Note 8 — Menschenfleischessen.
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Ein bosnisches Guslarenlied, in dem sich der Heiland als menschenfleischlüstern ankündigt, halte ich lediglich für eine Umdichtung der Sage von der Opferung Isaaks. Zu Todor am Meere fiel ein Himmelbrief hernieder, darin geschrieben stand, Christus lade sich zu Gaste ein, und wünsche Johannes, den Sohn Todors gebraten zum Mahle zu verzehren. Angjelija, die Mutter, lockt durch eine Finte ihren Sohn aus dem Gebirge von den Schafen nach Haus und zeigt ihm den Brief, worin zu lesen, »Christus verlange, dass Todor den einzigen Sohn schächte, gleichwie ein blödes Lamm, ihn brate, gleichwie ein blödes Lamm, denn Christus wolle den Sohn zu Nacht verspeisen.« Der Sohn fügt sich bereitwilligst dem höchsten Wunsche, der Vater fesselt ihm Hände und Füsse, verbindet ihm die Augen, schächtet ihn, brät ihn am Spiesse und setzt ihn gar dem inzwischen eingetroffenen Gaste vor. Christus fand daran grosses Vergnügen, schlug ein schallend Gelächter auf, nahm Rotwein, wusch den Braten, und siehe da, Johannes sprang frisch und fröhlich auf die Beine auf. Alsdann sprach der HERR: »Du warst der Hirt Johannes bis jetzunder, — von itzt du sei der heilige Johannes, — verbleibst bei mir von nun in Ewigkeit!«8