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Vier Jahre Politischer Mord

BAYRISCHE RÄTEREPUBLIK UND KAPP-PUTSCH

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Die bayrische Räterepublik

Nach der Ermordung Eisners übernahm der bayrische Zentralrat die Macht und erklärte am 7. April 1919 die Räterepublik. Während ihrer Dauer wurden zwölf Menschen willkürlich umgebracht. Das Ministerium bildete sich in Bamberg neu, sammelte Truppen und eroberte am 1. Mai München. Dabei wurden 457 Menschen willkürlich umgebracht. (Vgl. Seite 113.)

Zur Aburteilung der Räterepublikaner wurden Sondergerichte, die sogenannten bayrischen Volksgerichte vom 12. Juli 1919 geschaffen. Diese sind so ziemlich für alle politischen Delikte zuständig. Sie bedeuten eine juristische Neuerung, da für Hoch- und Landesverrat das Reichsgericht zuständig sein sollte. Obwohl das beschleunigte Verfahren dieser Gerichte und das Fehlen der üblichen Rechtskautelen die Gefahren eines Justizirrtums erheblich vergrößern, sind hier alle Rechtsmittel ausgeschlossen. Gegen die Urteile dieser Gerichte gibt es weder Revision noch Berufung, auch die Wiederaufnahme des Verfahrens findet nicht statt. Ein Rechtsirrtum kann und soll also nicht wieder gut gemacht werden. (Vgl. Felix Halle, Deutsche Sondergerichtsbarkeit, Berlin 1922.) Nach einer amtlichen Auskunft des bayrischen Bevollmächtigten von Nüßlein im Rechtsausschuß des Reichstags wurden wegen Beteiligung an der Rätebewegung 2209 Personen verurteilt, davon 65 zu Zuchthaus, 1737 zu Gefängnis, 407 zu Festung. (Kuttner, Warum versagt die Justiz, p. 61.) Nach der bayrischen Staatszeitung vom 20. Februar 1920 waren bis zum 20. Februar 1920 (also in einem halben Jahr) von den 25 Volksgerichten 5233 Strafprozesse erledigt worden. So rasch arbeiten die bayrischen Volksgerichte. Von den 12 Morden der Räterepublik wurden 11 gesühnt, die wesentlichen Führer teils willkürlich, teils gesetzlich (Leviné) getötet.

Der Kapp-Putsch

Am 13. März 1920 eroberte Kapp mit Baltikumern durch einen Handstreich Berlin.

Der einsetzende Generalstreik zwang ihn zum Rücktritt und zur Flucht. In Abwehr des Kapp-Putsches wurden von links, abgesehen von den in Straßenkämpfen und Tumulten Umgekommenen, nur zwei Menschen willkürlich umgebracht. Im Verlauf des Putsches wurden von Rechts 74 Menschen willkürlich umgebracht. Daß Kapp intellektueller Urheber der 74 politischen Morde ist, ergibt sich aus folgender Verordnung (Nr. 19):

»Die Rädelsführer, die sich der in der Verordnung zur Sicherung volkswirtschaftlicher Betriebe und in der Verordnung zum Schutz des Arbeitswesens unter Strafe gestellten Handlungen schuldig machen, desgleichen die Streikposten, werden mit dem Tode bestraft. Diese Verordnung tritt am 17. März 1920, 4 Uhr nachmittags, in Kraft. Der Reichskanzler, gez. Kapp«.

Ferner drahtete er an alle Truppenteile (vgl. Brammer: »Fünf Tage Militärdiktatur«, S. 21):

»Bitte allen Führern bekanntzugeben, daß ich jede entschlossene Dienstauffassung, auch wenn sie im Zwange der Not gegen einzelne bisherige Bestimmungen verstoßen sollte, persönlich decke. Es kommt mir ganz besonders darauf an, daß jeder Deutsche und insbesondere jeder militärische Führer künftig verantwortungsfreudig mehr leiste als der tote Buchstabe seiner Pflicht bisher gebot.«

Kapp flüchtete nach Schweden, stellte sich dann aber freiwillig, wurde sofort wegen einer Operation von der Untersuchungshaft befreit und starb am 13. Juni 1922 an einem Krebsleiden. Sein Rittergut war seinem Sohn zur Bewirtschaftung übergeben worden, obwohl Kapps Vermögen angeblich beschlagnahmt worden war. (Antwort des preußischen Landwirtschaftsministers auf eine Anfrage, »Berliner Tageblatt«, 4. Oktober 1921.) Frau Kapp bezieht von der Landschaft eine Rente. (Preußischer Pressedienst, 12. Januar 1922.)

