← Table of contents
Reisen in den Philippinen

Note 8 — SIEBENTES KAPITEL

Reading edition

Die Einnahme aus jenem Monopol (Vinos y licores) war im Kolonial-Budget für 1861 auf 1,622,810 Doll. veranschlagt, ihre Eintreibung aber sehr schwierig und so unverhältnissmässig kostspielig, dass sie fast den ganzen Nutzen verschlang. Sie veranlasste Spionage, Reibereien aller Art, Unterschleife und Bestechungen in grossem Umfange. Das Ausschenken von Schnaps durch bestallte, mit Prozenten am Verschleiss betheiligte Beamte beeinträchtigte das Ansehn der Regierung. Ueberdies lähmte die ungeschickte Steuer einige der wichtigsten Gewerbe des Landes, nicht nur die Ausbeutung der Palmen im freien Verkehr, sondern auch die Rohrzuckerbereitung, denn zu Gunsten ihres Monopols hatte die Regierung den Zuckerfabrikanten verboten aus den Melassen Rum zu destilliren, weshalb diese so werthlos waren, dass man in Manila die Pferde damit tränkte. Die Klagen der Zuckerfabrikanten bewogen endlich die Regierung, die Rumbereitung zu gestatten (Januar 1862), die Palmenbranntwein-Regie blieb aber bestehn. Die Indier tranken nun nichts als Rum, so dass man sich gezwungen sah, das ganze Monopol fallen zu lassen. (Januar 1864.) Seitdem zahlen die Rumfabriken eine nach der Grösse ihres allgemeinen Betriebes, aber nicht nach der Menge des Produktes normirte Gewerbesteuer; ausserdem wurde zur Deckung des Ausfalls ein kleiner Zuschlag zur Kopfsteuer (Recargo s. unten) eingeführt. Das Branntweintrinken soll seitdem sehr zugenommen haben, ist übrigens eine alte Gewohnheit.8 Abgesehn davon ist die Maassregel vom günstigsten Erfolge begleitet gewesen.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings