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Der ewige Buddho

DIE VIERTE UNTERWEISUNG: BUDDHO DER ÖST-WESTLICHE (continued 2)

Reading edition

Eine Begegnung, sag’ ich, werde sich ereignen zwischen dem Gott, der bisher trotz des biblischen deus absconditus der vornehmste und edelste, sicherlich aber der unsterblichste Gott Europas gewesen ist, und zwischen dem indischen Buddho Gotamo. Denn es kommt ja der Gott Dionysos von dieser Welt geradewegs her, die er als Schaffender in ein säliges Spiel zu wandeln lehrt: und es kehrt ja der Buddho als ‚Strahlender Mönch‘ zu dieser Welt geradeswegs zurück, nachdem er sich durch keine niederzerrende Fessel mehr an sie gefesselt weiß. Wie könnten mithin da die beiden sich verfehlen? In Wahrheit kehrt der Buddho aus jener unsäglichen Gegenwelt nibbânam zu dieser Welt zurück und auf seinem Antlitz blüht etwa jetzt der warme Klang von Zärtlichkeit, wie er stets solchen eignet, die sich rein auf sich selber abzustimmen vermochten und nun aller Wesen Wider-Klang glockenhaft empfangen. Auf ähnliche Weise kehrt der Buddho jetzt zurück, nicht unähnlich vielleicht jenem allerglücklichsten Könige aus Sakontalâ, der als Gast in Indras Himmel eingeladen war und nun auf Indras Wolkenwagen mit Indras Wagenlenker sanft zur Erde, sanft zur Heimat gleitet: „Die Schnellfahrt abwärts verleiht der Menschenwelt ein wunderseltsam Aussehn!... Ja, — diese Erde ist berückend schön“... Auf so beschaffener Rück- und Niederfahrt zur Welt also mag es geschehen sein, daß Indiens Buddho den orphischen Gott in Sicht bekam, von dem ja seinerseit die Sage vielsagend zu berichten weiß, daß er nach Indien gewallfahrtet sei. Wann dann der Buddho aber ihn, den ‚guten Europäer‘ in Person, etwa die Worte sprechen hörte: „Wohlan ihr Freunde! Schaffen wir Schaffenden diese Wirklichkeit zu einem Kunstwerk, Spielwerk um, auf daß wir nicht an ihr zuschanden werden müssen“... wann ihn der Buddho dieser Art sich äußern hörte, — dann dürften ihn mancherlei gute Gründe und Untergründe zu folgender Erwiderung bewegen: „Die Wirklichkeit zum Spiel entwirklichen, o Trefflicher, ist gut! Vergiß indes das eine nicht über deinem Spiel, daß es auch einen Einsatz hat! Vergiß den Einsatz nicht, Dionysos! Sei es uns Menschen immerhin verstattet, daß wir, was um uns her geschieht, unwirklicher und darum auch unwichtiger nehmen lernen wie vorher. Sei es immerhin verstattet, das jeglicher von uns die süßeste Miene auch noch zum bittersten Spiel machen lerne, dieweil es eben ein Spiel und Spiegel, Bild und Sinnbild ist. Der Einsatz aber unsres Spiels, Dionysos, muß bei weitem für ernster gelten als alles, was insonderheit ihr spaßhaften Europäer bis heute ernst zu nehmen pflegtet. Auf diesem Schauplatz Welt, auf diesem Spielplatz Welt, da geht es um Entscheidungen, Teuerster, deren Tragweite bis an die Grenzen dieser Welt reicht, — und falls diese Welt, wie ihr behauptet, keine Grenzen hätte, bis an die Grenzenlosigkeit der Welt. Ihr Europäer meint, wo um des Einzelnen Tod oder Leben gewürfelt werde, da handle sich’s um keine Kleinigkeit. Ich aber habe jederzeit verkündigt, daß jeder Einzelne in jedem Augenblick nicht allein um sein eigen Leben und um seinen eigenen Tod würfle, sondern um hundert hunderttausend Leben, die er leben muß und leben wird, und um hundert hunderttausend Tode, die er sterben muß und sterben wird. Ihr Abendländer gebt ja vor zu wissen, daß alles, was hier je geschieht, seine Folgen habe, wie es auch umgekehrt die Folge ist von allem, was je geschah, und euern Genius Jean Paul hörte ich mit hohem Staunen schon fast Mein Wort wörtlich sprechen: „daß jede Tat (noch) viel gewisser eine ewige Mutter wird, als eine ewige Tochter ist“... Trotzdem tut ihr aber alle ohne Ausnahme so, als ob das Grundgesetz