montreal. Er erklomm das Schiff an der Seite, wo Männer loteten; setzte sich unter ein Sonnensegel, zog ein Buch aus der Manteltasche, begann zu lesen. Die Eingeborenen sangen vor sich hin, indem sie die Segel besorgten. In der Stille verengte
Plötzlich stand ein Mann vor ihm, sprach ihn an, verdrehte die Augen, schnitt Fratzen und bog die Nase nach oben. Zuckte mit den Achseln und zwitscherte wie ein Vogel. Öffnete die Hand, schloß die Hand, verkrümmte sich und blinzelte. Wandt sich von Vaudreuil, der weiter las, nach der anderen Seite der Bank, verneigte sich, schwang die Arme nach hinten. Da saß ein Offizier mit einem Orden, winkte mit der Hand, das Individuum verschwand unter den Fäusten der Matrosen. Vaudreuil sah auf, beugte sich etwas gegen den Offizier. Der erhob sich: „Courbisson“, der Gouverneur. Vaudreuil blinzelte, schob den Mund schief, begann weiterzulesen. Die Adlernase kam im Bogen, hing vor ihm, schnitt die Luft:
„Sie brachen heute mein Gesetz.“
„Es waren Schweine. Soll dieser Irrtum . . .“
„Haben Sie zu verlieren?“
„Das Leben.“
„Sie wissen es einzusetzen.“
„Der Ehre halber.“
„Das genügt nicht. Bei diesen Menschen bedarf es mehr.“
„Ich bin am Ende. Sah den Arsch des Bischofs die erste Nacht.“
Der Gouverneur griff an seinen Hut, grüßte, die
„Ich bitte um zwei Fragen . . . haben Sie Mittel?“
„Die Diskretion der ersten läßt mich auf die zweite verzichten.“
„Ich rede in einer dringlichen Sache meines Herzens geschäftlich,“ der Gouverneur verneigte sich. Ein Haar breit.
„Ich habe keine Geschäfte.“
Da stieß der Gouverneur einen Fluch in die schmalen Lippen. Vaudreuil machte eine unwillkürliche Bewegung. „Nein“, sagte der Gouverneur, lächelte zerstreut, gewinnend, Unruhe wölkte seine Stirn. Da legte Vaudreuil sein Buch hin, kam ihm entgegen: „Verhandeln wir.“
Courbisson errötete gegen die grauen Schläfen, begann sofort mit Charme zu reden. Vaudreuil sah ihn aus aufgerissenen Augen an. Beim zweiten Satze des Gouverneurs schlief er ein.
Als er erwachte, war es hoch im Mittag. Er war allein. Die Ketten rasselten, die Segel hingen eingerefft, gebunden, der Anker hielt. Eine Landschaft kam mit Wiesen heruntergespielt zum Fluß. Er sah große Fasane, stieg aus zur Jagd. Die Nacht brach er durch
Am neunten Tage trieb er ein Boot auf, fuhr langsam hinunter nach Montreal, kaufte fischenden Matrosen ihre Kleider für die Jagd, trat in ein Blockhaus, spreizte die Beine, warf den Kopf zurück und zeigte eine Landkarte, fixierte ein Stück mit dem Blei am Ufer. Hinter dem Tisch der breite Mann zog den Spitzbart. Vaudreuil sah in die Luft. „Das Stück ist zehn Klafter breit,“ sagte der Verkäufer. Vaudreuil zuckte die Achseln. Der andere zog die Lippen nach vorn, schrieb, Vaudreuil zahlte eine halbe Goldrolle, drehte um. An der Tür zögerte er kurz, ging hinaus, kehrte nach zehn Schritten um, zirkelte zu dem Flußgebiet, das er gekauft hatte, das ganze Hinterland dazu, sah fragend auf. Der Verkäufer grinste und schrieb ihm den Urwald noch dazu.
Er mietete ein Rudel Gesindel, fuhr mit ihnen hinauf, ließ Hütten bauen. Bald kamen Eingeborene. Mit Negern, die er kaufte, gründete er den Kral. Dann warf er das Geld gegen den Urwald. Ein wütender Kampf bellte auf. Der Wald wucherte mit Sumpf und Pflanzen gegen ihn auf. Tag um Tag fraß seine Horde sich in den Wald. Er wirbelte die Äxte hinein,
„Woher?“
„Quibeck“.
Sie machten dem Fremden ein Lager im Flur und lauerten im Halbschlaf mit schrägen Augen, daß er nichts unternehme. Am Morgen ging Vaudreuil über die Diele. Da stand der Fremde auf, griff in die Mantelbrust und reichte ihm ein Papier. „Ich will es quittieren“, sagte Vaudreuil, kramte in Papieren, sandte dem Bischof für die Exkommunizierung eine Verschreibung von seiner eigenen Hand. Sie ging auf eine violettblaue Sutane. War vor sechs Jahren ausgestellt.
Vaudreuil badete, salbte sich ein Stück, zog Strohsandalen unter die Schuhe, es war Abend. Ging langsam zum Fluß, nahm ein Paddelboot, fuhr ab, legte, als der Flußwinkel überfahren war, an im Gebüsch, kehrte zurück, trat hinter einem Baum heraus mit einer Peitsche und verhieb Neger, die im Garten tanzten und seine Hüte trugen, entließ den Aufseher, der in der Küche sich Pasteten buk. Dann ging er über die Äcker zwei Stunden, bis er Wald erreichte. Eine halbe Stunde lang suchte er, die Nase wie ein Hund geneigt. Er fand einen Pfad, folgte ihm bis gegen Morgen. Dann schlief er ein wenig, lief den ganzen Tag weiter ins Innere. Es wurde Nacht, er roch Feuer, schlich sich heran, wartete eine Stunde, schnitt mit dem Messer Gestrüpp, verknotete Schlingpflanzen durch, machte einen Bogen, schaffte bis Mitternacht. Dann kam er an den Rücken eines Schattens, hob ein Tuch, war in einem Zelt, zündete ein Schwefelholz an, hielt es mitten in den Raum. Zehn Frauen saßen auf Fellen und schliefen. Eine stand auf, schlanker als die anderen, blies das Licht aus. Er nahm sie auf den Arm, trug sie durch das Lager in den Wald, das Kupfer ihrer Haut glänzte unter der Dunkelheit der Zweige. Sie kamen an sein Boot zum Fluß. „Naimi“, flüsterte sie. Ihre Augen der zahmen Antilope stellten sich in Rausch schräg gegen die Wipfel, die über den Mondwellen hingen. Das Rindenboot glitt
Er kam in seine Faktorei, kontrollierte das Schreiben der Aufladung. Da trat ein Herr herein, grau an den Schläfen. Er ging ein wenig gebückt. „Ich treffe Sie doch in Geschäften“, lächelte dünn. Vaudreuil verbeugte sich wortlos: „Courbisson“. Der Gouverneur nahm Vaudreuils Arm, sie gingen durch den Garten, das Haus, die Anlagen, ritten den Strom herauf, vorbei an den Ausladehäusern. Sie gingen um die Schuppen, Courbisson prüfte mit der schmalen Hand die Maiskolben, den Weizen. Er hob die Hand, beschattete das Auge, blickte ins Innere. Er beugte sich noch tiefer: „Sie wissen nicht, daß ich das, was hier geleistet, von Ihnen wollte, als wir das erstemal uns trafen. Dies alles war meine Absicht.“ Er fuhr mit der Hand im Kreis herum. Dann nahm er wieder Vaudreuils Hand, er blieb bis zum Abend. Nach Tisch schlief er. Sie tranken Kaffee und spielten. Gegen die Dämmerung redeten sie monoton, einfach. Als es dunkel war, brachte Vaudreuil ihn zu seinem Schiff. Sie waren noch im Garten, und eine Kröte sprang schwerfällig über den Schuh des Gouverneurs. Er stand steifer: „Der Krach mit dem Bischof stellt alles in den Einsatz.“ „Ich weiß“, sagte Vaudreuil. Der Gouverneur ging weiter. Von einem Baum knallte eine Frucht. Das Kinn des Gouverneurs berührte einen Augenblick die Brust. Dann hoben sich seine Achseln, er atmete tief. Am Schiff gab er ihm die Hand:
Am Morgen torkelten über die Felder eine Schar Weiber, kamen in die Umzäunung. Unter dem Schmutz erschien ihre weiße Haut. Sie kamen halbverhungert aus den Wäldern, wo sie breitschenkligen Huronen nachgelaufen waren, verlangten nach Essen. Sie waren derb und saftig, ihre Kleider von Dornen zerfetzt, manche fast nackt. Die meisten waren betrunken, schimpften vor sich hin. Er ließ sie hinaustreiben: Ein Neger erschien mit einem Seil, das ein anderer faßte. Eine nahm ein Federmesser und stach es ihm nach der Hüfte. Vaudreuil kam selbst heraus, langsam die Treppe herunter. Ließ die Sau auf einen Stuhl schnallen, schlagen. Die Neger rissen die Röcke hoch, schlugen ihr die Haut zu Striemen. Sie brüllte eine Weile. Dann ward sie still, verkroch sich in ihren Körper wie in eine fremde Hülle. Als sie losgebunden ging, öffnete sie den Mund, sang. Ihre Stimme war angenehm, nicht mehr rauh. Das Lied war von den Vorstädten von Paris. Vaudreuil ging die Treppe hinauf, er hatte sie im Rücken. Sie riß das Palais Royal vor ihm auf. Er biß die Lippen, aber er drehte nicht um. Sie hatte einen roten Strumpf. Dies verließ ihn nicht.
Im Sommer kamen die Meerwölfe ans Ufer, schlichen hinauf und schliefen. Sie fuhren mit ein paar Schiffen hinunter, kamen in der Dämmerung an, beschlichen
Der Mond kam aus den steifen, hohen Bäumen, er ging hinunter, das Pferd am Zügel, sah die Strecke an, kam bis an das Ufer, ritt es hinunter, wo der Lorenzo umbog. Da sah er zum erstenmal seit Jahren das Meer. Der Mond stürzte aus den Palmenwipfeln heraus, sank gegen das Wasser. Da brach aus ihm heraus, was er sieben Jahre bezwungen, was aber in der Reibung mit seinem Herzen wie ein Wolf gewachsen . . . er drückte sein Gesicht in den Bauch der Stute, zuckte mit den Achseln. Das Pferd hielt starr
Er sprang auf das Pferd, mit träumerischen Zügen trieb es langsam ins Wasser. Wo der Mondstrahl auffiel, spiegelte das Wasser wie Glas, das sich drehte: Das Schloß . . . mit buntem Kies, gebaut für die Zärtlichkeit der Frauen. Tiefe Fenster wühlten in der wollüstigen Blumendämmerung. Der Park stand voll vom Duft der Rosen und Jasminen. Schreibend früh morgens mit vier Sekretären, noch feucht von der Haut der Geliebten. Da schoß er Tiere. Warf den Körper in das Bassin, das ihn kristallen umschäumte. Dumpfe Nächte beim Kartenspiel durchschlug er mit schweißigem Haar. Ein großer Ritt, der ihn mit Ruhm behängt . . . eine Intrige, die in London sich kraus entfaltete . . . mit großen Orden, den Degen am Fuß empfing er eine Fürstin, die Hand am Schlag und sie warf ihm Blicke zu durch das Glas, das er geschmeichelt nahm. Dann nichts tun einen Sommer, als den Himmel ansehn durch den Regenbogen der Tritone . . . er trieb das Pferd mit Schlägen; das seichte Wasser schäumte. Er hob es am Zaum hoch und zwang es tiefer in die Flut. Indem begann der Mund sich zu öffnen, zuerst leise im Rhythmus, dann schreiend sang er, was von der Hure in ihm war. Das armselige Lied befriedigte seine Sehnsucht tief. Als der Gaul versank, schwamm er weiter, der Mond lag auf weißen
Als die Kraft ihn verließ und er unterging, kam Wehmut über ihn, er arbeitete sich hoch, kam mit dem Kopf gegen die Küste, den Mond im Rücken. Da, als er das Land sah, verließ ihn alles, er wußte nichts als Leben und das Gefühl des Atmens durchstieß ihn so, daß er weinte vor Gier, dazubleiben, die Arme zu strecken, nicht zu sterben. Er mühte sich dreimal verzweifelt, die Welle schlug ihn zurück. Keuchend erreichte er Grund, kam an die Küste. Fand sein Pferd, das mit dem Schweif schlug und wieherte. Sein Atem schlug wie eine Säule über den Sand. Er stöhnte, machte drei Schritte, erreichte den Gaul nicht, sondern fiel mit dem Gesicht auf die Erde, breitete die Arme aus, schlief an ihr wie an einer Frau.
