Wortverzeichnis
Reading edition
Die mundartlichen Formen sind nach dem Gehör niedergeschrieben, nicht nach einem wissenschaftlichen System. Die Aussprache ist übrigens nicht die gleiche bei allen Personen und wechselt auch im Munde der einzelnen, weil die Nähe einer größeren Stadt die Individualsprachen beeinflußt hat, je nach Beruf und Bildungsgrad, und weil die einzelnen Menschen ihre Mundart mehr oder weniger unverfälscht sprechen, je nachdem sie es mit Bauern oder mit Städtern zu tun haben. Folgende Worte bedurften wohl einer besonderen Erklärung:
Anke = Butter
bigelt, bigöscht = beigott
Blust = Baumblüte
b’schraun = beschrien
bündeln = seine Sachen packen
buschber = munter
Chriesewasser = Kirschwasser
gaschplig = zornig, lebhaft
gell = gelt (wird so behandelt, als ob es ein Zeitwort „gellen“ gäbe, z. B. „gellen Sie“)
Götte = Patin
Gschmak = Geruch
Hämpfle = Handvoll
hänn = habt, haben
Häs = Gewand
it, ite = nicht
kampeln = raufen
Kirwikram = Geschenk (Kram), das man von der Kirchweih mitbringt
letz = verkehrt
los = hör’
nint = nichts
Nüniesse = Neunuhrbrod, zweites Frühstück
pfetzen = kneifen, rupfen
Pfübel = Kopfkissen
rauen = bereuen
Sichelhenke = Erntefest
Strüweli, Sträuble = eine Art Spritzkrapfen
Tafel = Bild, Heiligenbild
Trippel = Holzveranda am schwarzwälder Bauernhaus
Tschole (armer) = armer Narr
unb’schraue = unbeschrien
verdlehnen = sich ausleihen
verzeigen, sich = als Gespenst erscheinen
Völker = Dienstboten
weggerle = wahrlich
wönn (wenn) = wollt, wollen