der Welt, das unverbrüchliche und ausnahmlose, mit dessen wissenschaftlicher Fassung ihr euch so unerträglich spreizt und brüstet, in jedem besonderen Fall, der euch selbst betrifft, außer Kraft treten könne, außer Kraft treten müsse. Denn jeder von euch tut, als ob seine Tat überhaupt keine Folgen hätte, und niemand hat ein Gefühl dafür, was das heiße, Ursache zu sein, Urheber zu sein, Urtäter zu sein. Oder ist euer Sinn nicht immer so ganz und gar ein kurzer, blöder, daß ihr wähnt, ihr könntet etwas tun, Böses oder Gutes, ohne es für die Unendlichkeit zu tun, — oder ihr könntet etwas unterlassen, Rechtes oder Schlechtes, ohne es für die Unendlichkeit zu unterlassen? Hinter der kleinen Muschel hört ihr das Meer zwar branden, aber welchem von euch donnert und rollt hinter der kleinen Tat der eiserne Gang der Welt anfanglos nach rückwärts und nach vorwärts endlos? Wem klirrt die Kette unendlicher Notwendigkeiten hinter jeder Wahlhandlung seiner Freiheit, oder wem dröhnt die Stille der Ewigkeit hinter jedem fallenden, hinter jedem hallenden Tropfen der Zeit? Solang’ ihr an euerer Seelen Unsterblichkeit glaubtet und an Gottes Vergeltung nach dem Tod, schien wenigstens den Bessern unter euch der gegenwärtige Entschluß nicht ganz unwichtig im Hinblick auf ein Künftiges, — wenn ihr freilich sogar auch dann noch dumm-listig und pfiffig-dreist genug zu dem unlauteren Versuche waret, den jenseitigen Richter euerer Un- und Übeltaten mit Trink- und Schmiergelderchen kirren zu wollen und euch selbst zu überreden: Er ist einer wie wir! Er hat seinen Preis und lässet sich kaufen!... Seither indes, und es ist schon ziemlich lange her, fandet ihr Europäer eine bessere Unsterblichkeit, nicht von euern Priestern, sondern von euern Gelehrten entdeckt und die Unsterblichkeit der Keimzelle nüchtern und wissenschaftlich geheißen. Und von da an, damit ich dir’s gestehe, Lieber! — von da an bezauberte mich die Hoffnung, daß ihr über diesen Umweg eines Tages den Weg sogar zu mir noch finden möchtet! Denn jetzt mußte es ja dem Blindesten hell vor den Augen werden, was eigentlich der Einsatz ist, um den gespielt wird im Spiel des Lebens. Jetzt mußt’ er’s mit den Händen tasten, — wie er in eigener Person die Summe aller Vorfahren bis hinauf zum ersten Menschen, bis hinauf zum ersten Tier in sich verkörperte, verseelte und vergeistigte, so würde er umgekehrt sich selbst wiederum verkörpern, verseelen und vergeistigen bis hinauf zum letzten Menschen und wer weiß! bis hinauf zum ersten Wesen der nächst höheren Gattung. Als ich von dieser Unsterblichkeit der Keimzelle vernahm, da dachte ich euch mir hart auf der Spur, und hart auf der Spur dem ewigen Gesetz, das ich einst, wie du weißt, meinen Mönchen nachließ: „Kammadâyâdâ sattâ ti, — Erben der Werke sind die Wesen, Erben der Taten sind die Wesen“... Als Erben der Werke, Erben der Taten, dacht’ ich damals, würdet ihr endlich alle Verkörperlichungen des Lebens bis hinab zum letzten Menschen und was nach ihm kommen wird betrachten. Als Selbst-Verkörperlichungen würdet ihr endlich die Körper euerer Enkel und Enkelsenkel bis ins letzte Glied begreifen lernen: und so würdet ihr endlich den Einsatz erraten, um den das königliche Spiel der Welt gespielt wird. War dies auch noch lange nicht Mein Weltgesetz, Meine Unsterblichkeit, Meine Lehre von der Wiederkunft, — denn dir ist’s bekannt, Dionysos, daß ich vielschichtig denke und bin, wo ihr nur einschichtig denkt und seid! — es war dennoch ein gutes Stück davon. Ein jeglicher würde als Ahne im Leib seiner Enkel wiederkehren, und so in ihrem Geist, in ihrer Seele; ein jeglicher würde wiederkehren nach Maßgabe seiner eigenen Seinsschaffenheit, zu welcher er sich selbstgestalterisch bestimmt hat und zu welcher er allen nachkommenden Samen mitbestimmt. Wie mußte euch der Sturm dieser ungeheuern Verpflichtung auf den Boden schmettern, — wie mußte euch der Wirbel dieser übermenschlichen Verantwortung wieder aufrecht reißen: daß jeder ein Richter ist aller ungeborenen Wesen, wenn er über sich selbst entscheidet, daß jeder in die fernsten Sterne zielt, wenn er den Pfeil der Tat von seines Bogens Sehne schnellt, — wie sagt doch, o Dionysos, euer großer Heraklit: „Nun aber heißt des Bogens Name Leben...