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Café

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Die Zartheit einer Frau, gelb glimmt der Puder, Ihr Kleid erregt sich sommergelb (Wir wollen nächstens, Nekromanten, Kornduft in facettierte Parfumgläser einfangen!) — Die schmale Frau begnadet das Café. Gotische Spitzen, ein Filigrangewirr von Notre Dame, Übertändeln die Fesseln; Der schwarze Hut taumelt ein bißchen seitwärts — schräg zum Marmorschwarz. Eine Gondel ondulierten blonden Goldes schwebt das Haar. Madames Kniee knicken —: sie sitzt; Und nun ziehn die Muscheln ihrer Fingernägel Zwei, drei Weihwasserwellen Von den Brüsten bis zu den Hüften; Dann arrangiert Madame ihren Popo. Sie ist die edelste der Frauen und nicht lyrisch; Sie ist auch gar nicht jung und hat in manchem Schlafwagen geträumt. Sich in grün rollende Fischaugenkugeln versenken und nur vermuten dürfen, ist fast ihr Glück — Ist ein Glück, so maßlos, Daß der köstliche Atem der Welt Für sie innehält, Und dann losbricht, Weststurm auf bretonischem Felsen; Eine Silhouette herrscht über das Meer: Höflichen Gischt, weißen Tribut, schleudern die Wogen zum Herrscher. Oder wie wenn, nachts, dem belgischen D-Zug (Der Kondukteur entstieg der galantesten Operette) Von der anderen Weltseite ein D-Zug entgegenzüngelt, Und die beiden Schlangen verstricken sich ein paar böse Sekunden, Und aus ihren Lokomotivköpfen Brüllt ein zischendes Pfeifen, Taumeldumpf hingezogen, Weh gedehnt, Irr in der Nacht, Das präzise Heulsignal zum letzten Geisterkampfe, Ein violetter Schleierfetzen im Nebel, Ein bös gestreckter Raucharm, Wegweiser er in keuchende Wege, — Eine eiserne Klagemusik, Die im Nebel verrostet, Im feuchten, rostigen Nebel, — Das Stöhnen zweier Seelen, Die, sich ahnend, einander vorbeibluten, — Das hehre Maschinenkeuchen der Hölle, Ein langes, banges Röcheln, Schrill —: Aus der Tiefe die Litanei Der Lokomotiven. Oh, Madame, da wurden Sie glücklich Auf der straffen Walstatt des wagon-lit, Auf dieser weißen Ebene der Geisterschlachten! Durch den Puderschmelz ebbt eine Zärtlichkeit, Die opalenen Halbmonde Ihrer Fingernägel Verfinstern die korngelben Halbmonde Ihrer Augenbrauen, Und Sie denken, erschauernd, all der rapiden Entweihungen Ihrer Mysterien.

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