Note 2 — ACHTZEHNTES KAPITEL
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In Ligáo stieg ich bei einem befreundeten Spanier ab, da seit meinem letzten Besuch ein grosser Theil der Ortschaft sammt Tribunal und Convento abgebrannt war. Nachdem die nöthigen Vorbereitungen getroffen, ging ich Abends nach Barayong, einem kleinen Cimarronen-Rancho, am Fuss des Mazarága, mit dessen Insassen ich am folgenden Morgen den Berg bestieg. Auch die Frauen begleiteten uns eine gute Strecke und erhielten die Gesellschaft in munterer Laune. Unterwegs wurde einem zu dem Zweck mitgenommenen Indier eine Bambuse voll Wasser zum Tragen übergeben, er warf sie fort, und lief davon, eine Alte trat für ihn ein und schleppte das Wasser unverdrossen bis auf den Gipfel. Dieser Berg war feuchter, als alle die ich je bestiegen, den Semeru in Java etwa ausgenommen. Auf halbem Wege fand ich einige angefaulte Rafflesien.2 Zwei elend aussehende Cimarronenhunde jagten uns einen jungen Hirsch zu, den einer der Leute durch einen Schlag mit dem Waldmesser erlegte. Im Drittel der Höhe hörte der Pfad auf, doch war es nicht schwierig durch den Wald zu gelangen, der mit Rohr dicht bewachsene obere Theil des Berges verursachte wiederum grosse Schwierigkeiten. Gegen zwölf erreichten wir die Gipfelplatte, die von keinem Krater durchbohrt, flach gewölbt, fast horizontal, und dicht mit Rohr bestanden ist. Ihre Höhe ergab sich = 1354 Meter. In kurzer Zeit bauten die unermüdlichen Cimarronen eine schöne grosse Rohrhütte: ein Zimmer für mich und das Gepäck, einen grossen Vorsaal für die Leute, ein besonderes Haus für die Küche. Leider war das Rohr so nass, dass es nicht brannte. Um etwas Brennholz zum Reiskochen zu haben, wurden dicke Aeste aus dem Walde geholt, und ihr verhältnissmässig trockner Kern mühsam herausgeschält. Die Schwefelhölzer waren so feucht, dass der Phosphor sich beim Reiben ablöste; auf Löschpapier gesammelt, mit dem geschwefeltem Ende des Zündholzes geknetet, ward er trocken, und entzündete sich durch die Reibung. Von anstehendem festem Gestein war nicht eine Spur zu sehn. Alles, von da ab wo der Pfad aufhörte, war dicht bewachsen, der Boden mit einer hohen Schicht feuchter Walderde bedeckt. Der folgende Morgen war hell und gestattete eine weite Rundsicht, aber noch ehe ich sie fertig gezeichnet, ward es wieder trübe, und als nach mehrstündigem Warten der Himmel sich mit dichten Regenwolken bezog, traten wir den Rückweg an.