CONCERTO DRAMMATICO.
Reading edition
'Jedoch ist immer der Versuch zu machen, die Vernunft der Unvernunft zu finden' sagt Dr. G. von Loeper über das concerto drammatico (Loepers Nachlese bei Hempel 5, 241; DjGoethe 2, 197). Und so seien denn ein paar Bemerkungen gestattet, welche etwa weiter führen, ohne Alles erklären zu können.
Hr. von Loeper setzte das Gedicht früher in den Januar 1772, später in den Anfang des Winters 1772 auf 73 (DW. 3, 317): ich möchte es dem Februar 1773 zutheilen, indem ich darauf beziehe die Worte [vom 11. Febr. 1773] an Kestner DjGoethe 1, 349: 'Ehstertage schick ich euch wieder ein ganz abenteuerlich novum'. In demselben Briefe wird angespielt auf den Götz, den er zum Druck bereite, und er redet von dem Mädchen, die er sein liebes Weibchen nenne: denn 'neulich als sie in Gesellschaft um uns Junggesellen würfelten, fiel ich ihr zu'. Düntzer versteht darunter Susanna Magdalena Münch, die mit Lotten am selben Tage geborne (Erläut. zu Clavigo und Stella S. 4; vgl. v. Loeper Anm. 600).
Das Gedicht ist klärlich Antwort auf ein Schreiben aus Darmstadt, wol eine Collectivepistel der Freunde, auf welche wir Beziehungen erwarten dürfen.
Im ersten Stücke der Suite, Tempo giusto, wird der Darmstädter Brief als eine Eingebung der Langenweile bezeichnet: offenbar war über Langeweile darin geklagt worden. Das zweite Stück, Allegretto, leitet ebenso das Frankfurter Mariagespiel, wovon der Brief an Kestner handelt, aus der Langenweile ab. Das Arioso interpungire ich:
Gekaut Papier! Sollts Junos Bildung seyn? Gar grossen Dank! Mag nicht Ixion seyn.
Goethe hat statt des Frage- ein Ausrufungszeichen; wir dürfen aber ohne weiteres, wie Heinse bei Erwin und Elmire, Ausrufungszeichen in Fragezeichen verwandeln (QF. 2, 67).
Im übrigen nehme ich an, dass der Darmstädter Brief durch die Sendung einer wohlbeleibten Frauenfigur von papier mâché begleitet war, Anspielung auf die 'junonische Gestalt' von Lottens Freundin, welche ihm Merck zu Wetzlar statt Lottens empfahl (DW. v. Loepers Ausg. 3, 101. 352). Zu Ixion vgl. DW. 3, 182.
Für Allegro con furia und Cantabile scheint wieder ein Brief an Kestner Parallelstellen zu bieten, [vom 28. Januar 1773] DjGoethe 1, 344. 345. Ich bitte die Leser ihn aufzuschlagen, damit ich ihn nicht ganz abschreiben muss. Dieselben Stimmungen sind dort contrastirt wie hier. Ein grässlicher Sturm weckt ihn um Mitternacht, da denkt er an Antoinettens idyllische Vorstellungen vom letzten Abend: wie sie Mond, Wasser, Brücke, Schiffe so paradiesisch schön findet und die Leute glücklich preist, die auf dem Land, auf Schiffen, unter Gottes Himmel leben, dass sich ihm die Empfindung aufdrängt: 'Ich lass ihr die lieben Träume gern, macht ihr noch mehr dazu, wenn ich könnte'. So redet das Cantabile gleichsam Antoinetten an und sucht den Aufruhr der Natur für sie abzuschwächen, um ihr die illusionsreiche Ruhe nicht zu stören.
Sturm und Brand selbst, die er in jener Nacht erlebte, schildert er übertreibend, indem, wie schon v. Loeper anmerkt, ein Höllen-Breughel vorschwebt: 'andere Bilder in der Imagination' hatte er am Morgen. Gemälde wirken entschieden ein auf seine dichterische Phantasie; wir sind berechtigt darnach zu suchen, erzählt er uns doch, wie er in Dresden einzelne Scenen der Wirklichkeit mit den Augen eines Schalken oder Ostade unwillkürlich betrachtete. So möchte ich im Leipziger Liederbuch die Poesie des Mondes auf Aart van der Neer zurückführen (Dresdener Gallerie Nr. 1215. 1216, Hübners Katalog von 1857 S. 247); Faust in der Hexenküche könnte auf Anlass einer Versuchung des h. Antonius concipirt sein.
Die uns vorliegenden Verse sind natürlich unmittelbar nach dem Ereignisse niedergeschrieben und dann hier eingefügt. Wenn der Dichter im Brausen des Sturmes die Noth verdammter Geister sausen hört, so ist an die Vorstellung vom wilden Jäger im Götz zu erinnern (DjGoethe 2, 158 f. 364 f.)
Im darauffolgenden Andantino interpungire ich: 'Der Frühling brächte Rosen nicht gar? Ihr möchtet sie wol lieber im Januar?' Die sentimentalen Darmstädter Freundinnen hatten in dem gemeinsamen Briefe offenbar den Frühling herbeigesehnt und dabei von den Rosen gesprochen, die er brächte. Goethe verspottet die chronologisch-botanische Gedankenlosigkeit, die etwa Caroline Flachsland zuzutrauen ist. Der Frühlingssehnsucht sind ihre Briefe damals voll, ich verweise nur auf den vom Ende Januar 1773 an Herder (Aus Herders Nachlass 3, 442) welcher beginnt: 'So komm, Frühling, o komm, o komm, und bring meinen Jüngling in meinen Arm! So geh denn, Winter!' Hiermit wird dann gleich das Lamentabile klar: Caroline ist als sprechend zu denken.
Für das Allegro con spirito weiss ich nichts als Möglichkeiten. War Goethe, den Herder (Nachlass 3, 446) Anfangs Februar als 'kalten Weiberhasser' bezeichnet, in dem Darmstädter Briefe auf ähnliche Weise geneckt worden? Empfahl man dem, der nicht lieben könne, der in der Liebe dem Nichts huldige, empfahl man ihm als Gegensatz des Nichts jene Juno? Oder hatte man über das Nichts geklagt, das die Langeweile schafft? das Nichts gespannter Erwartung? das Nichts liebeleerer Existenz?
Jedenfalls singt im Choral die Darmstädter Gemeinschaft der Heiligen, indem sie auf die Paternosterbitte ums tägliche Brot anspielt.
Im Capriccio darf man dem Gelüst, dumm in drum zu emendiren, nicht nachgeben; aber der Zusammenhang ist wirklich so: aus Angst vor Langerweile will nichts auf Erden stille stehen. Folgen dann Beispiele der Bewegung. Dem sonderbaren alterthümlich gemeinten i in herumi didumi vergleicht sich mutilich, männilich in Liebetrauts Lied nach der ungefähr gleichzeitigen Fassung des zweiten Götz (DjGoethe 2, 280), welches Lied auch im Rhythmus übereinstimmt; ferner geistilich im Pater Brey (ibid. 3, 222). Ebenso nachher is statt ist wie im Pater Brey und sonst.
Das erste Beispiel, die erste Variation, braucht keine momentanen Elemente zu enthalten. Allenfalls wäre an die Tänzer vom 28. Januar (DjGoethe 1, 345) oder an die Aeusserung vom 22. Februar, wenn sie nicht zu spät fällt (1, 350) zu erinnern: 'Ihr werdet tanzen. Wohl seys euch. Alles tanzt um mich herum. Die Darmstädter, hier, überall und ich sitze auf meiner Warte.' Die Worte 'Bricht eines sein Hälsli, das ander – Gott weiss' kann ich nicht mit v. Loeper verstehen 'Gott weiss, wann auch das andre bricht', sondern nur so dass 'eines' und 'das ander' correspondirend stehen: 'weiss Gott, was das andre bricht'. Die Wendung 'Gott weiss' tritt überraschend ein, man ist nach dem Reime gefasst auf: 'den Steiss'.
Das Schlittschuhlaufen der zweiten Variation ist natürlich Goethes eigenes, gemäss Brief vom 5. Februar 1773 (DjGoethe 1, 348). Ich möchte nach da Kolon oder Semikolon setzen: es geht wie Blitze das Flüsschen[1] hinan, und wir freuen uns am Ziele zu sein, obgleich wir wieder nach Hause zu müssen und Hüfte wie Fuss uns schmerzen.
Der Reiter in der dritten Variation könnte Merck sein. Er war am 6. Februar in Frankfurt, am elften wieder weg. Nach seiner Rückkehr, meine ich, erfolgte aus Darmstadt Sendung und Brief, worauf das Concerto die Antwort bildet. Genauer zu interpungiren wäre:
Geritten wie Teufel Berg auf und Berg ab, Galopp auf Galopp (Gehn die Hund nur im Trab!) Bis Gaul wund am Kreuz is, Der Ritter am Steiss: – Frau Wirtin, ein Bett! hol Der Teufel die Reis!
Das Particip im Anfang steht wie in Liebetrauts Liede: 'Mit Pfeilen und Bogen Cupido geflogen'.
Ueber die Quelle der französischen 'Air' habe ich Adolf Tobler befragt. Er erwiderte mir: an einen Kunstdichter des XVI. Jh. sei nicht zu denken, aber auch schwerlich an ein Volkslied. 'Sollte es nicht – fährt er fort – von Goethe selbst herrühren? Die unzureichende Congruenz der zwei Strophen, das Fehlen des Artikels bei rhume in der zweiten machen mich misstrauisch, mehr noch als die durch den Reim gesicherte mama. Unter den Hauptschen Materialien ist das Liedchen nicht; ebenso wenig in anderen Sammlungen die ich besitze'.
Was den Charakter des Gedichtchens anlangt, so erinnert Hr. v. Loeper gewiss mit Recht an die Litteraturrichtung Rabelaisischen Geschmackes, welche dem jungen Goethe eine Zeit lang so sympathisch war: 'Montaigne, Amyot, Rabelais, Marot waren meine Freunde und erregten in mir Antheil und Bewunderung' DW. 3,33 L.
In dem vorliegenden Concerto ist die Beziehung auf Rabelais klar genug, wenn Goethe sich im Titel als den Panurg genannten einführt. Heisst er daneben Dottore Flamminio, so wird das nur denjenigen bedeuten, der leicht in Flammen steht; aber bei dem Namen Panurg muss man gewiss zunächst an dessen Heiratsschwierigkeiten denken, an seine Unentschlossenheit, ob er soll oder nicht; an die Art, wie alle Sorten von Orakeln zur Entscheidung der Frage, aber immer vergeblich, in Anspruch genommen werden. Das Würfelorakel hat bei Goethe eben gespielt und ihm die Münch zugewiesen, wie wir sahen. Und eine Sibylle wie bei Rabelais Buch 3 Cap. 16 werden wir gleich kennenlernen. Wenn im Allegro con furia der jüngste Tag hereindroht, so kann man sich an Bruder Jean des Entommeures erinnern, welcher dem Panurg entschieden zur Heirat zuredet mit dem Argument sçais tu pas bien que la fin du monde approche? Beschäftigung mit Rabelais in dem Frankfurt-Darmstädter Freundeskreise belegt auch eine Recension der Frankfurter Gel. Anzeigen 1772, 24. Juli, 8. 470[2], für die es, wenn man sie Goethe zuschreiben will, an Parallelstellen aus dieser und späterer Zeit nicht fehlt.
Das französische Liedchen schliesst sich an das vorangehende durch eine gewisse allgemeine Ähnlichkeit des Motivs: wie der Reiter ermüdet nach einem Bett schreit, so das Mädchen nach Medicin; der Reiter kommt durch die Kälte, das Mädchen hat sich erkältet. Und in dem folgenden Molto andante kann etwa die Wendung 'das kalte wird warm' als eine Anknüpfung, wenigstens als ein Anklang gelten. Dass diese Weisheit 'molto andante' einsetzt nach der voraufgegangenen heftigen Bewegung, ist ganz hübsch gedacht; es wird so das gefühlvolle Con espressione vorbereitet, welchem endlich das wieder contrastirende Finale die Hand reicht.
