Drittes Kapitel. Steine, Erden und Verwandtes. (continued 2)
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λιθος σπεκλαρου der Griechen. Herodot III. 17. erwähnt: die äthiopischen Völker stellen ihre einbalsamirten Leichen unter ein Gehäuse von ὑαλος (Glas), das man bey ihnen in Menge und sehr schön gräbt;—dieses hyalos (Glas) wird wahrscheinlich Fraueneis gewesen seyn, doch war diess wohl nicht der wissenschaftliche Name.
lapis specularis der Römer, aber nur die weisse Art gehört hierher, die schwarze wird russisches Glas gewesen seyn; selenites war Fasergyps;—lapis specularis im Mittelalter, auch lapis arabicus, auch gypsum, den man auch zu Fenstern brauchte.
pierre speculaire, selenite im Französischen;—piedra espejuelo im Spanischen;—scajola, selenite im Italienischen;—selenite, spar, icing glas im Englischen;—spegelsten, selenit, gyps cristaller im Schwedischen;—spar, sperglas, unser frawn Eyss im Altteutschen;—ipsos spat im Walachischen.
selenit im Russischen;—sklo kamienne im Polnischen;—satrowec lupenaty im Böhmischen;—tükörkö im Magyarischen.
E. Strahl- und Fasergyps.
Der Gyps erscheint häufig ausgezeichnet strahlig und fasrig; der Fasergyps ist zuweilen so fein und hart, dass er zu Schmuckgegenständen, vorzüglich zu grossen Perlen für Halsbänder u.s.w. verarbeitet wird, die einen eigenthümlichen, schönen, wandelnden Lichtschein geben, wie das Katzenauge (Faserquarz), solche Sachen werden viel in China, auch in England gemacht. Dieses ausgezeichnete Schillern scheint im Alterthume vorzüglich die Aufmerksamkeit erweckt zu haben.
chy-kao, dshugan im Chinesischen.
hagiar alchamar im Arabischen, kann hierher gehören;—aphrus lainum im Syrischen, übersetzt mit talcum lapis ist offenbar das αφροσσεληνος der Griechen, welche ihr Wort wahrscheinlich aus der semitischen Sprache entlehnten.
σελενιτης, αφροσεληνος der Griechen; Dioscorides sagt: er stellt das Bild des Mondes dar (schillert), ist weiss, durchscheinend, leicht, wird in Arabien gefunden. Galen sagt: der aphroselenites kommt aus Aegypten; göttlicher Thau in die Helligkeit des Mondes gesetzt, coagulirt sich zu diesem Stein, der dem Specularstein ähnlich ist, daher auch der Name.
selenites, aphroselenites der Römer. Der Name selenites ging in das neuere Latein über, womit man den Gypsspath, auch die ganze Gattung Gyps bezeichnete, kam so auch in die neuern Sprachen.
fibrous gyps im Englischen;—gypse fibreux im Französischen;—stralgips im Schwedischen;—gyantokö szalas im Magyarischen;—sadrowec wlaknowity im Czechischen.
§. 8. Baryt-Gruppe.
A. Schwefelsaurer Baryt, Schwerspath.
Der schwefelsaure Baryt ist ein häufiges Fossil in den Erzgängen, es zeichnet sich aus durch grosse Schwere, blättrige Structur und schöne Krystalle, die aber nicht geschliffen werden können, auch giebt es derbe, strahlige, fasrige und körnige Abänderungen. Der teutsche Bergmann kannte das Fossil stets, nannte es schwerer Spath, bey den Mineralogen hiess es gypsum ponderosum, marmor metallicum. Da fand der Chemiker Bergmann (um 1780), dass dieses Gestein eine eigenthümliche Erde enthalte, die er Baryt (von βαρος, schwer) nannte, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache aller Völker überging.
Aller Schwerspath phosphorescirt, leuchtet, wenn er erhitzt wird, in besonders hohem Grade ist diess der Fall bey Schwerspathknollen, die sich bey Bologna im Thon finden, was 1630 durch Vincent Cascarialo gefunden wurde; seit der Zeit kennt man diess Fossil als lapis illuminabilis und lucifer, pietra de Bologna, Bologneser Spath, phosphor de Bologne, phosphorus bononiensis.
In den Gewerben findet der Schwerspath manche Anwendung, zu Pastellstiften, weisser Farbe u.s.w.
Die Chinesen brauchen ihn zur Porzellanfabrikation, nennen ihn chekao.
Das Alterthum mag ihn gekannt haben, wir wissen aber nicht unter welchem Namen.
barytes im Englischen; beym Bergmanne heisst besonders der dichte: caulc, kauck, chaulk;—baryte, spath pesant im Französischen;—espajo pesanto im Spanischen;—baryte, barote im Italienischen;—barit, lysesten, tungspath (verschieden von tungsten, d.i. Schelerz) im Schwedischen.
tàscheloi schpat im Russischen;—siarkan baryty im Polnischen;—merotec im Czechischen;—nehez im Magyarischen.
B. Witherit.
Kohlensaure Baryterde, die nicht häufig, besonders in England, auch an einigen andern Punkten vorkommt. Sie ist ein starkes Gift, und schon lange wurde das Fossil als Rattengift in England gebraucht und Ratzenstein genannt. Der englische Chemiker Dr. Withering in Birmingham ermittelte zuerst (1784) die wahren chemischen Bestandteile, worauf ihm Werner den Namen Witherit gab, der in die wissenschaftliche Sprache überging. Das Alterthum und der Orient haben ihn schwerlich gekannt.
§. 9. Strontian-Gruppe.
A. Strontianit.
Dem Schwerspathe in mancher Hinsicht ähnlich, chemisch ganz verschieden, aus Kohlensäure und einer eigenthümlichen Erde—der Strontianerde—bestehend, wie besonders durch Klaproth dargelegt wurde. Wurde zuerst bekannt aus den Gängen von Strontian in Schottland, weshalb Sulzer und Werner (1791) ihm den Namen Strontianit gaben, der in die wissenschaftliche Sprache aller Völker überging, neben welchem auch die chemische Bezeichnung sehr üblich ist: schwefelsaurer Strontian, sulfate of Strontian, Strontiane sulfaté u.s.w.
B. Zölestin.
Der Zölestin ist schwefelsaurer Strontian, hat manche Analogie mit Gyps, zeigt sich krystallisirt fasrig und derb, kommt an vielen Punkten, aber nicht häufig vor; der krystallinische wurde für Schwerspath, der fasrige für Gyps gehalten. Der Chemiker Clayfield fand zuerst, dass die Krystalle von Bristol, und Klaproth (1797), dass der blaue sogenannte Fasergyps aus schwefelsaurem Strontian beständen, wegen der meist himmelblauen Farbe wurde ihm der Name Zoelestin gegeben, den Werner in sein System aufnahm, der in die wissenschaftliche Sprache überging, doch braucht man meist den chemischen Namen: schwefelsaurer Strontian, strontiane sulfaté, sulfate of Strontian u.s.w.
§. 10. Borax-Gruppe.
A. Borazit.
Der Borazit ist ein seltenes Fossil, das an wenigen Orten vorkommt, ausgezeichnet in dem Gypse bey Lüneburg. Die dessfalsigen Krystalle waren längst unter dem Namen Würfelstein bekannt; Lasius machte 1787 zuerst durch eine Notiz auf sie aufmerksam, nannte sie kubischer Quarz, dann wurden sie Würfelspath und Sedativspath genannt. Westrumbs entdeckte den Gehalt an Boraxsäure (1788), worauf ihm Werner den Namen Borazit gab (1789), der in alle Sprachen überging, aber häufig bezeichnet man auch das Fossil chemisch, als boraxsaure Kalkerde, Magnesie boraté, borate of magnesia u.s.w.
B. Datolith.
Der Datolith ist ein seltenes Fossil, welches ausgezeichnet in Norwegen vorkommt. Esmark in Schweden gab den Namen, fixirte die Gattung. Klaproth fand als chemische Bestandtheile Kieselerde, Kalkerde und Boraxsäure, man bezeichnet den Datolith auch meist chemisch als chaux boratée silicieuse, siliceous borate of lime u.s.w. Werner nahm ihm 1807 in das Mineralsystem auf.