ERSTES BUCH. DIE BAUMWOLLPFLÜCKER (continued 2)
Reading edition
Und hätte ich etwas von meinem Fund gesagt, so hätte das eine Unmenge Fragen verursacht, Hin- und Herlaufen und wer weiß was noch. Dabei wäre ich gar nicht mehr zur rechten Zeit zum Camp gekommen.
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Nachdem der Driller von seinem Urlaub zurückgekehrt war, wurde ich ausbezahlt und fuhr mit einem Lastwagen, der Öl zu holen hatte, zur Station, von der ich nach Dolores Hidalgo reiste. Von dort aus fuhr ich ohne viel Aufenthalt glatt durch bis zur nächsten größeren Stadt, so daß ich schon in wenigen Tagen in Guatemala sein konnte, vorausgesetzt, daß ich meinen Plan nicht wieder einmal änderte.

In der Stadt wollte ich erst einmal herumhören, was im Süden los sei, was hinter den Gerüchten von den neuen Ölfeldern und den Arbeitsmöglichkeiten überhaupt zu suchen sei, und ob ich nicht besser vielleicht einen windigen Segelkasten ergattern und auf Argentinien los gehen sollte. Aber von dort kamen mir auch wieder zu viele herauf, die wahre Schauergeschichten von der furchtbaren Epidemie Arbeitslosigkeit berichteten. Achtzigtausend lagen in Buenos Aires auf der Straße und suchten eine Gelegenheit, fortzukommen. Aber schlimmer als in Mexiko konnte es ja dort auf keinen Fall sein.
Ich setzte mich auf eine Bank im Park. Ich ließ mir die Stiefel putzen, trank ein Glas Eiswasser, und als ich mich von diesen Beschäftigungen gerade so recht ungestört, zufrieden mit mir und der Welt, ausruhen will, sehe ich, daß auf der Bank, der meinen gegenüber, ein Bekannter sitzt.
Es ist Antonio.
Ich gehe ’rüber zu ihm und sage: „Hallo, Antonio, guten Tag, was machen Sie denn hier?“
Wir gaben uns die Hand. Er war sehr erfreut, mich zu sehen. Ich setzte mich neben ihn und sagte ihm, daß ich auf der Suche nach Arbeit sei.
„Das ist gut“, sagte er. „Ich arbeite seit zwei Wochen in einer Bäckerei, Brot- und Kuchenbäckerei. Da können Sie gleich heute anfangen als Bäcker. Wir suchen gerade einen Gehilfen. Sie haben doch schon als Bäcker gearbeitet, nicht wahr?“
„Nein,“ erwiderte ich, „ich habe zwar schon in hundert verschiedenen Berufen gearbeitet, sogar schon als Kameltreiber – und das ist eine gottverfluchte Beschäftigung –, aber bis zu einem Bäcker habe ich es noch nicht gebracht.“
„Das ist ausgezeichnet, dann können Sie anfangen,“ sagte Antonio darauf. „Wenn Sie nämlich Bäcker wirklich wären oder etwas vom Backen verstünden, dann wäre nichts zu machen. Der Inhaber ist ein Franzose, er hat keine Ahnung vom Backen; wenn Sie ihm erzählen, in ein Brot gehöre Pfeffer hinein, das glaubt er Ihnen. Der wird Sie natürlich fragen, ob Sie Bäcker seien. Da müssen Sie ganz dreist sagen, das sei Ihr Beruf, seitdem Sie nicht mehr in die Schule gingen. Der Meister ist ein Däne, ein entlaufener Schiffskoch. Er versteht auch nichts vom Backen. Seine größte Sorge ist nun, daß ein richtiger Bäcker dort anfangen könnte, einer, der das Backen wirklich versteht. Dann wäre es natürlich mit der Meisterherrlichkeit des Dänen gleich aus, denn ein richtiger Bäcker würde doch nach zehn Minuten sehen, was los ist. Wenn Sie nun der Meister fragt, müssen Sie gerade das Gegenteil sagen von dem, was Sie zu dem Inhaber sagen. Zum Meister müssen Sie sagen, es sei das erstemal in Ihrem Leben, daß Sie in einer Backstube stehen. Dann nimmt er Sie sofort an, und Sie sind sein Freund.“
„Das kann ich ja gut machen. Als Bäcker wollte ich schon immer mal arbeiten,“ sagte ich, „man kann dann, wenn man mal in der Verlegenheit ist, die Bäcker alle so schön mitnehmen und stoßen. Dann hört die Sorge um das tägliche Brot auf, und man hält es leichter aus. Also, wird gemacht. Was ist denn der Lohn?“
„Ein Peso und fünfundzwanzig Centavos.“
„Nackt?“
„Ach wo, mit Essen und Schlafen. Seife haben wir auch frei. Sie kommen weiter damit als beim Baumwollpflücken, das kann ich Ihnen ganz gewiß sagen.“
„Wie ist denn das Essen? Gut?“
„Ach, es ist nicht gerade schlecht, es ist –“
„Weiß schon Bescheid.“
„Aber man wird immer satt.“
„Kenne die Magenkneter zur Genüge.“
Antonio lachte und nickte. Er drehte sich eine Zigarette, bot mir Tabak und Maisblatt an und sagte nach einer Weile: „Unter uns gesagt, das mit dem Essen ist auszuhalten. Hier wird in den Bäckereien und Konditoreien mit Eiern und Zucker gewirtschaftet, daß es eine wahre Freude ist. Na und sehen Sie, da kommt es auf so ein Dutzend Eier auf den Mann nicht an. Da sind rasch drei Eier in die Tasse geschlagen, mit Zucker verrührt, und da hilft man der Kost nach. Das macht man in der Nacht und am Vormittag so vier- oder fünfmal, dann können Sie schon gut zurechtkommen.“
„Wie lange arbeitet ihr denn?“
„Das ist verschieden, manchmal fangen wir schon um zehn Uhr abends an und arbeiten dann durch bis eins, zwei oder drei Uhr nachmittags. Manchmal wird es auch fünf.“
„Das wären dann also fünfzehn bis neunzehn Stunden täglich?“
„So ungefähr. Aber nicht immer, manchmal, besonders Dienstags und Donnerstags, fangen wir auch erst um zwölf an.“
„Verlockend ist es ja nun gerade nicht“, sagte ich.
„Aber man kann ja so lange dort arbeiten, bis man etwas Besseres findet.“
„Natürlich! Wenn der Tag sechsunddreißig Stunden hätte, würde man ja auch Zeit finden, sich nach andrer Arbeit umsehen zu können. Aber so! Immerhin, ich werde anfangen.“
Der Gedanke, daß ich von nun an mit einem Raubmörder Tag und Nacht zusammenarbeiten, mit ihm aus derselben Schüssel essen, mit ihm vielleicht gar im selben Bett schlafen sollte, der Gedanke kam mir gar nicht. Entweder war ich moralisch schon so tief gesunken, daß ich für solche Feinheiten der Zivilisation das Empfinden verloren hatte, oder aber ich war so weit über meine Zeit hinausgewachsen und über die herrschende Sitte erhaben, daß ich jede menschliche Handlung verstand, daß ich mir weder das Recht anmaßte, jemand zu verurteilen, noch mir die billige Sentimentalität einflößte, jemand zu bemitleiden. Denn Mitleid ist auch eine Verurteilung, wenn auch eine uneingestandene, wenn auch eine unbewußte. Und vielleicht ein Gefühl des Schauderns vor Antonio, Abscheu, seine Hand zu schütteln? Es laufen so viele Raubmörder herum, wirkliche und moralische, mit Brillanten an den Fingern und einer dicken Perle in der Halsbinde oder goldenen Sternen auf den Achseln, denen jeder Ehrenmann die Hand drückt und sich dabei noch geehrt fühlt. Jede Klasse hat ihre Raubmörder. Die der meinen werden gehenkt; diejenigen, die nicht meiner Klasse angehören, werden bei Mr. Präsident zum Ball eingeladen und dürfen auf die Sittenlosigkeit und Roheit, die in meiner Klasse herrscht, schimpfen.
Zu solchen Gedanken verwildert man und sinkt man hinab in den Morast und zwischen den Abschaum der Menschheit, wenn man um Brotrinden kämpfen muß.
Aber aus diesem Strudel törichter und verrückter Gedanken, die mir das Blut zu Kopfe jagten, riß mich plötzlich Antonio mit der Frage:
„Wissen Sie, Gale, wer noch hier in der Stadt ist?“
„Nein! Wie kann ich das auch wissen, ich bin ja gestern abend erst angekommen.“
„Sam Woe, der Chinese.“
„Was tut denn der hier? Hat der hier auch Arbeit gefunden?“
„Aber nein! Er hat uns doch damals schon immer erzählt von seiner Speisewirtschaft, die er aufmachen wollte.“
„Und hat er eine aufgemacht?“
„Natürlich! Das können Sie sich doch denken. Was sich so ein Chinc einmal vornimmt, das tut er auch. Er hat das Geschäft mit einem Landsmann in Kompanie.“
„Ja, lieber Antonio, wir haben halt nicht die geschäftliche Ader, die zu solchen Dingen notwendig ist. Ich glaube sicher, wenn ich ein solches Geschäft gründete, würden sofort alle Leute ohne Magen geboren, nur damit ich ja nicht etwa auf einen grünen Zweig komme.“
„Das kann schon möglich sein“, lachte Antonio. „Geht mir gerade ebenso. Ich habe schon einen Zigarettenstand gehabt, schon einen Zuckerwarentisch, habe schon Eiswasser herumgeschleppt und wer weiß was nicht sonst noch alles versucht. Mir hat selten jemand etwas abgekauft. Ich habe immer elendiglich Pleite gemacht.“
„Ich glaube, die Ursache ist eben,“ erwiderte ich, „wir können die Leute nicht genügend anschwindeln. Und schwindeln muß man können, wenn man Geschäfte machen will. Aber gründlich.“
„Wir könnten eigentlich mal hingehen zu Sam. Der wird sich auch freuen, Sie zu sehen. Ich esse ab und zu ganz gern mal draußen irgendwo. Zur Abwechslung, sehen Sie. Jeden Tag denselben langweiligen Fraß, das wird einem auch über.“
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Wir machten uns also auf den Weg in das Gelbe Viertel, wo die Chinesen alle wohnten, wo sie ihre Geschäfte und ihre Restaurants haben. Nur wenige hatten ihre Läden in andern Stadtvierteln. Sie hocken am liebsten immer zusammen.

Sam war wirklich hoch erfreut, mich zu sehen. Er drückte mir immer wieder die Hand, lachte und schwatzte drauflos, lud uns zum Niedersetzen ein, und wir bestellten unser Essen.
Die chinesischen Speisewirtschaften sind alle über einen Kamm geschoren. Einfache viereckige Holztische, manchmal nur drei, an jedem Tisch drei oder vier Stühle. Wegen der Menge der Speisen, die man erhält, können bestenfalls drei sehr verträgliche Gäste gleichzeitig an einem Tisch sitzen. Was in der Küche vor sich geht, kann man in den meisten Fällen von seinem Tische aus mit ansehen.
Die Art und die Menge der Speisen ist in allen chinesischen Speisewirtschaften der Stadt die gleiche. So schließen die Chinesen unter sich jede unreelle Konkurrenz aus.
Sam hatte fünf Tische. Auf jedem Tische stand eine braunrote, tönerne, weitbauchige Wasserflasche, von der Art und Form, wie sie schon bei den Azteken im Gebrauch war. Dann eine Flasche mit Öl und eine mit Essig. Ferner eine Büchse mit Salz, eine mit Pfeffer, eine große Schale mit Zucker und ein Glas mit Chile. Chile ist eine dicke aufgekochte Suppe von roten und grünen Pfefferschoten. Ein halber Teelöffel in die Suppe getan, genügt, um einen normalen Europäer zu veranlassen, die Suppe als total verpfeffert und durchaus ungenießbar zu erklären, weil sie ihm Zunge und Gaumen verbrennen würde.
Sam bediente die Gäste, während sein Geschäftsteilhaber mit Hilfe eines indianischen Mädchens die Küche besorgte.
Zuerst bekamen wir einen großen Klumpen Eis in einem Glase, das wir mit Wasser füllten. Kein Wirt hier berechnet den Wert seines Geschäftes nach dem Bierverbrauch, man erhält Bier nur auf ausdrückliches Verlangen; und kein Wirt verdirbt einem den Genuß beim Essen durch sein ewiges Lamentieren, daß er am Essen nichts verdienen könne. Dann bekamen wir ein großes Brötchen, es folgte die Suppe. Es ist immer Nudelsuppe. Antonio schüttete sich einen Eßlöffel voll Chile in die Suppe, ich zwei, zwei gehäufte. Ich habe ja bereits erwähnt, daß ein halber Teelöffel die Suppe für einen normalen Europäer ungenießbar macht. Aber man wird auch bereits bemerkt haben, daß ich weder normal bin, noch daß ich mich zu den Europäern zähle. Die Europäer haben mir das abgewöhnt, nicht die Indianer in der Sierra de Madre. Während wir noch in der Suppe herumfischten, kamen ein Beefsteak, geröstete Kartoffeln, ein Teller mit Reis, ein Teller mit butterweichen Bohnen und eine Schüssel mit Gulasch. Das gibt es hier nicht, daß man sich nach jedem Gang die Galle anärgern muß, weil der Kellner sich eine halbe Stunde lang erst überlegt, ob er einem nun den folgenden Gang eigentlich bringen soll oder nicht. Hier werden alle Gänge gleichzeitig auf den Tisch gestellt.
Nun ging das Tauschen vor sich. Antonio tauschte seine Bohnen ein gegen Tomatensalat, den man sich selbst am Tische zubereitet, und ich tauschte meinen Gulasch ein gegen ein Omelett.
Antonio schüttete seinen Reis gleich in die Suppe; hätte er seine Bohnen behalten, würde er sie auch noch dazugeschüttet haben. Aber Bohnen schien es genug in der Bäckerei zu geben, dagegen wohl seltener Tomatensalat.
Ich schüttete mir eine Lage schwarzen Pfeffer auf das Beefsteak und eine Lage auf die gerösteten Kartoffeln. Dann würzte ich den Reis mit zwei Eßlöffel Chile und die Bohnen mit vier Eßlöffel Zucker.
Darauf kam für jeden ein Stück Torte. Antonio bestellte Eistee mit Zitrone, ich Café con leche, wofür man auch ebensogut sagen kann: Kaffee mit Milch. Kaffee trinkt man mit einem Drittel des Tasseninhaltes Zucker darin. Diese Sitte halte ich für sehr gut und für sehr vernünftig.
Beim Bezahlen an der Kasse bekommt man dann noch einige Zahnstocher. Deshalb sieht man auch nie, daß ein Mexikaner mit der Gabel in den Zähnen herumfuhrwerkt, wie ich das in Lyons Cornerhouse am Trafalgar Square und an andern Plätzen, leider auch in Mitteleuropa, häufig zu beobachten Gelegenheit hatte. Daß man mit dem Messer recht gut essen kann, ohne sich gleich die Lippen oder die Mundwinkel aufzuschlitzen, wie so oft von ungeschickten und furchtsamen Leuten behauptet wird, weiß ich aus eigner Erfahrung. Etwas unbequem sind die starken Seemannsmesser, wie ich eines habe, weil die am Ende spitz sind und nicht breit, deshalb kriegt man die Tunke nicht so gut aus der Pfanne, und man muß mit dem Finger nachhelfen. Ob man hier den Fisch mit dem Messer ißt oder mit dem Eßlöffelstiel, weiß ich nicht. Sooft ich Mexikaner habe Fisch essen sehen, an den offenen Garküchen, auf den Märkten und an andern Orten, aßen sie ihn immer mit dem Zeigefinger und dem Daumen. Das heißt, sie aßen ihn natürlich, wie jeder erwachsene und vernünftige Mensch es tut, mit dem Munde, aber ich meine, sie packen ihre Beute mit den Fingern. Die Verkäufer haben auch meist gar kein Messer, das sie dem Gast geben könnten, sondern eben auch nur die natürlichen Werkzeuge, die sie nicht erst zu kaufen brauchen.
In diesen Gedankengängen bewegte sich unser Tischgespräch, weil wir, der besseren Verdauung wegen, während des Essens nichts Gedankenschweres in unserm Hirn herumwälzen wollten, und weil man beim Essen nur vom Essen sprechen soll.
Ich führe dieses Gespräch hier auch nur an, um zu zeigen, daß wir keine ungebildeten Leute oder, was viel schlimmer ist, etwa gar revolutionäre Arbeiter waren. Denn das kann man so sehr leicht werden, wenn man sich gehen läßt und nachgibt, besonders wenn man augenblicklich keine andre Zukunftsmöglichkeit vor Augen sieht als eine fünfzehn- bis siebzehnstündige Arbeitszeit für einen Peso fünfundzwanzig.
Für diese Mahlzeit zahlten wir jeder fünfzig Centavos, alles einbegriffen. Es war der übliche Preis in einer chinesischen Speisewirtschaft. Antonio goß sich noch ein Glas Wasser ein, spülte sich gründlich Mund und Zähne und spuckte das Wasser auf den Fußboden. Saubern Mund und saubre Zähne zu haben, ist dem Mexikaner wichtiger als ein trockner Fußboden. Die nimmermüde tropische Sonne trocknet ja den Fußboden, ehe sich der nächste Gast an unsern Tisch setzt.
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Nun segelten wir zuerst einmal zu der Bäckerei. Ich ging in den Laden und fragte den Verkäufer nach dem Prinzipal.

„Sind Sie Bäcker?“ fragte der Inhaber.
„Jawohl, Brot- und Kuchenbäcker“, sagte ich.
„Wo haben Sie denn zuletzt gearbeitet?“
„In Monterrey.“
„Gut, dann können Sie heute abend anfangen. Freie Kost, Wohnung, Wäsche und einen Peso fünfundzwanzig für den Tag.“
„Halt!“ sagte er plötzlich. „Sind Sie sicher auf Torten, auf Torten mit Gußornamenten?“
„Ich habe in meiner letzten Stellung in Monterrey nur Torten mit Gußornamenten gebacken.“
„Das ist fein! Da will ich aber doch erst mal mit meinem Meister sprechen, was der dazu sagt. Ein sehr tüchtiger Meister, von dem können Sie viel lernen.“
Er ging mit mir in die Kammer, wo der Meister sich gerade die Stiefel anzog, um auszugehen.
„Hier ist ein Bäcker aus Monterrey, der Arbeit sucht. Hören Sie mal, ob Sie ihn brauchen können.“
Der Inhaber ging wieder in sein Zimmer und ließ uns beide allein.
Der Meister, ein kleiner dicker Bursche mit Sommersprossen, zog sich ruhig erst die Stiefel an, dann setzte er sich auf den Bettrand und zündete sich eine Zigarre an.
Nachdem er ein paar Züge getan hatte, betrachtete er mich mißtrauisch von oben bis unten und sagte endlich:
„Sie sind Bäcker?“
„Nein, ich habe keine blasse Ahnung vom Backen.“
„So!?“ sagte er darauf, immer noch mißtrauisch. „Verstehen Sie was von Torten?“
„Gegessen habe ich schon welche,“ sagte ich, „aber wie sie gemacht werden, davon habe ich keinen Begriff. Ich wollte das gerade lernen.“
„Hier haben Sie eine Zigarre. Sie können anfangen, heute abend um zehn Uhr. Aber pünktlich! Wollen Sie was essen?“
„Nein, danke! Nicht jetzt.“
„Gut, ich werde mit dem Alten sprechen. Ich will Ihnen nun Ihr Bett zeigen.“
Sein Mißtrauen war geschwunden, und er war sehr freundlich.
„Ich werde einen tüchtigen Bäcker und Konditor aus Ihnen machen, wenn Sie gut aufpassen und willig sind.“
„Dafür würde ich Ihnen sehr dankbar sein, Senjor. Bäcker und Konditor wollte ich schon immer werden.“
„Wenn Sie nun wollen, können Sie schlafen gehen oder sich die Stadt ansehen. Ganz, wie Sie wollen.“
„Gut!“ sagte ich, „dann will ich in die Stadt gehen.“
„Also um zehn Uhr, nicht wahr?“
Ich traf, wie verabredet, Antonio im Park auf der Bank.
„Na?“ begrüßte er mich.
„Ich fange heute abend an.“
„Das ist gut“, sagte er. „Vielleicht gehe ich später mit Ihnen ’runter nach Kolumbien.“
Ich setzte mich zu ihm.
Weil ich nicht recht wußte, was ich mit ihm reden sollte, und um ein Gesprächsthema zu haben, dachte ich, jetzt ist der gegebene Zeitpunkt, nach Gonzalo zu fragen. Es war mir eigentlich nicht so sehr darum zu tun, nur zu schwätzen, als vielmehr zu beobachten, wie er sich benehmen würde, wie sich ein Mensch beträgt, der einen Raubmord auf dem Gewissen hat und den man damit überrascht, daß man ihm sagt, man wisse es.
Eine Gefahr war freilich damit verknüpft. War Antonio in Wahrheit ein echter Mörder, dann würde er bei erster Gelegenheit mich auf die Seite schaffen als Mitwisser. Aber darauf wollte ich es ankommen lassen. Diese Gefahr kitzelte mich erst recht, auf den Busch zu klopfen. Ich war ja vorbereitet und konnte mich meiner Haut wehren. Mit ihm allein durch den Busch, vielleicht gar nach Kolumbien zu trampen, würde ich dann schon wohlweislich vermeiden.
„Wissen Sie, Antonio,“ sagte ich plötzlich aus heiler Haut heraus, „daß Sie von der Polizei gesucht werden?“
„Ich?“ erwiderte er ganz erstaunt. – „Ja, Sie!“
„Weswegen denn? Ich weiß nicht, daß ich etwas verbrochen habe.“
Es klang sehr aufrichtig; mir schien, zu aufrichtig, um echt zu sein.
„Wegen Mordes! Wegen Raubmordes!“ setzte ich hinzu.
„Sie sind wohl verrückt, Gale. Ich wegen Raubmordes? Da sind Sie aber böse im Irrtum. Vielleicht eine Namensähnlichkeit.“
„Wissen Sie, daß Gonzalo tot ist?“
„Was?“ Er schrie es beinahe.
„Ja“, sagte ich ruhig, ihn im Auge behaltend. „Gonzalo ist tot. Ermordet und beraubt.“
„Der arme Kerl! Er war ein guter Bursche“, sagte Antonio bedauernd.
„Ja,“ bestätigte ich, „er war ein braver Kerl! Und es ist schade um ihn. Wo haben Sie ihn denn zuletzt gesehen, Antonio?“
„In dem Hause, wo wir alle wohnten.“
„Mr. Shine erzählte mir, daß ihr drei, Sie, Gonzalo und Sam, zusammen am Montag morgen fortgegangen seid.“
„Wenn Mr. Shine das sagt, dann irrt er. Gonzalo ist zurückgeblieben. Wir zwei nur, Sam und ich, sind zur Station gegangen.“
„Das verstehe ich nicht“, sagte ich nun. „Mr. Shine hat am Fenster oder in der Tür gestanden, ich weiß nicht wo, und hat euch drei bestimmt gesehen.“
Da lachte Antonio leicht auf und sagte: „Mr. Shine hat recht und ich habe auch recht. Aber der dritte, der bei uns war, war nicht Gonzalo, sondern einer dort aus der Gegend, einer von den Eingeborenen, der die Hühner von Abraham kaufen wollte, weil er dachte, er könne sie billig haben. Abraham war aber schon zwei Tage fort und hatte die Hühner bereits verkauft, ich glaube an Mr. Shine.“
„In dem Hause, wo Sie Gonzalo zuletzt gesehen haben,“ sagte ich nun langsam, „habe ich ihn auch gefunden, ermordet und beraubt. Das heißt, es ist ihm nicht alles geraubt worden, fünf Pesos und etwas darüber hat ihm der Mörder gelassen.“
„Ich möchte ernst bleiben bei der tragischen Geschichte,“ sagte Antonio, leicht vor sich hingrinsend, „aber da muß ich doch lachen. Das übrige Geld von Gonzalo habe ich.“
„Na also!“ rief ich. „Davon rede ich ja die ganze Zeit.“
„Davon reden Sie allerdings, Gale“, erwiderte Antonio. „Aber das Geld habe ich ihm doch abgewonnen. Sam weiß das gut, der war doch dabei. Sam hat selber fünf Pesos dabei verloren. Er hat sich ja mit in die Wette hineingedrängt.“
Das wurde jetzt eine merkwürdige Geschichte.
„Sam, ich und der Indianer, wir sind zusammen vom Hause fortgegangen. Gonzalo wollte zurückbleiben und sich gut ausschlafen. Ich bin mit Sam bis Celaya gefahren. Sam ist dann weitergefahren, und ich bin teils gelaufen, teils habe ich ein paar Strecken mit den Zügen blind gemacht.“
Was Antonio sagte, klang wahr. Außerdem hatte er Sam als Zeugen. Und daß Antonio diese weite Strecke von Celaya zurückgereist sein sollte, um Gonzalo zu ermorden, war ganz und gar unwahrscheinlich. Sein Geld hatte er ihm ja abgewonnen, ehrlich, Sam war Zeuge. Irgendeinen Wertgegenstand besaß Gonzalo nicht. Wir kannten jeder den ganzen Tascheninhalt des andern; und auf dem Leibe konnte auch niemand etwas verbergen, wir liefen ja immer dreiviertel nackt herum. Da war nichts Verdächtiges übrig, Antonio war unschuldig.
„Na, lieber Antonio,“ sagte ich, „da bitte ich Sie herzlich um Verzeihung, weil ich geglaubt habe, Sie könnten am Morde oder Tode des Gonzalo schuldig sein.“
„Macht nichts, Gale,“ antwortete er gemütlich, „nehme ich Ihnen nicht übel; aber ich hätte doch gedacht, Sie würden nicht gleich das Böseste von mir denken. Ich habe doch nie jemand irgendeine Ursache hierfür gegeben.“
„Das ist wahr. Das haben Sie nicht“, sagte ich darauf. „Aber sehen Sie, die Umstände waren so merkwürdig auf Sie gerichtet. Sie und Sam waren die letzten mit Gonzalo im Hause. Gonzalo hat, wenn er, wie Sie sagen, nicht mit Ihnen gegangen ist, das Haus nicht mehr verlassen. Er ist darin ermordet worden. Mr. Shine sagte mir, daß, seit Sie fortgegangen seien, niemand sonst dort herum war. Es gibt ja nichts zu stehlen da, und ein Weg, der jemand zufällig dahin bringen könnte, führt auch nicht vorbei. Ich bin noch mal oben gewesen, weil ich dort auf Bescheid von einem Öl-Camp warten mußte. Rein aus Neugierde geriet ich in das Haus und fand Gonzalo tot. Er hatte mehrere Wunden von Messerstichen, die gefährlichste war ein Lungenstich in der linken Brust, an dem Stich ist er offenbar verblutet.“
Als ich das von den Wunden so langsam erzählte, ging in Antonio eine erschütternde Veränderung vor sich. Er wurde leichenblaß, starrte mich mit entsetzten Augen an, bewegte die Lippen und schluckte und schluckte, konnte aber kein Wort hervorbringen. Mit der linken Hand arbeitete er an seinem Gesicht und an seinem Halse, als ob er sich das Fleisch herunterreißen wollte, während er mit der rechten Hand wie im Traum nach meiner Schulter und nach meiner Brust tastete, als ob er sich vergewissern müsse, ob da jemand sitze oder ob das nur eine Wahnvorstellung sei.
Ich wußte nicht, was ich aus all dem machen sollte. Ich konnte mir jetzt überhaupt nichts mehr erklären. In Antonio zeigte sich plötzlich das ganze Schuldbewußtsein eines Menschen, dem seine Tat mit allen ihren Folgen klar zu werden beginnt. Und eben noch hatte er gelacht, als ich ihn des Mordes an Gonzalo verdächtigte. Wie sollte ich mir ein solches Verhalten zurechtlegen, um darüber nicht selbst meine Gedanken zu verschlingern und mir vielleicht gar noch einzuträumen, daß ich selbst Gonzalo erschlagen habe!
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Die Lampen im Park flammten auf.

Die Nacht war blitzschnell über uns hereingebrochen in der kurzen Zeitspanne, wo der Kampf in Antonio begann. Denn es war im hellen Tageslicht gewesen, daß ich sein Gesicht offen und unbefangen zuletzt gesehen hatte. Und nun deckte die Nacht das in seinem Gesicht zu, was für mich der nackte, der natürliche, der wahre, der unverschleierte Mensch Antonio war. Das, was für mich ein unvergeßliches Ereignis hatte werden sollen, die Züge und Gesten eines Menschen zu studieren, den die finstersten Mächte überfallen haben, den sie schütteln und rütteln und dem sie jedes Härchen und jede Pore an seinem Körper in Aufruhr versetzen, wurde mir nun zerstört durch die grellen Lampen, die in das Gesicht Antonios Schatten und Linien hineinlogen, die in Wahrheit nicht darinnen waren.
Wahrheit allein war sein heißes Atmen, und Wahrheit allein waren seine tastenden und krallenden Finger. Alles andre wurde Rampenlicht. Auf der Nebenbank saß ein indianischer Arbeiter, zerlumpt wie zehntausende unsrer Klasse, weil der Lohn kaum für das Essen reicht, häufig nichts übrigbleibt für eine Dreißig-Centavos-Pritsche in einem der vielen Schlafhäuser, wo sich morgens fünfzig oder achtzig oder hundert Schlafgenossen aller Rassen und aller Völker der Erde, behaftet mit vielleicht ebenso vielen oder mehr Krankheiten, die von den Ärzten gekannt und nicht gekannt oder nicht einmal erahnt sind, alle in demselben Wascheimer waschen, alle an demselben Handtuch abtrocknen, alle mit demselben Kamm kämmen.
Der indianische Prolet war auf der Bank eingeschlafen. Seine Glieder entspannten sich, und der ganze ermüdete und abgearbeitete Körper sank zu einem Häuflein Lumpen mehr und mehr zusammen.
Da schlich sich ein indianischer Polizist heran. Er umkreiste die Bank wie ein Raubvogel seine Beute, die er aus seiner Höhe auf dem Erdboden kriechen sieht. Dann, als er wieder an der Rückseite der Bank war, zog er seine Lederpeitsche durch die Hand und hieb, mit bestialischer Brutalität und mit einem tückischen Grinsen auf dem Gesicht, dem Arbeiter die Peitsche über den Rücken. Ein furchtbarer Hieb. Mit einem unterdrückten ächzenden Schrei fiel der Oberkörper des Indianers kurz nach vorn über, als hätte man ihm den Rücken mit einem Schwert durchschnitten. Dann aber schnellte der Körper rasch nach hinten, und sich mit einem Gestöhn windend, griff er langsam mit der Hand nach dem gemarterten Rücken. Der Polizist trat jetzt nach vorn und grinste den Arbeiter mit einer teuflischen Grimasse an. Dem Gepeinigten liefen vor Schmerzen dicke Tränen über das Gesicht. Aber er sagte nichts. Er stand nicht auf. Er blieb ruhig auf der Bank sitzen. Denn das war sein Recht. Sitzen durfte er auf der Bank, er mochte noch so zerlumpt sein, es mochten noch so viele elegante Caballeros und Senjoras herumirren, um die Kühle des Abends auf einer der bequemen Bänke zu genießen und dem Konzert zuzuhören, das bald beginnen würde. Der Indianer wußte, er war der Bewohner und der Bürger eines freien Landes, wo der Millionär nicht mehr Recht hat, auf dieser Bank zu sitzen, und wäre es vierundzwanzig Stunden lang, als der arme Indianer. Aber schlafen durfte er nicht auf der Bank. So weit ging die Freiheit nicht, obgleich die Bank auf dem „Platze der Freiheit“ stand. Es war die Freiheit, wo derjenige, der die Autorität besitzt, den peitschen darf, der die Autorität nicht hat. Der uralte Gegensatz zweier Welten. Uralt wie die Geschichte von der Herauspeitschung aus dem Paradiese. Der uralte Gegensatz zwischen der Polizei und den Mühseligen und Beladenen und Hungernden und Schlafbedürftigen. Der Indianer war im Unrecht, das wußte er wohl, deshalb sagte er nichts, sondern stöhnte nur. Satan oder Gabriel – dieser hier hielt sich für das zweite – war im Recht.
Nein! Er war nicht im Recht! Nein! Nein! Mir stieg das Blut zu Kopfe. In allen Ländern der hohen Zivilisation, in England, in Deutschland, in Amerika und erst recht in den andern Ländern, ist es die Polizei, die peitscht, und ist es der Arbeiter, der gepeitscht wird. Und da wundert sich dann der, der zufrieden an der Futterkrippe sitzt, wenn plötzlich an der Krippe gerüttelt wird, wenn die Krippe plötzlich umgeschleudert wird und alles in Scherben geht. Aber ich wundere mich nicht. Eine Schußwunde vernarbt. Ein Peitschenhieb vernarbt nie. Er frißt sich immer tiefer in das Fleisch, trifft das Herz und endlich das Hirn und löst den Schrei aus, der die Erde erbeben läßt. Den Schrei: „Rache!“ Warum ist Rußland in den Händen der Bolsches? Weil dort vor dieser Zeit am meisten gepeitscht wurde. Die Peitsche der Polizisten ebnet den Weg für die Heranstürmenden, deren Schritte Welten erdröhnen und Systeme explodieren macht.
Wehe den Zufriedenen, wenn die Gepeitschten „Rache“ schreien! Wehe den Satten, wenn die Peitschenstriemen das Herz der Hungernden zerfressen und das Hirn der Geduldigen auseinanderreißen! Man zwang mich, Rebell zu sein und Revolutionär. Revolutionär aus Liebe zur Gerechtigkeit, aus Hilfsbereitschaft für die Beladenen und Zerlumpten. Ungerechtigkeit und Unbarmherzigkeit sehen zu müssen, macht ebenso viele Revolutionäre wie Unzufriedenheit oder Hunger.
Ich sprang auf und ging zu der Bank, wo immer noch der Polizist stand, die Peitsche durch die Hand ziehend, sie ab und zu durch die Luft pfeifen lassend und mit funkelnden Augen auf sein sich windendes Opfer grinsend. Er nahm keine Notiz von mir, weil er glaubte, ich wolle mich auf die Bank setzen.
Ich ging aber dicht auf ihn zu und sagte: „Führen Sie mich sofort zur Wache. Ich werde Sie zur Meldung bringen. Sie wissen, daß Ihre Instruktion Ihnen nur das Recht gibt, sich der Peitsche zu bedienen, falls Sie angegriffen werden oder bei Straßenaufläufen nach wiederholtem Aufruf. Das wissen Sie doch?“
„Aber der Hund hat hier auf der Bank geschlafen“, verteidigte sich der kleine braune Teufel, der kaum höher war als fünf Fuß.
„Dann durften Sie ihn wecken und ihm sagen, daß er hier zu dieser Zeit nicht schlafen dürfe, und wenn er wieder einschlafen sollte, durften Sie ihn von der Bank verweisen, aber auf keinen Fall durften Sie ihn schlagen. Also kommen Sie mit zur Wache. Von morgen ab werden Sie keine Möglichkeit mehr haben, jemand zu peitschen.“
Der Bursche sah mich eine Weile an, sah, daß ich ein Weißer war, und sah, daß ich es im Ernst sagte. Er hing die Peitsche an den Haken in seinem Gürtel, und mit einem schnellen Satz war er verschwunden, als habe ihn die Erde verschluckt.
Der Indianer stand auf und ging langsam seiner Wege.
Ich schlenderte zurück zu Antonio.
Mörder hin, Mörder her! dachte ich. Es ist ja alles egal. Alles ist Busch. Überall ist Busch. Friß! oder du wirst gefressen! Die Fliege von der Spinne, die Spinne vom Vogel, der Vogel von der Schlange, die Schlange vom Coyote, der Coyote von der Tarantel, die Tarantel vom Vogel, der Vogel von –. Immer im Kreise herum. Bis eine Erdkatastrophe kommt oder eine Revolution und der Kreis von neuem beginnt, nur anders herum.
Antonio, du hast ganz recht gehabt! Du bist im Recht! Der Lebende hat immer recht! Du bist im Recht! Der Tote ist schuld. Hättest du nicht Gonzalo ermordet, hätte er dich ermordet. Vielleicht. Nein sicher. Es ist der Kreis im Busch. Man lernt es so schnell im Busch. Das Beispiel ist zu häufig, und die ganze Zivilisation ist ja nichts andres als die natürliche Folge seiner bewundernswerten Nachahmungsfähigkeit.
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„Nein!“ sagte Antonio, ruhiger geworden, „es war ganz bestimmt nicht meine Absicht, Gonzalo zu töten. Es hätte mich genau so gut treffen können. Glauben Sie mir doch, oh, amigo, mio! Ich bin nicht schuld an seinem Tode.“

„Ich weiß, Antonio. Es konnte auch Sie treffen. Es kann Sie heute abend noch treffen. Es ist der Busch, der uns alle am Kragen hat und mit uns macht, was er will.“
„Ja!“ sagte er, „Sie haben recht, Gale, es ist der Busch. Hier in der Stadt wären wir auf so eine verrückte Idee gar nicht verfallen. Aber da singt der Busch die ganze Nacht, da schreit ein Fasan seinen Todesschrei, wenn er gepackt wird, da heult der Cougar auf seinem Mordwege. Alles ist Blut, alles ist Kampf. Im Busch sind es die Zähne, bei uns sind es die Messer. Aber es war doch nur Scherz, nur der reine Spaß. Wirklich nur Spaß. Nichts weiter.
Ob es nun die Würfel sind, oder die Karten, oder das Rädchen, oder die Messer! Wir hatten nach siebenwöchiger Arbeit keiner soviel Geld übrig, wie wir brauchten, um aus dieser verlassenen Gegend fortzukommen und was andres aufzusuchen.
Wir hatten ziemlich gleich viel Geld. Gonzalo hatte etwas über zwanzig Pesos, ich hatte fünfundzwanzig.
Es war am Sonntag abend. Montag früh wollten wir gehen.
Abraham war schon ein paar Tage fort, auch Charley war gegangen, Sie waren auch nicht mehr da. Wir waren nur noch drei, Gonzalo, Sam und ich.
Wir zählten unser Geld auf dem Erdboden. Wir hatten jeder Goldstücke, das kleine in Silber.
Und als das Geld nun da vor uns auf dem Erdboden lag, kaum zu sehen bei dem Schein unsres Feuers, da fing Gonzalo an zu fluchen.
Er sagte: „Was tu ich mit den paar lausigen Kröten? Da hat man nun sieben Wochen geschuftet wie ein verrückter Negersklave, in der Glut, von früh um vier bis Sonnenuntergang, dann heim. Und dann abgerackert, daß man kaum noch einen Knochen rühren kann, noch den elenden Fraß zu kochen und ’runterzuwürgen. Keinen Sonntag gehabt, kein Vergnügen, keine Musik, keinen Tanz, kein Mädchen, keinen Schnaps und den schlechtesten Tabak. Was soll ich mit dem Lausedreck da anfangen?“
Dabei schob er mit dem Fuß das Geld fort.
„Mein Hemd ist in Fetzen,“ schimpfte er weiter, „meine Hose ein Lumpen, meine Stiefel, guck’ sie dir an, Antonio, keine Sohle, kein Oberleder, kein Nischt, sogar die Riemen sind zwanzigmal geknotet. Und nischt bleibt übrig, und geschuftet wie ein Pferd. Ja, wären es wenigstens vierzig Pesos!“
Als er das sagte, heiterte sich sein Gesicht auf.
„Mit vierzig Pesos“, sagte er, „käme ich zurecht. Könnte nach Mexico Capitale fahren, mir neue Lumpen kaufen, damit man auch anständig aussieht, wenn man zu einem Mädchen ‚Buenos tardes!‘ sagen will. Und man hat noch ein paar Pesos übrig, um es ein paar Tage auszuhalten.“
„Du hast recht, Gonzalo,“ sagte ich nun, „vierzig Pesos sind es auch gerade, die ich haben müßte, um wenigstens das Notdürftigste zu kaufen.“
„Weißt du was?“ sagte darauf Gonzalo, „laß uns um das Geld spielen. Keiner von uns kann mit den paar Dreckgroschen etwas Rechtes anfangen. Wenn du mein Geld noch dazu bekommst oder ich das deine, dann kann doch einer von uns wenigstens etwas werden, denn so, wie es jetzt ist, ist jeder ein Bettler. Diese paar Groschen versäuft man doch gleich auf den ersten Sitz aus lauter Wut, daß man umsonst geschuftet hat.“
„Die Idee von Gonzalo war nicht schlecht“, erzählte Antonio weiter. „Ich hätte mein Geld auch gleich versoffen. Wenn man mit dem gottverfluchten Tequila erst einmal anfängt, hört man nicht eher auf, bis der letzte Centavos verwichst ist. Das geht dann durch, besoffen, nüchtern, besoffen, nüchtern, besoffen immerfort, bis alles hin ist. Und was man nicht selber durch die Gurgel rasselt, das helfen dann die Mitsäufer davon, und der Wirt beschwindelt einen ums Dreifache, und der schäbige Rest wird einem aus der Tasche gestohlen. Das kennen Sie doch, Gale?“
Und ob ich das kannte! Ob ich den Tequila kannte, der einem die Kehle so zerreißt, daß man sich nach jedem Glase schütteln muß und schnell ein paar eingemachte Bohnen, die einem der kluge Wirt mit einem spitzen Hölzchen zum Aufspießen hinstellt, hinterher schlucken muß, um den Petroleumgeschmack los zu werden. Aber man trinkt in einem fort wie besessen, als ob man behext wäre oder als ob dieser Rachenzerreißer ein Zaubertrank wäre, den man aus irgendeinem mysteriösen Grunde durch die Kehle jagen muß, ohne ihn mit der Zunge zu betasten. Und wenn man dann endlich glaubt, genug zu haben, hat man weder Hirn noch Körper, noch Blut. Man hört auf, zu existieren. Das Daseinsbewußtsein erlischt vollständig. Alles ist fortgewischt. Sorgen, Leid, Ärger, Zorn. Übrigbleibt nur das absolute Nichts. Welt und ich sind verweht. Nicht einmal Nebel bleibt.
Antonio brütete eine Weile vor sich hin wie in der Erinnerung suchend. Dann fuhr er in seiner Erzählung fort: „Wir hatten keine Karten und keine Würfel. Wir zogen Hölzchen. Aber der gesetzte Peso ging immer hin und zurück. Es wurden nie mehr als fünf Pesos, die überwechselten. Dann spielten wir Kopf und Wappen. Merkwürdig, es wurden nie mehr als ein paar Pesos, die aus der einen Tasche zur andern gingen. Sam spielte auch mit, und auch sein Geld wechselte nicht von Haus zu Haus.
Es war nun schon ziemlich spät in der Nacht geworden. Vielleicht zehn oder elf Uhr.
Da wurde Gonzalo wütend und fluchte wie ein Wilder, jetzt habe er genug von diesem Kinderspiel, jetzt wolle er endlich wissen, woran er morgen früh sei.
„Ja, weißt du denn einen andern Vorschlag?“ sagte ich zu ihm.
„Nein!“ erwiderte er, „das ist es ja gerade, was mich so wütend macht. Wir albern hier herum wie die kleinen Kinder, ohne zu einem Ende zu kommen. Immer hin und her. Es ist zum Verrücktwerden!“
Dann, als er eine Weile beim Feuer gehockt hatte, in die Glut starrend, sich eine Zigarette nach der andern drehend, die er, kaum angeraucht, ins Feuer warf, sagte er, plötzlich aufspringend: „Jetzt weiß ich, was wir tun. Wir machen ein Azteken-Duell um die ganze Summe.“
„Ein Azteken-Duell?“ fragte ich. „Was ist denn das?“
Gonzalo war aztekischer Abstammung. Er war aus Huehuetoca, und seine Vorfahren waren einst Caciques gewesen. Das ist so etwas wie Heerführer und Statthalter. Die Erinnerung an solche Adelsfamilien wird auf dem Lande durch Tradition festgehalten, so gut festgehalten, daß sehr selten ein Irrtum unterläuft.
„Ja, weißt du denn das nicht, was das ist, ein Azteken-Duell?“ sagte Gonzalo erstaunt.
„Nein,“ gab ich zur Antwort, „wie sollte ich denn? Wir sind doch spanischer Abkunft, wenn wir auch schon mehr als hundert Jahre hier sind, Vaters und Mutters Seite. Aber von einem Azteken-Duell habe ich nie gehört.“
„Aber das ist ganz einfach“, sagte Gonzalo. „Wir nehmen zwei junge, gerade gewachsene Bäumchen, binden oben unsre Messer fest daran und werfen sie dann gegenseitig aufeinander los, bis der eine aus Ermattung nachgeben muß. Einer von beiden muß ja zuerst ermüden. Und wer stehenbleibt, hat gewonnen, der kriegt dann das ganze Geld. Dann kommen wir doch wenigstens zu einem Ende.“
Ich überlegte mir das eine Weile, denn es schien mir eine ganz verrückte Idee zu sein.
„Du hast doch nicht Angst, Spanier?“ lachte Gonzalo.
Und weil in seinen Worten so ein merkwürdiger Ton von Verhöhnung lag, brauste ich auf:
„Angst vor dir? Vor einem Indianer? Ein Spanier hat nie Angst! Das will ich dir gleich beweisen. Los zum Azteken-Duell!“
18
Wir nahmen ein flammendes Holzscheit vom Feuer und krochen im Busch herum, bis wir zwei passende Stämmchen gefunden hatten.

Sam wurde beauftragt, genügend Holz heranzuschleppen, damit wir ein tüchtiges Feuer bekämen, um beim Kampfe auch Ziellicht zu haben. Wir befreiten die Stämmchen von den Ästen und banden oben unsre aufgeklappten spitzen Taschenmesser fest an.
„Selbstverständlich lassen wir nicht die ganze Messerklinge überstehen“, sagte Gonzalo. „Denn wir wollen uns ja nicht ermorden. Es ist ja nur um das Spiel. Das Messer braucht nicht weiter überstehen, als ein Fingerglied. So, das ist gut!“ fügte er hinzu, meinen Speer betrachtend. „Jetzt binden wir unten noch ein Stück Holz an, um dem Speer ein richtiges Schaftgewicht zu geben, damit er nicht flattert.“
Dann umwickelten wir unsern linken Arm mit Gras und einem Sack, um ein Abwehrschild zu haben. „Denn,“ erklärte Gonzalo, „der Schild ist wichtig. Das ist ja eben gerade das Vergnügen, aufzufangen und abzuwehren.“
Als wir mit allem fertig waren, sagte Sam: „Ja, und ich? soll ich vielleicht nur zugucken? Ich will auch mitspielen.“
Der Chinc hatte recht. Für seine Mühewaltung als Verwahrer der Spielsumme und als Zeuge mußte er seinen Lohn haben. Sie wissen ja, Gale, was für Spielratten die Chincs sind. Die würden die Frachtkosten für ihren Leichnam verspielen, wenn ihnen das nicht gegen alle Moral ginge.
„Ho!“ sagte Gonzalo zu Sam, „du kannst ja auf einen von uns wetten.“
„Fein!“ erwiderte Sam, „dann wette ich auf dich, Gonzalo. Fünf Pesos. Wenn du gewinnst, bekomme ich von dir fünf Pesos, und wenn du verlierst, kliegst du von mir fünf Pesos. Du hast ja kein Intelesse zu verlielen, weil du dann deine zwanzig Pesos los würdest.“
Wir deponierten jeder unsre zwanzig Pesos, die Sam vor sich auf einen Stein legte, und dann tat er selbst seine fünf Pesos Wetteinsatz hinzu. Sam schritt fünfundzwanzig Schritte ab, und wir legten jeder ein langes Stück Holz an die Marken, die keiner der Kämpfer überschreiten durfte, wenn er nicht sofort fünf Pesos an den andern verlieren wollte. Dann warfen wir die Speere aufeinander los. Zum Rückwerfen benutzte jeder den Speer des andern.
Bei dem flackernden, ab und zu qualmenden Feuer konnte ich Gonzalo nur in Umrissen sehen, und den Speer, wenn er auf einen zugeflogen kam, konnte man beinahe gar nicht sehen, denn rundherum war ja stockdunkle Nacht.
Gleich beim zweiten Gang bekam ich einen Stich in die rechte Schulter. Sie können hier die Wunde noch sehen, Gale.“
Dabei zog er sein Hemd von der Schulter, und ich sah den Stich, noch unvernarbt.
„Nach und nach kamen wir in Bewegung oder eigentlich in Aufregung. Ich bekam nach einigen weiteren Gängen noch einen Stich, der mir durch die Hose ins Bein ging.
