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Reisen in den Philippinen

Note 4 — FUNFZEHNTES KAPITEL

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St. John4 erzählt, dass der Datu von Tamparuli (Borneo) Reis im Werth von fast 700 £ für einen Krug hergab, und dass derselbe Datu einen zweiten Krug von fast fabelhaftem Werth besässe, dieses Gefäss sei etwa zwei Fuss hoch, dunkel olivengrün. Der Datu füllt beide Krüge mit Wasser, setzt Kräuter und Blumen dazu, und debitirt es an alle Kranke der Umgegend. Der berühmteste Krug in Borneo ist aber wohl der des Sultans von Brunei, da er nicht nur alle schätzbaren Eigenschaften der übrigen Krüge besitzt, sondern sogar sprechen kann. St. John sah ihn nicht, da er immer im Frauengemach verwahrt wird; der Sultan, ein glaubwürdiger Mann, erzählte ihm aber sehr ernsthaft, dass der Krug in der Nacht vor dem Tode seiner ersten Frau kläglich geheult habe und bei bevorstehenden Unglücksfällen ähnliche Töne von sich gäbe. St. John ist geneigt die räthselhafte Erscheinung aus einer vielleicht eigenthümlichen Form der Mündung des Gefässes zu erklären, in welcher die darüber hinstreichende Zugluft ähnlich wie bei der Aeolsharfe in tönende Schwingungen versetzt wird. Gewöhnlich ist das Gefäss in Goldbrokat eingewickelt und wird nur enthüllt, wenn es befragt werden soll, daher kommt es vielleicht, dass es nur bei feierlicher Gelegenheit spricht. St. John berichtet noch, dass früher sogar die Bisayer dem Sultan Geschenke brachten und dafür etwas Wasser aus dem heiligen Kruge erhielten um ihre Felder damit zu besprengen und sich dadurch reiche Ernten zu sichern. Als man den Sultan fragte, ob er seinen Krug wohl um 20,000 £ hergeben würde, antwortete er, dass kein Gebot in der Welt ihn veranlassen könne sich davon zu trennen.

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