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Der tolle Koffer

Inhalt (continued 2)

Reading edition

Rosette
Rosette

Kein Grund

Angestellter (der krankheitshalber einen Tag im Geschäft gefehlt hat, sich beim Chef entschuldigend): „Herr Chef werden verzeihen, daß ich nicht kommen konnte, hatte mir anscheinend den Magen verdorben, konnte den ganzen Tag nichts essen.“ — Chef: „So, das hätten Sie auch hier im Geschäft besorgen können.“

Rosette
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Ein schofler Prinzipal

Der Hausknecht des als Knauser bekannten Kaufmanns Knickrig begeht das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit in Knickrigs Hause, bei welcher Veranlassung letzterer ihn morgens in sein Kontor ruft und ihm nach einigen salbungsvollen Worten über bewiesene Treue usw. eine entsprechende Belohnung verheißt, welche er dem mit hochgespannten Erwartungen vor ihm stehenden Hausknecht in Gestalt seines Porträts überreicht. „Aber, Herr Knickrig,“ ruft der Hausknecht, das Porträt betrachtend, „das sieht Ihnen ähnlich!!“

Rosette
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Mit vereinten Kräften

„Bei den Schmumüllers soll's ja so wackelig stehen.“

„Das wundert mich nicht. Die ganze Familie von acht Köpfen ist im Geschäft tätig und jeder verrechnet sich zu seinen Gunsten.“

Rosette
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Dividenden der Schlauheit
Dividenden der Schlauheit

Unter Geschäftsfreunden

Löb Wasserfloh, Grünwarenhändler aus Tarnapol, schreibt an seinen Spediteur Nachmann Traubeles in Alexandrowo:

„Ich bestätige Ihnen den Empfang von 1500 Gulden. Drei Banknoten à 100 Gulden waren falsch. Diesmal gelang es mir doch, dieselben unterzubringen.“

Rosette
Rosette

Schlau

„Haben Se geschrieben dem Salzlecker, er sei e' Lump und e' Betrüger?“ — „Jawohl, Herr Prinzipal!“ — „Na, glauben Se nich, daß er sich noch besinnt und bezahlt gutwillig?“ — „Wir haben immer noch einige Hoffnung!“ — „Dann streichen Se wieder aus den Lump und den Betrüger — aber so, daß er's kann noch lesen zur Not!“

Rosette
Rosette

Gedankenbalken eines Handlungsgehilfen

Pünktlichkeit im Schließen des Geschäfts ist die Höflichkeit der Prinzipale.

Besser einen dicken Chef, als ein mageres Gehalt.

Man soll den Chef nicht vor der Weihnachtsgratifikation loben.

Gehalt gibt es Ultimo. Vorschuß am Ersten eines jeden Monats.

Rosette
Rosette

Kaltblütig

Die Spinnerei von Moritz Keller ist in Flammen. Kolossale Aufregung in der ganzen Stadt.

Moritz Keller ist verschwunden. Endlich, gegen Mittag findet die besorgte Familie ihn im Kontor von Enesberger & Söhne, Wollwaren en gros.

„Vater,“ rufen die Söhne, „Moritz,“ schreit die Frau — „was treibst du hier, während dein Haus brennt?“

„Nu, wie ich gesehn hab anfangen den Brand, hab ich kalkuliert: nu krieg ich doch ä größere Summe von der Versicherung. Nu kann ich doch ä größere Summe nicht gleich verwerten, denn die Spinnerei wird doch verbrännt sein. Hab ich gemacht mit Enesberger Söhne än Eventualvertrag auf stille Beteiligung mit 300000 M. für den Fall, daß meine Spinnerei abbrennt. Nu bin ich aber neugierig: is se nu richtig abgebrännt oder nich?“

Roda Roda

Rosette
Rosette

Im Schuhwarenladen

„Sind die Sohlen auch dauerhaft?“

„Es sind die besten amerikanischen Sohlen — wir garantieren ein volles Jahr.“

„Aber das Oberleder taugt nichts.“

„Erlauben Sie? Die paar Wochen, was unsre Sohlen halten, hält das Oberleder auch noch aus.“

Rosette
Rosette

Die Haferlieferung. Von Roda Roda.

Eines Tages kam eine Kommission, bestehend aus drei Offizieren, einem Wachtmeister und einer Stehleiter, zu Joschkele Seidenfutter nach Mikulintze bei Tarnopol und begehrte das Fouragemagazin zu sehen. — Joschkele öffnete jammernd, der Wachtmeister stieg auf die Leiter und besichtigte eingehend den Plafond des Magazins an zwanzig Stellen und in allen Fugen und Ecken. —

Als er fertig war, salutierte er und sagte: „Herr Oberst, ich meld ghorsamst, es is nix.“

„Hm,“ sagte der Oberst und weidete sich an dem Anblick des geängstigten Joschkele, „möchten vielleicht Herr Leutnant die Güte haben —?“

Also stieg der Herr Leutnant auf die Leiter — mit einigen Segenswünschen für die Andersgläubigen — pochte den Plafond von links nach rechts ab, dann von rechts nach links — hinten und vorn — — — nichts.

Der Herr Rittmeister deutete den flehenden Blick des Obersten ganz richtig, indem er ebenfalls auf die Leiter stieg. Er holte mit seiner besten Ulanka die Spinnweben von der Magazinsdecke, aber auch er fand nichts.

Endlich der Herr Oberst selbst. Er drohte zuerst dem Joschkele mit der Faust und kletterte dann. Er bohrte mit dem Finger in alle Ritzen. Er fand einen verstaubten Riß im Plafond, den die anderen alle nicht gefunden hatten, war sehr stolz auf ihn, putzte ihn sauber aus, besah ihn so lange, bis ihm der Schmutz in beide Augen fiel — nichts.

Die Kommission ging, und Joschkele versperrte die Tür. Draußen zog er sehr tief den Zylinder und sagte: „Se entschuldigen schon, Euer Gnaden, Herr vün Oberst, bis hundertzwanzig Jahre sollen Se leben ünd gesünd sein und lauter Frad erleben. Aber wos kloppen Se mr auf mei Boden erüm?“

„Das will ich Ihnen sagen, Herr Seidenfutter,“ der Herr Oberst zog ein Schriftstück aus der Brusttasche — „Sie haben vor einigen Wochen im Offertwege die Fouragelieferung für das Ulanenregiment Nr. 9 erstanden?“

„Ja, Herr vün Oberst, bis hün — —“

„Mit zwanzig Hellern per Zentner unter dem Marktpreis?“

„Was tut e Mensch nit for dem Militär, Herr vün Oberst.“

„Sehr schön, daß Sie Patriot sind, Herr Seidenfutter — aber die Leute glauben was andres. Da — lesen S' den anonymen Brief, was ich gestern kriegt hab. Wenn der Proviantoffizier und Tierarzt den Hafer übernommen haben und das Magazin versiegelt is, sollen Sie durch ein Loch im Plafond schlechten Hafer herunterschütten.“

„E Konkorrenz-Manöver, Herr vün Oberstleben, bis hün —“

„Schon gut — ich weiß — wir haben uns überzeugt. Aber wir wollen ein wachsames Auge auf Sie haben — richten Sie sich darnach.“

„Ich soll nix essen können, Euer Gnaden, wenn bei mir so eppes vorkümmt, Herr vün Oberstleben.“

Zwei Tage später kam eine neue Kommission: drei Herren, ein Wachtmeister und eine Leiter. Sie suchten wieder das Loch im Plafond und fanden es wieder nicht.

Es kam noch eine dritte Kommission am Montag früh, eine Donnerstags nachts, eine am Sonntag nachmittag.

In der folgenden Woche gab's täglich Untersuchungen: vom Regiment, von der nächstbeteiligten Eskadron, vom Verpflegsmagazin, vom Militär-Stationskommando, noch einmal vom Regiment und noch einmal von der Eskadron. Immer ohne Erfolg.

Dann setzte sich Joschkele Seidenfutter hin und schrieb einen Brief:

„Lieber Schwager Ignaz Germteig, Branntweinbrennerei und Schlempenerzeugung in Tarnopol!

Ich dank dir, lieber Schwager, daß du bist gewesen eso freindlich, aber vün jetz an schreib ka anenime Briefe mehr. Warüm? Weil auf den letzten is schon gar keine Kommission mehr gekümmen. Jetzt kann die Konkorrenz schreiben, wenn se will. Daweil hob' ich mr schon geloßt machen das Loch in Plafon. Mit tausend Griße

Joschkele.“

Rosette
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Scharfblick

Prinzipal: „Na, haben Sie den ‚Müller’ gefunden, für den ich Ihnen die Rechnung ausgeschrieben hatte?“

Kommis: „Leider nicht! In dem Hause wohnten eine ganze Menge ‚Müller’, von denen keiner unser Schuldner sein wollte. Der letzte hat mich sogar hinausgeworfen!“

Prinzipal: „Zu dem gehen Sie nochmal — der ist's!“

Rosette
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Minenspekulation

„Was machst du hier vor der Börse?“ — „Ich spekulier' in Minen!“ — „Wieso in Minen?“ — „Wenn einer rauskommt und macht 'ne gute Miene, schnorr ich ihn an — macht er 'ne böse Miene, lass' ich ihn laufen!“

Rosette
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Fein umschrieben

Maimum Kanalgeruch aus Tornow wird von einem Bekannten gefragt, wie sein letzter Konkurs ausgegangen sei.

„Hm,“ sagt Maimum, „wie soll er sein ausgegangen? Eines Tages haben mich eingeladen meine Gläubiger, ich soll geben Aufklärung über meine Bücher. Bin ich gekommen in e großes schönes Haus nach Lemberg, hat mich e Herr schöne grüne Beamtenuniform angezogen, hat mich aufgefordert zum Sitzen, und darauf bin ich gesessen und bin gesessen un hab' sechs Monat Aufklärung gegeben über meine Bücher!“ —

Rosette
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Im Vertrauen

„Hörst, einem alten Freund nimmst Du eine etwas indiskrete Frage wohl nicht übel: Mit den Annoncen, daß Du Deine Waren unter dem Einkaufspreis verkaufst, hat es doch kaum seine Richtigkeit? Das ist nur ein Lockmittel fürs Publikum?“ — „Ganz und gar nicht!“ — „Aber wie kannst Du denn unter dem Einkaufspreis verkaufen?“ — „Im Vertrauen gesagt, ich bezahle halt den Einkaufspreis nicht!“

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Spezialität

„Warum behalten Sie diesen Schlingel von Kontoristen?“ — „Der Kerl mahnt großartig.“

Rosette
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Der Kaufmann

Eine Fabel von Karl Ettlinger.

Es war einmal ein Kaufmann, der war in jungen Jahren nach England ausgewandert und hatte dort lange Zeit gelebt und es zu großem Ansehen gebracht. Als er nun, von Heimweh ergriffen, wieder nach seinem Vaterland zurückkehrte, da wunderte er sich baß über vielerlei. War er in England in einer Gesellschaft von Aristokraten, hohen Militärs, Künstlern oder Politikern gewesen, so hatte man ihm stets die höchste Achtung gezollt, man hatte auf seinen erfahrenen Rat gehört, und seinen praktischen Sinn bewundert. Anders erging es ihm zu Hause. Redete er, so hörte man ihm wohl aus Höflichkeit zu, aber man ging über seinen Rat hinweg und lächelte arrogant: „Koofmich!“ Denn diesen geistvollen Namen hatten seine Landsleute für den Kaufmannsstand geprägt.

Unser Kaufmann war ein intelligenter Kopf, und so ging er den Ursachen dieser eigentümlichen Geringschätzung nach. Er konnte sie aber nicht entdecken, sondern vermochte nur festzustellen, daß diese Geringschätzung sich nahezu auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zeigte. Im Parlament fand er zwar Landräte, Journalisten, Pfarrer, Handwerker, Agrarier, aber kein Dutzend Kaufleute. In der Diplomatie und den Staatsstellungen traf er fast ausschließlich Juristen an, Angehörige einer bestimmten Kaste, zumeist feudale Protektionskinder. Das war sonderbar. Doppelt sonderbar für einen Mann, der von England her das Gegenteil gewöhnt war. Also machte er sich auf den Weg zum Ministerium, denn er hoffte, dort des Rätsels Lösung zu erfahren. Nachdem er zehn Stunden gewartet hatte, ließ ihn der Finanzminister vor.

„Exzellenz,“ begann er, „gestatten Sie mir, Ihnen ein Rätsel aufzugeben: wie kommt es, daß der Stand, der die meisten Steuern zahlt, der fast allein die Zölle aufbringt, vom Staate in jeder Beziehung so stiefmütterlich behandelt wird?“

Der Finanzminister sah den Klagesteller mißtrauisch an. Sowas war ihm noch nicht vorgekommen. Dann lehnte er sich zurück und sagte: „Warum man diesen Stand so schlecht behandelt? Sehr einfach: weil es der Kaufmannsstand ist!“

Das Wort „Kaufmann“ sprach er mit einer Betonung aus, wie etwa ein Kind „Lebertran“ sagt.

„Uebrigens,“ fuhr der Finanzminister fort, „nebenan wohnt der Kultusminister, vielleicht weiß der näheres!“

Also ging unser Kaufmann zum Kultusminister.

„Exzellenz,“ sagte er, „gestatten Sie mir, Ihnen ein Rätsel aufzugeben: wie kommt es, daß der Stand, der am meisten deutsche Kultur, deutsche Sprache und deutsche Sitten über den Erdball trägt, vom Staate in jeder Beziehung so stiefmütterlich behandelt wird?“

Der Kultusminister sah den Fragesteller mißtrauisch an. Dann sagte er: „Sehr einfach, Verehrtester! Weil es der Kaufmannsstand ist!“

... Weil es der Kaufmannsstand ist! Dieselbe Antwort erhielt er, als er beim Handelsminister frug, warum der Staat Börsengesetze mache, ohne die Börse zu befragen; als er beim Justizminister frug, warum der jüngste Assessor mehr Macht und Ansehen genieße, als der kenntnisreichste Prokurist? Zuletzt ging er zu einem Hofmarschall.

„Exzellenz,“ sagte er, „gestatten Sie mir, Ihnen ein Rätsel aufzugeben: Wenn unser Vaterland heute so groß und geachtet dasteht, so verdankt es das mit in erster Linie seinem Handel und seiner Industrie. Wie kommt es nun, daß wir unter allen unseren Ministern und Diplomaten nur einen Kaufmann haben? Daß der Kaufmann als quantité négligeable behandelt wird? Daß das vielseitige Wissen, die praktische Erfahrung unserer Kaufmannschaft fast gar nicht dem Staate nutzbar gemacht wird?“

Der Hofmarschall runzelte die Stirne. So ein frecher Koofmich! Aber der Hofmarschall bezwang seinen Zorn und sagte: „Sehr interessant, was Sie da sagen! Ich werde Ihnen die Antwort schriftlich geben!“ und notierte sich die Adresse.

Seit dieser Unterredung sind viele Jahre verflossen. Unser Kaufmann ist alt und grau geworden, aber eine Antwort auf seine Frage hat er noch nicht erhalten. Und das ist begreiflich. Denn warum der deutsche Kaufmann in seinem Vaterlande so wenig gilt, das weiß kein Mensch! —

Rosette
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Der Nassauer

Ein schlauer Konzertunternehmer beabsichtigt, einen „Star“, die berühmte Sängerin Trillerini, in der Hauptstadt singen zu lassen. Um das Publikum vorher recht neugierig zu machen, rückt er in der gelesensten Zeitung eine Woche lang bloß die Worte ein: „Sie kommt!“ Am achten Tage hatte er vor, die Neugierde des Publikums zu befriedigen und zu sagen, wer komme ... Wer beschreibt aber sein Erstaunen, als er am siebenten Tage in derselben Zeitung liest:

Sie ist da! die anerkannt beste Fett-Glanzwichse, die Schachtel zu 15 Pfennige. Zacharias Schlaucherl, Schnipferstr. 23.

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Ein umsichtiger Geschäftsmann

Dame (die vom Chef bis zur Tür des Geschäftes hinausbegleitet wird): „O, das war gar nicht nötig, ich hätte auch so hinausgefunden; danke für gütige Begleitung.“ — Chef: „Keine Ursache, meine Dame, das ist bei uns Geschäftsusus, — es wird nämlich in letzter Zeit — so schrecklich viel gestohlen!“

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Die Krawatte

Nathan Bauchgedärm kauft bei einem seiner Lieferanten einen großen Posten Ware und es glückt ihm, dem Lieferanten dafür 280 M. in bar zu zahlen und ihm noch einen Wechsel über 20 M. anzudrehen.

Als er geht, sagt er: „Hab' ich bei Ihnen gekauft für dreihundert Mark Ware, da könnten Se mer doch auch ä Presentchen machen?“

Der Lieferant gibt ihm eine schwarze Krawatte.

„Haißt ä Präsentche,“ ruft Bauchgedärm, „ä Krawatte! Keine 25 Pfennige is se wert, und for dreihundert Mark hab' ich gekauft!“

„Na, schön,“ sagt der Lieferant, „weil Se sind ä anständiger Kunde von mir, will ich Ihnen ä anständiges Geschenk geben; hier haben Sie Ihren Wechsel zurück!“

Nathan nimmt den Wechsel, dreht ihn hin und her, kratzt sich am Kopfe und sagt dann:

„Geben Se mir doch lieber die Krawatte!“

Rosette
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Schneller Verdienst

„Heut' hab' ich in einer Sekunde zehn Mark verdient.“

„Wieso?“

„Ae Kunde hat wollen kaufen bei mir ä Winterrock und fragt, was er kostet. Schon hab' ich wollen sagen zehn Mark — in der letzten Sekunde hab' ich gesagt zwanzig.“

Rosette
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Ende gut, alles gut

Dem Herrn Elkan wird am Tage des Versöhnungsfestes ein Kognak offeriert. Er lehnt höflich ab mit den Worten: „Erstens trinke ich nie Kognak, zweitens darf ich am Versöhnungstage überhaupt nichts genießen, drittens habe ich eben einen Kognak getrunken, und viertens — na, geben Sie schon her!“

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Verlockend

Agent (einer Unfallversicherungs-Gesellschaft zu einem Reisenden): „Sehen Sie, mein Lieber, gesetzt den Fall, Sie brechen ein Bein, so bekommen Sie 10000 Mark; brechen Sie nach vier Wochen einen Arm, so bekommen Sie 25000 Mark; brechen Sie aber gar das Genick, so bekommen Sie 50000 Mark — und sind dann der glücklichste Mensch der Welt!“

Rosette
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Erster Kaufmann: „Na, Sie haben's weit gebracht, nach einem Jahr melden Sie schon Konkurs an?“ —

Zweiter Kaufmann (stolz): „Nicht wahr? Und mit gar nichts habe ich angefangen.“

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Ein Schreckschuß

„Onkel, wenn Du mir die tausend Gulden verweigerst, dann spring' ich ins Wasser.“ — „Werst De kriegen 'n Schnupfen!“ — „Oder schieße mir eine Kugel vor den Kopf.“ — „Werd se prallen ab an Deiner Stirn.“ — „Dann kaufe ich mir einen Strick.“ — „Werd nichts tun ein Strick dem andern.“ — „Ich laß mich taufen!“ — „Werden wir uns freuen, daß mer sind Dich los!“ — „Gebe ich meine Studien auf und eröffne Dir gegenüber ein Konkurrenzgeschäft!“ — „Hier hast De's Geld!“

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Das Ehrenwort

„Itzigsohn, was kostet jetzt der Hafer?“ — „160 Mark!“ — „Hör' mal, Itzigsohn, ich werde dir 158 Mark geben.“ — „Gott soll mich strafen! 158 Mark! Ich geb' Ihnen mein Ehrenwort, daß der Schröter schon hat geboten 159,50 Mark.“ — „Itzigsohn, wenn du mir gibst dein Ehrenwort, daß das gelogen ist, werde ich dir 159,50 Mark geben.“ — „Is in Ordnung.“

Rosette
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Leichte Karriere

Wenn einer weiß, was er will, und nur das will, was er kann, und kann was er will, und weiß, daß er kann was er will, der wird ein ganzer Mann.

Rosette
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Ein Sophist

Moses Treppengeländer merkt auf einer Geschäftstour, daß er seine Pantoffel zu Hause gelassen hat, er setzt sich also abends ins Schreibzimmer des Hotels und schreibt an seine Frau:

Liebes Rebeckchen! — Ich möcht Dir bitten, sende mir Deine Pantoffel! Ich brauche allerdings nicht Deine Pantoffel, sondern meine Pantoffel, aber wenn ich Dir schreibe, meine Pantoffel, wirst Du ja lesen meine Pantoffel und verstehen Deine Pantoffel und mir schicken Deine Pantoffel. Darum schreibe ich Deine Pantoffel, damit Du liest Deine Pantoffel und verstehst meine Pantoffel und mir wirklich meine Pantoffel schickst.

Dein Moses.

Rosette
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Recht hat er

Onkel: „Jetzt habe ich dir das teure Buch „Der kleine Kaufmann“ geschenkt, und du hast noch keinen Blick hineingeworfen.“ — Moritzche: „Ach, Onkel, was ist denn heutzutage ein kleiner Kaufmann!“

Rosette
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Eigentümlicher Handel

Geschäftsmann (vor dem Laden zu einem Kunden): „Sie lassen sich ja gar nicht mehr bei mir sehen, wollen Sie denn gar nicht mehr bei mir kaufen?“ — Kunde: „Nee, wenn Sie immer sagen, Sie hätten Schaden dabei — das kann ich doch nicht verlangen.“ — Geschäftsmann: „Nun ja, aber wenn Sie recht viel kaufen, habe ich doch immer etwas Nutzen!“

Rosette
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Der Sozius

Ein nettes Geschichtchen erzählt man sich in der Berliner Konfektionsbranche: Die beiden Chefs eines noch nicht lange bestehenden Hauses hatten einen Reisenden, mit dem sie sehr zufrieden waren. Im ersten Jahre hatte das Geschäft rein netto 16000 Mark gebracht, so daß auf jeden der Inhaber 8000 Mark kamen, der Reisende aber hatte 12000 Mark verdient. Da er wußte, daß ihn die Firma nötiger brauche als er die Firma, verlangte er als Sozius aufgenommen zu werden. Nach einigem Hin und Her setzte er seine Forderung durch. Dem neuen Chef wurde außer anderen Ehrenrechten auch die Benutzung der den Chefs vorbehaltenen Toilette eingeräumt und der dazu gehörige Schlüssel mit einer gewissen Feierlichkeit überreicht. Ein Jahr verging, der neue Mitbesitzer hatte stramm gearbeitet, und der Reingewinn hatte sich auf 30000 Mark gehoben. Auf jeden der Chefs kamen 10000 Mark. Als der frühere Reisende dies Ergebnis erfuhr, ging er still an sein Pult und brachte den Schlüssel seinen Kompagnons zurück. „Zweitausend Mark dafür sind mir zu teuer,“ sagte er, und aus dem Associé wurde wieder ein Angestellter.

Rosette
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Bilanzen der Liebe
Bilanzen der Liebe

Semper idem

Herr Bankier Cohnreich (zu seiner Frau, welche auf den Stuhl steigt, um auf dem Schrank etwas zu suchen): „Berta, verlier' nicht de Bilanze!“

Rosette
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Glücklicher Ausweg

Moses kommt zum Rechtsanwalt.

„Herr Rechtsanwalt, was soll ich machen, jedesmal wenn ich nach Haus komme, sitzt mein Buchhalter mit meiner Frau zusammen auf'm Sofa und da knutschen sie sich ab.“

„Schmeißen Sie doch Ihren Buchhalter 'raus!“

„Das kann ich nicht, er ist im Geschäft unentbehrlich.“

„Dann lassen Sie sich von Ihrer Frau scheiden!“

„Ich habe meine Frau so lieb — das tu' ich nicht.“

„Dann kann ich Ihnen nicht helfen.“ — —

Nach einiger Zeit treffen sich Moses und der Rechtsanwalt auf der Straße.

„Na, haben Sie sich nun von Ihrer Frau scheiden lassen oder haben Sie Ihren Buchhalter 'rausgeschmissen?“

„Nee — ich habe 's Sofa verkauft!“

Rosette
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Liebesbrief im Geschäftsdeutsch

Liebste Emma!

Im Besitze deiner werthen Zeilen Von dem fünfundzwanzigsten currentis Beehr' ich mich ergebenst mitzutheilen Daß mein Herz in heißer Lieb entbrennt is. Dich hab ich ergebenst auserkoren Als die höchste Sehnsucht meiner Triebe Und so bitt' ich Euer Wohlgeboren Höflichst um gefäll'ge Gegenliebe. Welche Qual mir Deine werthen Blicke schufen! Ach und dennoch kann ich nicht bereuen. Deine Reize brauchen nämlich unberufen Wirklich keine Konkurrenz zu scheuen! In Betreff der heiligsten Gefühle, Welche ganz ergebenst in mir brennen, Da bedaure ich, o blonde Kühle, Leider keine Rücksicht mehr zu kennen. Nein, ich kann mich nicht mehr länger fügen Oben detaillierten Schicksalsschlägen Und so sehe ich denn mit Vergnügen Ihrer werthen Rückantwort entgegen.

Karl Ettlinger

(Aus „Streifzüge eines Kreuzvergnügten.“)

Rosette
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Ein schlagender Beweis

Herr Isidor Nelkenkopf hat eine Geschäftsführerstelle für sein Seidenhaus ausgeschrieben und läßt sich die einzelnen Bewerber in seine Privatwohnung kommen, denn seine Frau hat — wie in allen Sachen — auch im Geschäft ein wichtiges Wort mitzusprechen. Drei Herren hatten sich bereits vorgestellt, doch keiner entsprach den gestellten Forderungen. Plötzlich geht die Tür auf und der vierte Bewerber tritt ein: Herr Isaak Fingerstock. Sobald dieser seine Prinzipalin in spe erblickte, schrak er sichtlich zusammen und brachte kein Wort hervor. Herr Nelkenkopf bemerkte dies und frug erstaunt:

„Nuu — was is das? Kennen Se ihr?“

„Ja“ — stotterte Fingerstock, „ich — ich — —“

„Nuu und woher kennen Se ihr?“ unterbrach ihn der Prinzipal.

„Ich — ich war mal mit ihr verlobt,“ — sagte Fingerstock zaudernd.

„Verlobt! — mit ihr!“ schrie Nelkenkopf, „und trotz ihres Geldes haben Sie ihr nischt geheirat. Das beweist mir, daß Sie unbedingt ä kluger Kopf sein missen. Sie passen mir in mein Geschäft. Morgen können Se de Stellung antreten!“

Herr Aaron Tapetenmuster, Chef der Firma Tapetenmuster & Cie., kommt eines Tages zu ungewohnter Stunde heim und findet zu seinem Entsetzen seinen ersten Reisenden mit seiner jungen schönen Frau in einer äußerst kompromittierenden Situation.

„Sie Lump, Sie elendiger,“ fährt er auf den Ehestörer los, „Sie Spitzbub, Sie Hallunk, Sie Bube, Sie ehrloser; wenn ich jetzt einen Revolver bei mir hätt', meiner Seel' und Gott — ich hauet' Ihnen zwei Ohrfeigen herunter!“

Rosette
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Verschiedene Auffassung

Isaak: „Aaron, Gott was de hast vor ä reizende Braut mit vornehmem Sinn vor höhere Interessen!“

Aaron: „Gott, was kann mer nützen der Sinn vor höhere Interessen, zahlt ja heutzutage niemand mehr als höchstens 3-3½ Perzent!“

Rosette
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Streng geschäftlich

Braut (deren Verlöbnis vom Bräutigam rückgängig gemacht wurde): Und somit gebe ich Ihnen auch die Briefe zurück, die Sie an mich gerichtet haben.

Kaufmann: Brauch' ich gar nicht; sie sind alle kopiert.

Rosette
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Börsenbericht eines verliebten Bankbeamten

Junge Damestark begehrt

Tailleknapp

Stiefelchenhoher Absatz

Werbungstetig

Ueberredungskunstlebhaft

Bedenkenmatt

Widerstandschwach

Treuekaum behauptet

Umarmungfest

Küssestark angeboten

Gegenliebesehr behauptet

Glückstill

Verliebtheitsteigend

Vernunftfallend

Herzschlagunruhig

Eifersuchthoch

Kassenstandniedrig

Geschenketeuer

Koketterieunverändert

Endeflau

Abschiedruhig

Rosette
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Depeschenwechsel

Hirsch jun. (in Berlin telegraphiert an seinen Vater in Landsberg): „Erwarte deine Einwilligung zur Heirat. 50 000.“ — Hirsch sen. (antwortet): „Mark oder Taler?“ — Hirsch jun.: „Taler.“ — Hirsch sen.: „Meinen Segen!“

Rosette
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Zeitgemäß

A: „Haben Sie nicht damals in das Geschäft Ihres Prinzipals eingeheiratet?“ — B: „Ja, aber ich habe, Gott sei Dank, schon wieder herausgeheiratet!“

Rosette
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Ein Gemütsmensch

Der Münchener Vertreter einer Lebensversicherungs-Gesellschaft erhielt kürzlich aus einem Provinzstädtchen folgenden vielsagenden Schreibebrief: „Hochgeehrter Herr! Mit tiefer Betrübnis im Herzen ergreife ich die Feder, um einige Zeilen an Sie zu richten. Meine liebe Frau Anna Maria, geborene Lindner, welche, wie Ihre Liste ausweisen wird, bei Ihrer ehrenwerten Gesellschaft für 3000 Mark versichert war, ist plötzlich gestorben und hat mich in Verzweiflung zurückgelassen. Der schmerzliche Schlag traf mich heute morgen 6 Uhr. Trachten Sie doch gütigst, daß ich die versicherte Summe recht bald erhalte. Die Police-Nummer ist 21 762. Ich kann im Ernst und in voller Wahrheit sagen, sie war eine treue Gattin und auch eine zärtlich liebende Mutter. — Ich habe, damit alles schneller geht, gleich das bezirksärztliche Zeugnis beigelegt. Sie war nur ganz kurze Zeit leidend; sie hat aber doch recht viel gelitten, und für mich war der Schmerz um so größer. Ich denke, Sie werden etwas zu meinem Troste beitragen und das Geld recht bald schicken, besonders wenn ich Ihnen die Zusicherung gebe, daß ich auch meine zweite Frau seinerzeit bei Ihnen versichern lassen will, und zwar um das Doppelte, also 6000 Mark. Mein Schmerz ist groß, jedoch die Hoffnung auf Ihre freundliche Güte und Gefälligkeit hält meinen gesunkenen Mut noch aufrecht. Der recht baldigen Einsendung des obigen Betrages sieht mit Hochachtung entgegen N. N. mit Kindern.“

Rosette
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Abwechslung

„Nachdem dem Herrn Kommerzienrat Mayer sein Kassierer mit dessen Frau durchgegangen ist, hat er sich eine Kassierin genommen!“ — „Nun, und jetzt?“ — „Ist er mit der Kassierin verduftet!“

Rosette
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Ein Mißverständnis

Kaufmann Schulze hatte schon lange ein Auge auf die Tochter des Zigarrenhändlers Deckblatt geworfen; nur über die finanzielle Seite der Frage war er sich noch nicht klar. — Da nahm er eines Tages seinen Mut zusammen und frug den Vater der Schönen gleich kurzweg in seinem Laden, ob er ihm wohl seine Tochter zur Frau geben würde. „Warum nicht?“ entgegnet Deckblatt freundlich. „Sie sind ein tüchtiger junger Mann!“ — „Und,“ fragt Schulze erfreut, „wieviel Mille würden Sie ihr wohl mitgeben?“ — „Zwanzig,“ entgegnet jener. Schulze erklärt sich damit einverstanden, und nach vierzehn Tagen führte der glückliche Freier die Zigarrenhändlerstochter zum Altar. — (Zwei Tage nach der Hochzeit.) „Nun, lieber Papa, darf ich Dich um die Mitgift bitten?“ — „Jawohl, mein lieber Schwiegersohn! Sag' mir nur, welche Sorte Du willst: Regalia, Colorado, Divinos oder Perfectos?“ — „Waas? Zigarren?!... Und ich Unglücklicher bin noch dazu Nichtraucher!!“

Rosette
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Nobel

Agent: „Sie haben sich auf Ihrer Tour wirklich mit der Tochter eines Kunden verlobt, weil Sie keine andere Möglichkeit sahen, den Ansturm der Konkurrenz abzuschlagen? Was hat denn Ihr Prinzipal zu einer solchen Aufopferung gesagt?“ — Geschäftsreisender: „Gar nichts, er hat mir bloß für meinen Verlobungstag die Spesen gestrichen, weil mich da Essen und Trinken nichts gekostet hätte.“

Rosette
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Der praktische Freier

Kommerzienrat: „Nu, main Lieber, Se sollen also haben main Rebbekche, doch de Mitgift werd' ich deponieren bei der Bank!“

Freiender Handelsmann: „Was meine Se su main Vorschlag, Herr Kommerzienrat? Ich mein', Sie sollten mer geben de Mitgift und das Rebbekche deponieren bei der Bank!“

Rosette
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Immer im Geschäft

Buchhändler (dem neuen Schwiegersohn die Tochter übergebend): Hier übergebe ich Ihnen das Beste, was ich habe, lieber Schwiegersohn. (Gerührt.) Soll ich sie Ihnen etwas in Papier einschlagen?

Rosette
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Leider nicht

Ein Großhändler in Budapest besitzt einen Kontoristen, der ein Muster seines Standes wäre, wenn er minder an unheilbarer Bummelei litte. Vieles ließ ihm sein Chef hingehen; als er ihn aber eines Tages, da der Gute schon um vier Uhr fortgegangen war, um einen schwerkranken Bruder zu pflegen, mit einem hübschen Mädchen spazieren gehend fand, da war auch seine Geduld erschöpft und er kündigte ihm ernste Maßregeln für den Wiederholungsfall an. Einige Tage war alles in Ordnung; dann nahte sich der Kontorist dem Gestrengen wieder mit dem bekannten Armensündergesicht. Der aber ließ ihn gar nicht zu Wort kommen. „Herr!“ schrie er ihn an, „kommen Sie morgen pünktlich, oder ...“ Der folgende Tag kam; es ward elf Uhr, der Chef saß in seinem Kontor und blätterte mit finsterer Miene in einem ganz eigentümlichen Geschäftsbuche; dort wurden nämlich alle Ausreden gebucht, die der Unverbesserliche bereits ersonnen, und es gab dort so viel gestorbene Neffen, erkrankte Nichten, angelangte Tanten, daß der Buchhalter eine ganz unglaublich große Familie besitzen mußte. Endlich trat der Sünder ein, so drollig zerknirscht, daß sein Brotgeber fast seinen Zorn schwinden fühlte. „Nun! wer ist gestern gestorben?“ rief er ihm zu. „Gestorben? Niemand, ich habe bloß heute geheiratet,“ erwiderte der Ankömmling zerknirscht. — „Herr, das ist doch zu arg, das ist eine infame Ausrede!“ — „Entschuldigen Sie,“ erwiderte tief seufzend der Buchhalter, „aber, leider Gottes, es ist diesmal leider keine Ausrede.“

Rosette
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Der Kaufmann par excellence

A: „Sie sind mit Zwillingen beschenkt worden. Sind es denn Jungen oder Mädchen?“ — B: „Gemischt! Von jeder Sorte ein zwölftel Dutzend!“

Rosette
Rosette

Im Dusel

Ich kenne Herrn v. Mollnow von meinem Aufenthalt in Pommern her — nun freute ich mich ungemein, ihm in Berlin zu begegnen.

