Widmung.
Reading edition
Mein grünes Bergland, sei gegrüsst! Einst wollt' ich Dich besingen, Doch weil man selten Verse liest, Da sanken mir die Schwingen. Was ich für Dich und mich erhofft, Wer mag darnach noch fragen, Man übernimmt sich leider oft In seinen jungen Tagen. Schlicht, bündig, ohne Gleiss und Glanz, So find'st Du Dich beschrieben, Vergieb, mein Bergland, wenn ich ganz Prosaisch bin geblieben. Der Schenken und der Wege viel Stehn hier in schlichter Prosa, Es fehlt auch kein Touristenziel Von Peterswald bis Sosa. Lass Dir das heut Genüge sein, Was braucht es Verseplunder! – Sie leuchten hell im Sonnenschein, Mein Bergland, Deine Wunder. Die Reize, die Dir eigen sind, Die findet jed' ästhetisch- Naturbefliss'nes Menschenkind Am Ende selbst poetisch. Doch ob der fremde Wandersmann All' Deine lust'gen Schenken Und stillen Pfade finden kann? – Das lässt sich eh' bedenken. Drum nimm vorlieb und wenn zu Hauf Touristenschwärme kommen, Nimm sie so lieb und freundlich auf, Wie Du mich aufgenommen. Mein grünes Bergland, sei gegrüsst! Du siehst, ich bin salviret, Wenn man erst wieder Verse liest, Wer weiss, was dann passiret. – Th. G.