“ Jetzt hattet ihr das Gewicht gefunden, das ich von meinem fernen Festland aus leider nicht an euch hängen konnte: jetzt ward es euch von euerer Wissenschaft geschenkt, damit ihr endlich als das Lot der Welt im Raume pendeln, schweben konntet. Ach, welche Hoffnungen setzte ich nicht damals in euch, auf euch, daß wir uns endlich, endlich finden würden... Aber was geschah? Auch dieses goldene Gewicht ließet ihr auf der Wage stehn. Auch jetzt verschmähtet ihr’s, selber Wage und Wagschale zu sein und als Gewichtstein dort hinabzusinken, wo es tief ist. Flaumleicht und daunenweich bliebt ihr auch jetzt, und anstatt hoch im Glockenstuhl der Zeit durch manches blaue Lichtjahr stolz zu schwingen, ließet ihr euch von jedem schwachen Hauch entwehen. Wie Irrwische sah’ ich euch hüpfen auf den Sümpfen eueres Kontinentes, Dionysos! Wohl lerntet ihr hier und da das Leben spielen, — aber ihr lerntet die Regel nicht, wie euer Spiel gewonnen und verloren wird. Nun ich dich aber hier, Dionysos, an Einsatz, Regel, Sinn, Geist deines Welt-Spiels mahne, sei dir das tiefere Geheimnis euerer westlichen Bedrängnis nicht ferner vorenthalten. Ihr liebt es, liebt es heute insbesonders, euch selbst in dieser apokalyptischen Stunde des Abfalls von Gott zu bezichtigen. Manchmal sind sogar die Besten, Hellsten, Klügsten unter euch der Meinung, sie brauchten nur wieder Götter glauben, und alles, was seither aus den Fugen sprang, renke sich schnell dann wieder ein wie zuvor. Das aber ist euer Grund- und Lebensirrtum! Denn nicht, daß ihr gottlos geworden seid, macht euch so unbeschreiblich elend und gemein; nicht dies hat über euch gebracht das Messerstich-Alter, welches ich in der Sechsundzwanzigsten Rede aus der längeren Sammlung Dîghanikâyo — sie führt aber in Meinem Kanon seltsamerweis den Titel ‚Der Kaiser‘, wie du weißt! — bis ins kleinste euch geweissagt habe. Sondern daß ihr weltlos geworden seid, ihr westlichen Menschen, weltlos wie keine andere Menschheit je zuvor. Ja, ihr lebt schlechterdings außer der Welt. Ihr lebt nicht vorwärts und nicht rückwärts; ihr lebt nicht ins Diesseit und nicht ins Jenseit; ihr lebt nicht in die Breite und nicht in die Tiefe. Selbst wo ihr Götter schufet, da schufet ihr sie viel lieber gegen die Welt als für sie. Ihr schufet Gott, damit er euch bei jeder Gelegenheit beausnahmen möchte von dem Gesetz der Welt, und selten, daß euere Götter etwas besseres waren als ein schiefer Vorwand für solch hochmütige Beausnahmung, — übrigens zugleich mein stärkster Einwand gegen alle Götter, Dionysos, und mein stärkster Einwand sogar gegen dich, verzeih!... Wundert euch darum nicht, ihr weltlos Gewordenen, wenn die Welt schließlich an euch vorüberläuft. Schon jetzt hat sie euerer so gut wie vergessen, und über eine kleine Weile wird Gras über euch gewachsen, Sand über euch geweht sein. Mich selber nennt ihr gottlos, und in Wahrheit habe ich meinen Jüngern Gott verboten, — aus Gründen, die du jetzt vielleicht zu ahnen beginnst. Aber bin ich auch gottlos: nie und unter keinen Umständen war ich weltlos. Wenn ich mich von der Welt am strengsten abschied, war ich vielleicht am innigsten mit ihr vereint. Und nur weil ich Bürger dieser und jener Welt war, vermochte ich’s, diese Welt durch jene Welt zu überwinden: ‚Ich aber, ihr Mönche, verstehe diese Welt und jene Welt‘...“

