Vorwort.
Reading edition
Ich gebe hier den ersten Band der Beschreibung meiner Reise in das Morgenland, welcher freilich gerade da zu erzählen aufhört, wo der Weg nach dem eigentlichen Ziele meiner diesmaligen Wandrung seinen Anfang nahm. Möge daher die Gedult des Lesers nicht ermüden, wenn ich ihn, nothgedrungen, zuerst in diesem Bande durch jenes unfruchtbarere Dickig der vorbereitenden Wege und Schwierigkeiten führe, durch welches ich selber hindurch mußte, um auf das freie Feld der größesten Thaten und Geschichten unsres Geschlechts hinaus zu kommen. Freilich war durch die Beschaffenheit des Bodens, über welchen dieses erste Drittel der Reise seinen Gang nahm, die Aussicht nach dem hehren Endziel noch sehr gehemmt, doch brach auch da schon zuweilen ein Strahl in das Dunkel herein, der zum Weitergehen Freudigkeit und Kraft gab.
Der zweite Theil, welcher durch die Stätte des Reiches der Memphiten und durch die Wüsten des Sinai und des Hor nach dem gelobten Lande führen soll, wird dem ersten sehr bald, dem zweiten dann der dritte und letzte in möglichst kurzer Zeit nachfolgen. In diesen beiden folgenden Bänden werde ich namentlich die naturwissenschaftlichen Bemerkungen auf den ungleich engeren Raum der Notenschrift verweisen.
Jenen Lesern, welche ihrem Auge die Lust der unmittelbaren Anschauung mancher in meiner Reise berührten Gegenden verschaffen können und wollen, darf ich die lithographirten Abbildungen empfehlen, welche mein Reisegefährte, Herr Maler Bernatz, durch die Steinkopf'sche Buchhandlung zu Stuttgart öffentlich mitgetheilt hat. Ich kann versichern, daß diese Abbildungen wenigstens treu und wahr sind, während so viele andre Bilder von Gegenden und Orten des gelobten Landes, welche in diesem Augenblick verbreitet werden, entweder ganz erdichtet, oder doch durch ein diesen Gegenständen fremdes, blendendes Gewand entstellt sind.
München am 21ten August 1838.
Der Verf.