Ein Nachwort
Reading edition
Sommer und Winter kamen und gingen. Russenstürme zerschellten vor den Hindernissen. Unerschüttert hielt das deutsche Ostheer in seinen Gräben. Und wieder monatelange stille Wacht hinter Brustwehr und Drahtverhau. –
Die Frühlingsstürme des vierten Kriegsjahres brausten über die Lande. Im Osten entfachten sie den Krieg nicht zu neuen Gluten. Aber drüben in Frankreich brannte er lodernd auf, an der Aisne und bei Arras. Die vereinte Kraft der Westmächte rannte Sturm gegen die deutsche Mauer. Walter Flex hielt es nicht länger in der Stille des östlichen Stellungskriegs. Es trieb ihn nach dem kampfdurchwogten Westen:
»Ich habe mich mit ein paar Kameraden, darunter ein prächtiger alter Major, freiwillig zur Westfront gemeldet. Schwer ist's mir nur geworden im Gedanken an meine Mutter, die auch noch nichts davon weiß. Im übrigen kennen Sie mein Denken. Es ist nicht damit getan, sittliche Forderungen aufzustellen, sondern man muß sie an sich vollstrecken, um ihnen Leben zu geben. Abenteurerlust und Idealismus sind zu Anfang des Krieges viel verwechselt worden, und der unbeugsame und zu keiner Konzession bereite Idealismus, in dem allein das Heil für Gegenwart und Zukunft unseres Volkes liegt, ist selten geworden. Ihr Brief gibt mir willkommene und dankbar ergriffene Gelegenheit, mich zu einem gleichgesinnten Menschen auszusprechen, zumal Sie selbst an die Stimmung rühren, in der ich mich in dieser Schicksalsstunde unseres Volkes befinde, wenn Sie schreiben: ›Es steht mir allerlei Sorgliches vor der Seele, wenn ich an Sie denke.‹ Dazu ist kein Anlaß. Diese Sorge wäre nur begründet gewesen, wenn ich durch Verzicht auf meine Meldung die Einheit zwischen Handeln und Denken aus Herzensrücksichten verletzt hätte. Ich bin heute innerlich so kriegsfreiwillig, wie am ersten Tage. Ich bin's und war es nicht, wie viele meinen, aus nationalem, sondern aus sittlichem Fanatismus. Nicht nationale, sondern sittliche Forderungen sind's, die ich aufstelle und vertrete. Was ich von der ›Ewigkeit des deutschen Volkes‹ und von der welterlösenden Sendung des Deutschtums geschrieben habe, hat nichts mit nationalem Egoismus zu tun, sondern ist ein sittlicher Glaube, der sich selbst in der Niederlage oder, wie Ernst Wurche gesagt haben würde, im Heldentode eines Volkes verwirklichen kann … Eine klare Grenze des Denkens habe ich freilich immer festgehalten: ich glaube, daß die Menschheitsentwickelung ihre für das Individuum und seine innere Entwicklung vollkommenste Form im Volke erreicht, und daß der Menschheitspatriotismus eine Auflösung bedeutet, die den in der Volksliebe gebundenen persönlichen Egoismus wieder freimacht und auf seine nackteste Form zurückschraubt. Mein Glaube ist, daß der deutsche Geist im August 1914 und darüber hinaus eine Höhe erreicht hat, wie sie kein Volk vordem gesehen hat. Glücklich jeder, der auf diesem Gipfel gestanden hat und nicht wieder herabzusteigen braucht. Die Nachgeborenen des eigenen und fremder Völker werden diese Flutmarke Gottes über sich sehen an den Ufern, an denen sie vorwärtsschreiten. – Das ist mein Glaube und mein Stolz und mein Glück, das mich allen persönlichen Sorgen entreißt …«