Das Weiblein der Sibyllenschaar (vgl. die 'Sibyllengilde' in der classischen Walpurgisnacht; auch Rabelais erinnert an das ganze Geschlecht der Zauberinnen) nehme ich als eine wirkliche Wahrsagerin, welche dem Dichter verkündigt, es drohe ihm Gefahr von schwarzen Augen: natürlich keine historische Notiz, sondern eine andere Einkleidung für eine Wendung wie 'es ist mir Gefahr prophezeit'. Der Dichter bezieht die Prophezeiung auf schwarze Augen, die er kennt und ruft die Besitzerin derselben unter dem Namen Marianne um Mitleid und um eine kurze Frist an. Marianne (vgl. die Geschwister und Wilhelm Meister) braucht kein wirklicher Name zu sein – manche Damen in Goethes Umgebung werden willkürlich benannt, ohne dass wir die Gründe erkennen – aber wenn ich das Concerto richtig datire, so muss Susanne Magdalena Münch gemeint sein.
'Vergönne mir die arme, kurze Frist' sagt der Dichter, und wird also wol einen bestimmten Termin seiner Freiheit im Auge haben. Diesen erst noch durchlebt, benutzt: dann will er sich gefangen geben. Man kann eine Anwendung des Spruches 'alles zu seiner Zeit' herausfühlen. Der Termin wäre durch das schliessende Presto fugato bezeichnet. Er will Rosenlust wie Obst- und Weinernte noch geniessen. Die Rosen geben eine Anknüpfung an das Andantino. Aber der Wein ist die Hauptsache: 'Hier ist genug, hier schäumt der Most die Fässer heraus' (so interpungire ich: aus den Fässern heraus). Alle, alle werden herbeigerufen, und das Tanzen und Jauchzen geht los. Das bacchische Motiv als solches kehrt am Schlusse der Helena und auch in der Pandora wieder.
Was hier vorliegt, ist in der That 'fugato', eine Art fugirter Satz. Zwei Stimmen unterscheiden wir und dazu das instrumentale Accompagnement ('didli di dum, didli di dei, duru, dal dilleri du') welches zuletzt, als ob sich der Schwarm immer weiter entfernte, allein noch gehört wird ('dum du, dum du' usw). Die eine Stimme ruft fortwährend alle herbei zum Tanzen und Singen: herbei! mit! mit! Alte und Junge, Weiber und Kinder, Zöllner und Sünder werden aufgefordert. Die zweite Stimme verspottet die Laffen, welche nicht mit wollen.
Was meint Goethe damit? Vielleicht den Götz? den ersten ausgibigen Most, den er aus seinen Trauben gekeltert hat, zu dem alles Volk geladen ist: aber er sieht voraus: die grossen Geister, gestopelten Meister, 'verschnitten dazu' werden abseits stehen und gaffen.
Jedenfalls bietet ein früheres Werkchen schon eine Parallelstelle dazu, der (nach S. 13 aus dem Herbst 1772 stammende) Schluss der deutschen Baukunst (DjGoethe 2, 213 f.): 'Wenn denn nach und nach die Freude des Lebens um dich erwacht und du jauchzenden Menschengenuss nach Arbeit, Furcht und Hoffnung fühlst; das muthige Geschrei des Winzers, wenn die Fülle des Herbsts seine Gefässe anschwellt, den belebten Tanz des Schnitters, wenn er die müssige Sichel hoch in den Balken geheftet hat; wenn' usw. Er redet den Künstler an, der die Seligkeit der Götter auf die Erde leiten soll.
