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Stehe von Lichtern gestreichelt

DIE NACHT DES ANGESCHOSSENEN

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Rauschdunkles Geschehen flackert grünlich im Abend aus dem Kamin. Halt! — nein — nur das eigene Auge, das durch den Rauch aus dem Spiegel schien. Immer den Kopf so halten . . . . . Arm auf den Divan gereckt. Germaine kommt bald . . . Kein Opium! . . . Alles ist grau verdeckt Gleich holländschen Ewern (o Tage von Nebel und Kühen, denen ich mich verrauschend gab, Delft, Vermeer, die Glocken . . .) gleich Ewern stampfen die Häuser zur Seine hinab des Boulevard, der aufbricht von Lichtern, von blitzenden Tramways zerschnürt. Das Wundfieber muß nun bald enden, das die Knochen mit Fiebern schürt.

Famos wie den Alphonse sie warfen ins Auto, von Stichen und Schreien bunt. Schaum umdampfte den schmalen, wie mit einem Dolchschnitt aufgehauenen Mund . . . . Gott, nun die Seine durchschneiden Dampfer, gellend die Ventile, Herzpochen im dunklen Rohr. Fressendes Schwarz der Brücken wirft sich ihnen entgegen, dröhnt über sie empor. Lichter nun drunten . . . ein Auto zittert im Hof wie ein Mann vor erstem Weib. Ah . . . Frau des kleinen Capitaine! — Wie wird sie fahren, blumenhaft und ohne Neid wie ein lächelnder Stern durch Straßen vom Leuchten der Läden beschneit, in den Rücksitz des Wagens gelagert, die Pleureuse wie Schaumstreif vom Wind über ihr Lächeln gekräuselt . . . . Verdammt, daß die Abende so zehrend und endlos langsam sind.

Nun rasen wie Zündschnüre flammend die Straßen zum Etoile. Mählich nur rauscht aus dem Garten der großen Fontäne Fall, Die Faculté de droit demonstriert um acht Uhr präzis am Procope. Wie aus dem Schrei des Royalisten neulich ein Zünden stob, alle Puppillen und Gläserkanten im Saal erblitzten wie Degengeglänz. Germaine wird wieder nicht kommen . . . . Sacré . . . im Builler brennt’s! Flammendes Aufgehn von Wellen, das das Graue vom Himmel abfrißt. Gut nur, daß Germaine sicher in der Olympia ist. Heute gleich einem brünstigen Strudel saugt die Revue tausend Männer in ihr Licht. Der ganze Saal ist ein brennender Strom, der aufglühend in dies helle Gelächter bricht. Germaine wird mit einem Hirtenstab tänzelnd durch die einzelnen Bilder hingehn. Wünsche aufdampfen im Parkett, wenn ihre Knie leicht wie Küsse ängstlich an das Enge der Robe angelehnt stehn. Germaines Knie sind zart wie junge Feigen und von seligem Arom. Ihre silbernen Brüste stehn zärtlich über des Leibes schmalhüftigem Dom.

Nun steigt zur letzten Exstase in allen Bars der Zigeuner und Weiber Gekreisch. In der Source und dem d’Harcourt verrasen die Tänzerinnen unter dem Puder ihr blendendes Fleisch. Nun speien alle Lokale in einem beispiellos auffunkelnden Zug aufzuckendes Leben, Ströme, Lieder und Mädchen auf des Boulmichs nächtlichen Geruch. Schließen die Läden wie Lider . . . zwei Uhr . . Dunkel . . . Germaine kam nicht. Diese Nacht ist nicht leicht. O bald aus seinem Cabaret steigt Dunajec herauf (Maestro hongrois), der mich schweigend in den neuen prunkvollen Genesungsmorgen unendlich hinübergeigt.

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