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Gott betet

VIII

Reading edition

Noch einmal will ich zu Dir beten, geliebter Mensch. Damit Du nie verlernst, was Du heute wußtest: daß ich Dich bis zum Abgrund liebe, und vom Abgrund bis zur Sonne.

Daß ich Dein stilles Menschenantlitz grüße, weil es wie mein eignes wurde.

Ich konnte Dich nur formen nach meinem Ebenbild. Nur dieses Gefäß ist mir wahr.

Mein Werk mußte werden wie ich selbst, weil auch die Hände nur ihr Gesicht wieder bilden können.

Ein Kreis ist des Menschen Sein und Gesinnung.

Darum verdirbt, der nicht zur Ausgangsstelle zurückfindet.

Darum lügt, dessen Hand nicht formt nach ihrem Munde.

Darum stirbt, der sich nicht zum heiligen Kreis biegen kann.

Du aber, lieber Unendlicher, wirst mir leben.

Um Deinetwillen muß ich die Menschheit lieben. Wie ich sie lieben mußte, als ich noch auf Dich hoffte.

Du sollst mein Herr sein. Du sollst Gottes Hand führen.

Wie Du sie gefühlt hast.

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