„Ick bleibe nich lang,“ erzählte er mir, „ick fahre heute schon wieder nach meener Klitsche. Jestan abend, wissen Se, is mir nämlich hier in Balin ene sehr, ene unanjenehme Jeschichte passiert.

Ick wohne doch imma int Christliche Hospiz — nich? Un wie ick nu bei Dressel soupiert habe, jehe ick in die Winzerstuben, un dort mache ick ne sehr ene interessante Bekanntschaft mit 'ner russischen Jräfin. Een Wort jibt det andre — sie erzählt, sie wohne nich jut un will janz jern diese Nacht ooch int Christliche Hospiz.“

„Ah — und da hat man Sie wohl nicht eingelassen?“

„Rin ließ man uns schon — ick sagte, die Dame wäre meene Frau. Aber wie ick mit der Jräfin in meene Stube komme, wissen Se, da waren wa nich alleene. Ick hatte nämlich, wissen Se, in meenem Tran total vajessen, det ick meene richtije Frau mit nach Balin jenommen hatte.“

Roda Roda

Rosette
Rosette

Verlockend

Geschäftsreisender (zur unverheirateten Ladenbesitzerin, der er etwas verkaufen will): „Noch eins: mein Chef ist ledig, ich bin ledig, der Buchhalter ist ledig ... und wir heiraten nur in der Kundschaft!“

Rosette
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Immer Geschäftsmann

Freier (um die Hand der Tochter eines Geldverleihers anhaltend): „... Und nach alledem bitte ich Sie, geben Sie mir Ihre Tochter zur Frau.“ — „Auf wie lange, junger Mann?“

Rosette
Rosette

Ein Heiratsvermittler besucht einen jungen Bankbeamten, um ihm eine Partie anzutragen.

„Herr Rosenfeld,“ redet er ihm zu, „ich weiß für Sie eine Frau, die hat 50 000 Mark Mitgift ... dann eine mit 75 000 ...“

„Geben Sie sich doch keine Mühe,“ unterbricht ihn Rosenfeld, „ich habe Ihnen doch gesagt, ich heirate nur aus Liebe ...“

„... und dann,“ fährt der Schadchen unbeirrt fort, „dann habe ich eine, die kriegt 100 000 Mark Mitgift ...“

Rosenfeld schweigt.

„Nu,“ ruft der Schadchen, „lieben Sie sie noch nicht ...“

Rosette
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Schmus

Die Tochter des Abraham Wassergeplätscher bekommt Besuch ihres Verehrers. Der Alte empfängt den jungen Mann und sagt: „Gehen Se 'erein und setzen Se sich bei meiner Tochter auf 'n dos-à-dos!“

Als er nach einer Weile ins Zimmer tritt, überrascht er das Pärchen bei einer Umarmung.

„Nu,“ schreit er los, „ich habe Ihnen gesagt, Se sollten sich setzen dos-à-dos, aber nix — Nos-à-Nos!“

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In der Hitze des Gefechtes

Der Fabrikbesitzer Veilchenbaum kommt unerwartet von einer Geschäftsreise nach Hause und überrascht dort seine Frau im zärtlichsten Tête-à-Tête mit seinem Prokuristen Morgenstern. Wütend stürzt er auf den Räuber seiner Ehre und es entspinnt sich ein heftiges Handgemenge. Der bedeutend stärkere Prokurist hat bald seinen Chef auf den Boden unter sich gebracht und haut wie verrückt auf ihn los. Plötzlich tönt durch das Getümmel der heisere Schrei: „Herr Morgenstern, de Prokura is erloschen!“

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Beim Heiratsvermittler

„Ehe ich Ihnen eine gute Partie namhaft mache, muß ich Sie um zwanzig Kronen Vorschuß bitten —“ — „Na, glauben Sie, ich dächte ans Heiraten, wenn ich noch zwanzig Kronen hätte!“

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Aus dem Kassabuch des Herrn Poussierstein

11 Januar Inserat (junge Komptoristin gesucht, die flott Schreibmaschine schreiben kann) 2 50

13 " Wochensalär, pränumerando an Frl. R. Lieblich 5 —

14 " Besseren Komptoirstuhl für Frl. L. — 50

20 " Wochensalär für Frl. L. 10 —

22 " Bonbons für R. 16 —

22 " Veilchen für meine Frau — 50

24 " Frühstück mit Rosa 15 75

26 " Hut für Röschen 28 —

27 " Salär an Röschen 20 —

29 " Theater und Souper mit Röschen 54 25

30 " Sealskinmantel für meine Frau 450 —

30 " Seidenkleid für meine Schwiegermutter 180 —

30 " Inserat (junger Sekretär gesucht, der flott Schreibmaschine schreibt) 2 50

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Unüberlegt

Prinzipal: Wer ist am Telephon?

Lehrling: Ihre Frau Gemahlin.

Prinzipal: Was will sie denn?

Lehrling: Ich hab nur das Wort „Schafskopf“ verstanden!

Prinzipal: Gehen Sie fort — sie will mich wahrscheinlich selbst sprechen!

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Immer im Beruf

Tochter des Hauses (ihren Anbeter im Hausflur erwartend): „Nun, was hat Papa gesagt?“ Der junge Mann (Weinreisender, erschreckt): „Ach Gott, ich wollte ja um deine Hand anhalten — das habe ich ganz vergessen — ich habe ihm 25 Flaschen Rotwein verkauft!“

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Mangelnde Geschäftskenntnis

Frau: „Männchen, heute war der Bote von Schulz & Comp. hier und wollte die gelieferte Ware bezahlen; ich habe ihm aber die Tür weisen müssen!“

Mann: „Aber sage mir doch ...“

Frau: „Der Mensch hatte gar keine Erziehung! Er wollte sich in meiner Gegenwart durchaus — was war es doch? — den Diskont abziehen.“

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Bankerott der Dummheit
Bankerott der Dummheit

Der Chef einer „en gros“-Firma in Berlin wünscht auch in der Provinz eine ausgedehnte Kundschaft zu haben und will daher einen seiner jungen Leute probeweise auf die Reise schicken. Da der Jüngling in diesem Fache noch unbewandert ist, gibt ihm der Chef genaue Verhaltungsmaßregeln mit auf den Weg: „Also Se fahren erst nach Nakel. Da trinken Se ne Bouillon und dann jehn Se in das Jeschäft von Lilienthal und machen Offerte ... Se werden ja sehen, was sich machen läßt. Verkaufen Se nich jleich was, nu, schadet auch nichts. Schreiben brauchen Se erst am dritten Tag, am besten Se telegraphieren!“

Der Jüngling reist. Am zweiten Tage schon wird der Chef ungeduldig. Man beruhigt ihn, da er selbst doch erst am dritten Tage eine Nachricht haben wollte.

Am dritten Tage endlich kommt die Depesche. Der verzweifelte Jüngling drahtet: „In ganz Nakel keine Bouillon aufzutreiben! Was tun?“

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Schwer ausführbar

Chef (zum Angestellten): „Gestern war ein Stellesuchender hier, der sich um Arbeit beworben hat; haben Sie sich seine Adresse notiert?“ — Angestellter: „Gewiß, Herr Chef, ich habe sie jedoch verlegt und kann sie nicht wiederfinden.“ — Chef: „Na, da schreiben Sie dem Mann, er soll seine Adresse nochmals einsenden.“

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Auch eine Legitimation

Herr Meyer fragt auf der Reise in X. nach postlagernden Briefen. „Jawohl,“ sagt der Postbeamte, „da ist ein eingeschriebener Brief für Sie; Sie müssen sich aber legitimieren.“ Herr Meyer sucht in allen Taschen nach einer Legitimation, findet keine; zeigt aber schließlich dem Postbeamten seine Photographie. „Jawohl, das sind Sie!“ sagt dieser und händigt den Brief aus.

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Der gehorsame Diener

„Sie, Herr Weiß,“ redete der Chef eines Warenhauses seinen ersten Buchhalter an, „hat John & Comp. in letzter Zeit eine Zahlung auf seine Schuld geleistet?“ — „Nichts,“ antwortete der Buchhalter. „So? Der Mann erweist sich seit längerem als schlechter Zahler,“ bemerkte kopfschüttelnd der Chef. „Jawohl, als schlechter Zahler,“ stimmte Weiß zu. „Man darf ihm in Zukunft nicht mehr kreditieren, Herr Weiß!“ — „Nein, man darf ihm nicht mehr kreditieren.“ — „Er scheint ein Bruder Leichtfuß zu sein.“ — „Jawohl, ein Bruder Leichtfuß.“ — „Na, schließlich ist er eben jung.“ — „Jawohl, er ist eben jung.“ — „Wollen also Geduld mit ihm haben.“ — „Sehr wohl, Geduld mit ihm haben.“ — „Kann noch 'mal ein brillanter Kunde werden.“ — „Gewiß, kann noch sehr brillanter Kunde werden.“

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Selbstkritik

Der Kommis Meyer hat ziemlich laut nach dem Lehrling gerufen.

Chef: „Was soll das heißen, Herr Meyer! Sind Sie Chef oder sind Sie es nicht?!“

Meyer: „Ich bin nicht Chef, Herr Hirsch!“

Chef: „Also, wenn Sie sind nicht der Chef, wie können Sie da so brüllen im Lokal wie ein Ochse?!“

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Alles auf Lager

Reisender: „Kaufen Sie mir was ab, Herr Meyer, billig, preiswert, lauter Nouveautés.“

Meyer: „Was tu' ich mit Ihren Nouveautés; habe noch eine ganze Masse ‚alte Nouveautés’ auf Lager.“

Reisender: „Aber bedenken Sie doch, ich verkaufe Ihnen à tout prix.“

Meyer: „Atuprih habe ich ebenfalls noch auf Lager.“

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Schlimme Aussicht

Reisender: „Die Ware ist von bester Qualität, darauf können Sie sich verlassen; überhaupt würde es mir nicht einfallen, Ihnen gleich beim ersten Geschäft schlechte Ware zu liefern!“

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Der Generalinspektor. Von Roda Roda.

Eines Tages, als ich auf einem Kanonenrohr der Belgrader Festung saß und über Save und Donau hinweg in die Ferne blickte, kam mein Freund Milan auf mich zu und rief:

„Na, wie gehts, wie stehts, Mütterchens Goldsohn? Was machst du?“

„Ich denke über meine Zukunft nach und schwanke noch, ob ich Löwenbändiger oder Tanzlehrer werden soll.“

„Wähle den Mittelweg, Bruder, und werde Generalinspektor! — Na, sieh mich nicht so groß an, ich meine es ernst. Du mußt wissen, ich bin seit acht Tagen eine Art Assekuranzkönig von Serbien — im Dienste der La Terre, Zemlja, die Erde — Erste internationale Hagel-, Feuer- und Lebensversicherungsgesellschaft. Da brauche ich einige Dutzend Generalinspektoren.“

„Wie ... und du ... du willst mich ernennen?“ Vor Freude stand mir das Herz im Leibe still.

„Was gibts da zu verwundern? Natürlich. Ich drücke mein Sultanssiegel darunter, und du bist Generalinspektor.“

Das sagte er so einfach. Nein, wer hätte das in dem kleinen Milan gesucht?

„Bist du einverstanden?“

„Aber natürlich. Mit tausend Freuden. Ich bitte dich: schon ein General schlechthin ist ein hoher Herr. Inspektor ... auch nicht zu verachten. Und ich soll nun mit einem Schlag Generalinspektor werden?“

„Na, laß dirs nur nicht in die Krone fahren. Ohne weitres gehts ja auch nicht. Du wirst dich zu einer Probeleistung verstehen müssen.“

„Auch das tue ich; überhaupt alles, was du willst.“

„So komm nur erst mit mir, da sollst du alles hören.“

Wir gingen im Kalimegdankkpark auf und ab. Dort erklärte mir Milan meine Pflichten und wie ich es anstellen müsse, die Leute zu bewegen, daß sie sich versichern ließen.

„Denn gern tun sies nicht,“ erzählte mir Milan. „Manchem muß man Zureden wie einem kranken Pferd. Zuerst fragt man ihn nach der Schwägerin in Nisch und ob der Onkel noch in Poscharewatz im Kerker sitze ... unschuldig natürlich. Dann kommt man langsam, ganz langsam auf die Politik zu reden. Ist der Kerl radikal, so schimpft man über die Schwaben, und sonst über die Russen, aber immer nur mäßig und ohne Hitze. Kommt die Sprache auf die Regierung, so wiegst du bedächtig den Kopf und sagst: „Sie werden sehen, es kommt bei diesem System nichts gutes heraus“ — und bist gleich beim Wetter. Davon kann man viel erzählen. Nach und nach lenkst du das Gespräch entweder auf den Hagel, auf den Blitz oder die vielen Halsentzündungen — je nach dem, was versichert werden soll. Du spielst mit der Hand in der Tasche, und auf einmal hast du ein Prospektchen in den Fingern. Das wäre dir rein zufällig untergekommen, sagst du — und so gibt ein Wort das andre ... Wenn du aber Generalinspektor werden willst, mußt du mir heute noch den Joso Bojanitsch versichern. Er wohnt auf der Terasija, gleich beim alten Brunnen. Versuchs doch einmal, Alterchen. Viel Glück auf den Weg!“

Er klopft mir noch auf die Schulter — und weg ist er.

„Gesundheit! Guten Tag!“ sagte Joso Bojanitsch ungemein zärtlich.

Ich freue mich über die gute Vorbedeutung des ersten Empfanges.

„Nehmen Sie doch Platz bei mir. Anitze! Anitze! Bring Schnaps für den Herrn!“

„O, ich danke,“ entgegne ich geschmeichelt. „Zu viel Ehre!“

„Nehmen Sie mit wenigem vorlieb, Herr ...“

„Roda“, ergänze ich.

„Tja, ja, Herr Roda! Schade, daß Sie nicht gestern gekommen sind, wir haben so herrlichen Kuchen gehabt. Aber immerhin — Sie sind auch heute willkommen. Meine Schwägerin in Nisch ...“

„Wie, Sie haben auch eine Schwägerin in Nisch?“ frage ich — fast erschrocken vor Freude darüber, daß Milans Rezept so prächtig zutrifft.

„Ja. Haben Sie auch eine Schwägerin in Nisch? ... Gesundheit, Herr Roda! Stoßen Sie an! ... Brr! Großartige Ware, der Schnaps, was? 's ist aber auch Eigenbau. Das heißt nämlich eigentlich kein Eigenbau, denn er stammt von meinem Oheim, der ihn leider Gottes nicht trinken kann.“

„Oh! Ist er tot, Ihr Oheim?“

„Schlimmer als das. Denken Sie nur: er ist in Poscharewatz eingesperrt ... Was haben Sie? Was staunen Sie?“

„Hm ... nichts, wirklich nichts ... Sagen Sie doch, bitte, Herr Bojanitsch, hat jede Belgrader Familie einen Oheim in Poscharewatz sitzen?“

„Wie witzig Sie sind! Ja, die Herren Ausländer! Das bringt den Geist aus der Welt mit. Ein andres Leben da draußen als hier auf dem Balkan — wie? Na, es wird auch bei uns einmal anders werden. Denn, nehmen wir an, der Berliner Vertrag wird eines schönen Tages revidiert ...“

„Um Gottes willen, nur nicht zu viel von der Politik!“ rufe ich, eingedenk der Warnung Milans.

„Sie haben recht. Es ist ein undankbares Ding. Was dich nicht brennt, das blase nicht. Sie sind ein Oesterreicher, nicht wahr? Tja, ja — zunächst hängt unser Heil doch nur von Oesterreich ab ...“ Joso Bojanitsch beginnt den Kopf zu wiegen. „Anitze, sag ich immer zu meiner Frau, Anitze ...“

Ich wiege mit. — „Du wirst sehen, es kommt bei diesem System nichts gutes heraus.“

Joso blickt auf — erfreut darüber, daß ich seine Gedanken so gut errate.

„Freund,“ schreit er, „Sie gefallen mir, wie Sie doch die Dinge so richtig zu beurteilen wissen!“

„Mein Gott, wenn man schon so lange hier ist ...“

„Ah, schon lange hier? Aber dennoch: Grütze muß man im Kopf haben. Hat man die, findet man sich überall gleich zurecht. Und gefällts Ihnen bei uns?“

„Sehr gut. Das Klima ...“

„Herr,“ ruft er. „Sie sind ein Gedankenleser! Eben auf das Klima wollt ich zu reden kommen. In Silber sollte man Ihre Worte fassen. Tja, ja. Scheußlich, dieses Wetter. Sind Sie Landwirt?“

„Nein. Ich ...“

„Also Hausbesitzer, nicht wahr?“

„Nein. Ich ...“

„Tja, ja, ein mörderisches Wetter! Wenn man in Belgrad umhergeht und die schönen Menschen sieht, meint man, es müsse, weiß Gott, wie, gesund sein, hier zu leben. Alle sehen aus, als sollten sie dereinst ihr Brot mit einem Zahn kauen. Aber, aber: sie sind wie die Pappeln, diese Belgrader — der Stamm ist groß, das Holz ist morsch. Das lebt wie die Made im Speck und denkt nicht an die Zukunft ... Noch ein Gläschen, Herr Roda? ... Zur Gesundheit!“

Ich stoße fröhlich an. So leicht habe ich mir die Sache nicht gedacht. — Ich habe ein verbindliches Lächeln auf den Lippen, stelle das Gläschen hin und greife in die Tasche. Jetzt muß ja bald mein Prospekt heraus.

„So sind die Leute; Sie haben wahr gesprochen, Herr Bojanitsch,“ knüpfe ich an. „In den Tag hinein leben sie und denken nicht daran: Was wird aus meinen Lieben, wenn ich einmal nicht mehr bin?“

„Bravo, junger Mann! Ich wollt, ich hätte eine Tochter. Ihnen würde ich sie anvertrauen.“

„Ich erkenne den guten Willen an. — Wenn man sieht, wie so mancher in Saus und Braus lebt ...“

„Nicht wahr? Und alles verbraucht, so daß Weib und Kinder dereinst darben müssen, weil ihnen das Familienoberhaupt nichts zurückgelassen hat? ... Herr,“ ruft Bojanitsch, „wenn ich was zu befehlen hätte, müßte jedermann ...“

„Ein Viertel seines Einkommens in einer Lebensversicherungspolizze anlegen.“

„Was sagen Sie, ein Viertel? Ein Drittel wenigstens, ein volles Drittel.“

Jetzt heraus mit dem Prospekt! Aber wo hab ich ihn, zum Kuckuck?

Auf einmal fängt Bojanitsch herzlich an:

„Sehen Sie, da hab ich rein zufällig ein Prospektchen bei mir: von der Ozean, Internationale Versicherungsgesellschaft, einem Unternehmen ersten Ranges.“

„Aber ...“ Ich strecke ihm hilflos den Prospekt meiner La Terre entgegen.

„Nein Aber, junger Mann! Sie müssen unbedingt eine Polizze nehmen. Ich sage nur auf vierzigtausend Dinar.“

„Aber ...“

„Kein Aber! Sie sind nicht verheiratet, wollen Sie sagen? Denken Sie nicht an die armen Eltern, an die Geschwister? Sollen die verhungern, wenn Sie einst nicht mehr sind?“

„Aber ...“

„Lächerlich. Vierzigtausend Dinar, denken Sie nur! Sie gehn auf der Straße, ein Ziegel fällt Ihnen auf den Kopf, und schlägt Sie tot. Weinend umringt Sie Ihre Braut. Doch vierzigtausend Dinar sind da. Haha!“

„Aber ...“

„Unterschreiben Sie, junger Mann, rate ich Ihnen! So was von Gesellschaft, wie die Ozean, gibts doch nicht zum zweitenmal. Sie zucken noch mit Händen und Füßen, und die Gesellschaft zahlt schon aus. Dabei ist die Prämie lächerlich billig, vierteljährlich dreihundertundzwanzig Dinar und zwanzig Para. — Anitze, schnell noch einen Schnaps! — Schreiben Sie, junger Mann, morgen um neun Uhr ist der Arzt bei Ihnen ... So! Nun setzen Sie noch das Datum über Ihren Namen! So! ... Zur Gesundheit, Herr Roda! Mögen Sie sich, Gott behüte, recht bald von der Solidität der Ozean überzeugen!“

Vernichtet und geschlagen kehre ich zu den Kanonen in die Festung zurück.

's nützt nichts. Ich hab kein Talent fürs Versicherungsgeschäft.

Rosette
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Ein Unglücksfall

passierte gestern im Geschäftszimmer der Essigfabrik von Schultze. Ein Reisender, der das Aufsehen erregende Buch „Reise-Kniffe, die zu ungeahnten Erfolgen verhelfen“, gekauft, gelesen und studiert hatte, war kaum mit seiner Offerte in das Zimmer des Geschäftsinhabers getreten, als er von Herrn Schultze gefaßt, geprügelt, in den Bauch gestoßen, auf den Rücken getrampelt, vermöbelt, zerbolzt, in Stücke gerissen und auf die Straße geworfen wurde! — Ein unglückseliger Zufall hat es gefügt, daß eine Viertelstunde vorher auch Herr Schultze die „Reise-Kniffe“ gelesen hatte.

Rosette
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Aufklärung

Herr Willi Schulz — ein reicher Kaufmannssohn — darf mit einigen Studenten verkehren, da er über ein Auto verfügte; wird aber von ihnen etwas von oben herab behandelt. Eines Tages fragt er, ob er die Herren am Sonntag morgen um 7 Uhr zu einer Fahrt abholen dürfe. Da wird ihm zur Antwort:

„Um 7 Uhr?! Was denken Sie, mein Lieber, da kotzt ja der Gent noch!“

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Verfehlte Wirkung

Der Bankier Tulpenthal beauftragt seinen Buchhalter, dem Herrn Baron von X., welcher trotz wiederholter Versprechungen seine alten Schulden nicht begleicht, einen recht groben Brief zu schreiben, ohne jedoch direkt verletzend, d. h. „ä bißchen durch die Blume grob“ zu sein. Der Buchhalter tut dies. Der Herr Chef ist aber mit der Leistung sehr unzufrieden; er vernichtet den Brief und schreibt selbst folgendermaßen: „Geehrter Herr Baron! Wer hat wollen seine Schuld ausgleichen spätestens am 1. Januar d. J.? — Sie, Herr Baron! Wer hat es aber nicht getan? — Sie, Herr Baron!! Wer hat darauf versprochen, am 1. März zu bezahlen? — Sie, Herr Baron!!! Wer hat aber nicht bezahlt am 1. März? — Sie, Herr Baron!!!! Wer hat also sein Wort zweimal gebrochen? — Sie, Herr Baron!!!!! Wer ist demnach ein ganz gemeiner Lump?

Ihr ergebener Tulpenthal.“

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Verschnappt

Chef (der bemerkt, daß ein Lehrling einen Bleistift im Munde hält): „Ich verbitte mir diese ekelhafte Unsitte! Wer soll denn solchen Bleistift hernach wieder in den Mund nehmen?“

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Fatales Versprechen oder die Erinnerung an das Erlernte

Der Handlungskommis Fitzer war zwar in seiner Branche „Bandwaren“ ein ganz brauchbarer junger Kaufmann, allein seine, allerdings auch talentierte Neigung fürs Theatralische war gewaltiger als jene für die Bandwaren; kurz, er widmete sich dem Theater und hätte gelegentlich seines Auftretens einmal zu sagen gehabt: „All mein Glück war wandelbar!“ Statt dessen rief er pathetisch aus: „All mein Glück war Bandelwar!“

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Anzeige

„Für den Vertrieb von Oelen und Lacken werden Provisions-Reisende gesucht. Letztere sind im trocknen Zustande glänzend und hart wie Glas, zerspringen nicht, kriegen keine Risse und sind in dem Handel in Flaschen und Kruken auf dem Bauche mit unserer Firma versehen.“

Rosette
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Fatale Empfehlung

Meine Schreibmaschinen sind in folgenden Häusern im Gebrauch

Maier & Müller in Berlin, Schutz & Cohn in Wien, Hirsch & Bär in Köln.

Außer diesen angeführten Firmen bin ich in der Lage, noch viel mehr Firmen anzuführen!

August Klapperle, Fabrik patentierter Schreibmaschinen.

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Sally Friedenthal wollte sein Herrengarderobengeschäft aufgeben und veranstaltete einen Ausverkauf. Schließlich blieben aber noch 49 Anzüge, für die sich keine Käufer finden wollten. „Was fang ich damit an?“ fragte er seinen Freund Lilienfeld, „morgen muß der Laden geräumt sein.“ — „Nichts einfacher als das,“ erwidert Lilienfeld. „Du wirst doch haben, nu — sagen wir: sieben Freunde.“ — „Hab ich,“ versetzte Friedenthal. „Also schickste jedem von den sieben Freunden sieben Anzüge mit der Nota über sechs. Werden se nichts sagen und se behalten.“ — „Ausgezeichnete Idee!“ ruft Friedenthal und begibt sich sofort an die Ausführung. Nach acht Tagen trifft er seinen Freund auf der Straße. „Nu?“ fragt dieser, „wie is es geworden mit den Anzügen?“ — „n' Schlag sollste kriegen!“ ruft Friedenthal, „refüsiert haben se und retourniert haben se alle mit'nander, aber keiner mehr als sechs!“

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Böse Auskunft

Lehmann kommt in eine Auskunftei, um sich über den Kaufmann Fischer zu erkundigen, auf den er einen Wechsel gezogen. Der Auskunftsbeamte sagt, die Firma sei pikfein, das einzige Nachteilige, wenn jener es so ansehen wolle, sei, daß der Chef blind sei. „Au weih!“ schreit Lehmann, „das genügt, ich bin verloren; mein Wechsel ist ein Sichtwechsel!“

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Passender Ersatz

In einen Kolonialwarenladen kommt ein Herr und verlangt einen Matjeshering. „Bedaure,“ sagt der junge Kommis, „Matjesheringe haben wir nicht.“ — Der Kunde geht. — Der Prinzipal hat dies vom Nebenzimmer angesehen und haucht den Kommis an. „Wie kenn Se lassen geh'n ä Kundschaft ohne was zu kaufen! Wenn mer haben keene Matjesheringe missen Se anbieten, was is auf Lager: ä Stockfisch, ä Bülowhering, ä Ostseehering, ä paar Sprotten ... aber nie lassen fort die Kundschaft ohne was zu kaufen!“

„Gut,“ sagt der Kommis, „ich werd' mer's merken.“

Am nächsten Tage kommt eine feine Dame in den Laden und verlangt errötend eine Rolle Toilettepapier.

