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Zion

ZION

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Die Reiche blühen bunt in ihren Arten. Du bist vermischt, o Volk. Doch tief im Ziel. Die mondene Zeder schweift im ewigen Garten. Und Halleluja rauscht der Enggescharten. Gold-Sinai ob schluchtenem Gewühl. — Die Reiche blühen bunt in ihren Arten. O welch Geglänze in den heiligen Städten. Der Tempel steigt. Des Gottes irdisch Zelt. Du zogst, o Volk, aus höllischen Gefretten. Dein David riß dich aus Philisterketten. In Harfe Jonathans das Sternlied fällt. O welch Geglänze in den heiligen Städten. Du Strom ins Meer. Hier treibst du friedsam ankernd. Die Mutter breitet sich, scharlachene Bucht. Die Eselinnen rasten, heiß bedankte. Und Jeremia ruht, der blitzumrankte. Nur Baalschem tönt, voll hymnisch reinster Wucht. Ekstasen der Propheten. Kamm der Kreuze. Gethsemane enthüllt in düstrer Nacht. Nun quillt die Erde über eures Weizens. Und Zions Töchter blühn in dunklen Reizen: Der Erde Runde stürzt! an ihrer Macht. Ekstasen der Propheten. Kamm der Kreuze. Dein Blut ist gramverdunkelt. Welche Toten. Und Hiobs Leib und Beilis bittrer Stamm. Wenn deine Stätten auch zerstampft vermodern —: Die Psalter zeugen. Und Geburten lodern. In aller Herzen zieht dein Osterlamm. Gewaltiges Volk! Gehirn du in Millionen! Du wandelst dich in Tat erhabener Geist. Und im Gericht ersiegten nur Gerechte. Verfolgt. Zersplittert. Stern singt ob Pogromen. Die Demut ists, die stets dich neu beweist. Nation der Unverfälschten und der Echten. Und Schwung und Stoß ins Herz der scheu Verarmten! Nun sprießt das Reis. Es grünt dein Schulterblatt. O Heimat der Idee. Bewogte Küste. Die fernsten Kreaturen süß umarmte. Jerusalem die Frucht gemundet hat. Es träumt dein Hirt, als ob er nie mehr wüßte. Gewaltiges Volk! Sturmschwinge der Bekenner, Der Himmelsspringer und der Flammenrenner ... O Zion! Deine Fessel bricht. Der Tag blitzt jäh in deine welken Glieder. Der Erde Völker schluchzen vor dir nieder, Wild netzend dein Gesicht. Und deine Narben, deine Klumpen Füße. Und die Verfemten senden ihre Grüße. Und auferstehn in deiner Pauken Schwall. Die Zimbeln rasen durch die Dämmerungen. Aus Horizonten, knallend aufgesprungen, Ob Gibeons Tal dreht Sonne jung uralt. ... Ja Völker schluchzen dir. Du die Vertraute Des großen Schmerzes. Rotes Wundenmeer. Zerschlagen und zermalmt im Nesselkraute. Verstopft von Fäulnis. Eklen Gifts umbraute. Quer deine Lenden Hageldorn und Speer. Ja Völker schluchzen dir. An tausend Enden Geschnürt, verstriemt und mit dem Wahn verstrickt. Aasfliegen überwuchern deine Hände. Und deine Wangen, Zion —: Faltenwände ... Doch Zukunft! Zion sprüht dein Blick. So schluchzen Völker dir. Du beugst die Tische Mit ungesalznem Brot und ewigem Krug. Durch Lüfte flattern deine Wunderfische. Verschränkte Freunde singen in den Nischen. O deine Ernte aller Welt genug. So schluchzen Völker dir und danken strömend. Der Walfisch sitzt beruhigt im Paradies. Aus Gitterschleusen fließen Löwenmähnen. Die sanften Hasen spielen mit Hyänen. Ein Strahl im Herz des Heiligen der Spieß. Du hast befreit. Nun jubeln die Befreiten. Und Honigwälder tierhaft aufgebauscht. Du ordnest wohl den Krampf der Eingeweide. Die starren Wüsten mischen sich beschneiten Gebirgen zart im bunten Farbenrausch. Du hast