Note 10 — VIERZEHNTES KAPITEL
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Eine grosse Anzahl Kinder stirbt in den ersten beiden Wochen nach der Geburt. Es fehlen darüber alle statistischen Daten, aber nach Ansicht eines der ersten Aerzte in Manila kommt wenigstens ein Viertel um. Die Ursache soll allein in der grossen Unreinlichkeit und schlechten Luft liegen, da in den Stuben der Kranken und Wöchnerinnen Thüren und Fenster so dicht verschlossen werden, dass vor Gestank und Hitze Gesunde krank werden, Kranke schwer genesen. Früher verstopfte bei Geburten der Mann alle Oeffnungen des Hauses, damit Patianac nicht eindringe, ein böser Geist der den Wöchnerinnen Unheil bringt und die Geburt zu hindern sucht. Der Gebrauch hat sich fort erhalten, bei Vielen wohl auch der Aberglaube ohne eingestanden zu werden; wo dieser erloschen, hat man in der Furcht vor Zugluft eine neue Erklärung für einen alten Brauch gefunden: Beispiele solcher Anpassungen finden sich bei allen Völkern. Eine sehr verbreitete Krankheit ist die Krätze, doch soll sie nach Versicherung des bereits erwähnten Arztes weniger allgemein sein, als Nichtärzte glauben, die jene Bezeichnung auf Hautausschläge überhaupt anwenden; an solchen haben die Eingeborenen in Folge schlechter Diät sehr zu leiden, Bicolindier mehr als Tagalen.10 Unter gewissen Verhältnissen, welche die darüber befragten Aerzte nicht genauer zu bestimmen vermochten, können die Eingeborenen weder Hunger noch Durst ertragen (davon bin ich mehreremale Zeuge gewesen). Sie sollen, wenn sie in solchem Zustande gezwungen sind, das Bedürfniss ungestillt vorüber gehn zu lassen, bedenklich erkranken und oft an den Folgen sterben.