Das Verfahren gegen Lettow-Vorbeck wurde eingestellt. Als einziger Kapp-Anhänger wurde v. Jagow zu 5 Jahren Festung verurteilt. General Lüttwitz hat später sogar von der Regierung eine Pension gefordert. Auf eine diesbezügliche Anfrage (Reichstag, 14. Februar 1922) hat die Regierung erklärt, da die Akten noch nicht vorlägen, könne eine Antwort nicht erteilt werden.

Die Anhänger Kapps, die in höheren Posten der Verwaltung und des Heeres standen, wurden darin belassen. Die meisten Führer des Kapp-Putsches haben sich über ein Jahr in München und Umgebung aufgehalten. (Reichskanzler Dr. Wirth, 15. September 1921.)

Kapitän Ehrhardt wurde zuerst mit voller gesetzlicher Pension entlassen. Man wagte nicht, gegen ihn vorzugehen. (Vgl. »Vossische Zeitung«, 23. Oktober 1920.) Erst später wurde ein Haftbefehl gegen ihn wenigstens offiziell erlassen. Während dieser Zeit konnte er noch mit dem Münchener Polizeipräsidenten Pöhner »wegen Unterbringung einzelner Gruppen seiner Leute« verhandeln. (Staatssekretär Dr. Schweyer im bayrischen Landtagsausschuß, 17. September 1921.)

Seinen 3000 Soldaten von der Marinebrigade war für die Zeit des Putsches eine tägliche Zulage von 7 M. und für den Sturz der Ebertregierung eine Extrabelohnung von 50 M. von der Kappregierung versprochen worden. Die Ebertregierung zahlte diese Summe von 16 000 Goldmark (nach dem damaligen Stand berechnet) aus. (Vgl. Rudolf Mann, »Mit Ehrhardt durch Deutschland«, Seite 168 und 206.)

Keiner der durch Kapp verursachten Morde ist gesühnt. Gegen die Kappanhänger wurde nicht wie gegen die Räterepublikaner eine Sondergerichtsbarkeit ins Leben gerufen. Das zuständige ordentliche Gericht, das Reichsgericht hat so langsam gearbeitet, daß infolge der Amnestie die meisten Teilnehmer des Kapp-Putsches nicht einmal in Untersuchung genommen wurden.

Das größte Unrecht, das nach der Niederwerfung des Kapp-Putsches geschehen ist, besteht in der Art der Durchführung der Amnestie. Sie sollte nur die dummen Mitläufer von der Verantwortung befreien. Die Führer, die Urheber, die Anstifter sollten nicht darunterfallen. Daher wurde von den Gerichten, selbst bei den meisten Generalen und Ministern die Führereigenschaft verneint. Bei den gleichzeitigen Ausschreitungen der Arbeiterschaft dagegen wurde die Führereigenschaft selbst einfachen Parteifunktionären zuerkannt, so daß man sie trotz der Amnestie verurteilen konnte.

Das Reichsgericht nimmt nur neun Führer an. Welche Heroen der Tatkraft müssen sie gewesen sein, um allein fast ein ganzes Reich acht Tage lang zu beherrschen! Von 775 beteiligten Offizieren ist keiner bestraft worden. Sie waren alle keine Führer, nur Mitläufer. Keiner der Offiziere hat Verantwortungsfreudigkeit genug gehabt, gegen diese Bezeichnung zu protestieren. Keiner hat erklärt: Wenn man mir nachsagt, daß ich bei einem so verantwortungsvollen Schritt, wie eine Rebellion, nur ein Mitläufer war, wenn man von mir behauptet, daß ich eine solche Handlung aus Blindheit mitmache, meine Pflicht nicht kenne, so leugnet man mein Führertum, meine Offiziersqualifikation überhaupt. Ich stehe zu meiner Tat. Ein einziger — Zivilist — hat es gewagt, so zu handeln — nachdem er im Ausland in Sicherheit war. Und als Kapp sich freiwillig stellte, tat er es nur, weil er nach dem Vorgang des Jagowprozesses wußte, daß er keine oder fast keine Strafe zu erwarten hatte.

