← Table of contents
Gedichte

Trümmer

Reading edition

Nun muß ich wie ein lastgebückter Riese Die Trümmer meines Ichs von dannen schleppen; Roll sie ins Meer, zerstreue sie in Steppen, Daß keiner käme, meine Torheit priese. Nun muß ich wie ein lastgebückter Riese Die Trümmer meines Ichs von dannen schleppen. Mein Babelturm ließ seine Wolkenfahne Im Wirbelwehn der Sterne wütend kreisen. Gewundne Treppen wollten aufwärtsweisen, Dem wachen Hochmut seinen Himmelssteig zu bahnen. Mein Turm des Ichs ließ seine Wolkenfahne Im Wirbelwehn der Sterne wütend kreisen. Doch fiel in müdern Stunden, sollt ich rasten, Der Turm mit Schattenmacht auf Haupt und Glieder Und beugte meinen Schlaf und warf mich nieder. In meine Träume stürzt er seine Quaderlasten. Es fiel in müdern Stunden, sollt ich rasten, Der Turm mit Schattenmacht auf Haupt und Glieder. Geschaffne Mauern wölbten mir den Kerker, Doch oben brannten Sterne in den Haaren. Wie sollte ich mein blassres Licht bewahren? Kein Wirbelsturm der Täler tobte ärger. Geschaffne Mauern wölbten mir den Kerker, Doch oben brannten Sterne in den Haaren. Da war ich’s selber, der auf der Altane Mit schwurerhobner Hand den Blitz gerufen. Er zückte nieder. Erker barsten, Stuben. Zerworfner Schutt begrub die Wolkenfahne. Da war ich’s selber, der auf der Altane Mit schwurerhobner Hand den Blitz gerufen. Nun muß ich wie ein lastgebückter Riese Die Trümmer meines Ichs von dannen schleppen; Roll sie ins Meer, zerstreue sie in Steppen, Daß keiner käme, meine Torheit priese. Nun muß ich wie ein lastgebückter Riese Die Trümmer meines Ichs von dannen schleppen.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings