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Stille Helden

11

Reading edition

Die junge Frau brach nicht fassungslos zusammen. Die große Aufregung wirkte zunächst auf sie wie ein berauschender Trank, der durch ihre Adern schwoll und ihre Nerven anspannte. Sie ging rastlos hin und her und her und hin – mit fieberisch erhitztem Gesicht.

Sie wollte die ungeheuerliche Offenbarung, die ihr geworden war, in Ruhe bedenken.

Aber davon konnte keine Rede sein. Ihr ganzes Wesen war aufgestört.

Sie hatte gar keinen Haß oder nur Zorn auf die andere Frau – dachte kaum an sie.

Sie dachte an ihre Ehe – an den Vater – an das Kind.

Würde Wynfried sie bitten: gib mich frei? Ihr ahnte: nein, das würde er nicht tun. Aber nicht etwa, weil er an der Sittlichkeit ihrer Ehe festhielt – o, die hatte er mit Füßen getreten – sondern – sondern – weil er begann, sich in seine Frau zu verlieben ...

Es war ihr, als müsse sie wahnsinnig werden bei diesem furchtbaren Gedanken.

Vor einem Jahr hatte sie gläubig auf das Wunder der Liebe gewartet.

Es war nicht zwischen ihr und ihrem Gatten erblüht.

Aber diese Art Liebe, die sie jetzt ahnte – die war ihr wie eine Beleidigung.

Sie konnte lange gar nichts denken – ging hin und her, mit beschwingten Schritten, wie auf der Flucht.

Dann kam die Erkenntnis: »Unsere Ehe – gerade unsere – mußte durch Treue geadelt werden.«

Und nun, wo sie entadelt war – mußte sie aufrecht erhalten werden? Befreite seine Treulosigkeit sie von ihrer Pflicht gegen den Gatten, gegen den Vater, gegen ihr Kind?

Nein. Sie mußte verzeihen.

Aber die Ehe fortsetzen? Wie sollte sie das ertragen?

Sie stand vor dem Bilde ihrer Mutter. Sie starrte zu dem feinen, leidvollen Gesicht empor. – Das schwieg. – Wie Tote schweigen, die nur sprechen, wenn wir selbst ihnen Worte leihen. – Und die entsetzte Seele der jungen Frau hatte keine – erbebte in stummer Not ...

Aus dieser Gebundenheit erwachte sie langsam zu einem staunenden Gedanken: »Aber ich habe ihn doch damals heiraten und mich ihm zu eigen geben können!«

Aber damals hatte die Ekstase ihrer Dankbarkeit sie getragen! Damals stand der Mann als ein von geheimnisvollen Leiden Zerschlagener vor ihr, und alle unbewußte Mütterlichkeit in ihr fand eine Aufgabe darin, ihm zu helfen. Damals wußte ihre Seele nicht, was Liebe ist – die dämmerte noch hinter der Schwelle des Erkennens, tief im Untergrunde ihres Gefühlslebens.

Nun war alles anders geworden. Ihr ahnte längst, daß jene geheimnisvollen Leiden ihr Mitleid nicht verdient hatten.

Und ihre Seele war zu einer reinen, entsagenden Liebe erwacht.

Nur die Dankbarkeit war die gleiche geblieben.

Und neue, noch viel stärkere Empfindungen waren emporgewachsen – töchterliche – mütterliche.

Sie ging ans Fenster und suchte mit ihren Blicken den Nebel zu durchbohren. Die weiße Mauer der filzigen Luft verbarg das Werk. Wenn sie es doch hätte sehen können! Der Anblick der rauchenden Schlote und der mystischen Glutscheine würde ihr wohlgetan haben. Sie sprachen so stark vom Lebenswerk des alten Mannes, des großen Arbeiters, der ihr Vater geworden war.

Ihre Ehe lösen hieß: ihn verlassen!

Wie würde er leiden!

Und ihr Kind? Wenn sie, die Schuldlose, von dannen ging, so war es ihr Recht, es mitzunehmen. Kein Mensch, kein Gesetz konnte sie daran hindern.

Das würde den alten Mann töten!

Seit er den Enkel besaß, wußte er, für wen er gearbeitet, für wen der Pulsschlag des gewaltigen Werkes da drüben so stark und lebendig schlug. –

Sein Enkel bedeutete ihm die Erfüllung aller Lebenshoffnungen ... Spät, nach vielen und herben Enttäuschungen war sie ihm geworden. – Diese winzigen Kinderhände hatten die Wunderkraft, alles Schwere, alle Entsagungen aus seinem rastlosen Dasein auszustreichen. Endlich – an der Schwelle des Grabes fast – gab das kleine Kind ihm noch Freude – Freude, mit der ganzen Macht seiner ungewöhnlichen Natur empfunden.

Und dieses Glück sollte sie ihm fortnehmen?

»Nein,« dachte Klara, »das kann ich nicht.«

Eine Stimme schien sie zu fragen: »Aber kannst du dich denn noch einmal dem Manne zu eigen geben, der dich jetzt mit so werbenden Blicken verfolgt?«

Wie groß die Opfer auch gewesen waren, die sie gebracht hatte – das äußerste war ihr erspart geblieben: ihre weibliche Würde blieb unverletzt.

Sollte sie sie nun zerbrechen lassen?

Wo war der Ausgang aus dieser Wirrnis von einander bekämpfenden Pflichten und Gefühlen?

Undurchdringlich wie der weiße Nebel stand die Zukunft vor ihr.

Sie glaubte, es seien Minuten vergangen, seit ihr Ohr gequält wurde von dem kindischen Jammer der blonden Frau. In diesem wunderlichen Wechsel zwischen entsetzt hinjagenden Gedanken und bleierner Stumpfheit war ihr alles Maß für die Zeit abhanden gekommen.

Nun erschrak sie, als Georg kam und die Tischzeit meldete.

Es hieß wie alle Tage in Heiterkeit neben dem geliebten Vater sitzen, damit ihm die Stunde der Mahlzeit eine freundliche sei ...

Mechanisch ging sie ins Eßzimmer – vergaß, sich umzukleiden – vergaß den Blick in den Spiegel. – Ging im Zwange der Gewohnheit. –

Es schien, als habe der Tag sein jähes Ende gefunden. Im Eßzimmer waren die Vorhänge geschlossen, und das fahle Nebellicht kam nicht herein. Festlich glänzten die elektrischen Birnen zwischen ihrem Behang von stumpfgeschliffenem Kristall.

Zu Häupten der kleinen Tafel, die fast verloren im reichen Raum stand, saß schon der Geheimrat in seinem Fahrstuhl.

Er sah der Tochter entgegen, das ganze bedeutende Haupt schien wie von einer hellen Stimmung umstrahlt. Eben hatte er seinen Enkel besucht und sich geschmeichelt gefühlt, daß dieser kleine Herr des Hauses vor Vergnügen mit den Patschhändchen schlug, wie ein unflügges Vögelchen mit den noch kümmerlichen Flügeln, als der Großvater hereingefahren wurde.

Aber ganz plötzlich änderte sich der Ausdruck seines Blickes.

Klara im Morgenanzug? Mit dunkelglühendem Gesicht? Wie eine Fiebernde?

»Bist du krank?«

»Ich? – Nein.«

Sie setzte sich. Man aß. Sie versuchte auch, zu essen, zu sprechen. – Ja, schon fünf Zähnchen. – Ja, Judereit war nun genesen. – Ja, er war in den langen Leidensmonaten ein einsichtsvoller Mensch geworden mit vernünftigen Plänen. – Ja, Thüraufs Finchen wollte nach München und sich der Malerei widmen. Ja – zu allem – und alles war so gleichgültig. Und sie fühlte immer, wie die großen, blitzenden Augen sie mit wachsamer Sorge zu durchbohren schienen. –

»Nachrichten von Wynfried?«

»Nein, seit dem Telegramm keine,« antwortete sie.

»Wie ihn die Kreyser-Werke immer festhalten! Und wie er gern zu seinen Bekannten nach Köln fährt. Ich denke manchmal, die Kreyser-Werke und ihr Betrieb interessieren ihn mehr als ›Severin Lohmann‹, und wenn er freie Wahl hätte, siedelte er dahin über. Der muntere Zug im Leben des Rheinlandes zieht ihn auch besonders an. Gottlob, daß du da bist, Kind, und daß wir Severin den Kleinen haben. Sonst hätte ich Angst, nach meinem Tode wendete mein Sohn dieser Stätte den Rücken. Aber du wurzelst in ihr fest und erziehst mir den Enkel in unserem Sinn.«

Das war mehr, als Klara in dieser Stunde hören konnte.

Und sie wußte nicht, daß die Glut auf ihren Wangen langsam hinlosch und daß ihr Gesicht elend, leichenblaß, zusammengefallen erschien – und ihre Stimme leise, wie verhallt, als hole sie jedes laute Wort mühsam aus der Brust herauf.

Und auf einmal fing alles an, sich zu drehen. In ihren Ohren sangen hohe Geigentöne in langen Bogenstrichen. Sie horchte mit versteinertem Gesicht. Sie dachte: ich bin schwindelig – hatte eine letzte Willensregung: nicht fallen – nicht fallen. – Dann war alles abgeschnitten – als sei ein Fallbeil zwischen sie und ihr Bewußtsein niedergesaust.

Nichts, gar nichts wußte sie davon, daß ihr Kopf vornüber auf die Tischplatte geschlagen wäre, hätte nicht Leupold sie aufgefangen, der die letzten Sekunden, atemlos vor Schreck, sie schon beobachtet hatte. Sie hörte nicht, daß nach der weiblichen Dienerschaft gerufen ward – sah nicht, daß der alte Mann, in Verzweiflung und vor Ungeduld vergehend, in seinem Stuhl die geballten Fäuste auf die Lehnen stemmte.

Als das feine Singen und Klingen, dies dünne Vorspiel des Erwachens, wieder in ihrem Ohr begann, dämmerte eine Art Verwunderung in ihr. – Sie horchte dem wieder nach. – Wie lange das andauerte. – Sie wußte nicht, daß viele tote, schwarze Minuten dazwischen lagen, seit sie es zuerst gehört.

Dann hatte sie eine Art von Erstaunen: sie lag auf ihrem Bett?

Wie kam sie dahin? Sie saß doch bei Tisch?

Sie schlug die Augen auf. Fast zugleich hörte sie eine Stimme sagen: »Gottlob!«

Und ein weibliches Haupt neigte sich über sie – es schien das der Wirtschafterin – und man versicherte tröstend, daß Doktor Sylvester gewiß gleich da sein werde.

Da kam ihr Bewußtsein klar zurück, und zugleich brach sie in leidenschaftliches Weinen aus und drückte ihr Gesicht tief in die Kissen. –

Der alte Mann, der wuchtig und gebändigt, vor Sorge und Schmerz außer aller Fassung in seinem Stuhl wartete, jagte bald den Leupold, bald den flinken jungen Georg hin und her. An dem Türspalt des Schlafzimmers mußten sie Nachricht erfragen.

Und endlich kam Leupold und sagte: »Die gnädige Frau ist wieder zu sich gekommen, aber dann sogleich in ein furchtbares Weinen verfallen. Doktor Sylvester ist schon unterwegs.«

»Komm her!« befahl der Geheimrat.

Er packte die Hand des alten Dieners um das Gelenk, er schüttelte ihn beinahe. Etwas von seinem alten brausenden Zorn war wieder über ihn gekommen.

»Hör du,« sagte er rauh, »ein Vierteljahrhundert bist du hier, und mein Leben ist für dich von Glas – sprich – was geht in meinem Hause vor – sprich – als Mensch – nicht als Diener – sprich –«

»Herr Geheimrat,« sprach der Mann blaß und verstockt, »hier im Hause geht nichts vor. Das wissen Herr Geheimrat doch selbst.«

»Mensch – keine Wortklauberei. – Sag, was du denkst.«

»Ich denke, daß die Ohnmacht und die Tränen der gnädigen Frau wohl damit zusammenhängen, daß die Baronin Hegemeister heute hier war.«

»Die Baronin –«

»Ich war zufällig auf der Diele. Und dann blieb ich da – um Wache zu halten – daß niemand horcht –«

»Warum? Die Baronin – das ist eine Freundin des Hauses – ist zahllose Male hier gewesen – was wär’ da zu horchen?« fragte er lauernd. Denn in seinem Gedächtnis war immer wach, was die alte Lamprecht ihm vor vielen Wochen schon zugetragen hatte.

»Sie ist seit Monaten nicht hier gewesen. Und – Herr Geheimrat haben befohlen, daß ich sprechen soll – und die ganze Gegend klatscht davon, daß sie und unser junger Herr ... Und ein Matrose von der ›Klara‹, der hier auf Severinshof sich ’ne Braut angeschafft hat, war neulich da zum Besuch und erzählte, daß der junge Herr nur ein oder zweimal mitgesegelt ist ... Und da dacht’ ich: die Frau Baronin hat vielleicht viel abzubitten. Und ich wollte nicht – dem Georg muß man immer mal aufpassen, daß er nicht horcht. Und ich selbst mußte mir Mühe geben, wegzuhören. Die Baronin weinte und jammerte manchmal laut. – Was soll ich noch mehr sagen ...? Mehr schickt sich nicht. Herr Geheimrat wissen auch, wie wir die gnädige Frau alle vergöttern – ich auch – ja ... Und dann der Kleine! – Nein, so was durfte nicht kommen. – Verzeihen mir Herr Geheimrat – aber Sie haben befohlen, ich sollte sprechen.«

Es sättigte ihn wohl, sprechen zu dürfen. Denn der Groll fraß ihm schon lange das Herz ab. Aber er ängstigte sich auch schwer. Sein Herr war in den letzten Monaten weniger frisch gewesen. Eine Aufregung konnte den zweiten Schlaganfall bringen, auf den er seit zwei Jahren täglich mit heimlichem Zittern gefaßt war.

Aber was der treue Mensch dann sah, benahm ihn vor Erstaunen.

Der wuchtige alte Mann brach keineswegs zusammen. Er atmete tief auf – langsam hob er seinen Oberkörper – richtete sein Haupt empor. In jener furchterweckenden Herrscherhaltung, der verkörperte Wille selbst, saß er da.

Das Licht füllte den Raum – die unterbrochene Mahlzeit stand kalt auf dem Tisch, der in Unordnung war. Das blitzende Auge sah über alles weg.

Ein schweres Schweigen herrschte. –

Leupold wagte nicht, sich zu rühren, um nicht die Gedanken seines Herrn zu stören.

Was mochten es für Gedanken sein? Zornesfalten standen auf der breiten Stirn. Und eine mächtige Bewegung arbeitete in den großen Zügen.

Nein, das sah nicht aus, als habe ein hinfälliger Greis einen Stoß empfangen, der ihn umwerfen mußte – das sah vielmehr so aus, als sei alle Kraft von neuem erwacht, als spanne sich jeder Nerv in diesem gewaltigen Körper in straffer Energie.

Nun sah er, wie die Hände, ohne zu zittern, nach der Brusttasche griffen – da trug der Geheimrat ein Büchlein. Er nahm es – er schrieb ein paar Zeilen auf – riß das Blatt ab ...

»Nimm,« sagte er. – Nein, wirklich, nicht einmal seine Hände zitterten.

Leupold nahm es. Er sah: es war eine dringliche Depesche. Nach Köln. An den Sohn des Hauses. Und sie lautete: »Ich erwarte dich unter allen Umständen morgen früh hier. Dein Vater.«

Dann ging der Tag seinen Gang. – –

Klara, auf ihrem Bett, sank aus den leidenschaftlichen Tränen allmählich in einen Zustand der Erschöpfung hinüber. Sylvester hatte ihr ein Pulver aufgedrängt – sie nahm es aus Gefälligkeit gegen den besorgten Arzt. – Es mochte helfen, daß die Erschöpfung in einen ruhigen Schlaf überging.

Als sie erwachte, war es dunkel. Und sie hörte sausende Töne. – Kam das vom Werk her? Nein – Sturm! Der Nebel war weggepeitscht.

Klara richtete sich auf. Besann sich. Ihre Fassung war nun vollkommen.

Sie hatte seit Stunden nicht mehr gedacht – nicht denken können.

Und dennoch war in ihr eine eherne Gewißheit und Festigkeit.

Sie wußte: ihre Pflicht war es, noch einmal von vorn anzufangen, und um des Vaters wie des Kindes willen ihrem Mann zu vergeben, zu helfen. Sie wollte mit ihm sprechen und mit seiner schwachen Natur kämpfen – damit er begreife: er müsse sich zunächst ihre Achtung erringen.

Dies war das kleine Streckchen Lebensweg, das sich übersehen ließ – ob es ins Dunkel mündete, ins Helle führte – das mußte die Zukunft lehren.

Dieser gegenwärtige Augenblick forderte eine leichtere Pflicht von ihr ... Sie mußte den Vater beruhigen! In welche Aufregung mochte ihn ihre Ohnmacht gestürzt haben!

Sie kleidete sich an – rasch – und dachte: »Ich nehme den Kleinen mit hinauf.«

Sie fand ihn im Zimmer nebenan, in seinem Wagen lag er, seine Stimme übend, mit jenen unbegreiflichen Lauten, die noch keine Worte formen können und doch zu einem Mutterohr so beredt von prachtvollem Behagen und Wohlsein sprechen. Zwischen Spitzen und hellblauen Schleifen sah man das runde Gesichtchen und die prallen Arme. Und die großen Augen glänzten tief.

Die junge Frau nahm das Kind und hob es hoch empor und legte das flaumige Köpfchen gegen ihre Wange – in leidenschaftlichem Glück die Nähe des kleinen Geschöpfes genießend.

So schritt sie hinauf.

Sie merkte kaum, daß ehrfürchtige und eilige Hände alle Türen vor ihr öffneten.

Sie gelangte hinauf – mit ihr kam ein Lichtstrom in einen völlig dunklen Raum.

In seinem Sessel zwischen den unverhüllten Erkerfenstern saß der alte Herr – im unerleuchteten Zimmer.

Nun sah er die junge Frau, wie sie im Lichtstrom heranschritt, im linken Arm hoch das Kind tragend, mit der Rechten das kleine Haupt gegen ihre Wange drückend – und um sie der Schimmer von Glanz ...

»Madonna ...« dachte er.

»Wir wollen Großvater Gute Nacht sagen.«

Und ihre Stimme klang wie immer.

»Du hättest liegen bleiben sollen.«

»O nein,« sagte sie leichthin, »es geht mir wieder gut. Hoffentlich hast du dich nicht erschreckt. Du weißt ja: ›Der Frauen Zustand ist beklagenswert‹ – Wir sind ein jämmerliches Geschlecht.«

»Heldin!« dachte er.

Er wußte noch nicht: sollte er mit ihr sprechen – mit ihr schweigen. –

Aber nun mußten erst die großen Greisenhände die winzigen Fäustchen nehmen, denn der kleine Regent sollte bald in sein Nachtröckchen gesteckt werden. Und da erschien auch schon die Amme in ihrer schwarzbunten Tracht und wollte ihn wieder hinab holen in sein Kinderstubenreich.

»Schlafe mein Kerlchen. Stör deine Mutter nicht. Sie ist für dich und mich alles – sie darf uns nicht krank werden. – Schlaf fest.«

»Dei – dei – dei,« klöhnte das Kind, als wolle es sehr Vernünftiges versprechen.

Die Amme ging mit ihm davon, hinter ihr schlossen sich die breiten Türen, durch die der Lichtstrom hereingekommen war.

»Du sitzest im Dunkeln?« fragte Klara.

Sie hockte sich auf den niedrigen Stuhl neben den thronartigen Sitz des Vaters hin – da wo so recht eigentlich ihr Platz war.

»Ich habe mich mit ›Severin Lohmann‹ unterhalten,« sprach der Alte, »es hatte mir viel zu sagen ...«

Durch die schwarzblanke Glasfüllung der Fenster sah man hinaus in den Novemberabend, aus dem der Sturm allen Nebel geblasen. Und vor dem nächtigen Hintergrund erkannte man die hellen Schornsteine, weil von der Kokerei und den Hochöfen und der frei brennenden Gasflamme her roter und gelber Schein kam, der die Bauten helldunkel umleuchtete. Von bläulichen elektrischen Lichtern war das düster-große Bild überfleckt, und all diese Lichtkerne mit der Strahlenglorie rundherum erinnerten so merkwürdig an Weihnachten. – Die plumpen Burgen der Hochöfen waren halb angestrahlt, halb lösten sich ihre Formen in Dunkelheit auf.

Der Gesang des Sturms nahm mit seinen langgezogenen Heultönen alle Geräusche vom Werk fort und trug sie auf seinen Fittichen ostwärts, dem Meere zu.

Drunten der Fluß war an seinem kohlschwarzblanken Gleißen nur zu erkennen, wo vom Werk her Licht über ihn hinspielte. Außerhalb der verständlichen und übersehbaren Wirklichkeit krochen ein rotes und ein grünes Licht in der Dunkelheit heran. Die Augen eines Dampfers, der sich gegen Strom und Wind flußauf quälte.

Die junge Frau legte ihren Kopf gegen die Lehne des Stuhls. –

Bald fühlte sie die liebevolle Hand schwer auf ihrem Haar. –

So saßen sie und sahen zu dem vom rötlichen Schein angehauchten Rauch hinüber, der sich in der schwarzen Höhe verlor. Sie sahen von diesem Stück Welt des Eisens und der Kohle mit geistigem Auge noch viel, viel mehr, als das Nachtbild ihnen zeigte. Sie sahen alle tausend Fäden, mit denen es an die Gegenwart, an alle großen Fragen und Forderungen der Zeit gebunden war. Sie sahen sich als Diener dieser Zeit – ihre Herzen wurden bescheiden und still.

Leise sprach der Alte – für sich hin – zu ihr, die mit seinem Enkel sein Werk bewachen und fortsetzen sollte – vielleicht hinaus zu Tausenden, die ihn nicht hörten:

»Ich habe gedacht ... Eine neue Zeit läßt nicht nur neue Formen, Schönheiten, Anschauungen, volkswirtschaftliche Notwendigkeiten entstehen, wälzt nicht nur Technik und Bedürfnisse um. Fast fürchte ich mich, es auszusprechen: sie wertet auch unsere Empfindungen um! Man sagt, daß alte Geschlechter, die seit Jahrhunderten auf ihrer sich forterbenden Scholle sitzen, diese mit heißer Inbrunst lieben. Wie sollten sie nicht! Und dennoch muß die Liebe, die Männer wie ich zu ihren Werken haben, noch von einer anderen Art sein. Tiefer und ausschließlicher. Denn sie ist noch fruchtbarer! In meines Sohnes Adern fließt mein Blut – nicht nur mein Blut – vielleicht, nein gewiß, noch mehr von dem der Frau, die ihn gebar. In den Adern meines Werkes fließt nicht nur mein Blut; meine Kraft – meinen Geist – meine Energie – alles, was ich bin, körperlich und seelisch, hab’ ich hinübergepflanzt in dies Werk. Geheimste Ströme gingen von mir fort in meine Arbeit und gaben ihr Leben. Und ist so dies Werk nicht noch mehr mein Kind, in viel unzerstörbarerem Sinne, als mein Sohn es ist? Ist diese Wahrheit erschreckend? Ist sie nicht vielmehr voll geheimer Größe? Voll drohender Mahnungen? Werte abwägen gegeneinander – das fordert die Zeit. Vielen, vielen ließ sie das Idyll des Familienlebens und das Auskosten seiner kleinen und großen Kämpfe. Aber für die, denen ein Platz ward in der Front der Schaffenden, heißt es sich fragen: Was ist wichtiger, dein Kind oder dein Werk? Und da, wo ich stehe – und so, wie mein Sohn ist – trotz allem, was ihm geopfert ward, ein Halber – muß ich mich besonders fragen: Was ist Tausenden wertvoller, nötiger – mein Sohn oder mein Werk? Was ist meinem Herzen teurer – mein großes, starkes, kraftvolles Werk oder mein haltloser Sohn? ...«

Seine Stimme war zuletzt fast raunend geworden. Er sprach wie einer, der sich vor sich selbst fürchtet.

Und die junge Frau fühlte: er wußte vielleicht alles. Er war vielleicht bereit, den Sohn preiszugeben.

Aber das war doch unmöglich. Wie sollte, wie konnte das geschehen? Die einfache Tatsache der festgefügten Lebensverhältnisse verbot es. – Vielleicht eine zornige Aufwallung? Die milderer Stimmung weichen konnte? Aber so seltsam gefaßt, so wunderbar vorsichtig, furchtsam vor dem Klang der eigenen Worte, spricht nicht der Zorn.

»Du und dein Kind – ihr wißt es – ich habe ein Herz! Deine Mutter wußte es! – Und dennoch – dennoch – wenn ich denn ein unnatürlicher Vater bin: – mein Werk steht mir näher als mein Sohn. Ihn könnt’ ich lassen – meinem Werk gehört mein letzter Gedanke. Wir Menschen von heute, wir arbeiten so furchtbar, daß Blut und Schweiß uns zusammenschmiedet mit unserer Arbeit – und wenn unsere Kinder dies heilige Bündnis nicht verstehen, seien sie davon geschieden.«

Klara fror. – Die Unerbittlichkeit sprach zu ihr. – Und ihr war, als sei es kein Zufall, daß seine Faust sein Leben lang dem Erz das Eisen abgerungen habe ...

»Vater,« sprach sie leise. »Wir müssen doch Geduld haben.«

Da drückte sich die Hand noch fester auf ihr Haupt und lag da schwer – und dennoch wie Segen – Trost – Dank. –

Sie mochten nicht mehr sprechen und schauten still durch die Nacht hinüber auf den bestrahlten, quellenden und zerreißenden Rauch, der toll vor dem schwarzen Himmel jagte. –

Und der alte Mann wartete auf eine Antwort. Die Depesche war doch stark genug gewesen. Aber an diesem Abend kam keine Antwort mehr.

Nun, wozu auch Antwort? Am nächsten Morgen würde sein Sohn selbst eintreffen.

Aber die Stunde, für die seine Ankunft bestimmt zu berechnen war, verstrich, und er trat nicht bei seinem Vater ein.

Der Geheimrat ließ Thürauf herüberbitten. Der tauchte aus seinem Übermaß von Arbeit auf und hatte zwei Minuten für den alten Herrn. Wynfried? Vor vier Tagen hatte er das lange und vortrefflich klare Telegramm über die Konferenz auf den Kreyser-Werken geschickt, das der Geheimrat ja kenne. Seither erhielt Thürauf persönlich keine Nachricht vom Juniorchef der Firma. –

Die Ungeduld verzehrte ihn. Allerlei Gedanken überstürzten sich. Auch dieser, daß Wynfried gar mit der blonden Baronin auf und davon gegangen sei.

Aber zu dieser Vorstellung hatte er gleich ein grimmiges Lächeln.

Er kannte seinen Sohn. Der dachte wahrscheinlich ganz unbefangen, wie tausend moderne Ehegatten denken: auf die Treue des Mannes kommt es nicht weiter an. Das Abenteuer mit der Baronin war ihm vielleicht nur ein Sommervergnügen – vielleicht hatte es geheißen: halb zog sie ihn, halb sank er hin. – Ach – klein – klein – banal!

Und die Blicke fielen ihm ein, die sein Sohn in der letzten Zeit für Klara gehabt.

Da stieg ein flammendes Rot bis in seine Stirn, und er litt. –

Es blieb alles stumm. Als wenn die Ferne voll schweren Schweigens sei.

Der Geheimrat ließ ein dringliches Telegramm mit dringlicher Rückantwort an das Hotel in Köln abgehen. Da hatte er binnen einer Stunde in den eiligen Blaustiftbuchstaben der Depesche die Nachricht, daß Herr Lohmann junior im Hotel bisher nicht angekommen sei, daß dort aber seit gestern nachmittag eine D-Depesche für ihn lagere, aus deren Vorhandensein man wohl auf seine baldige Ankunft schließen dürfe.

»Meine eigene Depesche,« dachte der alte Herr.

Nun war er außerstande, noch etwas zu tun. Er konnte nicht an alle Kölner Hotels depeschieren. Wer wußte, ob er überhaupt da war? Man hätte auf Lammen anfragen können. Das verbot sich. Das bloße Suchen nach einem Vorwand zur Nachfrage verbot sich.

Solche Stunden ertragen sich hart.

Er saß da wie ein zürnender Gott, der seine Blitze in der Hand zurückhalten muß, die ihn nun selbst brennen.

Er wußte, gerade wie die junge Frau, daß sich die festgefügten Lebensverhältnisse nicht zerreißen ließen.

Er ahnte gleich ihr, daß Wynfried sich dagegen wehren würde, seine Ehe zu lösen, denn er war offenbar im Begriff, sich in seine Frau zu verlieben.

Ah – dürfte er doch die holde Frau gegen diese Liebe schützen!

Aber er war machtlos. Wenn sie verzieh, Geduld haben wollte – er, der Vater, durfte die Ehe nicht sprengen.

»Hätte ich sie nie zusammengebracht!«

Eins aber konnte er: als richtender Vater, als Mann zum Manne, mit dem Schwert scharfer Worte gegen den Sohn wettern.

Er hoffte im Grunde wenig davon. Er hatte alles Vertrauen verloren. Wenn nicht einmal die reine Würde der jungen Frau ihm Halt hatte geben können ...

Der alte Mann erschrak selbst davor, wie ganz ihm sein Sohn entglitten war – alle Stimmen der Natur schwiegen.

Sein Enkel, seine Tochter, sein Werk – diese über seinen Tod hinaus vor jeder Gefährdung zu schützen, war sein Hauptgedanke. Er wollte sein Testament ändern. Wynfried blieb auch mit dem Pflichtteil noch ein wohlhabender Mann.

Da nun seine leidenschaftliche Natur auf schwere Grübeleien angewiesen war und sich nicht in Wort und Tat entladen konnte, stieg seine Nervosität bis zur Unerträglichkeit.

Wenn nur irgend, irgend etwas geschähe, diese Spannung zu lösen ...

Aber beinahe hätte er das, was sie lösen konnte, von seiner Schwelle gewiesen.

Es war am dritten Tag nach jenem unterbrochenen Mittagsmahl.

Der Himmel war hell, durch den bleichen Sonnenschein raste Sturm. Das Land lag braunschwarz, mit den rostroten Farbenflecken der Hainbuchen, in deren Gezweig das welke Laub fror. Der Fluß schuppte sich unruhig. Kahl und freudlos schien die Erde ängstlich auf den Winter zu warten.

Leupold kam.

»Ich soll den Freiherrn von Marning melden,« sagte er. Und fügte gleich, etwaigen Vorwürfen abzuwehren, hinzu: »Ich habe aber keine Aussichten gemacht – habe gesagt, Herr Geheimrat empfingen keine Besuche. Da bat er, ich solle doch fragen.«

Den alten Herrn wandelte eine kurze Verwirrung an. Marning? Er, der für immer aus diesem Hause gegangen war? Noch einmal wieder? Und jetzt –

Nein, nein – gerade ihn konnte er jetzt nicht sehen! Es hätte zu weh getan. Es würde ihn vielleicht hinreißen, zu diesem zu sprechen. Und gerade diesem mußte verborgen bleiben, was jetzt auf dem Hause lastete – denn es wäre auch für ihn schwer, schwer, davon zu wissen.

»Nein,« sprach er vor sich hin, »ich kann nicht –«

»Herr Oberleutnant sagten: es sei wichtig.«

Wichtig? Für ihn? Für wen? Vielleicht war er anderen Sinnes geworden. Kam auf das Anerbieten zurück – wollte doch zur Industrie übergehen – kam, um Hilfe für den Weg dahin zu erbitten.