Spät am Morgen wachte er auf, drehte sich, nahm das Pferd am Halfter und ging nach der Stadt. Er drehte sich nicht nach dem Meer um, sah es nie wieder. Am Eingang zu den Häusern stieg er auf, glättete seine Kleider und ritt durch. Am anderen Ende kam ein Reiter ihm entgegen, stellte seinen Gaul etwas
Wochen ließ er sein Geschäft laufen. Er sah nach, aber ohne die Schärfe des Blicks. Eines Tags widersetzte sich ihm ein Arbeiter ins Gesicht. Er nahm ihn mit sich in sein Büro. Sie sprachen zwei Stunden. Der Arbeiter kam heraus mit verändertem Gesicht. Nach drei Tagen übernahm er die Leitung einer Abteilung. Vaudreuil rüstete sich aus, schaffte zwei Wochen geheimnisvoll. Als er frühmorgens mit seinem Pferd den Garten verließ, stand der Arbeiter an dem Pfosten: „Nehmen Sie mich mit?“ Vaudreuil ward zornig. Dann beherrschte er sich, sein Gesicht ward versteckt, starrte über die Bäume nach Norden. Er schüttelte abwesend den Kopf: „Ich muß hier einen Vertreter haben“, er gab dem Jungen, dessen Augen hell und ärgerlich über die Abweisung waren, die Hand. Mit ein paar Eingeborenen schlug er sich durch.
Als die Flüsse auf Rindenbooten durchfahren waren, kamen Steppen. Eines Morgens glänzte Weiß. Es war der Churchilriver, den noch kein Europäer sah.
Vier Tage zog er die Eingeborenen mit sich Sie froren die Zehen ab im Schnee. Sie wollten zurück. Er schalt: „Hunde.“ Sie zeigten ihre Füße. Er riß
„Ist es nicht genug?“
Da sah Vaudreuil wieder über ihn hinaus wie am Morgen, als er aufbrach. Seine Sehnsucht hatte das Tätige nicht gestört. Er stapelte auf die Verträge von den großen Seen, die Abmachungen, die die Jagd am Sklavensee, am Makenziriver in seine Hand gaben. Nun flossen die Felle des Inneren nicht mehr zur Hudsonbay, nun durch ein neues Bett strömte das Innere zu ihm. Nun liefen die Pelze übers östliche Meer, nach Europa. Seine Besitzung am Lorenzo ein Strudel, der das Innere des Landes einsog und herriß. Was war das Bisherige gegen diese Leistung, diesen Horizont?
Er sah dem Arbeiter ins Auge: „Organisieren Sie
Als die Frau ihm einen Sohn ins Bett warf, schreiend, daß die Mägde im Haus den ganzen Tag zitterten, schenkte er ihr eine Kette mit gewundenem alten Dukatengold.
Daran hingen drei achatne Kugeln.
