Note 24 — Die unheimlichsten Waldfrauen.
Reading edition
In einem Dorfe wütete einmal furchtbar eine Rinderpest. Der Viehstand ging zusehends zu Grunde, denn es gab kein Haus, wo nicht über Nacht ein Stück verendete. Einigen Leuten im Dorfe glückte es, die Pest zu sehen, und zwar gaben sie an, sie hätte die Gestalt eines Hundes. Vorzugweise suchte sie Misthaufen auf, ging daselbst herum und muhte wie eine Kuh. Kam sie in einen Stall, sie suchte eben nur das liebe Vieh heim, so küsste sie dieses oder jenes Stück Rind, und wenn eines von ihr geküsst worden, so war es in der Früh gewiss schon verendet. Die Leute sannen fortwährend nach, wie sie dieses entsetzlichen Ungemachs los und ledig werden könnten, und so stellten sie der Pest auf den Düngerhaufen Milch hin, in der Hoffnung, es könnte dies möglicherweise von Nutzen sein. Und wirklich war das sehr nützlich und vorteilhaft, denn wo sie Milch fand, in dem Hause richtete sie keinen Schaden an.24