← Table of contents
Versuch einer Ethnographie der Philippinen

Note 3 — Einleitung.

Reading edition

Eine dritte malaiische Invasion wurde durch die Ankunft der Spanier unterbrochen und theilweise auch verhindert. Zu Anfang des XVI., vielleicht auch schon in der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts begannen die Malaien des Reiches Brunai oder Borneo nach den westlichen Visayern sich zu wenden. Es war diess zugleich, wenigstens in der Zeit von 1521–1565, eine religiöse Conquista, denn die „Mauren3 von Burney” verbreiteten auch den Islam unter den Indiern der Philippinen. Die Insel Palawan selbst wurde ein Bestandtheil des Reiches Burney oder Brunai (Borneo), während solche Einwanderer an der Bai von Manila und in den heutigen Provinzen Batangas und Tayabas sich neue Reiche gründeten. Camarínes, Mindoro, Panay, Negros, Cebú und die übrigen Visayer wurden vorläufig nur von Borneo-Kauffahrern besucht. Gleichzeitig mit diesem Zuge von Borneo her, fand eine andere Immigration von den Molukken her Statt, welche sich auf Mindanao und den Sulu-Archipel erstreckte. Bei Palawan stiessen diese beiden Einwanderungsströme zusammen. Das Erscheinen der Spanier machte dieser dritten malaiischen und islamitischen Einwanderung ein Ende; auf Luzon und in den Visayern wurde der eben erst eingedrungene Islam durch das Christenthum unblutig verdrängt und so mussten die Einwanderer der dritten Periode sich mit dem Besitze von Süd-Palawan, den Sulu-Inseln und dem grösseren Theile der Mindanao-Küste begnügen. Es war ein grosses Glück für die Bewohner der Philippinen, dass die Spanier noch rechtzeitig genug kamen, ehe der Islam festen Fuss gefasst hatte, sonst wären sie für die europäisch-christliche Civilisation verloren.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings