Note 3 — DREIZEHNTES KAPITEL
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Auf dem Abhange des letzteren besuchte ich eine kleine Niederlassung heidnischer Eingeborenen. Von den Bewohnern der Ebene werden sie abwechselnd Ygorroten, Cimarronen, Remontados, Infieles oder Montesinos (Waldbewohner) genannt, keiner dieser Namen, mit Ausnahme der beiden letzten passt aber recht auf sie; der erste kommt eigentlich Stämmen im Norden der Insel zu, die für Mischlinge von Chinesen und Indiern gelten.3 Cimarron, französisch Marron, den amerikanischen Sklavenkolonien entlehnt, bezeichnet dort einen entsprungenen in Freiheit lebenden Negersklaven, hier einen Eingeborenen, welcher die Bequemlichkeiten des Dorfes sammt seinen Steuern und Frohnden gegen die Entbehrungen und die Unabhängigkeit des Lebens in der Wildniss vertauscht hat. Die Bezeichnung Remontado (remonté) erklärt sich selbst und ist gleichbedeutend mit Cimarron. Da der Gegensatz zwischen jenen beiden Zuständen wegen der Milde des Klimas und der Bedürfnisslosigkeit der Eingeborenen nicht entfernt so gross ist, als er bei uns sein würde, so kommen solche Rücktritte öfter vor, als man glauben sollte, gewöhnlich in Folge eines Vergehens oder einer unbequemen Schuld, zuweilen aus blossem Widerwillen gegen Kopfsteuer und Frohndienste. Der Indier hat eine ausgesprochene Neigung, sich aus den Puéblos in die Einsamkeit zurückzuziehn, auf seinem Felde zu wohnen; und nur dem vereinten Eifer der für die Kopfsteuer haftbaren Dorfältesten und der Geistlichen, die, abgesehn von andern Interessen, auch ihre nach der Kopfzahl berechneten Stipendien zu berücksichtigen haben, gelingt es zu verhindern, dass sich die Puéblos in Visitas, diese in Ranchos auflösen. Nachdem der Verkehr in andern Ranchos desselben Berges meine ersten Eindrücke bekräftigt, möchte ich die unabhängigen Bewohner des Yriga für Mischlinge von Indiern und Negrítos halten. Die Hautfarbe ist dunkelbraun, nicht schwarz, wohl nicht dunkler als bei Indianern, die sich der Sonne sehr aussetzen. Einige, aber durchaus nicht Alle, haben krauses Haar. Während sowohl die in grösseren Truppen zusammenlebenden Negrítos wie die von mir vereinzelt bei Angat und Marivéles angetroffenen keinen Ackerbau treiben, fast ohne Obdach im Freien hausen, sich von spontanen Naturerzeugnissen nähren4, wohnen die Halbwilden des Yriga in bequemen Hütten und bauen verschiedene Knollengewächse und etwas Zuckerrohr. Reine Negrítos kommen, so weit meine Erkundigungen reichen, in Camarines nicht vor. Ein zum grossen Theil dicht bevölkertes Gebiet, aus dem sich die höheren Berge nur in einzelnen Kuppen erheben, dürfte wohl kaum für ein herumschweifendes Jägerleben ohne Feldbau die erforderlichen Bedingungen darbieten.