← Table of contents
Über die letzten Dinge

Note 7 — Vorrede.

Reading edition

Das Wort „Dualismus“ wird in verschiedenem Sinne gebraucht; man spricht von einem psychophysischen und von einem ethischen Dualismus. Der erstere beschreibt das Verhältnis von Leib und Seele, wie es Natur und Erfahrung bieten; der letztere wertet das Verhältnis von Sinnen und Geist, von materieller und geistiger Natur, von Trieb und Wille, von tierischen und göttlichen Prinzipien im Menschen. Was das psychophysische Verhältnis betrifft, so hat mit dem „Parallelismus“ eine ziemlich monistische Anschauung Platz gegriffen, mit der Weininger vollkommen einverstanden war. Ihm handelte es sich lediglich um den ethischen Dualismus: daß der Mensch zum Teil von Gott und zum Teil vom Staube stammt. Dem ethischen Monismus huldigen vor allem die Evolutionsfanatiker (Bölsche). Für ihn gibt es kein Gut und Böse, welches aus tieferem Grunde käme, sondern bloß ein „Mit der Entwicklung“ und ein „Gegen die Entwicklung“. Hier handelt es sich um jenen Dualismus, welcher ethischen Eigenschaften die größte Realität erteilt; welcher ein höheres und ein niederes Leben (Christentum), eine intelligible und eine empirische Welt (Plato, Kant) kennt.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings