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Reisen in den Philippinen

Note 6 — ZWEIUNDZWANZIGSTES KAPITEL

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Ein Indier, der Geld borgen will, muss reichliches Pfand geben und den Dollar monatlich mit 1 r. (12½ % pro Monat) verzinsen. Mehr als 5 Dollar findet er nicht leicht zu borgen, da er gesetzlich nur bis zu dieser Summe haftbar ist. Im östlichen und nördlichen Samar sind Handel und Kreditwesen noch weniger entwickelt als im westlichen Theile der Insel, der in regerem Verkehr mit den übrigen Bewohnern des Archipels steht. Baares Geld wird dort fast gar nicht geliehen, sondern nur Waaren zu einem Real per Monat für jeden Dollar des Werthes. Kann der Schuldner zur festgesetzten Frist nicht zahlen, so wird ihm häufig eines seiner Kinder genommen, das bis zur Tilgung der Schuld bei dem Darleiher ohne Lohn für die blosse Beköstigung dienen muss. Ich habe einen jungen Mann gesehn, der wegen 5 Dollar, die sein Vater, ein ehemaliger Gobernadorcillo von Paranas, einem Mestizen in Catbalógan schuldete, 5 Jahre lang umsonst gedient hatte, um die Schuld zu tilgen, und an der Ostküste ein hübsches junges Mädchen, das wegen einer väterlichen Schuld von 3 Dollar schon seit 2 Jahren bei einem Eingeborenen diente, der im Ruf eines Wüstlings stand. Man zeigte mir in Borongan eine Kokospflanzung von 300 Bäumen; die vor etwa 20 Jahren wegen einer Schuld von 10 Dollar verpfändet, seitdem vom Gläubiger wie sein Eigenthum genutzt worden war. Vor einigen Jahren starb der Schuldner, und es gelang den Kindern desselben nur mit vieler Mühe, gegen Zahlung der ursprünglichen Schuld das Eigenthum zurückzuerhalten. Es kommt vor, dass ein Eingeborener von einem andren 2½ Dollar borgt, um sich von den 40 Tagen jährlicher Frohnden loszukaufen, und dann seinem Gläubiger ein ganzes Jahr lang dient, weil er nicht im Stande ist, das Geld pünktlich zurückzuzahlen.6

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