Note 13 — Menschenfleischessen.
Reading edition
»Für die erste Art gibt es auch bei uns Beispiele. Tötet im Masurer Bezirke ein Wegelagerer jemand, kostet er ein wenig von dessen Blute, im Glauben, es werde ihn darnach das Blut des Gemorden nicht ereilen (ne će stići krv). Die Montenegrer übten einen ähnlichen Brauch. Wenn sie beim Ansturm einem Türken oder Arnauten das Haupt absäbeln, lecken sie das Blut vom Jatagan ab, in der Meinung, das Blut werde ihnen sodann nicht in die Füsse herabsteigen (ne će krv sići u noge), d. h. sie werden die Geistesgegenwart nicht verlieren. Es graut ihnen nicht im mindesten vor moslimischem Blute; denn sie sagen, das Blut Ungetaufter sei so viel, wie das von Böcken; auch haben sie den Brauch, neben den umgekommenen Moslim, ein Stückchen Brot oder ein bischen Salz und ein Messer hinzulegen, »des Friedens wegen« (radi mira)13. Von diesen menschenfresserischen Gebräuchen stammen wohl in der serbischen Sprache die Ausdrücke her: krvolok, krvoločnik (Blutschlürfer), krvopija und krvopilac (Bluttrinker).«