Sein Wunsch, sich in den entscheidungsvollen Kämpfen des Westens einzusetzen, blieb unerfüllt. Ein mehrwöchiges Kommando rief ihn nach Berlin. Heißen Herzens verfolgte er von dort das Schicksal seiner Kameraden: Sein Regiment kämpfte um Tarnopol. Er erreichte es rechtzeitig, um an der Eroberung Rigas teilzuhaben. Frohe Grüße flogen in die Heimat: »Ich bin ganz glücklich, dabei sein zu dürfen.« Auf Riga folgte Ösel. Aus den neuen Angriffsvorbereitungen heraus schrieb er weiter:
»Von den Kameraden, die vor Monaten nach dem Westen gingen, ist kaum einer mehr am Leben. Es waren ein paar prächtige Menschen darunter, mit denen ich gern hinausgegangen wäre. Ich sehe sie noch am Bahnhof aus dem abfahrenden Zuge winken. ›Schad' daß Sie nicht mitkommen!‹ rief mir Erichson noch zu, der Mecklenburger, der mit Wurche und mir vor Augustow in der 9. Kompanie das Zugführer-Kleeblatt bildete. Nun liegt er auch vor Verdun begraben. Hätte er damals geahnt, daß wir kurz darauf Tarnopol und Riga mitschlagen sollten, er wäre wohl bei uns geblieben. Wo wäre ich wohl heute, wenn meine Meldung damals nicht kassiert worden wäre? Zufälligkeiten oder Bestimmung? Dankbar bin ich immer von neuem für das Gleichgewicht des Herzens, das mir nie ernstlich erschüttert worden ist. Nicht etwa, daß ich das Gefühl hätte, vor anderen bewahrt und aufgehoben zu sein – aber ich habe das geruhige, innere Wissen, daß alles, was mit mir geschieht und geschehen kann, Teil einer lebendigen Entwicklung ist, über die nichts Totes Macht hat …«
An dem Tage, der diesen Brief in die Heimat brachte, traf ihn auf Ösel die tödliche Kugel. Er hatte seine neunte Kompanie zum Angriff auf Lewwal entwickelt. Das Gefecht neigte sich zu siegreichem Ende. Unschlüssig zwischen Widerstand und Übergabe schwankend hielten die Russen noch vor Peudehof. Sein linker Zugführer geht vor und fordert Ergebung. Russische Offiziere erklären den Ankommenden für gefangen. Der springt zurück, das Gewehr im Anschlag: »Herr Leutnant, sie wollen sich nicht ergeben!« Walter Flex hat ein russisches Beutepferd gegriffen und reitet vor. Ein Schuß kracht und fehlt ihn. Er zieht den Säbel, der ihm am Sattel hängt. Mit blanker Klinge reitet er gegen den Schützen an. Gewehrfeuer schlägt ihm entgegen. Eine Kugel fährt ihm durch die Degenhand in den Leib und wirft ihn vom Pferd. Seine Kompanie greift an. Die Russen heben die Hände. Sie sind gefangen. – Die ersten Worte des Verwundeten fragen nach dem Stand des Gefechts. Die Antwort läßt ihn beruhigt zurücksinken.
Seine Leute trugen ihn in eine nahe Hütte. Heiteren Herzens erreichte er das Lazarett. Seinem treuen Burschen diktierte er diese Karte: »Liebe Eltern! Diese Karte diktiere ich, weil ich am Zeigefinger der rechten Hand leicht verwundet bin. Sonst geht es mir sehr gut. Habt keinerlei Sorge. Viele herzliche Grüße! Euer Walter.«
Am nächsten Tage, am Geburtstag seines ihm im Soldatentod vorangegangenen jüngsten Bruders, ist er gestorben. Eins im Leben und Sterben wie im Denken und Handeln ist er stille eingegangen zum größten Erleben, ein wegesicherer Wanderer zwischen beiden Welten. –
Der Abend brachte seinem Regiment den Marschbefehl. Die Nachtstunden, die vor dem Aufbruch verblieben, führten seine Leute zusammen zu stillem Totendienst: Laubgewinde wuchsen unter ihren Händen zu letztem Gruß und Dank.
Das Regiment marschierte. Neun Leute seiner lieben Kompanie blieben zurück. Im Morgenlicht betteten sie ihn in der grünen Ostseeinsel, die sein Herzblut trank. Graugänse rauschten über die frische Erde nach Süden. –
Er ruht in deutscher Erde, wo einst das alte Ordensschloß von Peude stand. Eichenkränze, die ihm Soldatenliebe wand, schmücken Kreuz und Grab. In den Winden des baltischen Meeres webt sein letztes Lied von der lebenspendenden Kraft rein vergossenen Blutes. Der Nordwald rauscht über den Hügeln:
»Wir sanken hin für Deutschlands Glanz. Blüh, Deutschland, uns als Totenkranz! Der Bruder, der den Acker pflügt, ist mir ein Denkmal wohlgefügt. Die Mutter, die ihr Kindlein hegt, ein Blümlein überm Grab mir pflegt. Die Büblein schlank, die Dirnlein rank blühn mir als Totengärtlein Dank. Blüh, Deutschland, überm Grabe mein jung, stark und schön als Heldenhain!«
Im Felde, November 1917.
Martin Flex.
Bücher von Walter Flex
Soeben ist erschienen:
Klaus von Bismarck
Eine Kanzlertragödie
Zweite Auflage Gebunden M 4.–
Schon die Umschlagzeichnung des Buches gibt der Phantasie des Lesers die Richtung auf den Schauplatz und den Stoff der Tragödie: das gotische Stadtbild Stendals mit seinen Tortürmen und dem trotzigen, im Roland symbolisierten Mannesgeist, der in diesen Mauern einst herrschte. Das Drama, dessen Held ein Vorfahre des eisernen Kanzlers ist, wurde in Weimar erfolgreich aufgeführt, ihm werden sich jetzt nach dem Tode des Dichters sicher noch viele Bühnen öffnen.
Wallensteins Antlitz
Gesichte und Geschichten vom Dreißigjährigen Kriege
17.–19. Tausend. Preis gebunden M 3.–. Soeben erschienen
Inhalt: Das Blut der Almuth Petrus – Wallensteins Antlitz – Letzte Wacht – Das Gewitter – Der Trommelbube des Todes – Der Kreis – Der Ring mit den blauen Steinen – Das Armesünderwürfeln
»Allen gemeinsam ist eine großzügige Gestaltungsgabe, die stark plastische Bildreihen schafft. Zugleich weiß Flex in der Art der kräftigen Darstellung, der Häufung der dichterischen Gesichte, der gedrungenen, knappen und doch lebendigen Schilderung den Stil jener Zeit unvergleichlich zu treffen. Ein trotziges, aufschäumendes Leben in bunter, farbsatter Pracht durchströmt die einzelnen Szenen. Das ist ein Abbild der Kraftfülle des damaligen Deutschtums, das dreißig Jahre Krieg zu ertragen verstanden … eine der besten Gaben unserer letzten deutschen Literatur. Ein deutsches Werk von vollgültiger literarischer Bedeutung!« Die Post.
Im Felde zwischen Nacht und Tag
Gedichte
20./21. Auflage. 38. bis 42. Tausend. Preis gebunden M 2.80
»Das Bild von des Dichters Art, wie es seine früheren Werke in scharfen Umrissen erkennen ließen, zeigt sich klar, fast noch schärfer umrissen auch hier. Da ist das feine Naturempfinden, das sich in prachtvoller Sprache, bald in reichen Farben in verborgener Musik schimmernd, bald herb und knapp ausspricht; daneben die Kunst, in scharfen Strichen menschliche Gestalten, menschliches Erleben zu umreißen. Der Dramatiker wird so zum kraftvollen Balladendichter, der aus Einzelheiten des Krieges das Persönliche, das Große wuchtig heraushebt und darstellt. Ein inniges menschliches Mit- und Nachempfinden, eng verbunden mit heißer Liebe zum Vaterland, sturmerprobtes Gottvertrauen und in aller Not des Kriegs nicht umzubringende Behauptung des innersten Selbst, dem auch ein Schuß Humor eignet, durchzieht die Gedichte, die unter der Kriegsliteratur wirkliche und bleibende Werte bedeuten.« Schwäb. Merkur. – »Ein Kriegsdichter, dem die Kraft gegeben, sein reiches Erleben in klangvolle, sprachlich eigenartige und kraftgesättigte Verse zu gießen: er war der edelste Typus der akademischen Jugend, die bei Ausbruch des Krieges freiwillig zu den Waffen griff, er war die Idealverkörperung der deutschen Jünglinge, die aus reinstem Hochsinn für ihr Vaterland sich aufzuopfern gelobten. Der Krieg hatte Walter Flex zum Mann und Dichter herangereift; was er geschrieben, ist durchlebt, hundert- und tausendfältig; seine anschaulichen, bildreichen Gedichte sind der Spiegel seines jäh abgerissenen kampffrohen und friedenssehnsüchtigen Lebens.« Kölnische Zeitung.
Vom großen Abendmahl
Verse und Gedanken aus dem Feld
27./29. Auflage. 58. bis 64. Tausend. M 1.20
»Eines der besten Bücher, die ich je las. Der Krieg ward Walter Flex zu einem wahrhaften, inneren Erleben, und was er in diesem Büchlein schreibt, ist eine Phantasie, geboren aus dem Erleben des Leides dieser Zeit, so wunderbar gestimmt auf den Herzenston der Menschen, wie ich es bei keinem Buche zuvor empfand. Eine tiefe Tragik offenbart sich uns in seinem Büchlein. Er führt uns das Erdenleid der Menschen vor Augen, jedoch nur, daß wir erkennen sollen, daß der Weg zu einem glücklichen Seelenleben nur durch einen Weg tiefen Erdenleides zu erreichen ist.« Alt-Wandervogel. – »Tiefdurchdachte und tiefempfundene symbolische Dichtung, die Herr wird über das grausame Einzelschicksal, das der Krieg bringt, flammende Begeisterung und glühende Vaterlandsliebe, die die gewaltige Größe der Schicksalsstunde unseres ganzen Volkes empfindet und mitschafft, verklärende Poesie, die teils im mystischen Doppelempfinden, teils in mutiger Bejahung des Lebens und des Todes die Gegensätze im Menschenleben deutet und versöhnt.« Der Wächter.
Neue Gedichtbücher von Will Vesper:
Schön ist der Sommer.
Ein Buch Liebeslieder.
Gebunden M 2.80 Soeben erschienen
»Jede lyrische Gabe von Will Vesper bringt einen Strauß poetischer Feinheiten … Es finden sich Perlen unter den Gedichten, die von unvergleichlicher innerer Rhythmik beseelt sind.« Die Post.
Der blühende Baum.
Neue Lieder und Gedichte.
2. Auflage Gebunden M 2.80
»Wieder kommt dem Leser in diesem Buche zum Bewußtsein, daß kein lebender Dichter, außer Dehmel, so rein und selbstverständlich die Tradition unserer größten Lyriker fortsetzt wie Vesper.« Berliner Tageblatt.
Briefe zweier Liebenden.
Gedichte.
5. und 6. Taus. Geb. M 2.80
»Hier steht Vesper auf der Höhe seines künstlerischen Schaffens.« Preuß. Jahrb.
Vom großen Krieg.
Gedichte.
4. u. 5. Tsd. Geb. M 3.–
»Diese Gedichte werden für alle Zeiten zu den bedeutendsten Schöpfungen unserer vaterländischen, überhaupt unserer lyrischen Dichtung gehören.« Münchener Zeitung.
Der Deutsche Krieg in Dichtungen
Herausgegeben von Walther Eggert Windegg
5. und 6. Tausend Gebunden M 2.50
»Der Herausgeber hat ein offenes Auge für alles Charaktervolle und Eigentümliche, das die neue Lyrik bot, und zu loben ist sein unbefangenes Urteil … eine vornehme, streng gesichtete und charaktervolle Sammlung.« Eckart.
Hans Benzmann / Für Kaiser und Reich
Kriegsgedichte. Geheftet M 1.40
»Schlachtenschilderungen, die in der Realistik an Liliencron erinnern … Echte Balladen, vorzüglich zum Vortrage geeignet.« Deutsche Presse, Wien.
Eugen Kühnemann
Univ.-Professor in Breslau
Deutschland und Amerika
Briefe an einen deutsch-amerikanischen Freund
3. Auflage 8. u. 9. Tausend. Preis M 2.50
Aus dem Inhalt: Deutschland und Amerika – Aufklärungsarbeit und Propaganda – Das deutsche Amerika und der Krieg – Das englische Amerika und der Krieg – Präsident Wilson – Universitäten, Kirche, Presse, Gesellschaft – Amerika im Kriege – Deutschland im Kriege
»Der Breslauer Philosoph und berühmte Vorkämpfer für deutsches Wesen und deutsche Kultur in Amerika, hat uns hier das Buch über die Vereinigten Staaten geschenkt, ein Buch, das uns mit unerbittlicher Logik und Klarheit aufzeigt, daß wir drüben niemals Freundschaft erwarten konnten, wie wir in unserem unverbesserlichen Idealismus immer gehofft haben … Den Deutsch-Amerikanern widmet der Verfasser ein besonders ergreifendes Kapitel … Das ganze Buch ist ein stolzes Bekenntnis eines bedeutenden Mannes zu der Größe, der sittlichen Kraft und Ueberlegenheit seines Vaterlandes.« Deutsche Tageszeitung.
Dr. Hans Volkelt
Demobilisierung der Geister?
Eine Auseinandersetzung vornehmlich mit Geheimrat Professor Dr. Ernst Troeltsch
1.–3. Tausend · (Soeben erschienen) · Kartoniert M 1.50
»Das Ziel der Schrift ist die Stärkung der deutschen Kraft, die Aufweisung der großen Gefahr einer matten Verzichtsgesinnung, die über einem Hangen an abstrakten Theorien der Aufklärung die wahre Lage und Aufgabe der Gegenwart verkennt und verleugnet … Sie ist eine in Fichteschem Sinne, und wir dürfen mit Freude sagen, auch mit Fichteschem Geist geschriebene Aufforderung an das deutsche Volk, auf der Höhe der großen, wenn auch schweren Zeit zu stehen und allen Gefahren draußen und drinnen standzuhalten, alle Ermattung und Verflachung, auch wo sie sich einschmeichelnder Phrasen bedient, energisch abzuweisen. So geht in Wahrheit eine stärkende und belebende Kraft von diesem Büchlein aus; man sollte es in Masse verbreiten.« Rudolf Eucken (Magdeburgische Zeitung).
Robert Saitschick
Wotan und Brünnhilde (Die Geburt der Seele)
(Soeben erschienen!)
Gebunden M 4.–, in Halbpergament und auf Bütten M 12.–
Der Leser wird erstaunen, welche Schönheiten, welche bisher nicht von ihm bemerkten Tiefen Richard Wagners Dichtung des Nibelungenringes in sich birgt. Nun sieht er, daß neben der Musik auch die Dichtung genauerer Betrachtung wert ist, daß Alberich, Wotan, Freya, Loge, Erda, Brünnhilde nicht bloß die Gestalten eines in ferner Urzeit liegenden Mythos sind, den Wagner dramatisch gestaltet hat, sondern Verkörperungen der Lebensmächte, die, so lange diese Weltzeit dauert, im Leben walten, also auch heute noch. Saitschicks Buch ist ein Führer zur Kunde vom Geistigen, eine ganze Philosophie steckt darin, die der Leser ohne großes Bemühen für das tägliche Leben fruchtbar machen kann. Wir möchten dieser Philosophie viele offene Herzen wünschen, denn sie ist eine Wegbereiterin zu noch höheren Erkenntnissen. Das Buch ist ohne Zweifel den klassischen Schöpfungen unserer Literatur beizuzählen.
Saitschick / Von der innern Not unseres Zeitalters
Ein Ausblick auf Fausts künftigen Weg
Gebunden M 3.50
»Faust ist auch in Saitschicks Betrachtung nur der Name für den innern Menschen unserer Tage. Und wie Goethe, so setzt auch Saitschick sich mit ihm selbständig auseinander. Nur sieht er schärfer; denn Faust ist inzwischen ein Jahrhundert seinen Weg weiter gegangen. Die Konflikte sind ausgeprägter, der Ausgleich schwerer. Die innere Not ist darum intensiver, ich bin versucht zu sagen ehrlicher empfunden. Und darauf zielt der Sinn des Büchleins: dem strebenden Faust unserer Tage Ausblick zu geben auf den kommenden Weg.« Hochland.
Robert Saitschick / Franziskus von Assisi
Dritte Auflage. Gebunden M 4.–, Halbpergament M 6.–
»Diese neue Gabe Saitschicks, abgeklärt in sich und gelöst von jeder Kontroverse und Diskussion, hat uns in seltener Weise angesprochen, ergriffen, gefesselt.« Preußische Jahrbücher.
Joseph Bernhart / Tragik im Weltlauf
Leicht gebunden M 2.80
»In der Tat ein wahres Trostbuch für jeden, der in der allgemeinen Erschütterung der Dinge die Frage nach den Fundamenten unseres Daseins stellt.« Alfred Frhr. Menst von Klarbach (Bayerische Staatszeitung).
Johannes Müller / Vom Leben und Sterben
16. bis 20. Tausend Leicht gebunden M 1.40
Inhalt: Der Tod – Gibt es ein Leben nach dem Tode? – Diesseits und Jenseits – Das Ende – Der Abschied – Die Heimsuchung – Der Aufschwung
Johannes Müller / Hemmungen des Lebens
17. bis 21. Tausend Gebunden M 4.–
Inhalt: Die Trauer – Die Furcht – Die Sorge – Das Tragischnehmen – Die Unsicherheit – Der Zweifel (das Mißtrauen) – Das Kritisieren – Der Andere in uns
Johannes Müller / Die deutsche Not
Erlebnisse und Bekenntnisse aus der Kriegszeit
Gebunden M 4.–
Aus dem Inhalt: Kriegseindrücke und Kriegsfragen – Wie soll sich der Christ zum Kriege stellen? – Jesus und der Krieg – Und die Kirche? – Geduld im Kriege – Wider den Haß – Bankerott des Christentums? – Briefe eines Hauptmanns aus dem Felde – Vom Wiedersehen in der Heimat – Ueber den Krieg hinaus – Verlust und Gewinn usw.
Johannes Müller / Reden über den Krieg
Gebunden M 3.50
Inhalt: 1. Der Krieg als Schicksal und Erlebnis. 41. bis 43. Tsd. – 2. Der Krieg als Not und Aufschwung. 31. bis 35. Tsd. – 3. Der Krieg als Gericht und Aufgabe. 31. bis 33. Tsd. – 4. Der Tod fürs Vaterland und die Hinterbliebenen. 31. bis 34. Tsd. – 5. Der Krieg als religiöses Erlebnis
Ludwig Kemmer / Briefe an einen jungen Offizier
Zweite Auflage Gebunden M 1.–
Friedr. Th. Körner
Die inneren Werte des deutschen Soldaten
Geheftet M –.70
Inhalt: Die innere Sittlichkeit – Gehorsam und Pflichtgefühl – Heldentum und Tapferkeit – Kameradschaft – Religiöses Empfinden – Gemüt und Empfindung
Karl Berger. Vom Weltbürgertum zum Nationalgedanken
Zwölf Bilder aus Schillers Lebenskreis und Wirkungsbereich
Gebunden M 8.50 Soeben erschienen
»Sämtlichen Betrachtungen Bergers, in deren Mittelpunkt immer wieder Schillers edle, alle überragende Gestalt als unser gewaltigster Führer in der Wende der Zeiten hervortaucht, gebührt die Anerkennung, daß sie in strenger Sichtung des reichen Stoffes und in gefälliger Form bedeutende Ausblicke in eine lehrreiche Vergangenheit eröffnen und auch unmittelbar für die Gegenwart vertiefende Anregungen geben.« Schlesische Zeitung.