Und die Anklänge gehen noch weiter. Goethe braucht nicht blos 2, 208 das Wort 'zusammengestoppelt' in einer Reihe mit 'unnatürlich, aufgeflickt, überladen' um die falsche Vorstellung dessen zu bezeichnen, was er vom Strassburger Münster erwartete; sondern er verwendet auch ein intransitives Verbum 'stoppeln' synonym mit 'fremde Gewächse einsammeln' (1, 212. 213; vgl. mhd. stupfeln) und daraufhin kann man die 'gestopelten Meister' des Concerto wohl nur mit von Loeper als solche auffassen, deren Meisterschaft auf einer Aehrenlese über fremde Aecker hin beruht.
In einer Recension der Frankfurter Gel. Anz. 1772 S. 741 über die Allgem. D. Bibl. XVII. 1 heisst es: 'Stockhausens kritischer Entwurf einer auserlesnen Bibliothek. Vierte Auflage. Damit wird übel verfahren, und von der Seite des, was es ist, mit Recht; wenn man aber auf der andern Seite denkt, was es sein kann, und nicht mehr, wie vielleicht eine solche kritische Bibliothek unmöglich ist, denn gut, schlecht, schön, lesenswerth, drücken freilich den Gehalt nicht aus, und bestimmtere Urtheile, wer soll sie geben? Der Mann von Genie? Der wird uns sagen, was ihm die Bücher waren; Und der Litterator? Das ist ja Hrn. S. ein sehr mittelmässiger vielleicht; So lassts denn, dass zu jeder neuen Ausgabe Freunde und Feinde, Professores und Recensenten ihre Beiträge und Tadel dazugiessen, und zuletzt einer darein tritt, der alles Urtheil heraus schmeisst und die von so mancherlei Köpfen gewählte und gestoppelte Bücher nach dem Seinigen meistert und in litterarischen Reihen die Titel ordnet'. Unzweifelhaft ein Goethischer Satz, aber keiner von den durchgebildeten, sondern leicht hingeworfen.
In meiner Auffassung bestärkt mich das 'verschnitten dazu' des Concerto. Der Giessener Schmid bemerkt in der Recension der Deutschen Baukunst (Frankf. Gel. Anz. 1772 S. 775; 4. December) welche Goethe an Kestner (DjGoethe 1, 337 f.) im wesentlichen richtig, aber doch zu empfindlich charakterisirt[3]: 'Gegen die Herrn Geschmäckler und verschnittne Kunsttheoristen, die nichts als schöne Kunst kennen wollen, erinnert der Verf. mit vielem Grunde, dass die Kunst lange bildend ist, ehe sie schön wird' usw. Der Ausdruck 'Geschmäckler' findet sich bei Goethe (2, 205), aber nichts von verschnittenen Kunsttheoristen: sollte Schmid den Ausdruck nicht doch aus Goethens Munde haben? Wer ins blaue rathen will, kann annehmen, dass Schmid die Baukunst, nach der er sich sehr begierig zeigte, im Correcturabzug erhalten hatte und darin noch den derberen Ausdruck vorfand (etwa 'dem verschnittenen Geschmäckler' statt 'dem schwachen Geschmäckler', Gegensatz: 'ganze Seelen'), den der Verfasser nachher freundschaftlichem Rathe oder eigenem Besinnen folgend, milderte.
Unter allen Umständen stellt der Schluss des Concerto gerade wie die Schrift von deutscher Baukunst den neuen Geschmack energisch in den Vordergrund und wirft unhöfliche Seitenblicke auf die Vertreter des alten. Auf frühere Abfassungszeit des Presto fugato möchte ich daraus nicht sofort schliessen.
Entstehung der einzelnen Theile zu verschiedenen Zeiten ist ganz möglich. Dergleichen kann sich nach und nach ansammeln und wird dann in einem günstigen Augenblicke redigirt.
Wo irgend sich einiger Zusammenhang zwischen den verschiedenen Stücken zu zeigen schien, da habe ich darauf hingewiesen. Man könnte wol hier und da noch einen Schritt weiter gehen; aber es kommt darauf überhaupt nicht an: die Stücke sollen nur den musikalischen Gegensatz der Stimmung haben, die schärfsten Contraste dicht neben einander gestellt, eine gewisse Einheit nur durch wiederholtes Anschlagen der selben Themata hervorgebracht.
14. 2. 78.