Inhalt
Reading edition
Die Wenden und die Kolonisation der Mark durch die Zisterzienser
Seite
Die Wenden in der Mark3
Geographisch-Historisches3
Lebensweise. Sitten. Tracht10
Charakter. Begabung. Kultus15
Rethra. Arkona. „Was ward aus den Wenden?“21
Die Zisterzienser in der Mark30
Kloster Lehnin38
Die Gründung des Klosters38
Die Äbte von Lehnin41
Abt Sibold von 1180-119045
Abt Hermann von 1335-134249
Abt Heinrich Stich (etwa von 1399-1432)55
Abt Arnold (etwa von 1456-1467)58
Abt Valentin (etwa von 1509-1542)61
Kloster Lehnin, wie es war und wie es ist66
Die Lehninsche Weissagung71
Kloster Chorin81
Kloster Mariensee82
Kloster Chorin von 1272-154286
Kloster Chorin wie es ist92
Spandau und Umgebung
St. Nikolai zu Spandau97
Das Havelländische Luch101
Der Brieselang107
Finkenkrug109
Försterei Brieselang117
Die Königseiche122
Der Eibenbaum126
Schloß Oranienburg135
Burg und Jagdhaus Bötzow von 1200 bis 1650137
Schloß Oranienburg140
Die Zeit Luise Henriettens von 1650 bis 1667141
Die Zeit Friedrichs III. von 1688 bis 1713144
Die Zeit des Prinzen August Wilhelm von 1744 bis 1758149
Tegel161
Die Seeschlacht in der Malche177
Das Belvedere im Schloßgarten zu Charlottenburg184
Potsdam und Umgebung
Die Havelschwäne193
Die Pfaueninsel201
Die Pfaueninsel bis 1685201
Die Pfaueninsel von 1685 bis 1692. Johann Kunckel202
Die Pfaueninsel unter Friedrich Wilhelm III. 1797 bis 1840205
Die Pfaueninsel 15. Juli 1852208
Frau Friedrich211
Groß-Glienicke216
Fahrland219
Die Nedlitzer Fähre219
Der Königswall220
Das Heinenholz und der Kirchberg221
Dorf Fahrland. Amtshaus. Kirche. Pfarre222
Die Fahrlander Chronik228
Bernhard Daniel Schmidt, Pastor zu Fahrland 1751 bis 1774231
Johann Andreas Moritz, Pastor zu Fahrland 1774 bis 1794233
Sakrow241
Unter dem Grafen Hordt von 1774 bis 1779241
Unter Baron Fouqué von 1779 bis 1787245
Sakrow von 1787 bis 1794250
Bornstädt254
Wer war er?262
Marquardt279
Marquardt von 1795 bis 1803281
Marquardt von 1803 die 1833298
Marquardt von 1833 bis 1858305
Marquardt seit 1858308
Geheime Gesellschaften im 18. Jahrhundert312
Schwindel-Orden312
Illuminaten und Rosenkreuzer324
Ütz336
Paretz341
Paretz von 1796 bis 1806342
Paretz 20. Mai 1810346
Paretz von 1815 bis 1840347
Paretz seit 1840350
Das Schloß in Paretz351
Die Kirche354
Der Tempel357
Der „tote Kirchhof“358
Etzin359
Falkenrehde370
Zwei „heimlich Enthauptete“379
Graf Adam Schwarzenberg379
General von Einsiedel381
Wust. Geburtsdorf des Hans Hermann von Katte386
Wust 1707386
Wust 1730390
Wust 1748393
Wust 1775393
Wust 1820395
Wust seit 1850397
Der Schwielow und seine Umgebungen
Der Schwielow405
Kaputh411
General de la Chieze von 1662 bis 1671417
Kurfürstin Dorothea von 1671 bis 1689418
Sophie Charlotte und König Friedrich I. bis 1713419
Petzow425
Baumgartenbrück432
Alt-Geltow437
Neu-Geltow448
Werder456
Die Insel und ihre Bevölkerung456
Stadt und Kirche459
