Jüngst sah ich den Wind
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Jüngst sah ich den Wind, das himmlische Kind, als ich träumend im Walde gelegen, und hinter ihm schritt mit trippelndem Tritt sein Bruder, der Sommerregen. In den Wipfeln, da ging’s nach rechts und nach links, als wiegte der Wind sich im Bettchen; und sein Brüderchen sang: »Die Binke die Bank,« und schlüpfte von Blättchen zu Blättchen. Weiß selbst nicht, wie’s kam, gar zu wundersam, es regnete, tropfte und rauschte, daß ich, selber ein Kind wie Regen und Wind, das Spielen der beiden belauschte. Dann wurde es Nacht, und eh ich’s gedacht, waren fort, die das Märchen mir schufen. Ihr Mütterlein hatte sie fein hinauf in den Himmel gerufen.
Arno Holz