DIE TAUBE . . .
Ernst Stadler translation
Die Taube, die den Zweig des Ölbaums hält, Das ist die Jungfrau, die den Frieden bringt der Welt. Das Osterlamm, das man zur Schwelle trägt, Wird einst zum Lamme, das ans Kreuz man schlägt. Nur Stück um Stück wird das Geheimnis offenbar. Der brennende Busch ertönte, ehe Pfingsten war. Vor Noahs Arche schwamm die Kirche auf der Wasserflut, Und Noah schwamm darauf, eh Moses drüber hat geruht; Moses war überm Wasser, ehedenn Sankt Peter war: Von Stund zu Stunde reiner macht das Licht sich offenbar.
DER JÜNGSTE TAG
NEUE DICHTUNGEN
Der Jüngste Tag stellt eine Sammlung von kleineren Werken jüngerer Dichter dar, die als charakteristisch für unsere Zeit und als zukunftweisend zu gelten haben.
Im Jüngsten Tag erscheinen eine Anzahl Erstlingswerke, aber auch neue Dichtungen anerkannter Autoren sollen veröffentlicht werden. Die Dichtungen des „Jüngsten Tages“ sind gleich weit entfernt von lebensfremder Literatenliteratur wie von populärem Kitsch. Aus diesen Werken soll das Lebens- und Weltgefühl unserer Zeit strömen, ihre Entzückungen, Schmerzen, Begeisterungen, Reizsamkeit und Kraft. Menschliche Gefühle werden in knapper Form ausgedrückt und sollen menschliche Gefühle erwecken.
Da das charakteristischste und konzentriertste dichterische Ausdrucksmittel unserer Zeit sich in der Lyrik darstellt, so wird der Jüngste Tag vorwiegend lyrische Werke veröffentlichen, aber auch programmatische und bedeutsame kleine Prosaschriften sollen geboten werden. Nicht nur auf deutsche Dichter soll sich der Jüngste Tag beschränken, sondern auch ausländische Dichtungen sollen zeigen, dass es gewisse Elemente gibt, die der Dichtung aller Länder in unserer Zeit (wie in der bildenden Kunst) gemeinsam sind.
Der Jüngste Tag wird, getreu dem Spiegel seines Wortes, versuchen, alles notwendige zu sammeln, das ihm aus der Stärke des Zeitlichen heraus, ewiges Dasein verspricht. Dies Unternehmen soll nicht mehr an der Gebundenheit von Zeitschriften leiden. So soll der Jüngste Tag mehr als ein Buch sein und weniger als eine Bücherei.
Jeder Beitrag erscheint einzeln als gesondertes Heft zum Preise von 80 Pfennig geheftet, M 1.50 gebunden.
Der Jüngste Tag wird auch im Abonnement geliefert und zwar als Serien von je 6 Heften. Der Abonnements-Preis beträgt M 4.20 für die broschierte, M 7.80 für die gebundene Ausgabe. Jede bessere Buchhandlung nimmt Abonnements entgegen. Für diejenigen, die die Hefte lieber in einem gebundenen Bande vereinen wollen, wird eine Einbanddecke zum Preise von M 1.50 für jede Serie geliefert.
KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG
Im Sommer 1913 erschienen:
FRANZ WERFEL: Die Versuchung • Ein Gespräch
WALTER HASENCLEVER: Das unendliche Gespräch • Eine nächtliche Szene
FRANZ KAFKA: Der Heizer • Eine Erzählung
FERDINAND HARDEKOPF: Der Abend • Ein Dialog
EMMY HENNINGS: Die letzte Freude • Gedichte
CARL EHRENSTEIN: Klagen eines Knaben • Skizzen
Im Herbst 1913 folgten:
GEORG TRAKL: Gedichte (Doppelheft)
FRANCIS JAMMES: Die Gebete der Demut • Gedichte
MAURICE BARRÈS: Der Mord an der Jungfrau
BERTHOLD VIERTEL: Die Spur • Gedichte
OTTOKAR BŘEZINA: Hymnen
Eine Bestellkarte liegt bei!
KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG
Pressestimmen über die sechs ersten Hefte des „JÜNGSTEN TAGES“
Professor Witkowski: „Ein neues verheißungsvolles Unternehmen. Der Gesamteindruck ist der einer kultivierten, nach starkem Leben verlangenden Dichterjugend.“
Zeitschrift für Bücherfreunde: „. . . am höchsten steht das Gespräch „Die Versuchung“ von Franz Werfel. Der Dichter zwischen Satan und Erzengel, ein nach außen gestelltes Innenbild der kämpfenden Wonnen, der Versuchungen und der seligen Erkenntnisse des Dichters von heute. Das ist wirklich ‚Jüngster Tag‘ . . .“
Die neue Rundschau: „Die Unmittelbarkeit, mit der Kafka statt der Realität die ihm eigentümliche Formsprache setzt, macht ihn der expressionistischen Richtung heutiger Malerei verwandt. Als er seine neue Novelle „Der Heizer“ schrieb, die in Amerika spielt, wollte er nichts von Amerika hören, obwohl er nie dort gewesen ist. Er schrieb das Amerika seines Kopfes, in dem die Freiheitsstatue keine Fackel, sondern ein Schwert trägt, weil dies besser in den Satz paßt. — Ich glaube, Walser hätte es ebenso gemacht.“
Berliner Börsen-Courier: „. . . So schafft der Dichter Carl Ehrenstein eine beziehungsreiche, an Klängen schon entzündete Kunst der bis zum Paradoxen verwickelten Urschmerzen. Seine Klagen werden hingesprochen wie Träume (immer denkt und glaubt man daran) zu erzählen sind. Und am Ende dieser wirklichen Gedichte in Prosa ist einem, als habe man eine weite Reise gemacht. Wir lieben dieses Buch . . . Es gibt Klänge, die das Herz zittern machen.“
Königsberger Hartungsche Zeitung: „Emmy Hennings schafft unmittelbar aus ihren seelischen Evolutionen heraus und das gibt ihren Versen jene faszinierende Unmittelbarkeit, der sich keiner entziehen kann. Ihr Vortrag ist still und ohne Prätention. Aber im Innern dieser leicht hingesagten Strophen fühlt man das Leben pulsen.“
KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG
ARKADIA
EIN JAHRBUCH FÜR DICHTKUNST
HERAUSGEGEBEN VON MAX BROD BUCHAUSSTATTUNG VON E. R. WEISS
Geheftet M 4.50 • Gebunden M 6.—
INHALT:
DRAMATISCHES: Robert Walser, Tobold / Franz Werfel, Das Opfer / Franz Blei, Der Mäcen. EPISCHES: Franz Kafka, Das Urteil / Otto Stoessl, Aus der Villa Obweger / Moritz Heimann, Ein Begräbnis im November / Max Mell, Jugendgeschichte Zeno Balderonis von Jeruditz / Oskar Baum, Der Antrag / Willy Speier, Christus in den Weizenfeldern / Martin Beradt, Der Neurastheniker / Max Brod, Notwehr / Alfred Wolfenstein, Dika / Hans Janowitz, Ein Ausbruch / Hans Janowitz, Szene der Erfüllung / Kurt Tucholsky, Kindertheater / Heinrich Eduard Jacob, Fremder Schläfer im Kupee / Robert Walser, Zwei Aufsätze: Rinaldini — Lenau. LYRISCHES: Franz Blei, Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / Robert Walser, Handharfe am Tage / Max Brod, Vier Gedichte / Heinrich Lautensack, Beichte / Otto Pick, Gedichte / Franz Janowitz, Gedichte.
KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG
GEORG HEYM
DER EWIGE TAG
Zweite Auflage
Geheftet M 3.— • Halbpergamentband M 4.—
Herbert Eulenberg in der B. Z. am Mittag: Es ist der bedeutendste unter den wenigen von unsern jungen Lyrikern, die überhaupt heute in Frage kommen. — Er hat die empfindlichsten Nerven und Sinne, die ein Dichter haben muß.
Frankfurter Zeitung: Welch ein Anschauen, welche Leidenschaft bildlicher Gestaltung! Ewige Helligkeit, unbarmherziges Licht breitet er über jede Erscheinung der Wirklichkeit u. der Träume, über Leben u. Sterben, Schrecken und Beruhigung. Georg Heym war ein Dichter. Es gibt in der deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
UMBRA VITAE
GEDICHTE AUS DEM NACHLASS
Zweite Auflage
Geheftet M 3.— • Halbpergamentband M 4.—
Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung: Bei all dem ganz Besonderen, dem schier Unerhörten, das er in den feinsten Gefühl- und Vorstellungsnüancen ausdrücken will, zeigt der rasch Gereifte eine ungewöhnliche Beherrschtheit der Ausdrucksmittel. Wir haben viel in Georg Heym, dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
DER DIEB
EIN NOVELLENBUCH
Geheftet M 3.— • Gebunden M 4.—
Leipziger Tageblatt: . . . Novellen, in denen auf engstem Raume alle Qual der Menschheit von der kindlichen Verzweiflung erster Enttäuschung bis zu Hunger, Entartung, Wahnsinn, Krankheit und Tod mit einer unheimlichen Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt erscheint.
KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG
FRANZ WERFEL • WIR SIND
NEUE GEDICHTE
In vorzüglicher Ausstattung. Druck der Offizin W. Drugulin
Geheftet M 3.— • Gebunden M 4.50
Vorzugsausgabe 15 numerierte, vom Autor signierte Exemplare auf schwerem Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.—
Frankfurter Zeitung: . . . ein ganz großer Dichter, mit allem Ernste sei das gesagt.
Neue Rundschau: . . . Whitmans kosmische Liebe und Goethes unersättliche Lust zu fühlen hat sich Werfel durch das Recht der Wiedergeburt zu eigen gemacht.
ELSE LASKER-SCHÜLER
GESICHTE. Essays u. and. Geschichten
Geheftet M 4.— • Gebunden M 5.—
INHALT:
Sterndeuterei / Handschrift / Johann Hansen und Ingeborg Coldstrup / Künstler / In der Morgenfrühe / Elberfeld im dreihundertjährigen Jubiläumsschmuck / Arme Kinder reicher Leute / Am Kurfürstendamm / Die beiden weißen Bänke vom Kurfürstendamm / Die Odenwaldschule / Lasker-Schüler kontra B. und Genossen / Coranna / Die schwere Stunde / Peter Hille / Karl Kraus / Loos / Oskar Kokoschka / Peter Baum / Franz Werfel / S. Lublinski / Paul Leppin / Richard Dehmel / Max Brod / Alfred Kerr / Bei Guy de Maupassant / Albert Heine / Karl Vogt / Paul Lindau / Bei Julius Lieban / Friedrich von Schennis / Tilla Durieux / Paul Zech / Rudolf Blümner / William Wauer / Wauer-Walden via München und so weiter / Emmy Destinn / Franziska Schultz / Kete Parsenow / Ruth / Unser Café / Marie Böhm / Der Alpenkönig und der Menschenfeind / Egon Adler / Ein Amen / Wenn mein Herz gesund wär — / Der Eisenbahnräuber / Im neopathetischen Kabarett / Kabarett Nachtlicht, Wien / Apollotheater / Tigerin, Affe und Kuckuck / Im Zirkus / Zirkuspferde / Zirkus Busch.
KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG
MAX DAUTHENDEY
RELIQUIEN
Gedichte — Buchausstattung von E. R. WEISS
Geheftet M 2.50 • Dritte Auflage • Gebunden M 4.—
Das Literarische Echo: Die „Reliquien“ beweisen die ganze starke, eigenartige Begabung des Dichters, seine sinnliche, farbige Sprache, seine schöpferische Kraft. Reif und schön glänzt es, inbrünstige Liebeslieder und Gedichte von jenen unheimlichen, mystischen Stimmungen, die Rilke mit soviel prunkender Spielerei zu erzwingen sucht, die Dauthendey aber in großer, fast starrer Einfachheit zeichnet. Sein Hauptthema bleibt immer die Liebe und die Freude an der Schönheit der Welt; die Lebenslust ist die typische Eigenart seiner Schöpfungen.
SINGSANGBUCH
LIEBESLIEDER
Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe / Zweite Auflage Einbandzeichnung von E. R. WEISS
Geheftet M 2.— • Gebunden M 3.50
Berliner Tageblatt: Hier könnte ich wirklich jedes Gedicht herausgreifen, um die Fülle eines schaffens-, liebes- und lebensfrohen Gemüts, einer unermüdlichen, unerschöpflichen Phantasie anzudeuten.
Ernst Lissauer: Da glänzt eine Heiterkeit, die an die lichte Liebenswürdigkeit fränkischer Landschaften mahnt, Weinduft ist darin.
DIE AMMENBALLADE
Acht Liebesabenteuer gedichtet von acht Ammen
NEUN PARISER MORITATEN
Vom Dichter neu durchgesehene Ausgabe
Geheftet M 2.— • Zweite Auflage • Gebunden M 3.50
Das Literarische Echo: Vorzügliche Karikaturen, grellbunte Spiegelbilder des Lebens auf einem ernsten dunklen Hintergrund.
KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG