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Der Kinderkreuzzug

ERZÄHLUNG DES SCHREIBERS FRANÇOIS LONGUEJOUE

Arthur Seiffhart translation

Heute, am fünfzehnten Tage des Monats September, im Jahre zwölfhundertundzwölf nach der Fleischwerdung unseres Herrn, sind in die Kanzlei meines Herrn Hugues Ferré mehrere Kinder gekommen, die verlangen, über das Meer zu fahren, um das heilige Grab aufzusuchen. Und weil genannter Ferré nicht genug Handelsschiffe im Hafen von Marseille hat, so hat er angeordnet, daß ich Meister Guillaume Porc bitte, er solle die Anzahl vervollständigen. Die Meister Hugues Ferré und Guillaume Porc werden um unseres Heilandes Jesu Christi willen die Schiffe bis zum heiligen Lande führen. Es sind augenblicklich um die Stadt Marseille mehr als siebentausend Kinder versammelt, von denen einige welsche Sprachen reden. Die Ratsherren fürchteten mit Recht den Ausbruch einer Hungersnot und haben sich im Rathause versammelt, wohin sie nach geschehener Beratung unsere obengenannten Meister befohlen haben, um sie zu ermahnen und dringend zu bitten, eilends die Schiffe zu schicken. Das Meer ist jetzt wegen der Tag- und Nachtgleiche sehr bewegt, aber es ist zu bedenken, daß ein so großer Zustrom für unsere gute Stadt sehr gefährlich werden kann, um so mehr, als alle diese Kinder durch die Länge des Weges ausgehungert sind und nicht wissen, (turba infantium) kümmern wird. Und man muß Meister Hugues Ferré und Guillaume Porc loben wegen der Liebe, mit der sie unserer guten Stadt zugetan sind, wie auch wegen der Ergebenheit für unseren Heiland, indem sie ihre Schiffe schicken und sie begleiten zu dieser Zeit der Tag- und Nachtgleiche und trotz der großen Gefahr, durch die Ungläubigen angegriffen zu werden, die auf ihren Feluken von Algier und Bugia aus Seeräuberei auf unserem Meer treiben.

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