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Chitra

VIERTE SZENE

Elisabeth Wolff-Merck translation

IM WALD

Chitra

Warum beobachtest Du mich, mein Krieger?

Arjuna

Ich sehe zu, wie Du den kleinen Kranz windest. Anmut und Geschick, die Zwillingsbrüder, spielen tanzend auf Deinen Fingerspitzen. Ich sehe zu und denke.

Chitra

Was denkst Du, Herr?

Arjuna

Ich denke, daß Du mit der gleichen schwebenden Berührung und Süßigkeit die Tage meiner Verbannung in einen unsterblichen Kranz windest, um mich zu meiner Heimkehr damit zu krönen.

Chitra

Heimkehr! Diese Liebe ist nichts für ein Heim!

Arjuna

Nichts für ein Heim?

Chitra

Nein, sprich nie davon. Nimm mit in Dein Heim das Bleibende, Starke. Laß die kleine wilde Blume an ihrem Geburtsort, laß sie dort in Schönheit sterben, wenn der Tag sich neigt, mit all den welkenden Blumen und den modernden Blättern. Nimm sie nicht mit in die Halle Deines Palastes, um sie dort auf den steinernen Boden zu werfen, der kein Erbarmen für Welken und Vergehen kennt.

Arjuna

Sieht so unsere Liebe aus?

Chitra

Ja, so und nicht anders! Was soll das Klagen? Was sich für müßige Tage schickt, sollte sie nicht überdauern. Lust wandelt sich in Schmerz, wenn ihr die Tür verschlossen ist, aus der sie scheiden soll. Nimm meine Liebe hin und halte sie, so lange sie währen darf. Laß nicht des Abends satte Zufriedenheit mehr fordern, als das morgendliche Verlangen ernten kann ... Der Tag ist vorüber. Nimm dies Blumengewinde. Ich bin müde. Nimm mich in Deine Arme, Geliebter, und laß alles eitle unzufriedene Gezänk verstummen in der süßen Vereinigung unserer Lippen.

Arjuna

Still, horch, Geliebte, der Klang der Gebetsglocken aus dem fernen Dorftempel gleitet auf der Abendluft über die schweigenden Wipfel.

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