Das entschied. Seine Zuneigung für Marning wallte auf. Es hieß eben, sich zusammennehmen.

»Also ja ...«

Und wenige Sekunden nachher stand Stephan Marning vor ihm, sehr blaß, sehr ernst.

»Lieber Marning. – Es freut mich, Sie zu sehen. – Wenn Sie’s nicht wären ... Ich bin ein verstimmter, ungeduldiger alter Kerl – hab’ im Moment zu viel bunte Gedanken im Kopf. – Sie müssen schon Nachsicht mit mir haben. Und mir ein bißchen knapp sagen, was Sie wünschen. Meine Gesinnung kennen Sie – die ist unverändert ...«

»Herr Geheimrat,« begann Stephan. »Ich komme nicht in eigener Angelegenheit.«

Irgend etwas im Ton und in der Miene des jungen Mannes ließ den Alten scharf aufmerken.

»Das Botenamt, Herr Geheimrat, war zu allen Zeiten ein gefürchtetes.«

»Wenn der Bote Übles brachte! Und das tun Sie demnach.«

»Ernstes. Ja.«

»Sagen Sie’s nur schlankweg. Man bildet sich immer ein, vor uns Alten und Brüchigen dürfe man das Wort ›Tod‹ nicht laut aussprechen. Ich bin kein Feigling. Wenn Altersgenossen weggeholt werden, zittere ich nicht gleich, weil’s mich doch auch mal treffen muß. Bin seit zwei Jahren an eine gewisse Nachbarschaft gewöhnt. Ist Ihr Onkel, mein verehrter Freund, gestorben? Ein schmerzlicher Verlust wär’s.«

»Nein, Herr Geheimrat. Ich habe Ihnen von Likowski Nachrichten zu bringen.«

»Wa – was ...? Unser prachtvoller Hauptmann? Aber das ist ja unmöglich –«

Wie sonderbar seine Gedanken die eine Fährte verfolgten – die des Todes.

»Likowski befindet sich wohl – er wird in zwei, drei Tagen zurück sein – er wäre schon heute eingetroffen – aber er hat ... auch mußte er sich beim Oberst melden.«

»Nun also – was ist mit ihm los. – Nehmen Sie’s mir nicht übel, lieber Marning – aber Sie verstehen sich drauf, einen ungeduldig zu machen.«

»Verzeihen Sie,« sprach der jüngere Mann halblaut, »ich bin ungeschickt. – Mein Amt ist schwer. – Likowski hat ein Duell gehabt – mit – mit Ihrem Herrn Sohn.«

Der alte Mann fuhr auf – blieb erstarrt – sah den andern an – mit offenem Munde.

Langsam wich jede Farbe aus seinem Gesicht.

Er war furchtbar anzusehen.

Und endlich, endlich sprach er laut und fest. »Er ist tot!«

So sprach das Schicksal selber – ehern – ergeben – furchtgebietend.

»Nein – nein. – Er lebt – er kann – er wird weiterleben –«

Da sank das schwere Haupt zurück. – Die Augen schlossen sich – und ein wunderbares Lächeln – geheimnisvoll – unbegreiflich, irrte um die Lippen. – Und unter den geschlossenen Lidern heraus perlte langsam eine Träne und rann über die bleiche Wange.

Stephan wandte sich ab. Ergriffen und scheu.

Was jetzt im Herzen des alten Mannes vorging, wußte Gott allein.

Sprach dennoch die unergründliche Stimme der Natur, die verstummt gewesen war? ... Reckte sich das ganz einfache Gefühl empor? – Rauschte das Blut – das Blut, das auch in seines Sohnes Adern rann, ihm zu: Gottlob nicht tot? ... Tiefste Rätsel. –

»Was wissen wir von uns selbst!« fühlte der Alte.

Stephan stand Minuten und sah in den matten, sturmgepeitschten Sonnenschein hinaus und wagte nicht, sich umzuwenden.

Bis eine beherrschte Stimme ihn aufrief: »Nun lassen Sie mich alles im Zusammenhang hören.«

»Ich denke, Herr Geheimrat, ich begehe keine Taktlosigkeit, wenn ich Ihnen Likowskis Brief gebe – wie er nun mal ist. – Ganz Likowski. – Ich befürchte da kein Mißverstehen.«

Es wäre ihm ja unmöglich gewesen, alles mit lauten Worten zu sagen. Ihn däuchte, als müsse jedes einzelne zum Posaunenton werden und durch Mauern und Estrich hinabdringen in das Ohr der geliebten Einen.

»Mißverständnisse? Zwischen mir und dem, was Likowski sagt und tut und schreibt? Ausgeschlossen. Her damit!«

Stephan legte den Brief – diesen Brief, dessen Inhalt ihn fast betäubt hatte – nun in die Hand des alten Herrn. Er setzte sich auf den nächsten Stuhl, den Säbel zwischen den Knien, die Hände auf dem Korb gefaltet – so wartete er, und sein Gedächtnis, das den langen Brief auswendig wußte, konnte den Blicken folgen, die nun lasen ... Wort um Wort ...

»Lieber Marning! Kamerad! Freund! Da bürde ich Ihnen nichts Gutes auf. Aber es muß sein! Der alte Herr, den wir verehren und lieben, der muß wissen, was los ist. Er soll mir verzeihen, wenn er kann! Wenn er nicht kann, muß ich’s ertragen. Mein Bewußtsein ist: ich habe getan, was sein mußte. Mein Mandat? Das des Mannes und Offiziers, der kein edles Weib kränken lassen darf. Auch nicht, wenn sie selbst vielleicht noch nichts davon weiß.

»Zu Ihnen hab’ ich nie davon gesprochen – auch die anderen Kameraden nicht zu mir – das war zu delikat, wo es ein Haus betraf, das uns so oft Gastlichkeit bot. Wenn man auch ein rauher Krieger ist, man hat doch sein Zartgefühl. Aber es war ja in allen Blicken, zwischen den Worten war es, in jedem plötzlichen Verstummen war es, daß auch wir genau wußten, was sämtliche Spatzen der ganzen Gegend pfiffen. Nämlich, daß Herr Wynfried Severin und die mollige Baronin sich zusammen auf das beste unterhielten und offenbar nicht gerade zusammen im Katechismus lasen. Sonst wären sie doch wohl mal bis ans sechste Gebot gekommen ...

»Ich kann Ihnen gestehen, Freund, ich hab’ was an stiller Wut in mich ’reingefressen. Wo die junge Frau für mich so ungefähr das Anbetungswürdigste von edler Weiblichkeit ist, was mir auf meinem Junggesellenpfad begegnete. Und wo ich ihr alter Freund und Hausgenosse gewesen bin. Und wo ich weiß, daß der Geheimrat toben würde, wenn er wüßte, daß man ihr ein Haar krümmen will. – Na, und so stand es lange fest bei mir: ich sag’s ihm in sein schönes, nobles Gesicht, daß es für mich sehr häßlich aussieht.

»Bloß die Gelegenheit! Wo die herzwingen, ohne Skandal?

»Aber so was fällt ja dann vom Himmel, wenn man gerade mit all seinen Gedanken mal weit davon weg und in behaglicheren Regionen ist.

»Geh’ mit Vetter Adolf und Gesponsin, sowie mit einem seiner Regimentskameraden, gleichfalls beweibten Zustandes, in ein Restaurant. So ’n ganz pickfeines, wo es schon was kostet, wenn der Kellner sich verbeugt. Sonst nicht meine Wahl – das wissen Sie wohl. Aber Madame Adolf hat die Schwäche und – das Geld! Leider. Geld ohne Geschmack – das ist eine schlimme Mischung. Da hätte sich Adolf vorsehen müssen. Na, dies nebstbei. – Und wer sitzt da in diesem Lokälchen, an zart bestrahltem Tisch, wo zwischen Blumen und dem Leuchter mit dem rosigseidenen Schirmchen der graue Kaviar vom Eisblock glänzt? Wer?

»Na, ich sage Ihnen, die pummelige Agathe wurde rot – röter – am rötesten.

»Ich war ganz ruhig. Ich ging ’ran – so mit ’ner gewissen Vorsicht – Distanz wahrend – damit nicht etwa die Baronin mir gleich die Patschhand freundschaftlich hinstreckte. – Und da bat ich ihn denn, mich anzuhören. Drei Worte genügten ja. Daß er sie nicht einstecken konnte, wenn er ’n Mann von Ehre bleiben wollte, war klar. Und dann lief die Geschichte ihren Gang. Ehrengericht damit befassen war unmöglich. Die Losung mußte sein: sofortige Abwicklung! Ehrengericht kann die Sache nachträglich prüfen. Und hier gleich in Parenthese: ich melde mich sofort beim Oberst. Auf einen Monat Festung bin ich gefaßt. – Zum Glück hatte Wynfried Severin ein paar Freunde da in der Gegend – Herren, die schlagenden Verbindungen angehörten – einer war aus ’m ganz feudalen Korps und fabelhaft bewandert in der Regie des Duells. – Und kurz und gut – heut im Nebelgrau standen wir einander gegenüber. – So ’n rechter schwerer Rheinnebel war’s. – Das Gelände, zwischen Schonungen, nicht weit vom Fluß – seltsam war’s mir: man hörte durch den Nebel den Heulton der Dampfer. Wenn ich Ihnen sage, Marning, daß so ’n Heulruf ihm das Leben gerettet hat!

»Es war mein Vorsatz: den lösch’ ich aus. – Der verdirbt sonst noch dieser köstlichen Frau, an die man bloß mit Andacht denken kann, das ganze Dasein. – Ich haßte ihn. Kräftig.

»Aber was soll ich Ihnen beichten? – Wie ich so ziele – in diesen gräßlichen Sekunden – ein, zwei sind’s bloß – da heult von fern und leise ein Dampfer – wie bei uns – plötzlich seh ich unseren Fluß vor mir, das Werk, den alten Herrn. Gott verzeih’ mir: es war verrückt. Total. Beinahe mag ich es nicht schreiben: mir war’s, als riefe der alte Herr. Es war direkt unheimlich.«

Stephan sah, daß die beschriebenen Blätter in der Hand des Greises zitterten ...

Ja, das war diese Stelle – seltsam – und so ganz außer Likowskis Linie ...

Aber weiter ...

»Vielleicht hätt’s ihn doch schwer geschlagen – wenn sein Sohn ... es ist immerhin der einzige! Obschon – unter uns – manchmal dacht’ ich: heiß ist die Liebe nicht. Und Enkel und Schwiegertochter sind ihm alles. Aber wer kann in so was ’reingucken? Na und kurz und gut: ich nahm nicht dies flotte Herz zum Ziel. Aber treffen wollt’ ich, und ich traf. Besser als er, der den ersten Schuß hatte und damit bloß ein Loch in die Luft machte. Nicht vorsätzlich. Ih nee – ich merkte, wie er zielte. Aber natürlich: schlechter Schütze, nicht eingeschossen. Meine Kugel ist ihm unterm Schulterknochen durchgeschlagen, hat Sehnen und viele Blutgefäße zerrissen und die Lunge gestreift.

»Schon nach zwei Stunden brachte mir Vetter Adolf die Nachricht: voraussichtlich längeres Krankenlager, aber durchaus keine Lebensgefahr – wahrscheinlich auch längeres Schonungsbedürfnis.

»So weit wäre ja nun alles ganz gut und schön gewesen und hätte ganz sachte vertuscht werden können. Dem alten Herrn konnte man was von einem Automalheur erzählen. Was ist heutzutage leichter, als sich auf der Straße die Knochen zu zerbrechen!

»Aber nun kommt’s hochdramatisch. Ohne sich um Wunsch und Willen des vorerst Bewußtlosen zu kümmern, läßt ihn unser Paukarzt ganz einfach in eine Privatklinik schaffen, die ein ihm befreundeter Chirurg hält. Na, das war vernünftig. Als Lohmann zu sich kommt, fällt ihm ja wohl bei kleinem ein, daß die Baronin Nachricht haben muß. Er läßt telephonieren, die Damen möchten abreisen, und seine Sachen sollten vom Hotel in die Meinhardtsche Klinik geschickt werden.

»Vielleicht hatte die mollige Agathe schon Lunte gerochen – und dann das Wort ›Klinik‹. Kurz: nach einer halben Stunde saß sie schon am Bett. Und erklärte jedermann: da ist mein Platz! Und nimmt mit der Gerwald mehrere Räume in der Klinik und macht es offiziös. – Straf’ mich Gott, wenn ich in diesem Falle von meiner sonst gutbeschlagenen Menschenkenntnis sollte verlassen sein! Aber Agathe ist vielleicht, in all ihrer Unbefangenheit, nicht böse über das Duell! Denn nun kann er gar nicht anders. Zu seiner Frau kann er nicht zurück. Sitzen lassen kann er hiernach die Baronin nicht. Und so strafen ihn die Götter und bedienten sich dazu meiner bescheidenen Person.

»Dieses Auftrumpfen Agathens: ›Mein ist der Mann, und mir gehört er zu!‹ – macht es unmöglich, den Fall zu vertuschen. Ehe der alte Herr gar in den Zeitungen davon liest – ehe der Sohn ihn benachrichtigen kann – denn von wegen Agathe kann er nun nicht eine glaubhafte Flunkerei von einem Unfall nach Haus drahten. – Die Lage ist nicht einfach für ihn. Donnerwetter! Na also, ehe was geschieht, das den Schlag zu roh und plump gegen das Gemüt des Vaters führt – gehen Sie sofort zu ihm.

»Er hat Sie lieb. Er achtet Sie hoch. Oft hat er’s mir gesagt. Es ist mir handlicher, mich mit diesem Auftrage an Sie als an den vortrefflichen Thürauf zu wenden. Sie sind mein Kamerad – mein Freund – das sagt alles.

»Von Frau Klara kein Wort! Da verbiet’ ich meiner Feder jedes. Sie wird leiden – jetzt – zunächst in jedem Fall! Aber sie wird mir doch noch mal im Leben freundlich die Hand geben – darauf hoffe ich!

»Und nun: Gott befohlen!

Ihr Likowski.«

Wie langsam der Greis gelesen hatte – ganz gewiß, er mußte jeden Satz wiederholt in sich aufgenommen und lange bedacht haben.

Und nun faltete er mit zögernden Bewegungen die Bogen zusammen. Ein wenig mußte er sich vorneigen und den Arm ausstrecken, um sie auf den Tisch legen zu können, der rechts von ihm aus der Wand vorsprang.

Stephan stand schon auf, um ihm den Brief abzunehmen.

Seine Blicke trafen sich mit den tiefen, großen Blicken des Alten – sie kamen wie aus einem Abgrund von Gram herauf.

Aber dennoch – auf seinen Zügen lag der Ausdruck einer wunderbaren Gefaßtheit.

Welche Erschütterungen auch durch ihn hingewandelt sein mochten – er stand darüber, stand auf Herrscherhöhen. – Von wo aus die Wirrnisse des Lebens weithin übersehbar sind, wo man erkennen kann, woher die Wege kommen und wohin sie gehen.

Ein leises, schmerzliches Lächeln voll Vatergüte ging um seinen Mund.

»Sie wollten mir und allem, was zu mir gehört, für immer entfliehen,« sprach er, »und nun spielt unser Freund, noch viel mehr als er selbst weiß, Schicksal und schickt gerade Sie zu mir.«

»Ich konnte den schweren Auftrag nicht ablehnen.«

Er war verwirrt – sein Herz klopfte. Er wünschte sich auf der Stelle verabschieden zu dürfen.

»Lieber Marning – Sie sehen – der Sohn ist mir verloren – vielleicht nicht ganz als Sohn. Mag die Zukunft – mag vielleicht eine ferne Stunde, die meines Todes vielleicht, noch einmal seine Hand in meine legen. Was kann ich davon wissen, was darüber sagen? Nichts! – Ich will mein Alter nicht mit Unversöhnlichkeit beflecken. – Es liegt an ihm –«

Er mußte innehalten. – So lebendig stand plötzlich das Bild der genußsüchtigen, selbstischen Frau vor ihm, die seines Sohnes Mutter gewesen ... Er seufzte schwer ...

»Möchte der Weg, auf den ihn alles nun zwingt, ihm nicht zu hart mit Reue gepflastert sein.«

Dann fuhr er lebhafter fort. »Meine Tochter – mein Enkel – mein Werk – das gehört zusammen – zu mir – bis übers Grab hinaus: zu mir! Und davon hat mein Sohn sich geschieden. Er hat die Würde seiner Frau und die Würde meines Werkes verraten. – Vielem und Vielen sollte er zum Herrn gesetzt sein. Das kann nur einer, der strebt. Nicht einer, der spielt. Er bleibt von meinem Werk geschieden – auf immer!«

Nun sah er den jungen Mann voll und groß an – bezwingend – –

»Ich tat einmal eine Frage an Sie. – Heute ist der Augenblick, sie zu wiederholen. – In dieser Stunde braucht mein Werk noch keinen Helfer und Leiter. Ein vorbildlicher Mann steht an der Spitze. Aber der Tag wird kommen, wo auch er jüngere Schultern als Mitträger braucht. Und mein Enkel. – Noch bin ich da! O – ich hoffe, dem Dunklen, der mir schon mal so nahe war, noch manches Jahr zu trotzen. Aber dennoch – es ist Menschenlos. – Mein Enkel und meine Tochter – einmal brauchen sie vielleicht einen klugen, besonnenen Mann von Ehre und Herz als – als Freund. – Und so, Marning, so frage ich in dieser Stunde, wo mein Sohn für mein Werk verloren ging: wollen Sie zu mir kommen – wollen Sie meinem Werke dienen?«

»Ja!«

Laut und feierlich klang das durch den Raum.

Der alte Herr streckte seine Hand aus. Stephan ergriff sie und tat wie damals, als er für immer zu scheiden glaubte: er neigte sich tief und küßte voll Ehrfurcht diese Hand – die Hand, die sein Schicksal auf ungeahnte, nie mehr erhoffte Höhen des Glückes führen wollte.

Den Greis übermannte Rührung. Er zwang das nieder.

Er wußte, mit diesem »Ja« hatte ein ganzer Mann sich seinem Werke angelobt. Und nicht nur seinem Werke.

»Nun Klara,« sagte er, »sie muß wissen ...«

Stephan trat erschrocken zurück.

»Nicht in meiner Gegenwart.«

»Doch!« – Er hatte schon das Zeichen für Leupold gegeben, und dieser kam so rasch, daß kein Wort mehr gewechselt wurde.

»Bitte meine Tochter herauf. Aber sage nichts davon, daß ich Besuch habe.«

»Herr Geheimrat ...« bat Marning.

Die alten Augen sahen ihn tief und wissend an.

»Sie werden mich nicht verlassen wollen, wenn ich Ihnen sage – ich brauche Sie – – sonst – sonst – es könnte mir die Fassung zerbrechen. – Ich hab’ diese zwei zusammengeführt – ich! Bin ich nicht ein Schuldiger vor ihr?«

»Nein,« rief Stephan, »nein – nichts von Schuld ...«

Sie warteten schweigend. Stephan stand am Fenster, hinter dem mächtigen Stuhl, in dem der Alte saß. Im Schatten, einer schwarzen Silhouette gleich.

Und dennoch erkannte sie ihn, kaum, daß sie die Schwelle überschritten.

Sie blieb stehen – ihr Fuß wollte sie nicht weitertragen.

Was war das? Ein Zufall? Eine von jenen lächerlichen Notwendigkeiten des Alltags, die sich in das Große mengen? Gerade jetzt? In diesen qualvollen Tagen der Unklarheit, wo ihr Frauenschicksal in der Schwebe hing ...

»Mein Kind,« sprach der alte Mann ihr entgegen, »komm – sieh, hier ist unser Freund. Er hat ernste Nachrichten gebracht ...«

Und nach einer kurzen Pause setzte er hinzu: »Von – meinem – Sohn ...«

Nun war sie vor ihm und sah ihn an – nur ihn – als sei nicht noch einer hier, der ihren Blick und Gruß erwarten durfte.

Und doch sah, fühlte sie nur die Gestalt, die hochaufgerichtet, schweigend und unbeweglich dastand.

»Ja, mein Kind – Wynfried – er hat – ein Unfall ... Später erfährst du das Genaue. – Er liegt in Köln – krank ...«

Sie wich ein wenig zurück – im Schreck. Und wußte sofort: dann muß ich dahin – ihm helfen – er ist meines Kindes Vater – ich muß. – Ich wollte ja Geduld haben – wollte vergeben – nun muß ich es beweisen ...

»Dann will ich zu ihm – gleich – ja gleich. – Ihn pflegen – ihm beistehen –«

»Nein, mein Kind. Du wirst nicht hinfahren. Eine andere Frau, der nun wohl seine Zukunft gehören muß, sitzt an seinem Bett. Und deine Ehe – sie wird gelöst werden.«

»Vater!« schrie sie auf.

Sie legte beide Hände vor ihr Gesicht.

Und die Männer schwiegen.

Sie ahnten, der Greis wie der junge Mann, daß in ihrer Seele eine ungeheure Bitterkeit aufwallte und alles, alles andere überflutete. – Die Bitterkeit der edlen Frau, die sieht: alle Opfer waren umsonst! Die erkennt: meine Würde hat er, dem ich alles gab, nicht geachtet! –

Niemand sieht ohne Erschütterung den Bau seines Lebens in Trümmer zerfallen – auch wenn dieser Bau nicht im Glanze seliger Liebe errichtet ward ...

Aber dieser bittere Strom von schweren Erkenntnissen ebbte langsam zurück.

Und ein großes, schmerzliches Entsetzen erwachte.

Nun verlor sie Vater und Heimat – –

Sie hob ihr Gesicht aus den Händen. Sie sah den alten Mann an – sie sah wohl, welch eine Welt von Liebe ihr aus seinen Blicken entgegenkam.

Aber dennoch, es war sein Sohn, um den es ging – sein einziger Sohn – trotz allem.

»Nun muß ich dich verlassen!«

»Klara!«

»Aber das Kind – es gehört mir. – Du wirst nicht den Versuch machen, es mir zu nehmen. Nein – das nicht – das weiß ich.«

Sie war außer sich.

Er streckte seinen Arm nach ihr.

»Nein – besinn dich doch. – Gehören wir nicht zusammen? – Das Werk, das Kind – du und ich? Er hat sich von uns geschieden, nicht wir von ihm! Und hier steht einer – ich hab’ sein Wort: er will in die Arbeit hineinwachsen und dem Werke dienen und – meines Enkels Freund sein –«

Er brach ab.

»Vater!«

Sie kniete schon neben ihm nieder, und er nahm das schmale, weiße Gesicht zwischen seine Hände.

»Meine Tochter!« sprach er leise und bedeutungsschwer.

Oft hatte er sie so genannt – aber sie fühlte, was dieser Name, in diesem Augenblicke ihr gesagt, alles auf sie legte an großen und heiligen Pflichten; was er ihr versprach an Glück, das nach still und stark ertragenem Leid einst ihr Leben zu einem Wunder machen sollte.

Sie hob den Blick – sie wagte es, den Mann anzusehen, der als stummer Zeuge hinter dem Stuhl des Vaters stand.

Und das beredte Auge sagte ihr, was der Mund noch verschweigen mußte.

Und in diesem erhebenden Schweigen gelobten ihre Seelen einander, der Vatergüte des großen alten Mannes immer wert zu sein – nach seinem Vorbilde zu wirken und rastlos ihre Pflicht zu erfüllen, im täglich erneuten, stillen Heldentum der Arbeit, die dem Ganzen dient.

Druck der Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart

Anzeigen des Cotta’schen Verlages

Ida Boy-Ed:

Ein königlicher Kaufmann

Hanseatischer Roman

16. und 17. Auflage

In Leinen gebunden 5 Mark

Aus den Besprechungen:

Daß der vorliegende Roman viele Liebhaber gefunden hat, das bezeugen schon die vielen Neuauflagen. Und es ist auch wirklich ein gutes Buch. Es enthält treffliche poetische Schilderungen der Landschaft, der Natur. Neben feinsinnigen Bemerkungen über die modernen Menschen und das heutige Geschäftsleben der alten Freien und Hansestadt Lübeck gelangen in anheimelnden Rückgedanken auch die früheren Zustände zur plastischen Darstellung. Die große Erfindungsgabe der Verfasserin gestaltet den Roman reich an verschlungenen Situationen, die meisterhaft gelöst werden.

Bohemia, Prag

Was übrigens die stärkste Anziehungskraft der Geschichte ausmacht, das ist ihr Schauplatz. Sie spielt im heutigen Lübeck. Die stolze Hansastadt mit ihren Kirchen und Patrizierhäusern taucht vor uns auf; die Verfasserin schildert das Innere eines solchen, und ebensogut kennt sie sich im republikanischen Verfassungsleben aus. Sie zeichnet diese kleine und doch wieder in ihrer Art große Welt mit sicherem Stift, nicht ohne Anerkennung und doch auch gelegentlich mit ironischen Anmerkungen über den übertriebenen Lokalpatriotismus. Sie übersieht nicht »die spezifische Hanseatenkrankheit: den Patrizierwahnsinn, in welchem jede Familie sich einbildet, aristokratischer als alle anderen zu sein«. Natürlich entrollt sich auch vor uns ein Stück hanseatischen Kaufmannslebens; wir werden Zeugen von allerhand industriellen Gründungen, nehmen an Aufsichtsratssitzungen teil und dergleichen. Das alles ist mit so viel Sachkenntnis wiedergegeben, als nur immer von einer Romandichterin erwartet werden darf.

Deutsche Tageszeitung, Berlin

Ida Boy-Ed:

Im Verlag der J. G. Cotta’schen Buchhandlung Nachfolger in Stuttgart und Berlin erschienen:

Gebunden

Die säende Hand. Roman. 5. AuflageM. 4.50

Um Helena. Roman. 3. AuflageM. 4.50

Ein königlicher Kaufmann. Hanseatischer Roman. 16. u. 17. AuflageM. 5.—

Die Lampe der Psyche. Roman. 3. AuflageM. 4.50

Nur wer die Sehnsucht kennt ... Roman 6. u. 7. AuflageM. 4.50

Die große Stimme. Novellen. 3. AuflageM. 3.—

Stille Helden. RomanM. 5.—

In Otto Meißners Verlag in Hamburg erschienen:

Ein TropfenGeheftet M. 2.50

Getrübtes Glück. Zwei NovellenGebunden M. 4.—

Gebunden

Althof, Paul (Alice Gurschner), Die wunderbare Brücke und andere GeschichtenM. 4.—

–"– Das verlorene Wort. Roman" 4.—

Andreas-Salomé, Lou, Fenitschka – Eine Ausschweifung. Zwei Erzählungen" 3.50

–"– Ma. Ein Porträt. 4. Aufl." 3.50

–"– Menschenkinder. Novellensammlung. 2. Aufl." 4.50

–"– Ruth. Erzählung. 6. Aufl." 4.50

–"– Aus fremder Seele. Eine Spätherbstgeschichte. 3. Aufl." 3.50

–"– Im Zwischenland. Fünf Geschichten. 3. Aufl." 5.—

Anzengruber, Ludwig, Letzte Dorfgänge. 2. Aufl." 4.50

–"– Wolken und Sunn’schein. 5. Aufl." 3.50

Arminius, W., Der Weg zur Erkenntnis. Roman" 4.—

–"– Yorcks Offiziere. Roman von 1812/13. 4. Aufl." 5.—

Auerbach, Berthold, Barfüßele. 44.-46. Aufl." 2.50

–"– Auf der Höhe. Roman. 2 Bände" 4.20

–"– Das Landhaus am Rhein. Roman. 2 Bände" 4.20

–"– Spinoza. Ein Denkerleben" 1.70

–"– Waldfried. Eine vaterländische Familiengeschichte" 2.10

Baumbach, Rudolf, Erzählungen und Märchen. 17. Tsd." 3.—

–"– Es war einmal. Märchen. 15. u. 16. Tsd." 3.80

–"– Aus der Jugendzeit. 10. Tsd." 6.20

–"– Neue Märchen. 9. Tsd." 4.—

–"– Sommermärchen. 40. u. 41. Tsd." 4.20

Bertsch, Hugo, Bilderbogen aus meinem Leben. 2. u. 3. Aufl." 4.—

–"– Bob, der Sonderling. Seine Geschichte. 4. Aufl." 3.50

–"– Die Geschwister. Mit Vorwort v. Adolf Wilbrandt. 12. Aufl." 3.50

Birt, Th., Menedem. Die Geschichte eines Ungläubigen" 5.—

Böhlau, Helene, Salin Kaliske. Novellen. 2. Aufl." 4.—

Boy-Ed, Ida, Die säende Hand. Roman. 5. Aufl." 4.50

–"– Stille Helden. Roman" 5.—

–"– Um Helena. Roman. 3. Aufl." 4.50

–"– Ein königlicher Kaufmann. Hanseatischer Roman. 16. u. 17. Aufl." 5.—

–"– Die Lampe der Psyche. Roman. 3. Aufl." 4.50

–"– Nur wer die Sehnsucht kennt ... Roman. 6. u. 7. Aufl." 4.50

–"– Die große Stimme. Novellen. 3. Aufl." 3.—

Bülow, Frieda v., Kara. Roman" 5.—

Burckhard, Max, Simon Thums. Roman. 2. Aufl." 4.—

Busse, Carl, Federspiel. Westliche und östliche Geschichten" 4.50

–"– Flugbeute. Neue Erzählungen. 1. und 2. Aufl." 4.20

–"– Die Schüler von Polajewo. 3. u. 4. Aufl." 4.—

–"– Im polnischen Wind. Ostmärkische Geschichten. 2. Aufl." 4.50

Dove, A., Caracosa. Historischer Roman. 2. Bände. 2. Aufl." 9.—

Ebner-Eschenbach, Marie v., Die erste Beichte. Miniatur-Ausgabe. Mit Porträt. 2. Aufl." 2.—

–"– Božena. Erzählung. 9.-11. Aufl." 4.—

–"– Erzählungen. 6. Aufl." 4.—

–"– Margarete. 7. Aufl." 3.—

Ebner-Eschenbach, Moriz v., Hypnosis perennis – Ein Wunder des heiligen Sebastian. Zwei Wiener Geschichten" 3.—

Eckstein, Ernst, Nero. Roman. 9. Aufl." 6.—

El-Correï, Das Tal des Traumes. Roman. 2. Aufl." 5.—

Enderling, Paul, Zwischen Tat und Traum. Roman" 5.—

Engel, Eduard, Paraskenvúla und andere Novellen" 4.50

Fontane, Theodor, Ellernklipp. 4. Aufl." 4.—

–"– Grete Minde. 8. Aufl." 3.50

–"– Quitt. Roman. 5. Aufl." 4.—

–"– Vor dem Sturm. Roman. 15. u. 16. Aufl." 5.—

–"– Unwiederbringlich. Roman. 7. Aufl." 4.—

Franzos, K. E., Der Gott des alten Doktors. Erzählung. 2. Aufl." 3.—

–"– Die Juden von Barnow. Geschichten. 9. Aufl." 4.—

–"– Ein Kampf ums Recht. Roman. 2 Bände. 7. Aufl." 7.50

–"– Mann und Weib. Novellen. 2. Aufl." 3.50

–"– Moschko von Parma. Erzählung. 5. Aufl." 3.50

–"– Neue Novellen. 2. Aufl." 3.—

–"– Der Pojaz. Eine Geschichte aus dem Osten. 9. u. 10. Aufl." 5.50

–"– Der Präsident. Erzählung. 4. Aufl." 3.—

–"– Die Reise nach dem Schicksal. Erzählung. 3. Aufl." 4.—

–"– Judith Trachtenberg. Erzählung. 6. Aufl." 4.—

–"– Der Wahrheitsucher. Roman. 2 Bände. 3. Aufl." 8.—

–"– Leib Weihnachtskuchen und sein Kind. Erzählung. 3. Aufl." 3.50

Frei, Leonore, Das leuchtende Reich. Roman" 5.—

Frey, Adolf, Die Jungfer von Wattenwil. Historischer Schweizerroman. 5. Aufl." 6.—

Fulda, L., Lebensfragmente. Novellen. 3. Aufl." 3.—

Gleichen-Rußwurm, A. v., Vergeltung. Roman" 4.50

Grimm, Herman, Unüberwindliche Mächte. Roman. 2 Bde. 3. Aufl."10.—

Grisebach, Ed., Kin-ku-ki-kuan. Chinesisches Novellenbuch" 4.—

Harbou, Thea v., Die nach uns kommen. Roman. 2. Aufl." 4.—

–"– Der Krieg und die Frauen. Novellen. Neue wohlfeile Ausgabe. 11.-15. Tausend" 3.—

Haushofer, Max, Geschichten zwischen Diesseits und Jenseits. Ein moderner Totentanz. 2. Aufl." 4.50

–"– Planetenfeuer. Ein Zukunftsroman" 4.50

Heer, J. C., Joggeli. Geschichte einer Jugend. 18.-22. Aufl." 4.50

–"– Der König der Bernina. Roman. 81.-85. Aufl." 4.50

–"– Laubgewind. Roman. 47.-51. Aufl." 4.50

–"– Da träumen sie von Lieb’ und Glück! Drei Schweizer Novellen. 24. u. 25. Aufl." 4.50

–"– Felix Notvest. Roman. 21.-25. Aufl." 4.50

–"– An heiligen Wassern. Roman. 71.-75. Aufl." 4.50

–"– Der Wetterwart. Roman. 71.-75. Aufl." 4.50

Heilborn, Ernst, Kleefeld. Roman" 3.—

Herzog, Rudolf, Der Abenteurer, Roman. 36.-40. Aufl." 5.—

–"– Der Adjutant. Roman. 11. u. 12. Aufl." 3.50

–"– Die Burgkinder. Roman. 86.-90. Aufl." 5.—

–"– Der Graf von Gleichen. Ein Gegenwartsroman. 24.-28. Aufl." 4.50

–"– Es gibt ein Glück ... Novellen. 31.-33. Aufl." 4.—

–"– Hanseaten. Roman. 71.-80. Aufl." 5.—

–"– Das große Heimweh. Roman. 1.-50. Aufl." 6.—

–"– Das Lebenslied. Roman. 61.-65. Aufl." 5.—

–"– Die vom Niederrhein. Roman. 51.-55. Aufl." 5.—

–"– Der alten Sehnsucht Lied. Erzählung. 10.-12. Aufl." 3.50

–"– Die Welt in Gold. Novelle. 16.-20. Aufl." 2.50

–"– Die Wiskottens. Roman. 101.-110. Aufl." 5.—

–"– Das goldene Zeitalter. Roman. 9. u. 10. Aufl." 3.50

Heyse, Paul, L’Arrabbiata. Novelle. 14. Aufl." 2.40

–"– L’Arrabbiata und andere Novellen. 10. Aufl." 4.50

–"– Buch der Freundschaft. Novellen. 7. Aufl." 4.50

–"– Das Ewigmenschliche. Erinnerungen aus einem Alltagsleben – Ein Familienhaus. Novelle. 2.-4. Aufl." 5.—

–"– Die Geburt der Venus. 5. Aufl." 5.—

–"– In der Geisterstunde und andere Spukgeschichten. 4. Aufl." 3.50

–"– Über allen Gipfeln. Roman. 9. u. 10. Aufl." 4.50

–"– Das Haus zum unglaubigen Thomas und andere Novellen" 4.50

–"– Kinder der Welt. Roman. 2 Bände. 29. u. 30. Aufl." 6.80

–"– Helldunkles Leben. Novellen. 2.-4. Aufl." 5.—

–"– Himmlische und irdische Liebe und andere Novellen. 2. Aufl." 4.50

–"– Neue Märchen. 4. Aufl." 5.—

–"– Martha’s Briefe an Maria. 2. Aufl." 2.—

–"– Melusine und andere Novellen. 5. Aufl." 5.—

–"– Menschen und Schicksale. Charakterbilder. 2.-4. Aufl." 5.—

–"– Merlin. Roman. 6. u. 7. Aufl." 4.50

–"– Ninon und andere Novellen. 4. Aufl." 5.—

–"– Novellen. Auswahl fürs Haus. 3 Bände. 14. u. 15. Aufl."10.—

–"– Letzte Novellen. Mit einem Begleitwort v. E. Petzet. 2.-4. Aufl." 3.50

–"– Novellen vom Gardasee. 8. u. 9. Aufl." 3.40

–"– Meraner Novellen. 12. Aufl." 4.50

–"– Neue Novellen. 6. Aufl." 4.50

–"– Im Paradiese. Roman. 2 Bände. 14. u. 15. Aufl." 6.80

–"– Plaudereien eines alten Freundespaars. 2.-4. Aufl." 4.50

–"– Das Rätsel des Lebens und andere Charakterbilder. 4. Aufl." 6.—

–"– Der Roman der Stiftsdame. 15. u. 16. Aufl." 3.40

–"– Der Sohn seines Vaters und andere Novellen. 3. Aufl." 4.50

–"– Crone Stäudlin. Roman. 5. u 6. Aufl." 3.40

–"– Gegen den Strom. Eine weltl. Klostergeschichte. 5. u. 6. Aufl." 3.40

–"– Moralische Unmöglichkeiten und andere Novellen. 3. Aufl." 5.50

–"– Victoria regia und andere Novellen. 2.-4. Aufl." 5.—

–"– Villa Falconieri und andere Novellen. 2. Aufl." 4.50

–"– Aus den Vorbergen. Novellen" 6.—

–"– Vroni und andere Novellen" 4.50

–"– Weihnachtsgeschichten. 4. Aufl." 5.—

–"– Xaverl und andere Novellen" 4.50

Hillern, W. v., Der Gewaltigste. Roman. 5. u. 6. Aufl." 4.50

–"– ’s Reis am Weg. 3. Aufl." 2.50

–"– Ein Sklave der Freiheit. Roman. 3. Aufl." 6.—

–"– Ein alter Streit. Roman. 3. Aufl." 4.—

Hirschfeld, Georg, Nachwelt. Der Roman eines Starken. 4. u. 5. Aufl." 5.—

Höcker, Paul Oskar, Väterchen. Roman" 4.—

Hofer, Klara, Alles Leben ist Raub. Der Weg Friedrich Hebbels. 2. Aufl." 6.—

Hoffmann, Hans, Bozener Märchen und Mären. 3. Aufl." 3.50

–"– Ostseemärchen. 3. Aufl." 4.—

Hopfen, Hans, Der letzte Hieb. Eine Studentengeschichte. 6. Aufl." 3.50

Huch, Ricarda, Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren. Roman. 13. u. 14. Aufl." 5.—

Jugenderinnerungen eines alten Mannes, siehe Kügelgen

Junghans, Sophie, Schwertlilie. Roman. 2. Aufl." 5.—

Kaiser, Isabelle, Seine Majestät! Novellen. 2. Aufl." 3.50

–"– Wenn die Sonne untergeht. Novellen. 3. Aufl." 3.50

Keller, Gottfried, Der grüne Heinrich. Roman. 3 Bände. 75.-80. Aufl."11.40

–"– Martin Salander. Roman. 49.-53. Aufl." 3.80

–"– Die Leute von Seldwyla. 2 Bände. 84.-88. Aufl." 7.60

–"– Züricher Novellen. 78.-82. Aufl." 3.80

–"– Das Sinngedicht. Novellen – Sieben Legenden. 61.-65. Aufl." 3.80

–"– Sieben Legenden. Miniatur-Ausgabe. 8. Aufl." 3.—

–"– Romeo und Julia auf dem Dorfe. Erzählung. Miniatur-Ausgabe. 8. Aufl." 3.—

Knudsen, J., Angst. Der junge Martin Luther. Berechtigte Übersetzung von Mathilde Mann. 2. Aufl." 5.—

Krauel, Wilhelm, Von der andern Art. Roman" 4.—

–"– Das Erbe der Väter. Ein Lebensbericht" 4.50

Kügelgen, Wilhelm v., Jugenderinnerungen eines alten Mannes. Original-Ausgabe. 26. u. 27. Aufl." 2.40

Kurz, Hermann (Der Schweizer), Sie tanzen Ringel-Ringel-Reihn. Roman. 2. u. 3. Aufl." 5.—

Kurz, Isolde, Unsere Carlotta. Erzählung" 3.—

–"– Italienische Erzählungen. 2. Aufl." 4.50

–"– Frutti di Mare. Zwei Erzählungen." 3.—

–"– Genesung – Sein Todfeind – Gedankenschuld. Erzählungen" 5.—

–"– Lebensfluten. Novellen. 2. Aufl." 4.—

–"– Florentiner Novellen. 6. u. 7. Aufl." 4.50

–"– Phantasien und Märchen" 3.—

–"– Die Stadt des Lebens. Schilderungen aus der Florentinischen Renaissance. 7. Aufl." 6.50

Langmann, Philipp, Leben und Musik. Roman" 4.50

Lilienfein, Heinrich, Von den Frauen und einer Frau. Erzählungen und Geschichten. 2. Aufl." 3.—

–"– Ideale des Teufels. Eine boshafte Kulturfahrt. 2. Aufl." 3.50

–"– Der versunkene Stern. Roman 2. u. 3. Aufl." 6.—

–"– Die große Stille. Roman. 4. Aufl." 5.50

Lindau, Paul, Die blaue Laterne. Berliner Roman. 2 Bände. 5. u. 6. Aufl." 7.50

–"– Arme Mädchen. Roman. 11. Aufl." 5.—

–"– Spitzen. Roman. 11. u. 12. Aufl." 5.—

–"– Der Zug nach dem Westen. Roman. 12. Aufl." 5.—

Mauthner, Fritz, Aus dem Märchenbuch der Wahrheit. Fabeln und Gedichte in Prosa. 2. Aufl. von »Lügenohr«" 4.—

