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Wald

Nach dem Gewitter

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Der Sturm hat ausgetobt – es schimmert Die Sonne durch die Wolkenwand, Ein Regentropfen farbig flimmert An jedes Blättchens krausem Rand; Es beben noch die rauhen Stämme, Die ungestüm der Wind umsaust; Aufschäumend gegen Fels und Dämme Des Wildbachs trübe Woge braust; Und in der Lichtung, wo die Ranken Den Boden dornig überziehn, Wo tausend zarte Gräser schwanken Und tausend kleine Blumen blühn, Da liegt, umstrahlt vom Abendlichte, Der schönste Stamm in weiter Rund, Die alte, dunkelgrüne Fichte, Entwurzelt auf dem feuchten Grund. Ich streichle die gewalt’gen Äste, Die splitternd sich im Fall zerdrückt, Die wie zu einem Maienfeste Mit roten Knospen noch geschmückt. Zum schlanken Wipfel muß ich schauen, Der gestern in des Lufthauchs Wehn, Sich fröhlich wiegend hoch im Blauen, Noch übers weite Land gesehn; Muß denken, daß gleich jenem Baume Ich sterben möcht – vom Sturm gerafft, Umwogt noch von des Frühlings Traume, In ungebrochner Lebenskraft.

Sophie von Waldburg

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