Eine weitere Ungerechtigkeit der damals gewährten Amnestie besteht darin, daß sie sich nur auf die gegen das Reich gerichteten Unternehmen bezog. Dagegen galt die bayrische Räterepublik als ein nur gegen Bayern gerichtetes Unternehmen, obwohl die Räterepublik die Beziehungen zum Reich abgebrochen hatte und dem bayrischen Gesandten Weisung gegeben hatte, seinen Posten zu verlassen. So wurden die Räterepublikaner eingesperrt, die Kappanhänger amnestiert.

Interessant ist übrigens, daß eine gelegentlich des Kapp-Putsches herausgegebene Verordnung des Reichspräsidenten Ebert vom 19. März 1920 »zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung«, welche außerordentliche Kriegsgerichte einsetzte, sich nicht gegen Kapp und seine Anhänger richtete, sondern gegen die bei der Niederwerfung des Kapp-Putsches entstandenen kleineren Unruhen von Links. Obwohl der Kapp-Putsch eine viel größere Ausdehnung besessen hatte, wurde gegen ihn nicht mit Hilfe der Sondergerichtsbarkeit eingeschritten. (Vgl. Halle, Sondergerichtsbarkeit.)

Die folgenden Tabellen zeigen das Schicksal der Anhänger und Führer beim Kapp-Putsch und bei der bayrischen Räterepublik.

KAPPREGIERUNG

Lfd. Nr.NameRang Schicksal

1Wolfgang KappReichskanzler gestorben

2Bang Finanzminister in Freiheit

3Dr. TraubPreuß. Kultusministeramnestiert

4Gottl. v. Jagow Minister des Innern 5 J. Festung

5ZumbroichReichsjustizministerin Freiheit

6Trebitsch-LincolnOberzensor im Ausland

7Dr. SchieleReichswirtschaftsminister Verf. eingest.

8 KrämerPreuß. Wirtschaftsminister in Freiheit

9v. Falkenhausen Chef der Reichskanzlei in Freiheit

10Dr. SönksenReichspostminister in Freiheit

11Frhr. v. WangenheimPreuß. Landwirtschaftsminister in Freiheit

12Eduard MeyerUniversitätsrektorin Freiheit

13Müller-Lobwitztätig in der Reichskanzlei in Freiheit

14Stubbendorftätig in der Reichskanzlei in Freiheit

15Dr. BredereckPressechef in Freiheit

16W. HarnischPressechef in Freiheit

17Dr. GrabowskiPropagandist in Freiheit

18Lensch im Presseamt in Freiheit

19A. de la Croixim Presseamt in Freiheit

Die strafgerichtliche Behandlung des Kapp-Putsches

(Mitteilung des Reichsjustizminister an den Reichstag vom 21. Mai 1921)

Zahl der amtlich bekanntgewordenen Kapp-Verbrechensfälle705

Davon: 412

Amnestiert 412

Durch Tod und andere Gründe in Wegfall gekommen109

Verfahren eingestellt 176

Noch nicht erledigt 7

Bestraft 1

Schicksal von 775 Offizieren, die am Kapputsch beteiligt waren

(»Amtliche Ergebnisse des Ausschusses zur Prüfung des Verhaltens der Offiziere während der Märzvorgänge«)

Art der ErledigungZahl der Offiziere in der MarineZahl der Offiziere im Landheer Gesamtzahl der Offiziere

Einstellung des Verfahrens 119 367 486

Beurlaubung 40 51 91

Versetzung 37 20 57

Dienstenthebung 18 30 48

Disziplinare Erledigung 12 1 13

Noch keine Entscheidung 5 69 74

Verabschiedung 4 2 6

235 540 775

Gesamtstrafe: 5 Jahre

MILITÄRS DER KAPP-REGIERUNG

Lfd. Nr.NameRang Schicksal

1Ludendorff General (nahm an allen Kabinettsitzungen der Kappregierung teil) keine Anklage

2Freih. v. Lüttwitz Reichswehrminister und Oberbefehlshaber im Ausland

3v. HülsenAdjutant d. Oberbefehlsh. in Freiheit

4v. Klewitz Stabschef b. v. Hülsen in Freiheit

5 v. TrothaAdmiral in Freiheit

6 v. OvenGeneral in Freiheit

7v. DasselGeneral in Freiheit

8 v. Watter General in die Ebertreg. übernommen

9v. LoßbergGeneralmajor in Freiheit

10BauerOberst im Ausland

11 Ehrhardt Kapitän (Eroberer v. Berlin) steckbrieflich verfolgt

12Hpt. Pabstpersönlicher Adj. Kapps in Freiheit

13 Freih. v. LützowFreikorpsführer in Freiheit

14 Maj. Schulz Freikorpsführer in Freiheit

15Ltn. RoßbachFreikorpsführer in Freiheit

16Hpt. Pfeffer v. Salomon Freikorpsführer in Freiheit

17v. LöwenfeldFreikorpsführer in Freiheit

18 AulockFreikorpsführer in Freiheit

19VaupelHauptmann in Freiheit

20v. KesselPolizeihauptmann in Freiheit

21v. PuttkammerHauptmann in Freiheit

22v. PatowHauptmann im Oberkom. in Freiheit

23Reinhardt Oberst (erschien ohne Befehl b. d. Brigade 15) in Freiheit

24NeubarthBatterieführer in Freiheit

25v. Hülsen jun.Leutnant in Freiheit

26v. BorriesLeutnant in Freiheit

27v. KnobelsdorffOberleutnant in Freiheit

28v. AmmanMajor in Freiheit

29v. Auer Major in Freiheit

30v. BorriesGeneral in Freiheit

31v. BockMajor in Freiheit

32 Frh. v. BlombergOberst in Freiheit

33v. BernuthGen.-Leutnant in Freiheit

34Frh. v.Czettritz u. NeuhausOberleutnant in Freiheit

35Frh. v. DurantRittmeister in Freiheit

36Frh. v. ErffaLeutnant in Freiheit

37v. Falkenhausen Major in Freiheit

38 v. FrantzinHauptmann in Freiheit

39v. GrotheOberstleutnant in Freiheit

40 v. d. HardtGeneral in Freiheit

41Frh. v. Hadeln Oberstleutnant in Freiheit

42Frh. v. HammersteinOberleutnant in Freiheit

43 v. HagenMajor (Dessau) in Freiheit

44v. KnobelsdorffOberst (Pasewalk) in Freiheit

45v. KleistRittmeister in Freiheit

46v. LefortLeutnant in Freiheit

47v. MöhlGeneralmajor in Freiheit

48Frh. v. MirbachRittmeister in Freiheit

49 v. NeufvilleRittmeister in Freiheit

50v. PlatenMajor in Freiheit

51v. RudolphiMajor in Freiheit

52v. Rössing Oberstleutnant in Freiheit

53v. RosenOberst in Freiheit

54 v. SeydlitzRittmeister in Freiheit

55Frh. v. Schade Hauptmann in Freiheit

56Frh. Treusch v. Buttlar-BrandenfelsLeutnant in Freiheit

57v. UechtritzRittmeister in Freiheit

58v. WulffenMajor in Freiheit

59 v. ZiehlbergMajor in Freiheit

60 v. Heimburg. Oberleutnant in Freiheit

Gesamtstrafe: Null

BAYRISCHE RÄTEREGIERUNG

Lfd. Nr.NameRang Schicksal

1 E. Leviné Vorsitzender d. Vollzugsrates der Betriebsräte erschossen

2 Dr. Tobias Axelrod Mitglied des Vollzugsrats 15 Jahre Zuchthaus, n. Rußl. ausgetauscht

3 Ewald Ochel Mitglied des Vollzugsrats 1 J. 5 Mon. Festung durch Schutzhaft

4 Wilh. Duske Mitglied des Vollzugsrats 2 J. Festung

5 Fritz Schürg Mitglied des Vollzugsrats 2 J. Festung

6 Dr. A. Wadler Wohnungskommissar 8 J. Zuchthaus

7 Ernst Nikisch Vorsitzender des Zentralrats 2 Jahre Festung

8 Gust. Landauer Volksbeauftragter für Volksaufklärung im Gefängn. erschlagen

9 Dr. O. Neurath Vorsitzender der Sozialisierungskommission 1-1/2 Jahre Fest., entlassen

10 Hans Dosch Polizeipräsident 3 J. Festung

11 Ernst MehrerStadtkommandant 1-1/2 J. Festung

12 K. PetermaierAdjutant des Stadtkommandanten 1-1/2 J. Festung

13 PaulukumVerkehrsminister 3-1/2 J. Festung

14 Paul ZamertPropagandist 3 J. Festung

15 E. KiesewetterVerkehrskommission 2-1/2 J. Festung

16 Dandistel Kommission zur Unterstützung der politischen Flüchtlinge 6 J. Festung

17 Jos. Weigand Schreiber bei der Komm. zur Bekämpfung der Gegenrevolution 3 J. Festung

18Hanns Kullmann Betriebsrat 3 J. Festung

19Ad. Schmidt IIim Ministerium f. soziale Fürsorge 1 J. 6 M. Fest.

20 Karl Götz Kommission zur Bekämpfung der Gegenrevolution 1 J. 3 M. Fest.

21 Frieda RubinerPropagandaausschuß K.P.D. 1 J. 9 M. mit Bewährungsf.

22 H. WiedemannPropagandist 1 J. 3 M. Fest.

23 Frau ReichelBeihilfe z. Flucht Tollers 2 Mon. Festung

24 Hans ReichelBeihilfe z. Flucht Tollers 4 Mon. Festung

25 E. TrautnerBeihilfe z. Flucht Tollers 5 M. Gefängnis

26 Willy ReueKommission zur Bekämpfung der Gegenrevolution 1 J. 3 M. Fest.

27 Max StroblLeiter der Kommission z. Bekämpfung d. Gegenrevolution 7 J. Zuchthaus

28 F. MairgüntherPolizeipräsident in München 2 J. Gefängnis, 3 J. Festung

29 L. MühlbauerMitglied des Revolutionstribunals 1-1/4 J. Festung mit Bewähr.-Frist

30 Erich MühsamPropagandist 15 J. Festung

31 Paul Grassl Mitglied des Revolutionstribunals 1 J. 10 M. Fest.

32 S. Wiedenmann Obmann der K.P.D. 4 J. Festung

33V. BaumannRedakteur der Münchener Roten Fahne 1-1/2 J. Festung

34Alex. Strasserrevolutionärer Hochschulrat 1-1/2 J. Festungshaft m. Bewährungsfrist