befreit. Nun leuchten die Gewitter. Methusalem wird zündend aufgebaut. Messias weilt in eurem Kreis inmitten. Er feuert an die Arbeit guter Schnitter Und stillt den Frevel eurer Märkte laut. Die du befreit. Durch Tore der Fabriken Ziehst ein du Lichteroberer. Morgenland Dehnt rings sich weit. Geschundene Gäule nicken Und traben heimwärts in geahnten Glücken. Und Sodom kniet im Regenbogenbrand. Die du befreit. Verlorenen Sohn. Verschollen. Dein Vater sucht dich im verquollenen Grund. Die greisen Hände silbern tasten wollen ... Die Symphonien aller Mütter rollen Und hauchen Segen deinem bitteren Mund. Und falbe Mägde, elend und gesteinigt, Erhöben sich in wunderbarer Tracht. Sie schweben auf, erhaben und gereinigt. Zu Flammenbündel Straßenwerk vereinigt Durchschneidet magisch jede Sphärenpracht. Die du befreit. Ja die Natur durchdrungen! Granitner Boden Lava aufgewälzt. Die Menschen reden in berauschten Zungen. In der Arena wird das Vieh bezwungen. Ha, rosener Flaum glüht durch die Luft der Fels. Steinbrüche züngeln und die Flüsse wandern. Auf jeder Stirn statt Dorn ein Feuerbusch. Ein jeder schwingt empor beseelt im andern. Die Disteln treffen sich mit den Oleandern. Dein Enzian kelcht aus der Lawinen Rutsch. Der Satan gleitet ab von jenem Hügel, Wo er versuchend dir die Länder zeigt. Die Gräber explodieren, Knall der Riegel. Der Mächtigen Vermächtnis: Bettler schmiegen Sich in den Schatten mailichten Gezweigs. Die Liebenden verwachsen in den Lauben. O Salomon, du greifst dein Hohes Lied. Die bleichen Küsse ballen sich zu Trauben. Und Mädchenbrüste gurren braune Tauben In märchener Hemden blankem Seidenried, Ihr weisen Könige, ihr Philosophen! Die Kriege schlichtet euer heiliger Spruch. Die Dichter schmettern in gewaltigen Strophen Und sängen Javeh noch im Turm des Ofens. Und zehren auf sich in geheimer Sucht! Die Kinder Zions! Flatternde Libellen. Die Knospe Gottes. Harzener Geruch. Die Kranken tauchen in die jodenen Quellen. Die Häute schließen ihre offenen Stellen. Du schläfst, Gebieter, Koloß und verrucht. Und Isebel, die Hure, tanzt in Sonnen Und blättert auf in der Posaunen Stoß. Das Rinnsal ihres Sturzes ist zerronnen. Ihr arger Schoß ist nun ein Spiel der Brunnen Und glänzt geweiht auf allen Plätzen bloß. O Israel! o Juda! welche Weise Durchwandert nicht dein ewiges Angesicht. An eisigen Polen ist dein Freund auf Reisen. Den Indianer muß dein Blut durchkreisen. Die Krüppel sind in deinem Wesen schlicht. * Gewaltiges Volk! O Zion! Purpurwelle. Kein Damm der steht, von solcher Glut befacht. Dich trägt Gesetz, o Zion! Deine Quellen Berauschen heulend die verruchte Nacht. Rebekka rieselt an den Weideplätzen Und Ruth wie Flöte, die die Strengsten neigt. Doch durch Tyrannen schmilzt, Erzbrust der Götzen Dein Lächeln, Esther, wenn die Schwester schweigt. O Zion! Zion! Deine Fesseln schleifen. O Zion! Zion! Dein Gemäuer taut. O Zion! Zion! Deine Martern reifen. O Zion! Zion! Deine Unschuld blaut. Jehova glänzt aus deiner Henker Sünde. Ein Horn frohlockend: Zion! Zion! ... schon. Wie schwöll die Braut. Ihr Muschelschoß im Winde Unendlichen Ozons! Und ganz der Höhen und der Strahlen Beute. Dein endlich Fest. O Zion! Blute auf! Die Engel türmen sich. Die Himmelsleiter Aus Leib an Leib steigt durch die Wolken auf.

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