Solche oder ähnliche Rede mochte der indische Buddho Gotamo mit dem orphischen Gott Dionysos bei ihrer denkwürdigen Begegnung gewechselt haben auf dem Brückenjoch der Festländer. Dionysos aber ließ das Haupt lange auf seine Brust herabsinken. Und er verharrte reglos in einer Schweigsamkeit, die sich wie der längste Schatten des kürzesten Tages dämmergrau und erkältend zwischen die Wächter der beiden Reiche legte. Dann aber hob er sein saphirnes Auge auf und lächelte dem Buddho sonnig zu: „Recht hast du mir mit allem, o Buddho! Wir Menschen des westlichen Reiches spielten bisher Welt und spielten Leben, ohne die Regel unseres Spiels zu kennen und den Einsatz zu bedenken. Und daran bin ich am meisten schuldig. Früh hab’ ich ja in meiner orphischen Vergangenheit die Unsterblichkeit verkündet, ganz wie du selber, Gotamo. Und oftmals, wenn ich nach sinnaufwühlenden Offenbarungnächten den ersten Strahl meines heiligen Gestirns den Giebel meines Tempels zu Tempe goldig kränzen sah und gleichzeitig mich durch den Mund des Orpheus als Seelenretter und Heiland preisen hörte, — wie mußte ich da an dich, Spender der Unsterblichkeit denken, der du zu Maghadâ hast den Löwenruf erschallen lassen: ‚Leihet Gehör, ihr Mönche, die Unsterblichkeit ist gefunden‘... Das war damals, o Buddho, in jener ungeheuern Zeit des Götterfrühlings auf hesperischer Erde... Heut’ jedoch weiß ich auf das klärste, daß ich dich herzlich mißverstanden hatte. Mit ähnlichen Worten meintest du nicht das Ähnliche mit mir. Ich selber fühlte nur die zeugerische Lust des Werdens, das immer wird, und kaum geworden, wieder entwird. Ich selber war nur immer eingedenk des ewigen Schaffens, wie es in jeglicher Erschaffung sich selbst erscheint, in jeglicher Erscheinung aber die Erschaffenheit verneint, die nicht das Schaffen selber ist und sein kann. Als unzerstörliche Werdenskraft und Allkraft genoß und litt ich meine Ewigkeit, lebte und starb ich meine Ewigheit. Darüber vergaß ich, wundere dich nicht, das Gesetz des Werdens. Ich vergaß, daß alles Künftige in der Welt sich nur insoweit knoten würde, als es von einer eigenwilligen Gegenwart selbstherrlich geschürzt wird. Den Knoten der Welt und des Werdens, den an- und absteigenden in der Zeit, vergaß ich; vergaß, daß er an- und absteigt in der Zeit nur wie wir es selber ihm bestimmen. Wohl hatte ich während meiner Wallfahrt an euern heiligen Gangâ, dessen Silberquellen, wie ihr sagt, dem Gletschertor der Milchstraße klingend wie Sternschnuppentau entschmelzen, vom Strome her die Stimmen deiner Mönch’ und Nonnen häufig psalmodieren hören:

„Und was der Mensch auch wirken mag, Verdammte Taten, edles Werk: Der Erbe ist er überall, Der Erbe seiner eigenen Tat...“

Aber was ich von dorther hörte, obwohl mich’s manchmal wundersam berührte, verstand mein Sinn noch nicht. Einmal ist Keinmal, Einmal ist höchstens Einmal, hatten wir’s in unserem armsäligen Einmaleins je und je vernommen. Wie hätten wir da dein glühendes Richterwort fassen sollen: Einmal ist Immer! Einmal ist Unendlichmal! Einmal ist Ewig! Ach! allzulang waren wir westlichen Olympier nur ‚Götter Lustig im Dämmerlicht‘ gewesen... Aber du selber, Herr, sagtest es vorhin, wir seien endlich jetzt auf deiner Spur. Ja, wir sind dir, wir sind der Welt endlich auf der Spur, o Gotamo! Zwar ist vor Kurzem noch an dem furchtbaren Gesetz, das du zuerst der Welt gegeben und aufgegeben hast, der stärkste meiner Söhne mir zerbrochen, (er hieß mit Namen Gold-Stern, das ist Zarathustra, und du kennst ihn, liebst ihn als von deiner Art, Herr...) Noch hat also zwar nicht einmal er, von allen zukünftigen Geistern meines Reiches der Zukünftigste und der Geistigste, deinen Urgedanken der unendlichen Wiederkunft aller Wesen je nach ihren Werken unangefochten bis ans Ende auszudenken, auszuhalten vermocht: noch ist unser Stärkster zu schwach gewesen für dein Gesetz und deine Welt, o Buddho. Aber er hat ihn doch — und welch ein großer Anfang, Aufgang ist dies! — als erster seit Jahrtausenden wieder religiös erlitten und gelebt, statt einfach wissenschaftlich festzustellen. Hier oder nirgends ahnte er, der neue homo religiosus, die neue Pflicht, die neue Bindung, welche demnächst auch uns in erneuter religio dem All verpflichten und verbinden würde. Hab’ also noch Geduld mit uns, Erhabener! Beim zagen Schimmer dieses Stern-Gedankens werden auch wir endlich lernen, uns wieder in die feierliche Nacht der Welt hineinzutasten. Du bist der Buddho, du bist der Erwachte, vollkommen Erwachte! Du bist erwacht, vollkommen erwacht zur Welt, von der wir heute morgendlich noch träumen. Aber du kennst die tausend Zeichen, die alle, alle darauf deuten, daß auch wir demnächst die Erwachenden und Erwachsamen sein werden: ein neuer Aufgang mitten in Europas Untergängen... Für jetzt und heut’ indes, o Buddho, ist unser beider Äon wieder einmal abgelaufen, — erst an des nächsten Ende werden wir uns wiedersehen. Dann aber wird der längste Schatten dieses kürzesten Tags, der jetzt graudämmerig und erkältend zwischen uns sich spreitet, dem kürzesten Schatten des längsten Tags gewichen sein. Dann wollen wir auf diesem Brückenjoch der Länder das nächste Mittsommerfest, Mittsommerglück gemeinsam feiern... Horch!.. Läutete da nicht eine Glocke? Summte nicht ein Gong?.. Wie ein Kristall blaut wunderbar die Zeit! Schau um dich, Gotamo! Es weltet weit und breit!..“