35 Otto Hausdorfrevolutionärer Hochschulrat 1-1/2 J. Festung m. Bewährungsfr.

36 Cillebillerrevolutionärer Hochschulrat desgl.

37 Gertraud Kaestnerrevolutionärer Hochschulrat desgl.

38 Wilh. Hagenrevolutionärer Hochschulrat 1 J. 4 M. Fest. m. Bewähr.-F.

39 Lessie SachsSekretärin im Kriegsministerium 1 J. 3 M. Fest.

40 Dr. RothenfelderPropagandist 7 J. Festungsh.

41 Wilh. GerhardsBetriebsrat 1-1/2 J. Fest.

42 Willy ErtelSektionsführer d. K.P.D. 3 J. Festungsh.

43 SontheimerPropagandist erschlagen

44 K. SteinhardtBetriebsrat 9 M. Festungshaft

45 Ferd. Rotter Vors. d. Betriebsobleute 7 J. Zuchthaus

46 Kirmayer Komm. z. Bek. d. Gegenrevolution 4 J. Zuchthaus

47 Hans Schroll in der Verhaftungskomm. 5 J. Zuchthaus

48 Wernich in d. Beschlagnahmekomm. 3 J. Zuchthaus

49 Max Weberstellv. Polizeipräsident 1-1/4 J. Festung

50 MartensVors. Wirtschaftskomm. 6 J. Festung

51 SondheimerPropagandist 1-1/4 J. Festung

52 Kronauer Mitgl. d. Rev.-Tribunals 1-1/4 J. Festung

Gesamtstrafe: 135 Jahre 2 Monate

MILITÄRS DER RÄTE-REGIERUNG

Lfd. Nr.NameRang Schicksal

1 R. Eglhofer Oberkommandierender erschlagen

2 Eugen Maria Karpf Adj. d. Oberkommand. 12 J. Festung

3 Wilh. ReichartMitgl. d. Militärkomm. 3 J. Festung

4 Ernst TollerKommand. im Abschnitt Dachau 5 J. Festung

5 G. KlingelhöferAdj. des Kommandeurs 5-1/2 J. Festung

6 E. WollenbergKommandeur d. Infanterie 2 J. Festung

7 H.F.S. Bachmair Kommandeur d. Artillerie 1-1/2 J. Festung

8 R. PodubeckyKommand. d. Fernsprechtruppen 3 J. Festung

9Winkler Kommand. eines Abschn. 4 J. Zuchthaus

10 G. RiedingerAdj. d. Kommandeurs in Starnberg 1-1/2 J. Festung, entlass.

11 Er. Güntherin d. Kommandant. Dachau 1 J. 9 M. Fest.

12 Fritz Walter Rotgardist 3 J. Festung

13 Max Schwabim Kriegsministerium 4 J. Festung

14 H. TaubenbergerStreckenkommandant in Dachau 3 J. Festung

15 Gottfr. Bareth Rotgardist 1-1/2 J. Festung

16 Max HuberRotgardist 3 J. Festung

17 Peter ReglerRotgardist 2 J. Festung

18 Haßlinger Rotgardist 5 J. Festg. (begnadigt)

19 And. RauscherRotgardist 1 J. 4 M. Fest.

20 M. ReichertRotgardist u. Propagandist 1 J. 3 M. Fest.

21 Jos. VogtRotgardist 3 J. Festung

22 Josef FaustRotgardist 3 J. Zuchthaus

23 Rentsch Rotgardist 5 J. Zuchthaus

24 ZöllnerRotgardist 3 J. Zuchthaus

25 Karl ZimmetSoldatenrat 1 J. 3 M. Fest.

26 Karl Höhrat Soldatenrat 6 J. Festung

27 KuhnRotgardist 2 J. F., 2 J. 2 Mon. Gef.

28 Josef SeidelWachkommandant 3 J. Festung

29 SeidelRotgardist 4 J. Festung

30 Ernst Bauer Rotgardist 2 J. Festung

31 Rich. WagnerRotgardist 2 J. Festung

32 Thekla Egl Krankenschw. u. Parlamentärin 1 J. 3 M. Fest.

33 A. SchinnagelArzt in der Roten Armee 15 Mon. Fest.

34 70 Angehörige d. Leibregiments wegen Erstürmung von Rosenheim je 1-1/4 J. Fest. (n. Abbüß. ein. Teils entlass.)

35 ZillerSoldatenr. Eisenb.-Abt. I 3 J. Zuchthaus

36 Joh. TanzmeierPolizeiwachtmeister 4 J. Festung

37 MurböckTransportführer 4 J. Zuchth. (in Fest. verwdlt.)

38 MarschallKurier 3 J. Festung

39 Jos. AnreitherRotgardist 3 J. Festung

40Jak. Nickl Rotgardist 2-1/2 J. Festung

41 W. SeylerAdj. d. Kriegsministers 1 J. 6 M. Festg.

42 K. Kaltdorfim Kriegsministerium 1 J. 6 M.

43 H. TannenRotgardist 2 J. Gefängnis

44 Hans FrankParlamentär d. Augsburger Arbeiterrats erschossen

45 Karl Gans Zugführer 5 J. Zuchthaus

46 Joh. DemstedtZugführer 6 J. Zuchthaus

47 J. JackermeierZweiter Obmann K.P.D. 5 J. Zuchthaus

48 Joh. WittmannRotgardist (Rosenheim) 4 J. Zuchthaus

49 Jos. HagelKriminalpolizist 4-1/2 J. Zuchth.

50 Georg GrafMilitärpolizei 12 J. Zuchthaus

51 Phil. BöhrerRev.-Arbeiterrat (Augsb.) 12 J. Zuchthaus

52 HiltnerRotgardist 2 J. Festung

53 Otto KnieriemAkt.-Ausschuß Würzburg 5 J. Festung

54 Mich. SchmidtRotgardist 2 J. Festung

55 Albert Berger Erwerbslosenr. (Augsburg) 3 J. Festung

56ApplerRotgardist 4 J. Festung

57 Berk Flugzeugführer 4 J. Festung

58 IbelZahlmeister 1 J. 4 M. Fest.

59J. Toblasch Proviantmstr. i. Dachau 2-1/2 J. Festung

60 KolbingerRotgardist 2 Jahre Festung

61 J. WittmannRotgardist 2-1/2 J. Festung

62 Joh. StraussSoldatenrat 1 J. 6 M. Fest.

63 Ludwig HörlBahnhofswache 3 J. Festung

64 ErzbergerLazarettchef 1-1/2 J. Festung (entkommen)

65 Martin GruberAbteilungsführer 3 J. Festung

66 Hans StrasserBhf.-Kommand. (Dachau) 1 J. 6 M. Fest.

67 Otto MehrerMitgl. d. Militärkomm. 1 J. 6 M. Fest.

68 HoferKriegsministerium, Abtlg. Infanterie 4 J. Festung

69 Ferd. Killer Soldatenrat 5 J. Festung

70 Karl Gans Rotgardist 6 J. Zuchthaus

71 Paul HübschPropagandist 1 J. 6 M. Gefg.

72 Max PletzStadtkommandantur München 1 J. 6 M. Fest.

Gesamtstrafe: 276 Jahre 6 Mon. Einsperrung, 2 Erschießungen

KAPPISTEN IN DER PROVINZ

Lfd. Nr.NameRang Schicksal

1 v. LevetzowKonteradmiral a. D. in Freiheit

2 v. Winterfeld Leiter der Sipo in Kiel in Freiheit

3 LindemannFrüh. Oberbürgermeister in Kiel in Freiheit

4 Frh. von u. zu SteinfurthLandrat in Freiheit

5 v. Pauly Regierungspräsid. (Kiel) in Freiheit

6Frh. v. WangenheimGarnisonältester, Oberst (Hamburg) in Freiheit

7 VölkersOberst (Hamburg) in Freiheit

8LedebourOberst (Hamburg) in Freiheit

9 HeideHauptmann (Hamburg) in Freiheit

10 v. Rauchhaupt Rittmeister (Hamburg) in Freiheit

11 v. Mackensen Hauptmann (Hamburg) in Freiheit

12 Dr. Jakobsohn, RechtsanwaltPropagandist (Hamburg) in Freiheit

13 v. SydowMajor (Hamburg) in Freiheit

14 v. MengesOberst b. d. Sipo (Altona) in Freiheit

15v. Lettow-Vorbeck Generalmaj. (Mecklenbg.) in Freiheit

16Dr. WendthausenMinisterpräsident in Freiheit

17 RibbentroppGeneralmajor (Mecklbg.) in Freiheit

18 v. EstorffGeneralleutnant (Königsberg) in Freiheit

19 August WinnigOberpräsid. in Freiheit

20 Graf Schmettow Generalleutnant (Breslau) in Freiheit

21 v. FriedeburgGeneral (Breslau) in Freiheit

22 Obst. SchwerkPolizeipräsident (Breslau) in Freiheit

23 v. Kessel (Ob. Glauche)Oberpräsident v. Schles. gestorben

24 v. GrodeggPropagandist (Magdebg.) in Freiheit

25v. Brüningfrüh. Landrat (Darmstadt) in Freiheit

26 v. HagenbergGeneralmajor (Weimar) in Freiheit

27HeimsMajor (Gotha) in Freiheit

28 v. Schöler General (Kassel) in Freiheit

29 Frh. v. Schenk Bezirksbefehlshab. (Marburg) in Freiheit

30 BankeMajor in Freiheit

31 CzettritzOberst in Freiheit

32 Frh. v. CoburgMajor in Freiheit

33 GuhrOberstleutnant in Freiheit

34 EckardtLeutnant. Rgt. 30 in Freiheit

35 Gallmeister Hauptmann in Freiheit

36 HumannFreg.-Kapitän in Freiheit

37 HüneckeMajor in Freiheit

38v. Heusinger Rittmeister in Freiheit

39KleindienstLeutnant in Freiheit

40LynkerMajor in Freiheit

41 MeinshausenHauptmann in Freiheit

42 NotnagelOberstleutnant in Freiheit

43NettesheimLeutnant a. D. in Freiheit

44 Rörig Oberleutnant in Freiheit

45 Scheele Leutnant (Aldenburg) in Freiheit

46SchmidtLeutnant (Aldenburg) in Freiheit

47 SchulzOberleutnant, Art. 9 in Freiheit

48StolzOberst in Freiheit

49StrauchHauptmann in Freiheit

50 Sturt Oberleutnant in Freiheit

51WaasHauptmann in Freiheit

Gesamtstrafe: Null

RÄTEREPUBLIKANER IN DER PROVINZ

Lfd. Nr.NameRang Schicksal

1Guido KoppVors. K.P.D. Rosenheim 4 J. Zuchthaus

2Gg. SchummArt.-Kommandeur in Rosenheim 6 J. Zuchthaus

3Josef RennerTruppenführer in Rosenheim 4 J. Festung

4 Hans MelerWirtschaftskomm. (Rosenheim) 1-1/4 J. Festung

5M. GnadRotgardist (Augsburg) 2-1/2 J. Festung

6 W. OlschewskyTruppenführer in Augsbg. 7 J. Festung

7 Max WeberPropagandist i. Augsbg. 1-1/2 J. Festung

8 Karl MarxPolitisch. Leiter in Augsburg 4 J. Festung

9Dr. A. Maier Politisch. Leiter i. Starnberg 6 J. Festung

10Joh. ElbertSoldatenrat (Lohr) 2 J. Festung

11Toni WaibelVorsitzender d. Aktionsausschusses in Würzbg. 15 J. Festung (entkomm.)

12 H. SchuchardtAktionsausschuß, Würzbg. 1-1/2 J. Festung

13Val. HartigMitgl. d. Aktionsaussch. 7 J. Festung

14 Rudolf HartigMitgl. d. Aktionsaussch. 2 J. Festung

15Fritz Sauber Propagandist (Würzburg) 12 J. Festung

16 A. Hagemeister Propagandist (Würzburg) 10 J. Festung

17 L. EgensbergerKommandeur (Würzburg) 7 J. Festung

18 Georg Hornung Mitgl. d. Aktionsaussch. Würzburg, Kriegsministerium München 10 J. Festung

19Leo ReichertSoldatenrat (Würzburg) 2 J. Festung

20 Paul FörsterSoldatenrat (Würzburg) 3 J. Festung

21A. WestrichKorps-Soldatenrat (Würzburg) 6 J. Festung

22Ludw. BedachtSoldatenrat (Würzburg) 5 J. Festung

23 Adolf SchmidtMitgl. d. Aktionsaussch., Kempten 3 J. Festung

24Cl. SchreiberMitgl. d. Aktionsaussch., Kempten 2 J. Festung

25 M. BohnenbergerMitgl. d. Aktionsaussch., Kempten 1-1/4 J. Festung

26Heinr. Pfeiffer Mitgl. d. Aktionsaussch., Landshut 1-1/2 J. Festung

27 Ludwig Vogl im Aktionsaussch. Landshut 1 J. 4 M. Fest.

28 Franz MüllerSoldatenrat Landshut 1 J. 4 M. Fest.

29 Peter BlösslAktionsaussch. Augsbg. 10 J. Festung

30Aug. HoeckRev. Arbeiterrat Augsbg. 4 J. Festung

31 E. RingelmannZensor in Würzburg 5 J. Festung

32 GöpfertBürgermeister v. Rosenheim 15 M. Festung

33 Langenegger Wohnungskommissar, Rosenheim 3 J. Festung

34J. Rheinheimer Stadtkommand., Rosenheim 4 J. Festung

35Hans Elbert Propagandist, Aschaffenburg 2 J. Festung

36 M. SchnellerArbeiterrat, Kempten 1 J. 3 M.

37W. Schmidt IAktionsaussch., Kempten 1 J. 3 M. Fest.

38 H. BohnenbergerAktionsaussch., Kempten 6 M. Festung

39 Alfr. KleinerRev. Arbeiterrat, Kempten 1 J. 3 M. Fest.

40Rich. Blähr Propagand., Reichartshofen 1 J. 3 M. Fest.

41 DreidlRev. Arbeiterrat, Kempten 6 Mon. Fest. m. Bewährungsfr.

42PenzlRevolut.-Trib. Miesbach 3 J. Zuchthaus

43BergmaierRevolut.-Trib. Miesbach 3 J. Zuchthaus

44ErtlRevolut.-Trib. Miesbach }

45 RassRevolut.-Trib. Miesbach }

46 Gruber Revolut.-Trib. Miesbach }

47Griesbeck Revolut.-Trib. Miesbach } je 1 J. 3 M. bis 2. J. Festung

48 ZimmermannRevolut.-Trib. Miesbach }

49 PrillerRevolut.-Trib. Miesbach }

50WaizmannRevolut.-Trib. Miesbach }

51 StohwasserRevolut.-Trib. Miesbach }

52R. SteuerUntersuchungsführer b. Rev.-Gericht, Kempten 1 J. 3 M. Fest.

53 J. MiglitschSicherheitsdienst d. A.- u. S.-Räte 1 J. 3 M. Fest.

54Ch. RaitbergerPropagandist 6 M. Festung

55 LichtenbauerRotgardist (Kempten) 2 J. Gefängnis

56 Jos. ZäunerArbeiterrat (Ingolstadt) 1 J. 3. Mon. Gef.

57 EllenbeckEntwaffnung von Schutzleuten 3 J. Festung

58 Hehret Entwaffnung von Schutzleuten 2-1/2 J. Festung

59Hans KainPropagandist (Starnberg) 6 J. Festung

60 Hans SeffertPolit. Leiter (Starnberg) 3 J. Festung

Gesamtstrafe: 204 Jahre, 2 Monate Einsperrung

Demnach sind gegen die Anhänger der bayrischen Räterepublik Strafen von insgesamt 616 Jahren Einsperrung verhängt worden. Gegen die Anhänger des Kapp-Putsches 5 Jahre Einsperrung. Dabei ist noch zu beachten, daß die bayrischen Zahlen unvollständig, die Kapp-Zahlen vollständig sind.

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