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Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung, dritter Band

Note 109 — DREIZEHNTER THEIL BUCH DER ARMUTH

Karl Eugen Neumann translation

Der Schluss der Rede, yo sāro so ṭhassati, ist mit v. 204 der Lieder der Mönche, sāram buddhāna sāsanam, nebst Anmerkung zu vergleichen. — Ein ähnliches Bild S̀āṭyāyanīyopaniṣadante: Ekākṣarapradātāraṃ | yo guruṃ nābhinandati | tasya śrutaṃ tathā jñānaṃ | sravatyāmaghaṭāmbuvat |; ferner Vāsiṣṭhadharmaśāstre VI, 31 f.:

Āmapātre yathā nyastaṃ kṣīraṃ dadhi ghṛtaṃ madhu vinaśyet pātradaurlabhyāt, kṣatapātram rasāśca te: evaṃ gā vā hiraṇyaṃ vā vastram aśvaṃ mahīṃ tilān avidvān pratigṛhṇāno bhasmībhavati kāṣṭhavat.

DE LORENZO weist mit Recht darauf hin, dass HORAZ das selbe, so anschaulich lehrreiche Gleichniss gewählt hat, im berühmten 2. Briefe des 1. Buches. Er schreibt mir: „Il verso

Sincerum est nisi vas, quodcumque infundis acescit allude proprio a vasi di creta; prima di tutto perchè i romani e i greci non adoperavano che tali vasi, e non di metallo, e poi perchè ORAZIO stesso alla fine della medesima epistola spiega ancor meglio il paragone con i versi:

Nunc adbibe puro Pectore verba, puer, nunc te melioribus offer. Quo semel est imbuta recens servabit odorem Testa diu.

I quali versi corrispondono esattamente alla chiusa del discorso 122: »Darum aber mögt ihr mit Liebe mir begegnen und nicht mit Feindschaft; das wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen.«“

Mit Liebe und nicht mit Feindschaft dem Meister begegnen, Gehör leihen u. s. w. hat MAKARIOS getreu nachempfunden, bei FLOSS p. 205: Ου γαρ πιστευειν μονον δει Χριστῳ, αλλα και συμρασχειν αυτῳ: und AGATHON hat auch zugleich Vertrauen schlechthin wie oben S. 236–238 sehr besonnen als Ohnmacht und Unbill erkannt, ib. p. 151: Non est peior altera passio quam fiducia: genetrix est enim omnium passionum; convenit ergo operatio monacho non sumere fiduciam, vel si solus sit in cella.

Die ewige Stille, S. 229 (asāmāyikam akuppam ~ asamayavimokho No. 29 i. f.), ist wohl zumeist von ECKHART beschrieben worden, theils in Paradoxen wie ‚Alle Beweglichkeit ist sterben‘, p. 536, oder ‚Ganze Ruhe ist Freiheit aller Bewegungen‘, 605, theils gegenüber der ‚Unstetigkeit und dem Sturme des Weltenflusses‘, 247, als ‚das Wesen in einer stillen Stillheit‘, 389; ferner als wesentliche Stillheit 668, heimliche Stillheit der Einigkeit 520, Tiefe der Stillheit 517, lautere Stillniss 120, unbewegliche Stillekeit 583, stete Stillheit 600, stille Ewigkeit 375, etc. Vergl. Anmerkung 195.

Zur Bezeichnung Sakker in dieser Rede und Sakyer in der vorhergehenden sei bemerkt, dass die Namen, obwohl an sich identische Denominativa von √śak »vermögen«, insofern leicht differenziert erscheinen, als einige nördlichere Städte und Burgen wie etwa Kapilavatthu oder Devadaham stetig den Sakkern, und wieder andere südlichere wie z. B. Nagarakam oder Metāḷumpam stetig den Sakyern zugesprochen sind. Gotamo nennt seinen Vater Sakko, in der 36. und 85. Rede: er selbst aber wird allgemein Sakyaputto, Sohn der Sakyer, geheißen, so in der 41. Rede etc. Der engere Kreis Sakkos, des stolzen S̀akras’, als der er gegolten, und seiner Sakker, S̀ākrer, mag sich immerhin dem umfassenderen der Sakyer, S̀ākyer, eingeordnet haben, die Linie der Dynastie, der Zweig dem Stamme. Darum also haben auch die nächsten Verwandten Gotamos auf der Urneninschrift um die krystallene Phiole, die sie den Aschenresten ihres erlauchten Bruders gewidmet, sich selber als Sakyer bekannt:

Das ist ein Leichenschrein des Erwachten, Erhabenen: Der Sakyer Stiftung, der Brüder mit Schwestern, mit Kindern und Frauen.

Diesem nüchternen und doch beredten Epitaph ist wohl ferner noch zu entnehmen, dass die Brüder, bez. Halbbrüder Gotamos das Erbe Sakkos gemeinsam angetreten hatten. Zerstörender Habsucht an 2400 Jahre verborgen wurde Urne und Phiole im Januar 1898 aus einem kostbar schützenden Topenhügel bei Piprāvā an der nepālischen Gränze ausgegraben und noch von BÜHLER als das erste historische Sakyer-Dokument erkannt, Journ. Roy. As. Soc. 1898 p. 389, die Inschrift aber erst von PISCHEL im 56. Bande d. Zeitschr. deutsch. morgenländ. Ges. S. 157 f. richtig erklärt. — Der Unfug mit dem S̀akaśākagargādibhyo yañ ist späterer Missverstand, wie die gute alte Theragāthā 533 u. 536 zeigt.

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