DIE WIEDERGABE DER BUDDHO-STATUE ERFOLGT MIT GENEHMIGUNG DES FOLKWANG-VERLAGES IN HAGEN

AUS REICHLS VERLAGSBERICHT

DER VOLLSTÄNDIGE VERLAGSBERICHT WIRD AUF VERLANGEN KOSTENLOS UND PORTOFREI GELIEFERT

OTTO REICHL VERLAG DARMSTADT

LEOPOLD ZIEGLER

GESTALTWANDEL DER GÖTTER

VON LEOPOLD ZIEGLER

DRITTE AUFLAGE, ZWEI BÄNDE

IN LEINWAND GEBUNDEN 240 M., IN HALBLEDER GEBUNDEN 360 M.

Inhalt: Erste Betrachtung: Weltheiligung, Sühnwirkung, Sinndeutung der Griechen. Zweite Betrachtung: Der Mythos vom Mittlergott und die Religion der Seele. Dritte Betrachtung: Der Heilsdreiweg der Christenheit. Vierte Betrachtung: Deutsche Reformation. Fünfte Betrachtung: Der Mythos Atheos der Wissenschaften. Sechste Betrachtung: Die Mysterien der Gottlosen.

DER EWIGE BUDDHO

EIN TEMPELSCHRIFTWERK IN VIER UNTERWEISUNGEN VON LEOPOLD ZIEGLER

IN LEINWAND GEBUNDEN 150 M., IN HALBLEDER GEBUNDEN 250 MARK

Inhalt: Die erste Unterweisung: Buddho der Protestant. Die zweite Unterweisung: Buddho der Erlebende. Die dritte Unterweisung: Buddho der Wissende. Die vierte Unterweisung: Buddho der Öst-Westliche.

DER DEUTSCHE MENSCH

VON LEOPOLD ZIEGLER

ZUR ZEIT VERGRIFFEN

VOLK, STAAT UND PERSÖNLICHKEIT

VON LEOPOLD ZIEGLER

GEBUNDEN 9 M.

Inhalt: Das Volk und seine Souveränität. Der Staat und die Gerechtigkeit. Der Notstand der Persönlichkeit und seine Überwindung.

DAS WELTBILD HARTMANNS

VON LEOPOLD ZIEGLER

GEBUNDEN 15 M.

Inhalt: System und Zeit. Deduktion, Induktion und Wahrscheinlichkeit. Die Ableitung der Qualität. Die Entstehung des Bewußtseins. Monistische Philosophie. Induktion und genetische Metaphysik. Der Wahrheitsbegriff.

ZUR METAPHYSIK DES TRAGISCHEN EINE PHILOSOPHISCHE STUDIE

VON LEOPOLD ZIEGLER

BROSCHIERT 6 M.

Inhalt: I. Die letzten Prinzipien des Tragischen. II. Die Postulate des Tragischen. III. Das Tragische als Antizipation des Weltprozesses.

FLORENTINISCHE INTRODUKTION

ZU EINER PHILOSOPHIE DER ARCHITEKTUR UND DER BILDENDEN KÜNSTE

VON LEOPOLD ZIEGLER

GEBUNDEN 24 M.

GRAF HERMANN KEYSERLING

DAS REISETAGEBUCH EINES PHILOSOPHEN

VOM GRAFEN HERMANN KEYSERLING

FÜNFTE AUFLAGE 1921. ZWEI BÄNDE

IN LEINWAND GEBUNDEN MIT DEM BILDNIS DES VERFASSERS 240 M., IN HALBLEDER GEBUNDEN 360 M.

WAS UNS NOT TUT — WAS ICH WILL

VOM GRAFEN HERMANN KEYSERLING

DRITTE AUFLAGE 1920

BROSCHIERT 6 M.

