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Reisen in den Philippinen

Note 3 — NEUNTES KAPITEL

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Der Ausbruch vom 1. Febr. 1814 war aber bei weitem der schlimmste. Al. Perrey S. 85 giebt einen Auszug aus der Beschreibung eines Augenzeugen.3 Um 8 Uhr Morgens warf der Berg plötzlich eine dicke Säule von Steinen, Sand und Asche aus, die sich schnell bis in die höchsten Luftschichten erhob. . . Die Seiten des Vulkans verschleierten sich und verschwanden vor unsern Blicken. Ein Feuerstrom stürzte vom Berge herab und drohte uns zu vernichten. . . Alles floh und suchte die höchsten Punkte auf. Das gewaltige Geräusch des Vulkans setzte alles in Schrecken. Die Finsterniss nahm zu . . die Fliehenden wurden zum Theil von den herabfallenden Steinen erschlagen. . . die Häuser gewährten keinen Schutz, da die glühenden Steine sie in Brand steckten. So wurden die blühendsten Ortschaften von Camarines in Asche gelegt. Gegen 10 Uhr hörte das Herabfallen der grossen Steine auf, ein Sandregen trat an die Stelle; um halb zwei Uhr liess das Getöse etwas nach, der Himmel klärte sich allmälig auf. . Der Boden war mit Leichen und Schwerverwundeten bedeckt, in der Kirche von Budiáo waren 200, in einem Hause desselben Ortes 35 Personen umgekommen. Fünf Ortschaften in Camarines sind gänzlich, Albay zum grossen Theil zerstört. Zwölftausend Personen kamen um, viele sind schwerverwundet, die Ueberlebenden haben alles verloren. Der Anblick des Vulkans ist traurig und schrecklich, seine vorher so malerischen, reich bebauten Abhänge sind mit Sand bedeckt, furchtbar dürr . . die Schicht von Steinen und Sand ist 10 bis 12 Varas dick. Wo früher das Dorf Budiáo stand, sind die Kokosbäume bis an ihre Wipfel begraben. In den andern Dörfern ist die Schicht nicht weniger als eine halbe Elle dick. . . Die Spitze des Vulkans hat, so weit ich es beurtheilen kann, über 120 Fuss an Höhe verloren, an der Südseite entdeckt man eine ungeheure Oeffnung; drei andre Mündungen haben sich in geringer Entfernung vom Hauptschlunde aufgethan; sie stossen noch Asche und Rauch aus . . . die schönsten Ortschaften von Camarines und der beste Theil der Provinz sind in eine unfruchtbare Sandwüste verwandelt.« — Im Estado geogr. ist ein Auszug aus der Schrift eines andern Augenzeugen, Pater Franc. Tubino, aus Guinobátan von 1816 enthalten; es heisst darin: Nach häufigen Erdstössen am vorhergehenden Abend und starken Erschütterungen am Morgen spie der Berg plötzlich aus seinem Rachen etwas wie Schnee aus, das sich pyramidenförmig erhob, und die Gestalt eines schönen Federbusches annahm. Da die Sonne hell schien, so gewährte die vernichtende Erscheinung verschiedene schöne Anblicke. Der Berg war an seinem Fuss schwarz, weiter aufwärts dunkel, in der Mitte bunt, oben aschfarben. Während der Betrachtung des Schauspiels wurde ein heftiger Erdstoss verspürt, gefolgt von starkem Donner. Der Berg fuhr fort Lava mit Gewalt auszustossen, während die Wolke, die er bildete, sich allmälig vergrösserte. Die Erde wurde verdunkelt, die Luft brannte, man sah aus der Erde Blitze und Funken kommen, die sich durchkreuzten und ein furchtbares Gewitter bildeten. Darauf folgte unmittelbar ein Regen von grossen, brennenden und verbrannten Steinen, die alles was sie trafen vernichteten und verbrannten, bald darauf kleinere Steine, Sand und Asche. Dies währte über drei Stunden, die Dunkelheit etwa fünf. Die Städte Camálig, Cagsáua, Budiáo, die Hälfte von Albáy und Guinobátan wurden verbrannt und zerstört. Die Dunkelheit verbreitete sich sehr weit — bis nach Manila und Ilócos, die Asche soll, wie einige versichern, bis nach China geflogen, der Donner in vielen Theilen des Archipels gehört worden sein.

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