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Reisen in den Philippinen

Note 10 — ZWEIUNDZWANZIGSTES KAPITEL

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Alte Legenden, Traditionen, Lieder sollen nicht vorhanden sein. Bei ihren Tänzen singen sie zwar; es sind aber Improvisationen ohne Geist, meist obszön. Denkmäler früherer Zivilisation haben sich nicht erhalten. »Tempel besassen die alten Pintados nicht, jeder machte sich seine Anitos im Hause selbst, ohne besondere Feierlichkeit.« (Morga f. 145 v.). Pigafetta (S. 92) erwähnt zwar, dass der König von Cebu, als er Christ geworden, viele am Seestrande erbaute Tempel zerstören liess, es mögen indessen wohl nur Bauten sehr vergänglicher Art gewesen sein. Bei gewissen Gelegenheiten feierten die Bisayer ein grosses Fest Pandot, bei welchem sie ihre Götter in eigens erbauten mit Blumen und Lampen geschmückten Laubhütten verehrten. Sie nannten diese Hütten Simba oder Simbahan (so heissen jetzt die Kirchen) »und dies ist das einzige, was sie haben, das einer Kirche oder einem Tempel ähnlich sieht«. (Informe I. 1. 17). Nach Gemelli Careri, (S. 449) beteten sie auch einige besondere, ihnen von ihren Vorfahren hinterlassene, von den Bisayern Davata (Divata), von den Tagalen Anito genannte Götter an10; es gab auch einen See-Anito und einen für das Haus, um die Kinder zu behüten. Unter diese Anitos wurden ihre Grossväter und Urgrossväter versetzt, die sie in allen Nöthen anriefen (s. S. 210), zu ihrem Gedächtniss bewahrten sie kleine hässliche Bildsäulen von Stein, Holz, Gold und Elfenbein, welche sie Liche oder Laravan nannten. Auch zählten sie zu ihren Göttern Alle, die durch das Schwert umkamen, vom Blitz getödtet, oder von Krokodilen gefressen wurden und glaubten, dass ihre Seelen gen Himmel stiegen auf einem Bogen, den sie Balangas nannten. Pigafetta (S. 92) beschreibt die von ihm gesehenen Idole folgendermaassen: »Sie sind von Holz, konkav oder hohl ohne Hintertheile, ihre Arme sind geöffnet, auch die Beine, die Füsse nach oben gekehrt. Sie haben sehr grosse Gesichter mit vier gewaltigen Zähnen, Eberstosszähnen ähnlich, und sind ganz bemalt.11

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