DAS GEFÜGE DER WELT

VERSUCH EINER KRITISCHEN PHILOSOPHIE

VOM GRAFEN HERMANN KEYSERLING

ZWEITE AUFLAGE 1920

GEBUNDEN 90 M., IN HALBLEDER GEBUNDEN 180 M.

Inhalt: I. Die Einheit des Universums. II. Kontinuität und Diskontinuität. III. Harmonices mundi. IV. Die Probleme des Geistes. V. Die Freiheit im Weltzusammenhange. Epilog: Was ist Wahrheit?

UNSTERBLICHKEIT

EINE KRITIK DER BEZIEHUNGEN ZWISCHEN NATURGESCHEHEN UND MENSCHLICHER VORSTELLUNGSWELT

VOM GRAFEN HERMANN KEYSERLING

DRITTE AUFLAGE 1920

GEBUNDEN 75 M., IN HALBLEDER GEBUNDEN 150 M.

Inhalt: I. Über den Unsterblichkeitsgedanken überhaupt. II. Todesgedanken. III. Das Problem des Glaubens. IV. Dauer und Ewigkeit. V. Das Bewußtsein. VI. Mensch und Menschheit. VII. Individuum und Leben.

PHILOSOPHIE ALS KUNST

Vom GRAFEN HERMANN KEYSERLING

GEBUNDEN 75 M., IN HALBLEDER GEBUNDEN 150 M.

Inhalt: I. Philosophie als Kunst. II. Sterndeutung. III. Zeitliche, zeitlose, ewige Geister. IV. Entwicklungshemmungen. V. Individuum und Zeitgeist. VI. Idealismus und nationale Erziehung. VII. Germanische und romanische Kultur. VIII. Ost und West auf der Suche nach der gemeinsamen Wahrheit. IX. Die begrenzte Zahl bedeutsamer Kulturformen. X. Das Schicksalsproblem. XI. Vom Interesse der Geschichte. XII. Deutschlands Beruf in der veränderten Welt. XIII. Erscheinungswelt und Geistesmacht. XIV. Für und wider die Theosophie. XV. Was uns not tut -— was ich will.

DEUTSCHLANDS WAHRE POLITISCHE MISSION

VOM GRAFEN HERMANN KEYSERLING

DRITTE AUFLAGE 1920

BROSCHIERT 6 M.

POLITIK — WIRTSCHAFT — WEISHEIT

VOM GRAFEN HERMANN KEYSERLING

ERSCHEINT IM JANUAR 1922

DER WEG ZUR VOLLENDUNG

MITTEILUNGEN DER SCHULE DER WEISHEIT IN DARMSTADT

HERAUSGEGEBEN VOM GRAFEN HERM. KEYSERLING

JEDES HEFT 7.50 M.

DER LEUCHTER

WELTANSCHAUUNG UND LEBENSGESTALTUNG

JAHRBUCH DER SCHULE DER WEISHEIT IN DARMSTADT

HERAUSGEGEBEN VOM GRAFEN HERM. KEYSERLING

JAHRBUCH 1920. GEBUNDEN 90 M.

Inhalt: Graf Hermann Keyserling: Worauf es ankommt. G. F. Hartlaub: Kritik der Geheimwissenschaft. Heinrich Nienkamp: Werten und Wirken. Leopold Ziegler: Buddho der Protestant. Herman Hefele: Die Idee des Kommunismus. Gerhard von Mutius: Humanität und Bildung. Max Scheler: Sozialismus und Persönlichkeit. Fritz Wichert: Sich selber beistehen. Friedrich Gogarten: Die Kirche. Peter Behrens: Das Ethos und die Umlagerung der künstlerischen Probleme. Rudolf Binding: Ethische Grundlagen eines Volkes. Günther Weitbrecht: Wertung und Erkenntnis. Günther Weitbrecht: Der Brunnen des Lebens. Alexander von Gleichen-Rußwurm: Unter Platanen.

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