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Slavische Volkforschungen

Note 14 — Menschenfleischessen.

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»Im selben Masurer Bezirke ist ein hochinteressanter Brauch des Trinkens fremdes Blutes in Übung, doch möchte ich ihn nicht unmittelbar als eine Spur von Anthropophagie bezeichnen, sondern bloss als Fingerzeig, dass sie noch nicht vor dem Genuss fremden Blutes zurückscheuen, also, dass sie es eo ipso einstmal aus anderen Gründen, nicht nur der Wahlbruderschaftschliessung halber gesucht haben, wie dies der Mörderbrauch dieses Bezirkes bezeugt. Wollen sich zwei Leute in diesem Bezirke verbrüdern, lassen sie einander am Finger Blut und saugen es sich gegenseitig aus. Das tun sie, um blutverwandt zu werden (da se krvno srode), denn von der Zeit an, betrachten sie einander als leibliche Brüder.14 Das hat auch der Surduler Lehrer, Herr Mladen Nikolić getan. So schilderte er mir die Handlung: »Ein bruderloses Frauenzimmer gab den Wunsch kund, mit mir eine Wahlverschwisterung einzugehen. Mein Vater und meine Mutter willigten darauf ein, und eines Abends bereitete sie ein Nachtmahl und jene fand sich mit einem Verwandten ein. Vor dem Mahl vollzogen wir die Zeremonie der Wahlverwandtschaftschliessung, assen darauf und ergetzten uns bis Mitternacht«. Für die dritte Art gibt es noch heutigentags im Dorfe Odžaci bei Trstenik Beispiele. Gegen Keuchhusten, den man dort Eselhusten (magareći kašalj, magaretnjak) oder Kikiriki (Kukurekavac) nennt, trinkt der Leidende sein eigenes Blut. Man schneidet ihm mit einem Rasiermesser die Hand am Finger auf, damit Blut fliesse und der Kranke leckt es auf. Das ist seine Medizin«15.

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