„Bedaure,“ sagte der Kommis, „Toilettepapier haben wir nicht, vielleicht nehmen Sie dafür Schmirgelpapier!“

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Zerstreut

Herren Bock & Ströbel in Mannheim.

Heilbronn, den

Senden Sie uns gef. umgehend per Bahn

3 Ballen grün Santos, wie gehabt, Cond. bekannt.

Achtungsvoll Klug & Comp.

P.S. Wir bemerken soeben beim Gang durch unser Lager, daß wir noch Vorrat haben; wir annullieren also unsern obigen Auftrag; senden Sie nicht!

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Nasen_Fliege
Nasen_Fliege

Der vielgeplagte Herr Meyer!

Meyer (Geschäftsreisender): „Gott, bin ich zu bedauern! Du siehst doch die Fliege?“

Schulze: „Natürlich!“

Meyer: „Die sitzt schon seit der Früh' auf meiner Nase, und noch hab' ich keine Zeit gehabt, sie wegzujagen!“

Rosette
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Jedem Leser von „Der tolle Koffer“ sei empfohlen:

Die meschuggene Ente

Die 200 ulkigsten Enten, die im Blätterwalde deutscher Zeitungen unfreiwillig ausgebrütet worden sind.

In Freiheit dressiert und vorgeführt von

Felix Schloemp

Mit einem Vor- und Nachwort von

Otto Julius Bierbaum

Mit lustigen Zeichnungen und Umschlag von C. O. Petersen

Geh. Mk. 2.—, geb. Mk. 3.—

Innerhalb 5 Monaten sind 18 Auflagen erschienen im Verlag von Georg Müller in München

Aus dem Inhalt: Der entfettete Zeppelin — Caruso in der Badewanne — Die elastische Cousine — Die Kuh mit den höheren Absichten — Die leichtfertigen Bullen — Aepfel des Pegasus — Lona Barrisson im Negligé — Der „bockende“ Otto Erich — Der Knabe mit de Schwimmfieß usw. usw.

Aus den zahlreichen spaltenlangen Urteilen der Presse: „... Wer auch nur eine Seite in diesem urkomischen Werkchen aufschlägt und liest, der lacht, lacht Tränen und ruft den Freund und läßt ihn mitlachen! Das gesunde, herzliche Lachen, das von dieser Sammlung wunderbarer Untaten des Zeitungsteufels ausgeht, verscheucht alle düsteren Schatten der Melancholie.“

Von dem Herausgeber des „Tollen Koffer“ erschien ferner:

Die Über-Ente

Ein lustigtoller Rekordflug von 300 neuen, meschuggenen Enten, so von allerlei Zeitungen unfreiwillig losgelassen wurden.

Arrangiert unter Protektorat von

Felix Schloemp

Mit zahlreichen neuen Zeichnungen von

Carl Olaf Petersen

Elfte Auflage

Elfte Auflage

Preis geh. 2 Mark, geb. 3 Mark

Verlag von Georg Müller in München

Die außerordentlich beifällige Aufnahme der „meschuggenen Ente“ veranlaßte den Herausgeber diese neue Sammlung unfreiwilliger Zeitungskomik in künstlerisch-gediegener Ausstattung herauszugeben. Die mit eminentem Sammelfleiß aus Tausenden und Abertausenden von deutschen und ausländischen Zeitungen gesammelten Beiträge sind wieder mit glänzendem Humor und feinem Verständnis für die Pointen so geschmackvoll arrangiert, daß die Lektüre jedem Freund drastischer, unfreiwilliger Komik einen vollendeten Genuß gewährt.

Von dem Herausgeber des „Tollen Koffer“ erschien im Verlag von Georg Müller in München ferner:

Der perverse Maikäfer

Galante und ungalante Satiren von

Felix Schloemp

Mit einem Leitgedicht von

Rudolf Presber

Mit seltsamem Umschlag von Carl Olaf Petersen und zahlreichen ganzseitigen Original-Kunstblättern von

Franz von Bayros

Achte Auflage

Preis geheftet Mk. 2.—, gebunden Mk. 3.—

Aus dem Inhalt: Der gepiesackte Nordpol. — Abenteuer im Eispalast. — Diabolo des Herzens. — Nietzsche im Lindenkasino. — Das impotente Knickebein. — Reinhold Reinbold im „Rheingold“. — Das eingebildete Känguruh. — Die Musik des Mädchenleibes. — Das Mitternachtsmädchen u. a. m.

Alle guten Geister des Humors werden in diesem eigenartigen, lustigtollen Werk glänzend entfesselt: scharfpointierte, aktuelle Satiren gegen die Torheiten unserer Zeit, amüsante Schilderungen galanter Liebesabenteuer, feingeschliffene Parodien auf moderne Literaten, wie Kerr, Sudermann, H. H. Ewers, Peter Altenberg, R. M. Rilke u. a. m. und die zahlreichen eleganten Originalkunstblätter von der Meisterhand Franz von Bayros' gestalten das Werk zu einem reizvollen Leckerbissen für alle Freunde lustig-galanter Satire.

Ferner ist vom Herausgeber von „Der tolle Koffer“ erschienen:

Der gekitzelte Aeskulap

Eine kräftige Dosis der medicynischsten Witze, Schnurren und Anekdoten von Aerzten, Patienten und lustigen Studenten

Verordnet von Felix Schloemp

Mit einem Geleitbrief von Roda Roda Mit vielen urkomischen Originalbildern von E. Preetorius.

Geh. 2 M., geb. 3 M. — Dreizehnte Auflage.

Verlag von Georg Müller in München.

Ein glänzendes Brillantfeuerwerk funkelnder Witzraketen mit scharfknatternden Pointen ist es, was durch dieses einzigartige Kompendium medizinischen Humors zur Erheiterung eines lachlustigen Publikums unter Assistenz erster Humoristen wie Roda Roda, Dr. Owlglaß, H. H. Ewers und vieler humorbegabter Mediziner abgefeuert wird.

Aus dem Inhalte seien nur einige besonders ulkige Schlager erwähnt: Der Student mit dem Saumagen — Blasensteine der Dummheit — Bernhard Shaw als Gynäkologe — Das Therapeutische bei Rich. Wagner — Das Herz in der Blase — Die verschluckte Rasierseife — Schallbäder und Bettgymnastik und hunderte andere lustig-tolle Schlager!

Aus den zahlreichen Urteilen der Presse:

Die Heilkunde. Wien. (Dez. 1909) schreibt: „Der Verfasser der „meschuggenen Ente“ hat das Wagnis unternommen, dem alten, ehrlichen Gott der Heilkunde, Aeskulap, mit dem Federkiel gewaltig das Zwerchfell zu kitzeln. Und das Wagnis ist durch die Witzanthologie „Der gekitzelte Aeskulap“ glänzend gelungen. Der Gott lacht und jeder wird von dieser göttlichen Heiterkeit angesteckt und muß mitlachen! Aus allen Elixieren des Humors ist in der Retorte dieses lustigen Werkchens eine kräftige Dosis von Lachgas herausdestilliert, die selbst den griesgrämigsten Hypochonder zum Lachen bringen muß. So entsteht ein außerordentlich reichhaltiges, urkomisches Kompendium medizinischer Satire und Witzes, das nicht nur jedem Arzt, sondern auch jedem Patienten, Apotheker, Zahnarzt, Student, überhaupt jedem Freund drastischen Humors einige lachfrohe Stunden bereiten wird“.

Druck von Mänicke und Jahn, Rudolstadt.

Anmerkung zur Transkription

Das Umschlagbild wurde vom Bearbeiter gestaltet und in die Public Domain eingebracht. Ein Urheberrecht wird nicht geltend gemacht. Das Bild darf von jedermann unbeschränkt genutzt werden.

Offensichtliche typografische und Fehler bei der Zeichensetzung sind stillschweigend bereinigt.

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