Note 435 — VII. Ostindien.
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Der jetzige Tempel mit seiner Treppe (ghat) heisst Kali-ghat und liegt einige englische Meilen südlich von der Stadt am Ufer von Tolly’s Nulla (Nalla). Er ist vor etwa 300 Jahren von einer reichen Hindu-Familie erbaut und mit einer Landschenkung ausgerüstet und wird von wohlhabenden Priestern, den Nachkommen der Gründer, verwaltet. Es ist der einzige Ort in Calcutta für den öffentlichen Gottesdienst der Hindu; wiewohl in jedem Haus ein Altar für den Familien-Gott sich vorfindet. Kali, „die schwarze“, ist eine grausame Göttin, die Pest und Hungersnoth sendet und nur durch Blutopfer besänftigt wird. Gewöhnlich werden Ziegen geopfert: aber, wie in alten Tagen, so wurden auch noch 1866, während der schrecklichen Hungersnoth, Menschenköpfe, mit Blumen bedeckt, vor ihrem Altar gefunden. Und sogar noch 1893 ist ihr in der Nähe von Calcutta ein Menschenopfer dargebracht worden. — Die Schreibweise Kalkutta mag richtiger sein.