Meyer-Förster, Wilh., Eldena. Roman. 2. Aufl." 4.—

Meyerhof-Hildeck, Leonie, Das Ewig-Lebendige. Roman. 2. Aufl." 3.50

–"– Töchter der Zeit. Münchner Roman" 4.—

Moersberger, Felicitas Rose, Pastor Verden. Ein Heideroman. 2.-5. Aufl." 4.50

Muellenbach, E. (E. Lenbach), Abseits. Erzählungen" 4.—

–"– Aphrodite und andere Novellen" 4.—

–"– Vom heißen Stein. Roman" 4.—

Niessen-Deiters, Leonore, Leute mit und ohne Frack. Erzählungen u. Skizzen. Buchschmuck von Hans Deiters" 4.—

–"– Im Liebesfalle. Buchschmuck von Hans Deiters" 4.—

–"– Mitmenschen. Buchschmuck von Hans Deiters" 4.—

Olfers, Marie v., Neue Novellen" 4.50

–"– Die Vernunftheirat und andere Novellen" 4.—

Prel, Karl du, Das Kreuz am Ferner. Roman. 4. Aufl." 6.—

Riehl, W. H., Aus der Ecke. Novellen. 5. Aufl." 5.—

–"– Am Feierabend. Novellen. 4. Aufl." 5.—

–"– Geschichten aus alter Zeit. 1. Reihe. 3. Aufl." 4.—

–"– Geschichten aus alter Zeit. 2. Reihe. 3. Aufl." 4.—

–"– Lebensrätsel. Novellen. 4. Aufl." 5.—

–"– Ein ganzer Mann. Roman. 4. Aufl." 7.—

–"– Kulturgeschichtliche Novellen. 7. Aufl." 5.—

–"– Neues Novellenbuch. 3. Aufl." 5.—

Rittberg, Gräfin Charlotte, Der Weg zur Höhe. Roman" 4.—

Rommel-Hohrath, Clara, Im Banne Roms. Roman" 5.—

Roquette, Otto, Das Buchstabierbuch der Leidenschaft. Roman. 2 Bände" 5.—

Seidel, Heinrich, Leberecht Hühnchen. Gesamt-Ausgabe. 10. Aufl. (51.-55. Tsd.)" 5.—

–"– Vorstadtgeschichten. Gesamt-Ausgabe. 1. Reihe. 2. Aufl. (4. u. 5. Tsd.)" 5.—

–"– Vorstadtgeschichten. Gesamt-Ausgabe. 2. Reihe. (4. Tsd.)" 5.—

–"– Heimatgeschichten. Gesamt-Ausgabe. 1. Reihe. 2. Aufl. (3. Tausend)" 5.—

–"– Heimatgeschichten. Gesamt-Ausgabe. 2. Reihe" 5.—

–"– Von Perlin nach Berlin. Aus meinem Leben. Gesamt-Ausg." 5.—

–"– Phantasiestücke. Gesamtausgabe" 5.—

–"– Reinhard Flemmings Abenteuer zu Wasser und zu Lande. 3 Bände. 9. Tsd.je M. 4.—

–"– Wintermärchen. 2 Bände. 4. Tsd." " 4.—

–"– Ludolf Marcipanis und Anderes. Aus dem Nachlasse herausgegeben von H.W. Seidel. 2. Tsd." 4.—

Seidel, H. Wolfgang, Erinnerungen an Heinrich Seidel 2. Aufl." 5.—

Skowronnek, R., Der Bruchhof. Roman. 4. Aufl." 4.—

Speidel, Felix, Hindurch mit Freuden. Novellen" 4.—

Stegemann, Hermann, Der Gebieter. Roman" 3.50

–"– Stille Wasser. Roman" 4.—

Stratz, Rudolph, Alt-Heidelberg, du Feine ... Roman einer Studentin. 13. u. 14. Aufl." 5.—

–"– Buch der Liebe. Sechs Novellen. 4. Aufl." 3.50

–"– Die ewige Burg. Roman. 7. Aufl." 4.50

–"– Seine englische Frau. Roman. 31.-35. Aufl." 5.50

–"– Für Dich. Roman. 21.-25. Aufl." 5.—

–"– Ich harr’ des Glücks. Novellen. 6. Aufl." 4.50

–"– Gib mir die Hand. Roman. 12.-14. Aufl." 5.—

–"– Herzblut. Roman. 19.-21. Aufl." 5.—

–"– Der du von dem Himmel bist. Roman. 8. u. 9. Aufl." 4.50

–"– Die thörichte Jungfrau. Roman. 5. Aufl." 4.50

–"– Der arme Konrad. Roman. 5. u. 6. Aufl." 4.50

–"– Liebestrank. Roman. 16.-20. Aufl." 5.—

–"– Stark wie die Mark. Roman. 21.-25. Aufl." 6.—

–"– Montblanc. Roman. 8. u. 9. Aufl." 4.—

–"– Du bist die Ruh’. Roman. 9. u. 10. Aufl." 4.50

–"– Du Schwert an meiner Linken Ein Roman aus der deutschen Armee. 36.-40. Aufl." 5.50

–"– Die zwölfte Stunde. Novellen. 1.-5. Aufl." 3.—

–"– Der weiße Tod. Roman. 19.-23. Aufl." 4.—

–"– Es war ein Traum. Berliner Novellen. 5. Aufl." 4.50

–"– Die letzte Wahl. Roman. 5. Aufl." 5.—

Sudermann, Hermann, Es war. Roman. 51.-55. Aufl." 6.—

–"– Geschwister. Zwei Novellen. 35.-37. Aufl." 4.50

–"– Jolanthes Hochzeit. Erzählung. 31.-33. Aufl." 3.—

–"– Der Katzensteg. Roman. 91.-95. Aufl." 4.50

–"– Das Hohe Lied. Roman. 56.-59. Aufl." 6.—

–"– Die indische Lilie. Sieben Novellen. 21.-25. Aufl." 4.—

–"– Frau Sorge. Roman. 136.-145. Aufl. Mit Jugendbildnis" 4.50

–"– Im Zwielicht. Zwanglose Geschichten. 35. u. 36. Aufl." 3.—

Telmann, Konrad, Trinacria. Sizilische Geschichten" 5.—

Trojan, Johannes, Das Wustrower Königsschießen und andere Humoresken. 4. u. 5. Aufl." 3.—

Uxkull, Gräfin Lucy, Rote Nelken. Ein sozialer Roman" 5.—

Vockeradt, Emma, Wanderer im Dunkeln. Roman" 4.—

Vogt, Martha, An schwarzen Wassern. Zwei Novellen" 3.50

Vollert, Konrad, Sonja. Roman" 5.50

Voß, Richard, Alpentragödie. Roman. 5. u. 6. Aufl." 5.50

–"– Römische Dorfgeschichten. 5. verm. Aufl." 4.50

–"– Erdenschönheit. Ein Reisebuch. 2. Aufl." 3.50

–"– Du mein Italien! Aus meinem römischen Leben 2. u. 3. Aufl." 5.50

–"– Der Polyp und andere römische Erzählungen. 2. Aufl." 5.—

–"– Richards Junge (Der Schönheitssucher). Roman. 3. Aufl." 6.—

Watzdorf-Bachoff, E. v., Maria und Yvonne. Geschichte einer Freundschaft. 2. Aufl." 4.50

Wilbrandt, Adolf, Adams Söhne. Roman. 3. Aufl." 5.50

–"– Adonis und andere Geschichten. 3. Aufl." 4.—

–"– Meister Amor. Roman. 3. Aufl." 4.50

–"– Das lebende Bild und andere Geschichten. 3. Aufl." 4.—

–"– Dämonen und andere Geschichten. 3. u. 4. Aufl." 4.—

–"– Der Dornenweg. Roman. 5. Aufl." 5.—

–"– Erika – Das Kind. Erzählungen. 3. Aufl." 4.50

–"– Fesseln. Roman. 3. Aufl." 4.—

–"– Franz. Roman. 3. Aufl." 4.50

–"– Die glückliche Frau. Roman. 4. Aufl." 4.—

–"– Fridolins heimliche Ehe. 4. Aufl." 3.50

–"– Schleichendes Gift. Roman. 3. Aufl." 4.—

–"– Hermann Ifinger. Roman. 7. Aufl." 5.—

–"– Irma. Roman. 3. Aufl." 4.—

–"– Hildegard Mahlmann. Roman. 4. Aufl." 4.50

–"– Ein Mecklenburger. Roman. 3. Aufl." 4.—

–"– Novellen" 4.—

–"– Opus 23 und andere Geschichten. 2. Aufl." 4.—

–"– Die Osterinsel. Roman. 5. Aufl." 5.—

–"– Vater Robinson. Roman. 3. Aufl." 4.—

–"– Familie Roland. Roman. 3. Aufl." 4.—

–"– Die Rothenburger. Roman. 9.-11. Aufl." 4.—

–"– Der Sänger. Roman. 4. Aufl." 5.—

–"– Die Schwestern. Roman. 2. u. 3. Aufl." 4.—

–"– Sommerfäden. Roman. 2. u. 3. Aufl." 4.—

–"– Am Strom der Zeit. Roman. 2. u. 3. Aufl." 4.—

–"– Die Tochter. Roman. 2. u. 3. Aufl." 4.—

–"– Vater und Sohn und andere Geschichten. 2. Aufl." 4.—

–"– Villa Maria. Roman. 3. Aufl." 4.—

–"– Große Zeiten und andere Geschichten. 3. Aufl." 4.—

Wildenbruch, E. v., Schwester-Seele. Roman. 20. u. 21. Aufl." 5.—

Wohlbrück, Olga, Die neue Rasse. Roman. 2.-5. Aufl." 6.—

Worms, C., Aus roter Dämmerung. Baltische Skizzen. 2. Aufl." 3.50

–"– Du bist mein. Zeitroman. 2. Aufl." 5.—

–"– Erdkinder. Roman. 4. Aufl." 4.50

–"– Die Stillen im Lande. Drei Erzählungen. 2. Aufl." 4.—

–"– Thoms friert. Roman. 2. Aufl." 5.—

–"– Überschwemmung. Eine baltische Geschichte. 2. Aufl." 3.50

Für geheftete Exemplare beträgt der Preis 1 Mark weniger

Anmerkungen zur Transkription: Dieses elektronische Buch wurde auf Grundlage der 1914 erschienenen Erstauflage erstellt. Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen.

Transcriber’s Note: This ebook has been prepared from the first print edition published in 1914. The table below lists all corrections applied to the original text.

S. 19: [added quote] nicht in lässige Hände gelegt werden werden –«

S. 80: [normalized] der Duc d’alben → d'Alben

S. 203: Mahagoniegefährten → Mahagonigefährten

S. 254: Likowsky, der immer einen Augenblick → Likowski

S. 255: [normalized] bis Sörnsen, der Fährmann → Sörensen

S. 360: Kopf vorüber auf die Tischplatte geschlagen → vornüber

S. 368: dem Erz das Eisen ab erungen → abgerungen

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