„Christus als Apotheker“462
Die Werderschen464
„Die Werdersche“470
Glindow476

Havelland
Grüß Gott Dich, Heimat ... Nach langem Säumen In Deinem Schatten wieder zu träumen, Erfüllt in dieser Maienluft Eine tiefe Sehnsucht mir die Brust. Ade nun Bilder der letzten Jahre, Ihr Ufer der Saône, der Seine, Loire, Nach Kriegs- und fremder Wässer Lauf Nimm, heimische Havel, mich wieder auf. Es spiegeln sich in Deinem Strome Wahrzeichen, Burgen, Schlösser, Dome: Der Julius-Turm, den Märchen und Sagen Bis Römerzeiten rückwärts tragen, Das Schildhorn, wo, bezwungen im Streite, Fürst Jakzo dem Christengott sich weihte, Der Harlunger Berg, der an oberster Stelle Weitschauend trug unsre erste Kapelle, Das Plauer Schloß, wo fröstelnd am Morgen Hans Quitzow steckte, im Röhricht verborgen, Die Pfaueninsel, in deren Dunkel Rubinglas glühte Johannes Kunckel, Schloß Babelsberg und „Schlößchen Tegel“, Nymphäen, Schwäne, blinkende Segel, — Ob rote Ziegel, ob steinernes Grau, Du verklärst es, Havel, in Deinem Blau. Und schönest Du alles, was alte Zeiten Und neue an Deinem Bande reihten, Wie schön erst, was fürsorglich längst Mit liebendem Arme Du umfängst. Jetzt Wasser, drauf Elfenbüsche schwanken, Lücher, Brücher, Horste, Lanken, Nun kommt die Sonne, nun kommt der Mai, Mit der Wasser-Herrschaft ist es vorbei. Wo Sumpf und Lache jüngst gebrodelt, Ist alles in Teppich umgemodelt, Ein Riesenteppich, blumengeziert, Viele Meilen im Geviert. Tausendschönchen, gelbe Ranunkel. Zittergräser, hell und dunkel, Und mitteninne (wie das lacht!) Des roten Ampfers leuchtende Pracht. Ziehbrunnen über die Wiese zerstreut, Trog um Trog zu trinken beut, Und zwischen den Trögen und den Halmen, Unter nährendem Käuen und Zermalmen, Die stille Herde, ... das Glöcklein klingt, Ein Luftzug das Läuten herüberbringt. Und an dieses Teppichs blühendem Saum All die lachenden Dörfer, ich zähle sie kaum: Linow, Lindow, Rhinow, Glindow, Beetz und Gatow, Dreetz und Flatow, Bamme, Damme, Kriele, Krielow, Petzow, Retzow, Ferch am Schwielow, Zachow, Wachow und Groß-Behnitz, Marquardt-Ütz an Wublitz-Schlänitz, Senzke, Lenzke und Marzahne, Lietzow, Tietzow und Rekahne, Und zum Schluß in dem leuchtenden Kranz: Ketzin, Ketzür und Vehlefanz. Und an Deinen Ufern und an Deinen Seen, Was, stille Havel, sahst all Du geschehn?! Aus der Tiefe herauf die Unken klingen, — Hunderttausend Wenden hier untergingen; In Lüften ein Lärmen, ein Bellen, ein Jagen, „Das ist Waldemar“, sie flüstern und sagen; Im Torfmoor, neben dem Kremmer Damme, (Wo Hohenloh fiel) was will die Flamme? Ist’s bloß ein Irrlicht? . . . Nun klärt sich das Wetter, Sonnenschein, Trompetengeschmetter, Derfflinger greift an, die Schweden fliehn, Grüß Gott Dich Tag von Fehrbellin. Grüß Gott Dich Tag, Du Preußen-Wiege, Geburtstag und Ahnherr unsrer Siege, Und Gruß Dir, wo die Wiege stand, Geliebte Heimat, Havelland! Potsdam, im Mai 1872.
