Note 4 — Die unheimlichsten Waldfrauen.
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Das Gesicht der Pest ist vom Krebs ganz zerfressen, drum sucht sie es auch immer mit einem weissen oder schwarzen Schleier zu verhüllen. Ihre Gestalt wird stets als übermenschlich gross und mager geschildert. Ihre Brüste sind ganz schwarz und so lang, dass sie sich beide über die Schultern wirft, um nicht im Gehen durch sie behindert zu werden.4 Grosse lange Brüste gelten dem Serben als Inbegriff aller Hässlichkeit bei einem Weibe. In Bezug auf das Aussehen ihrer Füsse gehen die Überlieferungen auseinander. Die einen melden, sie habe einen Kuhfuss, die andern einen Pferdefuss, in anderen dagegen heisst es, dass beide Füsse Pferdefüsse seien, wieder andere Zeugen aber wollen ganz deutlich Bockbeine bei ihr gesehen haben. Die Bockfüsse, welche die christliche Kirche dem Teufel beigibt, sind wie bekannt, der altgriechischen Vorstellung von den Satyren entlehnt. Am Graben in Wien steht eine Pestsäule, auf der der Engel Gabriel mit flammendem Schwerte auf einem Teufel steht. Ich betrachtete oft die Gestalt des unterliegenden Satans und es schien mir nicht anders, als ob die Südslaven so ein Bild vor Augen gehabt hätten, als sie sich die Pest ausmalten. Und wirklich sah ich in vielen Dorfkirchen im Süden Darstellungen, die der gedachten Gruppe an der Pestsäule in Wien vollkommmen entsprechen.