Note 37 — 24. DAS HÖLZERNE MÄDCHEN UND SEINE LIEBHABER
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Sogleich faßte ihn das Verlangen, das Mädchen zu besitzen und er sagte: „Freunde, dieser Prozeß ist nichtig. Dieses reine Mädchen ist in meinem Hause aufgewachsen und seit ihrer Kindheit an wie ein Kind von mir gehalten. Sie ist meine Sklavin. Den Schmuck und die kostbaren Kleider, die sie trägt, hat sie von mir erhalten. Durch Taugenichtse verführt, hat sie mich verlassen. Durch Gottes Güte ist sie durch eure Bemühungen gefunden, und meine Absicht ist erreicht. Euer Liebesdienst wird bei Gott nicht vergessen bleiben, ihr werdet von ihm euren Lohn erhalten.“ Als er so sprach, sahen die vier Genossen, daß der Kadi über sie großes Unglück, vor dem sie sich nicht schützen könnten, bringen würde. Der Asket wendete sich zum Kadi und sagte: „Mewlana37, geziemt es sich, indem du Anspruch darauf erhebst, auf dem Teppich des Propheten zu sitzen, daß du einen Prozeß von Muslimen nicht nach dem göttlichen Recht entscheidest, sondern selbst Ansprüche auf dieses Mädchen erhebst und sie uns mit Gewalt entreißen willst, indem du erklärst, sie sei deine Sklavin. In welcher Rechtsschule ist das denn gestattet? Und wie willst du dich dereinst vor Gottes Richterstuhl verantworten?“ Da antwortete der Kadi: „Du Betrüger, um die Leute zu täuschen, hast du durch Fasten dein Aussehen verändert, damit die Leute sagen sollen, aus Gottesfurcht ist er so krumm wie ein Bogen geworden. Nun gibt es ein bekanntes Sprichwort: Der Lügner muß ein gutes Gedächtnis, scharfen Verstand und Einsicht haben. Du hast aber weder das eine noch das andere. Du Narr, wenn du schon eine verrückte Lüge vorbringst, so darf sie doch nicht ganz ungereimt sein. Kann ein Mensch aus Holz entstehen? Gebt also diesen Prozeß auf und geht weg. Wenn nicht — wie ihr wollt. Ich habe meine Sklavin wiedergefunden.“