Der alte Landmann an seinen Sohn.
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Üb' immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab! Dann wirst du wie auf grünen Au'n durchs Erdenleben gehn; dann kannst du sonder Furcht und Grau'n dem Tod ins Auge sehn.

Dann wird die Sichel und der Pflug in deiner Hand so leicht; dann singest du beim Wasserkrug, als wär' dir Wein gereicht. Dem Bösewicht wird alles schwer, er tue, was er tu'. Der Teufel treibt ihn hin und her und läßt ihm keine Ruh'. Der schöne Frühling lacht ihm nicht; ihm lacht kein Ährenfeld; er ist auf Lug und Trug erpicht und wünscht sich nichts als Geld. Der Wind im Hain, das Laub am Baum saust ihm Entsetzen zu. Er findet nach des Lebens Traum im Grabe keine Ruh'. Sohn, übe Treu' und Redlichkeit bis an dein kühles Grab und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab! Dann suchen Enkel deine Gruft und weinen Tränen drauf, und Sonnenblumen, voll von Duft, Blühn aus den Tränen auf. Hölty.
