Note 12 — II. Malaien. (continued 2)
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Ihre Hautfarbe ist, wie einstimmig berichtet wird, sehr hell, die Nase oft adlerartig gekrümmt (Mas, pobl. 13). Allgemein12 wird behauptet, dass die Tinguianen den Chinesen in Gestalt wie Kleidung ähnlich sähen; mit Bezug auf die Tracht sollen sie kaum von den Fischern der chinesischen Provinz Fukiang oder Fokien zu unterscheiden sein, doch berichtet Mas selbst, dass ein genauer Kenner des Chinesischen, der Erzbischof Segui, erklärt hätte, dass in der Sprache der Tinguianen gar nichts vorhanden wäre, was nur einigermassen an das Chinesische erinnern könnte. Diess ist von Wichtigkeit, wenn man bedenkt, mit welcher Vorliebe die spanischen Schriftsteller jeden Stamm als von Chinesen abstammend hinstellen, sobald in den Gesichtszügen seiner Individuen Anklänge an den mongolischen Typus sich vorfinden. Jedenfalls wäre es angezeigt, bevor nicht eingehende Untersuchungen Statt gefunden haben, sich dieser Chinesentheorie gegenüber sehr reservirt zu verhalten. Die Adlernase stimmt nicht sehr zu dem Bilde eines Chinesen. Was die Sage anbelangt, wonach die Tinguianen die Abkömmlinge der Chinesischen Piraten wären, welche der Cortés der Philippinen D. Juan de Salcedo 1574 von Manila zurückschlug und das Jahr darauf aus dem Golfe von Lingayen in die Chinesische See zurückwarf, so kann ich diess ganz ruhig für eine Erfindung der späteren Zeit erklären, denn bei meinen langjährigen Studien zur Geschichte der Philippinen habe ich speciell die Schicksale jenes ritterlichen Salcedo mit besonderem Fleisse und Interesse verfolgt und fand hierbei, dass die zeitgenössischen Chronisten von dieser Angelegenheit gar nichts wissen, sondern im Gegentheil ausdrücklich erklären, dass alle Piraten, welche an’s Land stiegen, von den erbitterten Indiern niedergemetzelt wurden. Erst gegen Ende des XVII. Jahrhunderts kam die Sage auf, einige (!) jener Piraten wären aus Pangasinán nach den Bergwildnissen des Innern entkommen und hätten mit eingeborenen Weibern die Bastardrassen der Igorroten und Tinguianen erzeugt. Der geschwätzige Fr. Juan de la Concepcion und sein Epitomator Fr. Martinez de Zuñiga haben dann ihr Schärflein dazu beigetragen, dass zu Ende des vorigen Jahrhunderts die Sage für ein Factum angenommen wurde und zum Theile auch heute noch angenommen wird. Chamisso hat diese Erdichtung einer späteren Zeit auch nach Deutschland gebracht.