Courbisson hielt ihn zur Taufe über das Wasser, obwohl die Mutter braun war, denn seine Schätzung für den Menschen war noch geringer als die für das Beispiel, mit dem Vaudreuil für das Volk schuf. Am Mittag kam ein Bote, der die Nachricht hatte, daß ihm die Heimkehr frei sei, daß unter anderem Gesetz die Stadt stände. Er ging zurück in den Schatten, wohin die Kerzen nicht langten. Er würde Ruhm haben, Vermögen, Macht, Frauen. Er sah durch das
Im Frühjahr verschwand er einige Zeit. Rastete an Feuern, an Seen, Flüssen, den großen Hauch des Daseins spürend, ging mit Zeit, mit Woche und Jahr. Der Erde und ihrem Rücken verschwistert, die ihn mit Blut und Saft bis ins Hirn durchspülte, gingen die Nächte über ihn, die Schwingen des Sternkreises, der Monde. Er sprang in dieses Zelt, er zündete Hölzer an, er verließ es. Er hob das Tuch im Wald, auf der Steppe. Nahm jene, dieses, schwankte, ließ liegen, holte zurück unter Lachen. Schichtete um sich in Zellen brausend Gelebtes, reich Durchgegangenes, hielt nicht an dieser, jener Frau, glich sich aus in der Bewegung.
Am zwölften Geburtstag seines Sohnes kam er von einer Kontrollfahrt. Er ging sofort in das Zimmer, wo von einem Hausmeister und Lehrer er das Kind erziehen ließ. Von dort durch die Diele, kam er ins Boudoir seiner Frau. Er sah sie vom Rücken, sie stand vor einem Spiegel und kämmte ihr Haar. Ihre Lippen leuchteten voll und rot, der Nacken fiel mit der Glätte der Schlange und als sie sich ihm zudrehte, standen ihre Brüste klein und gegen ihn gereckt. Da sah er eine Flechte an ihrem Scheitel weiß, trat zurück, erbleichte.
Des Nachts brach er auf. Am Pfosten der Tür versuchte er seinen Muskel. Er warf ihn auf. Sein Gesicht ward sicherer. Am Abend schmerzte ihn sein Fuß. Er wurde kleinmütig, ging gesenkten Kopfes, setzte sich auf einen Stein. Als er die Stelle untersuchte, war es eine Quetschung. Sein Auge hellte auf, als er die Ursache sah. Er kam an den Elkfluß. Zog nördlicher. Kam an den Athalaskasee. Schuf die Riesenfaktorei am Winnipegsee, nun würden Tauschwaren in alle Eisbezirke laufen. Der Norden war aufgesprengt. Keine Aufgabe weiter . . . Am Morgen erhob er sich, drang weiter vor. Unsinnige Angst, daß das Alter nahe, daß er nicht mehr folgen könne, wenn sein Herz ihn hineinstieß in das Sehnsüchtige, Dunkle. Er übertrieb seine Kraft, sich selbst davon zu überzeugen. Er lag zwei Monate krank in einem Hüttenlager. Gekräftigt, sofort trieb es ihn hoch hinauf. Er kreuzte durch verschneite Prärieen am Hudson. Eingeborene wiesen ihn östlich, wo große Herden der Pelztiere seien, Ebenen mit hohem Gras, Ochsen mit gestreifter Haut und säulenhohen Hörnern sprängen. Aber sein Herz schlug: Nach Norden . . . Er werde sterben. Es kümmerte ihn nicht. Sein Blut klopfte dumpf gegen das
Er kam an einen Fluß. Aus der Entfernung einer Meile kam sanftes Geräusch. Er schlich sich an. Ein Graben deckte ihn.
Wie Affen standen Tiere um einen Baum. Sie stützten sich auf breite Schwänze, hatten die Vorderbeine an die Rinde gelegt. Mit weißen Zähnen sägten sie nach gleichem Takt den Baum durch zwischen den Spalten ihrer Gänsefüße. An der Ecke saßen zwei andere, machten Gesten, schrieen; womit sie andere warnten, über die Linie zu treten, in deren Radius der Baum wohl fiel. Nach dem Ufer zu zog sich eine geordnete Kolonne, die Äste trugen. Der Fluß war eine unmeßbare Wabe, aus der die Kegelhütten hervorstachen mit den Spitzen. Dazwischen ein Gewimmel von Tieren, die am Damm bauten, so weit er sah.