Aber ich konnte ganz gut aushalten.
Wie lange wir warfen, weiß ich nicht. Aber weil keiner nachgeben wollte, wurde das Tempo immer rascher.
Es kam so mittlerweile ein gutes Stück Wildheit in die Sache, und jemand, der uns jetzt beobachtet hätte, würde niemals geglaubt haben, daß es nur ein Spiel sei.
Vielleicht warfen wir eine Viertelstunde, vielleicht eine halbe. Ich weiß es nicht. Ich wußte auch nicht, ob ich Gonzalo überhaupt schon einmal ernsthaft getroffen hatte oder nicht. Aber ich fing dann doch an, müde zu werden. Der Speer wurde mir bald so schwer, als ob er zwanzig Kilo wiege, und das Werfen wurde langsamer bei mir. Ich konnte mich bald kaum noch bücken, um den Speer aufzuheben, und einmal wäre ich beim Niederbücken beinahe zusammengesunken. Aber ich hatte doch das Gefühl, ich darf nicht niedersinken, sonst kann ich bestimmt nicht mehr aufstehen.
Gonzalo konnte ich nicht mehr sehen. Ich konnte überhaupt nichts mehr sehen. Ich warf den Speer immer nur in der Richtung, in der ich ihn bisher geworfen hatte und wo Gonzalo stehen mußte. Es wurde mir ganz gleichgültig, ob ich ihn traf oder nicht. Ich wollte nur nicht zuerst aufhören. Und weil von drüben immer wieder der Speer kam, warf ich ihn eben immer wieder zurück.
Plötzlich, als das Feuer einmal hell aufflammte, sah ich, daß Gonzalo sich umdrehte, um den Speer zu suchen, der offenbar weit an ihm vorbeigeflogen war. Er ging ein paar Schritte zurück, fand den Speer, hob ihn auf und, als er sich mir zuwandte, um ihn zu werfen, sank er auf einmal so heftig in die Knie, als habe ihn jemand mit großer Wucht niedergeschlagen.
Ich warf meinen Speer, den ich in der Hand hatte, nicht, weil ich froh war, ihn zu stellen und mich darauf zu stützen, sonst wäre ich umgefallen.
Wenn Gonzalo jetzt aufgestanden wäre und geworfen hätte, ich hätte meinen Arm nicht mehr heben können, um zu erwidern.
Aber Gonzalo blieb in die Knie gesunken.
Sam lief hin zu ihm und rief dann:
„Jetzt habe ich meine fünf Pesos verloren. Antonio, Sie haben gewonnen. Gonzalo gibt auf.“
Ich schleppte mich zu einer Kiste am Feuer, hatte aber nicht mehr die Kraft, mich drauf zu setzen. Ich sank neben der Kiste auf den Boden. Sam führte Gonzalo schleifend zum Feuer und gab ihm Wasser, daß er gierig hinuntergoß.
Ich sah jetzt, daß seine nackte Brust blutig war.
Aber ich hatte für nichts mehr Interesse. Mir fiel der Kopf schläfrig auf die Brust, und als ich gleichgültig die Augen aufschlug, bemerkte ich, daß mein Hemd und meine Brust ebenso voll Blut waren, wie die Gonzalos. Aber ich legte keinen Wert darauf. Es war mir alles egal.
Sam brachte mir die vierzig Pesos und schob sie mir in die Hosentasche. Ich hatte das Empfinden, als ob das alles irgendwo in ganz weiter Ferne geschähe. Wie durch einen Schleier sah ich, daß Sam dem Gonzalo die fünf Pesos ebenfalls in die Tasche steckte.
So hockten wir wohl eine halbe oder eine ganze Stunde. Das Feuer wurde kleiner und kleiner.
Da sagte Sam: „Jetzt lege ich mich schlafen.“
Ich wiederholte diese Worte, als wären sie meine eignen gewesen: „Ja, jetzt lege ich mich schlafen.“
Ich sah, wie sich auch Gonzalo erhob und ebenso schwankend und sich festkrallend wie ich die Leiter zum Hause raufkletterte.
Und als ich mich dort hingeworfen hatte und eben eindämmerte, hörte ich, wie Gonzalo sagte: „Wenn ihr morgen zeitig geht und ich bin noch nicht auf, braucht ihr mich nicht wecken. Ich will lange durchschlafen, ich bin furchtbar müde. Ich fahre ja doch nicht mit euch, ich habe ja kein Fahrgeld.“
Lange vor Sonnenaufgang stieß mich Sam an. Es war Zeit. Um acht Uhr abends mußten wir auf der Station sein, sonst verloren wir zwei Tage. Es war noch stockfinster. Ich konnte nichts in der Hütte sehen. Sah auch Gonzalo nicht, der noch fest in seiner Ecke schlief.
Wir weckten ihn nicht, sondern ließen ihn ruhig weiterschlafen.
Wir packten rasch unsre Bündel zusammen, und als gerade der Tag zu grauen anfing, gingen wir.
Ein paar Schritte weiter trafen wir den Indianer, der die Hühner kaufen wollte.
Ja, sehen Sie, Gale, das ist die Geschichte, die wahre Geschichte.“
„Ihr hättet Gonzalo an diesem Morgen auch gar nicht wach gekriegt“, sagte ich.
„Warum denn nicht?“ fragte Antonio, die Wahrheit schon halb ahnend.
„Weil er bereits tot war!“
„Aber das ist die Wahrheit, Gale. Wir können noch gleich jetzt zu Sam gehen, der weiß es auch.“
„Ist nicht nötig, Antonio. Lassen Sie nur sein. Ich glaube es. Es ist die Wahrheit!“
19
Die Musik im Park hatte angefangen zu spielen. „Die Ehre der Bauern in Sizilien.“ Was ging mich deren Ehre an!

Ich schloß die Augen, um die starren elektrischen Lampen nicht sehen zu müssen.
Aber ich sah Gonzalo auf dem Boden liegen. Vertrocknet. Ausgelöscht aus den Lebenden und Hoffenden. Seine Hand mit einem Knäuel roher, schwarz verfärbter Baumwolle auf die Brust gepreßt.
Die Baumwolle.
Antonio hatte mich offenbar eine Zeitlang schon angesehen, ohne daß ich es bemerkte.
„Warum weinen Sie denn, Gale?“ sagte er.
„Halten Sie’s Maul!“ rief ich wütend. „Ich glaube, Sie sehen Gespenster. Bilden Sie sich doch keine Dummheiten ein.“
Er schwieg.
„Diese himmelgottverfluchte Begräbnismusik!“ sagte ich ärgerlich. „Sollen lieber spielen ‚Lustige Witwe‘ oder ‚Kratz mir den Affen mal am Hintern‘. Es ist ja alles so lustig, die Witwen tanzen, und die Bananen, yes, die haben wir nicht. Das ganze Leben ist so lustig. Begräbnismusik für die Verreckten und dudelige Operetten für die Lebenden. Kommen Sie, Antonio. Es geht auf zehn. Was hat der Hundesohn gesagt? Seien Sie pünktlich, hat er gesagt. Für einen Peso fünfundzwanzig.“