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Reisen in den Philippinen

Note 3 — ACHTZEHNTES KAPITEL

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Früh Morgens ritt ich auf dem Gaule des Pfarrers nach Legaspi, und Abends durch tiefen Schlamm zum Alkalden nach Albay. Wir befanden uns jetzt (Juni) mitten in der sogenannten trocknen Jahreszeit, es regnet aber fast täglich. Der Weg zwischen Albay und Legaspi war schlechter als je. Während meines Besuches ging vom Kommandanten der Falúas an der Südküste die Meldung ein, dass er zwei Seeräuberboote verfolgte als plötzlich sechs andre erschienen, um ihm den Rückweg abzuschneiden, weshalb er schleunig umkehrte. Die Falúas sind zwar stark bemannt, und mit Kanonen versehn, aber die von den Ortschaften der Küste gestellte Mannschaft ist gänzlich ungeübt im Gebrauch der Feuerwaffen, und hat solche Furcht vor den Moros, dass sie, wenn nur die geringste Hoffnung zur Flucht vorhanden, mit allen Kräften das Land zu erreichen sucht um davon zu laufen. Die Küstenorte, ohne andre Waffen als hölzerne Piken, waren den Seeräubern völlig preisgegeben, die in Catanduánes, Biri, und mehreren kleinen Inseln festen Stand gefasst hatten und ungestraft Schiffe kaperten oder am Lande Menschen raubten. Fast täglich wurden neue Räubereien und Mordthaten aus den Stranddörfern gemeldet. Die während des Raubzuges zum Rudern verwendeten Gefangenen werden schliesslich als Sklaven verkauft. Bei der Theilung sollen je zwei dem Dato, der die Schiffe ausgerüstet, einer der Mannschaft zufallen.3 Zwar sind die Küstenfahrer in diesen Gewässern grösstentheils mit Geschützen versehn, doch liegen diese gewöhnlich im Schiffsraum, da Niemand an Bord damit umzugehn weiss. Sind die Kanonen auf Deck befestigt, so fehlen die Kugeln oder das Pulver, aber der Kapitän verspricht es das nächste Mal besser einzurichten.4 Der Alkalde berichtete die Thaten der Seeräuber mit jeder Post nach Manila, wies auf die grossen dem Handel zugefügten Verluste, und auf die Pflicht der Regierung ihre Unterthanen zu schützen, um so mehr, als diesen keine Feuerwaffen gestattet sind.5 Von den Bisaya-Inseln ertönten dieselben Hülferufe. Die Regierung war aber machtlos gegen das Uebel. Wurden die Klagen gar zu laut, so sandte sie in die am meisten heimgesuchten Gewässer ein Dampfboot, das fast nie einen Seeräuber zu sehn bekam, obgleich diese dicht vor und hinter ihm ihr Wesen trieben.

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