Auf dem Fluß schaukelten Rosaschatten, der Abend fiel langsam. Die Dämmerung hüllte das friedhafte Summen der beständigen Arbeit in stumme Seligkeit. Der Mond schwang darüber, es nahm kein Ende. Der Mond bewegte sich in der Elegie des tätigen Konzertes, der Baum fiel, aber er stürzte, als der brausende Rhythmus der Tiere auf der Spitze der Empfindung schwoll. In langen Kantilenen zernagten sie die Äste, bauten, schufen, langsam klang die Nacht mit allem Geräusch in die beruhigende Kraft des Tieres.
Er machte eine Skizze, hielt den großen Biberplatz in der Hand, schlich zurück, kroch in seinen Schlafsack, warf sich zwei Stunden herum. Dann stand er auf. Zerriß den Plan. Hatte genug Vermögen. Langsam begann er zu weinen. Etwas stieg auf, erhob ihn und durchdrang den Überschwang an Dunklem, das seine Seele mit großen Trieben hinriß da und dort, aber immer in einer Richtung, die sinnlos war vor unbewußter Sehnsucht. Das Gefühl erfüllte ihn ganz bis in die Kammern des Herzens, bis in die Poren der Haut, den Wuchs des Haares und gab ihm eine Schwingung, die er nie gepackt. Hingerissen, zwischen den Schwüngen des rastlos Stoßenden, das ihn wegblies wie gegen den Mond und zurückstieß gegen den Boden, den er baute . . ., in einem unirdischen Ruhepunkt erlebte er die glücklichste Stunde seines Lebens. Er rührte kurz an die selige Beruhigung, die als Achse zwischen den Wagen seines Herzens stand. Auch dies verließ ihn nie.
Mit hölzernen Schlittschuhen trieb er das Eis der Flüsse südlich. Schon kam Grün, Frühjahr wucherte aus verhaltenen Ästen. Vögel begannen unwiderstehlich zu kommen aus den monderhellten Dunkelheiten des Waldes.
Von einem Hügel sah er zum Strom. Tausende Habitants, Sklaven, die die Maisfelder dunkel machten. Riesenbogen der Landschaft gegen den Wald gespannt.
Er ließ die Äxte Jahre gegen den Urwald trommeln. Feuer qualmte am Horizont. Menschen eroberten sich Erde, Acker. Es geschah mit Ruhe. Er verließ sein Haus nur zur Jagd. Sein Auge verschleierte sich langsam. Er lehrte den Sohn, den Wolf auf die glühenden Augen schießen. Eine Erkältung schlich ihm von den Beinen gegen die Brust. Er stemmte sich etwas dagegen. Dann lag er ruhig, als er sah, daß es nutzlos war. Er ließ das Bett herumstellen. Sein Scheitel stand zum Fluß. Sein Auge sah in die Landschaft. Bis an die Grenze der Wolken getürmt alles sein Werk. Er hob die Hand über die Brauen. Die Silhouette des Urwalds war zurückgewichen. Er sah sie nicht mehr. Dies wurzelte. Was blieb? Der Tod.
Er wartete acht Tage. Die Wolken staffelten Terrassen und flogen blitzend. Sein Herz begann zu schmerzen. Aber mit den Schmerzen löste sich der Bann und die ungeheure Treibkraft brach auf, und besinnungslos überfiel es ihn vor Angst des Todes. Das Quellende, Heiße, das was flatterte und sich bäumte, hob sich innen gegen dies kalt werdende Fleisch. Niemand kam zu ihm. Allein
Aber auf der Spitze des Schmerzes fiel das Weh in sich selbst zusammen. Er ließ den Sohn rufen. Sein Gesicht war klar. Er lebte noch einen Tag. Als der letzte große Griff gegen das Herz ging, flüsterte er: „Der Biberplatz“.
„Ich verstehe dich nicht“, sagte der Sohn.