Der Sohn. (continued 2)
Reading edition
Dann gingen sie dicht nebeneinander und redeten kein Wort und fühlten nur, wie eines das andere in liebevolle und sorgliche Gedanken hüllte. Und es herrschte in beiden eine seltsame Klarheit.
„Ich habe ihn noch nicht gewonnen,“ dachte die Mutter. „Und es wird mir auch nicht gelingen, wenn ich nicht immer aufs neue mich selbst bekämpfe und mich in ihn hinein zu fühlen suche. Und vielleicht gelingt es mir auch dann nicht, denn er ist ein seltsames Menschenkind … Vielleicht auch kommen die beiden nie zusammen … Aber diese Stunde kann er nie vergessen, das las ich in seinen Augen. Nie mehr werden wir uns ganz verlieren.“
Peter aber hat das Gefühl, als müsse er der kleinen Mutter an seiner Seite emporhelfen, sie tragen und stützen. Er weiß, trotz ihrer Versicherung, mit schmerzlicher Gewißheit, daß sie nicht immer zu ihm stehen wird. Er weiß, daß ihre Seele wieder und wieder versinken wird im Alltag, aber er weiß auch, daß sie zu Zeiten ihre Flügel spürt und ausbreitet …
Es kann auch so schön werden …