Hermann Reich
Die Flotte. Eine Tragödie
Preis kartoniert M 4.50; in Halbpergament M 6.–
»Dionysische Ekstase, Aechyleischen Schwung und Shakespearesche mimische Buntheit verschmilzt Reich zu einem großen modernen Stil. Es ist der Stil des neuen Deutschen Reiches, das aus dem Weltbrand hervorgehen muß. – Sonst wüßte ich mit Reichs Sprache nur die Luthers an den christlichen Adel deutscher Nation zu vergleichen.« Prof. v. Hauff (Monatshefte der Comeniusgesellschaft).
Will Vesper
Martin Luthers Jugendjahre
Bilder und Legenden
Gebunden M 4.–
»Ein deutsches Festes- und Feierbuch lauterster Art. Wer sich ein offenes Herz, ein empfängliches Gemüt bewahrt hat, wird aus diesen zauberhaft poetischen Ausflüssen einer religiösen Seelenmelodik, aus diesen heilig-ernsten Ergebnissen eines unvergleichlich tiefen dichterischen Sehnens und Schauens die Gestalt des jungen Luther sich erheben sehen, wie er sie niemals aus den wissenschaftlichen Erörterungen zu begreifen vermochte.« Die Post.
Soeben ist erschienen:
Der Pfeifenkönig
Ein Roman aus der Gegenwart
Von Karl Strecker
Zweite Auflage Gebunden M 6.–
Kein Kriegsroman und doch tief aus dem Born unserer Zeit geschöpft. Was dieser Zeit an Gebresten und Vorurteilen, aber auch an Keimen der Größe innewohnt, das ist mit klarem Blick umfaßt und an dem bewegten Leben des »Pfeifenkönigs« (ein Spitzname mit tragikomischem Beigeschmack) aufgezeigt. In der tiefen Problemstellung und in der ganzen Weltauffassung des feinstilisierten Buches klingt das Ethos einer neuen Zeit. Es wird gemünzt in kluge Gedanken, es wird getragen von einem starken Poetenempfinden, das sich nicht zum wenigsten in knappen, leuchtenden Naturschilderungen kundgibt.
Von berühmten Zeitgenossen
Lebenserinnerungen einer Siebzigerin
Von R. Braun-Artaria
Mit zwei Bildnissen der Verfasserin von Anselm Feuerbach und Franz von Lenbach
Achte Auflage Gebunden M 5.50
»Ein prächtiges Buch und von wirklichem kulturgeschichtlichem Wert … Auch wer die hier vorkommenden Personen gekannt hat, wird sie immer da oder dort von einer neuen Seite beleuchtet sehen. Sie gehören den verschiedensten Gebieten von Wissenschaft, Kunst und Dichtung an. Ob Naturforscher und Geographen wie Zittel, Wagner und Ratzel vor uns treten, ob Gespräche mit Döllinger berichtet werden, ob wir von Piloty, Feuerbach, Schwind, Lenbach, Otto Greiner, Franz von Liszt hören, ob Bodenstedt, Heyse, Scheffel, um nur einiges anzudeuten, überall wird man sogleich gefesselt und folgt dem Lauf der Erzählung mit Genuß, und bedauern wird man an dem Buche zuletzt nur, daß man es schon zu Ende gelesen hat.« Literarisches Zentralblatt.
C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck in München
C. H. Beck'sche Buchdruckerei in Nördlingen