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Gedichte

Ich komme aus meinen Träumen —

Reading edition

Ich komme aus meinen Träumen euch zugereist. Ich habe meine Hände voll Glanz, In meinen Augen ist Licht des fernsten Gestirns. Ich will euch die Farben des Regenbogens bringen, Denn ihr seid ja so aschengrau, So erdgebrannten Gesichts. Ihr säuselt an Krankenbetten als Echo der giftigen Seufzer, Sterbet zehnmal des Tags und werdet Mit blechernen Trauermärschen zehnmal des Tags zu Grabe gebracht. Auswendig kennt ihr die Inschrift auf spiegelndem Marmor in Gold, Den ewigen Grabstein schleppt ihr auf Rücken das Leben entlang. Ihr sitzet am Schachbrett und haltet gedrechselten Läufer, Schwimmt auf dem Rauch des Cafés In euer brodelndes Nichts hinab, Gespenster, hört mich, Gebannte ins schattenzerworfene Nachttal der Erde: Ich komme aus meinen Träumen euch zugereist, Ich zünde nun farbige Feuer, Lasse die Girandolen kreisen, Eröffne das Lichtfest der Sterne, Wehe mit farbigen Phönixflügeln heran. Farbige Flügel mit Federn der trunkenen Asia Dehnen sich zwischen den Säulen im morgenrötlichen Tempel. O ich jage euch Sonnen über die Erde hin, Ihr sehet an blühenden Himmeln weit Lilienhände im Spiel der klingenden Saiten; Ihr sollt euch nach Blumen bücken, hört ihr! Kinder emporheben in den goldenen Stromfall des Lichts. Sehnen soll euch erfassen Nach dem göttlichen Tod im entflammtesten Kuß!

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